Skip to content

Solothurn Versicherungsgericht 12.12.2018 VSBES.2018.225

12 dicembre 2018·Deutsch·Soletta·Versicherungsgericht·HTML·6,709 parole·~34 min·4

Riassunto

Unfallversicherung

Testo integrale

Urteil vom 12. Dezember 2018

Es wirken mit:

Präsident Flückiger

Oberrichter Kiefer

Oberrichter Marti   

Gerichtsschreiberin Jäggi

In Sachen

A.___, vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG,

Beschwerdeführer

Gegen

Elips Life AG, vertreten durch Rechtsanwalt Reto Bachmann, Lischer, Zemp & Partner,   

Beschwerdegegnerin

betreffend     Unfallversicherung (Einspracheentscheid vom 24. Juli 2018)

zieht das Versicherungsgericht in Erwägung:

I.       

1.

1.1     Der 1977 geborene A.___ (nachfolgend: Beschwerdeführer) war seit dem 1. November 2010 bei der Firma C.___, [...], als PreSales in einem Arbeitspensum von 100 % beschäftigt und in dieser Funktion gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen obligatorisch bei der Elips Life AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) versichert.

1.2     Mit Bagatellunfall-Meldung UVG vom 28. Februar 2017 (Elips-Akten-Nr. [Elips-Nr.] 1) wurde der Beschwerdegegnerin folgender Sachverhalt mitgeteilt: Der Beschwerdeführer habe am 27. Januar 2017 um 20.00 Uhr vor dem Sportturnier in [...] die letzte Treppenstufe nicht erwischt und sei auf das rechte Knie gestürzt. Es seien Schmerzen im rechten Knie unterhalb der Kniescheibe aufgetreten. Prellung oder Stauchung. Der Beschwerdeführer sei bisher noch nicht zum Arzt gegangen, weil er gedacht habe, die Stauchung heile ab. Da er aber immer noch Schmerzen habe, gehe er nun zum Arzt. Die erstbehandelnde Ärztin Dr. med. D.___, Fachärztin Allgemein- / Komplementärmedizin (DE), hielt im Verlaufseintrag vom 9. März 2017 (Elips-Nr. 3) fest, bei der Röntgenuntersuchung sei keine knöcherne Verletzung ersichtlich, aber eine beginnende Gonarthrose. Im Rahmen der durchgeführten MRI und Arthrographie des rechten Knies bzw. Kniegelenks vom 20. März 2017 (Elips-Nr. 2) wurde ein kleiner radiärer Einriss im Corpus des Meniskus festgestellt. Dr. med. E.___, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin, F.___, führte am 31. Mai 2017 (Elips-Nr. 6) eine Kniearthroskopie, arthroskopische TME medial, eine Knorpelglättung sowie eine Nebenplicaresektion / Arthrolyse durch. Er stellte die Diagnosen einer «medialen Meniskusläsion, Chondropathie, Arthrofibrose / Narbenplica Knie rechts». Die Beschwerdegegnerin erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen.

1.3     Nach dem Einholen der Stellungnahme des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin, Dr. med. G.___, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, vom 20. Juli 2017 (Elips-Nr. 8) und des Fragebogens zum Unfallhergang vom 5. September 2017 (Elips-Nr. 12) holte die Beschwerdegegnerin die Stellungnahme ihrer beratenden Ärztin Dr. med. H.___, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, vom 23. Januar 2017 [recte: 2018] (Elips-Nr. 14) ein. Daraufhin teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer am 25. Januar 2018 (Elips-Nr. 15) mit, da der Status quo sine spätestens am 10. März 2017 erreicht worden sei, erbringe sie für den Unfall vom 27. Januar 2017 keine weiteren Versicherungsleistungen. Dies bestätigte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 31. Januar 2018 (Elips-Nr. 18), indem sie die Versicherungsleistungen per 10. März 2017 mangels natürlicher Kausalität einstellte und einer allfälligen Einsprache die aufschiebende Wirkung entzog. Dagegen liess der Beschwerdeführer am 6. Februar 2018 Einsprache erheben, die er am 15. März 2018 ergänzte (Elips-Nrn. 19 f.). Nach dem Eingang eines Berichts von Dr. med. E.___ vom 5. März 2018 (Elips-Nr. 21) holte die Beschwerdegegnerin bei Dr. med. H.___ am 1. Juni 2018 (Elips-Nr. 22) eine Stellungnahme ein und hielt mit Einspracheentscheid vom 24. Juli 2018 an der Verfügung vom 31. Januar 2018 fest. Zudem entzog sie einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung (A.S. [Akten-Seiten] 1 ff.).

2.       Dagegen lässt der Beschwerdeführer am 13. September 2018 beim Versicherungsgericht des Kantons Solothurn (nachfolgend: Versicherungsgericht) fristgerecht Beschwerde erheben und folgende Rechtsbegehren stellen (A.S. 10 ff.):

1.    Es sei der Einspracheentscheid vom 24. Juli 2018 der elipsLife aufzuheben.

2.    Es seien A.___ die ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen zuzusprechen.

3.    Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

3.       Mit Beschwerdeantwort vom 3. Oktober 2018 (A.S. 23 ff.) schliesst die Beschwerdegegnerin auf vollumfängliche Abweisung der Beschwerde vom 13. September 2018 und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 24. Juli 2018.

4.       Die Parteien halten mit Replik vom 13. November 2018 (A.S. 39 ff.) bzw. Duplik vom 15. November 2018 (A.S. 45 ff.) an ihren jeweiligen Standpunkten fest.

5.       Die am 27. November 2018 durch die Vertretung des Beschwerdeführers eingereichte Kostennote (A.S. 55 f.) geht mit Verfügung vom 28. November 2018 (A.S. 57) zur Kenntnisnahme an die Beschwerdegegnerin.

6.       Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird nachfolgend, soweit erforderlich, eingegangen. Im Übrigen wird auf die Akten verwiesen.

II.      

1.       Die Sachurteilsvoraussetzungen (Einhaltung von Frist und Form, örtliche und sachliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts) sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1     Soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Art. 6 Abs. 1 Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG, SR 832.20]).

2.2     Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]).

3.       Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegeleistungen so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) hat die versicherte Person, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. Zudem besteht gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität bewirkt worden ist.

3.1     Die Leistungspflicht des Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 S. 337, 118 V 286 E. 1b S. 289 je mit Hinweisen).

3.2     Ob zwischen einem schädigenden Ereignis oder einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (Urteile 8C_819/2016 vom 4. August 2017 E. 3.2.1, 8C_589/2017 21. Februar 2018 E. 3.2.1).

3.3     Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 140 V 356 E. 3.1 S. 358, 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 123 V 98 E. 3d S. 103, 122 V 415 E. 2a S. 416, 121 V 45 E. 3a S. 49 mit Hinweisen).

3.4     Die Adäquanz spielt im Sozialversicherungsrecht als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 138 V 248 E. 4 S. 250 f. mit Hinweisen). Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Adäquanzprüfung vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, wobei zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (sog. Psycho-Praxis; BGE 115 V 133, 140 V 356 E. 3.2 S. 358 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_803/2017 Urteil vom 14. Juni 2018 E. 3.1).

3.5     Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 8C_354/2007 E. 2.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_715/2016 vom 6. März 2017 E. 4.2 mit Hinweis).

4.

4.1     Nach der Rechtsprechung trifft die Beweislast in Bezug auf das Unfallereignis als solches wie auch hinsichtlich der (natürlichen) Unfallkausalität des Gesundheitsschadens in dem Sinne die versicherte Person, als der Entscheid bei Beweislosigkeit zu ihren Ungunsten ausfallen muss (Urteil des Bundesgerichts 8C_856/2017 vom 2. Mai 2018 E. 5.4 mit Hinweisen). Demgegenüber bleibt der Versicherer leistungspflichtig, wenn der Kausalzusammenhang einmal gegeben und anerkannt ist, sofern sich nicht hinreichend nachweisen lässt, dass er zu einem späteren Zeitpunkt dahingefallen ist (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Die Anerkennung muss sich auf das Unfallereignis und die dabei erlittenen Verletzungen wie auch auf den Umstand beziehen, dass ein bestimmter Symptomkreis die Folge dieses Vorfalls darstellt. Stehen dagegen später Beschwerden und Verletzungen zur Diskussion, welche ursprünglich gegenüber dem Unfallversicherer nicht thematisiert worden waren, liegt die Beweislast für das Bestehen der Unfallkausalität bei der versicherten Person (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 6/05 vom 27. April 2005 E. 3.2, publ. in: AJP 2006 S. 1290).

4.2     Das Verwaltungsverfahren und das Verwaltungsgerichtsverfahren in Sozialversicherungssachen sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat die Verwaltung bzw. der Richter von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221, 117 V 261 E. 3b S. 263 und 282 E. 4a, 116 V 23 E. 3c S. 26 f. mit Hinweisen).

4.3     Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte oder ständiger Vertrauensärzte eines Versicherungsträgers kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227, 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 f.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind rechtsprechungsgemäss ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 S. 470). Insbesondere genügt in Fällen, in welchen die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen wird, der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung nicht, um die geltend gemachten Zweifel auszuräumen (Urteil des Bundesgerichts 8C_193/2014 vom 19. Juni 2014 E. 4.1).

4.4     Der im Sozialversicherungsrecht massgebende Beweisgrad ist derjenige der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen, 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.). Rechtsprechungsgemäss bildet der Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung in tatbeständlicher Hinsicht grundsätzlich die Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 105 V 156 E. 2d S. 161). Seit Einführung des Einspracheverfahrens ist der Sachverhalt bis zum Erlass des Einspracheentscheids – vorliegend bis 24. Juli 2018 – mitzuberücksichtigen, da der (materielle) Einspracheentscheid an die Stelle der angefochtenen Verfügung tritt und insoweit das Verwaltungsverfahren erst mit ihm abgeschlossen wird (Ueli Kieser: ATSG-Kommentar, Zürich, Basel, Genf 2015, 3. Aufl., Art. 52 ATSG N 60 mit weiteren Hinweisen).

5.       Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen aufgrund des Ereignisses vom 27. Januar 2017 mit dem die Verfügung vom 31. Januar 2018 bestätigenden Einspracheentscheid vom 24. Juli 2018 (A.S. 1 ff.) zu Recht per 10. März 2017 eingestellt hat.

6.       Die Akten enthalten zum relevanten Sachverhalt im Wesentlichen die folgenden Angaben:

6.1     Im Verlaufseintrag vom 9. März 2017 (Elips-Nr. 3) hielt Dr. med. D.___, Fachärztin Allgemein- / Komplementärmedizin (DE), fest, am 27. Januar 2017 um circa 19.00 Uhr habe sich ein Treppensturz mit Knieprellung rechts ereignet, keine Schwellung, aber Belastungsschmerz bis jetzt. Deswegen sei der Beschwerdeführer zur Abklärung gekommen. Objektiv: Im rechten Knie bestehe keine Schwellung, keine relevante Bewegungseinschränkung‚ ein leichter KS über Patellae, Patellaspitzenschmerz, latente Meniskuszeichen für Meniskus medialis. Beim Röntgen sei keine knöcherne Verletzung, aber eine beginnende Gonarthrose ersichtlich. Therapie: MRI (Unfall vor mehr als sechs Wochen)‚ Ausschluss des Meniskusschadens, Beratung.

6.2     Anlässlich der MRI des rechten Knies vom 20. März 2017 (Elips-Nr. 2) hielt Dr. med. I.___, J.___, betreffend die Indikation Folgendes fest: Status nach Knietrauma 2013, Meniskusoperation, neues Trauma Januar 2017, Belastungsschmerz. Beurteilung: Kleiner dreieckig strukturierter medialer Meniskus bei Status nach Teilmeniskektomie, kleiner radiärer Einriss im Corpus, ansonsten sei das Restgewebe regelmässig konturiert. Die übrigen Kniegelenksbinnenstrukturen seien intakt. Normale Darstellung der Kreuz- und Seitenbänder. Marginale Baker-Zyste.

6.3     Im Verlaufseintrag vom 24. März 2017 (Elips-Nr. 3) hielt Dr. med. D.___ fest, der Beschwerdeführer komme zur MRI-Besprechung, die Beschwerden hätten sich etwas gebessert. Es gebe einen kleinen Riss im Meniskuscorpus (auch Zustand nach Teilmeniskektomie nach Knietrauma 2013). Therapie: Physiotherapie zum Aufbau der Beinmuskulatur, Kniestabilisierung‚ Kontrolle bei Bedarf, zuerst keine Indikation zum operativen Angriff.

6.4     Dr. med. E.___, FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, F.___, hielt im Bericht vom 11. April 2017 (Elips-Nr. 4) fest, am 27. Januar 2017 habe eine heftige Kontusion und Distorsion des rechten Kniegelenkes anlässlich eines Sturzes auf der Treppe stattgefunden, in der Folge persistierten Schmerzen sowie Schwellungszustände, besonders belastungsabhängig. Das Einnehmen von tiefen Kauerstellungen sei nicht möglich, unter Rotationsbelastung Schmerzverstärkung. Zur Untersuchung mitgeführt werde eine MRT mit intraartikulärem Kontrast. Die Bilder als auch der schriftliche Befund stünden bei der heutigen Untersuchung zur Verfügung und könnten vorgängig studiert werden. Befund: Knie rechts mit mässigem Erguss, exquisite Druckdolenz infrapatellar sowie Patellakompressionsschmerz, Zohlen-Zeichen positiv. Beim Durchbewegen Krepitationen des patellofemoralen Kompartimentes, links unauffälliger Befund. Meniskuszeichen medial stark positiv, lateral negativ. Lachmantest negativ, bei jedoch einfach verlängerter posteriorer Translation komme es endgradig zu einem Anspannen. Hintere Schublade stabil. Kollateraler Bandapparat in 0 und 20° Flexion stabil. Sehr guter Trainingszustand der Oberschenkelmuskulatur. Röntgenbefund: In der MRT Dokumentation einer medialen Meniskusruptur im Corpus Hinterhornareal, im Weiteren Verdacht auf Chondropathie retropatellar, jedoch keine Eindeutigkeit. Narbenplica-ähnliche Struktur parapatellar in Ergänzung.

Aufgrund der Erheblichkeit der Beschwerden sowie der Erheblichkeit auch bei alltäglichen Belastungen sei die Indikation zur arthroskopischen Operation gegeben. Dies im Sinne der arthroskopischen TME medial sowie Knorpelglättung und allenfalls Mikrofrakturierung entsprechend des Befundes, Beurteilung der Narbenstruktur parapatellar medial / infrapatellar und wahrscheinlich Resektion dieses Befundes. Erläuterung der Operationstechnik, deren Risiken / Komplikationsmöglichkeiten sowie des zu erwartenden Heilverlaufs. Gemeinsam erfolge die Anmeldung zur Operation, die Patienteneinwilligung werde unterschrieben. Prozedere: Ad Operation, der Eingriff solle aus beruflichen und auch privaten Gründen Ende Mai erfolgen, sie würden dies im Rahmen einer Kurzhospitalisation durchführen. Vorgängig Anästhesiesprechstunde. Vorderhand Erhalt der Arbeitsfähigkeit im kaufmännischen / sitzenden Beruf, dies sollte möglich sein.

6.5     Im Operationsbericht vom 31. Mai 2017 (Elips-Nr. 6) hielt Dr. med. E.___ folgende Indikation fest: Anlässlich eines Sturzes am 27. Januar 2017 heftige Kniekontusion und Distorsion rechts, in der Folge persistieren Schmerzen sowie Schwellungszustände insbesondere unter Belastung. Klinisch Meniskussymptomatik bei Zeichen der Narbenplica. In der MRT Bestätigung einer medialen Meniskusläsion sowie Verdacht auf eine Chondropathie retropatellar / medialer Femurkondylus sowie einer narbenplica-ähnlichen Struktur. Auf Grund der Beschwerden werde die Indikation zur arthroskopischen Operation gestellt.

Procedere: Redonentfernung 24 Stunden postoperativ, Fadenentfernung 14 Tage nach Operation. Belastung mit vollem Körpergewicht / 4-Punktegang ab sofort, Freigabe des vollen Bewegungsausschlages gemäss Schmerz- und Schwellungszustand.

6.6     Dr. med. G.___, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, hielt im Bericht vom 20. Juli 2017 (Elips-Nr. 8), Folgendes fest: Die geltend gemachten Beschwerden seien hinsichtlich der Patellaprellung mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 27. Januar 2017 zurückzuführen, dies gelte möglicherweise auch hinsichtlich der aktivierten Gonarthrose, sei aber anhand der Bildgebung zu überprüfen. Hinsichtlich gemutmasster erneuter medialer Meniskusläsion rechts sei dies unklar. Zur Begründung, falls unfallfremde Ursachen mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit an den derzeitigen gesundheitlichen Störungen mitwirken würden, hielt der beratende Arzt einen «Status nach Teilmeniskektomie 2013» und «aktenanamnestisch eine Gonarthrose» fest. Es sei noch unklar, ob das Ereignis vom 27. Januar 2017 zu einer vor-übergehenden oder einer richtungsgebenden Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren geführt habe. Eine Begutachtung sei nicht notwendig.

Stellungnahme des beratenden Arztes: Gemäss Unfallmeldung habe der 1977 geborene Beschwerdeführer am 27. Januar 2017 um 20.00 Uhr auf einer Treppe einen Sturz erlitten, als er vor einem Sportturnier die letzte Treppenstufe verfehlt habe und gestürzt sei. Er habe daraufhin Schmerzen am rechten Knie unterhalb der Kniescheibe verspürt. Er habe sich erst mit zeitlicher Latenz zu einem Arztbesuch entschieden, weil er weiterhin Beschwerden am Knie verspürt habe. Der MRI-Befund von Dr. med. I.___ vom 20. März 2017 (vgl. E. II. 6.2 hiervor) beinhalte als Indikation nach Zuweisung durch die Hausärztin ein «neues Trauma Januar 2017» sowie einen «Belastungsschmerz» und einen «Status nach Knietrauma 2013». Es habe sich kernspintomografisch kein osteochondraler Defekt gefunden, am medialen Meniskus Status nach Teilmeniskektomie kleiner Radiärriss im Meniskuskorpus; der Bandapparat sei intakt; kleine Bakerzyste. Es sei leider nicht beschrieben worden, ob im Kniegelenk eine bone bruise oder ein Erguss zu sehen sei. Der Knorpelzustand in den Kniekompartimenten sei nicht befundet worden. Leider seien also radiologische Minimalstandards nicht eingehalten worden, weshalb die gesamte Bildgebung hier kompetent überprüft werden müsse.

Die Hausärztin Dr. med. D.___ habe am 9. März 2017 (vgl. E. II. 6.1 hiervor) mit dem Beschwerdeführer besprochen, es bestehe gemäss dem Röntgen eine beginnende Gonarthrose. Sie habe explizit festgestellt: keine Schwellung aber Belastungsschmerz, latente Zeichen für Meniskus medialis, Patellaspitzenschmerz.

Laut Eintrag Dr. med. E.___ vom 11. April 2017 (vgl. E. II. 6.4 hiervor) habe der Beschwerdeführer über Schmerzen und auch über Schwellungen geklagt, besonders bei Belastung und tiefem Kauern sowie bei Rotation. Er habe einen Erguss getastet. Aufgrund der klinischen Symptomatik und des MRI-Befunds habe Dr. med. E.___ eine OP-Indikation als gegeben angesehen. Dr. med. E.___ gehe nicht nur von einer Knieprellung, sondern auch von einer Distorsion aus.

Die Kausalität des Beschwerdebilds und der Befunde sei teilweise unklar. Der Beschwerdeführer habe wohlweislich keine Distorsion – wie Dr. med. E.___ es darstelle – erlitten, sondern einen Knieanprall. Dass Meniskuszeichen positiv seien, könne auch auf dem Status nach Teilmeniskektomie 2013 [recte: 2014] beruhen. Kausal wäre zwar sicher eine Prellung im Bereich der Patella und evtl. auch eine aktivierte Gonarthrose, eine erneute Meniskusverletzung aber eher nicht. Dr. med. I.___ radiologischer Befund sei leider qualitativ ungenügend, da er wesentliche Aspekte nicht befundet habe: bone bruise? Erguss? Zustand des Knorpels in allen Kompartimenten?

Bitte zwecks Abklärung Folgendes so rasch wie möglich durchführen: Ereignisfragebogen an Beschwerdeführer (dies hätte wie bei allen Knie- oder Schulterverletzungen sofort geschehen müssen nach der Unfallmeldung); MRI-Bilder und konventionelle Röntgenbilder einbestellen; OP-Bericht einbestellen. Dann den Fall erst nach Erhalt all dieser Unterlagen – nicht einzeln – Dr. med. H.___ zeigen, da sie MRI-Bilder lesen könne.

6.7     Der Beschwerdeführer gab auf dem Formular zum Unfallhergang vom 5. September 2017 (Elips-Nr. 12) an, er sei die Treppe heruntergelaufen. Beim letzten Tritt habe er gedacht, es wäre schon zuunterst und sei ins «Leere» getreten und auf das rechte Knie gefallen. Es habe sich nichts Besonderes ereignet. Er habe ein Stechen und Ziehen verspürt. Die Beschwerden hätten sich nach dem Vorfall erstmals bemerkbar gemacht. Er habe am 9. März 2017 erstmals einen Arzt aufgesucht. Er habe früher nicht unter ähnlichen Beschwerden gelitten. Nach der Meniskusoperation vom 26. Februar 2014 habe er keine Beschwerden gehabt. Seit dem 3. Juli 2017 sei der Beschwerdeführer wieder zu 100 % arbeitsfähig. Die ärztliche Behandlung bei Dr. med. E.___ sei seit dem 29. August 2017 abgeschlossen.

6.8     Im Bericht vom 23. Januar 2017 [recte: 2018] (Elips-Nr. 14) hielt Dr. med. H.___, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, beratende Ärztin der Beschwerdegegnerin, die folgende Beurteilung fest: Der Beschwerdeführer sei am 27. Januar 2017 auf der Treppe auf das rechte Knie gestürzt. Gemäss der Bagatellunfallmeldung seien Schmerzen unterhalb der Kniescheibe aufgetreten, initial keine Arztkonsultationen. Bekannt sei ein Vorzustand mit Status nach Kniedistorsion 2013 mit medialer Meniskusläsion und Status nach Kniearthroskopie und medialer Teilmeniskektomie am 26. Februar 2014.

Nach dem Ereignis vom 27. Januar 2017 sei am 9. März 2017 erstmals die Hausärztin konsultiert worden (vgl. E. II. 6.1 hiervor), diese habe eine MRI des Kniegelenks veranlasst (vgl. E. II. 6.2 hiervor), welche einen kleinen radiären Einriss im Korpus des Rest-Innenmeniskus des rechten Kniegelenks ergeben habe, im Übrigen intakte Kniebinnenstrukturen. Am 11. April 2017, das heisse 2½ Monate nach dem Ereignis, sei wegen persistierenden Schmerzen und Schwellung des Kniegelenks die F.___ konsultiert worden (vgl. E. II. 6.4 hiervor). Klinisch hätten sich damals ein Kniegelenkserguss, eine Druckdolenz infrapatellär, ein Patella-Kompressionsschmerz, Krepitationen patello-femoral und positive mediale Meniskuszeichen gezeigt. Die MR-tomographisch dargestellte mediale Meniskus-Reruptur sei erneut dokumentiert worden und es sei die Indikation zur Teilmeniskektomie sowie Knorpelglättung gestellt worden. Gemäss dem Operationsbericht vom 31. Mai 2017 (vgl. E. II. 6.5 hiervor) habe intraoperativ die mediale Meniskusreläsion verifiziert werden können. Daneben zeigten sich degenerative Veränderungen im medialen Kompartiment und am medialen Femurkondylus. Es sei eine erneute arthroskopische Teilmeniskektomie medial vorgenommen worden, eine Knorpelglättung, Narben Plica-Resektion und Arthrolyse.

Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei zu prüfen, ob die geltend gemachten Beschwerden am rechten Kniegelenk mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 27. Januar 2017 zurückzuführen seien. Dies sei aus Sicht von Dr. med. H.___ nicht überwiegend wahrscheinlich der Fall. Diese Beurteilung stütze sich auf folgende Überlegungen: Der Beschwerdeführer habe sich am 27. Januar 2017 durch einen Sturz eine Kniekontusion zugezogen. Gemäss Echtzeitdokumentation (Angaben in der Unfallmeldung UVG) sei es nachweislich nicht zu einer Distorsion des Kniegelenks gekommen. Dieser Mechanismus, nämlich eine direkte Kniekontusion durch Sturz auf die Kniescheiben, sei nicht geeignet, eine mediale Meniskusläsion zu bewirken. Anlässlich der Erstkonsultation bei der Hausärztin fünf Wochen später, seien anhaltende Belastungsschmerzen im rechten Kniegelenk angegeben worden. Es hätten sich zum damaligen Zeitpunkt keine Kniegelenksschwellung und eine freie Beweglichkeit gezeigt. Funktionsdefizite, welche auf eine akute, traumatisch bedingte Meniskusläsion hindeuten würden, nämlich eine sofortige Schwellung und Funktionsverlust, schienen nicht vorgelegen zu haben. Bekannt sei hingegen ein Vorzustand mit Status nach Zuzug einer medialen Meniskusläsion durch Kniedistorsion im Jahr 2013 mit Status nach medialer Teilmeniskektomie 2014. Es handle sich somit um einen stark geschädigten medialen Meniskus. Zudem sei intraoperativ eine Gonarthrose dokumentiert. Dr. med. H.___ beurteile aufgrund dieser Überlegungen die mediale Meniskusläsion als überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt. Hinweise für eine durch das Ereignis vom 27. Januar 2017 verursachte richtungsgebende Verschlimmerung des Vorzustands seien sowohl der Bildgebung als auch dem intraoperativen Befund nicht zu entnehmen. Versicherungsmedizinisch gesehen handle es sich daher um eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands. Der Status quo sine sei spätestens sechs Wochen nach dem Ereignis wieder erreicht worden. Der operative Eingriff vom 31. Mai 2017 habe der Behandlung des Vorzustands gedient.

6.9     Dr. med. E.___ hielt in seinem Bericht vom 5. März 2018 (Elips-Nr. 21) fest, er nehme im Rahmen eines Kurzberichts gerne Stellung betreffend die Einsprachebegründung zum Vorfall des Beschwerdeführers. Aus den Unterlagen gehe hervor, dass sich der Beschwerdeführer am 27. Januar 2017 eine heftige Kontusion und Distorsion des rechten Kniegelenkes anlässlich eines Sturzes auf der Treppe zugezogen habe, in der Folge hätten Schmerz- sowie Schwellungszustände persistiert, welche vorwiegend belastungsabhängig gewesen seien. Die durch einen Kollegen bereits veranlasste MRT vom 20. März 2017 (vgl. E. II. 6.2 hiervor) weise eine Meniskuszerreissung aus, auch den Status nach in der Vorgeschichte durchgeführter TME, welche unfallfremd sei.

Der Beschwerdeführer gebe glaubwürdig einen Sturz auf der Treppe mit wahrscheinlicher Kontusions- und Distorsionsverletzung des Kniegelenkes an, das den klinischen als auch im MRT gesicherten Befund einer Meniskuszerreissung erklären könnte.

Der Unfallbegriff nach Art. 4 zur Definition sei erfüllt. Es gelte festzuhalten, dass im Rahmen der Erstkonsultation vom 11. April 2017 in der Sprechstunde von Dr. med. E.___ (vgl. E. II. 6.4 hiervor) der Unfallmechanismus glaubhaft geschildert worden sei, somit sei der Unfallbegriff seines Erachtens geblieben.

Ergänzend hierzu ergebe sich in der weiterführenden Betrachtung bei Verletzung des Meniskus eine unfallähnliche Körperschädigung, welche nach Artikel 6 des UVG-Gesetzes in einer abschliessenden Liste von Körperschädigungen unter Punkt C aufgeführt sei. Aufgrund des Patientenalters sei davon auszugehen, dass diese Läsion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht degenerativer Natur sei (der Patient sei am [...] 1977 geboren, somit noch nicht 40-jährig). Im Rahmen der Neuauslegung im UVG-Gesetz bezüglich der unfallähnlichen Körperschädigung sei dies entsprechend so zu werten.

6.10   Die beratende Ärztin der Beschwerdegegnerin, Dr. med. H.___, hielt in ihrer Stellungnahme vom 1. Juni 2018 (Elips-Nr. 22) fest, aus versicherungsmedizinischer Sicht ergäben sich aus dem Schreiben von Dr. med. E.___ vom 5. März 2018 (vgl. E. II. 6.9 hiervor) keine neuen medizinischen Gesichtspunkte, welche Anlass zu einer versicherungsmedizinischen Neubeurteilung der Unfallkausalität bieten müssten. Sie möchte daher an ihrer Beurteilung vom 23. Januar 2018 festhalten (vgl. E. II. 6.8 hiervor). Der beschriebene Ereignishergang vom 27. Januar 2017 lasse keinen Unfallmechanismus erkennen, bei welchem es zu einer gewaltsamen Rotation im Kniegelenk bei fixiertem Unterschenkel gekommen wäre. Dieser Mechanismus sei gemäss versicherungsmedizinischer Praxis geeignet, eine isolierte mediale Meniskusläsion ohne begleitende Verletzungen des Kapselbandapparates zu bewirken. Auch wenn der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Unfalles noch unter 40-jährig gewesen sei, habe doch ein relevanter Vorzustand am rechten Kniegelenk bei Zustand nach medialer Teilmeniskektomie 2014 bestanden. Argumente, welche eine richtungsgebende Verschlimmerung durch das erneute Ereignis plausibel erscheinen liessen, würden von Dr. med. E.___ nicht vorgebracht. In der Gesamtschau ergäben sich somit keine neuen versicherungsmedizinischen Aspekte.

6.11   Dr. med. E.___, führte in seinem Bericht vom 6. September 2018 (Beschwerdebeilage Nr. 3) aus, er erlaube sich zu den Verweisen unter Rücksichtnahme des Gesetzbuchs als Mediziner keine ergänzende Stellungnahme. Die Beurteilung von Dr. med. H.___ stütze primär darauf ab, dass anlässlich des Unfalles mit Sturz auf der Treppe lediglich von einer Kontusion und nicht von einer Distorsion gesprochen werde, dies sei in seinen Augen medizinisch jedoch die wichtigste Diskrepanz die sich ergebe.

Aus seinen Unterlagen gehe hervor, dass der Beschwerdeführer den Unfall mit Sturz auf der Treppe sehr präzise glaubhaft erklären könne. Hierbei sei von einer Kontusions- (Prellung) und einer Distorsions-Verletzung (Verdrehung) auszugehen. Richtig sei die Bemerkung, dass eine Kontusion des Kniegelenkes in der Regel nicht ausreichend sei, eine Meniskuszerreissung herbeizuführen, wohl aber eine Schädigung des Gelenkknorpels. Wesentlich sei jedoch in seinen Augen die durch den Beschwerdeführer beschriebene Distorsion des Gelenkes, dies gelte als typischer Verletzungsmechanismus für einen Meniskusriss. Wie im Operationsbericht vorn 31. Mai 2017 (vgl. E. II. 6.5 hiervor) vermerkt, zeige sich tatsächlich einerseits eine schwergradige Chondropathie retropatellar (hinter der Kniescheibe), dies entspreche einer typischen Verletzung bei Kontusion des Kniegelenkes mit Krafteinwirkung von vorne (anterior). Im Weiteren werde die Innenmeniskuseinreissung beschrieben, diese Verletzung entspreche dem oben erwähnten Distorsionsereignis. Er denke nicht, dass die Beurteilung der Verletzung lediglich auf die durch die Kollegin beschriebene Kontusion abzustützen sei.

7.       Es ist nachfolgend zunächst auf das Ereignis vom 27. Januar 2017 einzugehen:

7.1     Aufgrund der Akten und des im Rahmen der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 28. Februar 2017 (Elips-Nr. 1) sowie auf dem Formular zum Unfallhergang vom 5. September 2017 (vgl. E. II. 6.7 hiervor) beschriebenen Sachverhalts ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer am 27. Januar 2017 beim Treppenherunterlaufen eine Stufe nicht erwischte und daher auf das rechte Knie stürzte. Es traten sogleich Schmerzen unterhalb der Kniescheibe auf. Dennoch begab sich der Beschwerdeführer nicht unmittelbar nach dem Unfallereignis in ärztliche Behandlung. Er suchte seine Hausärztin aufgrund von persistierenden Belastungsschmerzen erst am 9. März 2017 auf. Diese veranlasste aufgrund von latenten Meniskuszeichen des Meniskus medialis eine MRI-Untersuchung, bei welcher ein kleiner radiärer Einriss im Meniskuscorpus objektiviert werden konnte. Daher erfolgte am 31. Mai 2017 eine Operation im Sinne einer Kniearthroskopie, einer arthroskopischen TME, einer Knorpelglättung und Narbenplicaresektion / Arthrolyse. Dieser operative Eingriff zog nach Lage der Akten keine Komplikationen nach sich.

Als unbestritten gilt im Weiteren auch, dass der Beschwerdeführer sich im Jahr 2013 beim Volleyballspielen das rechte Knie verdrehte und dabei eine Kniedistorsion erlitt. Aufgrund der damals zugezogenen medialen Meniskusläsion erfolgte am 26. Februar 2014 eine Operation (Kniegelenks-Arthroskopie rechts mit Teil-Meniskektomie medial, Resektion Plica mediopatellaris; vgl. Elips-Nrn. 12 S. 3, 14 S. 3 f., 26 S. 2).

7.2     Somit kann zusammenfassend festgehalten werden, dass der Sachverhalt aus medizinisch-diagnostischer Sicht im Wesentlichen unbestritten ist und der Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Unfallereignis vom 27. Januar 2017 hauptsächlich über Belastungsschmerzen im rechten Knie klagte. Demgegenüber sind gestützt auf die vorliegenden Akten keine anderweitigen Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers dokumentiert.

8.       Es stellt sich im vorliegenden Fall somit einzig die Frage, ob die Beschwerden im rechten Knie des Beschwerdeführers sowie der operative Eingriff vom 31. Mai 2017 auf das Ereignis vom 27. Januar 2017 zurückgeführt werden können. Da die Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid vom 24. Juli 2018 (A.S. 1 ff.) im Wesentlichen auf die Beurteilungen ihrer beratenden Ärztin Dr. med. H.___ vom 23. Januar und 1. Juni 2018 (vgl. E. II. 6.8, 6.10 hiervor) abgestellt hat, ist nachfolgend zunächst zu prüfen, ob dies korrekt ist:

8.1     Den Beurteilungen der beratenden Ärztin der Beschwerdegegnerin, Dr. med. H.___, vom 27. Januar und 1. Juni 2018 (vgl. E. II. 6.8 und 6.10 hiervor) ist grundsätzlich voller Beweiswert zuzusprechen. Diese sind für die streitigen Belange umfassend, sind in Kenntnis der vorhandenen Vorakten abgegeben worden und die Beurteilung der medizinischen Situation leuchtet ebenfalls ein (vgl. E. II. 4.3 hiervor): So ist nachvollziehbar, dass die beratende Ärztin in Bezug auf das Unfallereignis vom 27. Januar 2017 mit Treppensturz auf das rechte Knie von einer Kniekontusion ausging. Denn gemäss der Bagatellunfallmeldung vom 28. Februar 2017 (Elips-Nr. 1) seien Schmerzen unterhalb der Kniescheibe aufgetreten. Die darauffolgende Ausführung von Dr. med. H.___, wonach es gemäss den Echtzeitdokumentation nachweislich zu keiner Distorsion des Kniegelenkes gekommen sei, vermag ebenfalls einzuleuchten. So sind den vorliegenden und insbesondere den echtzeitlich verfassten Berichten nach dem Unfallereignis keine Hinweise zu entnehmen, wonach sich eine Distorsion ereignet hätte. Auch der Beschwerdeführer gab im Fragebogen zum Unfallhergang vom 5. September 2017 (vgl. E. II. 6.7 hiervor) an, es habe sich beim Unfallereignis «nichts Besonderes» ereignet. Namentlich enthält seine Schilderung keinen Hinweis darauf, dass es beim Sturz zu einer Verdrehung des Knies gekommen sein könnte. Die Einschätzung der beratenden Ärztin vermag auch aufgrund der medizinischen Fachliteratur einzuleuchten, wonach leichtere Prellungen bis hin zu heftigen Kontusionen (= mit Quetschung des Unterhautgewebes) […] in der Regel mit Weichteilschwellungen, bei stärkeren Prellungen auch mit Unterhautblutungen («Prellmarke») einhergehen würden. Werde durch diese Einwirkung das Kniegelenk in unphysiologischer Weise belastet, können auch Zerrungen am Seitenbandapparat einhergehen. Bei sehr starker Krafteinwirkung auf diese Strukturen könnten Zerreissungen eintreten, aber auch Schäden am Knorpel, den Menisken und den knöchernen Strukturen. […] Demgegenüber setze eine Distorsion entweder eine unphysiologische Bewegungsrichtung oder ein Überschreiten der physiologischen Bewegungsmöglichkeiten voraus (Alfred Schönberger / Gerhard Mehrtens / Helmut Valentin: Arbeitsunfall und Berufskrankheit, 9. Aufl. 2017, S. 643). Da sich beim Vorfall vom 27. Januar 2017 nichts Aussergewöhnliches ereignet hat und sich aus den vorliegenden Umschreibungen betreffend das Unfallereignis (vgl. E. II. 7.1 hiervor) weder eine unphysiologische Bewegungsrichtung noch ein Überschreiten der physiologischen Bewegungsmöglichkeiten ableiten lassen, kann der weiteren Beurteilung der beratenden Ärztin gefolgt werden, wonach der Mechanismus, nämlich die direkte Kniekontusion durch Sturz auf die Kniescheibe, nicht geeignet sei, eine mediale Meniskusläsion zu bewirken. Auch ihre anschliessende Einschätzung, dass sich zum Zeitpunkt der Erstkonsultation bei der Hausärztin fünf Wochen später keine Funktionsdefizite gezeigt hätten, die auf eine akute, traumatisch bedingte Meniskusläsion hingedeutet hätten, überzeugt. So hielt die beratende Ärztin diesbezüglich fest, es hätten damals keine Kniegelenksschwellung und eine freie Beweglichkeit bestanden. Diese Angaben lassen sich unter Heranziehung des Verlaufseintrags vom 9. März 2017 verifizieren (vgl. E. II. 6.1 hiervor). Darin hielt die Hausärztin Dr. med. D.___ fest, es bestünden im rechten Knie keine Schwellung, keine relevante Bewegungseinschränkung, ein leichter KS über der Patellae, ein Patellaspitzenschmerz sowie latente Meniskuszeichen für den Meniskus medialis. Eine knöcherne Verletzung habe sich röntgenologisch nicht gezeigt, dafür aber eine beginnende Gonarthrose. Da der Beschwerdeführer bereits im Jahr 2013 eine mediale Meniskusläsion erlitten hatte und sich deshalb am 26. Februar 2014 einer Meniskusoperation hatte unterziehen müssen (vgl. E. II. 7.1 hiervor), leuchtet ein, wenn die beratende Ärztin im Weiteren von einem stark geschädigten medialen Meniskus ausging.

Die medizinischen Darlegungen und Einschätzungen von Dr. med. H.___ sind somit schlüssig und nachvollziehbar, weshalb ihrer Beurteilung gefolgt werden kann.

8.2     Die Berichte von Dr. med. H.___ vom 23. Januar und 1. Juni 2018 (vgl. E. II. 6.8 und 6.10 hiervor) erweisen sich daher in Bezug auf die medizinischen Ausführungen und Beurteilungen als beweiswertig. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin in ihrem Einspracheentscheid vom 24. Juli 2018 aus medizinischer Sicht im Wesentlichen auf diese Berichte abgestellt hat.

9.       Nachfolgend ist zu prüfen, ob auch in Bezug auf die Beurteilung des Kausalzusammenhangs auf die Berichte von Dr. med. H.___ vom 23. Januar und 1. Juni 2018 (vgl. E. II. 6.8 und 6.10 hiervor) abgestützt werden kann:

9.1     Dr. med. H.___ hielt in Bezug auf das rechte Kniegelenk des Beschwerdeführers fest, die geltend gemachten Beschwerden seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 27. Januar 2017 zurückzuführen (vgl. E. II. 6.8 hiervor). Dies begründete sie zum einen damit, dass sich der Beschwerdeführer bei diesem Vorfall vom 27. Januar 2017 eine Kniekontusion zugezogen habe, deren Mechanismus nicht geeignet sei, eine mediale Meniskusläsion zu bewirken. Dies vermag unter Heranziehung sowohl der medizinischen Fachliteratur als auch des konkreten Unfallereignisses vom 27. Januar 2017 (vgl. E. II. 7.1 hiervor) einzuleuchten: So sind nach heutigen biomechanischen Erkenntnissen die Menisken stets dann gefährdet, wenn das Kniegelenk kompromittierenden Rotations-Scher-Belastungen unterliegt. […] Eine isolierte Meniskusverletzung wird heute nur noch diskutiert infolge des sog. «wuchtigen Drehsturzes», bei dem das gebeugte und rotierte Kniegelenk bei fixiertem Unterschenkel / Fuss plötzlich passiv in die Streckung gezwungen wird, so dass die physiologische Schlussrotation nicht mehr ablaufen kann. Hierzu bedarf es eines unüberwindlichen äusseren Bewegungshemmnisses mit brüsker und wuchtig ablaufender, erzwungener Kniestreckung, wobei nicht ausreichend ist, wenn der Fuss nur durch das Körpergewicht und / oder eine unfallverhütende Schuhsohle am Boden haftete (z.B. Stopp-Schritt beim Sport). Bei dieser Fallgruppe ist biomechanisch zu begründen, dass der Meniskus der Gelenksbewegung nicht folgen konnte, zwischen den Gelenkkörpern eingeklemmt wurde und unter Stress geriet, ohne dass makroskopisch objektivierbare Verletzungsmechanismen am Kapsel-Bandapparat hervortreten müssen, somit die «Option» des seltenen Einzelfalls auch gerechtfertigt erscheint (Schönberger / Mehrtens / Valentin: a.a.O. S. 657). Aufgrund des bereits in E. II. 7.1 hiervor umschriebenen Unfallhergangs vom 27. Januar 2017 sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche zu einem sog. Drehsturz geführt hätten. So liegen keine Hinweise vor, wonach die untere rechte Extremität des Beschwerdeführers beim Treppenheruntersteigen fixiert gewesen wäre. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer irrtümlicherweise davon ausging, sich bereits zuunterst auf der Treppe zu befinden und dann in Folge eines Überraschungsmoments auf das rechte Knie gestürzt ist. Auch die weitere Einschätzung von Dr. med. H.___, wonach eine direkte Kniekontusion durch Sturz auf die Kniescheiben nicht geeignet sei, eine mediale Meniskusläsion zu bewirken, vermag aufgrund ihrer Begründung und der medizinischen Vorakten zu überzeugen. So stellte Dr. med. I.___ bei seiner MRI-Untersuchung vom 20. März 2017 (vgl. E. II. 6.2 hiervor) u.a. einen kleinen radiären Einriss im Corpus mit ansonsten regelmässig konturiertem Restgewebe, intakten übrigen Kniegelenksbinnenstrukturen und normaler Darstellung der Kreuz- und Seitenbänder fest. Diese Befunde interpretierte die Hausärztin im Rahmen der Besprechung mit dem Beschwerdeführer vom 24. März 2017 (vgl. E. II. 6.3 hiervor) als «kleiner Riss im Meniskuscorpus (auch Zustand nach Teilmeniskektomie nach Knietrauma 2013)». Es vermag daher einzuleuchten, wenn Dr. med. H.___ davon ausging, dass beim Beschwerdeführer bereits ein stark geschädigter medialer Meniskus vorgelegen habe. Somit erscheint auch ihre daraus gezogene Schlussfolgerung plausibel, wonach die mediale Meniskusläsion überwiegend wahrscheinlich degenerativ bedingt sei und es sich beim Ereignis vom 27. Januar 2017 um eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes handle, bei welcher der Status quo sine spätestens sechs Wochen nach dem Ereignis wieder erreicht worden sei.

9.2     Es ist auf die der Einschätzung von Dr. med. H.___ entgegenstehende Kausalitätsbeurteilung von Dr. med. E.___ einzugehen: Dessen Einschätzung beruht im Wesentlichen auf der Annahme, es hätten sich am 27. Januar 2017 sowohl eine Kontusion als auch eine Distorsion des Knies ereignet. So hielt er bereits im Bericht vom 11. April 2017 (vgl. E. II. 6.4 hiervor) dafür, es habe sich am 27. Januar 2017 eine «heftige Kontusion und Distorsion» des rechten Kniegelenks ereignet. Dies bestätigte er sodann auch anlässlich der Operation vom 31. Mai 2017 sowie in seinen am 5. März 2018 und 6. September 2018 (vgl. E. II. 6.4 f., 6.9 hiervor) verfassten Berichten. Da sich der orthopädische Chirurg in seinen Berichten mit dem Unfallgeschehen vom 27. Januar 2017 indes nie näher auseinandergesetzt hat, kann seiner diesbezüglichen Einschätzung nicht gefolgt werden. Daran vermag auch seine allgemein gehaltene Darlegung, wonach der Beschwerdeführer den Unfall mit Sturz auf der Treppe sehr präzise erklären könne, nichts zu ändern. Aufgrund der dargestellten Akten und der darin enthaltenen echtzeitlichen Beschreibungen des Beschwerdeführers betreffend das Unfallereignis vom 27. Januar 2017 ist gerade nicht von einer Verdrehung (Distorsion) des rechten Knies auszugehen. Auch der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. med. G.___, hielt in seinem Bericht vom 20. Juli 2017 (vgl. E. II. 6.6 hiervor) bereits fest, der Beschwerdeführer habe «wohlweislich keine Distorsion» erlitten, wie dies Dr. med. E.___ darstelle, sondern einen Knieanprall. Auch die weitere Darlegung von Dr. med. E.___, wonach die im Operationsbericht vom 31. Mai 2017 (vgl. E. II. 6.5 hiervor) beschriebene Innenmeniskuseinreissung dem Distorsionsereignis entspreche, ist wegen der fehlenden Begründung bzw. Auseinandersetzung mit dem Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers am rechten Knie nicht überzeugend. So ist nicht nachvollziehbar, weshalb diese Verletzung nicht, wie von Dr. med. H.___ angenommen wird, degenerativer Natur sein könnte. Auf diese Frage ging Dr. med. H.___ in ihrer Stellungnahme vom 1. Juni 2018 (vgl. E. II. 6.10 hiervor) in überzeugender Weise ein. Dabei führte sie aus, das beschriebene Ereignis vom 27. Januar 2017 lasse keinen Unfallmechanismus erkennen, bei welchem es zu einer gewaltsamen Rotation im Kniegelenk bei fixiertem Unterschenkel gekommen wäre. Diese Ausführungen stimmen mit dem durch den Beschwerdeführer geschilderten Unfallhergang überein (vgl. E. II. 6.7 hiervor). So gab der Beschwerdeführer denn auch ausdrücklich an, es habe sich «nichts Besonderes» ereignet. Dr. med. E.___ stellte sich zudem auf den Standpunkt, aufgrund des Patientenalters sei davon auszugehen, dass die Läsion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht degenerativer Natur sei (vgl. E. II. 6.9 hiervor). Dazu äusserte sich die beratende Ärztin Dr. med. H.___ in ihrer Stellungnahme vom 1. Juni 2018 (vgl. E. II. 6.10 hiervor) dahingehend, dass, auch wenn der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Unfalles noch unter 40 Jahre alt gewesen sei, doch ein relevanter Vorzustand am rechten Kniegelenk bei Zustand nach Teilmeniskektomie 2014 bestanden habe. Diese Darlegung erscheint unter Einbezug der Ausführungen in E. II. 7.1 hiervor nachvollziehbar. So hatte sich der Beschwerdeführer im Jahr 2013 beim Volleyballspielen das rechte Knie verdreht und war wegen der zugezogenen medialen Meniskusläsion am 26. Februar 2014 operativ versorgt worden (Kniegelenks-Arthroskopie rechts mit Teil-Meniskektomie medial, Resektion Plica mediopatellaris). Somit ist nicht ersichtlich, inwiefern das – wie von Dr. med. E.___ aufgeworfene – Alter des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt des Unfallereignisses eine unfallfremde Entstehung des Gesundheitsschadens ausschliessen sollte. In Bezug auf den behandelnden Arzt des Beschwerdeführers, Dr. med. E.___, ist im Übrigen darauf hinzuweisen, dass seine Berichte mit Vorbehalt zu würdigen sind, zumal behandelnde Arztpersonen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470 f.).

Somit vermögen die Berichte von Dr. med. E.___ an den Ausführungen und Einschätzungen betreffend die Kausalität von Dr. med. H.___ keine auch nur geringen Zweifel hervorzurufen.

9.3     Es kann zusammenfassend festgehalten werden, dass der beim Beschwerdeführer festgestellte Meniskusriss nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 27. Januar 2017 zurückgeführt werden kann und es sich bei den durch den Beschwerdeführer beklagten Beschwerden um eine vorübergehende Verschlimmerung des Vorzustandes handelte. Es ist daher davon auszugehen, dass der Status quo sine sechs Wochen nach dem Ereignis – ab 10. März 2017 – erreicht war. Auch der operative Eingriff vom 31. Mai 2017 diente der Behandlung des bestehenden Vorzustandes im rechten Knie.

9.4     Es kann ergänzt werden, dass im vorliegenden Fall der durch den Beschwerdeführer ins Feld geführte Art. 6 Abs. 2 UVG (A.S. 15 ff.) nicht greift. Gemäss der am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen neuen Regelung von Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei den in der Liste bezeichneten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Laut Botschaft des Bundesrates vom 30. Mai 2008 zur Änderung des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (Unfallversicherung und Unfallverhütung; Organisation und Nebentätigkeiten der SUVA [BBl 2008, 5411]) wird auf das Kriterium des äusseren Faktors verzichtet. Bei den in der Liste bezeichneten Körperschädigungen wird davon ausgegangen, dass eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von seiner Leistungspflicht befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf eine Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist. Da beim Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine degenerative gesundheitliche Problematik am rechten Knie vorliegt, besteht auch gestützt auf den neuen Art. 6 Abs. 2 UVG keine Leistungspflicht für die Beschwerdegegnerin. Wie dargelegt, ist das Ereignis vom 27. Januar 2017 nicht geeignet, einen Meniskusriss der vorliegenden Art zu verursachen, und es bestehen keine Hinweise auf eine andere, nicht degenerative Ursache.

10.     Die von der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 31. Januar 2018 und mit Einspracheentscheid vom 24. Juli 2018 bestätigte Einstellung ihrer Leistungspflicht per 10. März 2017 infolge des Erreichens des Status quo sine erfolgte daher zu Recht, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.

11.

11.1   Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

11.2   Grundsätzlich ist das Verfahren kostenlos. Von diesem Grundsatz abzuweichen, besteht im vorliegenden Fall kein Anlass.

Demnach wird erkannt:

1.    Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.    Es werden weder eine Parteientschädigung ausgerichtet noch Verfahrenskosten erhoben.

Rechtsmittel

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Mitteilung beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden (Adresse: Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern). Die Frist beginnt am Tag nach dem Empfang des Urteils zu laufen und wird durch rechtzeitige Aufgabe bei der Post gewahrt. Die Frist ist nicht erstreckbar (vgl. Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes, BGG). Bei Vor- und Zwischenentscheiden (dazu gehört auch die Rückweisung zu weiteren Abklärungen) sind die zusätzlichen Voraussetzungen nach Art. 92 oder 93 BGG zu beachten.

Versicherungsgericht des Kantons Solothurn

Der Präsident                           Die Gerichtsschreiberin

Flückiger                                   Jäggi

VSBES.2018.225 — Solothurn Versicherungsgericht 12.12.2018 VSBES.2018.225 — Swissrulings