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Bundesverwaltungsgericht 30.09.2011 E-6359/2007

30 settembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,345 parole·~22 min·3

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung ; Verfügung des BFM vom 30. August 2007

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­6359/2007 Urteil   v om     3 0 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter Maurice Brodard,    Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. Parteien A._______, geboren am (…), Iran,   vertreten durch Dr. iur. Reza Shahrdar, (…) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom  30. August 2007 / N (…).

E­6359/2007 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  –  ein  ethnischer  Kurde  –  verliess  seinen  Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 2. August 2005 und gelangte  am 5. September 2005  in die Schweiz, wo er am gleichen Tag um Asyl  nachsuchte.  Am  14.  September  2005  wurde  er  im  Empfangszentrum  (heute:  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum)  B._______  befragt.  Am  5. Oktober  2005  folgte  eine einlässliche Anhörung durch die  zuständige  kantonale Behörde.  Im Wesentlichen  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  sein  Vater  sei  während  der  Revolution  im  Jahre  1985  (1364)  als  Mitglied  der  Kommunistischen  Partei  umgekommen.  Der  Beschwerdeführer  sei  wegen seiner Kleidung und seiner Herkunft aus einer politischen Familie  von  der  Schule  verwiesen  worden.  In  der  Folge  habe  er  ein  Kleidergeschäft eröffnet. Er sei seit seinem 20. Lebensjahr Sympathisant  der  Arbeiterpartei  (Federa­tion  Hambasteghie  Iranian)  bzw.  der Worker  Organisation  Iranian  Party,  Nachfolgerin  der  kommunistischen  Partei,  gewesen  und  habe  für  diese  Flugblätter  und  Broschüren  verteilt.  Nachdem er und weitere Personen deswegen denunziert worden seien,  sei er mittels eines Haftbefehls festgenommen und vom Juli 1999 bis im  Juni/Juli  2002  inhaftiert  worden.  Die  ersten  sieben  Monate  habe  er  in  Einzelhaft  verbracht.  Anschliessend  sei  er  im  Gefängnis  C._______  in  D._______  und  danach  im  Allgemeingefängnis  von  E._______  festgehalten  worden.  Während  seines  Gefängnisaufenthaltes  sei  er  misshandelt worden. Zehn Tage vor seiner Entlassung habe man ihm ein  Gerichtsurteil  ausgehändigt.  Nach  drei  Jahren  sei  er  unter  der  Auflage,  sich  einmal  pro  Monat,  jeweils  am  5. Tag,  auf  dem  Polizeiposten  zu  melden  und  keine  weiteren  politischen  Aktivitäten  mehr  auszuüben,  entlassen  worden.  Im  Falle  der  Nichtbeachtung  dieser  Auflagen  wurde  ihm  mit  der  Höchststrafe  gedroht.  Er  habe  seine  Parteiaktivitäten  trotz  diesen  Auflagen  weitergeführt  und  sei  mehrmals  heimlich  nach  F._______  (Irak)  zum  Parteibüro  gefahren,  wo  er  direkte  Anweisungen  erhalten  habe.  Er  sei  innerhalb  einer  aktiven Gruppe  der  Kumuleh,  ein  Zweig  der  kommunistischen  Arbeiterpartei  Irans,  Mitglied  gewesen  und  habe  im  Jahre  2004  (Ende  1382)  den  Posten  von  G._______,  der  ins  Ausland  geflohen  sei,  übernommen.  Als  solcher  sei  er  für  die  Region  E._______  zuständig  gewesen  und  habe  seine  Aktivitäten  unter  dem  Codenamen  "H._______"  ausgeführt.  Nachdem  er  im  August  2005  (Mordad 1384) von einer weiteren zehntägigen Reise vom Parteibüro im 

E­6359/2007 Irak  auf  dem  Weg  nach  Hause  gewesen  sei,  habe  ihm  seine  Mutter  berichtet,  Beamte  hätten mehrmals  zu Hause  nach  ihm gesucht.  Er  sei  trotzdem  in  der  Nacht  nach  Hause  zurückgekehrt,  um  ­  auf  Rat  seiner  Mutter ­  in derselben Nacht in die Stadt Maku zu fahren, wo er für seine  Ausreise einen Schlepper gesucht habe.  Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. Der  Beschwerdeführer  reichte  zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  folgende Beweismittel ein: – Undatierte  Bestätigung  der  "International  Federation  for  Iranian  Refugees" (IFIR) (in Kopie), – Gerichtsurteil  vom  16.  Mai  1998  (im  Original)  samt  deutscher  Übersetzung, – Gerichtsvorladung vom 13. Februar 1998 (im Original) samt deutscher  Übersetzung, – Haftbefehl  vom  16.  April  1998  (im  Original)  samt  deutscher  Übersetzung, – Geburtsurkunde (in Kopie) samt deutscher Übersetzung, – Schulzeugnis (im Original) samt deutscher Übersetzung, – Entzug  der  Studienberechtigung  (im  Original)  samt  deutscher  Übersetzung, – Schulbestätigung (im Original), – Internet­Auszüge von Kundgebungen der IFIR samt Fotos.  B.  Das Bundesamt ersuchte am 5. April 2006 die Schweizerische Botschaft  in Teheran um Abklärung verschiedener Fragen und wies dabei auf die  vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel hin. Die Schweizerische Botschaft nahm dazu  in  ihrem Bericht vom 12. Juni  2006  Stellung.  Dabei  hielt  sie  fest,  dass  das  vom  Beschwerdeführer  eingereichte  Urteil  sowie  die  Vorladung  und  der  Haftbefehl  gefälscht  seien.  Beim Urteil  durch  die  erste  Strafkammer  von  E._______ würden  weder  das  Ausstellungsformat  noch  die  Ausstellungsnummer  stimmen.  Der Stempel auf der Schlussseite sei nicht jener des Revolutionsgerichts.  Für Vorladungen würden die Gerichte Originalpapier und nicht gescannte  Kopien  verwenden.  Die  Nummer  der  Vorladung  sei  falsch,  und  der  Stempel sei nicht jener der ersten Kammer des Revolutionsgerichts. Beim  Haftbefehl  handle  es  sich  um  eine  schlechte  Imitation  des 

E­6359/2007 Originaldokumentes. Das Papier entspreche nicht dem gängigen Format.  Es  sei  auf  der  Basis  einer  Vorladung  produziert  und  hernach  als  Haftbefehl  umgewandelt  worden.  Unterschrift  und  Stempel  seien  eingescannt. Die Verfahrensnummer und die Bezeichnung des Gerichts  seien falsch.  Mit  Zwischenverfügung  vom  22.  August  2006  wurde  dem  Beschwerdeführer  das  rechtliche  Gehör  zum  wesentlichen  Inhalt  der  Botschaftsanfrage vom 5. April 2006 und des Botschaftsberichts vom 12.  Juni 2006 mit der Möglichkeit zur Stellungnahme erteilt. C.  Am 23. August 2006 wurde gegen den Beschwerdeführer wegen latenter  Suizidalität  nach  zuvor  erfolgter  Einweisung  in  die  psychiatrische  Klinik  I._______ eine fürsorgerische Freiheitsentziehung verfügt. D.  Am  24.  August  2006  zog  der  Beschwerdeführer  sein  Asylgesuch  schriftlich zurück.  E.  Mit  Eingabe  seiner  damaligen  Rechtsvertreterin  vom  31.  August  2006  wurde  die  Rückzugserklärung  des  Beschwerdeführers  mit  Hinweis  auf  dessen  schlechten  psychischen  Zustand  widerrufen.  Gleichzeitig  wurde  zu  den  Abklärungsergebnissen  der  Botschaft  Stellung  genommen  und  dabei an der Echtheit der eingereichten Gerichtsunterlagen festgehalten.  Der Beschwerdeführer habe diese von den iranischen Behörden erhalten.  Er  versuche  weitere  Beweismittel,  die  seine  Inhaftierung  und  sein  politisches Engagement belegen würden,  zu beschaffen. Die Erlebnisse  hätten ihn schwer traumatisiert. Er sei suizidgefährdet. F.  Mit  Eingabe  vom  7.  März  2007  (Eingang  Vorinstanz)  beantragte  der  Beschwerdeführer,  es  sei  ein  Bekannter  seines  Vaters,  der  in  der  Schweiz  wohnhaft  sei  und  seine  Familie  gut  kenne,  als  Zeuge  zu  befragen.  Gleichzeitig  wurde  ein  Gefängnischeck  in  Kopie  eingereicht,  der den Aufenthalt des Beschwerdeführers im Gefängnis von E._______  beweisen soll. Das Original wurde am 30. März 2007 nachgereicht. G.  Mit Eingabe vom 24. März 2007 wurde ein Bericht über eine Schlägerei  eingereicht, an der der Beschwerdeführer beteiligt gewesen sei.

E­6359/2007 H.  Am 18. April 2007 wurden ein ärztlicher Bericht der psychiatrischen Klinik  I._______  vom  4.  April  2007  sowie  ein  Bestätigungsschreiben  der  Komala­Partei  in  Schweden  vom  26.  März  2007  in  Kopie  eingereicht.  Dessen Original wurde am 5. Juni 2007 nachgereicht. I.  Am  13.  August  2007  wies  die  Rechtsvertreterin  darauf  hin,  der  Beschwerdeführer  sei  seit  seiner  Entlassung  aus  der  psychiatrischen  Klinik in ambulanter Behandlung. Er habe keine Suizidgedanken mehr. Er  habe  jedoch  dermatologische  Probleme,  die  entweder  auf  die  Bombardierung  seines  Heimatdorfes  im  Iran­Irak­Krieg  oder  seinen  Gefängnisaufenthalt zurückzuführen seien.  J.  Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 30. August 2007, eröffnet am  31. August  2007,  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, und  lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig  ordnete es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz an.  Zudem  zog  es  die  drei  von  ihr  als  verfälscht  erkannten  Beweismittel  (Urteil,  Vorladung  und  Haftbefehl)  ein.  Die  Vorinstanz  begründete  ihre  Verfügung  im  Wesentlichen  damit,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  standhielten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Den  Vollzug der Wegweisung  in den  Iran befand die Vorinstanz  für zulässig,  zumutbar und möglich.  K.  Mit Eingabe vom 20. September 2007 beantragte der Beschwerdeführer  durch  seine  damalige  Rechtsvertreterin  die  Aufhebung  der  angefochtenen Verfügung, die Gewährung von Asyl, die Feststellung der  Unzulässigkeit  und  der  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  sowie die Gewährung der vorläufigen Aufnahme. In verfahrensrechtlicher  Hinsicht sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Zudem sei ihm  Einsicht  in  den  an  die  Schweizerische  Botschaft  gerichteten  Fragenkatalog des BFM zu gewähren. Auf die Begründung im Einzelnen  wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  Gleichzeitig  wurden  zwei  Beweismittel  (handschriftliche  fremdsprachige  Eingabe des Beschwerdeführers  an  zwei Mitgefangene  in England  vom  16.  September  2007  sowie  "OIT­Ausweis"  [Teilnahmebadge  an  einer 

E­6359/2007 Konferenz  der  Internationalen  Arbeiterorganisation  vom  Juni  2007]  und  Suchanfrage vom 20. März 2006 in Kopie) eingereicht. L.  Mit  verfahrensleitender  Verfügung  der  damals  zuständigen  Instruktionsrichterin  vom  28.  September  2007  wurde  auf  die  Erhebung  eines Kostenvorschusses verzichtet und das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  unter  Vorbehalt  der  Veränderung  der  finanziellen  Lage  des  Beschwerdeführers  gutgeheissen.  Gleichzeitig  wurde  dem  Beschwerdeführer  Einsicht  in  die  Botschaftsanfrage  vom  5.  April  2006  gewährt und ihm Gelegenheit zur diesbezüglichen Beschwerdeergänzung  gegeben. Ferner wurde der Beschwerdeführer dazu aufgefordert, den im  erstinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  fremdsprachigen  "Check"  übersetzen zu lassen. M.  Am 15. Oktober 2007 ergänzte der Beschwerdeführer seine Beschwerde  und  reichte  eine  deutsche  Übersetzung  des  "Checks"  sowie  einen  handschriftlichen Brief samt deutscher Übersetzung zu den Akten. N.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  26.  Oktober  2007  beantragte  die  Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. O.  Der Beschwerdeführer wies  in  seiner Eingabe  vom 21. Dezember 2007  darauf hin, dass er bei einer Auseinandersetzung mit einem tunesischen  Asylsuchenden  im  Asylheim mit  einem Messer  verletzt  worden  sei  und  deswegen  habe  operiert  werden  müssen.  Gleichzeitig  reichte  er  ein  Referenzschreiben von J._______, einem angeblichen Mitinhaftierten des  Beschwerdeführers  in  E._______,  zu  den  Akten.  Ferner  nahm  er  zur  Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung.  P.  Am 8. Juli 2008 ersuchte das Amt  für soziale Sicherheit, Sozialhilfe und  Asyl,  des  Kantons  I._______  gestützt  auf  zwei  Berichte  der  Asylbetreuung Recherswil vom 27. Mai 2008 und vom 11. Juni 2008 um  prioritäre  Behandlung  des  Beschwerdeverfahrens.  Dieses  Schreiben  wurde am 29. Juli 2008 beantwortet.

E­6359/2007 Q.  Mit  Eingabe  vom  27.  Mai  2009  wies  der  Beschwerdeführer  auf  seine  exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz hin und untermauerte diese mit  verschiedenen Beweismitteln (sechs Fotos und eine CD). R.  Am  20.  Juli  2009  wies  sich  Dr.  iur.  Reza  Shahrdar  als  neuer  Rechtsvertreter aus. S.  Am  27.  August  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  zwei  Fotos  einer  Demonstration vor der iranischen Botschaft in Bern (in Kopie) ein. T.  Mit Eingabe vom 13. Oktober 2009 wies der Beschwerdeführer auf einen  Verkehrsunfall  hin,  bei  dem  er  verletzt  worden  sei.  Es  wurden  diesbezügliche  Beweismittel  (Röntgenbericht  von  K._______  vom  2.  September 2009, Arztbericht von Dr. med. L._______ vom 7. September  2009,  Arztbericht  des  Kantonsspitals  M._______  vom  15. September  2009  sowie  Berichte  der  Schweizerischen  Unfallversicherungsanstalt  [SUVA] vom 9. Juli 2009, 16. September 2009 und 23. September 2009)  nachgereicht. Mit Eingaben vom 16. November 2009, 17. Februar 2010, 25. Juni 2010,  10. November  2010,  3. Dezember  2010,  16.  Dezember  2010  und  10. Februar  2011  wurden  verschiedene  Unterlagen  den  Unfall  des  Beschwerdeführers  betreffend  (Austrittsbericht  der  Rehabilitationsklinik  der SUVA, zwei Briefe der IV­Stelle I._______ und der SUVA N._______,  Arztberichte von Dr. med. O._______, Orthopäde in der Klinik P._______  in  N._______,  vom  15. Februar  2010  und  vom  23. Juni  2010,  ärztliche  Abschlussuntersuchung  der  SUVA  vom  10.  November  2010  und  Rentenzusprechung  der  SUVA  vom  28. Januar  2011)  sowie  eine  Bestätigung der Komala­Partei vom 3. Mai 2010 eingereicht. Zudem wies  der Beschwerdeführer wiederholt auf seine persönliche Situation hin, die  den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen liessen. U.  Am 24. März 2011 reichte der Beschwerdeführer Unterlagen einer Aktion  vom 14. März 2011 in Genf (Flugblatt, Foto, Ausweis) zu den Akten.

E­6359/2007 V.  Die  Vorinstanz  beantragte  in  ihrer  ergänzenden  Vernehmlassung  vom  11. Mai 2011 erneut die Abweisung der Beschwerde.   W.  In  seiner  Replik  vom  23.  Mai  2011  nahm  der  Beschwerdeführer  dazu  Stellung.  X.  Mit  Eingaben  vom  2.  Juni  2011  und  vom  26.  Juni  2011  ersuchte  der  Beschwerdeführer um Gutheissung seiner Beschwerde. Y.  Mit  verfahrensleitender  Verfügung  vom  25.  August  2011  wurde  der  Beschwerdeführer  aufgefordert,  entweder  eine  aktuelle  Fürsorgebestätigung  oder  nähere  Angaben  zu  seiner  finanziellen  Situation zu machen. Mit Eingabe vom 26. August 2011 wurde mitgeteilt, der Beschwerdeführer  sei nicht bedürftig. Z.  Am 13. September 2011 wies der Beschwerdeführer auf ein Interview mit  dem Radiosender VOA (Voice of America), das am 11. September 2011  ausgestrahlt worden sei, hin. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 

E­6359/2007 vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art. 48  Abs. 1,  Art.  50  sowie  Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 4. 

E­6359/2007 4.1.  Das  Bundesamt  begründete  seinen  ablehnenden  Entscheid  im  Wesentlichen damit, der Beschwerdeführer habe wesentliche Vorbringen  erst  im späteren Verlauf des Verfahrens geltend gemacht. Zudem seien  seine  Vorbringen  widersprüchlich  und  nicht  plausibel  ausgefallen  und  stützten  sich  auf  gefälschte  Beweismittel.  So  habe  er  anlässlich  der  summarischen Anhörung geltend  gemacht,  nur Sympathisant  der Partei  gewesen  zu  sein  und  ausser  der  Verteilung  von  Flugblättern  und  Publikationen nichts Weiteres für die Partei gemacht zu haben. Er sei im  Juni/Juli  2005  in  Kurdistan  gewesen.  Demgegenüber  habe  er  später  (anlässlich der kantonalen Anhörung) angegeben, nicht nur Sympathisant  gewesen  zu  sein,  sondern  im  Jahre  1382  (2003/2004)  den  Posten  des  Mitglieds G._______ übernommen zu haben und  seither  für  die Region  Kurdistan/E._______  zuständig  gewesen  zu  sein.  Er  habe  auf  seinem  Codenamen  per  Radio  Botschaften  mit  Spezialaufträgen  der  Zentrale  erhalten. Ferner habe er nicht plausibel erklären können, warum er  trotz  drei Jahren Haft und massivster Folterungen gleich nach der Freilassung  politisch genau gleich weitergearbeitet habe. Dies entspreche nicht dem  Verhalten  einer  Person,  die  an  Leib  und  Leben  bedroht  sei  und  sich  regelmässig  bei  den  Behörden  melden  müsse.  Insbesondere  sei  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  unter  Kontrolle  der  Sicherheitskräfte  stehende Beschwerdeführer riskiert hätte, während eines Jahres viermal  für  je  zehn  Tage  in  den  Irak  zur  Parteizentrale  zu  reisen,  um  dort  Instruktionen und Unterlagen entgegenzunehmen. Der Beschwerdeführer  habe zu seiner Rolle als Nachfolger des Mitglieds G._______ auch keine  näheren zeitlichen Angaben machen können, obschon dies angeblich ein  wichtiges  Ereignis  gewesen  sei.  Er  sei  nicht  in  der  Lage  gewesen,  zu  erklären,  warum  und  wie  er  als  Nachfolger  von  G._______  über  das  Radio  erhaltene  verschlüsselte  Botschaften  habe  entgegennehmen  können  und  wie  diese  Radiobotschaften,  die  das  ganze  Land  habe  mithören können, formuliert worden seien. Zudem habe er nicht angeben  können,  inwiefern derartige Meldungen hätten notwendig sein sollen.  Im  Weiteren  habe  der  Beschwerdeführer  zunächst  in  der  Empfangsstelle  geltend gemacht,  im Tir  1378  (Juli  1999)  inhaftiert worden  zu  sein,  und  später,  die  Haft  habe  am  1.  Mai  1998  begonnen.  Ferner  habe  er  ausgesagt,  nachdem  er  im  August  2005  von  Kurdistan  aus  wieder  ins  Haus  seiner  Mutter  zurückgekehrt  sei,  habe  ihm  diese  gesagt,  er  sei  mehrmals gesucht worden. Im Gegensatz dazu habe er bei der späteren  Anhörung ausgesagt, die Mutter habe  ihm bereits vor der Rückkehr aus  Kurdistan mitgeteilt, dass er gesucht worden sei, worauf er trotzdem nach  Hause  gegangen  sei.  Schliesslich  habe  der  Beschwerdeführer  zu  den  Fälschungsvorwürfen  betreffend  das  Urteil,  die  Vorladung  und  den 

E­6359/2007 Haftbefehl  keine  stichhaltigen  Gründe  gegen  die  Ausführungen  der  Schweizerischen  Vertretung  vorbringen  können,  sondern  lediglich  angeführt,  seine  Widerstandskraft  sei  trotz  Inhaftierung  und  Folterung  stark  genug  gewesen,  um  seine  Tätigkeiten  fortzuführen.  Der  eingereichte Gefängnischeck  vermöge  an  der  fehlenden Glaubhaftigkeit  nichts  zu  ändern,  zumal  dieses  Papier  nichts  über  die  Gründe  und  die  Dauer  einer  Inhaftierung  beinhalte.  Die  von  der  Komala­Partei  in  Schweden  ausgestellte  Mitgliedschaftsbestätigung  enthalte  keine  Abklärungen  der  Partei.  Es  handle  sich  um  ein  im  Auftrag  des  Beschwerdeführers  erstelltes  und  auf  seine  Angaben  gestütztes  Gefälligkeitsschreiben.  Seine  diesbezüglichen  Beweismittel  seien  gefälscht.  Das  Schreiben  sei  daher  zum  Nachweis  einer  Gefährdung  nicht  geeignet.  Die  Vorinstanz  zog  die  als  Fälschung  erkannten  Beweismittel ein. Sie bezeichnete zudem den Sachverhalt als erstellt und  wies  den  Antrag  um  Befragung  eines  Bekannten  seines  Vaters  ab.  Ausserdem  hielt  die  Vorinstanz  bezüglich  der  eingereichten  Unterlagen  von  Kundgebungen  der  IFIR  fest,  dass  diesbezüglich  nicht  von  einer  Gefährdung auszugehen  sei. Ausserdem kam sie  angesichts  der  in  der  Schweiz  begangenen  Suizidversuche  des  Beschwerdeführers  zum  Schluss,  aus  fachärztlicher Hinsicht  sprächen  keine Gründe gegen eine  Weiterbehandlung der psychischen und der dermatologischen Probleme  im Iran.  4.2.  Der  Beschwerdeführer  hält  in  der  Rechtsmitteleingabe  an  der  Darstellung  seiner  Asylvorbringen  fest  und wendet  ein,  das  Bundesamt  verkenne die Situation,  in der sich die Oppositionellen  im Iran befänden.  Er  sei  bereits  als  Kind  mit  der  ethnischen  Problematik  konfrontiert  und  benachteiligt  worden.  Deshalb  habe  er  seine  Aktivitäten  nach  seiner  Entlassung  aus  dem  Gefängnis  weitergeführt.  Die  Vorinstanz  habe  zudem  nicht  offen  gelegt,  weshalb  sie  die  eingereichten  Gerichtsunterlagen  als  Fälschungen  erachte.  Er  könne  deren  Unterstellungen  nicht  nachvollziehen. Weiter  habe  sich  das  Bundesamt  mit  dem  eingereichten  Gefängnischeck,  der  auf  seinen  Namen  laute,  nicht befasst. Er sei wegen diesen Unterstellungen zutiefst beleidigt und  habe  sich  deshalb  in  einer  psychiatrischen  Klinik  behandeln  lassen  müssen.  Er  versuche  zudem,  mit  früheren  Mitgefangenen,  die  sich  in  Grossbritannien  aufhielten,  Kontakt  aufzunehmen.  Im  Übrigen  sei  unverständlich, weshalb  ihm die Vorinstanz zum eingereichten Brief  der  Komala­Partei  kein  rechtliches  Gehör  gewährt  habe  und  auch  die  Befragung eines Bekannten seines Vaters abgelehnt habe. Weiter habe  sich die Vorinstanz zu seiner exilpolitischen Tätigkeit in der Schweiz nicht 

E­6359/2007 geäussert.  Er  habe  an  mehreren  Sitzungen  und  Kundgebungen  teilgenommen und setze sich  für die Kommunistische Arbeiterpartei ein.  Die  iranische Regierung gehe gegen exilpolitisch aktive Rückkehrer vor.  In  den  USA  und  in  Europa  gehörten  die  IFIR  und  die  KDPI  zu  den  grossen iranischen Exiloppositionsgruppierungen.  4.3. Mit  verfahrensleitender  Verfügung  vom 28.  September  2007 wurde  dem  Beschwerdeführer  Einsicht  in  die  Botschaftsanfrage  vom  5.  April  2006  gewährt  und  gleichzeitig  Gelegenheit  zur  Beschwerdeergänzung  eingeräumt.  Weiter  wurde  festgestellt,  es  bestehe  angesichts  der  Botschaftsabklärung,  wonach  es  sich  bei  den  eingereichten  Belegen  bezüglich  seiner  Inhaftierung  um  Fälschungen  handle,  keine  Veranlassung  zur  Fristansetzung  für  die  Einreichung  schriftlicher  Zeugenaussagen von angeblichen Mitgefangenen. Dasselbe gelte für die  beantragte  Zeugeneinvernahme  eines  ehemaligen  Freundes  seines  im  Jahre 1985 verstorbenen Vaters. 4.4.  In  seiner  Eingabe  vom  15.  Oktober  2007  wendet  der  Beschwerdeführer  ein,  es  sei  weiterhin  nicht  ersichtlich,  wer  die  Botschaftsabklärungen  durchgeführt  habe  und  welche  Methoden  dabei  angewandt  worden  seien.  Zudem  reichte  er  eine  Schilderung  seines  Gefängnisalltags ein. 4.5.  In  ihrer Vernehmlassung  vom 26. Oktober 2007 hält  die Vorinstanz  an  ihrem  Standpunkt  fest.  Dabei  führte  sie  aus,  der  Name  des  Vertrauensanwaltes,  der  die  Überprüfung  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Dokumente  vorgenommen  habe,  sei  ihr  nicht  bekannt.  Hingegen habe das BFM klar die Gründe dargelegt, warum die Vorladung  und der Haftbefehl als gefälscht erachtet würden. Da auch die Vorbringen  zu den Gründen für die angebliche Inhaftierung unglaubhaft seien, lägen  keine  glaubwürdigen  Anhaltspunkte  für  eine  politisch  motivierte  Verfolgung  vor.  Deshalb  sei  die  Frage,  ob  der  Beschwerdeführer  allenfalls  aus  anderen  Gründen  inhaftiert  worden  sei,  offen  gelassen  worden. Somit würden die eingereichten Unterlagen über das E._______­ Gefängnis zu keiner anderen Einschätzung führen. Im Übrigen habe sich  das  BFM  zur  exilpolitischen  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  in  seiner  Verfügung  geäussert  und  die  diesbezüglich  eingereichten  Dokumente  gewürdigt. Dabei ging es von keiner Gefährdung aus. 4.6.  In  seiner  Replik macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  es  sei  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  die  Vorinstanz  bezüglich  der 

E­6359/2007 Fälschungsmerkmale  einer  ihr  unbekannten  Person  –  dem  Vertrauensanwalt – Glauben schenken könne.  4.7.  Im  Verlaufe  des  Beschwerdeverfahrens  dokumentierte  der  Beschwerdeführer  seine  exilpolitische  Tätigkeit  in  der  Schweiz  mit  verschiedenen Unterlagen (Fotos, Film auf DVD, etc.). 4.8.  In  ihrer  ergänzenden  Vernehmlassung  vom  11.  Mai  2011  hielt  die  Vorinstanz  weiterhin  an  ihrem  Standpunkt  fest.  Zudem  machte  sie  geltend,  die  neu  belegten  exilpolitischen  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  beschränkten  sich  auf  sporadische  Teilnahmen,  die  nicht  geeignet  seien,  dem  Beschwerdeführer  ein  herausragendes  politisches  Profil  zu  verleihen.  Zudem  könne  er  auch  aus  dem  eingereichten Statement von J._______ vom 20. November 2007 nichts  für  sich  abzuleiten.  Die  von  diesem  gemachten  zeitlichen  Angaben  könnten mit den Aussagen des Beschwerdeführers, die dieser anlässlich  der Erstbefragung gemacht habe, nicht  in Einklang gebracht werden. Es  sei nicht möglich, dass J._______ im Jahre 1378 den Beschwerdeführer  im Gefängnis von E._______ getroffen habe. 5.  5.1. Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum  Schluss, dass die Vorinstanz das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu  Recht  abgewiesen  hat.  Die  Vorinstanz  hat  den  Sachverhalt  genügend  abgeklärt  und  in  ihrem Entscheid  die Gründe  angeführt,  welche  auf  die  fehlende  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  schliessen lassen. 5.1.1. Vorab ist den vorinstanzlichen Erwägungen zuzustimmen, wonach  der  Beschwerdeführer  zentrale  Punkte  seiner  Asylvorbringen  nachgeschoben  hat.  So  hat  er  anlässlich  der  summarischen  Anhörung  geltend  gemacht,  er  sei  Sympathisant  der  Federation  Hambasteghie  Iranian  gewesen  und  habe  als  solches  Flugblätter  und  Publikationen  verteilt.  Die  Frage,  ob  er  andere  Aktivitäten  für  die  Partei  ausgeführt  habe,  verneinte  er  (vgl.  Akte  A1,  S.  4  f.).  Demgegenüber  gab  er  anlässlich der kantonalen Anhörung zu Protokoll, er sei Sympathisant der  Arbeiterpartei  (Kumuleh)  gewesen,  für  die  seinerzeit  sein  Vater  aktiv  gewesen  sei,  und  habe  für  diese  Propaganda  gemacht:  Im  Übrigen  verwende  die  Partei  verschiedene  Namen.  Er  habe  anlässlich  der  summarischen  Anhörung  fälschlicherweise  die  Bezeichnung  der  Partei 

E­6359/2007 mit  HPI  angegeben,  was  sich  aber  nur  auf  einen  bestimmten  Zweig  beziehe. Der  richtige  Titel  sei Worker Organisation  Iranian Party,  deren  Adresse  in  den  von  ihm  abgegebenen  Dokumenten  vorkomme. Weiter  führte er dort erstmals aus, er habe die Flugblätter und Broschüren, die er  verteilt  habe,  anfangs  von  G._______,  der  diese  vom  Parteibüro  im  irakischen  Kurdistan  bezogen  habe,  erhalten.  Sie  seien  in  einer  Vierergruppe aktiv gewesen. Als G._______ aus dem Iran geflüchtet sei,  habe der Beschwerdeführer dessen Aufgabe übernommen und sei dafür  mehrmals  –  alle  zwei  bis  drei  Monate  –  zum  Parteibüro  in  den  Irak  gereist. Letztmals sei er im Monat Mordad 1384 dort gewesen (vgl. Akte  A12  S.  10).  In  seiner  Funktion  habe  er  den  Codenamen  H._______  benutzt.  Aus  den  entsprechenden  Protokollstellen  der  Empfangsstelle  geht  keine  derartige  Aufgabe  des  Beschwerdeführers  hervor.  Dort  war  lediglich von einer Reise im Juni oder Juli 2005 respektive einer Rückkehr  aus  dem  Irak  im  Juli  oder  August  2005  die  Rede  (vgl.  A1,  S.  5).  Die  diesbezüglichen  Vorbringen  beim  Kanton  müssen  daher  als  nachgeschoben und damit unglaubhaft bezeichnet werden.  5.1.2.  Im  Weiteren  erscheint  nicht  plausibel,  der  Beschwerdeführer  sei  nach  seiner  Entlassung  aus  der  dreijährigen Haft,  bei  der  er  sich  unter  Androhung der Höchststrafe habe verpflichten müssen, nie mehr politisch  tätig zu sein und  ihm eine monatliche Meldepflicht auferlegt worden sei,  trotzdem wieder politisch aktiv gewesen und habe dabei die Tätigkeit mit  den früheren Personen und seine regelmässigen Reisen in den Irak zum  Parteibüro  wieder  aufgenommen  (vgl.  Akte  A12  S.  8).  Es  kann  insbesondere  nicht  geglaubt  werden,  er  habe  neben  der  monatlichen  Meldepflicht bei der Polizei während zwei Jahren regelmässig bis zu zehn  Tage  dauernde  Reisen  in  den  Irak  unternommen,  wo  er  Anweisungen  vom  Parteibüro  erhalten  habe,  und  sei  jeweils  problemlos  in  den  Iran  zurückgekehrt, ohne dass dies bemerkt worden wäre (S. 9). Der Einwand  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  seit  seiner  Kindheit  aus  ethnischen  Gründen  benachteiligt  worden  sei  und  deshalb  seine  Aktivitäten  nach  seiner  Entlassung  aus  dem  Gefängnis  weitergeführt  habe,  vermag  ein  solches (riskantes) Verhalten nicht glaubhaft erscheinen zu lassen. 5.1.3. Zu weiteren Zweifeln Anlass geben zudem die Schilderungen des  Beschwerdeführers  bezüglich  der  Botschaften,  die  er  aufgrund  seiner  Position  in  der  Partei  erhalten  habe.  Seine  Aussagen,  wonach  er  Botschaften  über  Radio  erhalten  habe  und  daraufhin  jeweils  zum  Parteibüro  in  den  Irak  gereist  sei,  um  nähere  Aufträge  entgegen  zu  nehmen,  müssen  als  realitätsfremd  und  damit  unglaubhaft  bezeichnet 

E­6359/2007 werden.  Auf  Beschwerdeebene  vermochte  er  diesbezüglich  auch  keine  nähere Erklärung abzugeben. 5.1.4. Zudem ist den vorinstanzlichen Erwägungen zuzustimmen, wonach  der  Beschwerdeführer  widersprüchliche  Aussagen  zum  Datum  seiner  Inhaftierung  gemacht  habe.  Gemäss  der  summarischen  Anhörung  soll  dies  im  Juli  1999  (Tir  1378)  gewesen  sein  (vgl.  Akte  A1,  S.  5),  währenddem er beim Kanton angab, am 1. Mai 1998 (11.2.1377) in Haft  genommen worden zu sein (vgl. Akte A12, S. 6).  5.1.5.  Schliesslich  vermögen  die  im  erstinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  Gerichtsdokumente  (Urteil,  Vorladung  und  Haft)  nicht  zu  beweisen,  dass  der  Beschwerdeführer  aus  den  von  ihm  genannten  (politischen) Gründen  festgenommen  und  deshalb  während  drei  Jahren  inhaftiert worden sei. So haben Botschaftsabklärungen ergeben, dass es  sich  bei  diesen  Gerichtsdokumenten  um  Fälschungen  handelt.  Die  Vorinstanz  hat  mit  Verfügung  vom  22.  August  2006  die  Fälschungsvorwürfe  offengelegt.  Die  von  ihr  hervorgehobenen  Fälschungsmerkmale  (bezüglich  Ausstellungsformat,  Ausstellungsnummer  und  Stempel  beim  Urteil;  Papierqualität  und  Stempel der Vorladung; Papierqualität, Format, Unterschrift und Stempel  beim  Haftbefehl;  Verfahrensnummer  und  Bezeichnung  des  Gerichts)  vermögen  insgesamt  zu  überzeugen  und  sind  mangels  stichhaltiger  Gegenargumente in der Stellungnahme vom 31. August 2006 und in der  Beschwerdeschrift  zu  bestätigen,  weshalb  nicht  detaillierter  darauf  einzugehen  ist.  Insbesondere  vermag  auch  der  Einwand  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  zu  Unrecht  als  Lügner  und  Betrüger  bezeichnet  würde,  ohne  bezüglich  der  Fälschungsmerkmale  nähere  Ausführungen  zu  machen,  an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern.  Ferner  lässt seine Kritik an den Botschaftsabklärungen keine Zweifel an  deren  Zuverlässigkeit  zu.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  keine  Veranlassung,  an  der  Richtigkeit  der  von  einem  Vertrauensanwalt  der  Schweizerischen  Botschaft  aufgezeigten  Fälschungsmerkmale  und  der  entsprechenden  Folgerungen  der  Vorinstanz  zu  zweifeln.  Es  gelangt  daher  in  freier  Beweiswürdigung  zum  Schluss,  dass  es  sich  bei  den  eingereichten  Gerichtsunterlagen  um  Fälschungen  handelt,  weshalb  es  sich erübrigt, weitere Abklärungen vorzunehmen.  Ferner vermag auch der am 30. März 2007 eingereichte Gefängnischeck,  der auf den Namen des Beschwerdeführers lautet, die geltend gemachte 

E­6359/2007 Inhaftierung nicht  zu belegen,  zumal dieser nichts über die Gründe und  die Dauer des Gefängnisaufenthalts aussagt.  Im  Weiteren  lässt  auch  das  eingereichte  Schreiben  der  Komala­Partei  aus  Schweden  vom  26.  März  2007,  worin  die  Mitgliedschaft  des  Beschwerdeführers,  dessen  Herkunft  aus  einer  politischen  Umgebung  sowie  dessen  Inhaftierung  sowie  Gefährdung  im  Iran  bestätigt  werden,  die  geltend  gemachten  Verfolgungsmassnahmen  nicht  glaubhaft  erscheinen  zu  lassen.  Vielmehr  macht  dieses  Schreiben  wie  von  der  Vorinstanz  zutreffend  dargelegt  einen  aufgesetzten  Eindruck.  Es  geht  nicht  über  die  vom  Beschwerdeführer  gemachten  Angaben  hinaus  und  nimmt  keinen  Bezug  auf  ein  konkretes  Ereignis.  Deshalb  ist  diese  Bestätigung als Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert zu qualifizieren. 5.2.  Die  Vorinstanz  hat  bezüglich  der  beantragten  Zeugenbefragung  eines  alten Freundes des Vaters  des Beschwerdeführers,  den dieser  in  der  Schweiz  kennengelernt  habe  und  der  zum  politischen  Engagement  seiner  Familie  Auskunft  geben  könne,  zu  Recht  festgestellt,  der  Sachverhalt könne als erstellt erachtet werden, und diesen Antrag daher  abgewiesen.  So  wäre  bezüglich  der  geltend  gemachten  Gefährdungssituation  des  Beschwerdeführers  d.h.  zur  vorgebrachten  Inhaftierung nicht mit Rückschlüssen zu rechnen gewesen. Was die vom  Beschwerdeführer  in  Aussicht  gestellten  Informationen  von  zwei  ehemaligen Mitgefangenen  in Grossbritannien  betrifft,  wurde  bereits mit  Zwischenverfügung  vom  28. September  2007  festgestellt,  dass  in  Anbetracht  der  eindeutigen  Botschaftsabklärungen  und  der  daraus  gezogenen Schlussfolgerung keine Veranlassung bestehe, ihm eine Frist  für  die  Einreichung  allfälliger  schriftlicher  Zeugenaussagen  von  angeblichen  Mitgefangenen  anzusetzen.  In  der  Folge  reichte  der  Beschwerdeführer zwar ein Schreiben von J._______ vom 22. November  2007 zu den Akten,  in dem dieser bestätigt,  im Jahre 1378  im gleichen  Gefängnis,  nämlich  in  E._______,  wie  der  Beschwerdeführer,  der  dort  bereits  ein  Jahr  lang  gewesen  sei,  inhaftiert  worden  zu  sein.  Diese  Aussage ist jedoch mit derjenigen des Beschwerdeführers anlässlich der  summarischen  Anhörung  zeitlich  nicht  zu  vereinbaren.  Dort  gab  dieser  nämlich an,  im Sommer 1378 (Juni/Juli 1999)  festgenommen worden zu  sein und die ersten sieben Monate  in  Isolationshaft verbracht zu haben;  anschliessend sei er ins C._______­Gefängnis in D._______ und später ­  somit  frühestens  1379  ­  ins  Gefängnis  von  E._______  verlegt  worden  (vgl.  Akte  A1,  S.  5).  Sollte  das  später  angegebene  Datum  des  Haftbeginns  vom  11.2.77  zutreffen,  wären  die  Angaben  erst  recht  nicht 

E­6359/2007 kohärent.  Das  Schreiben  von  J._______  muss  daher  als  Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert qualifiziert werden.  5.3.  Insgesamt  ist  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelungen,  Verfolgungsmassnahmen  seitens  der  iranischen  Behörden  vor  seiner  Ausreise glaubhaft zu machen. Der Rechtsmitteleingabe sind somit keine  stichhaltigen  Entgegnungen  zu  entnehmen,  welche  die  Argumentation  der Vorinstanz  in Zweifel zu ziehen vermögen. Unter diesen Umständen  erübrigen  sich  weitere  Ausführungen  zu  den  Beschwerdevorbringen  im  Asylpunkt  und  zu  den  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  Beweismitteln,  da  sie  nicht  zu  einer  anderen  Beurteilung  zu  führen  vermögen.  6.  6.1.  Im  Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  der  Beschwerdeführer  durch  sein  Verhalten  nach  der  Ausreise  aus  dem  Heimatland,  namentlich  dem  geltend gemachten exilpolitischen Engagement in der Schweiz, Grund für  eine  zukünftige  Verfolgung  durch  die  iranischen  Behörden  gesetzt  hat  und deshalb (das heisst infolge Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe)  die Flüchtlingseigenschaft erfüllt. 6.2.  Der  Beschwerdeführer  verweist  zur  Geltendmachung  seiner  subjektiven Nachfluchtgründe  im Wesentlichen auf sein Engagement  für  die  kurdische  Minderheit  im  Iran  im  Rahmen  von  Teilnahmen  an  Kundgebungen  und  Sitzungen  iranischer  Exilorganisationen  in  der  Schweiz  sowie  politische  Kommentare  und  Fotos,  die  er  unter  seinem  Namen  auf  Facebook  aufgeschaltet  habe.  Dies  wird  durch  Fotos,  Flugblätter  und  Auszüge  aus  dem  Internet  belegt.  Zudem  habe  er  anlässlich  einer  Aktion  gegen  die  iranisch­islamische  Regierung  am  UNO­Sitz in Genf am 14. März 2011 eine aktive Rolle eingenommen. 6.3.  Allgemein  sind  subjektive  Nachfluchtgründe  dann  anzunehmen,  wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat­  oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  zu  befürchten  hat.  Personen mit  subjektiven  Nachfluchtgründen  erhalten  zwar  kein  Asyl,  werden  jedoch  als  Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen  (vgl.  EMARK  2000 Nr. 16 E. 5a,  mit weiteren Hinweisen). Der Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG  ist  absolut  zu  verstehen  und  mithin  unabhängig  davon  anzuwenden,  ob  Nachfluchtgründe  missbräuchlich  gesetzt  worden  sind  oder  nicht  (vgl. 

E­6359/2007 EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 S. 66 ff.). Es  ist daher nicht entscheidend, wel­ chen mutmasslichen Zweck die asylsuchende Person durch ihre exilpoli­ tischen Tätigkeiten zu erreichen versucht hat. Massgebend  ist  vielmehr,  ob  die  heimatlichen  Behörden  das  Verhalten  des  Asylsuchenden  als  staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr in den  Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss.  Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer begründeten  Furcht massgeblich  (Art.  3  und  7  AsylG;  vgl.  zum Ganzen  auch  BVGE  2009/28 E. 7.1. S. 352). Wie den im vorinstanzlichen Verfahren sowie auf Beschwerdeebene ein­ gereichten  Beweismitteln  und  Hinweisen  entnommen  werden  kann,  betätigt  sich  der  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  exilpolitisch.  Zudem  wird  in  einem  undatierten,  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  Schreiben  seine  Mitgliedschaft  bei  der  IFIR  bestätigt.  Exilpolitische  Tätigkeiten  können  ­  wie  oben  dargelegt  ­  nur  dann  im  Sinne  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  zur  Flüchtlingseigenschaft  führen,  wenn  zumindest glaubhaft gemacht wird, dass  im Falle einer Rückkehr  infolge  der  Exilaktivität  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  mit  politischer  Verfolgung  zu  rechnen wäre. Nachfolgend  ist  zu  untersuchen,  ob  diese  Voraussetzung im Falle des Beschwerdeführers erfüllt ist. 6.4.  Vorab  ist  festzustellen,  dass  die  politische  Betätigung  für  staatsfeindliche  Organisationen  im  Ausland  seit  der  Neufassung  des  iranischen  Strafrechts  im  Jahr  1996  unter  Strafe  gestellt  ist.  Einschlägigen Berichten zufolge wurden in der Vergangenheit denn auch  bereits  Personen  verhaf­tet,  angeklagt  und  verurteilt,  welche  sich  unter  anderem  im  Internet  kritisch  zum  iranischen  Staat  äusserten  (vgl.  die  Auskunft  der  SFH­Länderanalyse  vom  4. April  2006  ["Iran:  Rückkehrgefährdung  für  AktivistInnen  und  Mitglieder  exilpolitischer  Organisationen ­  Informations­gewinnung  iranischer Behörden"] S. 3, mit  weiteren Hinweisen). Es ist überdies allgemein bekannt und unbestritten,  dass  die  iranischen  Behör­den  die  politischen  Aktivitäten  ihrer  Staatsangehörigen  im Ausland über­wachen und systematisch erfassen.  Mittels  Einsatz  moderner  Software  dürfte  es  den  iranischen  Behörden  auch ohne Weiteres möglich  sein,  die  im  Internet  vorhandenen  riesigen  Datenmengen  ohne  allzu  grossen  Auf­wand  gezielt  und  umfassend  zu  überwachen  und  gegebenenfalls  nach  Stichworten  zu  durchsuchen.  Diese  Überwachung  habe  nach  den  Wahlen  im  Juni  2009  und  diesbezüglichen  Protesten  zugenommen  (vgl.  SFH;  "Iran:  Illegale  Ausreise/Situation  von  Mitgliedern  der  PDKI/Politische  Aktivitäten  im 

E­6359/2007 Exil", SFH­Länderanalyse vom 16. November 2010; "Iran: traitement des  requérants d'asile déboutés", SFH­Länderanalyse vom 18. August 2011),  insbesondere  von  regierungskritischen  exilierten  Personen.  Diese  seien  gemäss  Angaben  des  Wall  Street  Journal  mit  ähnlichen  Methoden  belästigt  und  bedroht  worden  (vgl.  S. 8).  Demgegenüber  bleibt  im  Einzelfall  zu  prüfen,  ob  die  in  der  Schweiz  entwickelten  exilpolitischen  Aktivitäten  bei  einer  allfälligen  Ausschaffung  in  den  Iran  mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im asylrechtlichen  Sinne nach sich ziehen würden  (vgl. wiederum BVGE 2009/28 E.7.4.3).  Es ist dabei davon aus­zugehen, dass sich die iranischen Geheimdienste  auf  die  Erfassung  von  Personen  konzentrieren,  die  über  die  massentypischen  und  niedrig  profilierten  Erscheinungsformen  exilpolitischer  Proteste  hinaus  Funktionen  wahrgenommen  und/oder  Aktivitäten entwickelt haben, welche die jewei­lige Person aus der Masse  der  mit  dem  Regime  Unzufriedenen  heraushe­ben  und  als  ernsthaften  und  gefährlichen  Regimegegner  erscheinen  las­sen.  Somit  sind  die  Mitgliedschaft  in  einer  exilpolitischen  Organisation,  die  Teilnahme  an  regimekritischen  Demonstrationen  und  das  hierbei  übli­che  Tragen  von  Plakaten  und  Rufen  von  Parolen  nicht  für  die  Ein­schätzung  einer  Verfolgungsgefahr  von  Bedeutung,  sondern  Positionen,  Form  und  Einfluss von Aktionen (vgl. SFH­Länderanalyse vom 4. April 2006, S. 7). 6.5. Wie  in  den  vorangegangenen  Erwägungen  festgestellt  worden  ist,  vermochte  der  Beschwerdeführer  eine  Vorverfolgung  nicht  glaubhaft  zu  machen.  Daher  steht  fest,  dass  er  vor  seinem  Verlassen  seines  Heimatlandes  nicht  als  regimefeindliche  Person  ins  Blickfeld  der  iranischen  Behörden  respektive  der  iranischen  Nachrichtendienste  geraten ist (vgl. E. 5). Aus den vorliegenden Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  an  verschiedenen  Kundgebungen  und  Veranstaltungen  von  iranischen  Exilorganisationen,  u.a.  der  IFIR,  teilgenommen  hat,  was  folglich  auch  nicht  zu  bestreiten  ist. Der  Zweck  der  Veranstaltungen,  der  Protest  gegen  die  iranische  Regierung,  ist  ebenfalls ersichtlich. Aufgrund dieser seit seiner Einreise  in die Schweiz  ausgeübten  Tätigkeit  ist  jedoch  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  das  gesteigerte  Interesse  der  iranischen  Überwachungsbehörden  auf  sich  gezogen  haben  könnte.  Dass  er  dabei  jemals  markant  in  Erscheinung  getreten  wäre,  kann  den  Akten  nämlich  nicht  entnommen  werden  und  auch  sonst  lässt  nichts  auf  ein  herausragendes  oppositionelles  Engagement  schliessen.  Im Weiteren  ist  gemäss  der  hievor  gemachten 

E­6359/2007 Feststellungen  (E. 5)  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  bereits  vor  seiner  Ausreise  die  Aufmerksamkeit  der  iranischen  Behörden  in  relevantem  Ausmass  auf  sich  gezogen  hat.  Entsprechend rechtfertigt sich der Schluss, dass er vor der Absetzung in  den  Westen  durch  die  iranischen  Behörden  jedenfalls  nicht  als  staatsgefährdender  Politaktivist  fichiert  war.  Seine  exilpolitischen  Aktivitäten  können  denn  auch  insofern  mit  derjenigen  einer  Vielzahl  seiner  Landsleute  in  Übereinstimmung  gebracht  werden,  als  sich  diese  nach  dem Gesagten  kaum  und  insbesondere  nicht  relevant  von  denen  anderer  Iraner  abheben.  Es  ist  entgegen  den  Beschwerdevorbringen  daher  nicht  davon  auszugehen,  dass  die  iranischen  Behörden  beim  Beschwerdeführer  von  einer  Bedrohung  für  das Regime  ausgehen. Die  einzelnen  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  ­  Engagement  an  politischen  Diskussionen  und  seine  Beiträge  auf  Facebook  ­  sind  aufgrund  der  gesamten  Umstände  jedenfalls  nicht  geeignet,  ihn  als  Person  mit  klar  definierten  oppositionspolitischen  Vorstellungen  und  persönlichem Agitationspotenzial, welche zu einer Gefahr für das Regime  im  Iran  werden  könnte,  erscheinen  zu  lassen.  Die  durch  den  Beschwerdeführer  im Rahmen seiner Teilnahme an Kundgebungen und  seinen Beiträgen auf Facebook öffentlich vorgetragene Kritik am Regime  weist  insgesamt  nicht  den  nötigen  Exponierungsgrad  auf,  um  bei  den  iranischen Behörden den Eindruck zu erwecken, dass er zu einer Gefahr  für  den Bestand  ihres Regimes werde.  Auch  hat  der  Beschwerdeführer  nicht  zum  Ausdruck  gebracht,  dass  er  oder  seine  im  Iran  verbliebenen  Angehörigen  auf  irgendeine  Weise  seitens  der  iranischen  Behörden  belästigt  oder  bedroht  worden  wären  (vgl.  SFH­Länderanalyse  vom  16. November  2010).  Im  Übrigen  haben  Exil­Iraner  mit  dem  Profil  des  Beschwerdeführers  bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  aufgrund  ihrer  exilpolitischen  Tätigkeiten  keine  staatlichen  Verfolgungsmassnahmen zu befürchten, zumal den iranischen Behörden  mittlerweile  sehr  wohl  bewusst  sein  dürfte,  dass  die  exilpolitische  Betätigung  vieler  iranischer  Asylbewerber  nach  der  Ablehnung  ihrer  Asylgesuche oft zunimmt respektive intensiviert wird oder überhaupt erst  ab  diesem  Zeitpunkt  einsetzt  (vgl.  BVGE  2009/28  E. 7.4.3).  An  dieser  Einschätzung  vermag  der  geltend  gemachte  Auftritt  des  Beschwerdeführers  beim  Radiosender  VOA  (vgl.  Eingabe  vom  13. September  2011)  nichts  zu  ändern,  zumal  er  sich  dort  lediglich  zu  seinem  vor  zwanzig  Jahren  verschwundenen Cousins  geäussert  haben  will, was jedoch nicht auf eine Gefährdung schliessen lässt.

E­6359/2007 6.6. An dieser Stelle ist überdies auf die geltende Praxis des Bundesver­ waltungsgerichts hinzuweisen, wonach allein aufgrund der Ausreise oder  des Asylgesuches  im Ausland keine  flüchtlingsrechtlich  relevante Verfol­ gung im Iran befürchtet werden muss (BVGE 2009/28 E. 7.4.4 S. 367). 6.7.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  die  geltend  gemachten  subjektiven Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich  relevante Verfolgungsfurcht zu begründen, weshalb der Beschwerdefüh­ rer  nicht  als Flüchtling anerkannt werden kann. An dieser Einschätzung  vermögen  weder  die  weiteren  Ausführungen  in  den  Eingaben  noch  die  eingereichten  Beweismittel  etwas  zu  ändern,  weshalb  darauf  verzichtet  werden kann, darauf weiter einzugehen. 6.8.  Folglich  konnte  der  Beschwerdeführer  keine  asylrelevante  Verfolgung nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen; auch  liegen  keine  subjektiven  Nachfluchtgründe  vor.  Die  Vorinstanz  hat  die  Flüchtlings­eigenschaft  demnach  zu  Recht  verneint  und  zutreffend  das  Asylgesuch abgelehnt. 7.  7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9,  BVGE  2008/34  E.  9.2).  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG). 8.  8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]).

E­6359/2007 Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da­ rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerde­ führers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von  Art. 5  AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus­

E­6359/2007 schaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand­ lung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen Gerichtshofes  für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nach­ weisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127, mit  weiteren Hinweisen).  Auch  die  allgemeine Menschenrechtssituation  im Heimatstaat  lässt  den Weg­ weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.  Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  ­  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG ­ die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.4.1.  Aus  humanitären  Gründen,  nicht  in  Erfüllung  völkerrechtlicher  Pflichten der Schweiz, wird auf den Vollzug der Wegweisung verzichtet,  wenn die Rückkehr in den Heimatstaat für den Betroffenen eine konkrete  Gefährdung  im Sinne  von Art.  83 Abs.  4 AuG darstellt.  Im  Iran  besteht  keine Situation allgemeiner Gewalt,  die  sich noch dazu über das ganze  Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde. Eine gänzlich  unsichere,  von  bewaffneten  Konflikten  oder  permanent  drohenden  Unruhen dominierte Lage, aufgrund derer der Beschwerdeführer sich bei  einer  Rückkehr  unvermeidlich  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt  sehen würde, besteht mithin nicht. Aufgrund  der  Aktenlage  besteht  ferner  kein  Grund  zur  Annahme,  der  Beschwerdeführer  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in  den  Iran  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende  Situation,  welche  den  Vollzug  der  Wegweisung  als  unzumutbar  erscheinen  liesse.  Der  Beschwerdeführer  verfügt  eigenen  Angaben  zufolge  über  eine  zehnjährige  Schulbildung.  Zudem hat  er während drei  bis  vier  Jahren ein  eigenes Kleidergeschäft  geführt. Es  ist nicht  in Abrede zu stellen, dass er bei einer Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat  aufgrund  seiner  langen  Landesabwesenheit  mit 

E­6359/2007 gewissen Schwierigkeiten konfrontiert werden könnte. Indessen verfügt er  mit  seiner  Mutter,  seiner  Schwester  und  dessen  Ehemann,  welche  im  Hause  seiner  Familie  in  E._______  leben,  über  ein  intaktes  Beziehungsnetz, auf das er zurückgreifen kann (vgl. Akte A12, S. 5f.).  8.4.2. Hinsichtlich der geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden  des  Beschwerdeführers  ist  vorab  darauf  hinzuweisen,  dass  aufgrund  gesundheitlicher Probleme eines abgewiesenen Asylsuchenden nur dann  auf  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  geschlossen  werden  kann,  wenn  eine  notwendige  medizinische  Behandlung  im  Heimatland  nicht  zur  Verfügung  steht,  und  die  Rückkehr  zu  einer  raschen  und  lebensgefährdenden  Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes  der  betroffenen  Person  führt.  Dabei  wird  als  wesentlich  die  allgemeine  und  dringende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung  einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit  liegt jedenfalls dann nicht vor, wenn im Heimat­ oder Herkunftsstaat eine  nicht  dem  schweizerischen  Standard  entsprechende  medizinische  Behandlung  möglich  ist.  Wenn  die  notwendige  Behandlung  im  Heimat­  oder Herkunftsstaat sichergestellt  ist, so ist der Vollzug der Wegweisung  als zumutbar zu beurteilen (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Vorliegend  sind  keine  Anhaltspunkte  für  eine  drohende  medizinische  Notlage  des  Beschwerdeführers  im  Heimatstaat  im  Sinne  von  Art.  83  Abs. 4 AuG zu entnehmen. Wie aus den vorinstanzlichen Akten einerseits  hervorgeht, wurde er wegen mehrerer Suizidversuche  im Jahre 2006  in  ein  Spital,  später  in  eine  psychiatrische  Klinik  eingewiesen.  Bei  seiner  letzten Einlieferung in die psychiatrische Klinik vom 17. Juli bis 29. August  2006  wurden  bei  ihm  eine  Anpassungsstörung,  übermässiger  Alkoholkonsum,  Verdacht  auf  emotional­instabile  Persönlichkeitsstörung  vom  Borderline­Typus,  eine  anamnestische  posttraumatische  Belastungsstörung  (PTBS),  Zustand  nach  Suizidversuch,  diagnostiziert.  Während der  letzten Hospitalisation hätten keine Symptome einer PTBS  festgestellt  werden  können  (vgl.  Arztbericht  der  psychiatrischen  Klinik  I._______,  Dr.  Q._______,  vom  4. April  2007,  Akte  A42).  Das  BFM  forderte  den  Beschwerdeführer  am  2.  August  2007  dazu  auf,  einen  aktuellen  Arztbericht  des  ihn  behandelnden  Facharztes  einzureichen,  worauf die damalige Rechtsvertreterin in ihrem Schreiben vom 13. August  2007  festhielt,  der  Beschwerdeführer  werde  seit  seiner  Entlassung  aus  der  psychiatrischen  Klinik  ambulant  behandelt  und  habe  keine  Suizidgedanken  mehr  (vgl.  Akte  A47).  Zwar  wurde  in  einem  im  Zusammenhang  mit  einem  Verkehrsunfall  am  3.  Juni  2009  erstellten 

E­6359/2007 Arztbericht  der  Rehaklinik  R._______  vom  16.  Oktober  2009  eine  Anpassungsstörung  mit  Angstsymptomatik  und  Schlafstörungen  von  höchstens  mittelgradiger  Ausprägung  diagnostiziert,  welche  nach  dem  Unfall  zu  den  bereits  vorbestehenden  Symptomen  einer  Traumafolgestörung  aufgetreten  seien.  Jedoch  wurden  kaum  auffällige  psychopathologischen  Befunde  festgestellt.  Im  Austrittsbericht  der  Rehaklinik R._______ vom 29. Oktober 2009 wurde zudem erwähnt, der  Beschwerdeführer  sei  während  seines  Aufenthaltes  nebst  der  eigentlichen Behandlung seines Kniegelenkes auch psychotherapeutisch  betreut worden, ohne dass seine Probleme hätten gelöst werden können.  Es  ist  mangels  weiterer  Hinweise  seit  diesen  letzten  Arztberichten  der  Rehaklinik nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zur Zeit  auf  eine  psychiatrische  Behandlung  angewiesen  ist  respektive  in  naher  Zukunft  sein  wird.  Sollte  der  Beschwerdeführer  bei  seiner  Rückkehr  in  den  Iran wiederum  eine  solche  ärztliche Behandlung  benötigen,  ist  ihm  zuzumuten,  die  im  Iran  bestehenden  medizinischen  Einrichtungen  in  Anspruch zu nehmen. In einem weiteren Arztbericht von Dr. med. S._______ vom 29. Mai 2007  wurde  beim Beschwerdeführer  ferner  eine  schwere Akne  diagnostiziert,  welche vermutlich auf eine Brom­Intoxikation zurückzuführen sei, die mit  Medikamenten behandelt wurde (vgl. Akte A44). Im Arztbericht betreffend  den Unfall  vom 3.  Juni 2009 wird zwar ein akneartige Hautveränderung  am  Rücken  erwähnt.  Es  können  jedoch  können  keine  Hinweise  dafür  entnommen  werden,  wonach  diesbezüglich  weitere  medizinische  Abklärungen im Gang wären, welche gegen den Vollzug der Wegweisung  des Beschwerdeführers in den Iran sprechen würden. Ausserdem  erlitt  der  Beschwerdeführer  am  3.  Juni  2009  einen  Verkehrsunfall  mit  einer  Knieverletzung,  in  deren  Folge  er  sich  einer  Operation  und  einer  Behandlung  in  der  Rehaklinik  R._______  unterziehen musste. Gemäss der  ärztlichen Abschlussuntersuchung der  SUVA vom 10. November 2010 wurde beim Beschwerdeführer eine volle  Arbeitsfähigkeit  mit  gewissen  Einschränkungen  (mittelschwere  Tätigkeit  ohne  Tragen  von  Lasten  auf  unebenem  Gelände,  u.a.)  festgestellt.  In  einer  Meldung  der  SUVA  vom  28. Januar  2011  wurde  dem  Beschwerdeführer eine Rente in der Höhe von 13 % zugesprochen. Wie  der  Eingabe  des  Beschwerdeführers  vom  26.  Juni  2011  weiter  entnommen werden kann, geht er seit einiger Zeit zu 100 Prozent einer  Erwerbstätigkeit  nach,  für  die  er  gemäss  SUVA­Verfügung  (angepasste  Arbeit)  entschädigt  werde.  Aufgrund  der  offensichtlich  geringen 

E­6359/2007 Einschränkungen  des  Beschwerdeführers  bei  der  Ausübung  einer  Erwerbstätigkeit  ist  kein  ernsthaftes  Wegweisungshindernis  ersichtlich.  Angesichts der landesweit guten medizinischen Grundversorgung im Iran,  insbesondere  in  den  grösseren  Städten,  zu  denen  auch  seine  Heimatstadt  E._______  zählt,  braucht  der Beschwerdeführer  auch  nicht  damit  zu  rechnen,  er  werde  die  zur  Gewährleistung  einer  menschenwürdigen  Existenz  absolut  notwendige  medizinische  Behandlung  nicht  erhalten  (vgl.  BVGE  2009/2  E.  9.3.2).  Es  steht  dem  Beschwerdeführer  zudem  offen,  beim  Bundesamt  um  medizinische  Rückkehrhilfe zu beantragen. Schliesslich bezieht der Beschwerdeführer  eine, wenn auch bescheidene Rente der SUVA. 8.4.3.  Nach  dem  Gesagten  erweist  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch als zumutbar. 8.5.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 8.6. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 9.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10.  Mit Zwischenverfügung vom 28. September 2007 wurde das Gesuch des  Beschwerdeführers  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG unter Vorbehalt einer nachträglichen Verän­ derung  dessen  finanziellen  Verhältnisse  gutgeheissen.  Nachdem  sich  aufgrund  der  Akten  ergibt,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  mehr  bedürftig  ist,  sind  ihm  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Verfahrenskosten von Fr. 600.­ aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 

E­6359/2007 16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  2  und  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320]). (Dispositiv nächste Seite)

E­6359/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener Versand:

E-6359/2007 — Bundesverwaltungsgericht 30.09.2011 E-6359/2007 — Swissrulings