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Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2019 PVG 2019 22

31 dicembre 2019·Deutsch·Grigioni·Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG)·PDF·588 parole·~3 min·2

Riassunto

Praxis Verwaltungsgericht | Regeste: siehe PVG-Dokument\x3Cbr\x3E

Testo integrale

9/22 Verfahren PVG 2019 Instanzenzug bei staatshaftungsrechtlichen Fragestellun- gen. – Für öffentlich-rechtliche Entscheidungen mit staatshaftungsrechtlichen Fragestellung ist nicht auszuschliessen, dass diese einen unmittelbaren Zusammenhang mit Zivilrecht gemäss Art. 72 Abs. 2 BGG aufweisen; weil die Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 75 Abs. 2 BGG aber eine «double instance» voraussetzt, ist zur Sicherstellung eines ordnungsgemässen Instanzenzuges in der Rechtsmittelbelehrung (auch) der Rechtsmittelweg an das Kantonsgericht Graubünden gemäss Art. 85b VRG aufzuzeigen (E.8). Vie di ricorso in materia di responsabilità dello Stato. – Riguardo a decisioni di diritto pubblico concernenti questioni di responsabilità statale non è dato escludere che queste abbiamo un rapporto diretto con il diritto civile giusta l’art. 72 cpv. 2 LTF. Siccome però giusta l’art. 75 cpv. 2 LTF il ricorso in materia civile presuppone un dop- pio grado di giudizio cantonale, al fine di garantire un corso delle istanze corretto nell’indicazione dei rimedi giuridici occorre illustrare anche la via giuridica al Tribu- nale cantonale dei Grigioni giusta l’art. 85b LGA (consid. 8). Erwägung: 8. Zur Rechtmittelbelehrung sei noch erwähnt, dass das streitberufene Verwaltungsgericht bei Staatshaftungsfragen als erste Gerichtsinstanz fungiert und gegen dessen Urteil innert 30 Tagen die Weiterzugsmöglichkeit an das Kantonsgericht Graubünden besteht, soweit es sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid in unmittelbarem Zusammenhang mit Zivilrecht im Sinne von Art. 72 Abs. 2 lit. b BGG handelt (vgl. zum Ganzen Art. 85b VRG als Übergangsbestimmung betreffend «doppelter Instanzenzug» im Kanton Graubünden; Botschaft der Regierung an den Grossen Rat zur Teilrevision des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG)/Gebietsreform Heft Nr. 7/2015 – 2016, S. 373; laut Kantonsamtsblatt vom 4. Februar 2016 ist Art. 85b VRG rückwirkend per 1. Februar 2016 in Kraft gesetzt worden und gilt auch für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens hängigen Fälle vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden [Art. 85b Abs. 2 VRG]; VGU U 16 11 vom 15. März 2019 E.7 und U 15 91 vom 13. Juni 2017 E.12). Die Aufzählung in 190 22

9/22 Verfahren PVG 2019 Art. 72 Abs. 2 BGG ist nicht abschliessend und es können auch öffentlich-rechtliche Entscheidungen mit staatshaftungsrechtlichen Fragestellungen darunter fallen, sofern sie einen engen Bezug zum Zivilrecht haben, sich also die Haftung nach denselben Grundsätzen richtet (vgl. Klett/escher, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger/KNeUbühler [Hrsg.], Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl., Basel 2018, Art. 72 Rz. 8; vgl. für die Staatshaftung infolge fehlerhafter Behandlung in einem öffentlichen Spital: BGE 139 III 252 und Urteil des Bundesgerichts 4A_546/2013 vom 13. März 2014 E.2.1; siehe auch Urteil des Bundesgerichts 5A.9/2000 vom 22. März 2001 E.3b). Weiter hat das Bundesgericht entschieden, dass sich aus Art. 85 Abs. 1 lit. a BGG nicht zwingend ergebe, dass alle Fragen der Staatshaftung der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unterliegen (Urteil des Bundesgerichts 4A_546/2013 vom 13. März 2014 E.3.2.2). Die Beschwerde in Zivilsachen setzt jedoch eine «double instance» voraus (Art. 75 Abs. 2 BGG; BGE 139 III 252 E.1.6). Gemäss Art. 22 BGG i.V.m. Art. 36 Abs. 1 und 2 des Reglementes für das Bundesgericht (BGerR; SR 173.110.131) bestimmt sich die Zuteilung eines Geschäfts an eine Abteilung danach, auf welcher Rechtsfrage das Schwergewicht der Entscheidung liegt und im Einzelfall kann wegen der Natur des Geschäfts auch von der reglementarischen Geschäftsverteilung abgewichen werden. Dementsprechend ist für die vorliegende Angelegenheit eine Qualifikation als öffentlich-rechtlicher erstinstanzlicher Endentscheid mit unmittelbarem Zusammenhang zum Zivilrecht nicht auszuschliessen und zur Sicherstellung des ordnungsgemässen Instanzenzuges der Rechtsmittelweg an das Kantonsgericht Graubünden gemäss Art. 85b VRG aufzuzeigen (vgl. aber nunmehr BGE 144 II 281 E.1.1 f., welcher hinsichtlich des Erfordernis einer «double instance» als Zulässigkeitsvoraussetzung für die Beschwerde in Zivilsachen in Staatshaftungsfällen unklar ist). U 14 100 Urteil vom 7. Mai 2019 191

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