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Bundesverwaltungsgericht 28.06.2011 D-3331/2009

28. Juni 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,179 Wörter·~11 min·2

Zusammenfassung

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. April 2009

Volltext

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­3331/2009/wif Urteil   v om   2 8 .   J un i   2011 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richterin Emilia Antonioni,  Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._______ geboren am (…), Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,  (…) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 27. April 2009 / N_______

D­3331/2009 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  –  ein  ursprünglich  aus  B.______  (Provinz  C._______)  stammender  afghanischer Staatsangehöriger  tadschikischer  Ethnie mit  letztem Wohnsitz  in D._______ – verliess seinen Heimatstaat  nach eigenen Angaben ungefähr  im Dezember 2007 und gelangte über  den  Iran,  die  Türkei, Griechenland  und  ihm  unbekannte  Länder  am  12.  September  2008  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  im  E._______  um  Asyl nachsuchte. Im Rahmen der summarischen Befragung vom 18. September 2008 und  der  einlässlichen  Anhörung  durch  das  BFM  vom  26.  November  2008  brachte  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuche  im  Wesentlichen  vor,  er  sei  zunächst  in  seinem  Geburtsort  B._______  aufgewachsen,  bis  er  mit  seiner  Familie  nach  D.______  gezogen  sei.  Dort  hätten  sie  während  rund  15  Jahren  gelebt,  während  denen  er  in  F.______–  dem  Hauptort  der  Provinz  C.______  –  das  Gymnasium  besucht  habe.  Zwischen  1999  und  2002  habe  er  in  D.______  einen  Englischkurs  absolviert.  Später  sei  seine  Familie  in  die  Nähe  von  E._______  gezogen,  während  er  am  22.  Mai  2004  begonnen  habe,  in  D._______  für  den  F._______  als  Dolmetscher  zu  arbeiten.  Diese  Hilfsorganisation,  welche  unter  anderem  Strassen  und  Abwasserkanäle  erstellt  habe  sowie  an  Schulen  und  auch  an  der  Universität  von  D._______  tätig  gewesen  sei,  habe  einen  christlichen  Hintergrund.  Die  koreanischen Mitarbeiter hätten denn auch bei Hausbesuchen missioniert  und dabei neben Lebensmitteln  religiöse Bücher und Tonbandkassetten  an  die  afghanische  Bevölkerung  verteilt.  Er  selber  habe  jeweils  als  Dolmetscher bei den Kontakten mitgewirkt. Nachdem die  in der Provinz  C._______  aktiven  Taliban  von  seiner  Tätigkeit  erfahren  hätten,  hätten  ihn  fünf  deren  Aktivisten  bei  einem  seiner  regelmässigen  Besuche  in  F.______  angehalten  und  ihm  seine  Dolmetscherarbeit  bei  den  Koreanern  vorgehalten  und  ihn  unter  Todesdrohungen  aufgefordert,  unverzüglich  damit  aufzuhören.  Wegen  der  schwierigen  ökonomischen  Situation seiner Familie habe er dies jedoch nicht tun können und daher  habe  er  seine  Angehörigen  ungefähr  anfangs  2007  nach  D.______  mitgenommen. Etwa zwei bis drei Monate darauf sei er  im Abstand von  einer Woche  zwei Mal  von  unbekannten  Personen  verfolgt  worden,  die  ihn  hätten  entführen  wollen,  wobei  er  jeweils  glücklicherweise  habe  entkommen  können.  Später  habe  die  koreanische  Organisation  eine  Reise  nach  G._______  geplant  und  dafür  zwei  Reisegruppen  gebildet, 

D­3331/2009 welche  sich  nacheinander  auf  den  Weg  hätten  begeben  sollen;  er  sei  dabei  der  zweiten  Gruppe  zugeteilt  worden.  Die  erste  Gruppe  sei  unterwegs  von  den  Taliban  entführt  und  während  zweier  Monate  festgehalten  worden.  Aufgrund  der  angedrohten  Ermordung  der  25  entführten  Personen  hätten  die  Koreaner  schliesslich  Afghanistan  verlassen.  Nach  ihrem  Weggang  habe  die  Regierung  H._______  erfahren,  dass  es  der  koreanischen Hilfsorganisation  in  erster  Linie  um  die christliche Missionierung in der Bevölkerung gegangen sei, worauf sie  die  bei  dieser  Organisation  beschäftigten  Dolmetscher  –  welche  als  Handlanger der islamfeindliche Gruppe gälten – habe festnehmen wollen,  um an  ihnen ein Exempel  zu  statuieren. Eines Nachts  hätten Polizisten  des  Kreises  5,  in  welchem  er  gewohnt  habe,  das  Haus  seiner  Familie  umstellt, um ihn festzunehmen. Er sei zu jenem Zeitpunkt allerdings nicht  zuhause  gewesen  und  habe  sich,  als  er  bei  seiner  Tante  von  der  polizeilichen Aktion erfahren habe, bei einem Onkel  verstecken können.  Aufgrund  der  vergangenen  Ereignisse  habe  er  sich  in  der  Folge  entschlossen, seinen Heimatstaat zu verlassen.  Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer namentlich  seine  Identitätskarte,  eine  am  22.  Juli  2007  ausgestellte  Ernennungsurkunde  des  F.______  betreffend  seine  am  22.  Mai  2004  erfolgte Anstellung als Übersetzer –, ein  fremdsprachiges Schreiben mit  Zeugenaussage zu seiner Gefährdungslage, und eine Fotografie zu den  Akten. B. Mit  Verfügung  vom  27.  April  2009  wies  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung seiner Verfügung führte  das  Bundesamt  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vermöchten  den  Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  das  Glaubhaftmachen  nicht  zu  genügen;  ferner  erscheine  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Afghanistan  als  zulässig,  zumutbar und möglich. Auf die Einzelheiten der Begründung wird, soweit  entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. C. Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  22.  Mai  2009  focht  der  Beschwerdeführer  die  Verfügung  des  BFM  vom  27.  April  2009  beim  Bundesverwaltungsgericht  an  und  beantragte  die  Feststellung  der 

D­3331/2009 Flüchtlingseigenschaft  sowie  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  in  der  Schweiz.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  er  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  Erwägungen eingegangen. D. Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  25.  Mai  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  sodann  eine  Fürsorgebestätigung  der  zuständigen  Stelle vom 18. Mai 2009 zu den Akten. E. Mit Zwischenverfügung vom 2. Juni 2009 teilte der Instruktionsrichter dem  Beschwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Asylverfahrens  in der  Schweiz  abwarten,  und  verzichtete  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses. F. In  seiner  Vernehmlassung  vom  3.  Juni  2009  –  welche  dem  Beschwerdeführer  zur Kenntnis gebracht wurde – hielt  das BFM an der  angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art.  33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  im Bereich  des Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 

D­3331/2009 beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). 1.2  Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1  AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

D­3331/2009 4. 4.1  Das  BFM  führt  in  seiner  Verfügung  vom  27.  April  2009  zur  Begründung  der  Verneinung  der  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers aus, dessen Vorbringen den Anforderungen von Art.  7 AsylG an das Glaubhaftmachen nicht zu genügen. 4.1.1  Im  Wesentlichen  erwägt  die  Vorinstanz  dabei  zunächst,  in  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  fänden  sich  keine  Realitätskennzeichen, welche auf von ihm tatsächlich Erlebtes schliessen  liessen;  seine  Schilderungen  seien  vielmehr  als  wenig  konkret  zu  bezeichnen. So habe er etwa keine zeitlichen Angaben in Bezug auf die  zwei  Entführungsversuche  in  Kabul,  die  Entführung  der  Koreaner  und  seine  Ausreise  aus  dem  Heimatstaat  zu  machen  vermocht,  was  angesichts  der  einschneidenden  Bedeutung  dieser  Ereignisse  nicht  nachvollziehbar  sei.  Zudem würden  sich  seine  Aussagen  bezüglich  der  Verfolgung  durch  die  Taliban  und  die  Regierung  in  Allgemeinplätzen  erschöpfen, die in dieser Form von irgend jemandem nacherzählt werden  könnten. 4.1.2  Im Weiteren falle auf, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers  zu einem grossen Teil auf Zufälligkeiten beruhen würden, so etwa jene in  Bezug auf die beiden Entführungsversuche  in D.______, bei welchen er  habe entkommen können, ferner bezüglich der Tatsache, dass er bei der  zweiten  Reisegruppe  gewesen  sei,  die  nach  G._______  hätte  fahren  sollen,  jedoch  gerade  noch  rechtzeitig  über  die  Entführung  der  ersten  Gruppe orientiert worden sei, und schliesslich im Zusammenhang mit der  angeblichen  polizeilichen  Umstellung  des  Hauses  seiner  Familie,  während  welcher  er  sich  bei  seiner  Tante  befunden  habe.  Insgesamt  wirkten die Angaben des Beschwerdeführers konstruiert und somit nicht  glaubhaft. 4.1.3  Schliesslich  vermöchten  auch  die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Beweismittel  an  diesem  Ergebnis  nichts  zu  ändern.  So  handle  es  sich  bei  der  Arbeitsbestätigung  vom  22.  Juli  2007  um  eine  kopierte Vorlage, auf welcher handschriftlich Eintragungen vorgenommen  worden seien. Selbst die auf dem Dokument angebrachten Stempel seien  kopiert  und  lediglich  im  Bereich  über  der  Fotografie  des  Beschwerdeführers  mit  schwarzem  Stift  nachgezogen  worden,  was  die  Vermutung  einer  Manipulation  aufkommen  lasse.  Das  Schreiben  mit  Zeugenaussagen  weise  sodann  als  nichtamtliches  Dokument  nur  verminderte Beweiskraft auf und die eingereichte Fotografie vermöge die 

D­3331/2009 vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verfolgungssituation ebenfalls  nicht zu belegen. 4.2  Der  Beschwerdeführer  stellt  sich  demgegenüber  in  seiner  Beschwerdeeingabe  vom  22.  Mai  2009  auf  den  Standpunkt,  seine  Aussagen seien genügend substanziiert,  in  sich schlüssig und plausibel  ausgefallen.  Auch  wenn  er  nicht  genaue  Daten  für  die  einzelnen  Ereignisse  anzugeben  vermocht  habe,  habe  er  die  Vorfälle  jedenfalls  zeitlich  einordnen  können;  da  es  bei  Drohungen  und  Entführungsversuchen  geblieben  sei,  sei  nachvollziehbar,  dass  er  nicht  auf den Tag genau angeben könne, wann sie sich ereignet hätten. Soweit  das  BFM  die  von  ihm  eingereichten  Dokumente  als  beweisuntauglich  bezeichne,  sei  festzuhalten,  dass  Arbeitsbestätigungen  nicht  an  eine  bestimmte Form gebunden seien. Daraus könne  jedenfalls nicht auf das  Vorliegen  einer  Fälschung  geschlossen  werden  und  die  Vorinstanz  vermute denn auch  lediglich,  dass das Beweismittel manipuliert worden  sei.  Trotz  des  herabgesetzten  Beweiswertes  dieses  nichtamtlichen  Dokumentes  könne  es  aber  nicht  einfach  als  beweisuntauglich  bezeichnet  werden,  zumal  seine  ausführlichen  Angaben  bezüglich  der  Tätigkeit  als  Dolmetscher  der  südkoreanischen  Organisation  sowie  die  weiteren  von  ihm  eingereichten  Unterlagen  für  die  Richtigkeit  seiner  Sachverhaltsdarstellung sprächen. 5. 5.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum  Schluss, dass das BFM die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht  als nicht glaubhaft erachtet hat. 5.1.1  Im  Gegensatz  zum  strikten  Beweis  stellt  Glaubhaftmachen  ein  reduziertes  Beweismass  dar  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen.  Entscheidend  ist,  ob  die  Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen,  im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung  aller  Elemente  (übereinstimmende  Angaben  bezüglich  des  vorgebrachten  Sachverhaltes,  Substanziiertheit  und  Plausibilität  der  Vorbringen,  persönliche  Glaubwürdigkeit)  überwiegen  oder  nicht;  dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen  (vgl.  Entscheidungen  und Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr.  1  E.  5.a  S.  4  f.).  Für  das  Glaubhaftmachen  reicht  es  demnach  nicht  aus,  wenn  der  Inhalt  der  Vorbringen  zwar möglich  ist,  aber  in Würdigung  der  gesamten Aspekte  wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte 

D­3331/2009 Sachverhaltsdarstellung  sprechen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2.  Aufl.,  Basel  2009,  Rz.  11.149;  Handbuch  zum  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren,  Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH [Hrsg.], Bern/Stuttgart/Wien 2009, S.  161 ff.; EMARK 1996 Nr. 28 E. 3.a S. 270). 5.1.2 Im vorliegenden Fall hat das BFM in seiner Verfügung vom 27. April  2009 zunächst in zutreffender Weise festgestellt, dass die Vorbringen des  Beschwerdeführers zu seiner Tätigkeit als Dolmetscher für den F.______  und  die  daraus  resultierenden  Übergriffe  seitens  der  Taliban  und  der  afghanischen  Sicherheitskräfte  nicht  sehr  konkret  und  namentlich  in  Bezug  auf  die  zeitlichen  Angaben  überaus  vage  ausgefallen  sind.  Der  Beschwerdeführer  hat  dabei  nicht  nur  keine  exakten  Tagesangabe  zu  machen vermocht, sondern darüber hinaus auch die grösseren zeitlichen  Zusammenhänge  wenig  präzise  geschildert,  was  für  eine  Person  mit  gymnasialer  Schulbildung  auch  unter  Berücksichtigung  der  von  der  europäischen  abweichenden  afghanischen  Zeitauffassung  gegen  die  Glaubhaftigkeit der entsprechenden Vorbringen spricht. Ferner ist die von  der  Vorinstanz  vertretene  Auffassung,  wonach  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  einem  grossen  Teil  auf  Zufälligkeiten  beruhen  würden,  zu  bestätigen.  So  erscheint  es  realitätsfern,  dass  der  Beschwerdeführer  innert  einer  Woche  zweimal  auf  seinem  Motorrad  sitzend  von mehreren  Personen  in  einem  Auto  verfolgt  wurde  und  ihm  diese gar zugerufen haben sollen, er  solle anhalten, weil  sie  ihn wegen  seiner Tätigkeit für eine ausländischen Organisation entführen wollten, so  dass  er  entkommen  konnte  (vgl.  BFM act.  A21,  S.  10,  F76);  in  diesem  Zusammenhang  erscheint  es  zudem  unplausibel,  dass  ihm  seine  angeblichen  Verfolger  nicht  unauffällig  bis  vor  sein  Haus  folgten,  um  seiner  dort  bei  einer  besseren  Gelegenheit  habhaft  zu  werden.  Unter  Berücksichtigung  dieser  Tatsache  wirkt  es  sodann  ebenfalls  konstruiert  beziehungsweise  wenig  plausibel,  dass  der  Beschwerdeführer,  wie  von  ihm angegeben, auch beim angeblichen polizeilichen Festnahmeversuch  zufälligerweise  nicht  zuhause  anwesend  war.  In  Übereinstimmung  mit  dem BFM ist  im Weiteren festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer  eingereichten  Beweismittel  nicht  geeignet  sind,  seine  Vorbringen  als  überwiegend  wahrscheinlich  erscheinen  zu  lassen.  Bezüglich  der  Arbeitsbestätigung vom 22. Juli 2007 fällt neben den von der Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  genannten  formalen  Ungereimtheiten  auf, dass es sich  inhaltlich um eine Ernennungsurkunde des F._______  handelt, wie  sie bei  einem Anstellungsbeginn üblich  ist, mithin nicht  um  eine  eigentlich  auf  den  Zeitpunkt  der  Auflösung  eines 

D­3331/2009 Arbeitsverhältnisses  zu  erwartende  Bestätigung,  verbunden  mit  einlässlicheren,  individualisierten  Angaben  zum  Tätigkeitsbereich  und  einer Bewertung der vom Stelleninhaber erbrachten Leistungen. Die vom  BFM  geäusserte  Vermutung  allfälliger  Manipulationen  –  durch  die  nachträgliche  Einfügung  der  Personalien  des  Beschwerdeführers  auf  einem  vorgedruckten  Formular  –  ist  demnach  nicht  völlig  unberechtigt.  Auch  aus  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Fotografie,  auf  welcher  er  zusammen  mit  weiteren  Personen  in  einem  Innenraum  abgebildet  ist,  lässt  sich  nichts  zu  seinen  Gunsten  ableiten.  So  steht  weder der Kontext fest, in welchem diese Aufnahme entstand, noch kann  ein  klarer  Bezug  zu  dem  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Sachverhalt daraus abgelesen werden; dass auf der Fotografie allenfalls  südkoreanische  Staatsangehörige  zu  sehen  sind  –  ein  Umstand,  der  indessen jedenfalls nicht offensichtlich ist – ändert daran nichts, denn ein  blosser  Kontakt  zu  koreanischen  Personen  würde  für  sich  alleine  die  Vorbringen des Beschwerdeführers nicht plausibler erscheinen lassen. 5.2  Nach  dem  Gesagten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  somit  zum  Schluss,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  von  Art.  7  AsylG  an  das  Glaubhaftmachen  nicht  zu  genügen  vermögen.  Das  BFM  hat  demnach  sein  Asylgesuch  zu  Recht  abgewiesen. 6. 6.1 Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht,   so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs.  1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7. 7.1  Ist  der Vollzug der Wegweisung nicht  zulässig,  nicht  zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 

D­3331/2009 SR 142.20]).  Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser,  Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).  7.2  Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83  Abs. 3 AuG). So darf  keine Person  in  irgendeiner Form zur Ausreise  in  ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit  aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art.  33  Abs.  1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR0.142.30]). Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung nach Afghanistan   ist  unter  dem  Aspekt  von  Art.  5  AsylG  rechtmässig,  weil  der  Beschwerdeführer – wie zuvor dargelegt – dort nicht Nachteilen im Sinne  von Art. 3 AsylG ausgesetzt wäre. Sodann ergeben sich weder aus den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  einen  dieser  beiden  Staaten dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse  Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 

D­3331/2009 Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Der  Vollzug  der  Wegweisung ist somit sowohl im Sinne der asylgesetzlichen als auch der  völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat oder Herkunftsstaat auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter Vorbehalt  von Art.  83 Abs.  7 AuG –  die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002  3818). 7.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht verfolgt die Entwicklung der Lage in  Afghanistan  kontinuierlich.  Im  zur  Publikation  vorgesehen  Urteil E­7625/2008  i.S.  N.A.H.  vom  16.  Juni  2011  hat  es  eine  aktuelle  Einschätzung  vorgenommen,  gemäss  welcher  in  weiten  Teilen  von  Afghanistan – ausser allenfalls in den Grossstädten – eine derart prekäre  Sicherheitslage  und  derart  schwierige  humanitäre  Bedingungen  bestehen, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83  Abs. 2 AuG zu qualifizieren ist. Von  dieser  allgemeinen  Feststellung  ist  die  Situation  in  der  Hauptstadt  Kabul  zu  unterscheiden. Angesichts  des Umstandes,  dass  sich  dort  die  Sicherheitslage  im  Verlauf  des  vergangenen  Jahres  nicht  weiter  verschlechtert  hat  und  die  humanitäre  Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen  Gebieten  etwas  weniger  dramatisch  ist,  kann  der  Vollzug  der  Wegweisung nach Kabul unter Umständen als zumutbar erachtet werden. Solche Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein,  wenn  es  sich,  wie  vorliegend,  beim  Rückkehrer  um  einen  jungen,  gesunden  Mann  handelt.  Angesichts  der  konstanten  Verschlechterung  der  Lage  über  die  vergangenen  Jahre  hinweg  und  auch  in  Kabul  schwierigen  Situation  versteht  es  sich  indessen  von  selbst,  dass  die  bereits  in  EMARK  2003  Nr.  10  formulierten  strengen  Bedingungen  in  jeden  Einzelfall  sorgfältig  geprüft  und  erfüllt  sein  müssen,  um  einen  Wegweisungsvollzug  nach  Kabul  als  zumutbar  zu  qualifizieren.  Unabdingbar ist in erster Linie ein soziales Netz, das sich im Hinblick auf  die  Aufnahme  und  Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  als  tragfähig  erweist.  Ohne  Unterstützung  durch  Familie  oder  Bekannte  würden  die  schwierigen  Lebensverhältnisse  auch  in  Kabul  unweigerlich  in  eine 

D­3331/2009 lebensbedrohende  Situation  führen.  Für  einen  Rückkehrer  aus  Europa  besteht, aufgrund der Vermutung, dass er Devisen auf sich  trägt, gleich  nach seiner Ankunft in Kabul ein erhöhtes Risiko, entführt oder überfallen  zu  werden.  Verfügt  er  auf  der  anderen  Seite  über  keine  genügenden  finanziellen Mittel,  hätte  er  ohne  soziale  Vernetzung  kaum Aussicht  auf  eine  zumutbare  –  das  heisst  winterfeste  und  mit  minimaler  sanitärer  Einrichtung ausgestattete – Unterkunft. Auch bei der Arbeitssuche ist die  Anstellung  selbst  von  unqualifizierten  Arbeitskräften  regelmässig  von  persönlichen  Beziehungen  abhängig.  Eine  die  Gesundheit  nur  einigermassen  garantierende  Ernährung  wäre  ohne  die  Hilfe  von  nahe  stehenden  Personen  ebenfalls  kaum  möglich,  und  der  Zugang  zu  sauberem  Trinkwasser  schwierig;  Unterstützungsmassnahmen  der  Regierung oder internationaler Organisationen können laut zuverlässigen  Quellen  daran  nichts  ändern.  Kämen  in  einer  solchen  Situation  noch  gesundheitliche Schwierigkeiten hinzu, geriete auch ein  junger gesunder  Mann  ohne  soziale  Vernetzung  unweigerlich  innert  absehbarer  Zeit  in  eine  existenzbedrohende  Situation.  Im  Übrigen  betont  auch  der  schweizerische Botschafter in Islamabad die vorrangige Bedeutung eines  tragfähigen  sozialen  Netzes  für  einen  Rückkehrer  zur  Vermeidung  unüberbrückbarer Schwierigkeiten. 7.3.2  Der  27­jährige,  soweit  aktenkundig  gesunde  und  ledige  Beschwerdeführer  stammt  aus  der  Provinz  C._______,  hat  indessen  nach  eigenen  Angaben  fünfzehn  Jahre  in  D._______  verbracht  und  ist  nach  einem  zweijährigen  Aufenthalt  in  seiner  Herkunftsregion  wieder  nach D.______ zurückgekehrt, wo er ein Jahr lang bis zu seiner Ausreise  gelebt  hat.  Seine  Eltern  und  Geschwister  leben  weiterhin  in  D.______,  weshalb  er  bei  einer  Rückkehr  nach  D._______  auf  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz  zurückgreifen  kann.  Im  Weiteren  verfügt  der  Beschwerdeführer  über  eine  gute Schulbildung  und Englischkenntnisse.  Daher  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  seiner  Rückkehr  wieder  bei  seiner  Familie  wird  leben  –  und  auch  zu  ihrem  Unterhalt  beitragen  –  können.  Es  steht  dem  Beschwerdeführer  folglich  offen  und  es  ist  ihm  zuzumuten,  sich  wieder  in  der  Stadt  D.______  niederzulassen. 7.4  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 

D­3331/2009 der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich  dem  Beschwerdeführer  als  unterliegender  Partei  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Da  aber  weiterhin  von  der  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist  und  die  Beschwerde  bei  deren  Einreichung  nicht  als  zum  Vornherein  aussichtslos  erschien,  ist  in  Gutheissung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege von einer Kostenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­3331/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  2.  Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  wird  gutgeheissen.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten auferlegt.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand:

D-3331/2009 — Bundesverwaltungsgericht 28.06.2011 D-3331/2009 — Swissrulings