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Bundesverwaltungsgericht 31.08.2011 E-4671/2011

31 agosto 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,174 parole·~6 min·1

Riassunto

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 15. Juli 2011 /

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4671/2011 Urteil   v om   3 1 .   Augus t   2011 Besetzung Einzelrichter Markus König, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiberin Karin Maeder­Steiner. Parteien A._______, Sri Lanka,  Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 15. Juli 2011 / N (…).

E­4671/2011 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  suchte  mit  Schreiben  an  die  Schweizerische  Botschaft in Colombo vom 5. Mai 2008 (Eingang Botschaft: 9. Mai 2008)  um Asyl nach. Zur Begründung des Gesuchs machte er im Wesentlichen geltend, er sei  tamilischer  Ethnie  und  lebe  in  B._______.  Im  Jahr  2006  seien  zwei  Cousins  von Unbekannten  getötet  worden.  Eine  offizielle  Untersuchung  dieser  Vorfälle  sei  im Gang.  Der  Vater  der  Ermordeten,  der  nun  in  der  Schweiz  lebe,  habe  verschiedenen  Medien  ((…))  Interviews  zu  den  Umständen der Tötung seiner Söhne gegeben; nach der Veröffentlichung  dieser  Berichte  seien  er  (Beschwerdeführer)  und  ein  weiterer  Cousin  wiederholt von Unbekannten bedroht worden.  Der  Beschwerdeführer  reichte  zusammen  mit  dem  schriftlichen  Asylgesuch mehrere Registerauszüge als Beweismittel zu den Akten. B.  Mit Verfügung vom 21. Mai 2008 forderte der Schweizer Botschafter den  Beschwerdeführer  dazu  auf,  innert  Frist  verschiedene Fragen  zu  seiner  Bedrohungssituation zu beantworten. Mit  Eingabe  vom  16.  Juli  2008  an  die  Botschaft  führte  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen  aus,  er  habe  sich  nicht  getraut,  die  Bedrohungen der Polizei zu melden. Seine Mutter habe sich in der Sache  aber an die Human Rights Commission in B._______ gewendet. Mit dem  Brief  wurden  zwei  Dokumente  der  Human  Rights  Commission  of  Sri  Lanka  (eines  undatiert,  eines  auf  9.  Juli  2008  datiert)  zu  den  Akten  gereicht. In einem Schreiben an die Botschaft vom 22. Dezember 2008  legte der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  erneut  dar,  dass  er  aus  Sicherheitsgründen darauf verzichte, die Übergriffe und Bedrohungen bei  der lokalen Polizei zur Anzeige zu bringen. C.  Mit  Verfügung  vom  30.  November  2010  teilte  das  Bundesamt  dem  Beschwerdeführer  mit,  aufgrund  der  vorliegenden  Akten  werde  der  entscheidrelevante  Sachverhalt  als  erstellt  beurteilt;  eine  Anhörung  auf  der zuständigen Botschaft erweise sich daher als nicht notwendig. Weiter 

E­4671/2011 führte  das  BFM  aus,  es  beabsichtige,  die  Einreise  in  die  Schweiz  zu  verweigern  und  das  Asylgesuch  abzuweisen.  Hierzu  werde  ihm  in  Wahrung  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  gegeben,  welche  innert  30  Tage  ab  Erhalt  dieser  Verfügung einzureichen sei. Der  Beschwerdeführer  liess  die  ihm  gesetzte  Frist  ungenutzt  verstreichen. D.  Mit Verfügung vom 15. Juli 2011 verweigerte das BFM die Einreise des  Beschwerdeführers in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab.  E.  Mit Eingabe vom 12. August 2011 (Eingang bei der Botschaft in Colombo  am 18. August 2011) erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen die  vorinstanzliche Verfügung und beantragte sinngemäss die Aufhebung der  Verfügung,  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  und  die  Gutheissung seines Asylgesuchs.  Mit Begleitschreiben vom 18. August 2011 übermittelte die Vertretung die  Beschwerde dem Bundesverwaltungsgericht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).

E­4671/2011 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3. Die  Beschwerde  wird  vom  Bundesverwaltungsgericht  als  frist­  und  unter  Berücksichtigung  der  konkreten  Verfahrensumstände  auch  als  formgerecht eingereicht entgegengenommen. Der Beschwerdeführer hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  ist  durch  die  angefochtene Verfügung besonders  berührt  und hat  ein  schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er  ist  daher  zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1  AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4.  4.1.  In  formeller Hinsicht  ist zunächst  festzuhalten, dass gemäss Art. 19  AsylG  ein Asylgesuch  im Ausland  bei  einer  schweizerischen Vertretung  gestellt werden kann, welche dieses mit einem Bericht an das Bundesamt  überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische Vertretung führt mit  der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durch  (Art.  10  Abs.  1  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Ist  diese  nicht  möglich,  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs.  2  AsylV  1).  Die  schweizerische  Vertretung  überweist  in  der  Folge  das Gesuch mit  einem Bericht  dem Bundesamt, 

E­4671/2011 welches  die  Einreise  in  die  Schweiz  bewilligt,  wenn  der  asylsuchenden  Person nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in ein anderes Land auszureisen  (Art.  20 Abs. 1 und 2  AsylG). 4.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Bestimmungen  in  einem  Leitentscheid  erkannt,  dass  sich  die  Unmöglichkeit  einer  Befragung  aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen  Gründen  bei  der  jeweiligen  Vertretung,  aus  faktischen  Hindernissen  im  betreffenden  Land  oder  aus  bei  der  asylsuchenden  Person  liegenden  persönlichen  Gründen  ergeben  kann  (vgl.  BVGE  2007/30  E.  5.2  und  5.3).  Da  die  Anhörung  der  Sachverhaltsermittlung und der Gewährung des rechtlichen Gehörs dient  (vgl.  a.a.O.  E.  5.5),  ist  die  asylsuchende  Person  bei  gegebener  Unmöglichkeit einer Anhörung unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht in  einem  individualisierten  Schreiben  aufzufordern,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (vgl.  a.a.O.  E.  5.4).  Allerdings  kann  sich  eine  Befragung  beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  erscheint;  der  asylsuchenden  Person  ist  aber  diesfalls  immerhin  im  Sinn  des  rechtlichen  Gehörs  Gelegenheit zu geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid  zumindest  schriftlich  zu äussern  (vgl.  a.a.O. E. 5.7). Schliesslich  ist  das  Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung zu  begründen 5.  5.1.  Der  Beschwerdeführer  wurde  vorliegend  nicht  im  Rahmen  einer  Befragung  zu  seinen  Asylgründen  angehört.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  Verzicht  in  der  angefochtenen  Verfügung  damit  begründet,  dass  der  entscheidrelevante  Sachverhalt  aufgrund  der  vorliegenden  Akten  als  erstellt beurteilt werde. Mit Zwischenverfügung vom 1. Februar 2010 hatte  sie  dem Beschwerdeführer  das  rechtliche Gehör  zu  dieser  Feststellung  gewährt  und  ihm  Gelegenheit  zum  Einreichen  einer  Stellungnahme  gewährt, von der er keinen Gebrauch machte. 5.2.  Insgesamt  hat  das BFM  in  der  angefochtenen Verfügung  zu Recht  ausgeführt,  der  entscheidrelevante  Sachverhalt  müsse  angesichts  der  schriftlichen  Darlegungen  und  Dokumentierung  der  Asylgründe  und  der  Nichtabgabe  einer  Stellungnahme  im  Rahmen  der  Gewährung  des  rechtlichen Gehörs als rechtsgenüglich erstellt gelten. 

E­4671/2011 5.3. Soweit  in der Beschwerde  festgehalten wird, die deutsche Sprache  der  angefochtenen  Verfügung  habe  deren  Verständnis  erschwert,  ist  darauf hinzuweisen, dass die Verfügung des BFM von Gesetzes wegen  in  einer  der  Amtssprachen  der  Schweiz  abzufassen  war  (vgl.  Art.  16  AsylG). 5.4.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  die  Vorinstanz  den  prozessualen Anforderungen Genüge getan hat. 6.  6.1.  Die  Schweiz  gewährt  Flüchtlingen  unter  Vorbehalt  von  Ausschlussgründen  auf Gesuch  hin Asyl  (vgl.  Art.  2 Abs.  1  und Art.  49  AsylG).  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land,  wo  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  von  Leib,  Leben  und  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 6.2.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft  machen können oder  ihnen die Aufnahme  in einem Drittstaat zugemutet  werden kann (vgl. Art. 3, 7 und 52 [Abs. 2] AsylG). Bei  diesem  Entscheid  sind  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  grundsätzlich  restriktiv  zu  umschreiben,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen Gefährdung  im Sinn von Art. 3 AsylG sind namentlich Art  und  Intensität  der  persönlichen Beziehung  zur Schweiz,  die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen Staat,  die Qualität  allfälliger  Beziehungen  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  einer  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  die  weiterhin  zutreffende  Praxis  in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr. 15,  insbesondere  S.  131  ff.).  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ist  demnach 

E­4671/2011 vorab die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Person (vgl. EMARK 1997  Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung  im Sinn von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden kann. 7.  7.1. Die Vorinstanz  führte  in  ihrer Verfügung  im Wesentlichen aus, dass  der  gewaltsame  Tod  der  Cousins  des  Beschwerdeführers  bedauerlich  sei, zum heutigen Zeitpunkt aber bereits fünf Jahre und damit zeitlich zu  lange  zurückliege,  um  flüchtlingsrechtlich  noch  relevant  zu  sein.  Der  Beschwerdeführer  weise  kein  spezielles  Gefährdungsprofil  auf,  und  es  sei,  auch  unter  Berücksichtigung  der  aktuellen  Situation  in  Sri  Lanka,  nicht davon auszugehen, dass  ihm in Zukunft  im Heimatland Verfolgung  drohen  würde.  Dies  zeige  sich  letztlich  auch  daran,  dass  er  die  Frage  nach seiner aktuellen Gefährdungssituation (Verfügung des BFM vom 1.  Februar 2010) nicht beantwortet habe. 7.2.  In seiner Beschwerde weist der Beschwerdeführer  inhaltlich auf die  von  ihm  dargelegte  Gefährdungssituation  und  die  zu  den  Akten  gereichten Beweismittel  hin  und hält  zusammenfassend  fest,  er  verfüge  über  echte  und  ernsthafte  Asylgründe,  weshalb  seine  Einweise  in  die  Schweiz zu bewilligen und sein Asylgesuch gutzuheissen sei. 8.  8.1.  In Würdigung der gesamten Vorbringen  ist  vorliegend  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  seitens  der  sri­lankischen  Behörden  und  Sicherheitskräfte  oder  Dritter  nicht  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und in absehbarer Zukunft ernsthafte Nachteile im Sinn von Art. 3 AsylG  zu befürchten hat. 8.2.  Die  von  ihm  beschriebenen  Erlebnisse  des  Jahrs  2006  sind  offensichtlich  vor  dem  Hintergrund  der  damals  herrschenden  kriegerischen Situation  namentlich  im Norden  und Osten Sri  Lankas  zu  beurteilen. Nach der Tötung der beiden Cousins – die gemäss Angaben  im  schriftlichen  Asylgesuch  jeweils  zusammen  mit  (…)  respektive  (…)  anderen  jungen  Männern  erschossen  worden  sind  –  wartete  der  Beschwerdeführer  rund  zwei  Jahre  zu,  bis  er  im  Mai  2008  sein  schriftliches  Asylgesuch  einreichte.  Ein  direkter  zeitlicher  und  kausaler  Zusammenhang zu jenen Ereignissen scheint damit nicht mehr gegeben  zu sein.

E­4671/2011 Unter  Berücksichtigung  der  konkreten  Aktenlage  ist  auch  nicht  von  der  konkreten Gefahr einer Reflexverfolgung aufgrund des Verhaltens seines  Onkels  auszugehen,  der  vor  vielen  Jahren  mit  Fernseh­Interviews  Behelligungen  und  Bedrohungen  des  Beschwerdeführers  ausgelöst  haben solle.  Der  Beschwerdeführer  weist,  wie  vom  BFM  zutreffend  festgestellt,  offensichtlich  kein  besonderes  Risikoprofil  auf,  das  ihn  aktuell  aus  objektiver Sicht als gefährdet erscheinen lassen würde. 8.3. Die Vorinstanz weist in der angefochtenen Verfügung auch zu Recht  auf  die  allgemeine  Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  hin:  Die  staatlichen  Sicherheitsmassnahmen  wurden  nach  dem  Sieg  der  sri­lankischen  Armee  über  die  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  im  Frühjahr  2009 langsam gelockert. Allfälligen  Sicherheitskontrollen  seitens  der  sri­lankischen  Sicherheitskräfte, von denen die Bevölkerung  immer noch betroffen sein  kann, kommt praxisgemäss mangels Intensität kein Verfolgungscharakter  zu; mithin stellen auch solche Handlungen in der Regel keine ernsthaften  Nachteile im Sinn des Gesetzes dar. 8.4. Schliesslich  ist  auch  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  nach Auffassung des Gerichts –  jedenfalls zum heutigen Zeitpunkt – an  die  zuständigen  behördlichen  Stellen  wenden  und  um  Schutz  nachsuchen könnte,  falls sich dies noch als erforderlich erweisen sollte.  Der  sri­lankische  Staat  darf  mittlerweile  diesbezüglich  als  grundsätzlich  schutzfähig gelten, zumal der Beschwerdeführer nicht angegeben hat, mit  staatlichen  Behörden  irgendwelche  Probleme  gehabt  zu  haben.  Den  Akten  sind  jedenfalls  keine  Hinweise  zu  entnehmen,  aus  denen  zu  schliessen wäre,  die  sri­lankischen Behörden wären mit  Bezug  auf  den  Beschwerdeführer nicht schutzwillig. 8.5.  Schliesslich  bleibt  der  Vollständigkeit  halber  festzuhalten,  dass  es  dem Beschwerdeführer möglich und wohl grundsätzlich auch zuzumuten  wäre,  allfälligen  Behelligungen  durch  Wegzug  in  eine  andere  Region  seines Heimatstaats erfolgreich ausweichen.  8.6.  Nach  dem  Gesagten  kann  nicht  von  Nachteilen  ausgegangen  werden,  die  den  weiteren  Verbleib  des  Beschwerdeführers  in  seinem  Heimatstaat als unzumutbar erscheinen (vgl. Art. 20 Abs. 2 AsylG) oder 

E­4671/2011 die  gar  auf  eine  unmittelbare  Gefahr  für  Leib  und  Leben  schliessen  lassen würden. 8.7. Unter diesen gesamten Umständen hat die Vorinstanz zu Recht die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  verweigert  und  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers abgewiesen. 9.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG).  Die Beschwerde ist abzuweisen. 10.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Aus  verwaltungsökonomischen Gründen ist in Anwendung von Art. 63 Abs. 1  in  fine VwVG und Art.  2  und  3  des Reglements  vom 21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  vorliegend  auf  die  Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.  (Dispositiv nächste Seite)

E­4671/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizer Botschaft  in  Colombo und das BFM. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Karin Maeder­Steiner Versand:

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