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Bundesverwaltungsgericht 17.01.2012 D-750/2009

17 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,233 parole·~11 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. Januar 2009

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­750/2009 Urteil   v om   1 7 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Yanick Felley; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren X._______, Kongo (Kinshasa), vertreten durch Monique Gisel, Rechtsanwältin, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. Januar 2009 / N_______.

D­750/2009 Sachverhalt: A.   A.a. Der Beschwerdeführer, ein aus B._______, C._______, stammender  Staatsangehöriger  der  Demokratischen  Republik  Kongo  mit  letztem  Wohnsitz  in  Kinshasa,  verliess  nach  eigenen  Angaben  seinen  Heimatstaat am 25. November 2008 auf dem Seeweg. Über D._______,  E._______ und F._______ gelangte er am 30. November 2008  illegal  in  die Schweiz, wo er am 2. Dezember 2008 im G._______ ein Asylgesuch  einreichte  und  anschliessend  ins  H._______  transferiert  wurde.  Am  9. Dezember  2008  fand  die  Kurzbefragung  im  H._______  und  am  17. Dezember 2008 die direkte Anhörung durch das BFM statt. A.b.    Mit  Entscheid  vom  24.  Dezember  2008  wurde  der  Beschwerdeführer  für  die Dauer  des Verfahrens dem Kanton  I._______  zugeteilt. Gegen  diesen Entscheid  erhob  er mit  Eingabe  vom 3. Januar  2009  und  Ergänzung  vom  6. Januar  2009  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und ersuchte unter anderem um  Zuteilung  in  einen  frankophonen  Kanton,  so  insbesondere  den  Kanton  J._______,  wo  seine  nächsten  Familienangehörigen  wohnten  und  im  Besitz einer Aufenthaltsbewilligung seien. Mit Urteil vom 20. Januar 2009  trat  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  die  Beschwerde  vom  3.  Januar  2009 nicht ein. A.c. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragungen  vom  9.  und  17.  Dezember  2008  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  O._______  und  habe  eines  Tages  von  seiner älteren Schwester 150 DVDs mit politischem Inhalt erhalten. Als er  begonnen  habe,  diese  DVDs  zu  verkaufen,  hätten  seine  Probleme  begonnen.  Seine  Schwester  und  ihr  Verlobter  seien  wegen  der  DVDs  festgenommen worden. Als er eines Nachts (...) von einem Konzert nach  Hause  zurückgekehrt  sei,  hätten  dort  zwei  Beamte  des  Sicherheitsdienstes  auf  ihn  gewartet.  Diese  hätten  ihn  beschuldigt,  die  DVDs verkauft zu haben, und ihn deswegen festnehmen wollen. Er habe  Angst bekommen und sei zu einem seiner Freunde geflüchtet, wo er die  Nacht verbracht habe. Am folgenden Tag habe er sich nach K._______ in  C._______  begeben  und  sei  (...)  nach  Kinshasa  zurückgekehrt,  weil  er  geglaubt  habe,  die  Sache  hätte  sich  erledigt.  Am  Y._______  sei  er  im  Anschluss  an  ein  (...),  an  welchem  er  (Nennung  Tätigkeit  Beschwerdeführer),  von  Polizeibeamten  festgenommen  und  ins  Gefängnis von L._______ in M._______ gebracht worden. Am folgenden 

D­750/2009 Tag habe ihm ein Polizeioffizier eröffnet, dass er wegen des Verkaufs von  DVDs angeklagt  und  ins Gefängnis  von N._______ überstellt werde. Er  habe  jedoch  seine  Unschuld  beteuert  und  sei  in  der  Folge  von  einem  Polizisten  auf  den  Kopf  geschlagen  worden.  Ein  anderer  Polizist  sei  später in seine Zelle gekommen und habe sich nach seinem Namen und  seinen  verwandtschaftlichen  Verhältnissen  erkundigt.  In  der  folgenden  Nacht habe  ihm ein weiterer Polizist eine Uniform gebracht, die er habe  anziehen müssen. Mit  dieser  habe  er  das Gefängnis  verlassen  können  und daraufhin  im  (...)  in M._______ den Polizisten getroffen,  der  ihn  im  Gefängnis  nach  seinem Namen gefragt  habe. Der Polizist  habe seinem  benachrichtigten Onkel erklärt, dass alle Personen, die mit den fraglichen  DVDs  zu  tun  gehabt  hätten,  verhaftet  worden  seien  und  unbedingt  das  Land verlassen müssten. Danach sei er zusammen mit seinem Onkel  in  dessen Haus gegangen, das er  in der Folge nicht mehr habe verlassen  dürfen. In dieser Zeit habe sein Onkel seine Ausreise organisiert. Auf die  weiteren  Ausführungen  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen eingegangen. B.  Mit Verfügung vom 6. Januar 2009 – eröffnet am 8. Januar 2009 – lehnte  die  Vorinstanz  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung  führte  sie  aus,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  standhielten,  so  dass  ihre  Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Ausserdem erachtete sie den  Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers als zulässig, zumutbar  und möglich. C.  Mit  Eingabe  vom  5.  Februar  2009  erhob  der  Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung  und  beantragte,  es  sei  die  Verfügung  des  BFM  aufzuheben  und  ihm  Asyl  oder  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren,  von  einer  Wegweisung  sei  abzusehen  und  in  prozessualer  Hinsicht  sei  ihm  die  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 12.021) zu gewähren. Der  Beschwerdeeingabe  lagen  diverse  Beweismittel  (Auflistung  Beweismittel)  bei.  Auf  die  Begründung  der  Beschwerde  und  die 

D­750/2009 Beweismittel  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  Erwägungen  eingegangen. D.  Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 30. März 2009 wurde  dem Beschwerdeführer mitgeteilt,  dass er den Ausgang des Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art.  65 Abs.  1 VwVG wurde  wegen  Aussichtslosigkeit  der  Begehren  abgewiesen  und  der  Beschwerdeführer gleichzeitig aufgefordert, bis zum 14. April 2009 einen  Kostenvorschuss  in  Höhe  von  Fr. 600.–  einzuzahlen,  unter  Androhung  des Nichteintretens im Unterlassungsfall. Der Kostenvorschuss wurde am 14. April 2009 geleistet. E.  Mit Eingabe vom 8. April 2009 zeigte die Rechtsvertreterin die  Übernahme des Mandats an und ersuchte gleichzeitig um Gewährung  einer Frist von sechs bis acht Wochen zur Beschaffung und Einreichung  von Originaldokumenten aus seiner Heimat. F.  Mit Eingabe vom 7. Mai 2009 legte der Beschwerdeführer die Originale  der mit seiner Beschwerdeschrift eingereichten Beweismittel ins Recht. G.  Mit  Eingabe  vom  16.  Juni  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  ein  weiteres Beweismittel (Nennung Beweismittel) zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 

D­750/2009 vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1  BGG  liegt  in  casu  nicht  vor. Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  demnach endgültig. 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.  2.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG).

D­750/2009 3.  3.1.  Die  Vorinstanz  hielt  zur  Begründung  des  ablehnenden  Asylentscheides im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer bringe vor,  zwei  Beamte  des  Sicherheitsdienstes  hätten  ihn  eines  Nachts  (...)  bei  seiner Rückkehr zu Hause in Empfang genommen und ihm mitgeteilt, er  sei polizeilich gesucht und werde festgenommen. Dabei erstaune, dass er  den Sicherheitskräften  gemäss  seiner Darstellung  ohne Schwierigkeiten  habe entkommen können beziehungsweise dass diese, wie zu erwarten  wäre,  keine  entsprechenden  Massnahmen  ergriffen  hätten,  um  seine  Flucht zu vereiteln. Weiter sei nicht nachvollziehbar, dass er nach seiner  Flucht  nach C._______ wieder  nach Hause  zurückgekehrt  und dort  (...)  als O._______ aufgetreten sei, obwohl  ihn die Polizei zu Hause gesucht  habe.  Nicht  nachvollziehbar  sei  überdies  auch  die  Flucht  des  Beschwerdeführers aus der vorgebrachten Haft. So habe er erklärt, durch  Bestechung  eines  Polizeioffiziers  auf  dessen  Geheiss  von  einem  Polizisten  eine  Polizeiuniform  erhalten  zu  haben,  mit  der  er  das  Gefängnis  habe  verlassen  können.  Das  geschilderte  Vorgehen  der  Polizeibeamten  erscheine  aber  auch  im  vorgebrachten  Gesamtkontext  als  zu  riskant,  als  dass es geglaubt werden  könnte,  insbesondere auch  deshalb,  weil  der  Beschwerdeführer  angeführt  habe,  seit  langer  Zeit  gesucht  worden  zu  sein.  Die  zur  Frage  stehenden  DVDs  wolle  er  von  seiner Schwester erhalten haben. Er habe aber zu den Aktivitäten seiner  Schwester,  deren  angeblicher  Festnahme  und  Freilassung  keine  Informationen  liefern können.  Im Weiteren habe er geschildert, dass die  besagten  DVDs  in  den  Kinos  seiner  Heimat  als  Teil  eines  Programms  gezeigt  worden  seien.  Folgerichtig  wäre  vor  dem  Hintergrund  seiner  Aussagen  zu  erwarten  gewesen,  dass  die  Behörden  entsprechende  Massnahmen  gegen  die  Kinobetreiber  ergriffen  hätten,  wozu  der  Beschwerdeführer  jedoch  keine  Angaben  zu  machen  vermocht  habe.  Auch  habe  er  keine Kenntnis  davon  gehabt,  ob  die DVDs  von  anderen  Personen  verkauft  worden  seien.  Insgesamt  sei  die  Darstellung  des  Beschwerdeführers als zu unbegründet und zu unsubstanziiert, als dass  sie geglaubt werden könnte. 3.2.  Demgegenüber  wendet  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  im  Wesentlichen  ein,  seine  Flucht  vor  den  Sicherheitskräften sei durchaus nachvollziehbar, zumal er nicht zu nahe  an  die  ihn  suchenden  Personen  herangegangen  sei.  Da  er  sich  in  der  Gegend gut ausgekannt habe und sehr schnell gelaufen sei, habe er den  Beamten  des  Sicherheitsdienstes  entkommen  können.  Er  habe  gehofft,  dass  sich  seine  Probleme  erledigt  hätten,  wenn  er  nach  Kinshasa  zurückkehre.  Dort  habe  er  (Auflistung  der  sozialen  Kontakte)  gehabt,  weshalb er dorthin habe zurückkehren und zumindest versuchen müssen,  in  Kinshasa wieder  zu  leben.  Ferner  habe  sich  die  Flucht  aus  der Haft 

D­750/2009 genauso  zugetragen,  wie  er  es  geschildert  habe;  dies  sei  möglich  gewesen, weil sein Onkel einen Gefängnismitarbeiter gekannt und diesen  bestochen habe. Dem Vorwurf, seine Vorbringen seien nicht hinreichend  begründet  und  unsubstanziiert,  sei  zu  entgegnen,  dass  er  das  von  ihm  Erlebte nach bestem Wissen und Gewissen geschildert  habe und seine  Aussagen  in  weiten  Teilen  detailliert  und  plausibel  ausgefallen  seien.  Zudem dürfe die Vorinstanz aus dem Begriff der Glaubhaftmachung, der  durchaus  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  zulasse,  nicht  aus  einzelnen  Elementen  auf  die  Unglaubhaftigkeit  aller  Vorbringen  schliessen.  Das  BFM  habe  die  Pflicht,  auch  die  Vorbringen,  die  für  die  Glaubhaftigkeit  sprechen  würden,  in  ihre  Erwägungen  einzubeziehen.  Zudem habe  es  nicht  gewürdigt,  dass  seine Aussagen  in weiten  Teilen  sehr  ausführlich,  substanziiert  und  nicht  widersprüchlich  ausgefallen  seien.  Seine  Asylgründe  seien  insgesamt  als  glaubhaft  zu  erachten.  Deswegen habe er begründete Furcht, bei einer Wegweisung ernsthaften  Nachteilen ausgesetzt zu werden, und er müsse bei einer Rückkehr um  seine  Freiheit  und  sein  Leben  fürchten.  Somit  erfülle  er  die  Flüchtlingseigenschaft und die Vorinstanz verweigere ihm zu Unrecht das  Asyl in der Schweiz. 3.3.  Nach  Würdigung  der  Akten  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  zum  Schluss,  dass  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  zur  fehlenden  Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers zutreffen und die  Ausführungen  in  der Beschwerdeschrift  und  den weiteren Eingaben  auf  Beschwerdeebene  sowie  die  eingereichten  Beweismittel  an  dieser  Sichtweise  nichts  zu  ändern  vermögen.  So  hat  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  die  Gründe,  weshalb  aufgrund  der  Aktenlage  die Vorbringen des Beschwerdeführers als  realitätsfremd, unlogisch und  substanzarm, somit als unglaubhaft zu erachten sind,  in schlüssiger und  einlässlicher  Weise  aufgezeigt,  weshalb  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  entsprechenden  Ausführungen  im  angefochtenen Entscheid verwiesen werden kann. Der  Beschwerdeführer  macht  zum  Vorhalt  unlogischer  Ausführungen  hinsichtlich  seiner  Flucht  vor  den  Sicherheitskräften  geltend,  seine  Schilderung sei durchaus nachvollziehbar, zumal er nicht zu nahe an die  ihn suchenden Personen herangegangen sei. Da er sich  in der Gegend  gut  ausgekannt  habe  und  sehr  schnell  gelaufen  sei,  habe  er  den  Beamten  des  Sicherheitsdienstes  entkommen  können.  Dieser  Einwand  vermag  jedoch  nicht  zu  überzeugen.  So  sollen  die  Sicherheitsbeamten  seinen Angaben zufolge bereits vor seinem Haus auf ihn gewartet haben  (vgl.  act. A9/15,  S.  3),  weshalb  diese  angesichts  der  gegen  ihn  erhobenen  Vorwürfe  mit  seiner  möglichen  Flucht  gerechnet  und  entsprechende  Vorkehrungen  getroffen  haben  dürften,  um  ein 

D­750/2009 Entkommen  zu  verhindern.  Weiter  vermag  alleine  der  Hinweis  auf  das  sich in Kinshasa befindliche soziale Umfeld, das ihn zur Rückkehr dorthin  aus  C._______  bewogen  habe,  in  Anbetracht  der  angeführten  Suche  nach  seiner  Person  und  der  im  Falle  einer  Verhaftung  zu  erwartenden  behördlichen  Sanktionen  das  entsprechende  Verhalten  des  Beschwerdeführers  nicht  nachvollziehbar  und  dadurch  glaubhaft  zu  machen.  Ferner  vermag  der Einwand,  seine Flucht  aus  dem Gefängnis  sei möglich gewesen, weil sein Onkel einen Gefängnismitarbeiter gekannt  und  diesen  bestochen  habe,  angesichts  der  von  ihm  geschilderten  Umstände  der  Haft  (Verhaftung  nach  langer  Suche;  verschiedene  Polizisten und Polizeioffiziere involviert) und des Risikos der Entdeckung  für  die  beteiligten  Polizisten  die  Glaubhaftigkeit  des  entsprechenden  Sachverhaltselements  nicht  wiederherzustellen.  Dem  Beschwerdeführer  ist  zwar  beizupflichten,  dass  Glaubhaftmachung  –  im  Gegensatz  zum  strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass  bedeutet  und  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  eines  Gesuchstellers zulässt. Entscheidend ist aber, ob die Gründe, die für die  Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise  abzustellen.  In  casu  führte  jedoch eine Gesamtbeurteilung aller Elemente der Glaubhaftmachung die  Vorinstanz – nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts zu Recht – zur  Überzeugung,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  überwiegend unwahr sind. Damit aber genügen sie auch den gemäss Art.  7 AsylG  reduzierten Beweisanforderungen nicht. Überdies wird aus den  Akten  nicht  ersichtlich  und  bleibt  nicht  nachvollziehbar,  wie  die  Sicherheitskräfte überhaupt auf den Beschwerdeführer als Verkäufer der  DVDs gekommen sein sollen. Weder gab er anlässlich der Befragungen  an, dass er von seiner verhafteten Schwester respektive deren Verlobten  oder  anderen  Personen,  welche  seine  DVDs  gekauft  hätten,  bei  den  Behörden denunziert worden sei, noch erwähnte er irgendwelche Käufer  – insbesondere nicht einmal die Kinobetreiber, welche den Film in  ihrem  Kino hätten laufen lassen –, die behördliche Probleme wegen des Kaufs  erhalten  hätten.  Befremdlich  ist  zudem  das  Desinteresse  des  Beschwerdeführers  an  den  Erlebnissen  seiner  Schwester  und  die  Umstände  ihrer Freilassung, obwohl er sie  in der Schweiz wieder antraf  (vgl. act. 9/15, S. 12). An  dieser  Beurteilung  vermögen  auch  die  eingereichten  Beweismittel  nichts zu ändern. So handelt es sich bei den beiden "Avis de recherche  d'une  personne"  um  behördeninterne  Dokumente,  in  deren  Besitz  der  Beschwerdeführer  gar  nicht  gelangen  könnte,  weshalb  diese  als  nicht  beweistauglich  erachtet  werden.  Bezüglich  der  ins  Recht  gelegten  Vorladungen  ist  –  unbesehen  deren  teilweiser  Ausstellung  auf  einen  Sonntag  –  festzustellen,  dass  aufgrund  der  in  diesen  aufgeführten, 

D­750/2009 jeweils  gleichen  Gründe  für  den  Erlass  derselben  ("SERA­ COMMUNIQUE  SUR  PLACE")  noch  keine  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  hergeleitet  werden  kann,  zumal  daraus  nicht  ersichtlich wird, aus welchem Grund er überhaupt auf dem Polizeiposten  hätte  erscheinen  sollen.  Weiter  erscheint  befremdlich,  dass  der  Beschwerdeführer anführte, der Vorfall mit der beabsichtigten Verhaftung  habe (...) stattgefunden (vgl. act. A1/9, S. 5; A9/15, S. 7 f.), was sich mit  der  ersten,  bereits  vom  (...)  datierenden  Vorladung  nicht  vereinbaren  lässt,  zumal  er  diesbezüglich  keine  bereits  zu  diesem  Zeitpunkt  eingeleitete  behördliche  Suche  nach  seiner  Person  geltend  machte.  Ausserdem  widersprach  er  sich  anlässlich  der  direkten  Anhörung  bezüglich des Zeitpunktes des Vorfalls, soll dieser doch einerseits bereits  (...)  stattgefunden  haben,  andererseits  sei  es  (...)  gewesen  (vgl.  act.  A9/15, S. 3 und 7 f.). Zudem erstaunt, dass solche Vorladungen auch für  den  Onkel  ausgestellt  worden  sein  sollen,  der  –  wenn  überhaupt –  frühestens  nach  der  Flucht  des Beschwerdeführers  aus  dem Gefängnis  vom  Y._______  allenfalls  in  das  Visier  der  Behörden  hätte  geraten  können.  Die  erste  der  Vorladung  datiert  jedoch  noch  vor  dieser  Flucht,  nämlich  bereits  vom  (...).  Zudem  ist  aufgrund  des  in  der  Vorladung  aufgeführten  Namens  des  Onkels  nicht  erstellt,  dass  es  sich  dabei  tatsächlich um den Onkel des Beschwerdeführers handelt. Weiter stimmt  der  in  der  Vorladung  aufgeführte  Name  nicht  mit  denjenigen  Namen  überein,  die  der  Beschwerdeführer  in  der  Erstbefragung  als  diejenigen  seiner Onkel bezeichnete (vgl. act. A1/9, S. 2 und 3). Gleiches hat auch  für  den mit  Eingabe  vom 16.  Juni  2009  eingereichten  Todesschein  des  Onkels  zu  gelten,  zumal  darin  noch  ein  weiterer,  von  ihm  bisher  nicht  genannter Name des angeblich verstorbenen Onkels aufgeführt ist. Auch  wird  daraus  nicht  ersichtlich,  in  welchem  Zusammenhang  dieser  vermeintliche  Onkel  umgekommen  sein  soll.  Soweit  der  Beschwerdeführer  in  seiner Rechtsmitteleingabe  vorbringt,  er  reiche  zur  Untermauerung seiner Vorbringen eine Kopie der besagten DVD ein,  ist  festzustellen,  dass  die  zwei  in  den  Akten  liegenden  DVDs  nicht  den  gleichen  Titel  aufweisen,  wie  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  der  direkten Anhörung noch vorgebracht wurde  (vgl. act. A9/15, S. 7 oben).  Überdies  vermag  die  blosse  Einreichung  dieser  DVDs  noch  nicht  zu  belegen,  dass  sie  vom  Beschwerdeführer  tatsächlich  auch  im  geschilderten Rahmen verkauft wurden. Den eingereichten Beweismitteln  kann  daher  insgesamt  keinerlei  Beweiskraft  beigemessen  werden.  Ergänzend  ist  anzuführen,  dass  mangels  Nachweises  der  Identität  des  Beschwerdeführers  nicht  erkennbar  ist,  ob  sich  die  eingereichten  Beweismittel  überhaupt  auf  ihn  beziehen.  Jedenfalls  vermag  alleine  die  eingereichte Geburtsurkunde  diesen Nachweis  nicht  rechtsgenüglich  zu  erbringen, da es sich nicht um ein  Identitätsdokument  im Sinne von Art.  1a  Bst.  c  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über 

D­750/2009 Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) handelt (vgl. auch BVGE 2007/7  E.  6  S.  69  f.).  Bei  dieser  Sachlage  erübrigt  es  sich,  Abklärungen  zur  Echtheit der eingereichten Dokumente durch die Schweizer Botschaft  in  Kongo  (Kinshasa)  vornehmen  zu  lassen,  weshalb  der  diesbezügliche  Antrag  abzuweisen  ist.  Zur  Vermeidung  missbräuchlicher  Weiterverwendung sind die eingereichten Vorladungen und die als "Avis  de recherche d'une personne" bezeichneten Dokumente gestützt auf Art.  10 Abs. 4 AsylG einzuziehen. 3.4. Bei dieser Sachlage und  in Würdigung der gesamten Umstände  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Voraussetzungen  zur  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfüllt.  Die  Vorinstanz  hat  daher die Asylbegehren zu Recht abgelehnt, weshalb es sich erübrigt, auf  die weiteren Ausführungen auf Beschwerdeebene näher einzugehen, da  sie an obiger Erkenntnis nichts zu ändern vermögen. 4.   4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 4.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1  AsylG;  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733,  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21). 5.  5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus­ ländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 5.2.  5.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

D­750/2009 Niemand darf  in  irgendeiner Form zur Ausreise  in  ein  Land gezwungen  werden,  in  dem  sein  Leib,  sein  Leben  oder  seine  Freiheit  aus  einem  Grund nach Art.  3 Abs. 1 AsylG gefährdet  sind oder  in dem die Gefahr  besteht, zur Ausreise  in ein solches Land gezwungen zu werden  (Art. 5  Abs. 1 AsylG). Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu Art.  3  der  Konvention  zum Schutze  der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 5.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5  AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers  noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus­ schaffung  in  sein  Heimatland  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  er  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschli­che  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  ge­gen  Italien,  Urteil  vom  28.  Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§ 124  bis  127, mit  weiteren  Hinweisen),  was  ihm  unter  Hinweis  auf  die  vor­stehenden  Erwägungen  nicht  gelungen  ist.  Auch  die  allgemeine  Men­schenrechtssituation  in  Kongo (Kinshasa) lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt  nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Ge­sagten ist der Vollzug der 

D­750/2009 Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen zulässig. 5.3.   5.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und Ausländer  unzumutbar  sein, wenn  sie  im Heimatland  aufgrund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 5.3.2. Hinsichtlich  der  allgemeinen  Situation  in  Kongo  (Kinshasa)  kann  auf die detaillierte, noch von der Schweizerischen Asylrekurskommission  (ARK) in EMARK 2004 Nr. 33 publizierte Lageanalyse verwiesen werden,  die  das  Bundesverwaltungsgericht  als  im  Wesentlichen  weiterhin  zutreffend  erachtet.  Namentlich  geht  es  davon  aus,  dass  in  Kongo  (Kinshasa)  keine  landesweite  Bürgerkriegssituation  oder  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht.  Ende  März  2007  kam  es  im Westen  des  Landes  und  in  der  Hauptstadt  Kinshasa  zwischen  der  regulären  kongolesischen Armee und der Garde von Ex­Rebellenchef  Jean­Pierre  Bemba  zu  blutigen  Auseinandersetzungen.  Nach  der  Niederlage  von  Bemba und dessen Reise ins Exil nach Portugal beruhigte sich die Lage.  In  Kinshasa  ist  es  zu  keinen  grösseren  Gewaltausbrüchen  mehr  gekommen, und es kann  in Bezug auf den Westen des Landes und die  Hauptstadt Kinshasa nicht generell von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer  Situation allgemeiner Gewalt gesprochen werden.  5.3.3. Die Rückkehr von Personen aus Kongo (Kinshasa) kann indes nur  unter bestimmten, eingeschränkten Umständen als zumutbar bezeichnet  werden,  nämlich  dann,  wenn  sich  der  letzte  Wohnsitz  der  betroffenen  Person  in  der  Hauptstadt  Kinshasa  oder  in  einer  anderen,  über  einen  Flughafen verfügenden Stadt  im Westen des Landes befand, oder wenn  die  Person  in  einer  dieser  Städte  über  ein  gefestigtes  Beziehungsnetz  verfügt.  Trotz  Vorliegens  dieser  Kriterien  erscheint  der  Vollzug  der  Wegweisung  jedoch  nach  Prüfung  und  Abwägung  der  individuellen  Umstände  in aller Regel als nicht zumutbar, wenn die zurückzuführende  Person (kleine) Kinder bei sich hat, für mehrere Kinder verantwortlich ist,  sich  in einem  fortgeschrittenen Alter befindet, oder wenn es sich bei  ihr  um  eine  alleinstehende,  über  kein  soziales  oder  familiäres  Netz  verfügende Frau handelt (vgl. EMARK 2004 Nr. 33).

D­750/2009 5.3.4.  Der  Beschwerdeführer  hatte  seinen  letzten  Wohnsitz  eigenen  Angaben  zufolge  in  der  Hauptstadt  Kinshasa,  wo  er  auch  die  Schule  besuchte,  erwerbstätig  war  und  nach  wie  vor  über  nahe  Familienangehörige  verfügt,  die  ihm  bei  der  Reintegration  eine  Stütze  sein  werden.  Gemäss  seinen  Aussagen  habe  er  als  O._______  gearbeitet und teilweise davon leben können (vgl. A1/9, S. 2 ff.). Bei einer  Gesamtwürdigung  der  aktuellen  Situation  bestehen  keine  Hinweise  darauf,  dass  er  dort  einer  konkreten  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83  Abs. 4 AuG ausgesetzt sein könnte. Es  ist  ihm zumutbar, sich erneut  in  seinem  Heimatland  niederzulassen  und  dort  eine  neue  Existenz  aufzubauen,  da  er  dort  über  ein  familiäres  Beziehungsnetz  verfügt.  In  diesem  Zusammenhang  ist  auf  die  Möglichkeit  der  Beantragung  von  Rückkehrhilfe  durch  die  Schweiz  zu  verweisen,  die  dem  Beschwerdeführer den Wiedereinstieg in seiner Heimat erleichtern könnte  (Art.  93  Abs.  1  Bst.  d  AsylG;  Art.  73  ff.  der  Asylverordnung  2  vom  11.  August  1999  über  Finanzierungsfragen  [AsylV  2,  SR  142.312]).  Auch  wenn  es  sich  bei  den  von  ihm  im  EVZ  angegebenen,  in  der  Schweiz  lebenden  Personen  um  Familienangehörige  handeln  sollte,  steht  dieser  Umstand  einem  Wegweisungsvollzug  nicht  entgegen,  da  der  Beschwerdeführer volljährig ist. Sodann sind keine weiteren persönlichen  Gründe ersichtlich, aufgrund derer unter Umständen geschlossen werden  könnte,  er  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenzbedrohende  Situation, zumal keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen aktenkundig  sind. Zusammenfassend erweist sich der Wegweisungsvollzug somit als  zumutbar. 5.4. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi­ gen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG;  vgl.  auch  BVGE  2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als  möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 5.5.  Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung  zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  diesen  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art.  83 Abs.  1­4  AuG). 6.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

D­750/2009 vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  in  Höhe  von  Fr. 600.–  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  mit  dem  am  14.  April  2009  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen  (Art.  1  –  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

D­750/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet. 3.  Die  eingereichten  Vorladungen  und  die  als  "Avis  de  recherche  d'une  personne" bezeichneten Dokumente werden eingezogen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

D-750/2009 — Bundesverwaltungsgericht 17.01.2012 D-750/2009 — Swissrulings