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Bundesverwaltungsgericht 29.08.2011 E-3304/2011

29 agosto 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,168 parole·~6 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung in die Niederlande (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 3. Juni 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­3304/2011 Urteil   v om   2 9 .   Augus t   2011   Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;     Gerichtsschreiber Jan Feichtinger. Parteien A._______, geboren am (…), Irak,   vertreten durch lic. iur. Tilla Jacomet, Thurgauer Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 3. Juni 2011 /  N (…).

E­3304/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, ein irakischer Staatsangehöriger aus und mit  letztem  Wohnsitz  in  Bagdad,  seinen  Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge  im  "Sommer 2006"  verliess  und  über  die  Türkei  nach  Griechenland gelangte, bevor er 2007 in die Niederlande und von dort am  14. April 2011 mit dem Zug in die Schweiz reiste, wo er gleichentags um  Asyl nachsuchte, dass  das  BFM  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  28. April 2011  im  B._______  die  Personalien  des  Beschwerdeführers  erhob  und  ihn  summarisch zum Reiseweg sowie zu den Gründen für das Verlassen des  Heimatlandes befragte, wobei er im Wesentlichen geltend machte, er sei  im Jahr 2006 während seiner Arbeit auf (…) von Unbekannten telefonisch  bedroht und aufgefordert worden, für "die Gruppe" zu arbeiten,  dass  er  sich  deshalb  zur  Ausreise  entschlossen  und  später  erfahren  habe, dass 2007 eine Handgranate in den Hof des Hauses seiner Familie  geworfen und sein Bruder dabei schwer verletzt worden sei, dass  es  im  Irak  keine  Sicherheit  gebe  und  ständig  Leute  von  Verbrecherbanden entführt und ermordet würden, dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  der  Datenbank  Eurodac  am  (…) 2007,  (…)   2008  und  am  (…) 2010  in  den  Niederlanden  um  Asyl  nachgesucht hat, dass  ihm  im  Anschluss  an  die  Kurzbefragung  mündlich  das  rechtliche  Gehör im Hinblick auf eine allfällige Zuständigkeit der Niederlande für die  Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens gewährt wurde und  er  auf  Vorhalt  seiner  daktyloskopischen  Erfassung  angab,  dass  die  niederländischen  Behörden  ihn  während  eines  Monats  inhaftiert  und  angewiesen hätten, das Land innert 28 Tagen zu verlassen,  dass  sein  dortiges  Asyldossier  geschlossen  sei  und  die  Niederlande  irakische  Staatsangehörige  in  deren  Heimat  zurückschickten,  wo  viele  von ihnen sterben würden,  dass  er  deshalb  keinesfalls  zurückkehren  werde  und  sich  lieber  das  Leben nehme,

E­3304/2011 dass  das  BFM  am  18. Mai 2011  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  der  Verordnung  (EG)  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  die  niederländischen  Behörden  um Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers ersuchte und diese dem Ersuchen mit Schreiben vom  26. Mai 2011 zustimmten, dass das BFM mit Verfügung vom 3. Juni 2011 (eröffnet am 6. Juni 2011)  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  vom  14. April 2011  nicht  eintrat,  den  Beschwerdeführer  in  die  Niederlande  wegwies  und  ihn  aufforderte,  die  Schweiz  spätesten  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  C._______  mit  dem  Vollzug  der Wegweisung beauftragte und festhielt, eine Beschwerde gegen diese  Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, dass  es  zur  Begründung  anführte,  der  vormalige  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  in  den  Niederlanden  respektive  seine  dortigen  Asylersuchen  durch  die  Eurodac­Treffer  vom  21. Februar 2007,  vom  8. März 2008 und vom 18. März 2010 belegt, dass  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen  (Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68]  sowie  auf  das  "Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem  Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung  des  Schengen­Besitzstandes  und  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags")  die  Niederlande für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig seien, dass die Niederlande am 26. Mai 2011 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e  Dublin­II­VO  einer  Übernahme  des  Beschwerdeführers  zugestimmt  hätten,

E­3304/2011 dass die Rückführung ­ vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung ­ bis spätestens am 26. November 2011 zu erfolgen habe, dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  zu  einer Wegweisung  in  die Niederlande  keine Gründe  geltend  gemacht habe, die praxisgemäss einem Vollzug der Wegweisung dorthin  entgegenstünden, dass  die  Niederlande  das  Non­Refoulement­Gebot  respektierten  und  keine  Hinweise  für  eine  Verletzung  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) im Falle einer Rücküberstellung bestehen würden, dass  somit  auf  das  Asylgesuch  nicht  einzutreten,  die Wegweisung  aus  der Schweiz die Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch und  der Vollzug der Wegweisung  in die Niederlande zulässig,  zumutbar und  möglich sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom  8. Juni 2011  (Poststempel  unleserlich;  Eingang  beim  Bundesverwaltungsgericht:  14. Juni 2011)  gegen diesen Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und dabei  in materieller  Hinsicht beantragen  liess, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben  und  das BFM anzuweisen,  sein Selbsteintrittsrecht  auszuüben  und  sich  für vorliegendes Asylgesuch für zuständig zu erachten, dass  in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt wurde, der Beschwerde  sei  die  aufschiebende Wirkung  zu  erteilen,  die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  bis  zum  Entscheid  über  den  Suspensiveffekt  der  vorliegenden  Beschwerde  von  einer  Überstellung  in  die  Niederlande  abzusehen  und  dem  Beschwerdeführer  sei  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  die  unentgeltliche  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, dass mit der Rechtsmitteleingabe ein niederländisches, auf eine Person  namens D.______ _lautendes Urteil  ("uitspraak")  zu den Akten gereicht  und die Beschwerdebegründung vorwiegend auf dasselbe respektive "ein  Urteil eines niederländischen Gerichts" abgestützt wurde, dass  die  stellvertretende  Instruktionsrichterin  mit  prozessleitender  Verfügung  vom  15. Juni 2011  im  Rahmen  einer  vorsorglichen 

E­3304/2011 Massnahme bis zum definitiven Entscheid über die allfällige Gewährung  der aufschiebenden Wirkung den Vollzug der Wegweisung aussetzte, dass  mit  gleicher  Verfügung  der  Entscheid  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verlegt und dem Beschwerdeführer –  angesichts des in niederländischer Sprache verfassten Urteils – Frist zur  Präzisierung seiner Beschwerdebegründung sowie zur Übersetzung des  fremdsprachigen Beweismittels angesetzt wurde,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom  7. Juli 2011 eine Übersetzung der als relevant erachteten Passagen des  beigebrachten Urteils zu den Akten reichen liess,  dass  auf  die  Beschwerdebegründung,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird, und zieht in Erwägung,   dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, Art. 105  AsylG, Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48  Abs. 1 VwVG), dass  der  Zeitpunkt  der  Beschwerdeaufgabe  mangels  Lesbarkeit  des  Poststempels  nicht  feststeht,  die  am  14. Juni 2011  beim 

E­3304/2011 Bundesverwaltungsgericht eingegangene Beschwerde jedoch spätestens  am Vortag aufgegeben worden sein muss, womit die Eingabe rechtzeitig  erfolgt ist, dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und  Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  ­  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  ­  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass sich aus den Aussagen des Beschwerdeführers ergibt, dass dieser  in  den  Niederlanden  Asyl  beantragt  hat  (Akten  BFM  A1  S.  7),  welcher 

E­3304/2011 Sachverhalt  durch  entsprechende  Einträge  in  der  Datenbank  Eurodac  (Asylgesuche  vom  21. Februar 2007,  vom  8. März 2008  und  vom  18. März 2010; A12 S. 5) bestätigt wird,  dass  somit  die Niederlande  für  die  Prüfung  des  vom Beschwerdeführer  am 8. Mai 2010 in der Schweiz eingereichten Asylantrags zuständig sind  (vgl. vorstehend S. 3, Dublin­II­VO, insbes. Art. 10 Abs. 1 Dublin­II­VO), dass  das  BFM  die  niederländischen  Behörden  am  18. Mai 2011  um  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers  ersuchte  (vgl.  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e und Art.  20 Dublin­II­VO) und die niederländischen Behörden mit  Schreiben vom 26. Mai 2011 – und damit  innerhalb der in Art. 20 Abs. 1  Bst.  b  Dublin­II­VO  vorgesehenen  Frist –  einer  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers zustimmten (vgl. A14 S. 1),   dass  der  Beschwerdeführer  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat  (vorliegend  die  Niederlande)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung  seines Asylantrages  –  beziehungsweise  gegebenenfalls  für  den Vollzug  der  Wegweisung  nach  rechtskräftigem  Verfahrensabschluss –  staatsvertraglich zuständig ist, dass  in  der  Rechtsmitteleingabe  sowie  in  deren  Ergänzung  vom  7. Juli 2011  im  Wesentlichen  vorgebracht  wird,  im  Falle  einer  Rücküberstellung  in  die  Niederlande  bestehe  die  Gefahr  einer  Kettenabschiebung  ("indirektes Refoulement"), weshalb  die  die Schweiz  in Erfüllung ihrer völkerrechtlichen Verpflichtungen sowie angesichts ihrer  eigenen  Rechtspraxis  von  ihrem  Selbsteintrittsrecht  Gebrauch  machen  müsse, dass die Niederlande unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) sind,  dass keine konkreten Hinweise dafür bestehen, wonach die Niederlande  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  halten würden, womit  die  geltend  gemachte Gefahr  einer Kettenabschiebung ausgeschlossen werden kann,

E­3304/2011 dass  dort  die  Asylanträge  des  Beschwerdeführers  offenbar  in  rechtsstaatlich korrekten Verfahren geprüft wurden, dass  sich  die Frage  des Refoulements  –  entgegen den Vorbringen des  Beschwerdeführers –  im Übrigen auch aus  schweizerischer Perspektive  nicht stellen würde, da gemäss der Praxis der hiesigen Asylbehörden ein  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Zentralirak  zwar  unter  Umständen  als  unzumutbar gilt, die Frage der Zulässigkeit hiervon jedoch nicht betroffen  ist,  dass  nach  dem  Gesagten  für  das  Bundesverwaltungsgericht  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  das  BFM  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  der  Schweiz  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  hätten  veranlassen sollen, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  BFM zu Recht angeordnet wurde, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]),

E­3304/2011 dass  in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  (Art.  83  Abs.  2  und 3 AuG)  regelmässig Voraussetzung  (und nicht erst Regelfolge) des  Nichteintretensentscheides ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  D­645/2010 vom 1. März 2010 E. 8.1), dass  demnach  auf  die  Frage  einer  drohenden  Verletzung  des  Non­ Refoulements­Gebots beziehungsweise der Möglichkeit des Vollzugs der  Wegweisung an dieser Stelle nicht mehr einzugehen ist, dass  sich  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von  Art.   3  Abs.  1  und  4  AuG  stellt,  sondern  ebenfalls  vor  der  Prüfung  des  Nichteintretens  im  Rahmen  des  Selbsteintrittsrechts  (vgl.  Urteil  D­ 645/2010 vom 1. März 2010 E. 8.2), welches wie vorstehend ausgeführt,  nicht zur Anwendung gelangt, dass das BFM demnach den Vollzug der Wegweisung in die Niederlande  zu Recht angeordnet hat, dass  es  dem  Beschwerdeführer  folglich  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  die  Gesuche  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  angesichts  des  vorliegenden  direkten  Entscheids  in  der  Hauptsache  gegenstandslos geworden sind, dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde  abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  Art.  1  ­  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  und 5 VwVG).

E­3304/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  an  das  BFM  und  an  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Jan Feichtinger Versand:

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