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Bundesverwaltungsgericht 29.12.2011 E-6886/2011

29 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,113 parole·~6 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 16. Dezember 2011 / N

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6886/2011 Urteil   v om   2 9 .   D e z embe r   2011     Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Walter Söckli,     Gerichtsschreiber Jan Feichtinger. Parteien A._______, Nigeria,   vertreten durch lic. iur. Oliver Borer, Advokat,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren);  Verfügung des BFM vom 16. Dezember 2011 / N (…).

E­6886/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  ein  nigerianischer  Staatsangehöriger  mit  letztem Wohnsitz  in B._______, am 26. Dezember 2009  in der Schweiz  erstmals um Asyl nachsuchte,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  31.  März  2010  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  dieses  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  den  Beschwerdeführer  nach Italien wegwies, dass  diese  Verfügung  am  20.  April  2010  unangefochten  in  Rechtskraft  erwachsen ist,  dass  der  Beschwerdeführer  gemäss Mitteilung  des  Kantons  C._______  an das BFM am 16. Mai 2010 verschwunden ist, dass  er  am  25. Oktober  2010  erneut  in  die  Schweiz  gelangte  und  gleichentags um Wiedererwägung des vorinstanzlichen Entscheides vom    31. März 2010 ersuchte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  25.  November  2010  das  Wiedererwägungsgesuch abwies, feststellte, die Verfügung vom 31. März  2010 sei rechtskräftig und vollstreckbar, eine Gebühr von Fr. 600.­ erhob  und  darauf  hinwies,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  keine  aufschiebende Wirkung zukomme, dass das Haftgericht des Kantons C._______ die vom (…) angeordnete  Ausschaffungshaft gegen den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 24.  Dezember 2010 antragsgemäss  für drei Monate genehmigte und dieser  am 11. Januar 2011 nach Italien zurückgeführt wurde, dass der Beschwerdeführer am 31. Januar 2011 abermals in die Schweiz  gelangte und gleichentags abermals um Asyl nachsuchte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  19. April  2011  –  wiederum  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  –  auch  auf  dieses  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  den  Beschwerdeführer  erneut  nach  Italien  wegwies,

E­6886/2011 dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  E­2591/2011  vom  12. Mai 2011 eine gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde abwies,  soweit darauf eingetreten wurde, dass  der  Beschwerdeführer  am  20. Mai  2011  erneut  nach  Italien  rücküberstellt wurde und er  am 27. September in  der Schweiz  2011 ein  weiteres Asylgesuch stellte, dass  er,  wie  bereits  im  Rahmen  der  vorhergehenden  Asylverfahren  erkannt, gemäss der Datenbank Eurodac am 25. Juli 2008 in D._______  (Italien) ein Asylgesuch eingereicht hat, wobei er daktyloskopisch erfasst  worden ist, dass  ihm  das  BFM  am  7. Oktober 2011  zu  diesem  Sachverhalt  im  Hinblick  auf  eine  allfällige  Zuständigkeit  Italiens  das  rechtliche  Gehör  gewährt wurde und er auf entsprechende Fragen angab, es gebe keine  Gründe, welche gegen eine Rücküberstellung nach  Italien sprächen (C7  S. 8), dass  das  BFM  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  c  der  Verordnung  (EG)  Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  am  19. Oktober 2011  Italien  um  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  ersuchte und bis zum 3. November 2011 keine Antwort auf das Ersuchen  einging, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  16. Dezember 2011  (eröffnet  am  20. Dezember 2011) – wiederum in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  – auch  auf  dieses  dritte  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  den  Beschwerdeführer  nach  Italien  wegwies,  ihn  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  C._______  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung  beauftragte  und  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  habe  keine  aufschiebende Wirkung, dass  es  zur  Begründung  anführte,  der  vormalige  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  in  Italien  respektive  sein  dortiges  Asylersuchen  sei  durch den Eurodac­Treffer vom 25. Juli 2008 belegt,  dass  er  bereits  zweimal  im  Rahmen  von  Dublin­Verfahren  nach  Italien  zurückgeführt worden und anhand seiner Aussagen erstellt  sei,  dass er 

E­6886/2011 sich seit der letzten Rückführung bis zur erneuten Einreise in die Schweiz  ununterbrochen dort aufgehalten habe, dass  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68]  sowie  "Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem  Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung  des  Schengen­Besitzstandes  und  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in Norwegen  gestellten  Asylantrags")  Italien  für  die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dass  das  BFM  auf  das  entsprechende  Rückübernahmeersuchen  vom  19. Oktober 2011  von  den  italienischen  Behörden  innert  Frist  keine  Antwort  erhalten  habe,  weshalb  die  Zuständigkeit  gestützt  auf  Art.  20  Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO auf Italien übergegangen sei, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung – bis spätestens am 3. Mai 2012 zu erfolgen habe, dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs zu einer Wegweisung nach  Italien keine Einwände gegen einen  Vollzug nach Italien geltend gemacht habe, dass Italien das Non­Refoulement­Gebot respektiere und keine Hinweise  einer Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im  Falle einer Rücküberstellung bestehen würden, dass  somit  auf  das  Asylgesuch  nicht  einzutreten,  die Wegweisung  aus  der Schweiz die Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch und  der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und möglich  sei, dass  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit  Eingabe  vom  22. Dezember  2011  (Poststempel)  in  materieller  Hinsicht  die  Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Bewilligung der vorläufigen 

E­6886/2011 Aufnahme  und  eventualiter  die  Zurückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz zur Neubeurteilung beantragt, dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung der Beschwerde und der  unentgeltlichen Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass auf die Begründung der Rechtsbegehren, soweit  für den Entscheid  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, dass  die  zuständige  Instruktionsrichterin  mit  Verfügung  vom  23. Dezember 2011  den  Vollzug  der  Wegweisung  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  gestützt  auf  Art.  56  VwVG  vorsorglich  aussetzte, dass  die  vollständigen  vorinstanzlichen  Akten  am  27. Dezember  2011  beim Bundesverwaltungsgericht eingingen, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ­ 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge­ nommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde –  vorbehältlich der nachstehenden Ausführungen – einzutreten ist (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  52  Abs.  1  VwVG),

E­6886/2011 dass  sich  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs.  1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen  und Ausländer [AuG, SR 142.20]) dass eine Prüfung der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs in den  zuständigen Dublin­Staat  soweit notwendig vielmehr bereits  im Rahmen  des Nichteintretensentscheides zu erfolgen hat, mithin das Vorliegen von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zur  Kassation  desselben  führen  würde,  weshalb  auf  den  Antrag  um  vorläufige  Aufnahme  infolge  der  sinngemäss  geltend  gemachten  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs nach Italien nicht einzutreten ist, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111 Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend, wie  nachfolgend  aufge­ zeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften­ wechsel verzichtet wurde, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über­ prüfen (Art. 32 ­ 35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde­ instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt  ist, ob die Vorinstanz zu  Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchfüh­  rung  des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  sich  die  Schweiz  mit  der  Umsetzung  des  Dublin­Assoziierungs­ abkommens verpflichtet hat, die Dublin­II­VO anzuwenden,

E­6886/2011 dass  der  vom  BFM  durchgeführten  Abfrage  der  Eurodac­Datenbank  (Vergleich  von  Fingerabdrücken)  zu  entnehmen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer, noch bevor er am 26. Dezember 2009 in die Schweiz  ein  erstes  Asylgesuch  gestellt  hat,  in  Italien  daktyloskopisch  erfasst  worden ist und dort am 25. Juli 2008 ein Asylgesuch gestellt hatte, dass  das  Bundesamt  die  italienischen  Behörden  gestützt  auf  diese  Sachlage  am  19. Oktober 2011  um  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers  gemäss  Art. 16  Abs. 1  Bst. c  Dublin­II­VO  ersuchte  und Italien innert der festgelegten Frist keine Stellung nahm (Art. 20 Abs.  1 Dublin­II­VO), dass der Beschwerdeführer somit – wie vom BFM in der angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  und  mit  zutreffender  Begründung  festgestellt  –  in  einen  Drittstaat  (vorliegend  Italien)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung seines Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist, dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  insgesamt  auch  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  welche  das  Bundesamt  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  der  Schweiz  (Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­Verordnung)  hätten veranlassen sollen, dass  Italien  unter  anderem Signatarstaat  der  Flüchtlingskonvention,  der  EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  ist  und  keine  Hinweise  dafür  bestehen,  dieses  Land  würde  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK,  halten  (vgl.  das  zur  Publikation  vorgesehene Urteil BVGE E­5644/2009 vom 31. August 2010, E. 7.5 und  7.7.), dass zwar das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende in der Kritik  steht,  in  den  Aufenthalts­  und  Verfahrensbedingungen  für  Personen,  welche  sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten,  indessen insgesamt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist, dass nach Kenntnis des Bundesverwaltungsgerichts Dublin­Rückkehren­ de  und  verletzliche  Personen  bezüglich  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche private Hilfsorganisationen  der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,

E­6886/2011 dass  dem  in  der  Beschwerde  erhobenen  Einwand,  wonach  eine  Wegweisung des Beschwerdeführers mit dem Anspruch auf Achtung des  Familienlebens  gemäss  Art.  8  EMRK  nicht  zu  vereinbaren  wäre,  nicht  gefolgt werden kann, dass  die  Anwendung  von  Art.  8  EMRK  eine  gelebte,  intakte  Familienbeziehung voraussetzt, dass gemäss den Angaben des Beschwerdeführers dessen [Kind] am   9.  Dezember 2010 geboren ist, dass  bereits  im  Rahmen  des  vorhergehenden  Dublin­Verfahrens  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­2591/2011  vom  12. Mai 2011)  festgestellt  wurde,  dass  der  Beschwerdeführer  trotz  mehrfacher  Aufforderung  den  Beweis  einer  gelebten,  intakten  Familienbeziehung  nicht erbracht hat, weshalb kein Eingriff in das Recht auf Achtung seines  Familienlebens gemäss Art. 8 Abs. 1 EMRK zu erkennen sei,  dass  sich  an  dieser  Sachlage  seither  nichts  geändert  hat,  der  Beschwerdeführer  im Rahmen  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  vielmehr darauf beharrt, der biologische Vater des Kindes E._______ zu  sein,  was  seitens  des  Bundesverwaltungsgerichts  zu  keinem  Zeitpunkt  bestritten worden war, dass überdies der  eingereichte Entscheid  des Zivilgerichts  des Kantons  F._______  in  Sachen  Vaterschaft  /  Unterhalt  –  angesichts  der  hierin  enthaltenen  Verpflichtung  des  Beschwerdeführers  zu  Unterhaltszahlungen  –eher  gegen  den  Bestand  einer  gelebten  Familienbeziehung spricht,  dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht  in Anwendung von Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  BFM zu Recht angeordnet wurde,

E­6886/2011 dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  wie  vorstehend  aufgezeigt –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs.  2  AsylG  i.v.m.  Art.  83  Abs.  1  AuG,  eine  entsprechende  Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattfinden  muss  (vgl.  vorgehende  Erwägungen), dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass demnach die mit Verfügung vom 23. Dezember 2011 angeordnete  vorsorgliche Massnahme (vorläufiger Vollzugsstopp) aufzuheben ist, dass mit  vorliegendem Direktentscheid  ohne  vorgängige  Instruktion  das  Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegen­ standslos geworden ist, dass sich die Beschwerdebegehren aufgrund vorstehender Erwägungen  als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  abzuweisen  ist und bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von  Fr.  600.–  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG).  (Dispositiv nächste Seite)

E­6886/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers,  das  BFM und die zuständige kantonale Behörde.   Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Jan Feichtinger Versand:

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