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Bundesverwaltungsgericht 03.08.2011 D-7593/2008

3 agosto 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,062 parole·~10 min·2

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Oktober 2008

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­7593/2008 Urteil   v om   3 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richter Gérard Scherrer, Richter Walter Lang, Gerichtsschreiberin Viktoria Szczepinski. Parteien A._______, geboren (…),  alias B._______, geboren (…), Afghanistan, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 28. Oktober 2008 / N (…).

D­7593/2008 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  –  ein  afghanischer  Staatsangehöriger  und  ethnischer  Tadschicke  aus  Kabul  –  gelangte  eigenen  Angaben  zufolge  am  1. Juli 2007  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  C._______  um  Asyl  nachsuchte.  Am  3. Juli 2007  wurde  er  ins  vormalige  Transitzentrum  (heute:  EVZ)  Altstätten transferiert. Anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  5. Juli 2007  im  Transitzentrum  Altstätten  sowie  der  Anhörung  durch  das  BFM  vom  10. August 2007  machte  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuches  geltend, sein Vater sei ein in der Provinz D._______ stationierter Offizier  der  afghanischen  Armee  gewesen.  Am  [Datum]  habe  dieser  seinen  Urlaub  zuhause  in  Kabul  verbracht,  als  ihn  Talibankämpfer  entführt  hätten.  Am  darauffolgenden  Tag  habe  die  Mutter  Anzeige  erstattet,  woraufhin  das  Verteidigungsministerium  den  Fall  untersucht  habe.  Wenige  Tage  später  hätte  die  Familie  erfahren,  dass  der  Vater  getötet  worden sei. Etwas später,  als er bei  der Arbeit  gewesen sei,  – er habe  Journalisten im Militärcamp in Kabul herumgeführt – seien die Taliban ein  zweites  Mal  gekommen  und  hätten  nach  seiner  Person  gesucht.  Daraufhin  habe  er  sich  einige  Tage  im  Keller  seines  Hauses  versteckt  gehalten,  während  seine  Mutter  seine  Ausreise  organisiert  habe.  Am  18. Juni 2007 sei er auf dem Landweg nach E._______ (Pakistan) gereist  und  habe  dort  mit  einem  gefälschten  Pass  ein  Flugzeug  bestiegen,  welches ihn über Dubai nach Italien gebracht habe. Von dort aus sei er in  einem Auto in die Schweiz gelangt. B.  Mit – am 29. Oktober 2008 eröffneter – Verfügung vom 28. Oktober 2008  lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, die Vorbringen  der  Beschwerdeführers  vermöchten  den  Anforderungen  von  Art. 7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  das  Glaubhaftmachen  nicht  zu  genügen.  Ferner  erscheine  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Afghanistan  als  zulässig,  zumutbar und möglich. C.  Mit Eingabe vom 27. November 2008 erhob der Beschwerdeführer gegen 

D­7593/2008 diese  Verfügung  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Er  beantragte  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die  Gewährung von Asyl oder der vorläufigen Aufnahme. Weiter sei von einer  Wegweisung  abzusehen.  In  prozessualer  Hinsicht  ersuchte  er  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses. Als  Ergänzung  seiner  Beschwerde  legte  der  Beschwerdeführer  ein  Schreiben mit weiteren Überlegungen und Argumenten bei, welches er in  seiner  Muttersprache  niedergeschrieben  und  vom  Afghanischen  Kulturverein AFG in F._______ habe übersetzen lassen. D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  3. Dezember 2008  hielt  der  Instruktionsrichter  fest,  der  Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Gleichzeitig  wies  er  die  Gesuche  um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ab  und  forderte  den  Beschwerdeführer  unter  Androhung  des  Nichteintretens  im  Unterlassungsfall  auf,  bis  zum  18. Dezember 2008  einen  Kostenvorschusses von Fr. 600.– zu leisten. E.  Der  einverlangte  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.–  ging  in  der  Folge  am  10. Dezember 2008 bei der Gerichtskasse ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 

D­7593/2008 beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). Eine  solche  Ausnahme  liegt  vorliegend  nicht  vor,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in  der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen  (Spruchkörper:  vgl.  Art.  21  VGG).  Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  kann  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  in  solchen  Fällen  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten. 4.  4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen psychischen Druck bewirken (vgl. Art. 3 AsylG).

D­7593/2008 4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 4.3.  Grundsätzlich  sind  Vorbringen  dann  glaubhaft  gemacht,  wenn  sie  genügend substanziiert,  in  sich  schlüssig und plausibel  sind. Sie dürfen  sich  nicht  in  vagen Schilderungen  erschöpfen,  in wesentlichen  Punkten  nicht  widersprüchlich  sein,  der  inneren  Logik  entbehren  oder  den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber  hinaus muss der Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, was  insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  er  wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die  nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet  ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung  aller  Elemente  (übereinstimmende  Angaben  bezüglich  des  vorgebrachten  Sachverhaltes,  Substanziiertheit  und  Plausibilität  der  Vorbringen,  persönliche  Glaubwürdigkeit)  überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen  (vgl.  Art. 7  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2005 Nr. 21  E. 6.1  S.   190  f.).  Für  das  Glaubhaftmachen  reicht  es  demnach  nicht  aus,  wenn  der  Inhalt  der  Vorbringen  zwar möglich  ist,  aber  in Würdigung  der  gesamten Aspekte  wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte  Sachverhaltsdarstellung  sprechen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi/Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel  2009,  Rz. 11.149;  Handbuch  zum  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren,  Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH [Hrsg.], Bern/Stuttgart/Wien 2009, S.  161 ff.; EMARK 1996 Nr. 28 E. 3.a S. 270). 5.  5.1.  Das  BFM  führt  in  seiner  Verfügung  vom  28. Oktober 2008  zur  Begründung  der  Verneinung  der  Flüchtlingseigenschaft  des 

D­7593/2008 Beschwerdeführers  aus,  dessen  Vorbringen  genügten  den  Anforderungen an das Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 7 AsylG nicht. Die Schilderung des Beschwerdeführers bezüglich der Entführung seines  Vaters  am  [Datum]  sei  stereotyp  ausgefallen  und  enthalte  keine  Realkennzeichnen.  Erfahrungsgemäss  könnten  Personen,  welche  solch  einschneidende  Ereignisse  tatsächlich  erlebt  hätten,  detailliert  und  anschaulich  darüber  berichten. Weiter  habe  er  zu  den  Umständen  des  Todes seines Vaters unsubstanziierte Angaben gemacht, obwohl erwartet  werden dürfte, dass er sich hierzu genau informieren würde, um allenfalls  Rückschlüsse  auf  seine  eigene  Gefährdung  ziehen  zu  können.  Es  sei  ebenfalls  nicht  nachvollziehbar  und  widerspräche  der  allgemeinen  Erfahrung  und  der  Logik  des  Handels,  dass  die  bewaffneten  Talibankämpfer  von  der  Entführung  des  Beschwerdeführers  nur  abgesehen hätten, weil  dessen Mutter  laut  geschrien habe. Gleichzeitig  sei nicht einleuchtend, dass er das Risiko auf sich genommen haben soll,  sich im eigenen Haus zu verstecken, da bei einer Hausdurchsuchung ihn  seine  Entführer  leicht  hätten  ausfindig  machen  können.  Sein  Verhalten  entspräche daher nicht dem einer verfolgten Person. Letztlich habe er im  Verlaufe  des  Verfahrens  zu  wesentlichen  Punkten  unterschiedliche  Angaben gemacht. So habe er einerseits angegeben, die Taliban hätten  während  der  Entführung  nur  unter  sich  geredet,  anderseits  sei  er  und  seine  Familie  mit  dem  Tod  bedroht  worden.  Weiter  habe  er  sich  auch  bezüglich seines letzten Arbeitstages vor seiner Ausreise widersprochen. 5.2.  Der  Beschwerdeführer  stellt  sich  demgegenüber  in  seiner  Beschwerdeeingabe  vom  27. November 2008  und  seinem  gleichzeitig  eingereichtem  Ergänzungsschreiben  auf  den  Standpunkt,  seine  Aussagen  seien  genügend  substanziiert  und  plausibel  ausgefallen.  Er  habe das Erlebte nach bestem Wissen und Gewissen erzählt und auf die  ihm  gestellten  Fragen  geantwortet.  So  habe  er  betreffend  die  Verschleppung seines Vaters durch die Taliban alle Fragen beantwortet  und  alles  erzählt,  was  sich  zugetragen  habe.  Es  falle  ihm  noch  heute  schwer,  an  das  zu  denken,  was  geschehen  sei.  Es  sei  für  ihn  auch  schwierig,  darüber  zu  sprechen,  da  er  in  dieser  von  Gewalt  geprägten  Situation wie gelähmt gewesen sei. Zudem reagiere jeder Mensch anders  auf  eine  solche  Situation,  wobei  sich  einige  die  Ereignisse  einprägen  würden,  während  andere  diese  verdrängten.  Weiter  habe  er  versucht,  mehr  Informationen  zu  den  Umständen  des  Todes  seines  Vaters  zu  erhalten.  Hierzu  habe  er  alles  anlässlich  der  Anhörung  zu  Protokoll  gegeben. Nachdem er erfahren habe, dass die Taliban hinter der Tötung 

D­7593/2008 seines Vaters stünden, habe er gewusst, dass auch sein Leben in Gefahr  sei.  Er  habe  keine  weiteren  Informationen  benötigt,  um  zu  wissen,  er  befinde sich in Lebensgefahr und habe deshalb das Land so schnell wie  möglich  verlassen  wollen.  Ihn  habe  auch  verwundert,  dass  die  Taliban  nur  deshalb  ohne  ihn  gegangen  seien,  weil  seine  Mutter  geschrieben  habe.  Dies  liesse  sich  aber  damit  erklären,  dass  sie  vor  allem  seinen  Vater ohne viel Aufsehen hätten mitnehmen wollen.  Ihn hätten sie dann  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  holen  wollen.  Bezüglich  des  Versteckes  glaube er, die Vorinstanz habe sich eine falsche Vorstellung gemacht. In  ihrem  Haus  gäbe  es  ein  speziell  für  solche  Situationen  eingerichtetes  Versteck, welches sehr schwer zu finden sei. Er sei nicht einfach in einem  Zimmer  versteckt  gewesen,  sondern  in  diesem  speziellen  Versteck  im  Keller.  Beim  Vorhalt  der  Vorinstanz,  er  habe  sich  bezüglich  des  Verhaltens  der  Taliban,  ob  sie  direkt mit  ihnen  gesprochen  hätten  oder  nicht,  widersprüchlich  geäussert,  handle  es  sich  eher  um  ein  Missverständnis. 6.  6.1.  Vorab  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Wortlaut  sämtlicher  Protokolle  mit  seiner  Unterschrift  genehmigt  hat  und  sich  deshalb seine Aussagen grundsätzlich entgegenhalten lassen muss. Sein  Einwand  in  der  Beschwerdeschrift,  es  handle  sich  nicht  um  Widersprüche, sondern um Missverständnisse, vermag demzufolge nicht  zu überzeugen, zumal er anlässlich der Befragung und der Anhörung auf  seine Wahrheitspflicht aufmerksam gemacht wurde. 6.2. Nach Prüfung der Akten gelangt das Gericht zum Schluss, dass das  BFM die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Recht als nicht glaubhaft  erachtet hat. Mit  der  Vorinstanz  ist  festzustellen,  dass  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  in wesentlichen Punkten widersprüchlich ausgefallen  sind. So sagte er anlässlich der Kurzbefragung aus, dass die Taliban am  Tag  der  Entführung  seines  Vaters  der  Familie  mit  dem  Tod  gedroht  hätten,  wenn  sie  sich  an  die  Behörden  wenden  würden  (Akten  BFM  A1/13  S. 6),  während  er  anlässlich  der  Anhörung  geltend  machte,  die  Taliban  hätten  nur  unter  sich  in  Paschtu  geredet  und  sich  nicht  an  die  Familie gewandt (Akten BFM A10/17 S. 4). Ausserdem brachte er bei der  Kurzbefragung  vor,  er  sei  im  Militärcamp  gewesen,  als  ihn  die  Taliban  das zweite Mal gesucht hätten, woraufhin er zwei Tage später das Land  verlassen  habe  (Akten  BFM  A1/13  S. 6  und  8).  Dagegen  gab  er 

D­7593/2008 anlässlich der Anhörung zu Protokoll, er sei vier Tage vor seiner Ausreise  zum  letzten  Mal  bei  der  Arbeitsstelle  gewesen,  um  seinen  Lohn  abzuholen  (Akten  BFM  A10/17  S. 8).  Als  dem  Beschwerdeführer  anlässlich der Anhörung diese widersprüchlichen Aussagen  vorgehalten  wurden, war er nicht in der Lage, diese aufzulösen. Zudem  fällt  auf,  dass  der  Beschwerdeführer  sämtliche  Geschehnisse  äusserst  kurz  und  unsubstanziiert  darstellte.  Insbesondere  die  Asylvorbringen des Beschwerdeführers zur Verschleppung seines Vaters  sind nicht sehr konkret und namentlich in Bezug auf den genauen Ablauf  des Vorfalls überaus vage ausgefallen  (Akten BFM A10/17 S. 3­4). Den  Äusserungen sind weder persönliche Betroffenheit noch der erforderliche  Detailreichtum  einer  auf  tatsächlich  erlebten  Ereignissen  basierenden  Schilderung  zu  entnehmen.  In  der  Beschwerde  wird  die  distanzierte  Haltung  des  Beschwerdeführers  damit  zu  erklären  versucht,  dass  jeder  Mensch  anders  reagiere  und  er  heute  noch wie  gelähmt  sei.  Hierzu  ist  festzuhalten, dass sich nichts Derartiges aus den Protokollen ergibt. Das  Aussageverhalten des Beschwerdeführers veranlasste den Befrager nicht  zu  etwaigen  Unterbrüchen  oder  Bemerkungen.  Der  Beschwerdeführer  machte  in  dieser  Hinsicht  denn  auch  keinerlei  Andeutungen  oder  derartige Aussagen. Der bei der Anhörung anwesende Hilfswerkvertreter  hielt  in  seiner  Bestätigung  ebenfalls  keine  gegen  die  Aussagefähigkeit  des  Beschwerdeführers,  den  Befragungsstil  oder  die  Korrektheit  der  Anhörung sprechende Einwände fest. In diesem Zusammenhang wirkt es eher konstruiert und unplausibel, dass  die Taliban Angst  bekommen hätten  sowie  geflohen  seien und  lediglich  das  "Geschrei"  der  Mutter  die  Taliban  davon  abgehalten  hätte,  den  Beschwerdeführer mitzunehmen (Akten BFM A1/13 S. 6, A10/17 S. 3 und  11).  Dies  erscheint  schon  deshalb  wirklichkeitsfremd,  da  der  Beschwerdeführer  selber  angab,  die  Taliban  seien  mit  Kalaschnikows  bewaffnet gewesen und hätten die Familie damit geschlagen (Akten BFM  A1/13  S. 7).  Schliesslich  ist  es  in  Berücksichtigung  der  geltend  gemachten  Suche  der  Taliban  nach  seiner  Person  sowie  deren  Gewaltbereitschaft  unrealistisch,  dass  er  sich  im  Keller  des  Hauses  versteckt  hielt,  zumal  die Behauptung  in  der Beschwerde,  es habe  sich  um ein "spezielles Versteck" gehandelt, keine Stütze in den Akten findet.  Kaum  der  Realität  entsprechen  dürfte  auch  das  Vorbringen  des  Beschwerdeführers, die Taliban hätten bei einer allfälligen Suche nur das  Haus  (und  nicht  auch  den  Keller)  durchsucht;  sie  seien  "immer  sehr  nervös und gehen schnell wieder weg" (Akten BFM A10/17 S. 15).

D­7593/2008 6.3. Nach  dem  Gesagten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  somit  zum  Schluss,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  von  Art. 7  AsylG  an  das  Glaubhaftmachen  nicht  zu  genügen  vermögen.  Das  BFM  hat  demnach  sein  Asylgesuch  zu  Recht  abgewiesen. 7.  7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9). 8.  8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148). 8.2.  8.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

D­7593/2008 (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen,  dass  ihm  im Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren  Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Afghanistan  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen zulässig. 8.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 

D­7593/2008 Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG –  die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März 2002,  BBl  2002  3818; BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/52 E. 10.1 S. 756 f.). 8.3.1. Das Bundesverwaltungsgericht verfolgt die Entwicklung der Lage in  Afghanistan kontinuierlich. Im zur Publikation vorgesehen Grundsatzurteil  E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  hat  es  eine  aktuelle  Einschätzung  vorgenommen,  gemäss  welcher  in  weiten  Teilen  von  Afghanistan –  ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart  prekäre  Sicherheitslage  und  derart  schwierige  humanitäre  Bedingungen  bestehen, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83  Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist. Von  dieser  allgemeinen  Feststellung  ist  die  Situation  in  der  Hauptstadt  Kabul  zu  unterscheiden. Angesichts  des Umstandes,  dass  sich  dort  die  Sicherheitslage  im  Verlauf  des  vergangenen  Jahres  nicht  weiter  verschlechtert  hat  und  die  humanitäre  Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen  Gebieten  etwas  weniger  dramatisch  ist,  kann  der  Vollzug  der  Wegweisung nach Kabul unter Umständen als zumutbar erachtet werden. Solche Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein,  wenn  es  sich,  wie  vorliegend,  beim  Rückkehrer  um  einen  jungen,  gesunden  Mann  handelt.  Angesichts  der  konstanten  Verschlechterung  der  Lage  über  die  vergangenen  Jahre  hinweg  und  der  auch  in  Kabul  schwierigen  Situation  versteht  es  sich  indessen  von  selbst,  dass  die  bereits  in  EMARK  2003  Nr. 10  formulierten  strengen  Bedingungen  in  jedem  Einzelfall  sorgfältig  geprüft  und  erfüllt  sein  müssen,  um  einen  Wegweisungsvollzug  nach  Kabul  als  zumutbar  zu  qualifizieren.  Unabdingbar ist in erster Linie ein soziales Netz, das sich im Hinblick auf  die  Aufnahme  und  Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  als  tragfähig  erweist.  Ohne  Unterstützung  durch  Familie  oder  Bekannte  würden  die  schwierigen  Lebensverhältnisse  auch  in  Kabul  unweigerlich  in  eine  lebensbedrohende  Situation  führen.  Für  einen  Rückkehrer  aus  Europa  besteht, aufgrund der Vermutung, dass er Devisen auf sich  trägt, gleich  nach seiner Ankunft in Kabul ein erhöhtes Risiko, entführt oder überfallen  zu  werden.  Verfügt  er  auf  der  anderen  Seite  über  keine  genügenden  finanziellen Mittel,  hätte  er  ohne  soziale  Vernetzung  kaum Aussicht  auf  eine zumutbare Unterkunft. Auch bei der Arbeitssuche  ist die Anstellung 

D­7593/2008 selbst  von  unqualifizierten  Arbeitskräften  regelmässig  von  persönlichen  Beziehungen  abhängig.  Eine  die  Gesundheit  nur  einigermassen  garantierende  Ernährung  wäre  ohne  die  Hilfe  von  nahe  stehenden  Personen  ebenfalls  kaum  möglich,  und  der  Zugang  zu  sauberem  Trinkwasser  schwierig; Unterstützungsmassnahmen der Regierung oder  internationaler Organisationen  können  laut  zuverlässigen Quellen  daran  nichts  ändern.  Kämen  in  einer  solchen  Situation  noch  gesundheitliche  Umstellungsschwierigkeiten  hinzu,  geriete  auch  ein  junger  gesunder  Mann  ohne  soziale  Vernetzung  unweigerlich  innert  absehbarer  Zeit  in  eine existenzbedrohende Situation (vgl. a.a.O. E. 9.9.1 f.). 8.3.2. Gemäss eigenen Angaben lebte der 25­jährige, soweit aktenkundig  gesunde  und  ledige  Beschwerdeführer  seit  seiner  Geburt  bis  zu  seiner  Ausreise  in Kabul. Seine Mutter, drei Geschwister und sein Onkel  leben  weiterhin  in  Kabul,  weshalb  er  bei  einer  Rückkehr  nach  Kabul  auf  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz  zurückgreifen  kann.  Insbesondere  ist  anzunehmen,  dass  er  nach  seiner  Rückkehr  nach  Kabul  bei  seiner  Familie  wohnen  kann,  bis  er  eine  eigene Wohnung  gefunden  hat,  und  dass seine Familie ihn bei der Suche nach einer Arbeitsstelle unterstützt.  Im Weiteren  verfügt  der  Beschwerdeführer  über  eine  gute Schulbildung  und  Englischkenntnisse.  Zudem  konnte  er  bereits  dank  Unterstützung  von  Bekannten  seines  Vaters  während  seiner  Schulzeit  einer  Arbeit  nachgehen  und  erste  Berufserfahrungen  sammeln.  Daher  ist  davon  auszugehen, dass er nach seiner Rückkehr wieder bei seiner Familie wird  leben  und  sich  auch  beruflich  integrieren  können.  Es  steht  ihm  zudem  offen,  beim  BFM  ein  Gesuch  um  Rückkehrhilfe  zu  stellen;  eine  Ausrichtung  derselben  würde  ihm  den  Wiedereinstieg  in  seine  Heimat  ebenfalls erleichtern (Art. 74 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999  über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]). Nach Berücksichtigung aller wesentlicher Entscheidungselemente erweist  sich der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Kabul als  zumutbar. 8.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG).

D­7593/2008 8.5. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug  zu bestätigen. Die Vorinstanz hat den Vollzug  im Ergebnis zu Recht als  zulässig,  zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4  AuG). 9.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 600.–   dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG  sowie  Art. 1 – 3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  und mit  dem am 10. Dezember 2008  in  derselben Höhe  geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite)

D­7593/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Robert Galliker Viktoria Szczepinski Versand:

D-7593/2008 — Bundesverwaltungsgericht 03.08.2011 D-7593/2008 — Swissrulings