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Bundesverwaltungsgericht 09.09.2011 E-1970/2011

9 settembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,984 parole·~10 min·1

Riassunto

Wegweisung und Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid) | Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 24. März 2011 / N

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­1970/2011 Urteil   v om   9 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Jean­Pierre Monnet, Gerichtsschreiberin Anna Poschung. Parteien A._______, Türkei, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen  Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 24.  März 2011 / N (…).

E­1970/2011 Sachverhalt: A.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  die  Beschwerdeführerin  ihren  Heimatstaat am 31. Dezember 2005 und gelangte auf dem Landweg via  ihr  unbekannte  Länder  am  selben  Tag  beziehungsweise  am  3.  Januar  2006  illegal  in  die  Schweiz,  wo  sie  gleichentags  im  Empfangszentrum  B._______  ein  Asylgesuch  einreichte.  Zur  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  dass  sie  als  Alevitin  und  Kurdin  Sympathien  für  die  kurdische Sache gehegt und an Seminaren der DEHAP (Demokratik Halk  Partisi  [Demokratische  Volkspartei])  teilgenommen  habe,  weshalb  sie  verhaftet und aufgefordert worden sei, sich als Spitzel zu betätigen. Weil  sie  sich  geweigert  habe,  sei  sie  eine  Nacht  lang  inhaftiert  und  dabei  mehrmals vergewaltigt worden. B.  Mit  Verfügung  vom  22.  Oktober  2007  stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  begründete  dies  mit  der  Unglaubhaftigkeit  ihrer  Vorbringen  und  lehnte  das  Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung und den Vollzug  an.  Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Beschwerdeführerin  am  22.  November  2007  Beschwerde,  welche  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  1.  Oktober  2010  vollumfänglich  abgewiesen wurde. C.  Mit Eingabe vom 4. November 2010 ersuchte die Beschwerdeführerin –  handelnd  durch  ihren  Rechtsvertreter  –  das  BFM,  die  Verfügung  vom  22. Oktober  2007  betreffend  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  in  Wiedererwägung  zu  ziehen  und  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  aus  medizinischen  Gründen  festzustellen.  Weiter  wurde  beantragt,  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  für  die  Dauer  des  Wiedererwägungsverfahrens  von  Vollzugshandlungen abzusehen. Zur  Begründung  führte  sie  im Wesentlichen  aus,  ihr  (…)  Zustand  habe  sich nach der Zustellung des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom  1. Oktober 2010 kontinuierlich verschlechtert,  so dass sie am  (…) 2010  habe  hospitalisiert  werden  müssen.  Ihre  (…)  Erkrankung  sei  weitaus  gravierender,  als  bisher  –  auch  vom  Bundesverwaltungsgericht –  angenommen, (…).

E­1970/2011 Zur  Stützung  ihrer  Vorbringen  reichte  die  Beschwerdeführerin  einen  Arztbericht, datiert vom 4. November 2010, von Dr. med. C._______, vom  (…),  sowie  verschiedene  Dokumente  betreffend  den  Aufenthaltsstatus  (…) in der Schweiz ein. D.  Am  8.  November  2010  ersuchte  das  BFM  die  kantonale  Behörde,  den  Vollzug  der  Wegweisung  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  gestützt  auf  Art.  112  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31) einstweilen auszusetzen.  E.  Mit  Eingabe  vom  22.  Dezember  2010  ersuchte  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  das BFM um Ansetzung  einer  angemessenen Frist  zur  Einreichung  eines  ausführlichen  (…)  Berichts  und  reichte  ein  Schreiben  vom  19.  Dezember  2010,  von  Dr.  med.  D._______,  (…),  zu  den Akten. F.  Am 11. Januar 2011 forderte das BFM die Beschwerdeführerin auf, innert  Frist einen ärztlichen Bericht beizubringen. Am  9.  Februar  2011  wurde  ein  ärztlicher  Bericht,  datiert  vom  2.  Februar 2011, von Dr. med. E._______, (…), zu den Akten gereicht.  G.  Mit Verfügung vom 24. März 2011 – eröffnet am 1. April 2011 – wies das  BFM  das  Wiedererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführerin  unter  Kostenfolge  ab,  erklärte  die  Verfügung  vom  22.  Oktober  2007  als  rechtskräftig  und  vollstreckbar  und  hielt  fest,  dass  einer  allfälligen  Beschwerde  keine  aufschiebende  Wirkung  zukomme.  Auf  die  Begründung  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den  Erwägungen  eingegangen. H.  Mit  Beschwerdeeingabe  vom  1.  April  2011  beantragt  die  Beschwerdeführerin  durch  ihren Rechtsvertreter  die Aufhebung der  vor­ instanzlichen  Verfügung  sowie  die  Rückweisung  der  Sache  zur  Feststellung  des  vollständigen  und  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  Neubeurteilung an das BFM. Eventualiter seien die Entscheide des BFM  vom  22. Oktober  2007  und  vom  24.  März  2011  aufzuheben  und  die  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  festzustellen.  Weiter  sei  der 

E­1970/2011 Wegweisungsvollzug  unverzüglich  zu  sistieren  und  der  Beschwerde  sei  die  aufschiebende  Wirkung  beizugeben.  In  formeller  Hinsicht  wird  um  Fristansetzung  vor  Gutheissung  der  vorliegenden  Beschwerde  zur  Einreichung  einer  Kostennote  zwecks  Bestimmung  der  Parteientschädigung sowie um Mitteilung des Spruchkörpers ersucht.  Im  Weiteren  wurde  das  Nachreichen  einer  vollständigen  Beschwerdebegründung  innerhalb  der  Beschwerdefrist  in  Aussicht  gestellt.  Als  Beweismittel  wurde  nochmals  der  der  Vorinstanz  bekannte  Arztbericht vom 2. Februar 2011, von Dr. med. E.______, eingereicht. I.  Mit  Telefax  vom  1.  April  2011  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  die  kantonale  Behörde  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  an,  einstweilen von Vollzugshandlungen abzusehen. J.  Am  2.  Mai  2011  reichte  der  Rechtsvertreter  die  in  Aussicht  gestellte  Beschwerdeergänzung  ein.  Auf  deren  Begründung  wird  –  soweit  entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. K.  Mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  11.  Mai  2011 wurde das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der  Beschwerde  gutgeheissen.  Gleichzeitig  wurde  die  Beschwerdeführerin  zur  Leistung  eines  Kostenvorschusses  sowie  zur  Einreichung  eines  aktuellen  ärztlichen Zeugnisses  und  einer Entbindungserklärung  der  sie  behandelnden  Ärzte  von  der  Schweigepflicht  innert  Frist  aufgefordert.  Ferner  wurde  ihr  das  Spruchgremium  –  nachträgliche  Veränderungen  vorbehalten – bekanntgegeben. L.  Mit  Eingaben  vom  26.  beziehungsweise  30.  Mai  2011  wurde  ein  ärztliches Zeugnis, datiert vom 24. Mai 2011, von Dr. med. D._______, zu  den  Akten  gereicht.  Weiter  wurde  um  Ansetzung  einer  Frist  zur  Einreichung  eines  Arztberichtes  ersucht,  falls  weitere,  intensivere  medizinische Abklärungen für die Beschwerdebeurteilung notwendig sein  sollten. M.  Am 25. Mai 2011 wurde der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet.

E­1970/2011 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105  AsylG;  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37  VGG  und  Art. 6 AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht;  die  Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung und  ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art.  108 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52  VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Gestützt  auf  Art.  111a  AsylG  wurde  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet. 4. 

E­1970/2011 4.1. Die Wiedererwägung  im Verwaltungsverfahren  ist ein Rechtsbehelf,  auf dessen Behandlung durch die verfügende Behörde grundsätzlich kein  Anspruch besteht. Gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des  Bundesgerichts  wird  jedoch  aus  Art.  29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wiedererwägung  abgeleitet  (vgl.  Entscheidungen  des  Schweizerischen  Bundesgerichts  [BGE]  127  I  133  E.  6  mit  weiteren  Hinweisen).  Danach  ist  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Entscheid  beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und  mithin  die  ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene  Veränderungen  der  Sachlage  anzupassen  ist.  Eine  Wiedererwägung  fällt  hingegen  dann  nicht  in  Betracht,  wenn  lediglich  eine  neue  Würdigung  der  beim  früheren  Entscheid  bereits  bekannten  Tatsachen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die  bereits  in  einem  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  gegen  die  frühere  Verfügung hätten geltend gemacht werden können (vgl. Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2003 Nr. 17 E. 2b S. 104). 4.2. Nachdem die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführerin auf  Behandlung  ihres Wiedererwägungsgesuchs nicht  in Abrede gestellt hat  und darauf eingetreten  ist, hat das Bundesverwaltungsgericht zu prüfen,  ob das BFM das Gesuch zu Recht abgewiesen hat. 4.3.  Im  Folgenden  ist  somit  zu  prüfen,  ob  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  eine  seit  dem  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahrens  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  1.  Oktober  2010  erheblich  veränderte  Sachlage  im  wiedererwägungsrechtlichen  Sinne vorliegt.  5.  5.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihrer  Verfügung  im  Wesentlichen aus, bei der Beschwerdeführerin werde mit Arztbericht vom  2.  Februar  2011  des  (…)  eine  (…)  diagnostiziert.  Weiter  werde  festgehalten,  dass  das  Vorliegen  einer  (…)  aufgrund  der  klinischen  Situation  nicht  bestätigt  werden  könne.  Allerdings  ergäben  sich  anamnestische und  testpsychologische Hinweise auf eine solche. Diese 

E­1970/2011 Ungewissheit  der  Ärzte  zum  allfälligen  Vorliegen  einer  (…)  wirke  angesichts  des  Umstandes,  dass  die  Beschwerdeführerin  (…)  in  stationärer  Behandlung  und  anschliessend  (…)  war,  befremdend.  Zusätzliche  offene  Fragen  hinterlasse  die  Tatsache,  dass  bei  der  Beschwerdeführerin  in  einem  früheren  Arztbericht  von  2008  eine  (…)  festgestellt  worden  sei.  Aus  einer  nicht  erhärteten  Diagnose  könnten  jedoch keine konkreten Hinderungsgründe für einen Wegweisungsvollzug  abgeleitet  werden.  Weiter  sei  ungeachtet  dieser  Zweifel  festzustellen,  dass  die  (…)  Probleme  der  Beschwerdeführerin  auch  in  der  Türkei  adäquat  behandelt  werden  könnten.  Neben  dem  staatlichen  Gesundheitssystem, das eine medizinische Grundversorgung garantiere,  gebe  es  immer  mehr  leistungsfähige  private  Gesundheitseinrichtungen,  die  EU­Standards  entsprächen.  Das  Versorgungsniveau  sei  jedoch  regional unterschiedlich. (…) sei der Zugang zu Gesundheitsdiensten und  Beratungsstellen  garantiert,  wobei  eine  medikamentöse,  krankenhausorientierte  Betreuung  im  Vordergrund  stehe.  Differenzierte  ambulante  Versorgungsangebote  würden  im  öffentlichen  Gesundheitssystem  weitgehend  fehlen,  jedoch  in  privaten  Gesundheitseinrichtungen  kostenpflichtig  angeboten.  Die  medizinische  Behandlung  der  Leiden  der  Beschwerdeführerin  sei  somit  in  der  Türkei  grundsätzlich  möglich,  wobei  Einbussen  im  Betreuungsstandard –  insbesondere  hinsichtlich  spezifischer  Betreuungsangebote  wie  (…) –  eine  Rückkehr  nicht  unzumutbar  erscheinen  liesse. Betreffend den Antrag im Wiederwägungsgesuch, das BFM müsse einen  Arztbericht  eines  unabhängigen  Arztes  einholen,  falls  die  Beschwerdeführerin  nicht  bereits  gestützt  auf  die  vorhandenen  Arztberichte vorläufig aufgenommen werde, argumentierte die Vorinstanz,  sie weiche nicht  grundsätzlich  von den ärztlich gestellten Diagnosen ab  und gehe von der Behandlungsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin aus.  Welche  Schlüsse  das  BFM  aus  den  eingereichten  Arztberichten  hinsichtlich  der  Beurteilung  der  Zumutbarkeit  eines  Wegweisungsvollzuges ziehe, sei eine rechtliche und keine medizinische  Frage, weshalb es sich erübrige, einen weiteren Arztbericht  einzuholen.  Weiter  lasse  auch  die  enge  Beziehung  (…)  den  Wegweisungsvollzug  nicht  unzumutbar  erscheinen,  zumal  die  Tochter  über  einen  ausländerrechtlichen  Status  in  der  Schweiz  verfüge  und  somit  die  Möglichkeit  habe,  die  Beschwerdeführerin  jederzeit  in  der  Türkei  zu  besuchen.  Überdies  habe  die  Beschwerdeführerin  im  Heimatstaat  ein  grosses  familiäres  Beziehungsnetz,  welches  sie  bei  ihrer  Reintegration 

E­1970/2011 unterstützen  könnte.  Schliesslich  sei  (…)  und  könnte  ihr  bei  der  Behandlung ihrer gesundheitlichen Probleme behilflich sein. 5.2.  Die  Beschwerdeführerin  rügt  in  ihrem  Hauptbegehren  auf  Rechtsmittelebene,  die  Vorinstanz  habe  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  nicht  vollständig  und  korrekt  abgeklärt,  weshalb  die  vorinstanzliche  Verfügung  zu  kassieren  und  die  Sache  zurückzuweisen  sei. Das BFM stütze seinen ablehnenden Entscheid hauptsächlich darauf,  dass die eingereichten Arztberichte widersprüchliche Angaben enthielten  und argumentiere, betreffend die Diagnose bestünden Zweifel. Bei dieser  Sachlage  hätte  das  BFM  die  Pflicht  gehabt,  einen  weiteren  Arztbericht  einzufordern  oder  zu  veranlassen,  welcher  diese  Zweifel  ausgeräumt  hätte. Dem Argument der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin verfüge  in  ihrer Heimat über ein grosses  familiäres Beziehungsnetz, wird entgegen  gehalten, alle ihre Geschwister würden den Kontakt zu ihr ablehnen und  hätten ihr bereits mehrfach die Unterstützung verweigert, weshalb sie bei  einer  Rückkehr  in  die  Türkei  wirtschaftlich  auf  sich  allein  gestellt  wäre.  Aufgrund  der  fehlenden  finanziellen  Unterstützung  und  der  krankheitsbedingten  Arbeitsunfähigkeit  wäre  ihre  angemessene  und  notwendige ärztliche Versorgung in der Türkei nicht gewährleistet. Zudem  habe  sich  nach  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  1. Oktober  2010  gezeigt,  dass  sie  den  (…)  der  Vorbereitung  ihrer  Rückreise  nicht  gewachsen  gewesen  sei,  wobei  sich  der  drohende  Wegfall (…) als zusätzliche Problematik erwiesen habe. 6.  6.1.  Im Asylverfahren  ist  der Sachverhalt  zwar grundsätzlich  von Amtes  wegen  festzustellen  (Art.  12  VwVG  i.V.m.  Art.  6  AsylG).  Diese  behördliche Untersuchungspflicht wird aber durch die den Asylsuchenden  gestützt auf Art. 8 AsylG auferlegte Mitwirkungspflicht eingeschränkt. Es  liegt somit − unter Berücksichtigung der diversen vorliegenden ärztlichen  Berichte und nachfolgender Ausführungen − an der Beschwerdeführerin,  ihren  aktuellen  Gesundheitszustand  darzulegen  und  allfällige  Arztzeugnisse  einzureichen,  dies  umso  mehr,  wenn  wie  vorliegend  im  Rahmen  eines  ausserordentlichen  Verfahrens  Wegweisungsvollzugshindernisse geltend gemacht werden.  6.2.  Zusammen  mit  dem  Wiedererwägungsgesuch  reichte  die  Beschwerdeführerin  einen Arztbericht  vom  4.  November  2010  vom  (…)  ein  und  am  11.  Januar  2011  gab  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  im 

E­1970/2011 Rahmen  des  Wiedererwägungsverfahrens  antragsgemäss  die  Gelegenheit,  einen  ärztlichen  Bericht  vom  behandelnden  Spezialarzt  beizubringen.  In  der  Folge wurde  am 9.  Februar  2011 ein  ausführlicher  ärztlicher  Bericht,  datiert  vom  2. Februar  2011,  vom  (…),  zu  den  Akten  gereicht.  Die  beiden  eingereichten  Berichte  sind  als  schlüssig,  nachvollziehbar  und  vollständig  zu  beurteilen  und  stellen  damit  eine  ausreichende  Grundlage  für  eine  Beurteilung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  dar.  Soweit  gerügt  wird,  das  BFM  habe  es  unterlassen, einen weiteren Arztbericht einzufordern, welcher die Zweifel  des  BFM  an  einer  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  der  Beschwerdeführerin ausgeräumt hätte,  ist zusammen mit der Vorinstanz  festzuhalten, dass es sich bei der Beurteilung der ärztlichen Berichte und  den  daraus  gezogenen  Schlüssen  hinsichtlich  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  um eine  rechtliche Würdigung  und  nicht  um  eine  Tatsachenfrage  handelt.  Darüber  hinaus  obliegt  es  im  vorliegenden  ausserordentlichen  Verfahren  nicht  der  Behörde,  sondern  der  Beschwerdeführerin,  neue  und  rechtserhebliche  Sachverhaltselemente  im  wiedererwägungsrechtlichen  Sinn  darzulegen  und  diese  mit  Beweismitteln  zu  belegen,  wobei  ergänzend  festzuhalten  ist,  dass  der  Beschwerdeführerin auf Rechtsmittelebene erneut Gelegenheit  gegeben  wurde,  ein  aktuelles  ärztliches  Zeugnis  einzureichen.  Dem  BFM  kann  folglich  entgegen  der  in  der  Beschwerde  vertretenen  Auffassung  nicht  vorgeworfen  werden,  es  habe  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  nicht  hinreichend  abgeklärt  und  dadurch  das  rechtliche  Gehör  der  Beschwerdeführerin verletzt.  6.3.  Demnach  ist  der  Antrag  auf  Kassation  der  vorinstanzlichen  Verfügung abzulehnen. 7.  7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 7.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 

E­1970/2011 medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist − unter Vorbehalt  von Art. 83 Abs. 7 AuG −  die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002  3818).  Diese  Bestimmung  wird  vor  allem  bei  Gewaltflüchtlingen  angewendet,  das  heisst  Ausländerinnen  und  Ausländern,  die  mangels  persönlicher  Verfolgung  weder  die  Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft noch jene des völkerrechtlichen Non­Refoulement­ Prinzips  erfüllen,  jedoch wegen  der  Folgen  von Krieg,  Bürgerkrieg  oder  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  nicht  in  ihren  Heimatstaat  zurückkehren  können.  Im  Weiteren  findet  sie  Anwendung  auf  andere  Personen,  die  nach  ihrer  Rückkehr  ebenfalls  einer  konkreten  Gefahr  ausgesetzt  wären,  weil  sie  die  absolut  notwendige  medizinische  Versorgung nicht erhalten könnten oder ­ aus objektiver Sicht ­ wegen der  vorherrschenden  Verhältnisse  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  unwiederbringlich  in  völlige  Armut  gestossen  würden,  dem  Hunger  und  somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der  Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (vgl. EMARK 2006 Nr.  10 E. 5.1 S. 106 mit weiteren Hinweisen). 7.3.  Hinsichtlich  der  allgemeinen  Lage  in  der  Türkei  macht  die  Beschwerdeführerin  keine  seit  dem  Abschluss  des  ordentlichen  Verfahrens  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  1.  Oktober  2010 erheblich veränderte Sachlage im wiedererwägungsrechtlichen Sinn  geltend und bringt keine Einwände gegen die diesbezügliche Beurteilung  durch die Vorinstanz vor. Der Vollständigkeit halber ist festzustellen, dass  sich aus der allgemeinen Lage in der Türkei kein Wegweisungshindernis  ableiten  lässt,  da  gemäss  konstanter  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  von  einer  dort  herrschenden  Situation  allgemeiner Gewalt gesprochen werden kann. 7.4.  Im  Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  in  Bezug  auf  die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  individuellen  Wegweisungshindernisse  eine  wesentliche  Änderung  der  Sachlage  eingetreten ist, welche eine vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin  erforderlich machen würde. 7.5.  Mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  1.  Oktober  2010  wurde  festgehalten,  einerseits  sei  nicht  erstellt,  dass  die  notwendige  medizinische Behandlung und Betreuung  im Heimatland nicht  verfügbar  wäre,  und  andererseits  seien  (…),  welche  die  Beschwerdeführerin  als 

E­1970/2011 Auslöser für (…) geltend mache, als unglaubhaft zu bewerten. Zudem sei  der Gesundheitszustand  der  Beschwerdeführerin  offensichtlich  nicht mit  einer  derart  schwerwiegenden  Situation  vergleichbar,  welche  eine  vorläufige  Aufnahme  erfordern  würde  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­7925/2007  vom  1. Oktober  2010  E.  7.2.5  S.12  f.).  Das  Bundesverwaltungsgericht  verwies  auf  einen  Arztbericht  vom  9.  Juni  2008  von  Dr.  med.  D._______,  welcher  der  Beschwerdeführerin (…) diagnostizierte. 7.6.  Im  Rahmen  des  Wiedererwägungsverfahrens  beruft  sich  die  Beschwerdeführerin auf eine Verschlechterung ihres (…) Zustandes nach  Zustellung  des  Urteils  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  1.  Oktober  2010.  Den  eingereichten  Arztberichten  lässt  sich  entnehmen,  dass  sie  vom (…) in (…), vom (…) in (…) und vom (…) sowie vom (…) erneut  in  (…)  hospitalisiert  war.  Mit  Arztbericht  des  (…)  vom  4.  November  2010  wurde (…) und festgestellt, die Beschwerdeführerin verfüge zum jetzigen  Zeitpunkt nicht über die notwendigen (…) Ressourcen, um eine Rückkehr  in  die Türkei  ohne  (…) Beeinträchtigungen  ins Auge  fassen  zu  können.  Der ausführliche ärztliche Bericht des (…) vom 2. Februar 2011 hielt fest,  dass die Beschwerdeführerin an einer (…) leide. Inwieweit von einer (…)  auszugehen  sei,  lasse  sich  zur  Zeit  nicht  sicher  entscheiden.  Die  Diagnose einer (…) erscheine aufgrund der klinischen Informationen nicht  gerechtfertigt,  allerdings  gebe  es  Hinweise  auf  das  Vorliegen  einer  solchen. Betreffend die Behandlungsmöglichkeiten im Heimatstaat wurde  festgehalten,  eine  (…)  sei  sicherlich  (…)  behandelbar.  Bezüglich  der  Behandlung einer allfälligen (…) sei jedoch davon auszugehen, dass die  Beschwerdeführerin als Kurdin und Alevitin Schwierigkeiten hätte, einen  dem gleichen Kulturkreis entstammenden (…) zu finden.  Das  auf  Beschwerdeebene  eingereichte  ärztliche  Zeugnis  vom  24.  Mai  2011  von  Dr.  med.  D._______  verweist  hinsichtlich  Diagnose  auf  ein  Gutachten  der  Lohnausfallversicherung  (…),  welches  (…)  festgestellt  habe.  7.7. Betreffend eine medizinische Notlage ist festzustellen, dass nur dann  auf  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  geschlossen  werden  kann,  wenn  eine  notwendige  medizinische  Behandlung  im  Heimatland  nicht  zur  Verfügung  steht  und  die  Rückkehr  zu  einer  raschen  und  lebensgefährdenden  Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes  der  betroffenen  Person  führt.  Dabei  wird  als  wesentlich  die  allgemeine  und  dringende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung 

E­1970/2011 einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit  liegt  jedenfalls  nicht  bereits  dann  vor,  wenn  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  nicht  eine  dem  hohen  schweizerischen  Standard  entsprechende medizinische Behandlung möglich  ist  (vgl. BVGE 2009/2  E. 9.3.2 S. 21 sowie die weiterhin zutreffende Praxis der Schweizerischen  Asylrekurskommission [ARK] publiziert  in EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und  b). 7.8. Die  ärztlichen Berichte  lassen  zwar  den Schluss  zu,  dass  sich  der  gesundheitliche  Zustand  der  Beschwerdeführerin  seit  Abschluss  des  ordentlichen Verfahrens verändert hat: Diagnostiziert wurden (…), infolge  derer die Beschwerdeführerin von Oktober 2010 bis Mai 2011 mehrfach  in ambulanter oder stationärer (…) Behandlung war. Hingegen ist dieser  gesundheitlichen  Veränderung  die  wiedererwägungsrechtliche  Relevanz  abzusprechen. Einerseits dürfte die zeitweilige Verschlimmerung des (…)  Zustandes  der  Beschwerdeführerin  grösstenteils  auf  dem  bevorstehenden  Wegweisungsvollzug  gründen.  So  hält  der  Arztbericht  vom 2. Februar 2011  fest,  dass  sich die Beschwerden seit Herbst 2010  verstärkt  hätten,  "dies  wohl  im  Zusammenhang mit  der  Ablehnung  des  Asylgesuchs  der Patientin"  (vgl. Beilage  zu  vorinstanzlichen Akten B9/8  S. 2.). Andererseits ist auch bei Anerkennung einer Verschlechterung des  Gesundheitszustands weiterhin von der grundsätzlichen Behandelbarkeit  der Beschwerden in der Türkei auszugehen. Ohne die (…) Probleme und  die schwierige Situation der Beschwerdeführerin in Abrede zu stellen, ist  unter  Berücksichtigung  der  aktenkundigen  Arztberichte  bei  einer  Rückführung folglich nicht von einer konkreten Gefährdung in Form einer  medizinischen  Notlage  im  Sinne  von  Art.  83  Abs. 4  AuG  auszugehen.  Hinsichtlich  einer  möglichen  erneuten  Verschlechterung  des  Zustandes  der  Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  der  bevorstehenden  Rückführung ist festzuhalten, dass es Aufgabe der Vollzugsbehörde sein  wird,  die  Beschwerdeführerin  –  allenfalls  unter  Beizug  medizinischer  Fachkräfte – darauf vorzubereiten. 7.9. Ergänzend  ist  festzuhalten, dass auch das allfällige Vorliegen einer  (…)  an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern  vermöchte,  da  nach  den  Erkenntnissen  des  Gerichts  in  der  Türkei  die  Möglichkeit  besteht,  eine  derartige  (…)  Erkrankung  fachärztlich  und  in  einer  der  Beschwerdeführerin  vertrauten  Sprache  adäquat  behandeln  zu  lassen  (vgl.  hierzu  beispielsweise  Urteil  E­8269/2007  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  9.  Juni  2011  E.  6.8.  S.  16  sowie  D­ 3146/2011 vom 15. Juli 2011 E. 6.4. S. 11).

E­1970/2011 7.10.  Die  Beschwerdeführerin  rügt  ferner,  ihre  persönlichen  Umstände  (…) seien bisher durch die Vorinstanz und das Bundesverwaltungsgericht  unzureichend  gewürdigt  worden.  Weiter  hätten  sich  sämtliche  Geschwister von ihr distanziert, weshalb sie im Heimatland entgegen der  Auffassung der Vorinstanz über kein  familiäres Beziehungsnetz verfüge.  Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass  es  sich  hierbei  um  beim  früheren  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  bereits  bekannte  Tatsachen  und folglich um blosse Urteilskritik handelt,  für welche  im Rahmen eines  Wiedererwägungsverfahrens kein Raum bleibt (vgl. E. 4.1. S. 6). 7.11. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung als  zumutbar.  7.12.  In  Bezug  auf  die  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  wurde  im  Wiedererwägungsverfahren  keine  veränderte  Sachlage  geltend  gemacht,  weshalb  diesbezüglich  auf  die  Erwägungen  des  in  Rechtskraft  erwachsenen  Urteils  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  1. Oktober  2010  verwiesen  werden  kann.  8.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  es  der  Beschwerdeführerin  nicht gelungen ist, eine wiedererwägungsrechtlich relevante Veränderung  der  Sachlage  darzulegen,  welche  es  rechtfertigen  würde,  die  rechtskräftige  vorinstanzliche  Verfügung  vom  22.  Oktober  2007  in  Wiedererwägung zu ziehen. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die  weiteren Ausführungen  auf Beschwerdeebene  einzugehen,  zumal  diese  am Ausgang des Verfahrens nichts zu ändern vermögen. 9.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Vorinstanz  hat  das  Wiedererwägungsgesuch  demnach  zu  Recht  abgewiesen.  Folglich ist auch die Beschwerde abzuweisen.  10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  der  Beschwerdeführerin aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf  insgesamt  Fr. 600.­ festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 

E­1970/2011 Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und mit  dem  am  25.  Mai  2011  geleisteten  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr.  1200.­  zu  verrechnen. Der Restbetrag von Fr. 600.­ ist der Beschwerdeführerin vom  Gericht zurückzuerstatten. (Dispositiv nächste Seite)

E­1970/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt und mit dem am 25. Mai 2011 geleisteten Kostenvorschuss  in  der Höhe  von  Fr.  1200.­  verrechnet.  Der Restbetrag  von  Fr.  600.­ wird  der Beschwerdeführerin vom Gericht zurückerstattet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Anna Poschung Versand:

E-1970/2011 — Bundesverwaltungsgericht 09.09.2011 E-1970/2011 — Swissrulings