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Bundesverwaltungsgericht 19.01.2012 E-199/2012

19 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,215 parole·~6 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch (erneutes Asylverfahren Schweiz) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 4. Januar 2012

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­199/2012 Urteil   v om   1 9 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien A._______, geboren am (…), und dessen  Ehefrau B._______, geboren am (…), und deren  gemeinsamer Sohn C._______, geboren am (…), Mazedonien, alle vertreten durch Annelise Gerber, (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 4. Januar 2012 / N (…).

E­199/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden (Eltern) mit ihrem Sohn C._______ sowie  (…)  –  alles  Angehörige  der  Roma  aus  Mazedonien  –  am  19. Februar  2010  in  der Schweiz  ein  erstes Asylgesuch  stellten, welches  von  ihnen  am  25.  Februar  2010  zurückzogen  und  gleichentags  vom  BFM  als  gegenstandslos geworden abgeschrieben wurde, dass  die  Beschwerdeführenden  die  Schweiz  am  5. März  2010  freiwillig  verliessen und mit Rückkehrhilfe in ihre Heimat zurückkehrten,  dass sie am 22. Dezember 2010 erneut – dieses Mal nur mit ihrem Sohn  C._______– in der Schweiz um Asyl nachsuchten,  dass das BFM mit Verfügung vom 16. Mai 2011  in Anwendung von Art.  34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31) auf  die Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte  und den Vollzug anordnete, dass eine dagegen gerichtete Beschwerde  vom 25. Mai  2011 mit Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Mai 2011 abgewiesen wurde, dass die Beschwerdeführenden am 21. September  2011  in  ihre Heimat  zurückkehrten, dass sie am 10. November 2011  im Empfangs­ und Verfahrenszentrum  (EVZ)  Vallorbe  wieder  mit  Sohn  C._______  ein  drittes  Mal  um  Asyl  nachsuchten, dass  die  Beschwerdeführenden  anlässlich  der  Befragungen  im  EVZ  Vallorbe  vom  18.  November  2011  und  der  Anhörungen  zu  den  Asylgründen vom 20. Dezember 2011 im Wesentlichen geltend machten,  nach  ihrer Rückkehr aus der Schweiz hätten sie sich aus Angst vor der  Polizei  in  ihrem  Haus  in  D._______  versteckt,  zumal  diese  den  Beschwerdeführer  wegen  seiner  dreijährigen  Haftstrafe  immer  noch  gesucht habe,  dass  der  Beschwerdeführer  eine Woche  später,  früh morgens,  von  der  Polizei zuhause abgeholt und ins Gefängnis E._______ gebracht worden  sei, wo er einen Monat mit 100 Häftlingen unter miserablen Umständen  eingesperrt  gewesen  sei,  er  dort  habe  arbeiten  müssen  und  nicht  ausreichend versorgt worden sei,

E­199/2012 dass  er  wegen  guten  Benehmens  nach  27  Tagen  einen  Wochenendurlaub  erhalten  habe  und  nach  Hause  zu  seiner  Familie  gegangen sei,  dass er die Gelegenheit zur Flucht ergriffen habe und am folgenden Tag  mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn nach F._______ gereist sei, dass er keine persönlichen Probleme gehabt habe, dass  für  den  Inhalt  der  weiteren  Aussagen  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten verwiesen wird, dass die Beschwerdeführenden im vorinstanzlichen Verfahren ihre Pässe  und  Identitätskarten  sowie  eine  Eintrittsbestätigung  ins  Gefängnis  E._______ und eine Hafturlaubsbestätigung einreichten, dass das BFM mit Verfügung vom 4.  Januar 2012 – am  folgenden Tag  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  auf  die  Asylgesuche  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte,  den Vollzug der Wegweisung anordnete und ihnen die editionspflichtigen  Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte,  dass  es  zur  Begründung  seines  Entscheids  festhielt,  aus  den  Akten  ergäben  sich  keine Hinweise, wonach  nach  dem Abschluss  des  letzten  Verfahrens  Ereignisse  eingetreten  seien,  die  geeignet  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden Schutzes relevant seien, dass  sich  die  Beschwerdeführenden  im  Wesentlichen  auf  dieselben  Vorbringen  stützten,  welche  sie  bereits  beim  zweiten  –  und  als  offensichtlich unglaubhaft beurteilten – Asylverfahren vorgebracht hätten, dass  die  vom  Beschwerdeführer  geschilderten  Angaben  zu  seinem  Gefängnisaufenthalt  den  gesicherten  Erkenntnissen  des  BFM  widersprächen,  zumal  die  Infrastruktur  des Gefängnisses E._______  im  Jahre  2007  unter  der  Aufsicht  der  EAR  (European  Reconstruction  Agency)  umfassend  renoviert  worden  sei,  um  das  Gefängnis  den  EU­ Standards  anzupassen, womit  die  vom Beschwerdeführer  geschilderten  Zustände im Gefängnis nicht den Tatsachen entsprächen, dass  ferner  äusserst  unüblich  sei,  dass  die  Behörden,  ohne  die  offensichtlich  bestehende  Fluchtgefahr  abzuschätzen,  den 

E­199/2012 Beschwerdeführer  bereits  nach  nur  drei  Wochen  in  den  Hafturlaub  entlassen hätten, dass die zu den Akten gereichte Hafturlaubsbestätigung Ungereimtheiten  aufweise  und  das  Dokument  keinen  Briefkopf  enthalte,  so  dass  die  ausstellende Behörde nicht ersichtlich sei,  dass im Weiteren auch die Eintrittsbestätigung ins Gefängnis E._______  Fälschungsmerkmale aufweise, da der aufgeführten Laufnummer zufolge  der  Fall  aus  dem  Jahre  2001  datiere,  weshalb  das  eingereichte  Dokument  nicht  geeignet  sei,  den  geltend  gemachten  Sachverhalt  zu  untermauern, dass  die  Beschwerdeführenden  zudem  uneinheitliche  Aussagen  zum  Fluchtzeitpunkt gemacht hätten,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  offensichtlich  nicht  glaubhaft  seien  und  der  Eindruck  entstehe,  sie  versuchten  ergänzende  Asylgründe  zu  konstruieren,  um  diese  in  einem  neuen  Asylverfahren  geltend zu machen, dass demnach auf die Asylgesuche nicht einzutreten sei, dass der Vollzug der Wegweisung zudem zulässig, zumutbar und möglich  sei, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  12.  Januar  2011 –  vorab  per  Telefax  –  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen liessen,  auf die Asylgesuche vom 10. November 2011 sei einzutreten, es sei die  Unzumutbarkeit  und  die  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen und die Beschwerdeführenden seien  in der Folge vorläufig  aufzunehmen, gegebenenfalls  sei  die Sache zur Neubeurteilung an das  BFM zurückzuweisen,  dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  ersuchten, dass  die  Akten  am  16.  Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht  eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

E­199/2012 und zieht in Erwägung,  dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  eine  solche  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  vorliegend nicht gegeben ist und das Bundesverwaltungsgericht demnach  endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  sind,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 2 sowie Art. 105  AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32  ­  35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

E­199/2012 dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ehemaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [ARK;  EMARK]  2004  Nr.  34  E.  2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  der Schweiz bereits  ein Asylverfahren erfolglos  durchlaufen haben oder  während  des  hängigen  Asylverfahrens  in  den  Heimat­  oder  Herkunftsstaat zurückgekehrt sind, dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  es  Hinweise auf  zwischenzeitlich eingetretene Ereignisse gibt, die geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst.  e AsylG), dass  bei  der  Prüfung  von  Hinweisen  für  die  Flüchtlingseigenschaft  relevante Ereignisse, welche  gemäss Art.  32 Abs.  2 Bst.  e AsylG  dazu  führen,  dass auf  ein  zweites  (oder weiteres) Asylgesuch einzutreten  ist,  ein  gegenüber  der  Glaubhaftmachung  reduzierter  Beweismassstab  zur  Anwendung kommt, dass  dann  auf  ein  Asylgesuch  eingetreten  werden  muss,  wenn  sich  Hinweise auf eine relevante Verfolgung ergeben, die nicht von vornherein  haltlos sind (vgl. BVGE 2008/57 E. 3.2 S. 780, EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3.  S. 17), dass  die  Beschwerdeführenden  unbestrittenermassen  ein  erstes  Asylgesuch  zurückgezogen  und  ein  weiteres  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen haben, dass  hinsichtlich  der  zur  Begründung  der  dritten  Asylgesuche  geltend  gemachten  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  vorweg  auf  ihre  im  http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/57 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/57 http://links.weblaw.ch/BVGE-2008/57 http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/2 http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/2 http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/2 http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/2 http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/2 http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/2 http://links.weblaw.ch/EMARK-2005/2

E­199/2012 EVZ Vallobe protokollierten Aussagen vom 18. November 2011 sowie auf  die  Protokolle  der  direkten  Anhörungen  durch  das  BFM  vom  20.  Dezember 2011 zu verweisen ist, dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  offenkundig  zu  Recht  feststellte, aus den Vorbringen der Beschwerdeführerenden ergäben sich  keine  Hinweise,  die  geeignet  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen, dass  die  Erwägungen  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  stützen  sind,  wonach  nicht  zu  überzeugen  vermöge,  dem  Beschwerdeführer sei bereits nach 27 Tagen Haft ein Wochenendurlaub  erlaubt worden, obwohl er in seiner Heimat ein gesuchter Mann sei,  dass  im  Weiteren  der  Beurteilung  des  BFM  zu  folgen  ist,  dass  das  Gefängnis  E._______  im Hinblick  auf  einen  Beitritt  Mazedoniens  in  die  Europäische Union unter Aufsicht  der European Reconstruction Agency  (EAR) tatsächlich umfassend renoviert worden ist,  dass  die  Beschwerdeführenden  mit  ihrer  Behauptung  in  der  Rechtsmitteleingabe, die Schilderung des Beschwerdeführers zu seinem  Gefängnisaufenthalt  könne  nicht  einzig  aufgrund  des  vom  BFM  erwähnten  Berichts  als  unzutreffend  abgetan  werden,  nicht  durchzudringen  vermögen,  weil  Mazedonien  mit  dem  Erhalt  des  EU­ Beitrittsstatus am 17. Dezember 2010 die Bedingungen für die Einführung  der  Gesamtheit  aller  europarechtlichen  Vorschriften  und  Standards  (Acquis  communautaire)  und  damit  auch  die  Haft­  respektive  Gefängnisbedingungen nach EU­Normen erfüllt, dass im Weiteren der Einschätzung des BFM zu folgen ist, wonach die zu  den  Akten  gereichten  Dokumente  (Urlaubsbestätigung,  Eintrittsbestätigung  ins  Gefängnis)  Ungereimtheiten  und  Fälschungsmerkmale  aufweisen,  woran  die  Entgegnungen  in  der  Beschwerde nichts zu ändern vermögen, dass  sich  das  in  der  Rechtsmitteleingabe  gezeichnete  Bild,  die  Beschwerdeführenden müssten sich bei einer Rückkehr in ihr Heimatland  aufgrund  der  allgemeinen  Menschenrechtssituation  in  Mazedonien  unweigerlich  einer  flüchtlingsrechtlich  relevanten  Gefährdungslage  ausgesetzt sehen, als theoretisch und spekulativ herausstellt, http://de.wikipedia.org/wiki/Europarecht http://de.wikipedia.org/wiki/Acquis_communautaire http://de.wikipedia.org/wiki/Acquis_communautaire http://de.wikipedia.org/wiki/Acquis_communautaire

E­199/2012 dass  es  sich  erübrigt,  auf  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  noch  näher  einzugehen,  zumal  die  Beschwerdeführenden  nichts  vorbringen,  was vorliegend für die Beurteilung des Nichteintretens nach Art. 32 Abs. 2  Bst. e AsylG von Belang sein könnte, dass  das  BFM  zu  Recht  auf  die  dritten  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat,  vorliegend  die  Beschwerdeführenden  weder  eine  Aufenthaltsbewilligung  besitzen  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  haben,  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist  (Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August  1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 2001 Nr.  21), dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  der  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da die Beschwerdeführenden  keine asylrechtlich erhebliche Gefährdung  nachzuweisen oder glaubhaft zu machen vermochten, weshalb das in Art.  33  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, SR  0.142.30)  und  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im vorliegenden Verfahren keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige Behandlung  im Sinne von Art. 3 der Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) ersichtlich  sind, die  im Heimat­ oder  Herkunftsstaat droht, dass zudem der Schweizerische Bundesrat mit Beschluss vom 25.  Juni  2003 Mazedonien zum verfolgungssicheren Staat ("safe country") erklärt  hat  und  von  dieser  Einschätzung  im Rahmen  der  periodischen Prüfung  (vgl. Art. 6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht abgewichen ist, 

E­199/2012 dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  in  Mazedonien  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht,  aufgrund  derer  die  Bevölkerung  konkret  gefährdet  wäre  und  eine  Rückführung dorthin als generell unzumutbar betrachtet werden müsste, dass  sich der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden auch  aus  individuellen  Gründen  als  zumutbar  erweist,  da  sie  bis  zu  ihrer  Ausreise  in  Mazedonien  gelebt  haben  und  somit  mit  den  dortigen  Verhältnissen bestens vertraut sind, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  ihren  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art.  83  Abs.  2  AuG),  und  die  Beschwerdeführenden  über  gültige Reisepapiere verfügen, dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist,  dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass die Begehren als aussichtslos zu bezeichnen sind, weshalb das mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  den  Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), dass  die  Beschwerdeführenden  innert  nicht  einmal  zweier  Jahre  drei  Asylverfahren  in  der  Schweiz  einleiteten,  wobei  das  erste  Verfahren  mittels Abschreibungsentscheids  (freiwillige Rückkehr mit Rückkehrhilfe)  endete und die zwei folgenden Verfahren mit Bestätigung des jeweiligen  Nichteintretensentscheids  der  Vorinstanz  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  (beide  Male  mittels  Abweisung  der  offensichtlich  unbegründeten  Beschwerde)  rechtskräftig  abgeschlossen  wurden,

E­199/2012 dass  dieses  Verhalten  als  trölerisch  anzusehen  ist,  weshalb  es  sich  rechtfertigt, die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 2 Abs. 2 und Art. 3 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  wegen  Mutwilligkeit  der  Prozessführung  zu  erhöhen  und  mithin  auf  Fr.  1'200.­  festzusetzen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.­ werden den Beschwerdeführenden  auferlegt.  Der  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  vorliegenden  Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand:

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