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Bundesverwaltungsgericht 03.10.2011 D-3462/2009

3. Oktober 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,274 Wörter·~6 min·2

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 27. April 2009

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­3462/2009/wif Urteil   v om   3 .   O k t ob e r   2011   Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._______ geboren am (…) dessen Lebenspartnerin  B.______ geboren am (…) und deren Kinder  C._______ geboren am (…) D._______ geboren am (…) und E._______ geboren am (…) Afghanistan,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 27. April 2009 / N_______

D­3462/2009 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführenden  –  aus  Herat  stammende  afghanische  Staatsangehörige  –  ihren  Heimatstaat  nach  eigenen  Angaben  anfangs  August 2008 verliessen und über den Iran, die Türkei, Griechenland und  ihnen  unbekannte  Länder  am  4.  November  2008  in  die  Schweiz  gelangten, wo sie am 5. November 2011 im F.______ Asyl nachsuchten, dass  sie  im  Rahmen  der  summarischen  Befragung  vom  11.  November  2008 und der einlässlichen Anhörung durch das BFM vom 17. November  2008  zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  im  Wesentlichen  vorbrachten,  der Beschwerdeführer habe einen eigenen Reisebus besessen, mit dem  er Pilger  von Afghanistan  in den  Iran und Afghanen, die  vom  Iran nach  Afghanistan zurückgebracht worden seien, nach Herat transportiert habe, dass,  nachdem  er  einen  Monat  vor  seiner  Ausreise  an  der  iranischen  Grenze  von  Konkurrenten  verprügelt  und mit  dem  Tod  bedroht  worden  sei, seinen Bus für (…) verkauft habe, um sich einer anderen Tätigkeit zu  widmen, dass  im  Juli  beziehungsweise  August  2008  zwei  vermummte  Männer  seinen Sohn G._______.  zu entführen  versucht  hätten,  jedoch G._____  geschrien habe und die zwei Männer sofort geflüchtet seien, dass  der  Bruder  des  Beschwerdeführers  diesen  Vorfall  beobachtet  und  dem  Beschwerdeführer  mitgeteilt  habe,  er  vermute,  dass  einer  der  Entführer  H.______  gewesen  sei,  ein  Krimineller,  der  1987  mit  seinen  Familienangehörigen  das  Haus  der  Beschwerdeführenden  ausgeraubt  habe,  dass  H.______  vom  Verkauf  des  Busses  erfahren  und  vermutlich  Lösegeld habe erpressen wollen, dass  er,  der  Beschwerdeführer,  in  der  Folge  die  Telefonnummer  von  H.______ ausfindig gemacht und diesen angerufen habe, dass H._______ anfangs bestritten habe, mit der Entführung etwas zu tun  haben, indessen seine Teilnahme schliesslich zugegeben habe, nachdem  der  Beschwerdeführer  ihm  gesagt  habe,  dass  sein  Bruder  alles  beobachtet habe,

D­3462/2009 dass H._______  ihn mit  dem Tod  bedroht  habe,  falls  er  den  Behörden  etwas von der Entführung erzählen sollte, dass er am nächsten Abend etwa zehn Personen bemerkt habe, welche  sein Haus beobachtet hätten, und er vermute, dass es sich bei diesen um  Leute von H._______ gehandelt habe, dass  sie  sich  aus  Furcht  vor  weiteren  Behelligungen  zur  Ausreise  entschlossen hätten, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  27.  April  2009  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  abwies,  deren  Wegweisung  aus  der  Schweiz  anordnete  und  deren  Vollzug  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich  erachtete, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  27.  Mai  2009  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  27.  April  2009  erhoben  und  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  sowie  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die  Anordnung der vorläufigen Aufnahme in der Schweiz beantragten,  dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses  ersuchten, dass der Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 5. Juni 2009 auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses  verzichtete  und  darauf  hinwies,  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG werde im Endentscheid befunden, dass  das  BFM  In  seiner  Vernehmlassung  vom  11.  Juni  2009  – welche  den  Beschwerdeführenden  zur  Kenntnis  gebracht  wurde  –  an  der  angefochtenen  Verfügung  festhielt  und  die  Abweisung  der  Beschwerde  beantragte, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  31.  Mai  2010  zur  Stützung  ihrer  Asylvorbringen  ein  behördliches  Bestätigungsschreiben  und  einen  ärztlichen  Bericht,  beide  im  Original  samt  Übersetzung  in  Englisch, einreichten,

D­3462/2009 und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM entscheidet,  ausser  bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art.  105  Abs.  1  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i.V.m. Art.  31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht  [BGG,  SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert sind (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG sowie  Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs.  1  AsylG  und  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG sowie Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass,  wer  um  Asyl  nachsucht,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder zumindest glaubhaft machen muss, dass diese glaubhaft  gemacht  ist, wenn die Behörde  ihr Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält,  wobei  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel abgestützt werden, unglaubhaft sind (Art. 7 AsylG),

D­3462/2009 dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  und –  entgegen  der  gegenteiligen  Behauptung  in  der  Beschwerde  –  mit  hinreichender  Begründung  die  zentralen  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden,  von  H._______  und  anderen  Kriminellen  behelligt worden zu sein, in Zweifel gezogen hat, dass  mit  der  Vorinstanz  festzuhalten  ist,  dass  die  Schilderung  des  Verlaufs  der  geltend  gemachten  versuchten  Entführung  des  Sohnes  durch  H._______  weder  stichhaltig  noch  anschaulich  ausgefallen  ist  und insgesamt konstruiert wirkt,  dass  nämlich  die  Angabe,  der  Bruder  des  Beschwerdeführers  habe  H._______ trotz  Vermummung  bloss  an  dessen  Augen  und  der  Art,  wie  er  sich  bewegt  habe,  erkannt,  nicht  zu  überzeugen  vermag,  bestand  doch  zwischen  dem  Bruder  des  Beschwerdeführers  und  H._______ ausser gelegentlichen Begegnungen auf dem Bazar keine  nähere Verbindung, dass  sich  aus  den  diesbezüglichen  Erklärungen  in  der  Beschwerde,  wonach  der  Vater  des  Beschwerdeführers  und  derjenige  von  H._______  jahrelang  auf  dem  Bazar  nebeneinander  ihr  Geschäft  betrieben  hätten  und  zudem  miteinander  verfeindet  gewesen  seien,  keine  konkreten  Hinweise  auf  eine  nähere  Verbindung  zwischen  H.______  und  dem  Bruder  des  Beschwerdeführers  ergeben,  welche  eine  Identifizierung  aufgrund  derart  rudimentärer  Anhaltspunkte  nachvollziehbar erscheinen liessen,  dass  im Weiteren  die  Vorgehensweise  der  Täter,  den  Sohn  am  Tag  während der Hauptverkehrszeit und damit  in Anwesenheit  zahlreicher  Passanten  entführen  zu  wollen  und  dann  doch  nach  den  ersten  Schreien  des  Sohnes  sofort  von  diesem  abzulassen,  auffallend  widersprüchlich  erscheint,  zumal  es  sich  bei  H.______  um  einen  Kriminellen  handeln  soll,  bei  dem  eine  solche  Unentschlossenheit  wenig nachvollziehbar ist,  dass der bloss allgemeine Hinweis in der Beschwerde auf "das häufige  Phänomen von Entführungen auch auf offener Strasse in Afghanistan"  an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermag, dass  auch  das  weitere  Verhalten  von  H.______,  nach  anfänglichem  Bestreiten  gegenüber  dem  Beschwerdeführer  am  Telefon  seine  Teilnahme an der versuchten Entführung zugegeben zu haben, nachdem 

D­3462/2009 der  Beschwerdeführer  ihm  gesagt  habe,  dass  sein  Bruder  den  Vorfall  beobachtet habe, realitätsfremd erscheint,  dass die Entgegnungen in der Beschwerde, H.______ sei, nachdem der  Beschwerdeführer  ihm  gesagt  habe,  dass  sein  Bruder  dem  Vorfall  beobachtet  habe,  keine  andere  Wahl  geblieben,  als  seine  Teilnahme  zuzugeben,  und  es  sei  für  ihn  auch  einfacher  gewesen,  den  Beschwerdeführer  zu  bedrohen,  falls  er  den  Behörden  etwas  von  der  Entführung  erzählen  sollte,  als  die  Sache  zu  bestreiten,  das  Verhalten  von H._____ nicht plausibel zu erklären vermögen,  dass  mit  dem  BFM  die  angeblich  sofortige  Ausreise  der  Beschwerdeführenden,  nachdem  der  Beschwerdeführer  etwa  zehn  Personen bemerkt habe, welche sein Haus beobachtet hätten, überstürzt  und realitätsfremd erscheint, dass die auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel (behördliches  Bestätigungsschreiben,  ärztlicher  Bericht)  mangels  hinreichenden  Sachzusammenhangs  zu  den  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  an  der Einschätzung der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen nichts zu ändern  vermögen, dienen diese Dokumente doch  lediglich der Stützung der auf  Beschwerdeebene erstmals geltend gemachten Vorbringen, unbekannte  Personen  hätten  den  Bruder  I._______  des  Beschwerdeführers  zu  ermorden versucht, indem sie ihn in einen Autounfall verwickelt hätten, dass  aus  den  genannten  Gründen  die  zentralen  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden, von H._______ und anderen Kriminellen behelligt  worden zu sein, als nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG zu erachten  sind, weshalb die Frage, ob die afghanischen Behörden schutzfähig und  –willig sind, nicht näherer Erörterung bedarf, dass  das  übrige  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  während  seiner  Tätigkeit  als  Busfahrer  von  Konkurrenten  geschlagen  worden  zu  sein,  mangels erforderlicher Intensität als nicht asylrelevant zu erachten ist, dass  daher  das  BFM  zu  Recht  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden abgelehnt hat,  dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilli­ gung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen 

D­3462/2009 besteht  (BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  die  drei  Bedingungen  für  einen  Verzicht  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  alternativer  Natur  sind  und  der  Wegweisungsvollzug,  sobald  eine  von  ihnen  erfüllt  ist,  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  in  der  Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige Aufnahme zu regeln ist (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748), dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  eine  aktuelle  Einschätzung  vorgenommen  hat,  gemäss  welcher  in  weiten  Teilen  von  Afghanistan –  ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart  prekäre  Sicherheitslage  und  derart  schwierige  humanitäre  Bedingungen  bestehen, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83  Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist, dass  es  von  dieser  allgemeinen  Feststellung  die  Situation  in  der  Hauptstadt  Kabul  ausdrücklich  unterschied  und  den  Vollzug  der  Wegweisung dorthin unter Umständen als zumutbar erachtete, dass es dabei  festhielt, angesichts der konstanten Verschlechterung der  Lage  über  die  vergangenen  Jahre  hinweg  und  der  auch  in  Kabul  schwierigen  Situation  verstehe  es  sich  von  selbst,  dass  die  bereits  in  EMARK  2003  Nr.  10  formulierten  strengen  Bedingungen  in  jedem  Einzelfall sorgfältig geprüft und erfüllt sein müssten, 

D­3462/2009 dass  es  für  die  Bejahung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  insbesondere  das  Vorhandensein  eines  sozialen  Netzes,  das  sich  im  Hinblick  auf  die  Aufnahme  und  Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  oder  der  Rückkehrer  als  tragfähig  erweist,  als  unabdingbare  Voraussetzung erachtete, dass die Beschwerdeführenden aus K.______ stammen und dort bis zu  ihrer Ausreise gelebt haben, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil E­7625/2008 vom 16. Juni 2011 die Frage, ob hinsichtlich der Stadt  Herat in Bezug auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs Ähnliches  gesagt werden könne wie zu Kabul, offenliess, da der Beschwerdeführer  im  genannten  Fall  zu  dieser  im  Westen  des  Landes  gelegenen  Stadt  keinerlei Bezug hatte,  dass  auch  ohne  abschliessende  Beurteilung  der  Frage,  ob  der  Vollzug  der Wegweisung nach Herat unter bestimmten Umständen überhaupt als  zumutbar  erachtet werden kann,  festzuhalten  ist,  dass  für  die Bejahung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nach  Herat  jedenfalls  die  gleich  strengen Bedingungen wie  bei  einer Rückkehr  nach Kabul  erfüllt  sein müssen,  dass vorliegend nicht mit hinreichender Bestimmtheit feststeht, ob mit den  in  K._______  lebenden  Eltern  und  Geschwistern  im  Hinblick  auf  die  Aufnahme  und  Wiedereingliederung  der  Rückkehrenden  ein  genügend  tragfähiges  Beziehungsnetz  besteht,  handelt  es  sich  doch  bei  den  Beschwerdeführenden um eine fünfköpfige Familie, deren Aufnahme und  Wiedereingliederung  mit  deutlich  grösseren  Schwierigkeiten  verbunden  ist als bei einer Einzelperson oder einem Ehepaar ohne Kinder,  dass somit die Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Herat mangels  mit hinreichender Bestimmtheit feststehenden sozialen Beziehungsnetzes  nicht als zumutbar zu erachten ist,  dass  sich  im  Weiteren  den  Akten  keine  Hinweise  entnehmen  lassen,  wonach  die  Beschwerdeführenden  einen  der  Tatbestände  von  Art.  83  Abs. 7 AuG (Ausschluss von der vorläufigen Aufnahme) erfüllen würden,  weshalb  die  Beschwerdeführenden  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufzunehmen sind,

D­3462/2009 dass  die  Beschwerde  nach  dem  Gesagten  bezüglich  der  Nichtanerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Verweigerung des  Asyls sowie der Anordnung der Wegweisung abzuweisen ist, dass  die Beschwerde,  soweit  die Anordnung  des Wegweisungsvollzugs  betreffend,  demgegenüber  gutzuheissen  und  das  BFM  anzuweisen  ist,  den  Aufenthalt  der  Beschwerdeführenden  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. Art. 44 Abs.  2 AsylG und Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  den  Beschwerdeführenden  aufgrund  ihres  bloss  teilweisen  Obsiegens  die  um  die  Hälfte  zu  reduzierenden Verfahrenskosten von Fr. 300.­­ aufzuerlegen sind (Art. 63  Abs. 1 VwVG), dass  nämlich  das  von  den  Beschwerdeführenden  gestellte  Gesuch  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  VwVG  mangels  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  erfolgten  Nachweises  der  Bedürftigkeit abzuweisen ist, dass  aufgrund  der  Aktenlage  davon  auszugehen  ist,  dass  den  nicht  vertretenen  Beschwerdeführenden  aus  der  Verfahrensführung  keine  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  erwachsen  sind,  weshalb keine Parteientschädigung zu entrichten ist. (Dispositiv nächste Seite)

D­3462/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  betreffend  Vollzug  der  Wegweisung  (Dispositivziffern  4­5  der  angefochtenen  Verfügung)  gutgeheissen.  Das  BFM wird angewiesen, die Beschwerdeführenden vorläufig aufzunehmen.  Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.  3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  300.­  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Der  Betrag  ist  innert  30  Tagen  nach  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Es wird keine Parteientschädigung entrichtet. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand:

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