KGE (Präsident des Kassationshofs in Zivilsachen) vom 3. April 2006 i.S. X. und Y. c. Z.; Bundesgerichtsurteil (II. Zivilabteilung) 5P.195/2006 vom 20. Juni 2006 (staatsrechtliche Beschwerde). Sachliche Zuständigkeit der Behörden für die Abänderung von Kindesschutzmassnahmen und des persönlichen Verkehrs nach der Scheidung. – Nach rechtskräftiger Scheidung entscheidet das Vormundschaftsamt über die Abänderung von Kindesschutzmassnahmen und des persönlichen Verkehrs (Art. 134 Abs. 4, 315b Abs. 2 ZGB; Art. 13 EGZGB). – Der Entscheid des Vormundschaftsamtes ist mit kantonaler Berufung beim Bezirksrichter und dessen Urteil mit eidgenössischer Berufung beim Bundesgericht anfechtbar (Art. 118, 117 Abs. 6 und 17a EGZGB; Art. 44 lit. d und 48 Abs. 2 lit. a OG), wobei die Verletzung verfassungsmässiger Rechte mit staatsrechtlicher Beschwerde zu rügen ist (Art. 43 Abs. 1 OG); ein Rechtsmittel an das Kantonsgericht ist nicht gegeben. 251 ceg Texte tapé à la machine KGVS C3 06 36 ceg Texte tapé à la machine ceg Texte tapé à la machine ceg Texte tapé à la machine ceg Texte tapé à la machine ceg Texte tapé à la machine ceg Texte tapé à la machine
Compétence des autorités pour modifier les mesures de protection de l’enfant et pour modifier les relations personnelles après le divorce. – Après l’entrée en force du jugement de divorce, la chambre pupillaire est compétente pour modifier les mesures de protection de l’enfant et les relations personnelles (art. 134 al. 4, 315b al. 2 CC; art. 13 LACC). – La décision de la chambre pupillaire peut faire l’objet d’un appel auprès du juge de district; le jugement de ce dernier peut faire l’objet d’un recours en réforme au Tribunal fédéral (art. 118, 117 al. 6 et 17a LACC; art. 44 let. d et 48 al. 2 let. a OJF). La violation de droits constitutionnels doit être invoquée dans le cadre d’un recours de droit public (art. 43 al. 1 OJF). Tout recours au Tribunal cantonal est irrecevable. Aus den Erwägungen des Kantonsgerichts Gemäss Art. 134 Abs. 4 i.V.m. Art. 315b Abs. 2 ZGB sind nach rechtskräftiger Scheidung die vormundschaftlichen Behörden für die nachträgliche Abänderung von Kindesschutzmassnahmen und/oder des persönlichen Verkehrs zuständig, und zwar auch dann, wenn sie im Urteil angeordnet worden sind und sich die Eltern darüber nicht einig sind (vgl. Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, 1999, N. 58 ff. zu Art. 134 ZGB; Wirz, in: FamKomm Scheidung, 2005, N. 35 zu Art. 134 mit Art. 315a/b ZGB; Hegnauer/Breitschmid, Grundriss des Eherechts, 4. A. 2000, § 11 N. 11.90; Hausheer, Die wesentlichen Neuerungen des neuen Scheidungsrechts, in: ZBJV 135 (1999) S. 32 f.; Ducrot, Le droit judiciaire privé valaisan, 2000, S. 477, 548). Demnach ist das Vormundschaftsamt (Art. 13 EGZGB) für Anordnungen über den persönlichen Verkehr zuständig. Der Entscheid des Vormundschaftsamts betreffend Kindesschutzmassnahmen (Art. 55 EGZGB) oder Gesuche um Änderung eines Scheidungsurteils (Art. 134 und 315b ZGB) kann beim Bezirksgericht angefochten werden, das als letzte kantonale Instanz entscheidet (Art. 118 Abs. 1 i.V.m. Art. 17a EGZGB), so dass dessen Urteil in der Sache mit Berufung ans Bundesgericht (Art. 44 lit. d OG; Art. 118 Abs. 1 EGZGB i.V.m. Art. 48 Abs. 2 lit. a OG) anfechtbar ist (vgl. Ducrot, a.a.O., S. 552; vgl. Botschaft zur Änderung des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch, in: Bulletin des séances du Grand Conseil, session ordinaire de mars 2003, S. 644/646). Somit ist gegen ein in diesen Belangen ergangenes Urteil des Bezirksgerichts kein Rechtmittel ans Kantonsgericht gegeben und folglich kann auch ein entsprechender prozessualer Entscheid nicht mit Nichtigkeitsklage an das Kantonsgericht angefochten werden. Folglich ist die Nichtigkeitsklage unzulässig und darauf nicht einzutreten. 252