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Bundesverwaltungsgericht 19.07.2011 D-7223/2009

19 luglio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,341 parole·~7 min·2

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­7223/2009/sed Urteil   v om   1 9 .   Juli   2011 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Kurt Gysi, Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._______ geboren (…) Afghanistan, vertreten durch B._______  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. November 2009 / N_______

D­7223/2009 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  aus  Kabul  stammender  afghanischer  Staatsangehöriger – am 13. Oktober 2009 im C._______ ein Asylgesuch  stellte,  wobei  er  vom  BFM  zur  Einreichung  rechtsgenüglicher  Identitätsdokumente innert 48 Stunden aufgefordert wurde,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  Erstbefragung  vom  3.  November  2009,  erneut  auf  die  Notwendigkeit  der  Einreichung  rechtsgenüglicher  Identitätsdokumente  hingewiesen,  angab,  vor  etwa  zwei Jahren habe ihn sein Vater zur zuständigen Behörde mitgenommen  und  eine  Identitätskarte  ("Tazkara")  ausstellen  lassen,  die  er  selber  nie  gesehen habe und die sich bei seinem Vater befinde (vgl. BFM­Protokoll  A1 S. 7), dass er seinen Vater telefonisch um Zustellung der Tazkara bitten werde  (vgl. A1 S. 8),  dass  er  darüber  hinaus  geltend machte,  er wisse  nicht, wann  er  genau  geboren sei, indessen habe ihm sein Vater vor zwei Jahren gesagt, er sei  fünfzehn Jahre alt, wobei er nach seinen Berechnungen am 1. April 1994  geboren sei, dass  das  BFM,  da  es  unter  anderem  aufgrund  der  physischen  Gesamterscheinung  erhebliche  Zweifel  an  der  geltend  gemachten  Minderjährigkeit  hatte,  am 22. Oktober 2009 eine Knochenaltersanalyse  durchführen liess, gemäss welcher der Beschwerdeführer ein Skelettalter  von neunzehn Jahre habe, dass  das  BFM  im  Rahmen  einer  ergänzenden  Befragung  vom  3.  November  2009  festhielt,  gestützt  auf  die  veranlasste  Knochenaltersanalyse  und  seine  physische  Gesamterscheinung  sowie  aufgrund  der  nicht  belegten  Identität  und  seines  Aussageverhaltens  sei  im Rahmen des Asylverfahrens von seiner Volljährigkeit auszugehen (vgl.  A16 S. 4), dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  hierzu  entgegnete,  er  sei  damit  einverstanden,  als  volljährig  betrachtet  zu  werden (vgl. A16 S. 4), dass  er  im  Rahmen  der  direkten  Bundesanhörung  vom  9.  November  2009 erwähnte, er habe mehrmals  telefonisch Kontakt mit seinem Vater 

D­7223/2009 in Kabul gehabt und die Identitätskarte sei nun unterwegs in die Schweiz  (vgl. A19 S. 2), dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuches  im  Wesentlichen  geltend machte,  der Rektor  beziehungsweise Hauptlehrer  der  von  ihm  besuchten  Schule  habe  ungefähr  zwei  Monate  vor  den  Präsidentenwahlen  die  Schüler  zwingen  wollen,  ihre  Stimme  dem  Präsidentschaftskandidaten  D._______  zu  geben,  wogegen  er  sich  ausgesprochen  habe,  worauf  er  auf  Geheiss  des  Rektors  verhaftet  worden sei, dass man ihn nach einwöchiger Haft verprügelt habe und er sich wegen  Gesichtsverletzungen  und  einer  Platzwunde  am  Kopf  in  spitalärztliche  Behandlung habe begeben müssen, dass  auch  sein  Vater  verprügelt  und  dessen  Geschäft,  in  dem  er,  der  Beschwerdeführer,  gelegentlich  gearbeitet  habe,  verwüstet  und  geplündert worden sei, dass  in  der  Folge  sein  Vater  aus  Furcht,  der  Beschwerdeführer  werde  erneut inhaftiert oder gar umgebracht, dessen Ausreise organisiert habe, dass er am 17. September 2009 zusammen mit seinem Cousin zweiten  Grades Kabul verlassen habe und mit Hilfe eines Schleppers illegal über  Pakistan,  Iran  und  die  Türkei  nach  Österreich  gelangt  sei,  wo  der  Schlepper sie an einem ihnen unbekannten Ort zurückgelassen habe, dass  sie  in  der  Folge  telefonischen  Kontakt  mit  ihrem  in  der  Schweiz  lebenden Onkel aufgenommen hätten, der sie mit dem Auto abgeholt und  in die Schweiz gebracht habe,  dass  das  BFM  mit  –  gleichentags  eröffneter  –  Verfügung  vom  12.  November 2009 in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  13.  Oktober  2009  nicht  eintrat,  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz  anordnete  und  den Vollzug  als  zulässig,  zumutbar und möglich erachtete, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom  19.  November 2009 an das Bundesverwaltungsgericht unter Einreichung  einer  auf  seinen Namen  lautenden  Identitätskarte  im Original  und eines  undatierten Spitalberichts in englischer Sprache gegen diesen Entscheid 

D­7223/2009 Beschwerde  erhob  und  dabei  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  unter  anderem um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses und um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersuchte, dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom  23. November  2009  antragsgemäss  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtete  mit  dem  Hinweis,  über  das  Gesuch  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  VwVG werde im Endentscheid befunden, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  26.  November  2009  den  erforderlichen Bedürftigkeitsnachweis nachreichte, dass  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  30.  November  2009  unter anderen  feststellte, die Nachreichung der anlässlich der Anhörung  vom  9.  November  2009  in  Aussicht  gestellten  Identitätskarte  vermöge  nichts  daran  zu  ändern,  dass  der  Nichteintretensentscheid  wegen  Nichtabgabe  von  Reise­  und  Identitätspapieren  zum  Zeitpunkt  des  Entscheides zu Recht erfolgt sei, dass  das  BFM  im  Weiteren  darauf  hinwies,  dass  die  nachgereichte  Identitätskarte  am  4.  November  2009  und  damit  erst  nach  der  Einreise  des  Beschwerdeführers  in  die  Schweiz  und  der  Erstbefragung  vom  3.  November 2009 ausgestellt worden sei,  indessen der Beschwerdeführer  angegeben  habe,  seine  Identitätskarte,  welche  sich  bei  seinem  Vater  befinde, sei vor etwa zwei Jahren ausgestellt worden, dass  im  Weiteren  das  Jahr  der  Ausstellung  der  nachgereichten  Identitätskarte mit dem Jahr der Altersfeststellung nicht übereinstimmten, dass  ohnehin  der  Beweiswert  afghanischer  Dokumente,  weil  leicht  zu  fälschen und käuflich erwerbbar, als niedrig einzustufen sei, dass  der  auf  Beschwerdeebene  eingereichte,  schwer  verständliche  Spitalbericht, in dem zwar die vom Beschwerdeführer geltend gemachten  Verletzungen  aufgeführt  würden,  jedoch  keine  nachvollziehbaren  Angaben  hinsichtlich  des  Namens  des  Spitals  oder  des  Ausstellungsdatums  enthalte,  weshalb  die  Authentizität  dieses  Schreibens angezweifelt werden müsse,

D­7223/2009 dass es sich unabhängig  von der Frage der Authentizität  um ein  reines  Gefälligkeitsschreiben handeln könnte, dass  vor  dem  Hintergrund  der  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  davon  auszugehen  sei,  dass  sich  der  Beschwerdeführer die genannten Verletzungen in einem anderen als dem  von ihm geltend gemachten Zusammenhang zugezogen habe, dass der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in seiner Replik vom 23.  Dezember  2009  unter  anderem  erklärte,  der  Vater  des  Beschwerdeführers habe die vor zwei Jahren ausgestellte Identitätskarte  des Beschwerdeführers nicht  finden können und daher  für  seinen Sohn  sofort  eine  neue  ausstellen  lassen,  weshalb  auf  der  vom  Beschwerdeführer  nachgereichten  Identitätskarte  das  Jahr  der  Ausstellung und das Jahr der Altersfeststellung nicht übereinstimmten,  dass  es  sich  gemäss  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  um  das  E._______ in Kabul handle,  und zieht in Erwägung: dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  den  Gebiet  des  Asyls  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsgesuches  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art.105  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]  i.V.m.  Art.  31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  108  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG),  dass  daher  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist, 

D­7223/2009 dass mit  Beschwerde  die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs.  1  AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt  ist, ob die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1.  S. 240 f.), dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf Asylgesuche nicht eingetreten  wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht  innerhalb von 48 Stunden  nach Einreichung des Gesuchs Reise­ oder Identitätspapiere abgeben, dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylgesuchsteller  glaubhaft  machen  können,  dass  sie  dazu  aus  entschuldbaren Gründen  nicht  in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  wird  oder  zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder  eines Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (vgl.  Art.  32  Abs.  3  AsylG), dass  vorab  festzuhalten  ist,  dass  das  BFM  den  Beschwerdeführer  zu  Recht als volljährig eingestuft und in der Folge darauf verzichtet hat, ihm  anlässlich  seiner  Befragung  zu  den  Asylgründen  eine  Vertrauenspersonbeizuordnen (vgl. EMARK 2004 Nr. 30 S. 2004), dass  der  Beschwerdeführer  zur  Stützung  seines  Vorbringens,  minderjährig zu sein, auf Beschwerdeebene zwar eine auf seinen Namen  lautende  Identitätskarte  einreichte,  diese  indessen  aufgrund  deren  zweifelhafter  Beschaffenheit  und  fraglicher  Herkunft  als  nicht  beweistauglich zu erachten ist,

D­7223/2009 dass  nämlich  die  Erklärung  in  der  Beschwerde,  der  Vater  des  Beschwerdeführers habe die vor zwei Jahren ausgestellte Identitätskarte  des Beschwerdeführers nicht finden können, weshalb er für seinen Sohn  sofort  eine  neue  habe  ausstellen  lassen,  realitätsfremd  und  nachgeschoben erscheint, dass  die  Vorgehensweise  der  Behörden,  in  Abwesenheit  des  Inhabers  auf  dessen  Name  ein  Identitätsdokument  auszustellen,  wenig  nachvollziehbar  ist und dessen Beweiswert aufgrund der naheliegenden  Möglichkeit,  dass  dieses  aus  blosser  Gefälligkeit  ausgestellt  wurde,  unabhängig von der Frage der Authentizität, als gering einzustufen ist, dass  somit  der  Beschwerdeführer  bisher  kein  rechtsgenügliches  Identitätsdokument eingereicht hat, dass  seine  Angaben  zu  seinem  behaupteten  Alter  teils  widersprüchlich  ausgefallen sind (vgl. BFM­Protokoll A1 S. 3 und 4),  dass  schliesslich  eine  am  22.  Oktober  2009  durchgeführte  Röntgenanalyse der Handknochen des Beschwerdeführers Hinweise auf  ein  Alter  von  neunzehn  Jahren  ergab,  auch  wenn  letztere  Feststellung  keine  wissenschaftlich  zuverlässige  Aussagen  betreffend  Volljährigkeit  zulässt (vgl. EMARK 2001 Nr. 23), dass indessen der Beschwerdeführer die Folgen der Beweislosigkeit der  Minderjährigkeit zu tragen hat (vgl. EMARK 2001 Nrn. 22 und 23), dass  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichenGehörs  zur  Knochenaltersanalyse  vom  22.  Oktober  2009  Gelegenheit  hatte,  sich  zu den genannten begründeten Zweifeln an der  geltend  gemachten  Minderjährigkeit  zu  äussern,  jener  indessen  nichts  Substanzielles  zur  Glaubhaftmachung  der  von  ihm  geltend  gemachten  Minderjährigkeit beizutragen vermochte (vgl. A16 S. 3), dass  er  vielmehr  erklärte,  er  sei  damit  einverstanden,  als  volljährig  betrachtet zu werden (vgl. A16 S. 4), dass  das  Bundesamt  im Weiteren  offensichtlich  zu  Recht  zum  Schluss  gelangt  ist,  der  Beschwerdeführer mache  keine  entschuldbaren Gründe  für das versäumte Einreichen von Identitätsdokumenten geltend,

D­7223/2009 dass an dieser Einschätzung die Nachreichung einer auf den Namen des  Beschwerdeführers  ausgestellten  Identitätskarte,  da  diese  aus  den  genannten  Gründen  nicht  als  beweistauglich  zu  erachten  ist,  nichts  zu  ändern vermag, dass  im  Weiteren  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  seinem  Reiseweg,  wie  vom  BFM  zutreffend  festgehalten,  teils  widersprüchlich,  teils unsubstanziiert ausgefallen sind,  dass  das  Bundesamt  schliesslich  zu  Recht  und  mit  zutreffender  Begründung  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als  teils  widersprüchlich und damit nicht glaubhaft erachtet hat, dass  hinsichtlich  der  weiteren  Begründung  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  zu  bestätigenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann,  zumal  in  der  Beschwerdeschrift auf die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen  nicht näher eingegangen wird, dass  an  dieser  Einschätzung  der  auf  Beschwerdeebene  eingereichte,  undatierte Spitalbericht nichts zu ändern vermag,  dass  darin  zwar  die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Verletzungen  aufgeführt  werden,  indessen  nicht  auszuschliessen  ist,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  die  genannten  Verletzungen  in  einem  anderen als dem von ihm geltend gemachten Zusammenhang zugezogen  hat, dass  somit  der  genannte  Spitalbericht  unabhängig  von  der  Frage  der  Authentizität  mangels  hinreichendem  Sachzusammenhang  zu  den  als  nicht  glaubhaft  erachteten  Vorbringen  nicht  als  beweistauglich  zu  erachten ist, dass  somit  keine  Abklärungen  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  3  AsylG  notwendig erscheinen, dass  das  Bundesamt  daher  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 

D­7223/2009 auf Erteilung einer  solchen besteht  (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mir  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  eine  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Betrachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  weil  keine  Hinweise  auf  Verfolgung  vorliegen,  die  sich  nicht  als  offensichtlich  haltlos  erweisen,  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK  ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer  in Afghanistan droht  (Art. 83  Abs. 3 AuG), dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  eine  aktuelle  Einschätzung  vorgenommen  hat,  gemäss  welcher  in  weiten  Teilen  von  Afghanistan –  ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart  prekäre  Sicherheitslage  und  derart  schwierige  humanitäre  Bedingungen 

D­7223/2009 bestehen, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83  Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist, dass von dieser allgemeinen Feststellung die Situation in der Hauptstadt  Kabul zu unterscheiden ist, dass  angesichts  des  Umstandes,  dass  sich  dort  die  Sicherheitslage  im  Verlauf  des  vergangenen Jahres nicht weiter  verschlechtert  hat  und die  humanitäre  Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen  Gebieten  etwas  weniger  dramatisch  ist,  der  Vollzug  der Wegweisung  nach  Kabul  unter  Umständen als zumutbar erachtet werden kann, dass solche Umstände namentlich dann gegeben sein können, wenn es  sich, wie vorliegend, beim Rückkehrer um einen jungen, gesunden Mann  handelt, dass  in  erster  Linie  ein  soziales  Netz  massgebend  ist,  das  sich  im  Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkehrers als  tragfähig erweist, dass der junge ­ aber nicht minderjährige – und ledige Beschwerdeführer  aus Kabul stammt, wo auch seine Eltern und Geschwister leben, weshalb  er  bei  einer  Rückkehr  dorthin  auf  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz  zurückgreifen kann, dass  der  Beschwerdeführer  im  Weiteren   über  Schulbildung  und  beruflicher  Erfahrung  verfügt,  womit  davon  auszugehen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  nach  seiner Rückkehr wieder  bei  seiner  Familie wird  leben – und auch zu ihrem Unterhalt beitragen – können, dass  es  dem  Beschwerdeführer  folglich  offensteht   und  es  ihm  zuzumuten ist, sich wieder in der Stadt Kabul niederzulassen, dass  es  dem  Beschwerdeführer  obliegt,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente zu beschaffen  (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch  BVGE 2008/34  E. 12  S. 513 – 515),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung auch als möglich zu erachten ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt  und 

D­7223/2009 angemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen  ist, dass  das  vom  Beschwerdeführer  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  gutzuheissen  ist,  da  der  Beschwerdeführer  bedürftig  ist  und  die  Beschwerde nicht zum Vornherein aussichtslos erschien, weshalb keine  Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses Urteil  geht an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, das  BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

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