Enteignung Expropriation KGE A1 10 38 vom 30. Juni 2010 Entschädigung – Anwendbarkeit des neuen Enteignungsgesetzes (E. 1, 1.1 und 1.2). – Enteignungsentschädigung. Festlegung des Verkehrswertes für Boden in der Landwirtschaftszone (E. 3.1 - 3.3 und 4.1 - 4.3). – Voraussetzungen für Temporärentschädigung (E. 5.1 und 5.2), Realersatz (E. 6.2), Inkonvenienzentschädigung (E. 7.1 - 7.3) sowie Entschädigung für einen Kirschund einen Nussbaum (E. 8). Ref. CH : Ref. VS : Art. 11 EntG, Art. 12 EntG, Art. 13 EntG, Art. 42 EntG Indemnité – Droit transitoire (consid. 1, 1.1 et 1.2). – Indemnité; détermination de la valeur vénale d’un terrain en zone agricole (consid. 3.1 - 3.3 et 4.1 -4.3). – Conditions de l’indemnisation pour expropriation temporaire (consid. 5.1 et 5.2); in-demnisation en nature (consid. 6.2); indemnité pour inconvénients (consid. 7.1 -7.3); prétentions en indemnisation d’un cerisier et d’un noyer (consid. 8). Réf. CH : Réf. VS : art. 11 LEx, art. 12 LEx, art. 13 LEx, art. 42 LEx Gekürzter Sachverhalt A. X. ist Eigentümer der auf Gebiet der Gemeinde A. in der Landwirtschaftszone (LZ) gelegenen Parzellen Nrn. 1250A, 1248, 1249, 1240, 1236, 1237. 1232, 1233, 1230 und 1231 sowie 1238 und 1229. Am 18. Oktober 2006 genehmigte der Staatsrat die Pläne für ein Strassen- und Bahnverlegungsprojekt. Dieser Entscheid blieb unangefochten und erwuchs in Rechtskraft. Gemäss Landerwerbsplan und Landerwerbsliste wurden die Parzellen Nrn. 1250A, 1249, 1238 und 1231 ganz und die Parzellen Nrn. 1248, 1240, 1236, 1237 und 1232 teilweise enteignet. Von den Parzellen Nrn. 1248, 1240, 1236, 1237, 1232, 1233, 1230 und 1229 wurden Teilflächen für die Bauzeit des erwähnten Projekts temporär enteignet. B. Mit Entscheid vom 11. Dezember 2009 legte die Schätzungskommission folgende Entschädigungen fest: Fr. 6.–/m2 für Teilflächen der Parzellen Nrn. 1250.A, 1248, 1249, 1240, 1236, 1237. 1232, 1233, 1230 und 1231 162 RVJ / ZWR 2011 ceg Texte tapé à la machine KGVS A1 10 38 ceg Texte tapé à la machine ceg Texte tapé à la machine ceg Texte tapé à la machine ceg Texte tapé à la machine ceg Texte tapé à la machine
RVJ / ZWR 2011 163 Fr. 3.–/m2 für die Parzellen Nrn. 1238 und 1229 Fr. 500.– für einen Kirschbaum Fr. 500.– für einen Nussbaum Fr. 1’000.– für Inkonvenienzen Fr. 8’000.– für Scheune-Stall Fr. 0.50/m2 und pro Jahr für die temporäre Enteignung von Teilflächen der Parzellen Nrn. 1248, 1240, 1236, 1237, 1232, 1233, 1230 und 1229. C. Weiter entschied die Kommission, eventuell auftretende Minderwerte oder Bauschäden oder Ertragsausfälle seien dem Departement für Verkehr, Bau und Umwelt schriftlich mit Belegen bis zum Abschluss der Arbeiten zu melden und die Minderwerte sowie die Ertragsausfälle würden anschliessend von der Kommission behandelt und festgelegt. D. Gegen diesen Entscheid reichte X. (Beschwerdeführer) am 23. Februar 2010 bei der öffentlichrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein mit den Rechtsbegehren, den angefochtenen Schätzungskommissionsentscheid aufzuheben, die Enteignerin habe ihm eine Entschädigung von Fr. 16.–/m2, eine Temporärentschädigung von 0.60/m2 für die nicht dauernd genutzte Fläche, eine Entschädigung von Fr. 50’000.– für die Enteignung von Scheune/Stall und eine Inkonvenienzentschädigung von Fr. 10’000.– sowie Fr. 1’000.– für die beiden Fruchtbäume (1 Kirschbaum und 1 Nussbaum) zu bezahlen. Mit Urteil vom 30. Juni 2010 bestätigte das Kantonsgericht den Entscheid der Schätzungskommission und wies die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ab. Dieser Entscheid blieb unangefochten. Erwägungen 1. Das Enteignungsgesetz vom 8. Mai 2008 (EntG; SGS/VS 710.1) trat gemäss Staatsratsbeschluss vom 8. Oktober 2008 (publ. im Amtsblatt Nr. 42 vom 17. Oktober 2008) am 1. Januar 2009 in Kraft und kommt vorliegend zur Anwendung (Art. 74 Abs. 1 und 75 Abs. 2 EntG). 1. 1. Gemäss Art. 42 EntG kann gegen Entscheide der Schätzungskommission Beschwerde beim Kantonsgericht eingereicht werden (Abs. 1) und ist das Verfahren durch das Gesetz über das Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 1976 (VVRG; SGS/VS 172.6) geregelt, unter dem Vorbehalt, dass das Gericht