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Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 17.12.2012 ZK2 2012 46

17 dicembre 2012·Deutsch·Grigioni·Kantonsgericht II. Zivilkammer·PDF·1,754 parole·~9 min·6

Riassunto

Rückforderung von Stockwerkeigentum | Beschwerde Prozessrecht (319 ZPO, ohne die Endentscheide)

Testo integrale

Kantonsgericht von Graubünden Dretgira chantunala dal Grischun Tribunale cantonale dei Grigioni Ref.: Chur, 17. Dezember 2012 Schriftlich mitgeteilt am: ZK2 12 46 21. Dezember 2012 Verfügung II. Zivilkammer Vorsitz Hubert In der zivilrechtlichen Beschwerde des Dr. X., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luzius Schmid, Obere Strasse 22B, Villa Fontana, 7270 Davos Platz, gegen die Beweisverfügung des Bezirksgerichts Prättigau/Davos, Einzelrichterin, vom 19. Oktober 2012, mitgeteilt am 22. Oktober 2012, in Sachen des Beschwerdeführers gegen Dr. Y., Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Benno Bernet, Dufourstrasse 29, 8032 Zürich, betreffend Rückforderung von Stockwerkeigentum,

Seite 2 — 8 wird nach Kenntnisnahme der Beschwerde vom 2. November 2012, der Stellungnahme der Vorinstanz vom 13. November 2012, der Beschwerdeantwort vom 16. November 2012, nach Einsicht in die Verfahrensakten sowie aufgrund der Feststellungen und Erwägungen, – dass Dr. X. mit Vermittlungsbegehren vom 12. Februar 2010 beim Kreisamt D. gegen Dr. Y. eine Klage betreffend Rückforderung von Stockwerkeigentum anhängig machte, – dass er die Klage mit Prozesseingabe vom 3. Mai 2010 an das Bezirksgericht Prättigau/Davos prosequierte, – dass Dr. Y. mit Prozessantwort vom 23. Juni 2010 die (örtliche) Zuständigkeit des Gerichts bestritt und beantragte, das Verfahren vorläufig auf diese Frage zu beschränken, – dass das Bezirksgericht Prättigau/Davos dem Antrag stattgab und in Anwendung von Art. 93 ZPO-GR mit Vorladung vom 27. September 2010 eine Gerichtsverhandlung zur Teilfrage der Zuständigkeit ansetzte, – dass das Bezirksgericht Prättigau/Davos mit der Vorladung zur Verhandlung über die Teilfrage gestützt auf Art. 11 der damals massgeblichen kantonalen Verordnung über die Verfahrenskosten und Entschädigungen im Zivilverfahren die Parteien aufforderte, einen Gerichtskostenvorschuss von je Fr. 3'000.-- zu bezahlen, – dass das Bezirksgericht mit Entscheid vom 25. November 2010 auf die Klage betreffend Rückforderung von Stockwerkeigentum mangels Zuständigkeit nicht eintrat, – dass das Kantonsgericht von Graubünden diesen Entscheid mit Urteil vom 14. April 2011 aufhob und die Sache zur weiteren Behandlung an die Vorinstanz zurückwies, – dass das Verfahren in der Folge vom Bezirksgericht Prättigau/Davos fortgeführt wurde, – dass die verfahrensleitende Richterin nach Abschluss des Schriftenwechsels am 19. Oktober 2012 eine Beweisverfügung erliess, mit welcher sie die für erheblich erachteten Beweismittel bezeichnete und gleichzeitig von den Parteien einen weiteren Kostenvorschuss von je Fr. 5'000.-- verlangte,

Seite 3 — 8 – dass Dr. X. gegen diese Beweisverfügung am 2. November 2012 Beschwerde an das Kantonsgericht von Graubünden erhob, – dass er dabei verlangte, die nochmalige Auferlegung eines Kostenvorschusses sei aufzuheben und die mit Replik vom 17. Juni 2012 beantragten Zeugeneinvernahmen A., B. und C. seien in Abänderung der Beweisverfügung für erheblich zu erklären, – dass er in der Begründung ausführte, das Bezirksgericht habe in diesem Verfahren bereits einen Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 3'000.-- einverlangt, – dass der Entscheid des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 25. November 2010 vom Kantonsgericht aufgehoben worden sei, womit auch der Kostenentscheid dahingefallen sei und der Kläger beim Bezirksgericht ein Guthaben von Fr. 3'000.-- habe, – dass es nun gewiss nicht angehe, für das gleiche Verfahren erneut einen Gerichtskostenvorschuss von Fr. 5'000.-- zu verlangen, – dass sodann der Verzicht auf die beantragten Zeugeneinvernahmen nicht begründet worden sei und diese für den Nachweis eines Treuhandverhältnisses zwischen den Eltern des Klägers und der Beklagten von Bedeutung seien, – dass ohne Befragung der Zeugen das Gericht möglicherweise unbesehen zu Ungunsten des Klägers entscheiden könnte, womit ihm ein nicht wieder gutzumachender Nachteil drohe, – dass die Vorinstanz mit Stellungnahme vom 13. November 2012 und die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 16. November 2012 Abweisung der Beschwerde beantragten, soweit darauf einzutreten sei, – dass der angefochtene Entscheid am 22. Oktober 2012, also nach Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) eröffnet wurde, womit Letztere für das Rechtsmittelverfahren anwendbar ist (Art. 405 ZPO), – dass gegen prozessleitende Verfügungen Beschwerde zulässig ist, soweit dies im Gesetz vorgesehenen ist, oder wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit. b ZPO),

Seite 4 — 8 – dass gemäss Art. 103 ZPO Entscheide über die Leistung von Kostenvorschüssen mit Beschwerde anfechtbar sind, womit die Beschwerde zulässig ist, soweit sie sich gegen den verfügten Kostenvorschuss richtet, – dass für das Verfahren vor Vorinstanz die Bündnerischen Zivilprozessordnung (ZPO-GR) anwendbar ist und der angefochtene Entscheid unter deren Herrschaft ergangen ist, – dass sich somit die Erhebung von Kostenvorschüssen nach der gemäss ZPO- GR massgeblichen Verordnung über die Verfahrenskosten und Entschädigung im Zivilverfahren vom 29. Mai 1985 mit den seitherigen Änderungen und dem dazugehörigen Kostentarif im Zivilverfahren richtet, – dass nach Art. 11 der Verordnung über die Verfahrenskosten und Entschädigung im Zivilverfahren Vertröstungen und Nachvertröstungen eingefordert werden können, deren Höhe sich nach dem voraussichtlichen Kostenaufwand zu richten hat, – dass gemäss Art. 2 des Kostentarifs in erstinstanzlichen Zivilverfahren vor dem Bezirksgericht bei Streitigkeiten vermögensrechtlicher Art Gerichtsgebühren zwischen Fr. 1'000.-- bis Fr. 20'000.-- erhoben werden können, – dass bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten mit einem Streitwert von über Fr. 5'000.-- im erstinstanzlichen Verfahren ein Zuschlag zur Gerichtsgebühr von höchstens 2 Prozent des zu beurteilenden Streitwertes berechnet werden kann (Art. 7 Kostentarif), – dass schliesslich gemäss Art. 8 Kostentarif für die Originalausfertigung von Entscheidungen, für das Verhandlungsprotokoll, für Verfügungen sowie für Prozesskorrespondenz und Vorladungen eine Gebühr von Fr. 16.-- je angefangene Seite sowie Fr. 1.-- für jede im Rahmen des Verfahrens hergestellte Fotokopie verrechnet werden kann, – dass die im vorliegenden Fall einverlangte Vertröstung und Nachvertröstung von insgesamt Fr. 8'000.-- (Fr. 3'000.-- und Fr. 5'000.--) aufgrund der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen offensichtlich als angemessen erscheint, – dass dies umso mehr gilt, als es sich um die Rückforderung einer Stockwerkeigentumswohnung in D. handelt, die gemäss Kaufvertrag vom 23. Dezember 1981 (Akten Vorinstanz, klägerische Beilage 3) zu einem Preis von Fr.

Seite 5 — 8 225'000.-- verkauft wurde, und die Vorinstanz somit zu Recht von einem Streitwert von deutlich über Fr. 100'000.-- ausging, – dass gestützt auf Art. 11 der kantonalen Verordnung über die Verfahrenskosten und Entschädigung im Zivilverfahren eine Nachvertröstung ausdrücklich vorgesehen ist, – dass sich eine solche vorliegend sachlich ohne weiteres als gerechtfertigt erweist, nachdem das Verfahren vorerst auf eine Teilfrage beschränkt wurde und nach Vorliegen des Urteils des Kantonsgerichts von Graubünden vom 14. April 2011 eine erhebliche Weiterung mit entsprechendem Mehraufwand erfährt, – dass, soweit der Beschwerdeführer in seinem Schreiben vom 19. November 2012 moniert, der zweite Kostenvorschuss sei ohne Begründung verlangt worden, darauf hinzuweisen ist, dass dieser Einwand nach Ablauf der Beschwerdefrist und somit verspätet erfolgte, – dass es im übrigen ständiger Gerichtspraxis entspricht, Verfügungen betreffend Vertröstungen nicht im Detail zu begründen, zumal vorausgesetzt werden darf, dass die Voraussetzungen für die Erhebung von Gerichtskostenvorschüssen sowie die entsprechenden Rechts- und Bemessungsgrundlagen einer anwaltlich vertretenen Partei bekannt sind, – dass im Übrigen im angefochtenen Entscheid ausdrücklich auf die massgebende gesetzliche Grundlage hingewiesen wird und dort die Voraussetzungen und Bemessungskriterien für die Gerichtskostenvorschüsse nachgelesen werden können, – dass damit der Begründungsanforderung Genüge getan wurde, – dass die Beschwerde, soweit sie sich gegen die Auferlegung eines zweiten Kostenvorschusses richtet, somit als offensichtlich unbegründet abzuweisen ist, – dass sich die Beschwerde sodann gegen die Ablehnung der vom Beschwerdeführer anbegehrten Zeugeneinvernahmen richtet, – dass eine Beschwerde gegen Beweisverfügungen nur zulässig ist, soweit ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht, welcher vom Beschwerdeführer geltend zu machen ist (Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO),

Seite 6 — 8 – dass der Beschwerdeführer vorliegend den nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil darin sieht, dass das Gericht ohne Befragung der Zeugen "möglicherweise unbesehen zu Ungunsten des Klägers entscheiden" könnte, "was ohnehin zu befürchten" sei, – dass es gemäss der im vorinstanzlichen Verfahren anwendbaren Bündnerischen Zivilprozessordnung zunächst Sache des Instruktionsrichters ist, im Rahmen der Prozessvorbereitung mittels Beweisverfügung zu entscheiden, welche Beweiserhebungen er als notwendig erachtet, um die Streitsache an der Hauptverhandlung ohne Unterbruch erledigen zu können (Art. 95 f. ZPO- GR), – dass der Entscheid über die Erheblichkeit eines Beweismittels im Rahmen der Beweisverfügung aufgrund einer summarischen Prüfung erfolgt und nicht abschliessend ist (PKG 2006 Nr. 10 E. 3.a), – dass der Instruktionsrichter gemäss Art. 96 Abs. 2 ZPO-GR von sich aus jederzeit bis zum Abschluss der Prozessvorbereitung auf seine Beweisverfügung zurückkommen kann, – dass sodann die Parteien ihrerseits an der Hauptverhandlung vor erster Instanz auf ihre Beweisanträge zurückkommen können, selbst wenn sie eine Beschwerde gegen die Beweisverfügung unterlassen haben (Art. 108 ZPO- GR; Peter Guyan, Beweisverfahren im ordentlichen Verfahren vor Bezirksgerichtsausschuss und Bezirksgericht, Diss. Zürich 2000, S. 151 ff.), – dass diesfalls der in der Sache zuständige Spruchkörper über die Zulassung dieser Beweismittel nach einer umfassenden Prüfung der materiellen Relevanz entscheidet (PKG 2006 Nr. 10 E. 3.a), – dass schliesslich auch mit dem Rechtsmittel gegen den Endentscheid die Verweigerung von Beweisabnahmen gerügt werden kann, – dass somit ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil durch die Nichtberücksichtigung der anbegehrten Zeugeneinvernahmen zu verneinen ist, zumal der Beschwerdeführer einen solchen lediglich in der Möglichkeit eines für ihn ungünstigen Prozessausgangs sieht und nicht etwa einen Nachteil finanzieller Natur oder durch Zeitablauf oder Ähnliches geltend macht,

Seite 7 — 8 – dass er namentlich auch nicht eine spätere Einvernahme der fraglichen Zeugen (beispielsweise aufgrund deren Alters oder einer Krankheit) für unmöglich bezeichnet, geschweige denn einen Beweis hierfür erbringt, – dass somit auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit sie sich gegen die abgelehnten Zeugeneinvernahmen richtet, – dass der Beschwerdeführer somit für vorliegendes Verfahren kostenpflichtig wird, – dass die Entscheidgebühr gestützt auf Art. 10 der kantonalen Verordnung über die Gerichtgebühren in Zivilverfahren (VGZ, BR 320.210) auf Fr. 1'500 festgelegt wird, – dass der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin keine Honorarnote für die Festsetzung der aussergerichtlichen Entschädigung eingelegt hat, so dass Letztere unter Berücksichtigung der eingereichten Rechtschrift und der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen nach Ermessen auf Fr. 800.-- inkl. MwSt. festgelegt wird, – dass sich die Beschwerde aufgrund obiger Erwägungen einesteils als offensichtlich unzulässig und andernteils als offensichtlich unbegründet erweist, – dass somit der Vorsitzende der II. Zivilkammer gestützt auf Art. 7 Abs. 2 lit. b EGzZPO und Art. 18 Abs. 3 GOG in einzelrichterlicher Kompetenz entscheidet,

Seite 8 — 8 erkannt: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- gehen zu Lasten des Beschwerdeführers und werden mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 800.-- zu bezahlen. 4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG. 5. Mitteilung an:

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