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Bundesverwaltungsgericht 11.01.2012 E-6866/2011

11 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,156 parole·~6 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2011 / N

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­6866/2011 Urteil   v om   1 1 .   J a nua r   2012   Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi , mit Zustimmung von Richter Walter Lang,     Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien 1. A._______, 2. B._______, 3. C._______, 4. D._______, Afghanistan,   alle vertreten durch Magda Burkhard, Bündner  Beratungsstelle für Asyl Suchende, (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren);  Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2011 / N (…).

E­6866/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  dass die Beschwerdeführenden am 10. Oktober 2011 in der Schweiz um  Asyl nachsuchten, dass  ein  Fingerabdruckvergleich  mit  der  Eurodac­Zentraleinheit  ergab,  dass  der  Beschwerdeführer  1  am  6.  Mai  2011  in  Österreich  ein  Asylgesuch  eingereicht  hatte  und  in  diesem  Zusammenhang  erkennungsdienstlich erfasst worden war, dass  am  21.  Oktober  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Altstätten  eine  summarische  Befragung  des  Beschwerdeführers  1  stattfand  und  ihm  dabei  das  rechtliche  Gehör  zu  einer  möglichen  Zuständigkeit  Österreichs  oder  Ungarns  für  das  vorliegende  Verfahren  sowie zu einer allfälligen Wegweisung dorthin gewährt wurde, dass der Beschwerdeführer dabei zu Protokoll gab, er und seine gesamte  Familie  seien  im  Juli  2010  in  Griechenland  von  der  Polizei  registriert  worden,  wo  die  Tochter  E._______  am  26.  Dezember  2010  zur  Welt  gekommen sei, dass  seine  Ehefrau  zusammen  mit  den  Söhnen  C._______  und  D._______  sowie  der  Tochter  E._______  Ende  Februar  2011  verschwunden  sei  und  er  daraufhin  im  Mai  2011  mit  dem  Sohn  B._______  illegal  nach  Österreich  gereist  sei,  wo  sie  um  Asyl  ersucht  hätten, dass  schliesslich  seine  Ehefrau  und  die  übrigen  Kinder,  welche  zwischenzeitlich  in  Ungarn  als  Asylsuchende  registriert  worden  seien,  ebenfalls  nach  Österreich  eingereist  und  in  das  dort  eingeleitete  Asylverfahren einbezogen worden seien, dass die österreichischen Behörden ihr Asylgesuch abgelehnt hätten und  sie nach Ungarn hätten abschieben wollen,   dass  sie  auf  der Reise  von Salzburg  in  die Schweiz  die Ehefrau  sowie  Tochter E._______ erneut aus den Augen verloren hätten, dass  seine  Ehefrau  und  die  Kinder,  welche  in  Ungarn  um Asyl  ersucht  hätten,  dort  keine  adäquate  medizinische  und  soziale  Behandlung  erhalten hätten,

E­6866/2011 dass die österreichischen Behörden einem vom BFM gestellten Ersuchen  um  Übernahme  der  Beschwerdeführenden  vom  26.  Oktober  2010  mit  Schreiben vom 7. Oktober 2011 nicht zustimmten, unter Verweis darauf,  dass  die  ungarischen  Behörden  einer  Übernahme  der  Beschwerdeführenden  gestützt  auf  Art.  14  der  Verordnung  (EG)  Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines  Drittlandes  in einem Mitgliedstaat gestellt hat  (Dublin­II­VO), zugestimmt  hätten und daher die Ausweisung nach Ungarn verfügt worden sei, dass das BFM am 11. November 2011 an die ungarischen Behörden ein  Ersuchen um Übernahme der Beschwerdeführenden richtete und Ungarn  sich  mit  Schreiben  vom  18.  November  2011  für  das  vorliegende  Verfahren ausdrücklich zuständig erklärte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  2.  Dezember  2011  –  eröffnet  am  16. Dezember  2011  –  in  Anwendung  von  Art. Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  nach  Ungarn sowie den Vollzug anordnete, dass das Bundesamt die Beschwerdeführenden aufforderte, die Schweiz  spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  F._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen diese Verfügung  habe  keine  aufschiebende Wirkung,  und  den Beschwerdeführenden  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  es  zur  Begründung  ausführte,  die  ungarischen  Behörden  hätten  dem Gesuch um Übernahme der Beschwerdeführenden zugestimmt, dass  somit  Ungarn  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR  0.142.392.68]),  auf  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und 

E­6866/2011 Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR 0.362.32)  und  in  Berücksichtigung  der  Dublin­II­VO  sowie  der  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Dublin­II­VO  (Dublin­DVO)  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung  der  Frist  –  bis  spätestens  am  18.  Mai  2012  zu  erfolgen  habe, dass keine Hinweise auf eine mögliche Verletzung des Non­Refoulement­ Gebots  oder  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im  Falle  einer  Rückführung  der  Beschwerdeführenden  nach  Ungarn  bestehen und weder die dort herrschende Situation noch andere Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  der  Wegweisung  in  diesen  Staat  sprechen  würden, dass Ungarn  die Richtlinie  2003/9/EG  des Rates  vom  27.  Januar  2003  (Aufnahmerichtlinie)  ohne  Beanstandungen  seitens  der  Europäischen  Kommission  umgesetzt  habe  und  eine  Wiederherstellung  der  Familieneinheit in Ungarn am ehesten gegeben sei, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe  ihrer Rechtsvertreterin vom  21.  Dezember  2011  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben und dabei  beantragten,  diese sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen,  ihr Recht zum  Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  ihr  Asylgesuch  als  zuständig  zu  erachten,  dass sie  in  formeller Hinsicht beantragten, der Vollzug der Wegweisung  sei auszusetzen, dass  sie  ferner  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchten,

E­6866/2011 dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten verwiesen und − soweit  entscheidwesentlich  −  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  darauf  eingegangen wird, dass  die  Beschwerdeführenden  zum  Beleg  ihrer  Vorbringen  eine  Fürsorgebestätigung  des  (…)  vom  20.  Dezember  2011  zu  den  Akten  reichten, dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom  28. Dezember  2011  das  Gesuch  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  gestützt  auf  Art.  107a  AsylG  guthiess  und  feststellte, über die übrigen Anträge der Beschwerdeführenden werde zu  einem späteren Zeitpunkt befunden,  und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

E­6866/2011 dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass es sich erübrigt, auf die Ausführungen bezüglich Art. 107a AsylG in  der  Beschwerdeeingabe  einzugehen,  nachdem  mit  Zwischenverfügung  vom 28. Dezember 2011 das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden  Wirkung der Beschwerde gutgeheissen wurde,  dass die Rüge der Verletzung des Gebots des effektiven Rechtsschutzes  nicht zu verfangen vermag, dass  entgegen  den  Darlegungen  in  der  Beschwerdeeingabe  die  angefochtene  Verfügung  nicht  erst  im  Zeitpunkt  des  vorgesehenen 

E­6866/2011 Wegweisungsvollzugs  eröffnet wurde,  sondern  die Ausreisefrist  auf  den  Tag  nach  Ablauf  der  fünftägigen  Beschwerdefrist  festgelegt  wurde  (Dispositiv­Ziffer 3), dass  mit  diesem  Vorgehen  dem  Gebot  des  effektiven  Rechtsschutzes  (Art. 29a der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  [BV,  SR  101],  Art.  13 EMRK) Genüge  getan wurde  (vgl. BVGE 2010/1 E. 5 und 6),  dass das BFM die ungarischen Behörden mit Anfrage vom 11. November  2011 um Aufnahme der Beschwerdeführenden ersuchte und diese dem  Ersuchen  mit  Schreiben  vom  18.  November  2011  gestützt  auf  Art.  14  Dublin­II­VO ausdrücklich zustimmten,  dass  die Vorinstanz  deshalb  zu Recht  feststellte,  gemäss  der Dublin­II­ Verordnung  sei  die  Zuständigkeit  für  das  Asylverfahren  der  Beschwerdeführenden auf dieses Land übergegangen, dass  die  Beschwerdeführenden  die  Zuständigkeit  Ungarns  für  die  Prüfung ihres Asylbegehrens denn auch nicht bestritten haben, dass  sie  somit  ohne  Weiteres  in  einen  Drittstaat  (vorliegend  Ungarn)  ausreisen  können,  welcher  für  die  Prüfung  des  Asylantrages  staatsvertraglich zuständig ist, dass die Dublin­II­VO voraussetzt, dass alle Mitgliedsstaaten des Dublin­ Raums  ihren  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  nachkommen,  diese  Vermutung  aber  umgestossen  werden  kann,  wenn  ernsthafte  Hinweise  dafür  vorliegen,  dass  die  Behörden  des  zuständigen  Staates  im  konkreten Fall das internationale Recht nicht respektieren würden (BVGE  2010/45 E. 7.4 und 7.5), dass Ungarn unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, dass  vorliegend  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  dass  der  ungarische  Staat  den  Beschwerdeführenden  den  Zugang  zu  einem  funktionierenden  Asylverfahren  nicht  gewährleisten  würde,  und  sie  im 

E­6866/2011 Falle ihrer Überstellung nach Ungarn eine existenzgefährdende Situation  zu gewärtigen hätten, dass  an  dieser  Einschätzung  auch  unter  Berücksichtigung  der  jüngsten  Berichte über gewisse Mängel im ungarischen Asylverfahren festzuhalten  ist, betreffen diese doch in erster Linie Personen, welche illegal in Ungarn  eingereist sind, wogegen die Beschwerdeführenden nach vorangehender  Vollzugsankündigung  in  einem  legal  definierten  Prozess  an  die  ungarischen Behörden rückübergeben würden, dass  das  Gericht  nicht  zum  Schluss  gelangt,  Ungarn  verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  über  die  Überstellungsfrist  von  sechs  Monaten  hinaus  die  Richtlinie  Nr.  2003/9/EG, dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die  Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Ungarn  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und  der FoK, hält,  dass  im Übrigen  nicht  geltend  gemacht  wurde,  die  Ehefrau  und  Kinder  hätten während ihres Aufenthalts in Ungarn eine menschenrechtswidrige  Behandlung erfahren, dass  insgesamt  keine  schwerwiegenden  humanitären Gründe  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  zu  erkennen  sind,  die  einer  Überstellung  der  Beschwerdeführenden  nach  Ungarn  entgegenstehen  und aus diesem Grunde einen Selbsteintritt gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin­ II­VO als angezeigt erscheinen lassen würden, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten  ist, dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von  Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern vor  der  Prüfung  des  Nichteintretens  im  Rahmen  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  (Art.  3  Dublin­II­VO)  oder  gegebenenfalls  –  wenn 

E­6866/2011 sich Familienmitglieder  in verschiedenen Dublin­Mitgliedstaaten befinden  und  zusammengeführt  werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der  sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin­II­VO), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  die  Beschwerdeführenden  nicht  darzutun  vermögen,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,  dass mit dem Entscheid in der Hauptsache das Gesuch um Verzicht auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig wird, dass  die  mit  der  Beschwerde  gestellten  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  der  Verbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  unbesehen  der  vorgebrachten  und  belegten  Bedürftigkeit  abzuweisen  sind,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,                      SR  173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­6866/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Gesuche  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  und  der  Verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.−  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführenden,  das BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Kurt Gysi Nicholas Swain Versand:

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