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Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 E-7555/2010

9 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,875 parole·~19 min·2

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. September 2010 / N

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­7555/2010 Urteil   v om   9 .   J a nua r   2012 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter François Badoud, Richterin Christa Luterbacher, Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, Staat unbekannt, alias B._______, Syrien, vertreten durch Michael Steiner, Rechtsanwalt,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM  vom 14. September 2010 / N (…).

E­7555/2010 Sachverhalt: A.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen  Heimatstaat  Syrien  im März  2009  und  gelangte  nach  einem  Aufenthalt  von  ungefähr  zwei  Wochen  in  der  Türkei  am  11.  April  2009  unter  Umgehung der Grenzkontrolle  in  die Schweiz, wo er  am 13. April  2009  um  Asyl  nachsuchte.  Am  17.  April  2009  fand  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  C._______  die  summarische  Befragung  zu  Person  statt  und  am  4. Mai  2009  erfolgte  die  Bundesanhörung  zu  den  Asylgründen. Am 10. September 2010  führte das BFM eine ergänzende  Anhörung zu seinen Asylgründen durch. Anlässlich  der  Kurzbefragung  sowie  der  Anhörungen  machte  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen  geltend,  er  sei  Ajnabi  und  stamme  aus D._______. Als Ajnabi gehöre er zu  jenen Kurden, die  in Syrien als  „Ausländer“  betrachtet  würden  und  in  verschiedener  Hinsicht  Diskriminierungen  ausgesetzt  seien.  Im  Jahre  2003  habe  er  zusammen  mit seinem Kollegen S. einen (…) eröffnet, wo er bis zu seiner Ausreise  gearbeitet  habe.  Da  S.  der  Yekîtî­Partei  (Partîya  Yekîtî  ya  Demokrat  a  Kurd  li  Sûrîyê;  Kurdische  Demokratische  Partei  der  Einheit  in  Syrien)  angehört habe, seien viele ihrer Kunden Sympathisanten oder Mitglieder  der  Yekîtî­Partei  gewesen.  Nebst  den  üblichen  Arbeiten  hätten  sie  in  ihrem Geschäft Flugblätter der Yekîtî gelagert und vor den Newroz­Feiern  kurdische Kleider sowie Fahnen für die Peschmergas angefertigt. Ferner  habe das Haus des Beschwerdeführers, welches er nach dem Tod seiner  Eltern  (im  Jahre  2000  seine  Mutter,  im  Jahre  2004  sein  Vater)  alleine  bewohnt habe, als Treffpunkt für politisch engagierte Kurden gedient.  Im  März  2004  habe  er  während  der  kurdischen  Unruhen  an  den  Demonstrationen  in  D._______  teilgenommen.  Ein  Freund  sei  dabei  verhaftet und später gefoltert worden. Da er selbst nicht gesucht worden  sei, sei er in seiner Heimat geblieben.  Als er am 4. oder 5. März 2009 in einem Restaurant gewesen sei, habe  ihm ein Kunde,  der mit S.  alleine  im Geschäft  gewesen  sei,  telefonisch  mitgeteilt, dass die Sicherheitskräfte in sein Geschäft eingedrungen seien  und seinen Geschäftsfreund S. geschlagen und verhaftet hätten. Zudem  hätten sie die Kleider zerrissen, die kurdischen Fahnen sowie die Yekîtî­ Flugblätter  konfisziert  und  das  Geschäft  geschlossen.  Auch  hätten  sie  nach ihm gefragt. Aus Angst, ebenfalls festgenommen zu werden, sei er  zu  seinem Onkel  nach E._______ geflüchtet, wo er  sich ungefähr  zehn 

E­7555/2010 Tage aufgehalten habe, bevor er sein Heimatland verlassen habe. Auch  seien seine Nachbarn von den Behörden nach seinem Aufenthalt gefragt  worden.  In dieser Zeit  habe sein Onkel  die Ausreise organisiert. Gegen  Bezahlung  von  400'000  Syrischen  Lira  habe  er  im März  2009 mit  Hilfe  eines Schleppers sein Heimatland verlassen. Trotz  mehrmaliger  mündlicher  und  schriftlicher  Aufforderungen  reichte  der  Beschwerdeführer  keine  Identitätsdokumente  zu  den  Akten,  stellte  hingegen einen Registerauszug für syrische Ajnabi in Aussicht.  B.  Mit Eingabe  vom 5. Mai  2009  liess  das EVZ C._______ mitteilen,  dass  der  Beschwerdeführer  einem  Arzt  zugewiesen  worden  sei,  weil  er  sich  über Asthma beklagt habe.  C.  Mit Schreiben vom 26. Mai 2009 ersuchte das BFM die Schweizerische  Botschaft  in  Damaskus  erstmals  um  nähere  Abklärungen  zur  Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers und zu den Fragen, ob er im  Besitze  eines  syrischen  Passes  sei,  ob  er  Syrien  auf  legalem  Weg  verlassen habe und ob er von den syrischen Behörden gesucht werde. In  ihrem Antwortschreiben vom 29. Juni 2009 stellte die Vertretung fest, der  Beschwerdeführer  sei  unter  dem  angegebenen  Namen  in  Syrien  nicht  registriert.  D.  Gemäss einer Eingabe vom 24. Juni 2009 beim Migrationsdienst wurde  der  Beschwerdeführer  wegen  eines  geringfügigen  Vermögensdelikts  gemäss Art. 139 i.V.m. Art. 172ter des Schweizerischen Strafgesetzbuchs  vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) angezeigt. E.  Mit  Schreiben  vom  4.  August  2009  forderte  das  BFM  den  Beschwerdeführer unter Hinweis auf seine Mitwirkungspflicht gemäss Art.  8  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf,  eine  Kopie  seines  Registerauszuges,  die  genauen  Adressangaben  und  die  Familiennummer  bekannt  zu  geben,  bevor  er  das  Originaldokument  besorgen könne.  F.  Mit Eingabe vom 21. September 2009 reichte der Beschwerdeführer nach  mehrmalig  gewährten  Fristverlängerungen  eine  Faxkopie  und  am  5. 

E­7555/2010 Oktober  das  Original  einer  Geburtsurkunde  für  syrische  Maktumin  ein.  Die geforderten genauen Adressangaben wurden nicht bekannt gegeben. G.  Am 11. August 2009 wurde der Beschwerdeführer von der Kantonspolizei  F._______  wegen  sexueller  Belästigung  gemäss  Art.  198  StGB  angezeigt.  Aufgrund  dessen  setzte  der  Migrationsdienst  des  Kantons  F._______  seine  Unterstützungsleistungen  auf  die  Stufe  "Minimal"  zurück.  H.  H.a.  Aufgrund  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Dokumente  ersuchte  das  BFM  mit  Schreiben  vom  29.  September  2009  die  Schweizerische Botschaft  in Damaskus erneut  um nähere Abklärungen.  In ihrem Antwortschreiben vom 11. Januar 2010 hielt die Vertretung fest,  der Beschwerdeführer sei unter dem angegebenen Namen in Syrien nicht  registriert,  er werde  in Syrien  nicht  behördlich  gesucht  und die  von  ihm  ins  Recht  gereichte  Urkunde  sei  gefälscht.  In  einem  dritten  Botschaftsbericht vom 21. März 2010 nahm die Schweizer Botschaft auf  entsprechendes  Ersuchen  des  BFM  zu  den  einzelnen  Fälschungsmerkmalen des eingereichten Dokuments Stellung. H.b. Mit Zwischenverfügung vom 14. Juni 2010 gewährte das BFM dem  Beschwerdeführer  das  rechtliche  Gehör  zu  den  Abklärungsergebnissen  der Schweizer Vertretung und setzte ihm Frist zur Stellungnahme. H.c.  Mit  Schreiben  vom  24.  Juni  2010  liess  der  Beschwerdeführer  – durch  Fürsprecher  und  Notar  H.  P.  A.  –  dazu  Stellung  nehmen.  Gleichzeitig  ersuchte  H.  P.  A.  um  Akteneinsicht  und  um  Frist  zur  Einreichung  einer  weiteren  Stellungnahme  und  stellte  seine  Vertretungsvollmacht  sowie  Identitätspapiere  des Beschwerdeführers  im  Original,  welche  sich  bei  Verwandten  in  G._______  befänden,  in  Aussicht.  H.d.  Am  13.  August  2010  informierte  H.  P.  A.  das  BFM  telefonisch  darüber,  dass  er  die  Rechtsvertretung  in  vorliegendem  Fall  nicht  übernehmne,  zumal  er  längere Zeit  vom Beschwerdeführer  nichts mehr  gehört habe. Seine Stellungnahme vom 24. Juni 2010 entspreche jedoch  den Angaben des Beschwerdeführers.

E­7555/2010 H.e. Mit Schreiben vom 26. August 2010 nahm der Beschwerdeführer auf  Ersuchen des BFM vom 16. August 2010 zu den Abklärungsergebnissen  selbst Stellung. Für  weitere  Einzelheiten  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  auf  die nachfolgenden Erwägungen verwiesen.  I.  Mit  Verfügung  vom  14.  September  2010  –  eröffnet  am  22.  September  2010  –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig  verfügte  es  die Wegweisung  aus  der  Schweiz,  ordnete  den  Vollzug  an  und zog die vom Beschwerdeführer eingereichte Geburtsurkunde ein.  J.  Mit  Eingabe  vom  21.  Oktober  2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  dem  BFM  zur  Neubeurteilung  und  zur  vollständigen  und  richtigen  Abklärung  und  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zurückzuweisen,  eventualiter  sei  das  rechtliche  Gehör  betreffend  die  Vorgehensweise  betreffend  Botschaftsanfragen  zu  gewähren,  eventualiter  sei  mitzuteilen,  ob  entsprechende  Informationen  betreffend  Vorgehensweise  betreffend  Botschaftsanfragen  dem  Bundesverwaltungsgericht  vorliegen,  eventualiter  sei  die  Verfügung  des  BFM  aufzuheben  und  dem  Beschwerdeführer  sei  Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  er  in  der Schweiz  als Flüchtling  vorläufig  aufzunehmen,  eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit  und  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs festzustellen. Weiter beantragte er die Gewährung  der  vollumfänglichen  Einsicht  in  die  Aktenstücke  A2/2,  A8/2,  A12/3,  A13/3,  A14/2,  A15/1,  A16/3,  A17/1,  A18/1,  A20/3,  A21/3,  A23/1,  A24/1,  A25/2,  A26/2,  A27/1,  A29/3,  A30/1,  A31/6,  A32/3,  A33/4,  A34/3,  A35/4,  A36/3,  A38/3  und  A39/2,  eventualiter  die  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  zu  den  vorerwähnten  Akten  und  die  Ansetzung  einer  angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung.  Mit seiner Beschwerde liess er eine Kopie des Gesuchs um Akteneinsicht  an das BFM vom 4. Oktober 2010, das diesbezügliche Antwortschreiben  des  BFM  vom  6.  Oktober  2010,  eine  Kopie  des  Rechtsvertreters  "Vertretungsverhältnis  und  Gesuch  um  Akteneinsicht"  vom  16.  Oktober  2010,  ein  E­Mail­Schreiben  des  BFM  bezüglich  der 

E­7555/2010 Akteneinsichtsgesuche  vom  18. Oktober  2010,  eine  Kopie  des  Akteneinsichtsgesuchs  vom  19.  Oktober  2010  und  einen  Länderbericht  der  Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH:  "Syrien:  Zuverlässigkeit  von  Botschaftsabklärungen:  <<von  den  Behörden  gesucht>>",  vom  8.  September 2010) zu den Akten legen. 

E­7555/2010 K.  Mit  Zwischenverfügung  vom 27. Oktober  2010  teilte  die  stellvertretende  Instruktionsrichterin  dem  Beschwerdeführer  mit,  er  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten,  hiess  die  Gesuche  um  Akteneinsicht und um Gewährung des rechtlichen Gehörs betreffend die  Akten  A2/2,  A8/2,  A12/3,  A13/3,  A14/2,  A15/1,  A16/3,  A17/1,  A18/1,  A21/3,  A23/1,  A24/1,  A25/2,  A26/2,  A27/1,  A29/3,  A30/1,  A32/3,  A34/3,  A35/4,  A36/3,  A38/3  und  A39/2  gut,  gab  dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit eine Beschwerdeergänzung einzureichen, wies die Gesuche  um Akteneinsicht und um Gewährung des rechtlichen Gehörs betreffend  die  Akten  A20/3,  A31/6  und  A33/4  ab  und  auferlegte  ihm  einen  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.­,  welchen  er  am  12.  November  2010  fristgerecht leistete. L.  Nach  gewährter  Fristverlängerung  liess  der  Beschwerdeführer  am  26. November  2010  eine  Beschwerdeergänzung  zu  den  Akten  reichen.  Dieser  Eingabe  legte  der  Rechtsvertreter  eine  Kostennote  und  einen  Ausweis für Maktumin bei.  M.  In seiner Vernehmlassung vom 7. Januar 2011 beantragte das BFM die  Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 28. Januar 2011 liess der  Beschwerdeführer replizieren. N.  Mit  Schreiben  vom  9.  Februar  2011  reichte  der  Rechtsvertreter  einen  Arztbericht  von  Dr.  R.  R.  vom  1.  Februar  2011  sowie  einen  Operationsbericht des Regionalspitals  (…), vom 13. August 2009, einen  Arztbericht  von  Dr.  R.  S.,  vom  2.  Februar  2010,  sowie  einen  Untersuchungsbericht des Spitals  (…), vom 1. September 2010, zu den  Akten. Daraus geht insgesamt hervor, dass der Beschwerdeführer an (…)  sowie  an  (…)  leide  und  sich  infolge  einer  (…)verletzung  am  3. August  2009 habe operieren lassen müssen.  O.  Am 11., 17. und 24. März 2011 sowie am 14. April 2011 und am 23. Juni  2011 reichte der Rechtsvertreter weitere Arztberichte zu den Akten. Aus  den  Berichten  geht  im  Wesentlichen  hervor,  dass  eine  beim  Beschwerdeführer  durchgeführte  Computertomographie  einen  unauffälligen  Befund   aufweise,  er  hingegen  unter  (…)  leide.  Bezüglich 

E­7555/2010 der  (…)  geht  aus  dem  Arztbericht  hervor,  dass  (…)  eine  unauffällige  Trophik  aufweise  und  dass  zur  weiteren  Diagnostik  ein  Belastungsparcour  mit  und  ohne  Infiltration  empfohlen  werde.  Im  Weiteren  könne  eine  elektrophysiologische  Untersuchung  empfohlen  werden. P.  Mit Eingabe vom 30. Juni 2011 äusserte sich der Beschwerdeführer unter  anderem erneut zu den Botschaftsabklärungen. Q.   Im  Rahmen  eines  weiteren  Schriftenwechsels  zog  das  BFM  mit  Verfügung  vom  19.  Juli  2011  die  angefochtene  Verfügung  vom  14.  September  2010  teilweise  in  Wiedererwägung  und  nahm  den  Beschwerdeführer  infolge  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  seinen Heimatstaat Syrien vorläufig auf.  R.  Mit  Zwischenverfügung  vom  22.  Juli  2011  bot  die  Instruktionsrichterin  dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit  mitzuteilen,  ob  er  an  der  Beschwerde  festhalten  oder  diese  allenfalls  zurückziehen  wolle,  soweit  die Beschwerde nicht gegenstandslos geworden sei.  S.  Mit  Schreiben  vom  4.  August  2011  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen Rechtsvertreter mitteilen, dass er an seiner Beschwerde festhalte. T.  Mit Eingabe vom 1. September 2011 liess der Beschwerdeführer weitere  Unterlagen  (13  Fotos  anlässlich  vier  Demonstrationen  in  Bern  vom  13., 18.,  20.  und  24.  August  2011,  einen  Printscreenausdruck  der  Facebook­Seite  von  Amnesty  International  [AI]  mit  Fotos,  worauf  unter  anderem auch der Beschwerdeführer auf drei der 18 Fotos anlässlich der  von der AI organisierten Demonstration vom 18. August 2011 in Bern zu  sehen  ist,  Youtube­Videoausdrucke  dieser  Kundgebung  [vgl.www.youtube.  com],  worin  er  eindeutig  erkennbar  sei  sowie  zwei  anlässlich  dieser  Kundgebungen  vom  Beschwerdeführer  verteilte  Flugblätter  und  einen Bericht  der Nachrichtensendung  10vor10  auf CD­ Rom) zu den Akten legen. U.  Mit Eingaben vom 21. Oktober 2011 und vom 1. November 2011 sowie 

E­7555/2010 vom  23.  November  2011  liess  er  weitere  Dokumente  (Ausdrucke  des  Facebook­Profils,  Fotos  anlässlich  weiterer  Demonstrationen  in  Bern,  zwei  CD­Roms  und  Printscreen­Ausdrucke  dieser  CD­Roms  sowie  Youtube­Videoausdrucke  einer  Kundgebung  in  Bern  vom  18.  August  2011  [vgl.www.youtube.com]),  seine  Teilnahme  an  Demonstrationen  bestätigend, ins Recht legen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105  AsylG;  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Eine  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  83  Bst.  d  Ziff  1  BGG  ist  im  vorliegenden  Verfahren  nicht  gegeben,  so  dass  das  Bundesverwaltungsgericht in der Sache endgültig entscheidet. 1.3. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung. Er  ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art.  http://www.youtube.com

E­7555/2010 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf  die Beschwerde ist einzutreten. 1.5. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.   2.1. Die Schweiz gewährt Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  (Art.  2 Abs. 1  AsylG).  Gemäss  Art.  3  AsylG  wird  eine  ausländische  Person  als  Flüchtling anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  von Leib,  Leben  oder Freiheit  sowie Massnahmen,  die  einen unerträglichen psychischen  Druck bewirken.  2.2.  Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine  asylsuchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie  Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  begründeterweise  befürchten  muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund  bestimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder  durch  nichtstaatliche  Akteure  zugefügt  worden  sind  beziehungsweise  zugefügt  zu  werden  drohen.  Aufgrund  der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person  in  ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz  finden kann (vgl. BVGE  2008/4 E. 5.2, mit weiteren Hinweisen). 2.3.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen  (Art.  7  AsylG).  Grundsätzlich  sind die Vorbringen eines Gesuchstellers  dann glaubhaft,  wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen  Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und  auch  nicht  den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  der  Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall  ist, wenn  http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/4 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/4 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/4

E­7555/2010 er seine Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt,  wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  bedeutet  ferner  –  im  Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  des  Gesuchstellers.  Entscheidend  ist,  ob  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen  oder  nicht;  dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen. 2.4.  Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  die  Situation  im Zeitpunkt des Asylentscheides. Ausgangspunkt der Prüfung  ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Furcht vor  einer  absehbaren  Verfolgung  im  Heimatstaat.  Veränderungen  der  objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid  sind  zu  Gunsten  und  zu  Lasten  der  asylsuchenden  Person  zu  berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4, mit weiteren Hinweisen). 3.   3.1.  Das  BFM  lehnte  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab,  da  seine  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubwürdigkeit  (recte:  Glaubhaftigkeit)  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhielten.  So  habe  der  Beschwerdeführer sowohl anlässlich der Einreichung seines Asylgesuchs  im  EVZ  C._______  als  auch  im  Rahmen  der  Erstbefragung  und  der  Bundesanhörung angegeben, er heisse A._______ und sei ein  in Syrien  registrierter Ausländer  kurdischer Ethnie  (d.h. Ajnabi). Nach zahlreichen  Aufforderungen  durch  das  BFM  und  mehrmals  gewährten  Fristerstreckungen habe er zum Beleg seiner Identität – entgegen seinen  Angaben  anlässlich  der  Befragung  –  eine  Geburtsurkunde  für  nicht  registrierte  staatenlose  Kurden  aus  Syrien  (Maktumin)  zu  den  Akten  gereicht.  Mehrere  Botschaftsabklärungen  in  Damaskus  hätten  ergeben,  dass  er  unter  dem  von  ihm  anlässlich  der  Einreichung  seines  Asylgesuchs  angegebenen  Namen  in  Syrien  nicht  registriert  und  das  eingereichte  Dokument  eine  Totalfälschung  sei,  was  insgesamt  den  Schluss nahelege, seine Angaben in Bezug auf seinen Namen und seine  Staatsangehörigkeit  seien  nicht  glaubhaft.  Im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  habe  der  Beschwerdeführer  sowohl  auf  der  Richtigkeit  seiner  angegebenen  Identität  als  auch  auf  der  Echtheit  des  eingereichten  Dokuments  beharrt  und  sich  dabei  in Widersprüche  verstrickt,  indem er  http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/4 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/4 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/4

E­7555/2010 beispielsweise angegeben habe, die Geburtsurkunde sei  lange vor dem  Tod  seiner  Eltern  ausgestellt  worden,  obschon  darauf  die  Daten  aufgeführt seien, an welchen seine Eltern gestorben seien. Damit sei es  ihm  nicht  gelungen,  die  Zweifel  an  der  Richtigkeit  seiner  Identitätsangaben auszuräumen. Indem  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Erstanhörung  zu  Protokoll  gegeben  habe,  über  keine  Familiennummer  (sog.  Khani­Nummer)  zu  verfügen,  habe  er  auch  in  Bezug  auf  seinen  Rechtsstatus  in  Syrien  ungereimte Angaben gemacht, weil die – im Gegensatz zu den Maktumin  – als  Ausländer  registrierten  Kurden  in  Syrien  einen  Registerauszug  erhielten,  auf  welchem  die  Familiennummer  eingetragen  sei.  Aufgefordert,  dem  BFM  die  Familiennummer  mitzuteilen,  welche  bei  syrischen  Ajnabi  auf  dem  Registerauszug  aufgeführt  sei,  habe  er  entsprechend  ausrichten  lassen,  er  kenne  diese  nicht  auswendig,  weil  diese  für  seine  Familie  unbedeutend  gewesen  sei.  Mit  dieser  Aussage  habe er implizit eingeräumt, eine solche Familiennummer zu besitzen. Mit  der eingereichten Geburtsurkunde für Maktumin habe er sich hinsichtlich  seiner ursprünglichen Angabe, Ajnabi zu sein, und  indirekt auch mit der  Behauptung,  seine  –  offenbar  vorhandene  –  Familiennummer  nicht  auswendig  zu  kennen,  widersprochen.  In  seiner  Stellungnahme  vom  26. August 2010 habe er hingegen wiederum eingeräumt, Ajnabi zu sein,  um anlässlich der ergänzenden Anhörung als dritte Variante zu Protokoll  zu  geben,  Ajnabi  und Maktumin  seien  dasselbe,  er  selber  sei Maktum.  Angesprochen auf den Unterschied habe er lediglich angegeben, es nicht  zu  wissen,  weil  Ajnabi  und  Maktum  in  seiner  Heimatstadt  D._______  dasselbe  sei.  Aufgrund  dieser  widersprüchlichen  Aussagen  und  der  Unkenntnis  des  Beschwerdeführers  in  diesem  Bereich  könne  ihm  nicht  geglaubt werden,  er  sei  syrischer Ajnabi  oder Maktum, was  schliesslich  durch  die  eingereichte  Geburtsurkunde,  welche  sich  als  Fälschung  herausgestellt  habe,  zusätzlich  erhärtet  werde.  Insgesamt  bleibe  damit  die  Identität  des  Beschwerdeführers  ungeklärt.  Obwohl  die  Botschaftsantwort  vom  26.  September  2009  unter  anderem  ergeben  habe,  dass  er  unter  dem  von  ihm angegebenen Namen  in Syrien  nicht  verzeichnet  sei,  könne  dennoch  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  er  aus  Syrien  stamme  und  über  die  syrische  Staatsangehörigkeit  verfüge.  Diese Frage lasse sich somit nicht abschliessend beantworten. Aufgrund  der  festgestellten  Fälschungsmerkmale  sei  die  eingereichte  Geburtsurkunde gemäss Art. 10 Abs. 4 AsylG einzuziehen. 

E­7555/2010 Ferner  entbehrten  seine  unter  dieser  falschen  Identität  geltend  gemachten Fluchtgründe  jeglicher  glaubhaften Grundlage. Auch würden  seine  Vorbringen  betreffend  die  behördliche  Verfolgung,  die  Umstände  seiner Flucht und die Chronologie des fluchtauslösenden Moments sowie  jene  zu  seinen  familiären  Beziehungen  zahlreiche  Widersprüche  aufweisen.  So  habe  er  in  der  Erstbefragung  und  anlässlich  der  Bundesanhörung angegeben, die Durchsuchung seines Geschäfts habe  am  4.  oder  5. März  2009  stattgefunden,  woraufhin  er  sich  circa  zehn  Tage  bei  seinem  Onkel  in  E._______  versteckt  habe,  bevor  er  in  die  Türkei  geflüchtet  sei. Anlässlich  der  ergänzenden Anhörung habe er  im  Widerspruch  dazu  zu  Protokoll  gegeben,  dieser  Vorfall  habe  sich  ungefähr eineinhalb Monate vor dem Newroz­Fest  im Jahre 2009 – also  circa Anfang oder Mitte Februar 2009 – ereignet, und er habe sich bis vor  seiner Ausreise bei verschiedenen Onkeln  in H._______,  I._______ und  E._______  aufgehalten.  Ebenso  kontradiktorisch  seien  die  Angaben  zu  der  behördlichen  Suche  ausgefallen,  habe  er  doch  während  der  Bundesanhörung zu Protokoll gegeben, er habe von Nachbarn erfahren,  dass nach  ihm gefragt worden sei, und er werde noch heute behördlich  gesucht,  um  anlässlich  der  ergänzenden  Anhörung  zu  Protokoll  zu  geben,  er  habe  von  seinem  Onkel  selbst  erfahren,  dass  er  gesucht  werde, wisse aber nicht, ob die Behörden ihn nach seiner Ausreise erneut  gesucht  hätten.  Gegensätzlich  seien  auch  seine  Vorbringen  zu  den  Fluchtumständen  ausgefallen.  Diesbezüglich  habe  er  im  Rahmen  der  Bundesanhörung  ausgesagt,  er  sei  mit  dem  Schlepper  K.  und  einem  Begleiter  zur  syrisch­türkischen  Grenze  gegangen,  wo  sich  K.  mit  jemandem  unterhalten  habe,  während  er  zusammen  mit  dieser  Drittperson die Grenze passiert habe und sie sich daraufhin zehn bis 14  Tage  in  J._______  aufgehalten  hätten.  Während  der  ergänzenden  Anhörung habe er hingegen ausgeführt, er habe mit zwei, drei Bekannten  von  K.  die  Grenze  überquert.  Diese  hätten  den Grenzbehörden  "etwas  wie einen Pass" für ihn (den Beschwerdeführer) vorgewiesen. Danach sei  er drei Tage in J._______ geblieben.  In seiner Vernehmlassung vom 7. Januar 2011 führte das BFM aus, das  vom Beschwerdeführer zu den Akten gereichte Beweismittel (Ausweis für  Maktumin)  vermöge  an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern,  weil  es  sich  dabei  um  eine  Mukhtarbestätigung  für  "nicht­registrierte  Kurden"  (Maktumin)  handeln  würde,  welche  nicht  fälschungssicher  und  leicht  käuflich  erwerbbar  sei  und  damit  keinen  grossen  Beweiswert  aufweise.  Vor dem Hintergrund, dass die Botschaftsabklärungen in Damaskus vom  18. Januar  und  vom  29.  März  2010  ergeben  hätten,  dass  der 

E­7555/2010 Beschwerdeführer  unter  dem  von  ihm  angegebenen  und  in  diesem  Dokument aufgeführten Namen in Syrien nicht bekannt sei, es sich beim  im  erstinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  Registerauszug  um  eine  Fälschung  handle  und  der  zuständige  Mukhtar  (gemäss  Abklärung  der  Botschaft)  bestätigt  habe,  dieses Dokument  nicht  ausgestellt  zu  haben,  sei mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  davon  auszugehen,  dass  es  sich  bei der vorliegenden Mukhtarbestätigung um eine Fälschung handle.  3.2.   3.2.1. In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben.  Diese  sind  vorab  zu  prüfen,  da  sie  allenfalls  geeignet  wären,  eine  Kassation  der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu  bewirken  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ehemaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission [ARK; EMARK] 2004 Nr. 38 und 1994 Nr. 1; FRITZ  GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983,  S.  233,  mit  weiteren  Hinweisen,  S. 287  und  S.  297;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.,  Zürich 1998, S. 225, mit weiteren Hinweisen). 3.2.2.  Die  Rüge  des  Beschwerdeführers,  das  BFM  habe  ihm  keine  Einsicht  in  die  Aktenstücke  A2/2,  A8/2,  A12/3,  A13/3,  A14/2,  A15/1,  A16/3,  A17/1,  A18/1,  A21/3,  A23/1,  A24/1,  A25/2,  A26/2,  A27/1,  A29/3,  A30/1, A32/3, A34/3, A35/4, A36/3, A38/3 und A39/2 gewährt, wurde mit  der  Zwischenververfügung  vom  27.  Oktober  2010  insoweit  geheilt,  als  dass die Gesuche um Akteneinsicht und um Gewährung des rechtlichen  Gehörs  betreffend  die  Akten  A2/2,  A8/2,  A12/3,  A13/3,  A14/2,  A15/1,A16/3,  A17/1,  A18/1,  A21/3,  A23/1,  A24/1,  A25/2,  A26/2,  A27/1,  A29/3, A30/1, A32/3, A34/3, A35/4, A36/3, A38/3 und A39/2 gutgeheissen  und  ihm  antragsgemäss  Gelegenheit  gegeben  wurde,  innert  angemessener  Frist  eine  Beschwerdeergänzung  einzureichen.  Damit  bleibt  vorliegend  zu  prüfen,  ob  das  BFM  die  vom  Beschwerdeführer  beantragte  Einsicht  in  die  Aktenstücke  A20/3,  A31/6  und  A33/4  (Botschaftsantworten vom 29. Juni 2009, vom 11. Januar 2010 und vom  14.  Juni  2010)  und  demzufolge  das  diesbezügliche  Gesuch  um  Gewährung des rechtlichen Gehörs zu Recht abgewiesen hat.  3.2.3. Der Anspruch auf rechtliches Gehör enthält gemäss Art. 29 Abs. 2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  nebst  weiteren  Verfahrensgarantien  insbesondere  auch  das  Recht  auf  Akteneinsicht.  Die  allgemeinen,  aus  Art.  29  Abs.  2  BV  abgeleiteten  Grundsätze  zum  Akteneinsichtsrecht  http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/38%20S.1 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/38%20S.1 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/38%20S.1 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/38%20S.1 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/38%20S.1 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/38%20S.1 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/38%20S.1

E­7555/2010 haben  in den Art. 26 bis 28 VwVG Ausdruck gefunden (vgl. BGE 115 V  297 E. 2d S. 301 f.). Die Gewährung der Akteneinsicht ist der Grundsatz,  deren Verweigerung die Ausnahme. 3.2.4. Art. 26 Abs. 1 VwVG beinhaltet den grundsätzlichen Anspruch der  Partei oder ihres Vertreters auf Einsicht in die Verfahrensakten. Darunter  sind  sämtliche  Aktenstücke  zu  verstehen,  die  für  die  Behörde  grundsätzlich  entscheidrelevant  sind  oder  aber  sein  könnten  (vgl.  etwa  BVGE  2008/14  E.  6.2.1).  Die  Einsicht  in  Unterlagen,  die  persönlichen  Charakter  haben,  wie  etwa  Entscheidentwürfe  eines  Sachbearbeiters,  Notizen zuhanden einer Person  innerhalb der Behörde oder persönliche  Notizen,  welche  von  der  verfügenden  Behörde  ausschliesslich  für  den  Eigengebrauch  bestimmt  sind,  fallen  indessen  nicht  unter  das  Einsichtsrecht.  Diesen  verwaltungsinternen  Akten  kommt  für  die  Behandlung  des  Falles  kein  Beweischarakter  zu;  sie  stellen  lediglich  Hilfsmittel  bei  der  Entscheidfindung  dar.  Persönliche  Notizen  dienen  dabei als blosse Gedächtnishilfen, und Entscheidentwürfe enthalten erst  die  Überlegungen  eines  Mitarbeiters,  welche  durchaus  noch  in  ihr  Gegenteil verkehrt werden können. Aus diesem Grund kann die Einsicht  in  diese  Unterlagen  nicht  bloss  ausnahmsweise  –  bei  Vorliegen  von  etwelchen überwiegenden Interessen – verweigert werden, sondern, weil  sie gar nicht unter die  in Artikel 26 VwVG genannten Akten  fallen, ohne  jegliche Begründung. Diese Einschränkung des Akteneinsichtsrechts soll  verhindern,  dass  die  interne  Meinungsbildung  der  Verwaltung  über  die  entscheidwesentlichen  Aktenstücke  und  die  erlassenen  begründeten  Verfügungen  hinaus  vollständig  vor  der Öffentlichkeit  ausgebreitet  wird.  Allerdings  gilt  es  zu  beachten,  dass  die  verfügende  Behörde  auch  in  Bezug  auf  diese  Kategorie  von  Aktenstücken  nicht  einfach  beliebige  Unterlagen  als  interne  Akten  klassifizieren  und  so  vom  Grundsatz  des  Einsichtsrechts  ausnehmen  kann,  sondern  es  auf  die  objektive  Bedeutung  eines  Aktenstückes  für  die  verfügungswesentliche  Sachverhaltsfeststellung  ankommt.  Verwaltungsintern  erstellte  Berichte  und  Gutachten  zu  Sachverhaltsfragen  unterliegen  ebenfalls  dem  Grundsatz des Einsichtsrechts nach Art. 26 Abs. 1 VwVG, weshalb sich  eine  Verweigerung  auf  die  in  Art.  27  VwVG  genannten Gründe  stützen  muss (vgl. EMARK 1994 Nr. 1, E. 3a und b; BGE 115 V 303, BGE 115 V  297  E.  2g.bb;  STEPHAN  C.  BRUNNER  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  VwVG,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  das Verwaltungsverfahren,  Zürich/St.  Gallen  2008,  Art.  26  Rz.  33  und  38;  BERNARD  WALDMANN/MAGNUS  OESCHGER  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.] 

E­7555/2010 Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 26 Rz 64). 3.3. Die Aktenstücke A 20/3, A31/6 und A 33/4 beinhalten Antworten der  Schweizer  Vertretung  in  Damaskus  und  wurden  vom  BFM  mit  "A  =  überwiegende  öffentliche  oder  private  Interesse  an  die  Geheimhaltung  (Art.  27  VwVG)"  klassifiziert.  Diese  Qualifizierung  erweist  sich  als  zutreffend, da Botschaftsantworten nicht als solche oder unter Abdeckung  der  geheimzuhaltenden Stellen  lediglich  zusammengefasst  zur Kenntnis  gebracht werden. Diese Form der Offenlegung wurde von der Vorinstanz  gewählt, weil die Berichte Angaben enthalten, deren Geheimhaltung zur  Vermeidung  einer  missbräuchlichen  Weiterverbreitung  im  wesentlichen  öffentlichen  Interesse  liegen.  Ein  solches  Vorgehen  ist  nicht  zu  beanstanden  und  lässt  sich  im  vorliegenden  Verfahren  rechtfertigen.  Insoweit  findet  auch  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  wonach  ihm das BFM das rechtliche Gehör während rund eines Jahres (ab dem  6.  Juli  2010  [recte:  29.  Juni  2009],  Akte  A20/3)  bis  zum  14.  Juni  2010  nicht  gewährt  haben  solle  und  zwischenzeitlich  zahlreiche  Zwischenverfügungen an den Beschwerdeführer adressiert habe,  in den  Akten  keine Stütze,  zumal  die  entsprechenden Antworten  der Botschaft  diesbezüglich  in  der  Zusammenfassung  fast  wörtlich  wiedergegeben  wurden. Darüber  hinaus  ist  festzuhalten,  dass das  rechtliche Gehör  vor  Erlass  der  Verfügung  zu  gewähren  ist  (vgl.  Art.  30  VwVG);  die  in  der  Beschwerde  vertretene  Auffassung,  das  rechtliche  Gehör  sei  jeweils  sofort nach dem entsprechenden Verfahrensschritt zu gewähren, ist nicht  zu teilen. Sodann wurden dem Beschwerdeführer die Botschaftsanfragen  praxisgemäss  als  solche  offengelegt,  so  dass  eine  Anfechtung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  eine  Auseinandersetzung  mit  den  entsprechenden  Erwägungen  ohne  Einschränkung möglich war.  Zudem  geht  aus  den  Akten  unmissverständlich  hervor,  dass  H.  P.  A.  mit  Schreiben vom 24. Juni 2010 zu der Botschaftsantwort vom 29. Juni 2009  (A20/3) Stellung genommen hat, woraufhin dieser mangels Kontaktes mit  dem  Beschwerdeführer  am  13.  August  2010  dem  BFM  telefonisch  mitteilte,  dass  er  das  Mandat  nicht  übernehme.  Ansonsten  entspreche  seine  Stellungnahme  vom  24.  Juni  2010  jedoch  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers.  Entsprechend  hat  der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben vom 26. August 2010 selbst dazu Stellung genommen. Auch  die von  ihm vorgebrachte Kritik an den Botschaftsabklärungen und dem  Abklärungsprozess vor Ort ist nicht geeignet, um an dieser Einschätzung  etwas  zu  ändern.  Entgegen  der  Behauptung  des  Beschwerdeführers  handelt  es  sich  dabei  nicht  um  eine  "Knopfdruckanfrage".  Das 

E­7555/2010 Bundesverwaltungsgericht  hegt  an  der  Seriosität  der  Bemühungen  der  mit  den  Abklärungen  vor  Ort  in  Syrien  betrauten  Person(en)  praxisgemäss keine Zweifel. Indes können sich in Anbetracht der Struktur  des  syrischen Geheimdienstapparates  allenfalls  Zweifel  daran  ergeben,  ob  Ahndungsmassnahmen  sämtlicher  potenzieller  Verfolger  wirklich  mit  hinreichender  Schlüssigkeit  abgeklärt  werden  können  (vgl.  dazu  Schweizerische  Flüchtlingshilfe  [SFH],  Syrien:  Zuverlässigkeit  von  Botschaftsabklärungen: "von den Behörden gesucht", Bern, 7. September  2010).  Vorliegend  beschränkten  sich  die  Abklärungen  –  wie  den  drei  Botschaftsanfragen  und  ­antworten  entnommen  werden  kann  (und  welche  dem  Beschwerdeführer  genügend  offen  gelegt  wurden)  –  unter  anderem darauf, in Erfahrung zu bringen, ob und aus welchem Grund der  Beschwerdeführer allenfalls von den syrischen Behörden gesucht wird. In  der  Botschaftsantwort  vom  11. Januar  2010  wurde  diesbezüglich  festgehalten, der Beschwerdeführer "n'est pas recherché par les autorités  syriennes".  Im  erwähnten  SFH­Bericht  wird  aber  darauf  hingewiesen,  dass die Formulierung "von den Behörden nicht gesucht" gewisse Fragen  aufwirft  respektive  nicht  beantwortet  (eod.,  S.  5  f.:  wurde  auch  bei  den  Geheimdiensten  abgeklärt?  Heisst  eine  Suche  "Zur  Verhaftung  ausgeschrieben" oder auch "unter Beobachtung stehend"? Gibt es unter  Umständen mehrere Gesuchten­Listen?). Hinzu kommt vorliegend, dass  die  Botschaftsantworten  insgesamt  kurz  ausgefallen  sind.  Solche  rudimentäre Auskünfte können  lediglich dann genügen, wenn den Akten  keinerlei  konkrete Hinweise auf eine asylrelevante Verfolgung durch die  Behörden  des  Heimatlandes  zu  entnehmen  sind  (vgl.  dazu  BVGE  D­ 4731/2009 vom 20. April 2011 mit Hinweis), was vorliegend indes der Fall  ist.  Nachdem  –  wie  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  (E.  4.2.)  auszuführen  sein  wird  –  aus  den  Akten  keine  Hinweise  auf  eine  angebliche behördliche Suche des Beschwerdeführers glaubhaft werden  und  die  nachgereichte  Geburtsurkunde  als  Fälschung  zu  erachten  ist,  besteht in casu keine Veranlassung, die Botschaftsabklärungen inhaltlich  in Frage zu stellen. Dass schliesslich – wie in der Beschwerde moniert –  durch  die  Botschaftsabklärungen  eine  Gefährdungssituation  des  Beschwerdeführers  geschaffen  worden  sei,  überzeugt  schon  deswegen  nicht,  weil  sich  die  angeblichen  Personalien  eben  gerade  nicht  haben  erhärten  lassen  und  die  Schweizer  Botschaft  Abklärungen  unter  einem  angeblichen Namen des Beschwerdeführers vorgenommen hat, der nicht  bekannt war. 3.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass betreffend die Offenlegung der  Botschaftsabklärungen  weder  eine  Verletzung  des  Akteneinsichtsrechts 

E­7555/2010 noch  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  vorliegen,  weshalb  das  Begehren des Beschwerdeführers, es sei ihm vollumfängliche Einsicht in  die Aktenstücke A 20/3, A31/6 und A 33/4 zu gewähren, abzuweisen ist,  wie  dies  bereits  in  der  Zwischenverfügung  vom  27.  Oktober  2010  festgehalten wurde. 3.5. Der Rüge, die Vorinstanz habe das  rechtliche Gehör auch  insoweit  verletzt,  als  sie  die  Vorgehensweise  der  Botschaftsanfragen  nicht  offen  gelegt  habe,  ist  entgegenzuhalten,  dass  die  Behörde  gemäss  Art.  27  Abs. 1 Bstn.  a und b VwVG die Einsichtnahme  in die Akten  verweigern  darf,  wenn  wesentliche  öffentliche  oder  private  Interessen  die  Geheimhaltung  erfordern.  Die  Geheimhaltung  der  Quellen  von  Botschaftsauskünften  ist  demnach  offensichtlich  und  bedarf  keiner  weiteren  Ausführungen  (vgl.  EMARK  1994  Nr.  1  E.  4c  S.  12).  Sodann  würde  die  Offenlegung  der  Arbeitsweise  beziehungsweise  der  Identität  der  beigezogenen  Vertrauenspersonen  die  Abklärungen  in  künftigen  Fällen  erschweren  beziehungsweise  verunmöglichen.  Es  besteht  somit  keine  Veranlassung,  die  Arbeitsweise  bei  Botschaftsabklärungen  in  einem  weiteren  Umfang  offen  zu  legen,  als  es  die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  bereits  getan  hat,  weswegen  sie  auch  diesbezüglich den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt hat. Die  in  der  Beschwerde  gestellten  entsprechenden Eventualanträge  5  und  6  (es  sei  das  rechtliche  Gehör  betreffend  die  Vorgehensweise  betreffend  Botschaftsanfragen  zu  gewähren  und  es  sei  mitzuteilen,  ob  die  entsprechenden  Informationen  betreffend  Vorgehensweise  betreffend  Botschaftsanfragen  dem  Bundesverwaltungsgericht  vorlägen)  werden  daher abgewiesen. 3.6. Schliesslich macht der Beschwerdeführer in seiner Eingabe geltend,  das BFM habe den rechtserheblichen Sachverhalt mangelhaft abgeklärt.  Die  Hauptgrundlage  des  vorinstanzlichen  Entscheides  sei  nicht  nachvollziehbar  und  willkürlich  ausgefallen,  so  dass  es  aufgrund  der  vorhandenen  Akten  weitgehend  unmöglich  sei,  sich  detailliert  zu  den  angeblichen  Unglaubhaftigkeitselementen  zu  äussern.  Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  der  Sachverhalt  aufgrund  der  ausführlichen  Befragungen  des  Beschwerdeführers,  seinen  zahlreichen  schriftlichen  Eingaben  und  der  Botschaftsabklärungen  als  hinreichend  erstellt  zu  erachten  ist.  Zudem  darf  sich  das  BFM  bei  der  Begründung  seiner  Verfügung  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken und es  ist auch nicht gehalten, sich ausdrücklich mit  jeder  tatbeständlichen  Behauptung  auseinanderzusetzen.  Ferner  ist  darauf 

E­7555/2010 hinzuweisen,  dass  dem  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung  vom  27. Oktober 2010 nebst der Gutheissung der Gesuche um Akteneinsicht  und der Gewährung des rechtlichen Gehörs Gelegenheit gegeben wurde,  eine  Beschwerdeergänzung  einzureichen.  Diese  reichte  er  am  26.  November  2010  ein.  Damit  war  es  ihm  offensichtlich  möglich,  sich  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  zu  äussern.  Damit  ist  die  von  ihm  erhobene  Rüge  der  mangelhaften  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  respektive  dass  es  ihm  weitgehend  unmöglich  sei,  sich  detailliert zu einzelnen Elementen zu äussern, unbegründet. 3.7.  Nach  dem  Gesagten  besteht  daher  keine  Veranlassung,  die  Verfügung  des  BFM  vom  14.  September  2010  aus  formellen  Gründen  aufzuheben und die Sache zur vollständigen und richtigen Abklärung und  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung  zurückzuweisen. 4.  4.1. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob das BFM im vorliegenden Fall die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  als  unglaubhaft  beziehungsweise  nicht  asylrelevant  beurteilt  und  demzufolge  das  Asylgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen hat.  4.2.  Übereinstimmend  mit  dem  BFM  geht  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  aus,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Verfolgungsgründe  als  insgesamt  unglaubhaft  zu  werten  sind  und  er  folglich  im  Zeitpunkt  des  Verlassens  seines  Heimatlandes nicht in asylrelevanter Weise verfolgt worden ist. Aufgrund  der Akten erweisen sich die Erwägungen des BFM zu den Fluchtgründen  und  –umständen  sowie  zu  der  Chronologie  der  Ereignisse,  die  ihn  zur  Flucht bewegt hätten, als  zutreffend, und es kann vollumfänglich darauf  verwiesen werden. Der Beschwerdeführer äusserte sich weder  in seiner  Rechtsmitteleingabe  vom  21.  Oktober  2010  noch  in  seiner  Beschwerdeergänzung  vom  26.  November  2010  konkret  und  substanziiert  zu  den  einzelnen  von  der  Vorinstanz  als  widersprüchlich  und  ungereimt  qualifizierten  Unglaubhaftigkeitselementen  seiner  Vorbringen in Bezug auf seine Verfolgung durch die syrischen Behörden,  sondern beharrte lediglich darauf, ein Maktum zu sein, reichte hierzu auf  Beschwerdeebene  eine Mukhtarbestätigung  für  nicht  registrierte Kurden  zu den Akten und behauptete,  in Syrien gebe es tatsächlich ungebildete  Menschen, welche keine Differenzierung zwischen Ajnabi und Maktumin  machen  würden,  sondern  die  beiden  Gruppen  zusammenfassend  als 

E­7555/2010 Ajnabi  bezeichneten,  was  die  aufgetretenen  Widersprüche  zu  erklären  vermöge. Die ungereimten Aussagen zu seinem Rechtsstatus  in Syrien,  welche  vom  BFM  richtig  dargelegt  werden,  lassen  sich  durch  seine  Entgegnungen  auf  Beschwerdeebene  nicht  entkräften.  Die  angeblich  fehlende  Differenzierungsfähigkeit  mangels  Bildung  ist  als  eine  durch  nichts  belegte  und  nachgeschobene  Rechtfertigung  und  Anpassung  an  den  Sachverhalt  zu  werten,  vermag  mithin  die  diesbezüglichen  Widersprüchlichkeiten nicht  zu entkräften und  letztlich  nicht  zu erhellen,  welchen Rechtsstatus er in Syrien wirklich besitzt. Wie den Akten nämlich  zu  entnehmen  ist,  hat  der  Beschwerdeführer  vier  Jahre  die  Schule  besucht  und  verfügt  über  eine  langjährige  Berufserfahrung,  was  nicht  darauf  hinweist,  dass  er  ein  ungebildeter  Mensch  ist,  der  keine  Unterscheidung zwischen Ajnabi und Maktumin anstellen kann. In diesem  Zusammenhang  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  er  anlässlich  der  Erstbefragung  im  EVZ  C._______  explizit  geltend  machte,  über  einen  Registerauszug (welchen nur Ajnabi besitzen) zu verfügen, welcher sich  zu Hause befinde und den er zu beschaffen versuche (vgl. A1/8 S. 1 und  S. 3 f.). Am Ende der Befragung bestätigte er den Wortlaut des Protokolls  mit seiner Unterschrift, weshalb er sich seine Aussage entgegenzuhalten  hat.  Nachfolgend  reichte  er  aber  eine  Geburtsurkunde  für  syrische  Maktumin  ein,  welche  sich  indes  im  Verlaufe  des  Verfahrens  als  Fälschung erwies und vom BFM mit seiner Verfügung eingezogen wurde.  Die im Beschwerdeverfahren nachgereichte Mukhtarbestätigung für nicht  registrierte  Kurden  (Maktumin)  wurde  vom  BFM  in  seiner  Vernehmlassung  im Ergebnis ebenfalls als mit hoher Wahrscheinlichkeit  gefälscht bezeichnet. Den entsprechenden Ausführungen und der daraus  gezogenen  Schlussfolgerung  der  Vorinstanz  ist  vollumfänglich  beizupflichten,  weshalb  darauf  verwiesen  wird  (vgl.  E.  3.1  S.  12).  Das  Dokument  ist  in  Anwendung  von  Art.  10  Abs.  4  AsylG  somit  als  Fälschung  einzuziehen,  um  missbräuchlicher  Weiterverwendung  vorzubeugen.  Unter  Verweis  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten,  dass  die  wahre  Identität  des  Beschwerdeführers  (mangels Einreichung echter Originaldokumente) bis heute nicht feststeht  und  als  wahrscheinlich  anzunehmen  ist,  der  Beschwerdeführer  verfüge  über die  syrische Staatsangehörigkeit. Eine Vorverfolgung  ist  nach dem  Gesagten  und  unter  Verweis  auf  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  nicht  glaubhaft  dargetan.  Auf  weitere  Ausführungen  auf  Beschwerdeebene  muss nicht mehr eingegangen werden. 5. 

E­7555/2010 5.1.  Im  Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  der  Beschwerdeführer  durch  sein  Verhalten  nach  der  Ausreise  aus  dem  Heimatland,  namentlich  sein  exilpolitisches  Engagement  in  der  Schweiz,  Grund  für  eine  zukünftige  Verfolgung durch die  syrischen Behörden gesetzt  hat  und deshalb  (das  heisst  infolge  subjektiver  Nachfluchtgründe)  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt.  5.2.  Allgemein  sind  subjektive  Nachfluchtgründe  dann  anzunehmen,  wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat­  oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine  Verfolgung  im Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu  befürchten  hat.  Personen mit  subjektiven  Nachfluchtgründen  erhalten  zwar  kein  Asyl,  werden  jedoch  als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen  (vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a,  mit weiteren Hinweisen). Der Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG  ist  absolut  zu  verstehen  und  mithin  unabhängig  davon  anzuwenden,  ob  Nachfluchtgründe  missbräuchlich  gesetzt  worden  sind  oder  nicht  (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 S. 66 ff.). Es  ist daher nicht entscheidend,  welchen  mutmasslichen  Zweck  die  asylsuchende  Person  durch  ihre  exilpolitischen  Tätigkeiten  zu  erreichen  versucht  hat.  Massgebend  ist  vielmehr,  ob  die  heimatlichen  Behörden  das  Verhalten  des  Asylsuchenden  als  staatsfeindlich  einstufen  und  dieser  deswegen  bei  einer Rückkehr  in den Heimatstaat eine Verfolgung  im Sinne von Art.  3  AsylG  befürchten  muss.  Es  bleiben  damit  die  Anforderungen  an  den  Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl.  zum Ganzen auch BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2009/28 E. 7.1  S.  352,  EMARK  2006  Nr. 1  E. 6.1  S. 10,  UNHCR,  Handbuch  über  Verfahren und Kriterien zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, Genf  1979, Neuauflage: UNHCR Österreich 2003, Rz. 96, S. 25). 5.3.  Zunächst  ist  festzuhalten,  dass  –  da  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen des Asylverfahrens eine Vorverfolgung nicht glaubhaft machen  konnte  –  ausgeschlossen  werden  kann,  dass  er  vor  dem  Verlassen  seines  Heimatlandes  als  regimefeindliche  Person  ins  Blickfeld  der  syrischen Behörden oder des Nachrichtendienstes geraten ist.  5.4. Gemäss den Akten hat der Beschwerdeführer seit seiner Einreise in  die  Schweiz  an  verschiedenen  regimekritischen  Kundgebungen  in  Bern  teilgenommen. Als Beweis dafür  reichte er verschiedene Ausdrucke von  im Internet veröffentlichten Fotos beziehungsweise Originalfotos und drei  DVD's  ein,  die  ihn  als  einen  von  vielen  Teilnehmern  an  diesen  Kundgebungen  zeigen.  Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  die 

E­7555/2010 Wahrscheinlichkeit,  dass  der  Beschwerdeführer  anhand  dieser  Fotografien  und  der  Datenträger  von  den  syrischen  Geheimdiensten  wahrgenommen  und  erkannt  worden  ist,  nur  gering  ist.  Dies  insbesondere auch deshalb, weil  in der Schweiz unzählige exilpolitische  Anlässe  durchgeführt  werden,  sodass  es  den  syrischen  Behörden  unmöglich  sein  dürfte,  alle  diese  Anlässe  genau  zu  überwachen.  Inwiefern  er  aus  der  Masse  der  exilpolitisch  aktiven  Kurdinnen  und  Kurden  hervorgetreten  sein  und  dadurch  wahrscheinlich  eine  Registrierung durch die syrischen Behörden bewirkt haben sollte, ist nicht  einzusehen. Durch die blosse Teilnahme an Protestaktionen, an denen er  teilweise  regimekritische  Porträts  von  Baschar  al­Assad  getragen  hat,  hebt er sich nicht von der breiten Masse der exilpolitisch  tätigen Kurden  ab.  Insgesamt  erscheint  es  nicht  als  überwiegend wahrscheinlich,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  der  eingereichten  Dokumentationen  identifiziert wurde, da es sich bei  ihm nicht um eine für die exilpolitische  Szene bedeutsame Persönlichkeit handelt. Auch vermag die Aufnahme in  der  Sendung  10vor10,  wo  er  –  gemäss  den  in  dieser  Sendung  gemachten  Angaben  –  mit  rund  150  anderen  Teilnehmern  an  einer  Protestaktion  teilgenommen habe, nichts zu ändern, zumal er auch dort  nicht  im  Rampenlicht  gestanden  hat.  Vielmehr  war  der  Fokus  nebst  Hillary  Clinton  auf  den  Informationschef  des  Eidgenössichen  Departements  (EDA),  Lars  Knuchel,  und  den  syrischen  Filmemacher  Mano  Khalil  gerichtet.  Entgegen  seinen  Ausführungen  und  bei  dem  Umfang  seiner  exilpolitischen  Tätigkeiten,  welche  sich  auf  die  blosse  Teilnahme  an  Protestkundgebungen  beschränken,  kann  er  nicht  als  besonders engagierter und exponierter Regimegegner qualifiziert werden.  In  diesem  Zusammenhang  vermochte  er  auch  kein  herausragendes  Engagement für die Yekîtî­Partei PYD zu belegen.  5.5.  Insgesamt  lassen  die  eingereichten  Beweismittel  nicht  auf  ein  wesentliches  exilpolitisches  Engagement  des  Beschwerdeführers  schliessen, aufgrund dessen dieser damit  rechnen müsste, dass er dem  syrischen  Geheimdienst  als  ernsthafter  Regimegegner  aufgefallen  und  entsprechend  registriert  worden  wäre.  Dieser  Einschätzung  liegt  die  Erkenntnis zugrunde, dass nicht primär das Hervortreten  im Sinne einer  optischen Erkennbarkeit, sondern die Fähigkeit zu einem Verhalten in der  Öffentlichkeit  massgebend  ist,  welches  aufgrund  der  Persönlichkeit  des  Asylsuchenden,  der  äusseren  Form  seines  Auftretens  und  nicht  zuletzt  aufgrund  des  Inhaltes  der  abgegebenen  Erklärungen  den  Eindruck  erweckt,  er  stelle  eine  Gefahr  für  das  von  der  Baath­Partei  und  dem  Präsidenten Baschar al­Assad dominierte politische System in Damaskus 

E­7555/2010 dar.  Ein  dermassen  erhöhter  Exponierungsgrad  kann  dem  Beschwerdeführer  klarerweise  nicht  bescheinigt  werden.  Daher  ist  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  der  Rückkehr  nach  Syrien  nicht  mit  einer  ernsthaften Benachteiligung seitens der dortigen Behörden im Sinne von  Art. 3 AsylG zu rechnen hat.  Der  Vollständigkeit  halber  ist  festzuhalten,  das  die  angebliche  illegale  Ausreise des Beschwerdeführers als unglaubhaft zu werten ist, da seine  entsprechenden Aussagen zum Grenzübertritt – wie vom BFM zu Recht  aufgezeigt wurde – widersprüchlich ausgefallen sind.  5.6. Aufgrund des Gesagten ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  auch  unter  dem  Aspekt  der  subjektiven  Nachfluchtgründe nicht erfüllt.  5.7.  Zusammenfassend  ist  somit  festzuhalten,  dass  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  das  Glaubhaftmachen  beziehungsweise  die  Asylrelevanz  nicht  zu  genügen  vermögen  und  die  geltend  gemachten  subjektiven  Nachfluchtgründe  nicht  geeignet  sind,  eine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgungsfurcht  zu  begründen.  An  dieser  Einschätzung  vermögen  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  sowie  die  eingereichten  Dokumente  nichts  zu  ändern. Das BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach  zu Recht abgelehnt. 6.  Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1  AsylG,  Art.  32  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). 7.  Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung in  Bezug auf die Frage der Anerkennung als Flüchtling aufgrund der geltend  gemachten  Vor­  und  Nachfluchtgründe,  die  Frage  der  Asylgewährung  und  der Wegweisung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  daher  insoweit  abzuweisen.  Infolge  der  wiedererwägungsweise  gewährten  vorläufigen  Aufnahme  sind  die 

E­7555/2010 Anordnungen des BFM betreffend Wegweisungsvollzug  (Ziffern 4 und 5  des  Dispositivs  der  Verfügung  vom  14.  September  2010)  unter  diesen  Umständen  als  dahingefallen  zu  betrachten.  Die  Beschwerde  ist  somit,  soweit  den  Vollzug  der  Wegweisung  betreffend,  infolge  Wegfalls  des  Streitgegenstandes als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 8.  8.1.  Die  Verfahrenskosten  sind  aufgrund  des  Einreichens  eines  gefälschten  Dokuments  auf  Beschwerdeebene,  was  als  missbräuchlich  zu  qualifizieren  ist,  zu  verdoppeln  und  auf  insgesamt  Fr.  1200.­  zu  beziffern (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2, 3  und  5  des Reglements  über  die  Kosten  und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.310.2])  sowie nach dem Verfahrensausgang praxisgemäss hälftig zu reduzieren.  Der  anfallende  Betrag  ist  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  der  Höhe von Fr. 600.­ zu verrechnen. 8.2. Ganz  oder  teilweise  obsiegende  Partien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  Kosten  (Art. 7  Abs.  1  und  2  VGKE).  Beim  vorliegenden  Verfahrensausgang  ist  der  Beschwerdeführer  mit  seinen  Rechtsbegehren  faktisch  teilweise  durchgedrungen und das Bundesverwaltungsgericht  geht  in diesem Fall  praxisgemäss von einem hälftigen Obsiegen aus. Angesichts dessen  ist  dem  Beschwerdeführer  im  Beschwerdeverfahren  für  die  notwendigen  Kosten  der  Vertretung  eine  Parteientschädigung  zuzusprechen,  welche  entsprechend dem Grad des Durchdringens hälftig zu reduzieren ist. Mit  Eingabe  vom  4.  August  2011  reichte  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  eine  Kostennote  zu  den  Akten,  die  einen  Vertretungsaufwand  von  insgesamt  Fr.  3'529.30  (inkl.  Auslagen  und  MWSt) aufweist. Diese wird als angemessen erachtet. In Anwendung von  Art.  10  VGKE  und  unter  Berücksichtigung  der  massgebenden  Berechnungsfaktoren  (vgl.  Art. 8 f.  VGKE)  sowie  der  am  21. Oktober  2011, am 1. November 2011 und am 23. November 2011 eingereichten  Beweismittel  ist  der  Vertretungsaufwand  auf  insgesamt  3'800.­  festzusetzen  und  das  BFM  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung  von  insgesamt  Fr. 1'900.­  (inklusive  sämtlicher  Auslagen, Nebenkosten und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (Art. 14 Abs.  2 VGKE). (Dispositiv nächste Seite)

E­7555/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  –  soweit  nicht  gegenstandslos  geworden –  abgewiesen. 2.  Das als Fälschung erachtete Bestätigungsschreiben wird eingezogen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet.  4.  Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor  dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1'900.­  auszurichten. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand:

E-7555/2010 — Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 E-7555/2010 — Swissrulings