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Bundesverwaltungsgericht 22.07.2011 E-7092/2010

22 luglio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,040 parole·~5 min·1

Riassunto

Asyl (ohne Wegweisung) | Asyl und Flüchtlingseigenschaft; Verfügung des BFM vom 30. August 2010

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­7092/2010 Urteil   v om   2 2 .   Juli   2011 Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi, mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;   Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea,    vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Flüchtlingseigenschaft; Verfügung des BFM vom 30. August 2010 / N (…).

E­7092/2010 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  30.  August  2010  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  und  sein  Asylgesuch  vom  15.  September  2008  ablehnte  sowie  die Wegweisung  aus der Schweiz anordnete, dass  das BFM  jedoch  verfügte,  die Wegweisung werde  zur  Zeit wegen  Unzulässigkeit  nicht  vollzogen  und  zu  Gunsten  einer  vorläufigen  Aufnahme aufgeschoben, dass  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit  Eingabe  vom  29.  September  2010  die  Anerkennung  als  Flüchtling  und  die  Gewährung von Asyl beantragte, dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  und  um  Beiordnung  seines  Rechtsvertreters  als  unentgeltlichen  Rechtsbeistand ersuchte, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 1. Oktober 2010  den Eingang der Beschwerde bestätigte, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  9.  November  2010 auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses  verzichtete  (Art. 63  Abs. 4  letzter  Satz  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom      20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]), das Gesuch um unentgeltliche  Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG guthiess und das Gesuch um  unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG  abwies, dass in der Zwischenverfügung festgestellt wurde, das in der Beschwerde  formulierte  Rechtsbegehren  bezüglich  der  Zuerkennung  der  Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft  infolge  Erfüllung  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  erscheine  aufgrund  einer  summarischen  Prüfung  der  Akten  nicht  nur  nicht  als  aussichtslos,  sondern  als  erfolgsversprechend, dass die  entsprechenden Ausführungen  in  der Rechtsmitteleingabe und  der  Verweis  etwa  auf  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom       6.  April  2010  in  Sachen  D­3892/2008  auf  die  vorliegende  Sachverhaltsgrundlage Anwendung zu finden scheinen würden,

E­7092/2010 dass  die  Vorinstanz  gestützt  auf  Art.  57  VwVG  eingeladen  wurde,  sich  innert Frist zur Beschwerde vernehmen zu lassen, dass  das  BFM  auf  Art.  58  VwVG  hingewiesen  wurde,  wonach  die  Vorinstanz  die  angefochtene Verfügung bis  zu  ihrer Vernehmlassung  in  Wiedererwägung ziehen könne, dass  das  BFM  mit  Vernehmlassung  vom  17.  November  2010  die  Abweisung  der  Beschwerde  beantragte  und  ausführte,  wie  in  seiner  Verfügung vom 30. August 2010 bereits ausführlich begründet sei, sei der  Beschwerdeführer  zum  Zeitpunkt  der  geltend  gemachten  Ausreise  aus  Eritrea  offensichtlich  noch  nicht  im  rekrutierungsfähigen  Alter  gewesen,  weshalb er nicht als Flüchtling anzuerkennen sei, und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht  im Bereich des Asyls  in der Regel ­  so  auch  vorliegend  ­  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom      26.  Juni  1998  [AsylG;  SR  142.31]  i.V.m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist    (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  zu  Recht eingetreten wurde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m.  Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich begründete oder unbegründete Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 

E­7092/2010 entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  es  sich  vorliegend  bezüglich  der  Frage  der  Voraussetzungen  der  Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zum Zeitpunkt der Ausreise aus  Eritrea  und  der  Frage  der  Gewährung  von  Asyl  um  eine  offensichtlich  unbegründete Beschwerde handelt, dass demgegenüber das in der Beschwerde formulierte Rechtsbegehren  bezüglich  der  Zuerkennung  der  Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft  infolge  Erfüllung  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  offenkundig  durchzudringen  vermag  und  es  sich  diesbezüglich um eine offensichtlich begründete Beschwerde handelt, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei als Flüchtlinge Personen gelten, die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass die Erwägungen des BFM in der angefochtenen Verfügung den vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Sachverhalt  zu  den  Gründen,  die  ihn  zum  Verlassen  seines  Heimatlandes  bewogen  hätten,  in  seinen  entscheidwesentlichen  Aspekten  in  ausgewogener  und  überzeugender  Form beurteilen und somit zu bestätigen sind, dass  das  BFM  nachvollziehbar  darlegte,  wonach  die  Aussagen  widersprüchlich  und  realitätsfremd  ausgefallen  seien  und  es  demnach  unglaubhaft  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  aus  Eritrea  ausgereist  sei,  weil  die  Militärbehörden  versucht  hätten,  ihn  für  den  Nationaldienst  zu  rekrutieren,

E­7092/2010 dass  das  BFM  zutreffend  ausführte,  dass  der  Beschwerdeführer  zum  Zeitpunkt  seiner  geltend  gemachten  Ausreise  aus  Eritrea  offensichtlich  noch nicht im rekrutierungsfähigen Alter gewesen ist, dass  zur  Vermeidung  von  unnötigen  Wiederholungen  auf  die  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  im  Einzelnen  verwiesen  werden kann, dass  die  Entgegnungen  in  der  Rechtsmitteleingabe  aufgrund  der  Aktenlage keine andere Beurteilung zulassen, dass  die  in  der  Beschwerde  angeregte  Durchführung  einer  Knochenanalyse zur Klärung des Alters des Beschwerdeführers aufgrund  seines Alters als vorliegend untaugliche Beweismassnahme abzuweisen  ist,  dass  entgegen  der  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  der  Beschwerdeführer  die  geltend  gemachten  Erlebnisse  mit  den  Militärbehörden  nicht  nachvollziehbar  und  glaubwürdig  zu  schildern  vermochte,  sondern  die  entsprechenden  realitätsfernen  Schilderungen  vielmehr  den  Eindruck  vermitteln,  er  habe  die  Rekrutierungsversuche  nicht  in  der  von  ihm  vorgebrachten Form  tatsächlich  erlebt  (Akten BFM  A15/17 F71­F79), dass  es  sich  demnach  erübrigt,  auf  die  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe im Einzelnen einzugehen, dass  das  BFM  zu  Recht  zum  Schluss  gelangte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  aus  seinem  Heimatland  nicht,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht abgelehnt hat, dass  der  Beschwerdeführer  weiter  geltend  macht,  er  habe  das  Heimatland  illegal  verlassen,  weshalb  er  bei  einer  Rückkehr  eine  flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung zu befürchten hätte, dass deshalb  zu prüfen  ist,  ob er  durch eine  illegale Ausreise aus dem  Heimatstaat bei einer Rückkehr nach Eritrea – mithin  infolge subjektiver  Nachfluchtgründe – befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen  im Sinne  von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu sein, dass  auch  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  davon  ausgeht,  dass der Beschwerdeführer sein Heimatland nicht legal verlassen hat,

E­7092/2010 dass  als  subjektive  Nachfluchtgründe  insbesondere  illegales  Verlassen  des  Heimatlandes  (sogenannte  Republikflucht),  Einreichung  eines  Asylgesuches  im  Ausland  oder  aus  der  Sicht  der  heimatstaatlichen  Behörden  unerwünschte  exilpolitische  Betätigung  gelten,  wenn  sie  die  Gefahr einer zukünftigen Verfolgung begründen, dass Personen mit  subjektiven Nachfluchtgründen  zwar  gemäss Art.  54  AsylG kein Asyl erhalten,  jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen  werden  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  1  S.  10,  mit  weiteren  Hinweisen). dass  durch  Republikflucht  zum  Flüchtling  wird,  wer  sich  aufgrund  der  unerlaubten  Ausreise  mit  Sanktionen  seines  Heimatstaates  konfrontiert  sieht,  die  bezüglich  ihrer  Intensität  und  der  politischen  Motivation  des  Staates  ernsthafte  Nachteile  gemäss  Art.  3  AsylG  darstellen  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2009/29,  Urteil  D­3892/2008  vom  6.  April  2010  und Urteil  D­4299/2008  vom 22. Februar 2011), dass  aufgrund  der  Akten  davon  auszugehen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer den Heimatstaat  illegal, das heisst ohne behördliches  Ausreisevisum, verlassen hat, dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  diese  Umstände  nicht  unter  dem  Gesichtspunkt  von  Art.  3  AsylG,  sondern  lediglich  unter  demjenigen  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR   0.101)  berücksichtigt und nur die vorläufige Aufnahme wegen Unzulässigkeit des  Vollzuges  der  Wegweisung  angeordnet,  nicht  aber  die  Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festgestellt hat, dass  damit  das  BFM  die  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  (vgl.  Urteil D­3892/2008 vom 6. April 2010) verkennt,  dass  der  Beschwerdeführer  angesichts  seiner  illegalen  Ausreise  aus  Eritrea  begründete  Furcht  haben  muss,  bei  einer  Rückkehr  ins  Heimatland Nachteilen  im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden  und  demnach  die  Anforderungen  für  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft erfüllt,

E­7092/2010 dass  dem  Beschwerdeführer  gestützt  auf  Art.  54  AsylG  kein  Asyl  zu  gewähren ist, dass zusammenfassend  festzuhalten  ist,  dass der Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  offensichtlich  keiner  asylrelevanten  Gefährdung  ausgesetzt  war  und  die  Flüchtlingseigenschaft  lediglich  aufgrund  subjektiver Nachfluchtgründe erfüllt, dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  abgelehnt, dass,  wenn  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  ablehnt  oder  darauf  nicht  eintritt,  in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug  anordnet, dass  es  dabei  den  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  (Art.  44  Abs.  1  AsylG) berücksichtigt, dass, wenn der Vollzug  der Wegweisung nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder nicht möglich ist, das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  verfügt  und  die  Wegweisung  demnach  zu  Recht  angeordnet  wurde     (BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), dass  sich  weitere  Ausführungen  zur  Frage  der  Durchführbarkeit  des  Vollzuges  erübrigen,  da  der  Beschwerdeführer  vorläufig  aufgenommen  wurde, dass  sich  aus  diesen  Erwägungen  ergibt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  soweit  sie  die  Frage  der  Flüchtlingseigenschaft betrifft, dass die Beschwerde demnach gutzuheissen ist, soweit die Feststellung  der Flüchtlingseigenschaft beantragt wird, dass  sie  demgegenüber  abzuweisen  ist,  soweit  die  Asylgewährung  beantragt wird,

E­7092/2010 dass  beim  vorliegenden  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  dem  Beschwerdeführer  praxisgemäss  um  die  Hälfte  ermässigte  Verfahrenskosten aufzuerlegen wären (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m.  Art. 5 sowie    Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]),  aufgrund  der  Gutheissung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  jedoch  auf  die  Erhebung  von Verfahrenskosten zu verzichten ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG), dass bei diesem Ausgang des Verfahrens von einem hälftigen Obsiegen  des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG,     Art. 1­3 VGKE), dass  obsiegende  und  teilweise  obsiegende  Parteien  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  Kosten  haben (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 und 4 VGKE), dass  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  keine  Kostennote  eingereicht hat, vorliegend der notwendige Vertretungsaufwand aufgrund  der  Akten  hinreichend  zuverlässig  abgeschätzt  werden  kann,  weshalb  das Gericht die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzten hat (Art.  14 Abs. 2 VGKE), dass  in Anwendung  von Art.  8,  9,  10  und  11 VGKE die Entschädigung  pauschal  auf  Fr.  1600.­  (inkl.  Auslagen  und  MWST)  festzusetzen  und  ausgehend von einem hälftigen Obsiegen auf Fr. 800.­ zu reduzieren ist,  dass das BFM anzuweisen ist, diesen Betrag dem Beschwerdeführer als  Parteientschädigung auszurichten.  (Dispositiv nächste Seite)

E­7092/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  sie  die  Frage  der  Flüchtlingseigenschaft betrifft; im Übrigen wird sie abgewiesen. 2.  Die Verfügung des BFM vom 30. August 2010 wird teilweise – soweit die  Dispositiv­Ziffer  1  betreffend  –  aufgehoben  und  das  Bundesamt  wird  angewiesen, den Beschwerdeführer als Flüchtling anzuerkennen. 3.  Es werden keine Kosten erhoben. 4.  Das  BFM  hat  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung  im  Betrage von Fr. 800.­ (inkl. Auslagen und MWST) auszurichten. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers,  das  BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Christoph Berger Versand:

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