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Bundesverwaltungsgericht 29.09.2011 E-6944/2007

29 settembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,937 parole·~20 min·1

Riassunto

Wegweisung und Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid) | Wegweisung und Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid)

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­6944/2007, E­8822/2007 Urteil   v om   2 9 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), alle Kosovo, alle vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin, (…), Gesuchstellende respektive Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom  21. August 2007 / D­1633/2007;  Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 27.  Februar 2007 / N (…).

E­6944/2007, E­8822/2007 Sachverhalt: A.  Die Gesuchstellenden, muslimische Albaner aus F._______, stellten am  17.  Januar  2007  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  [EVZ]  (…)  ihre  Asylgesuche. Anlässlich der Kurzbefragung vom 23. Januar 2007 und der  anschliessenden Anhörung vom 15. Februar 2007 zu ihren Ausreise­ und  Asylgründen brachten sie im Wesentlichen Folgendes vor: Der Gesuchsteller sei während des Krieges im Jahr 1999 verwundet, die  Gesuchstellerin  von  serbischen  Sicherheitskräften  vergewaltigt  und  ein  Onkel  des  Gesuchstellers  erschossen  worden.  Zudem  sei  ihr  Haus  im  Dorf G._______  (H._______)  niedergebrannt worden. Danach  seien  sie  nach  F._______  gezogen,  wo  sie  in  verschiedenen  Mietwohnungen  gelebt hätten. Der Gesuchsteller habe Gelegenheitsjobs ausgeübt, bis er  im  Jahr  2004  eine  Stelle  als  [Beruf]  bei  einer  [Firma]  erhalten  habe.  [Tätigkeit].  Dabei  sei  er  von  Albanern mehrmals  als  Verräter  betrachtet  und  bedroht  worden.  Seit  anfangs  2006  habe  er  zudem  anonyme  Telefonanrufe  bekommen,  weshalb  er  seine  Stelle  habe  aufgeben  müssen.  Da  er  keine  andere  Arbeitsstelle  gefunden  habe  und  ohne  finanzielle  Mittel  gewesen  sei,  habe  er  mit  seiner  Familie  den  Kosovo  verlassen. Die Gesuchstellerin brachte weiter vor, sie sei auf Grund der  erlittenen  Vergewaltigung  und  des  Krieges  traumatisiert  und  sowohl  im  Kosovo als auch in der Schweiz in ständiger Behandlung (gewesen). B.  Mit  Verfügung  vom  27.  Februar  2007  trat  das  BFM  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31) auf die Asylgesuche der Gesuchstellenden nicht ein, verfügte  ihre Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C.  Die  gegen  diese  vorinstanzliche  Verfügung  erhobene  Beschwerde  vom  2. März  2007  wurde  vom  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  21. August 2007 abgewiesen. Zur Begründung wurde zum einen auf die  fehlende  Plausibilität  der  Gründe,  keine  Identitätspapiere  einzureichen,  zum anderen auf die erst sechs Jahre nach Kriegsende erfolgte Ausreise  der  Gesuchstellenden  und  die  daraus  folgende  fehlende  flüchtlingsrechtliche  Relevanz  verwiesen.  Des  Weiteren  wurde  der  Wegweisungsvollzug der Gesuchstellenden  in  ihr damaliges Heimatland  Serbien als zulässig, zumutbar und möglich qualifiziert.

E­6944/2007, E­8822/2007 Das Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  D­1633/2007  vom  21.  August  2007  ist  gleichentags  versandt  und  in  der  Folge  den  –  im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren noch nicht vertretenen – Gesuchstellenden eröffnet  worden. D.  Mit  Eingabe  vom  21.  August  2007  (Eingang  beim  Bundesverwaltungsgericht:  22.  August  2007)  zeigte  die  von  den  Gesuchstellenden  neu  zugezogene Rechtsvertreterin  ihre Mandatierung  an. Gleichzeitig wurden zwei Arztberichte der I._______, datiert vom 15.  beziehungsweise 16. August 2007, eingereicht, aus welchen hervorgehe,  dass die Gesuchstellerin  respektive der Gesuchsteller seit dem 27. Juni  2007  beziehungsweise  dem  4.  Juli  2007  bei  den  I._______  in  Behandlung  seien.  Die  Gesuchstellerin  leide  an  einer  komplexen  posttraumatischen  Belastungsstörung  [PTBS]  und  einer  depressiven  Symptomatik.  Sie  sei  dringend  auf  psychotherapeutische  und  medikamentöse  Behandlung  angewiesen.  Der  Gesuchsteller  leide  ebenfalls  an  einer  PTBS,  einer  depressiven  Symptomatik  und  einer  Somatisierungsstörung. Auch  für  ihn  sei  eine psychotherapeutische und  medikamentöse Weiterbehandlung dringend notwendig. Ferner wurde auf  das Update der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH] vom 7. Juni 2007  verwiesen,  wonach  mangels  professioneller  Fachkräfte  und  wegen  der  sehr  schwierigen  äusseren  Bedingungen  im  Kosovo  keine  Psychotherapieangebote  bestünden.  Eine  PTBS  würde  ausschliesslich  medikamentös  behandelt.  Das  Bundesverwaltungsgericht  wurde  darum  ersucht,  die  gesundheitliche  Situation  der  Gesuchstellenden  und  die  Behandlungsmöglichkeiten  in  ihrer  Herkunftsregion  bei  der  Entscheidfindung  miteinzubeziehen.  Das  BFM  sei  angesichts  der  herrschenden  Rechtsprechung  zur  neuen  Papierlosenbestimmung  im  Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. c AsylG fälschlicherweise  auf  das  Asylgesuch  der  Gesuchstellenden  nicht  eingetreten,  obschon  aufgrund  der  schwierigen  Gesundheitszustände  der  Gesuchstellenden  weitere  Abklärungen  und  somit  ein  Eintreten  auf  das  Asylgesuch  angezeigt  gewesen  sei.  Schliesslich  ersuchte  die  Rechtsvertreterin  um  vollständige  Akteneinsicht  und  Einräumung  eines  Rechts  auf  Stellungnahme nach abgeschlossener Instruktion. E.  Mit  Schreiben  vom  23.  August  2007  räumte  das  BFM  den  Gesuchstellenden  –  unter  Verweis  auf  das  Urteil  des 

E­6944/2007, E­8822/2007 Bundesverwaltungsgerichts vom 21. August 2007 – eine neue Frist zum  Verlassen der Schweiz ein. F.  Mit  Schreiben  vom  29.  August  2007  bestätigte  der  für  das  ordentliche  Beschwerdeverfahren  zuständige  Instruktionsrichter  den  Eingang  der  Eingabe der Rechtsvertreterin vom 21. August 2007, hielt dabei allerdings  fest, das Bundesverwaltungsgericht habe mit Urteil vom 21. August 2007  das  Asylbeschwerdeverfahren  der  Gesuchstellenden  rechtskräftig  und  letztinstanzlich abgeschlossen. Das zugestellte Urteil könne  lediglich bei  Vorliegen  von Revisionsgründen  aufgehoben werden. Die Eingabe  vom  21. August 2007 wurde der Rechtsvertreterin retourniert. G.  Mit  einer  als  "Wiedererwägungsgesuch"  bezeichneten  und  an  das BFM  gerichteten  Eingabe  vom  3.  September  2007  ersuchte  die  Rechtsvertreterin  namens  und  im  Auftrag  der  Gesuchstellenden  um  wiedererwägungsweise  Aufhebung  der  Verfügung  des  BFM  vom  27.  Februar 2007  im Wegweisungsvollzugspunkt, um Feststellung einer seit  der  ursprünglichen  Verfügung  massgeblichen  Änderung  der  Sachlage  und  um  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  wegen  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges.  In  verfahrensrechtlicher Hinsicht  wurde  um  den  Erlass  von  vorsorglichen  Massnahmen,  um  die  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf die Erhebung eines  Kostenvorschusses ersucht. Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  vorgebracht,  die  Eingabe  der  Rechtsvertreterin  vom  21.  August  2007  habe  sich  mit  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts gleichen Datums gekreuzt. Das BFM und das  Bundesverwaltungsgericht  hätten  über  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  befunden,  ohne  von  der  gesundheitlichen  Situation  der  Gesuchstellenden  genaue  Kenntnis  zu  haben.  Die  Beschwerde  sei  ohne  Berücksichtigung  der  eingereichten  Arztberichte  vom  15.  und  16. August  2007  abgewiesen worden.  Die Gesuchstellerin  habe  zwar  anlässlich  ihrer  Anhörungen  zu  Protokoll  gegeben,  dass  sie  aufgrund  des  Krieges  und  der  dabei  erlittenen  Vergewaltigungen  traumatisiert und deswegen bereits  in  ihrer Heimatregion medikamentös  behandelt worden sei; das Ausmass der psychischen Krankheit sowie die  Notwendigkeit  einer  adäquaten  Behandlung  seien  von  den  Behörden  jedoch  nie  zur  Kenntnis  genommen  worden.  Die  Asylbehörden  hätten 

E­6944/2007, E­8822/2007 zudem  bis  heute  keine  Kenntnis  über  die  schwierige  gesundheitliche  Situation des Gesuchstellers. Zur  Stützung  ihrer  Vorbringen  wurde  ein  weiterer  Arztbericht  der  I._______  vom  29.  August  2007  eingereicht,  aus  welchem  hervorgeht,  dass sich die bei der Gesuchstellerin gestellte PTBS­Diagnose durch die  Testergebnisse  zum  Harvard  Trauma  Questionnaire  deutlich  erhärtet  habe. H.  Mit  Verfügung  vom  10.  September  2007  lehnte  das  BFM  das  Wiedererwägungsgesuch  der  Gesuchstellenden  ab  und  stellte  die  Rechtskraft und Vollstreckbarkeit seiner Verfügung vom 27. Februar 2007  fest.  Zur  Begründung  führte  das  Bundesamt  im  Wesentlichen  an,  die  Eingabe  der  Gesuchstellenden  stütze  sich  massgeblich  auf  zwei  Arztberichte, welche noch während des hängigen Beschwerdeverfahrens  ausgefertigt  worden  seien.  Das  Bundesverwaltungsgericht  habe  sich  durch  die  Ausfällung  seines  Urteils  vom  21.  August  2010  als  letzte  Instanz  materiell  mit  der  Sache  befasst.  Den  Akten  sei  zu  entnehmen,  dass  die  Rechtsvertreterin  am  Tag  des  Gerichtsurteils  eine  Mandatsanzeige  samt  den  beiden  Arztberichten  dem  Bundesverwaltungsgericht  habe  zukommen  lassen,  worauf  ihr  der  zuständige  Instruktionsrichter am 29. August 2007 mitgeteilt  habe, dass  das  Beschwerdeverfahren  unter  Vorbehalt  allfälliger  Revisionsgründe  abgeschlossen sei. Somit stehe fest, dass die Eingabe vom 3. September  2007  zu  Recht  als  Wiedererwägungsgesuch  durch  das  BFM  als  erste  Instanz  zu  behandeln  sei.  In materieller  Hinsicht  sei  festzustellen,  dass  sowohl  das  BFM  als  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Zumutbarkeit einer Rückkehr der Gesuchstellenden  in  ihren Heimatstaat  jeweils  als  gegeben  erachtet  hätten,  auch wenn  für  die  bereits  im EVZ  geltend gemachte psychische Erkrankung wegen erlebter Traumata kein  Arztbericht  vorgelegen  habe.  Nachdem  die  Gesuchstellerin  bereits  in  F._______  deswegen  in  Behandlung  gestanden  sei,  sei  auch  davon  auszugehen,  dass  nach  einer  Rückkehr  in  ihre  Heimat  sowohl  sie  als  auch  der  Gesuchsteller  weiterhin  eine  entsprechende  medizinische  Betreuung in Anspruch nehmen könnten. Eine ärztliche Versorgung in der  Schweiz  sei  demnach  nicht  überlebensnotwendig,  selbst  wenn  die  finanziellen und therapeutischen Rahmenbedingungen hier besser seien.  Entgegen der von den Gesuchstellenden vertretenen Auffassung würden  sie  durch  die  vorhandenen  Behandlungsmöglichkeiten  im  Heimatland  keineswegs  in  eine  existenzbedrohende  Situation  geraten.  Im  Übrigen 

E­6944/2007, E­8822/2007 erhob  das  BFM  eine Gebühr  von  Fr.  1'200.–  und  hielt  fest,  dass  einer  allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme. I.  Mit  Eingabe  vom  12.  Oktober  2007  (Poststempel)  erhob  die  Rechtsvertreterin  namens  und  im  Auftrag  der  Gesuchstellenden  beim  Bundesverwaltungsgericht  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  10.  September  2007  Beschwerde  und  beantragte  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  sowie  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges.  Weiter  wurde  um  Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen  (Aussetzung  des  Vollzuges  für  die  Dauer  des  Verfahrens)  und  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege inklusive Verbeiständung im Sinne von Art.  65  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersucht. Auf die Begründung  wird – soweit entscheidwesentlich –  in den nachstehenden Erwägungen  eingegangen. Zur  Untermauerung  der  Beschwerdevorbringen  wurden  eine  fremdsprachige  Bestätigung  der  United  Nations  Interim  Administration  Mission  in  Kosovo  [UNMIK]  vom  21. September  2007  inklusive  Übersetzung  sowie  zwei  weitere  Berichte  der  I._______  vom  4.  und  10. Oktober 2007 eingereicht. Aus  der  UNMIK­Bestätigung  geht  namentlich  hervor,  dass  die  Gesuch­ stellenden  bis  Mai  1999  in  G._______,  H._______,  wohnhaft  gewesen  seien,  bis  sie  gewaltsam  aus  ihrem Haus  vertrieben worden  seien.  Die  serbischen  militärischen  und  paramilitärischen  Kräfte  hätten  an  den  Gesuchstellenden Gewalt verübt. Nach dem Umzug  in F._______ seien  gegenüber  dem  Gesuchsteller  von  albanisch  sprechenden  Personen  erneut  von Zeit  zu Zeit Angriffe und Überfälle ausgeübt und Drohungen  ausgesprochen  worden.  Die  UNMIK  stellte  weiter  fest,  dass  Personen,  die  in der besagten Region  leben würden,  immer wieder bedroht und  in  ihrer Bewegungs­ und Arbeitsfreiheit gefährdet würden. Dem I._______­Bericht vom 4. Oktober 2007 ist zu entnehmen, dass sich  der  Gesundheitszustand  der  Gesuchstellerin,  welche  an  einer  mittelgradigen depressiven Episode sowie einer komplexen PTBS  leide,  nach  der  Eröffnung  der  Verfügung  des  BFM  vom  10. September  2007  destabilisiert  habe.  Man  versuche,  die  Krisensituation  durch  eine  ambulante  Behandlung  aufzufangen.  Eine  psychotherapeutische  und 

E­6944/2007, E­8822/2007 medikamentöse  Weiterbehandlung  werde  aus  fachärztlicher  Sicht  als  dringend notwendig erachtet. Aus  dem  I._______­Bericht  vom  10.  Oktober  2007  geht  hervor,  dass  auch  beim Gesuchsteller  nach  der  Eröffnung  des  Entscheids  des  BFM  vom  10. September  2007  eine  deutliche  Befundverschlechterung  mit  Akzentuierung  der  depressiven  Symptomatik  eingetreten  sei.  Es  wurde  eine PTBS vor dem Hintergrund traumatisierender Kriegserfahrungen  im  Jahr  1999,  der  Verdacht  auf  rezidivierende  depressive  Störung,  gegenwärtig  mittelgradige  Episode,  sowie  der  Verdacht  auf  eine  Somatisierungs­störung  diagnostiziert.  Eine  psychotherapeutische  und  medikamentöse Weiterbehandlung sei auch für ihn dringend notwendig. J.  Nachdem  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Telefax  vom  15.  Oktober  2007  den Vollzug  der Wegweisung  einstweilen  ausgesetzt  hatte, wurde  mit  Verfügung  vom  25.  Oktober  2007  der  Vollzug  für  die  Dauer  des  vorliegenden Verfahrens ausgesetzt. Gleichzeitig wurde das Gesuch um  unentgeltliche Rechtspflege  inklusive  ­verbeiständung gutgeheissen und  die Rechtsvertreterin als amtlicher Beistand beigeordnet. Überdies wurde  das BFM zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. K.  In seiner Vernehmlassung vom 31. Oktober 2007 hielt das BFM – ohne  ergänzende Ausführungen – an seinen bisherigen Erwägungen  fest und  beantragte die Abweisung der Beschwerde. Diese  Vernehmlassung  wurde  den  Gesuchstellenden  zur  Kenntnis  gebracht. L.  Am (…) kam [Kind] der Gesuchstellenden, E._______, in der Schweiz zur  Welt, [Kind] in das vorliegende Verfahren miteinbezogen wird. M.  Mit  Verfügung  vom  10.  Dezember  2010  wurde  den  Gesuchstellenden  mitgeteilt,  dass  das  vorliegende  Verfahren  zufolge  Pensionierung  der  bisher  zuständigen  Richterin  unter  der  Leitung  von  Richterin  Christa  Luterbacher fortgeführt werde. Die Gesuchstellenden wurden gleichzeitig  aufgefordert,  aktuelle  Berichte  der  sie  behandelnden  Facharztpersonen  einzureichen.

E­6944/2007, E­8822/2007 N.  Mit Eingabe vom 31. Januar 2011 wurde ein Bericht der  I._______ vom  24. Januar 2011, die Gesuchstellerin betreffend, eingereicht. Dazu wurde  ausgeführt,  dem  Bericht  der  behandelnden  Psychologin  sei  zu  entnehmen,  dass  bereits  117  Konsultationen  bei  (…)  der  I._______  stattgefunden  hätten.  Die  Gesuchstellerin  leide  unter  einer  komplexen  PTBS und einer mittelgradig depressiven Episode. Dank der langjährigen  intensiven  Therapie  und  der  Inanspruchnahme  weiterer  Angebote  der  I._______  habe  eine  innere  und  äussere  Sicherheit  erarbeitet  werden  können.  Auf  diesem Boden  habe  eine  Verbesserung  und  Stabilisierung  stattgefunden.  Sie  benötige  allerdings  weiterhin  eine  psychotherapeutische  sowie  medikamentöse  Behandlung.  Die  behandelnde  Psychologin  erachte  die  Weiterführung  der  Gesprächstherapie  und  der  Teilnahme  an  der  Bewegungsgruppentherapie als dringend indiziert. Beim Wegfallen dieser  Angebote  sei  mit  einer  markanten  psychischen  Dekompensation  zu  rechnen.  Eine  Rückkehr  ins  Heimatland  würde  zudem  zu  einer  Retraumatisierung  führen  und  die  gewonnene  Sicherheit  würde  verschwinden, so dass die Gesuchstellerin nicht mehr  in der Lage wäre,  ihren Alltag und denjenigen ihrer Kinder zu bewältigen. Im Weiteren wird  auf das Update der SFH vom 1. September 2010 betreffend medizinische  Versorgung  im  Kosovo  verwiesen,  wonach  die  Infrastruktur  zur  Behandlung  von  psychischen Erkrankungen  völlig  unzureichend  sei.  Es  gebe  zwar  sieben  ambulante  Behandlungszentren  für  psychische  Krankheiten; dort würden  jedoch weder Psychotherapien noch Gruppen­  oder  Beschäftigungstherapien  angeboten  und  die  angebotene  Behandlung  gehe  nicht  über  das  Verschreiben  von  Medikamenten  und  Sprechstunden  zwecks  Kontrolle  ihrer  Dosierung  hinaus.  Die  Gesuchstellerin  sei  dringend  auf  die  Weiterführung  der  Gesprächstherapie  angewiesen;  die medikamentöse  Behandlung  reiche  nicht aus, um ihren psychischen Zustand zu stabilisieren. Angesichts der  misslichen psychiatrischen Versorgungslage im Kosovo sowie namentlich  der Tatsache, dass die Familie im Kosovo weder eine Wohnung noch ein  soziales Netz oder eine Arbeitsstelle vorfinde, sei völlig ausgeschlossen,  dass die Gesuchstellerin bei einer Rückkehr  in den Kosovo Zugang zur  notwendigen  Psychotherapie  habe.  Zudem  würden  die  drei  minderjährigen  Kinder  bereits  heute  unter  der  schlechten  psychischen  Verfassung der Eltern leiden. Auch sie seien auf die innere und äussere  Sicherheit,  welche  die  Gesuchstellerin  mit  Hilfe  der  Therapie  und  den  weiteren Angeboten der I._______ habe aufbauen können, angewiesen.

E­6944/2007, E­8822/2007 O.  Mit Eingabe vom 14. Februar 2011 wurde ein Bericht der I._______ vom  27. Januar  2011,  den  Gesuchsteller  betreffend,  nachgereicht.  Hierzu  wurde namentlich ausgeführt, der Gesuchsteller  leide unter einer PTBS,  einer  rezidivierenden  depressiven  Störung  sowie  einer  Somatisierungsstörung.  Nur  durch  eine  intensive  integrierte  psychiatrische  Behandlung  könne  sein  Zustand  stabilisiert  und  leicht  verbessert  werden.  Eine  weiterführende  integriert  psychiatrische  Behandlung  sei  dringend  indiziert,  da  bei  fehlender  Fortführung  der  Behandlung  von  einer  Verschlechterung  des  psychischen  Zustandes  auszugehen  sei.  Seine Situation müsse  im Kontext  der Situation  seiner  Familie  angesehen  werden,  denn  die  Ehefrau  und  Gesuchstellerin  sei  massiv  traumatisiert  und  ebenfalls  dringend  auf  die  Weiterführung  der  therapeutischen  Angebote  angewiesen.  Aufgrund  ihrer  sehr  fragilen  gesundheitlichen  Situation  würden  die  Gesuchstellenden  mit  ihren  drei  minderjährigen  Kindern  bei  einer  Rückkehr  in  den  Kosovo  in  eine  medizinische, soziale und wirtschaftliche Notlage geraten. Aus  dem  Bericht  der  I._______   geht  sodann  hervor,  dass  mit  dem  Gesuchsteller bisher 48 ambulante Konsultationen erfolgt seien und er an  der wöchentlich stattfindenden Bewegungsgruppentherapie teilnehme. Im  Verlauf  der  integrierten  psychiatrischen  Behandlung  (Medikamente,  Einzelpsychotherapie,  Bewegungsgruppentherapie)  habe  ein  deutlicher  Rückgang  der  Symptomatik  sowie  eine  Stabilisierung  erreicht  werden  können. Neben der vertrauensvollen therapeutischen Beziehung und der  langjährigen  Anbindung  an  die  Sprechstunde  mit  den  verschiedenen  therapeutischen  Angeboten  werde  der  schrittweise  Aufbau  eines  "normalen" Lebens (Tagesbeschäftigung, Ausbildung der Kinder) in einer  als  subjektiv  empfundenen  sicheren Umgebung als  zentraler Grund  der  Zustandsverbesserung gesehen. Es  sei mit  höchster Wahrscheinlichkeit  anzunehmen,  dass  es  bei  Verlust  der  als  subjektiv  empfundenen  Sicherheit, wie dies bei einer Rückkehr in die Heimat der Fall wäre, zum  Zusammenbruch  der  psychischen  Stabilität  kommen  würde,  was  unter  Umständen sogar zu Suizidabsichten führen könnte. Gleichzeitig reichte die Rechtsvertreterin eine Kostennote zu den Akten.

E­6944/2007, E­8822/2007 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: I. 1.  Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  gesuchstellende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). Es  ist ausserdem zuständig  für die Revision von Urteilen,  die  es  in  seiner  Funktion  als  Beschwerdeinstanz  gefällt  hat  (vgl. BVGE  2007/21 E. 2.1 S. 242 ff.) und entscheidet dabei in der Besetzung mit drei  Richtern oder Richterinnen (Art. 21 Abs. 2 VGG). 2.  Vor allfälligen weiteren Erwägungen ist vorab zur rechtlichen Qualifikation  der Eingabe der Rechtsvertreterin vom 3. September 2007 an das BFM  Folgendes festzustellen: 2.1.  In  der  als  "Wiedererwägungsgesuch"  betitelten  Eingabe  vom  3.  September  2007  berufen  sich  die Gesuchstellenden  auf  Tatsachen und  Beweismittel, welche teilweise bereits vor der Ausfällung des Urteils des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  21.  August  2007  bestanden  haben  beziehungsweise  entstanden  sind.  Dabei  machen  sie  geltend,  unter  erheblichen  gesundheitlichen  Problemen  zu  leiden,  welche  den  Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar  erscheinen  lassen  würden.  Diese  Vorbringen stützen sich namentlich auf zwei Arztberichte, welche am 15.  und 16. August 2007, also sechs respektive fünf Tage vor der Fällung des  Urteils  des  Bundesverwaltungsgerichts,  ausgestellt  worden  sind.  Die  besagten  Beweismittel  sind  erstmals  mit  Eingabe  der  Rechtsvertreterin  vom  21. August  2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (eingegangen  am  Folgetag)  eingereicht  worden,  wobei  die  Rechtsvertreterin  jene  damals  – aufgrund der ihr tatsächlich bekannten Begebenheiten zu Recht – in der  Absicht  eingereicht  hatte,  dass  sie  im  Rahmen  des  ordentlichen 

E­6944/2007, E­8822/2007 Beschwerdeverfahrens  Berücksichtigung  finden.  Für  sich  alleine  betrachtet  stellen  diese  Vorbringen  nicht  eigentliche  qualifizierte  Wiedererwägungsgründe  dar,  welche  im  Rahmen  eines  Wiederwägungsverfahrens zu prüfen gewesen wären. Sie erweisen sich  vielmehr als Revisionsgründe  im Sinne von Art. 121 Abs. 2 Bst. a BGG,  und  die  Eingabe  wäre  als  solche  seitens  des  BFM  direkt  dem  Bundesverwaltungsgericht  zur  Behandlung  zu  überweisen  gewesen  (handelt  es  sich  doch  bei  der  Wiedererwägung  um  ein  gegenüber  der  Revision  subsidiäres  Rechtsmittel).  In  Korrektur  dieses  fehlerhaften  Vorgehens  der  Vorinstanz  nimmt  das  Bundesverwaltungsgericht  die  fälschlicherweise als Wiedererwägungsgesuch bezeichnete Eingabe vom  3.  September  2007  und  die  Beschwerde  vom  12.  Oktober  2007  als  Revisionsgesuch  im Sinne  von Art.  45  ff.  VGG  entgegen  und  prüft  das  Gesuch unter revisionsrechtlichen Aspekten. 2.2. Nach dem Gesagten ist die Verfügung des BFM vom 10. September  2007 mangels Zuständigkeit zu Unrecht ergangen und folglich als nichtig  zu erklären. Die dagegen gerichtete Beschwerde  ist  insofern als gegen­ standslos abzuschreiben. Dem Beschwerdeführer erwächst aus solchem  Vorgehen  freilich  kein  Nachteil.  Falls  die  in  der  für  nichtig  erklärten  Verfügung  des  BFM  vom  10.  September  2007  erhobene  Gebühr  von  Fr. 1'200.– (vgl. Dispositivziffer 4) bereits einbezahlt wurde, hat das BFM  diese zurückzuerstatten; andernfalls erübrigt sich die Rückerstattung. 2.3. Im Übrigen stellt der ebenfalls mit der als "Wiedererwägungsgesuch"  bezeichneten  Eingabe  vom  3.  September  2007  eingereichte  Arztbericht  vom  29. August  2007,  der  erst  nach  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts vom 21. August 2007 ergangen ist, zwar ein  neues  Beweismittel  dar,  welches  aber  lediglich  die  hinreichend  feststehende  Diagnose  in  dem  vorangehenden  Arztzeugnis  vom  16.  August  2007  unterstreicht  und  im  selbigen  sogar  konkret  in  Aussicht  gestellt  wurde.  Im  Arztbericht  vom  29. August  2007  wird  insoweit  nicht  von  einer  neuen,  d.h. seit  Ergehen  des  Gerichtsurteils  vom  21.  August  2007  veränderten  Sachlage  ausgegangen,  sondern  lediglich  von  einer  Erhärtung der bereits erstellten PTBS­Diagnose berichtet. Die Frage, ob  die  erst  nach  Urteilsfällung  ergangenen  Beweismittel  gemäss  Art.  123  Abs.  2  Bst.  a  letzter Halbsatz  BGG  als  revisionsrechtlich  unzulässig  zu  erachten  wären,  kann  daher  vorliegend  offen  gelassen  werden,  da  jedenfalls  die  Arztberichte  vom  15. und  16. August  2007  revisionsrechtlich erhebliche neue Beweismittel darstellen.

E­6944/2007, E­8822/2007 2.4. Des Weiteren  sind  im  Rahmen  des  ausserordentlichen  Verfahrens  zwei  weitere  Arztberichte  vom  4.  und  10.  Oktober  2007  eingereicht  worden, in welchen von einer Destabilisierung des Gesundheitszustandes  der  Gesuchstellenden  seit  der  Eröffnung  der  –  inzwischen  für  nichtig  erklärten  (vgl.  obenstehend  E.  2.2)  –  Verfügung  des  BFM  vom  10. September  2007  berichtet  wird.  Diese  Geltendmachung  einer  Verschlechterung der Gesundheitslage beider Gesuchstellenden stellt ein  wiedererwägungsrechtliches  und  nicht  ein  revisionsrechtliches  Vorbringen  dar,  welches  im  Rahmen  eines  Wiederwägungsverfahrens  respektive  im nachfolgend wiederaufgenommenen Beschwerdeverfahren  zu beurteilen ist. Die eingereichten Arztzeugnisse vom 24. sowie 27. Januar 2011 werden  ebenfalls  im  nachstehend wiederaufgenommenen  Beschwerdeverfahren  behandelt. 3.  3.1.  Mit  dem  ausserordentlichen  Rechtsmittel  der  Revision  wird  die  Unabänderlichkeit  und  Massgeblichkeit  eines  rechtskräftigen  Beschwerdeentscheides  angefochten,  im  Hinblick  darauf,  dass  die  Rechtskraft  beseitigt  wird  und  über  die  Sache  neu  entschieden werden  kann  (vgl. PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, S. 269). 3.2.  Gemäss  Art. 45  VGG  gelten  für  die  Revision  von  Urteilen  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Art. 121  ­  128  BGG  sinngemäss.  Nach  Art. 47  VGG  findet  auf  Inhalt,  Form  und  Ergänzung  des  Revisionsgesuches Art. 67 Abs. 3 VwVG Anwendung. 3.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  zieht  auf  Gesuch  hin  seine  Urteile  aus den in Art. 121 ­ 123 BGG aufgeführten Gründen in Revision (Art. 45  VGG). Nicht  als Revisionsgründe  gelten Gründe, welche  die Partei,  die  um  Revision  nachsucht,  bereits  im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  hätte geltend machen können (sinngemäss Art. 46 VGG). 3.4. Im Revisionsgesuch ist insbesondere der angerufene Revisionsgrund  anzugeben und die Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens im Sinne von  Art. 124 BGG darzutun. 3.5. Die Gesuchstellenden sind durch das angefochtene Urteil besonders  berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung 

E­6944/2007, E­8822/2007 beziehungsweise  Änderung,  womit  die  Legitimation  gegeben  ist  (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG analog). 3.6. Die Gesuchstellenden machen sinngemäss den Revisionsgrund des  Vorliegens  entscheidender  Beweismittel  gemäss  Art. 123  Abs.  2  Bst.  a  BGG  geltend.  Sodann  zeigen  sie  die  Rechtzeitigkeit  des  Revisionsbegehrens  auf.  Auf  das  im  Übrigen  form­  und  fristgerechte  Revisionsgesuch ist deshalb einzutreten (vgl. Art. 124 BGG, Art. 47 VGG  i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG). Die unkorrekte Bezeichnung des Gesuchs  steht  der  Qualifikation  des  Antrags  als  Revisionsgesuch  dabei  nicht  entgegen. 4.  Folglich  gilt  es  zu  prüfen,  ob  die  von  den  Gesuchstellenden  geltend  gemachten  Vorbringen  den  revisionsrechtlichen  Anforderungen  zu  genügen vermögen und ob der angerufene Revisionsgrund gegeben ist. 4.1.  Gemäss  Art.  123  Abs.  2  Bst.  a  BGG  kann  die  Revision  eines  Entscheides  verlangt  werden,  wenn  die  ersuchende  Partei  nachträglich  erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie  im  früheren  ordentlichen  Verfahren  nicht  beibringen  konnte,  unter  Ausschluss  der  Tatsachen  und  Beweismittel,  welche  erst  nach  dem  Entscheid  entstanden  sind.  Revisionsweise  eingereichte  Beweismittel  sind  dann  beachtlich,  wenn  sie  entweder  neu  erfahrene  erhebliche  Tatsachen  belegen  oder  geeignet  sind,  dem  Beweis  von  Tatsachen  zu  dienen,  die  zwar  im  früheren  Verfahren  bekannt  gewesen,  aber  zum  Nachteil  der  gesuchstellenden  Partei  unbewiesen  geblieben  sind.  Das  vorgebrachte  Beweismittel  muss  für  die  Tatbestandsermittlung  von  Belang  sein;  es  genügt  nicht,  wenn  es  lediglich  zu  einer  neuen  Würdigung  der  bei  der  Erstbeurteilung  bereits  bekannten  Tatsachen  führen  soll  (vgl.  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis, Band X, Basel 2008, Rz. 5.48 S. 250). 4.2.  Die  mit  der  vom  Bundesverwaltungsgericht  –  zusammen  mit  der  Beschwerdeeingabe  vom  12.  Oktober  2007  –  als  Revisionsgesuch  entgegengenommenen Eingabe der Rechtsvertreterin vom 3. September  2007 beigebrachten Arztzeugnisse  vom 15.  respektive 16. August  2007  sind vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. August 2011  ergangen und beziehen sich auf Tatsachen, nämlich die gesundheitliche  Problematik  der  Gesuchstellenden,  die  zur  Zeit  der  Erstbeurteilung 

E­6944/2007, E­8822/2007 bereits  bestanden  haben.  Anders  als  die  schwierige  gesundheitliche  Situation  des Gesuchstellers,  von welcher  die Behörden erst  durch den  eingereichten Arztbericht  vom 15. August  2007 Kenntnis  erlangt  haben,  war  ihnen  der  Umstand,  dass  die  Gesuchstellerin  an  einem  fragilen  gesundheitlichen  Zustand  leidet,  bereits  im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  bekannt  und  wurde  im  obgenannten  Urteil  mithin  berücksichtigt.  Das  Ausmass  der  desolaten  gesundheitlichen  Lage  und  der  Umfang  der  entsprechend  benötigten  Behandlung  wurde  allerdings  erst  mit  dem  eingereichten  Arztzeugnis  erkennbar.  Wären  die  beiden  Arztbericht  vom  15.  respektive  16.  August  2007  im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  schon  vorgelegen,  wären  sie  geeignet  gewesen,  zu einem anderen Entscheid zu führen. Nach  dem  Gesagten  sind  die  Beweismittel  daher  geeignet,  von  der  Richtigkeit  eines  neuen  erheblichen  Tatsachenvorbringens  zu  überzeugen. Demnach ist die in revisionsrechtlicher Hinsicht erforderliche  Erheblichkeit zu bejahen. 4.3.  Zu  prüfen  ist  sodann,  ob  die  eingereichten  Arztzeugnisse  vom  15. respektive  16. August  2007  –  bei  Anwendung  der  zumutbaren  Sorgfalt  und  unter  Beachtung  der  den  Gesuchstellenden  obliegenden  Mitwirkungspflicht  (vgl. Art.  8  AsylG)  –  bereits  im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  und  folglich  vor  Ergehen  des  verfahrensabschliessenden  Urteils  vom  21.  August  2007  hätten  beigebracht werden können. 4.3.1. Die  am  9.  August  2007 mandatierte  Rechtsvertreterin  reichte mit  Eingabe  vom  21.  August  2007  Arztzeugnisse  der  I._______  vom  15.  respektive 16. August 2007, den prekären gesundheitlichen Zustand der  Gesuchstellenden  sowie  die  dringend  benötigte  Behandlung  betreffend,  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein.  Aus  diesen  Arztberichten  geht  hervor,  dass  die  Gesuchstellenden  auf  Zuweisung  ihres  Erstversorgerarztes seit dem 27. Juni 2007 beziehungsweise dem 4. Juli  2007  in psychiatrischer Behandlung stünden. Dem Arztzeugnis  vom 16.  August 2007 ist überdies zu entnehmen, dass ein bei der Gesuchstellerin  geplanter Test zur Erfassung  traumatischer Ereignisse (Harvard Trauma  Questionnaire,  HTQ)  aus  zeitlichen  Gründen  nicht  habe  durchgeführt  werden  können  und  in  zwei Wochen  nachgereicht  würde.  Die  Eingabe  der  Rechtsvertreterin  vom  21. August  2011  kreuzte  sich  mit  dem  am  selben  Tag  ergangenen  sowie  in  Rechtskraft  erwachsenen  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  21. August  2007,  weshalb  die 

E­6944/2007, E­8822/2007 beigebrachten  Arztberichte  respektive  die  in  dieser  Eingabe  vorgetragenen  medizinischen  Wegweisungshindernisse  nicht  (mehr)  im  Rahmen  des  ordentlichen  Beschwerdeverfahrens  berücksichtigt  werden  konnten. Dem  dargelegten  Sachverhalt  ist  somit  zu  entnehmen,  dass  die  am  9. August  2007  neu  zugezogene  Rechtsvertreterin  die  Erstellung  der  ärztlichen  Berichte  umgehend  veranlasste.  Dass  die  Gesuchstellenden  die  Arztzeugnisse  bereits  im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  und  mithin  vor  Ergehen  des  verfahrensabschliessenden  Urteils  vom  21. August  2007  hätten  beibringen  können,  muss  vorliegend  verneint  werden,  da  sie  einerseits  erst  seit  dem 27.  Juni  2007 beziehungsweise  dem  4.  Juli  2007  bei  den  I._______  in  Behandlung  stehen  und  es  nachvollziehbar  ist,  dass  eine  seriöse Abklärung  des  äusserst  prekären  Gesundheitszustands  der  Gesuchstellenden  eine  gewisse  Zeit  in  Anspruch nimmt, und andererseits aus dem Arztbericht  vom 16. August  2007  hervorgeht,  dass  selbst  zu  jenem  Zeitpunkt  noch  nicht  alle  notwendigen  medizinischen  Tests  hatten  durchgeführt  werden  können,  sondern noch zu erfolgen hatten. Demnach war es den Gesuchstellenden  in  Anwendung  der  zumutbaren Sorgfalt  und  unter  Beachtung  der  ihnen  obliegenden  Mitwirkungspflicht  gleichwohl  nicht  möglich,  die  Arztzeugnisse  vom  15.  respektive  16.  August  2007  zu  einem  früheren  Zeitpunkt noch im ordentlichen Verfahren beizubringen. Nach  dem  Gesagten  sind  die  eingereichten  Beweismittel  als  nicht  verspätet zu qualifizieren. 4.4.  Somit  ist  festzuhalten,  dass  der  sinngemäss  angerufene  Revisionsgrund  von  Art. 123  Abs.  2  Bst.  a  BGG  im  vorliegenden  Fall  erfüllt ist. 5.  Bei dieser Sach­ und Rechtslage  ist das Revisionsgesuch gutzuheissen  und  das  Urteil  der  Beschwerdeinstanz  vom  21.  August  2007  (D­1633/2007)  ist  aufzuheben.  Das  Beschwerdeverfahren  ist  unter  der  Nummer  E­8822/2007  wieder  aufzunehmen  sowie  neu  zu  entscheiden  (vgl. Art. 128 Abs. 1 BGG). Mit  dem  Urteil  vom  21.  August  2007  wurden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt, welche zurückzuerstatten wären.

E­6944/2007, E­8822/2007 6.  Mit  Verfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  25.  Oktober  2007  wurde  das  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65 Abs.1 sowie Abs. 2 VwVG gutgeheissen und die Rechtsvertreterin  für  das  vorliegende  Revisionsverfahren  als  amtlicher  Beistand  beigeordnet.  Den  vertretenen Gesuchstellenden  ist  demnach  zu  Lasten  des  Gerichts  eine  Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen. Mit der  Ausrichtung  der  Parteientschädigung  gilt  das  Honorar  für  die  amtliche  Verbeiständung als abgegolten. Die  Rechtsvertreterin  reichte  mit  Eingabe  vom  14.  Februar  2011  eine  Kostennote  im  Revisionsverfahren  ein,  gemäss  welcher  sie  für  das  ausserordentliche  Verfahren  einen  zeitlichen  Aufwand  von  insgesamt  12 Stunden  bei  einem  Stundenansatz  von  Fr.  240.–  und  Auslagen  in  Höhen von Fr. 50.– (nicht mehrwertsteuerpflichtig) geltend machte. Der in  Rechnung gestellte Aufwand erscheint grundsätzlich angemessen. In der  Kostennote  wird  die  Eingabe  vom  3.  September  2007  allerdings  nicht  separat  ausgewiesen,  ist  aber,  da  als  Revisionsgesuch  entgegengenommen,  ebenfalls  zu  entschädigen.  Das  Gericht  erachtet  einen  entsprechenden  Aufwand  von  4  Stunden  als  angemessen.  Demnach  ist  unter  Berücksichtigung  der  Bemessungsgrundsätze  nach  Art. 8 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem  Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 (VGKE, SR 173.320.2)  den Gesuchstellenden eine Parteientschädigung zu Lasten des Gerichts  in  Höhe  von  Fr. 4'181.80  (inkl.  Auslagen  und  Mehrwertsteuer)  zuzusprechen ist. II. 7.  Im  wiederaufgenommenen  Beschwerdeverfahren  E­8822/2007  ist  festzuhalten,  dass das gegen die Verfügung des BFM vom 27. Februar  2007  – gleichentags  eröffnet  –  erhobene  Rechtsmittel  vom  2.  März  2007  (Poststempel)  frist­  und  formgerecht  erfolgt  ist.  Somit  ist  auf  die  Beschwerde einzutreten. 8.  8.1.  Mit  der  vorliegend  als  Revisionsgesuch  entgegengenommenen  Eingabe  vom  3.  September  2007  beschränkten  die  Gesuchstellenden 

E­6944/2007, E­8822/2007 beziehungsweise Beschwerdeführenden  ihre  in  der Beschwerde  vom 2.  März  2007  formulierten  Rechtsbegehren  auf  den  Wegweisungsvollzugspunkt. Folglich sind die Dispositivziffern 1 und 2 der  vorinstanzlichen  Verfügung  vom  27.  Februar  2007  in  Rechtskraft  erwachsen und vorliegend nicht mehr zu beurteilen. Zu  prüfen  bleibt,  ob  in  casu  allfällige  Wegweisungsvollzugshindernisse  vorliegen. 8.2.  Im erstinstanzlichen Asylverfahren hat die Beschwerdeführerin zwar  im Rahmen  ihrer Anhörungen auf den Umstand verwiesen, dass sie an  Panikattacken  leide, die sie auf  ihre Erlebnisse während des Krieges  im  Jahr  1999  zurückführe  (vgl.  A2/8,  S.  5).  Sie  gab  auch  ausdrücklich  zu  Protokoll,  dass  sie  krank  sei,  in  ständiger  Behandlung  stehe  und  ihr  sowohl  in  der Schweiz wie  bereits  im Kosovo Medikamente  verabreicht  worden  seien  (vgl.  A9/11,  S.  6  und  8).  Der  Beschwerdeführer  hat  demgegenüber  im  damaligen  Verfahrensstadium  keine  konkreten  gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorgetragen. Im  Verlaufe  des  erstinstanzlichen  Asylverfahrens  haben  die  Beschwerdeführenden  keine  Dokumente  eingereicht,  welche  näher  über ihren Gesundheitszustand Aufschluss gegeben hätten. Es wurden  auch  seitens  des BFM keine weiteren Abklärungen  in  dieser Hinsicht  vorgenommen.  In  der  angefochtenen  Verfügung  ist  das  BFM  –  in  Anwendung  des  Nichteintretenstatbestandes  der  Papierlosigkeit  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  –  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten,  hat  aber  im  Rahmen  der  Prüfung  der  Wegweisungshindernisse  darauf  hingewiesen,  dass  die  Beschwerdeführerin  gemäss  eigenen  Angaben  in  F._______  regelmässig  bei  einem  Neuropsychiater  in  Behandlung  gewesen  sei.  Eine  weitere  Auseinandersetzung  mit  der  aktuellen  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführenden  beziehungsweise  mit  der  Frage  der  Behandelbarkeit  allfälliger  Krankheitsbilder  im  Kosovo  fand  hingegen nicht statt. 8.3.  Die  Beschwerdeführenden  machen  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  geltend.  Prozessgegenstand  des  vorliegenden  Beschwer­deverfahrens  bildet  demnach  auch  einzig  die  Frage  der  Zumutbarkeit  beziehungsweise  der  Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges nach Art. 83 Abs. 4 des Bundesgesetzes über die 

E­6944/2007, E­8822/2007 Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  16. Dezember  2005  (AuG,  SR 142.20). 9.  9.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 9.2. Gemäss  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  sind  die  Bedingungen  für  einen  Verzicht  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  alternativer  Natur.  Sobald eine der Bedingungen erfüllt  ist,  ist der Vollzug der Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  in  der  Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln (vgl. dazu BVGE 2009/51 E. 5.4, mit weiteren Hinweisen). Gegen  eine  allfällige  Aufhebung  der  vorläufigen  Aufnahme  steht  dem  weggewiesenen  Asylsuchenden  wiederum  die  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht offen (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 44 Abs. 2  AsylG).  In  diesem  Verfahren  wäre  dann  der  Wegweisungsvollzug  vor  dem Hintergrund sämtlicher Vollzugshindernisse von Amtes wegen nach  Massgabe der in diesem Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse zu prüfen. 9.3.  Vorliegend  konzentriert  sich  die  Prüfung  auf  die  Frage  der  Unzumutbarkeit.  Gemäss  Art.  83  Abs.  4  AuG  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung nicht  zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  wäre.  Diese  Bestimmung  wird  vor  allem  bei  Gewaltflüchtlingen  angewendet,  das  heisst  bei  Ausländerinnen  und  Ausländern,  die  mangels  persönlicher  Verfolgung  weder  die  Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft  noch  jene  des  völkerrechtlichen  Non­Refoulement­Prinzips  erfüllen,  jedoch  wegen  der  Folgen  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  nicht  in  ihren Heimatstaat  zurückkehren  können.  Im Weiteren  findet  sie  Anwendung  auf  andere  Personen,  die  nach  ihrer  Rückkehr  ebenfalls  einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige  medizinische  Versorgung  nicht  erhalten  könnten  oder  –  aus  objektiver  Sicht  –  wegen  der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich  in völlige Armut gestossen würden,  dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Verschlechterung  ihres  Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar  dem  Tod  ausgeliefert 

E­6944/2007, E­8822/2007 wären  (BVGE 2009/52 E. 10.1, 2009/51 E. 5.5, 2009/28 E. 9.3.1,  je mit  weiteren  Hinweisen).  Den  Asylbehörden  kommt  im  Rahmen  der  Anwendung  von  Art. 83  Abs.  4  AuG  ein  Ermessensspielraum  zu  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001 Nr.  16 E.  6b S.  123 mit weiteren  Hinweisen,  wobei  zu  berücksichtigen  ist,  dass  die  dort  zitierte  Bestimmung  von  Art.  14a  Abs.  4  des  Bundesgesetzes  über  Aufenthalt  und Niederlassung der Ausländer vom 26. März 1931 [ANAG, BS 1 121]  in das heute geltende AuG überführt wurde). 9.4.  Den  Akten  zufolge  leiden  beide  Beschwerdeführenden  unter  gesundheitlichen  Problemen  respektive  Krankheitsbildern  psychischer  Natur,  die  als  psychotherapeutisch  sowie  medikamentös  behandlungsbedürftig beschrieben werden. 9.4.1.  Aus  dem  aktuellsten  Facharztbericht  vom  24.  Januar  2011  und  dem  bereits  am  16.  August  2007  erstellten  Bericht  der  I._______  geht  hervor, die Beschwerdeführerin leide an einer komplexen PTBS und einer  mittelgradig  depressiven  Episode.  Sie  sei  seit  dem  27.  Juni  2007  in  Behandlung  und  es  hätten  bereits  117  Konsultationen  bei  (…)  der  I._______ stattgefunden. Dank der  langjährigen intensiven Therapie und  der Inanspruchnahme weiterer Angebote der I._______ habe eine innere  und  äussere  Sicherheit  erarbeitet  werden  können.  Auf  diesem  Boden  habe  eine  Verbesserung  und  Stabilisierung  stattgefunden.  Sie  benötige  allerdings  weiterhin  eine  psychotherapeutische  sowie  medikamentöse  Behandlung. Die behandelnde Psychologin erachte die Weiterführung der  Gesprächstherapie  und  der  Teilnahme  an  der  Bewegungsgruppentherapie als dringend indiziert. Beim Wegfallen dieser  Angebote  sei  mit  einer  markanten  psychischen  Dekompensation  zu  rechnen.  Eine  Rückkehr  ins  Heimatland  würde  zudem  zu  einer  Retraumatisierung  führen  und  die  gewonnene  Sicherheit  würde  verschwinden,  so  dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  mehr  in  der  Lage  wäre, ihren Alltag und denjenigen ihrer Kinder zu bewältigen. Dem  aktuellsten  Arztbericht  vom  27.  Januar  2011  und  dem  bereits  am  15. August 2007 verfassten Bericht der I._______ ist zu entnehmen, dass  der  Beschwerdeführer  ebenfalls  an  einer  PTBS,  einer  rezidivierenden  depressiven Störung sowie einer Somatisierungsstörung leide. Er sei seit  dem  4. Juli  2007  in  Behandlung,  und  bisher  seien  48 ambulante  Konsultationen  erfolgt.  Im  Verlauf  der  integrierten  psychiatrischen  Behandlung  (Medikamente,  Einzelpsychotherapie, 

E­6944/2007, E­8822/2007 Bewegungsgruppentherapie)  habe  ein  deutlicher  Rückgang  der  Symptomatik  sowie  eine  Stabilisierung  erreicht  werden  können.  Neben  der  vertrauensvollen  therapeutischen  Beziehung  und  der  langjährigen  Anbindung an die Sprechstunde mit den verschiedenen  therapeutischen  Angeboten  werde  der  schrittweise  Aufbau  eines  "normalen"  Lebens  (Tagesbeschäftigung,  Ausbildung  der  Kinder)  in  einer  als  subjektiv  empfundenen  sicheren  Umgebung  als  zentraler  Grund  der  Zustandsverbesserung gesehen. Es  sei mit  höchster Wahrscheinlichkeit  anzunehmen,  dass  es  bei  Verlust  der  als  subjektiv  empfundenen  Sicherheit, wie dies bei einer Rückkehr in die Heimat der Fall wäre, zum  Zusammenbruch  der  psychischen  Stabilität  kommen  würde,  was  unter  Umständen  sogar  zu  Suizidabsichten  führen  könnte.  Nur  durch  eine  intensive  integrierte  psychiatrische  Behandlung  könne  sein  Zustand  stabilisiert  und  leicht  verbessert  werden.  Eine  weiterführende  integriert  psychiatrische  Behandlung  sei  dringend  indiziert,  da  bei  fehlender  Fortführung der Behandlung von einer Verschlechterung des psychischen  Zustandes  auszugehen  sei.  Seine  Situation  müsse  im  Kontext  der  Situation  seiner  Familie  angesehen  werden,  denn  die  Ehefrau  und  Beschwerdeführerin  sei massiv  traumatisiert  und  ebenfalls  dringend  auf  die Weiterführung  der  therapeutischen Angebote  angewiesen.  Aufgrund  ihrer  sehr  fragilen  gesundheitlichen  Situation  würden  die  Beschwerdeführenden  mit  ihren  drei  minderjährigen  Kindern  bei  einer  Rückkehr in den Kosovo in eine medizinische, soziale und wirtschaftliche  Notlage geraten. Zudem  ist  den  I._______­Berichten  vom  4.  Oktober  2007  sowie  10.  Oktober 2007 zu entnehmen, dass nach der Eröffnung der – derweil  für  nichtig erklärten  (vgl. E. 2.2) – Verfügung des BFM vom 10. September  2007  eine  Destabilisierung  respektive  eine  deutliche  Befundverschlechterung bei den Beschwerdeführenden eingetreten sei. 9.5.  Im  Nachfolgenden  ist  daher  zu  prüfen,  ob  diese  bei  den  Beschwerdeführenden  diagnostizierten  Krankheitsbilder  als  Wegweisungshindernis  zu  betrachten  sind,  nachdem  ärztlicherseits  von  einer  jahrelang  notwendigen  medizinischen  Behandlung  beziehungsweise Überwachung der Krankheitsbilder  ausgegangen wird,  oder  ob  den  Beschwerdeführenden  zugemutet  werden  kann,  in  den  Kosovo zurückzukehren. 9.5.1. Vorab  ist  festzuhalten,  dass  das Bundesverwaltungsgericht  keine  konkrete  Veranlassung  hat,  an  den  von  den  die  Beschwerdeführenden 

E­6944/2007, E­8822/2007 behandelnden Fachärzten gestellten Diagnosen  zu  zweifeln. Es  ist  vom  medizinischen  Sachverhalt,  wie  er  in  den  ärztlichen  Berichten  beschrieben wird, auszugehen. 9.5.2. Mit Eingabe vom 31. Januar 2011 verwies die Rechtsvertreterin auf  einen  Bericht  der  SFH  (GRÉGOIRE  SINGER,  SFH:  Kosovo:  Update,  Zur  Lage  der  medizinischen  Versorgung,  Bern,  1.  September  2010).  Dem  Bericht ist zu entnehmen, dass selbst die medizinische Grundversorgung  zahlreiche  Lücken  aufweise.  Diese  würden  zwar  teilweise  von  privaten  Leistungserbringern  geschlossen,  dies  jedoch  in  der  Regel  zu  einem  hohen  Preis,  und  sie  könnten  keine  Versorgungssicherheit  bieten.  Es  würden  insbesondere Mängel an  finanziellen Mitteln und  Infrastrukturen,  Unzulänglichkeiten  der  erbrachten  Leistungen  sowie  Versorgungsknappheit  bei  Medikamenten  herrschen.  Das  enorme  Bedürfnis  nach  professioneller  psychologischer  Betreuung  könne  bei  weitem nicht gedeckt werden. Zudem habe das vorhandene Personal nur  ungenügende  Kenntnisse  moderner  psychiatrischer  Behandlungsmethoden und müsse sich überdies aus Zeitgründen in den  meisten Fällen auf eine medikamentöse Behandlung oder Einweisung in  Spitäler  beschränken. Die Behandlung von PTBS, welche  im Anschluss  an  die  Konflikte  wie  auch  die  Unruhen  von  März  2004  zu  einer  Frage  höchster  Wichtigkeit  geworden  sei,  bedürfe  dringender  Verbesserung,  denn  es  herrsche  ein  deutliches  Missverhältnis  zwischen  Bedarf  und  therapeutischem  Angebot.  Die  Zeit,  welche  für  Psychotherapie  zur  Verfügung  stehe,  sei  aufgrund mangelnden Personals  auf  ein Minimum  reduziert.  In den sieben ambulanten Behandlungszentren für psychische  Krankheiten  würden  weder  Psychotherapien  noch  Gruppen­  oder  Beschäftigungstherapien  angeboten  und  die  angebotene  Behandlung  gehe nicht über das Verschreiben von Medikamenten und Sprechstunden  zwecks  Kontrolle  ihrer  Dosierung  hinaus.  Diese  personelle  sowie  materielle  Notsituation  des  kosovarischen  Gesundheitssystems  dürfte  sich auch in naher Zukunft nicht entspannen. Das Gericht geht in seinem  zur Publikation vorgesehenen Urteil BVGE D­6827/2010 vom 2. Mai 2011  E. 8.8.2 von einer ähnlichen Einschätzung der Lage wie die SFH aus (vgl.  auch etwa das Urteil D­3966/2007 vom 25. November 2009 E. 6.4.3, mit  weiteren Hinweisen). Diesen  Erwägungen  entsprechend  ist  zu  schliessen,  dass  die  Beschwerdeführenden  nicht  in  der  Lage  sein  werden,  in  ihrem  Heimatstaat  eine  genügende  Behandlung  zu  erlangen,  was  schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen würde. Angesichts der 

E­6944/2007, E­8822/2007 als  erforderlich  erachteten,  multiplen  Behandlungsszenarien  (Medikamente,  Einzelpsychotherapie,  Bewegungsgruppentherapie)  kann  nicht von einer lückenlosen und adäquaten Versorgung beziehungsweise  von  einer  sichergestellten  Fortsetzung  der  in  der  Schweiz  eingeleiteten  Therapie  ausgegangen  werden.  Aufgrund  der  Behandlungen  in  der  Schweiz  ist  derweil  zwar  eine  Verbesserung  des  Gesundheitszustands  eingetreten;  die  Aufrechterhaltung  dieses  durchaus  noch  fragilen  Zustandes  setzt  aber  gerade  die  gesicherte  Fortsetzung  der  laufenden  medizinischen  Behandlungen  und  Kontrollen  voraus.  Eine  lediglich  medikamentöse Behandlung reicht dabei nicht aus, um den psychischen  Zustand  der  Beschwerdeführenden  vollends  zu  stabilisieren.  Die  Gesundheit  wäre  im  Falle  eines Wegweisungsvollzuges  in  den  Kosovo  ernsthaft gefährdet. Beim Beschwerdeführer könnte ein Zusammenbruch  der  psychischen  Stabilität  unter  Umständen  gar  zu  Suizidabsichten  führen. Im Übrigen wäre auch das wirtschaftliche Fortkommen bei einem  längeren  Unterbruch  oder Wegfall  der  Überwachung  ihrer  bestehenden  Leiden  gefährdet,  zumal  die  Beschwerdeführenden  voraussichtlich  geringe  Chancen  auf  dem  ohnehin  von  hoher  Arbeitslosigkeit  gezeichneten  Arbeitsmarkt  Kosovos  hätten.  Eine  Finanzierung  der  benötigten  Medikamente  und  Behandlungen  wäre  somit  nicht  gewährleistet. 9.5.3.  Des  Weiteren  wurde  mit  Eingabe  vom  31.  Januar  2011  darauf  verwiesen,  dass  die  drei  minderjährigen  Kinder  bereits  heute  unter  der  schlechten  psychischen  Verfassung  der  Eltern  leiden würden.  Auch  sie  seien  auf  die  innere  und  äussere  Sicherheit,  welche  die  Beschwerdeführerin mit Hilfe der Therapie und den weiteren Angeboten  der I._______ habe aufbauen können, angewiesen. Gemäss der Rechtsprechung der  vormals zuständigen Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK),  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  weitergeführt  wird,  bildet  im  Rahmen  der  Zumutbarkeitsprüfung  das  Wohl  des  Kindes  einen  Gesichtspunkt  von  gewichtiger  Bedeutung,  falls  Kinder  von  einem  Wegweisungsvollzug  betroffen  sind.  Dies  ergibt  sich  nicht  zuletzt  aus  einer  völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AuG  im Lichte von  Art.  3  Abs.  1  des  Übereinkommens  über  die  Rechte  des  Kindes  vom  20. November 1989 (KRK, SR 0.107). Demzufolge sind unter dem Aspekt  des Kindswohls sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdigen, die  im Hinblick  auf  eine Wegweisung wesentlich  erscheinen  (EMARK  1998  Nr. 13 E. 5e.aa S. 98 f.); namentlich sind Kriterien wie Alter des Kindes, 

E­6944/2007, E­8822/2007 Reife, Abhängigkeit, Art  der Beziehung  (Nähe,  Intensität,  Tragfähigkeit),  Eigenschaften  der  Bezugsperson  (insbesondere  Unterstützungsbereitschaft und ­fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich  Entwicklung  und  Ausbildung  des  Kindes,  Grad  der  erfolgten  Integration  bei  einem  längeren  Aufenthalt  in  der  Schweiz  zu  würdigen  (BVGE  2009/51  E.  5.6  und  5.8.2,  2009/28  E.  9.3.2;  EMARK 2005 Nr.  6  E.  6.2  S. 57 f.). Die Kinder sind heute (…) Jahre alt. Kindern in einem noch jungen, stark  von  der  Familie  geprägten  Alter  wird  die  Rückkehr  in  ihr  Heimatland  selbst nach einem mehrjährigen Aufenthalt  im Gastland gemeinhin zwar  zugemutet. Wie aus dem I._______­Bericht vom 24. Januar 2011 jedoch  hervorgeht,  würde  eine  Rückkehr  der  Eltern  ins  Heimatland  zu  einer  Retraumatisierung führen und ihre gewonnene Sicherheit in der Schweiz  würde  verschwinden,  so  dass  sie  nicht  mehr  in  der  Lage  wären,  ihren  Alltag und denjenigen ihrer Kinder zu bewältigen. Dieser Umstand würde  auch die Kinder erheblich tangieren und wäre mit dem Wohl des Kindes  nicht vereinbar. Nach dem Gesagten ist der Wegweisungsvollzug auch unter dem Aspekt  des Kindswohls als nicht zumutbar einzuschätzen. 9.6.  In  einer  Gesamtwürdigung  aller  Umstände  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  demnach  zum  Schluss,  dass  sich  aufgrund  der  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführenden,  der  lückenhaften  Behandlungsmöglichkeiten  in  ihrem Heimatland  sowie  des  Kindswohls  der  Vollzug  der Wegweisung  als  unzumutbar  im  Sinne  von  Art. 83 Abs. 4 AuG erweist. Die Beschwerdeführenden sind daher in der  Schweiz vorläufig aufzunehmen. 9.7. Aus den Akten ergeben sich im Übrigen keine Hinweise darauf, dass  im  vorliegenden  Fall  die  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  nach  Art. 83  Abs.  4  AuG  aufgrund  eines  Tatbestand  gemäss  Art.  83  Abs.  7  Bst. a ­ c AuG auszuschliessen wäre. 10.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerde,  soweit  den  Wegweisungsvollzugspunkt  betreffend,  gutzuheissen  ist.  Die  Ziffern  3  und  4  der  vorinstanzlichen  Verfügung  vom  27.  Februar  2007  sind  aufzuheben  und  das BFM  ist  anzuweisen,  die Beschwerdeführenden  in 

E­6944/2007, E­8822/2007 der Schweiz wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig  aufzunehmen. 11.  11.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  sind  keine  Verfahrenskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). 11.2.  Den  Beschwerdeführenden  ist  angesichts  ihres  Obsiegens  im  Beschwerdeverfahren  in  Anwendung  von  Art.  64  VwVG  eine  Parteientschädigung  für  ihnen  erwachsene  notwendige  Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 VGKE). Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote zu den Akten gereicht. Auf die  Nachforderung  einer  solchen  kann  indes  verzichtet  werden,  da  im  vorliegenden  Verfahren  der  Aufwand  für  das  Beschwerdeverfahren  zuverlässig abgeschätzt werden kann (Art. 14 Abs. 2  in fine VGKE). Die  Beschwerdeführenden  waren  bis  zu  Einreichung  der  Eingabe  vom  21.  August  2007  nicht  vertreten.  Für  diese  Eingabe  ist  ein  Aufwand  von  1  Stunde  bei  einem  Stundenansatz  von  Fr.  240.–  zu  veranschlagen.  Die  weiteren  Aufwendung  der  Rechtsvertreterin  wurden  im  Rahmen  der  Parteientschädigung für das Revisionsverfahren abgegolten (vgl. oben E.  6).  In  Anwendung  der  obgenannten  Bestimmung  und  unter  Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren  (vgl. Art. 8  ff.  VGKE) ist das Bundesamt mithin anzuweisen, den Beschwerdeführenden  für das Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung  in der Höhe von  Fr. 258.20 (inkl. Mehrwertsteuer) auszurichten. (Dispositiv nächste Seite)

E­6944/2007, E­8822/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Verfügung des BFM vom 10. September 2007 wird für nichtig erklärt.  Die dagegen gerichtete Beschwerde vom 12. Oktober 2007 wird zufolge  Gegenstandslosigkeit  abgeschrieben.  Die  mit  der  vorinstanzlichen  Verfügung auferlegten Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.– sind  – sofern  sie  bereits  von  den  Gesuchstellern  beziehungsweise  Beschwerdeführern  einbezahlt  worden  sind  –  durch  das  BFM  zurückzuerstatten. 2.  Das  Revisionsgesuch  wird  gutgeheissen.  Das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­1633/2007  vom  21.  August  2007  wird  aufgehoben. 3.  Für  das  Revisionsverfahren  werden  keine  Kosten  auferlegt.  Den  Gesuchstellenden  wird  vom  Bundesverwaltungsgericht  für  das  Revisionsverfahren  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  Fr. 4'181.80 ausgerichtet. 4.  Die  Beschwerde  vom  2.  März  2007  wird  gutgeheissen.  Die  Dispositivziffern 3 und 4 der Verfügung des BFM vom 27. Februar 2007  werden  aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen,  die  Beschwerdeführenden vorläufig aufzunehmen. 5.  Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführenden  für  das  Beschwerdeverfahren  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  Fr.  258.20 auszurichten. 6.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Gesuchstellenden  respektive  Beschwerdeführenden, das BFM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Natasa Stankovic

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E-6944/2007 — Bundesverwaltungsgericht 29.09.2011 E-6944/2007 — Swissrulings