Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 D-40/2012

9. Januar 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·980 Wörter·~5 min·1

Zusammenfassung

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. Dezember 2011

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­40/2012 Urteil   v om   9 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Türkei,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 19. Dezember 2011 / N (…).

D­40/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Eltern des Beschwerdeführers am 24. Mai 1991 für sich und den  damals minderjährigen Beschwerdeführer sowie dessen Schwester in der  Schweiz um Asyl nachsuchten,  dass  das  vormalige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF,  heute:  BFM)  mit  Verfügung vom 18. Oktober 1991 auf das Asylgesuch vom 24. Mai 1991  nicht eintrat und die Wegweisung der Familie aus der Schweiz sowie den  Wegweisungsvollzug anordnete, dass der mittlerweile volljährige Beschwerdeführer am 24. Oktober 2011  erneut in der Schweiz um Asyl nachsuchte, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum B._______  vom 7. November  2011  im Wesentlichen  geltend machte,  seine Familie sei am  (…) 1991 von der Schweiz  in die  Türkei zurückgeschafft worden,  dass er in der Türkei die Guerilla unterstützt und deswegen immer wieder  Probleme mit den Sicherheitsbehörden gehabt habe,  dass er vom Militär zwei oder drei Tage festgehalten und gefoltert worden  sei, wobei  er  zur Zusammenarbeit  aufgefordert worden  sei,  dies  jedoch  abgelehnt habe,  dass er in der Folge anonyme Todesdrohungen erhalten habe,  dass  er  zudem  während  der  Absolvierung  des  obligatorischen  Militärdienstes  aufgrund  seiner  kurdischen  Ethnie  schlecht  behandelt  worden sei,  dass  er  die  Türkei  deshalb  im  November  2010  verlassen  und  anfangs  Dezember  2010  in  Deutschland  ein  Asylgesuch  eingereicht  habe,  dort  jedoch einen negativen Asylentscheid erhalten habe,  dass der Beschwerdeführer  im Rahmen der Gewährung des  rechtlichen  Gehörs zur Frage der Zuständigkeit Deutschlands vorbrachte, er habe an  sich  nichts  gegen  die  Zuständigkeit  Deutschlands  einzuwenden,  wisse  jedoch  nicht,  ob  Deutschland  bereit  sei,  ihn  wieder  aufzunehmen,  nachdem er dort einen negativen Asylentscheid erhalten habe, 

D­40/2012 dass bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  auf  das  Protokoll  bei  den  Akten  verwiesen wird (vgl. Akten Vorinstanz B7),  dass  das  BFM  aufgrund  der  Daktyloskopierung  (Eurodac)  des  Beschwerdeführers  in  Deutschland  (Asylgesuchseinreichung  in  C._______  am  8. Dezember  2010)  am  8. Dezember  2011  ein  Übernahmeersuchen an die deutschen Behörden stellte, welchem diese  am 12. Dezember 2011 zustimmten,  dass  das  Bundesamt  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  mit Verfügung vom 19. Dezember 2011 – eröffnet am 28. Dezember 2011  – nicht  eintrat,  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Deutschland  und  den  Wegweisungsvollzug  anordnete  und  gleichzeitig  feststellte,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  keine  aufschiebende  Wirkung zukomme,  dass  das  BFM  zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  Deutschland  sei  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA],  SR 0.142.392.689)  und  das Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004,  SR 0.362.32)  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig,  dass  angesichts  dessen,  dass  Deutschland  der  Übernahme  des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art. 16  Abs. 1  Bst. e  der  Verordnung  [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin­II­VO), zugestimmt habe, die  Zuständigkeit  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  bei Deutschland liege, 

D­40/2012 dass der Einwand des Beschwerdeführers, er könne eigentlich nicht nach  Deutschland  zurückkehren,  da  er  dort  einen  negativen  Asylentscheid  erhalten  habe,  die  Zuständigkeit  Deutschlands  zur  Durchführung  des  Asyl­ und Wegweisungsverfahrens nicht zu widerlegen vermöge,  dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung gemäss Art. 19 f. Dublin­II­VO – bis spätestens am 12. Juni  2012 zu erfolgen habe, dass daher auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einzutreten  und dessen Wegweisung aus der Schweiz anzuordnen sei,  dass  der  Beschwerdeführer  in  einen  Drittstaat  reisen  könne,  in  dem  er  Schutz  vor  Rückschiebung  im  Sinne  von  Art. 5  Abs. 1  AsylG  fände,  weshalb  das  Non­Refoulement­Gebot  bezüglich  des  Heimat­  oder  Herkunftsstaats  nicht  zu  prüfen  sei,  und  ferner  für  den  Fall  einer  Rückkehr  nach  Deutschland  keine  Hinweise  auf  eine  Verletzung  von  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  bestehen  würden, dass  weder  die  in  Deutschland  herrschende  allgemeine  Situation  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diesen Staat sprechen würden,  dass  der  Wegweisungsvollzug  zudem  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar sei, dass  der  Beschwerdeführer  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  19. Dezember  2011  mit  –  an  das  BFM  adressierter  und  von  diesem  zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleiteter –  Eingabe  vom  3. Januar  2012  Beschwerde  erhob  und  sinngemäss  um  Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung ersuchte, dass  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  vorbrachte,  er  befürchte,  von  Deutschland  in  die  Türkei  zurückgeschafft  zu  werden,  wo  Kurden  unterdrückt würden,  dass  er  in  der  Türkei  vom  Militär  gesucht  werde  und  Gefahr  laufe,  verhaftet und gefoltert zu werden,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  6. Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

D­40/2012 und zieht in Erwägung,  dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),  dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es  sich vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt – um eine solche handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftwechsel  verzichtet wurde,  dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32­35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,  dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die 

D­40/2012 Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als  zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,  dass  der  vorgängige  Aufenthalt  in  Deutschland  und  die  ausdrückliche  Zustimmung Deutschlands  zur  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  aufgrund der Aktenlage feststehen,  dass  die  geltend  gemachten  Asylgründe  daher  in  Deutschland,  das  staatsvertraglich  für  das  vorliegende  Verfahren  zuständig  ist,  zu  prüfen  sein werden,  dass  die  Asylgesuchseinreichung  des  Beschwerdeführers  beziehungsweise  seiner Eltern  in  der Schweiz  im  Jahr  1991  nicht  dazu  führt, dass die Schweiz vorliegend als erstes Asylland im Sinne des DAA  zu  betrachten wäre,  zumal  eine Zuständigkeit  der Schweiz  allein  schon  deshalb nicht mehr gegeben ist, weil die Familie des Beschwerdeführers  nach Abschluss des ersten Asylverfahrens im Jahr 1991 kontrolliert in die  Türkei ausgereist ist,  dass,  selbst  wenn  das  Asylverfahren  des  Beschwerdeführers  in  Deutschland  bereits  rechtskräftig  abgeschlossen  sein  sollte  und  er  deshalb  kein  Anrecht  mehr  auf  Unterbringung  oder  weitergehende  staatliche oder nichtstaatliche Unterstützung hätte, Deutschland gemäss  Art. 16  Abs. 2  Bst. e  Dublin­II­VO  weiterhin  für  das  Verfahren  des  Beschwerdeführers  bis  zu  einem  allfälligen  Wegweisungsvollzug  zuständig  ist  (Art. 16  Abs. 4  Dublin­II­VO  sowie  CHRISTIAN  FILZWIESER/ANDREA  SPRUNG,  Dublin­II­Verordnung,  3., überarb.  Aufl.,  Wien/Graz 2010, K 25 zu Art. 16 Abs. 4), dass  hinsichtlich  der  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  einer  Rückschiebung  von  Deutschland  in  die  Türkei  festzuhalten  ist,  dass  Deutschland  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105)  ist, und keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen,  wonach  Deutschland  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden 

D­40/2012 völkerrechtlichen  Verpflichtungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot, halten würde,  dass  auch  kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  Personen,  die  sich  im  Rahmen eines Asylverfahrens in Deutschland aufhalten, würden aufgrund  der  dortigen  Aufenthaltsbedingungen  in  eine  existenzielle  Notlage  versetzt,  dass  Deutschland  wie  jeder  Dublin­Staat  die  Verfahrens­  und  Aufnahmerichtlinien  in  Landesrecht  umgesetzt  hat,  und  davon  ausgegangen werden darf, der Beschwerdeführer finde dort grundsätzlich  adäquate Betreuung und ein rechtsstaatlich konformes Asylverfahren,  dass bezüglich der Angabe des Beschwerdeführers, in der Schweiz über  Verwandte  zu  verfügen,  festzuhalten  ist,  dass  es  sich  bei  (…) nicht  um  Familienangehörige  im  Sinne  von  Art. 2  Bst. i  Dublin­II­VO  (Ehegatten,  minderjährige Kinder) handelt, weshalb der Beschwerdeführer aus Art. 7  Dublin­II­VO nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag,  dass  gemäss  Art. 8  EMRK  auch  über  die  Kernfamilie  hinausgehende  verwandtschaftliche  Bande  unter  den  Schutz  der  Einheit  der  Familie  fallen,  sofern  eine  nahe,  echte  und  tatsächlich  gelebte  Beziehung  zwischen den Angehörigen besteht (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.1),  dass die Berufung auf den Grundsatz der Familieneinheit bei Verwandten  ausserhalb  der  Kernfamilie  jedoch  nicht  nur  eine  nahe,  echte  und  tatsächlich  gelebte  Beziehung,  sondern  ein  darüber  hinausgehendes  besonderes Abhängigkeitsverhältnis voraussetzt (vgl. BGE 129 II 11 E. 2  S. 14),  dass zwischen dem – soweit aktenkundig – gesunden Beschwerdeführer  und  den  Verwandten  in  der  Schweiz  keine  derartige,  durch  ein  besonderes  Abhängigkeitsverhältnis  gekennzeichnete  Beziehung  ersichtlich ist,  dass er im Übrigen auch in Deutschland über Verwandtschaft verfügt (vgl.  B7 S. 6), dass somit nicht davon auszugehen ist, das BFM hätte Veranlassung zu  einem Selbsteintritt (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) gehabt,  dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, 

D­40/2012 dass die Anordnung der Wegweisung nach Deutschland der Systematik  des Dublin­Verfahrens – bei dem es sich um ein Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt –  entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG  steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach  der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs in den für die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  regelmässig  bereits  Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheids  und hier nicht mehr zu prüfen ist,  dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen  Aufnahme  gemäss  Art. 83  Abs. 1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung,  soweit  notwendig,  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung  hinsichtlich  der  Ausübung des Selbsteintrittsrechts stattfinden muss,  dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom  BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­40/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30 Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand:

D-40/2012 — Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 D-40/2012 — Swissrulings