Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 18.07.2011 D-7109/2008

18 luglio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,989 parole·~10 min·2

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 9. Oktober 2008

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­7109/2008 Urteil   v om   1 8 .   Juli   2011 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Kurt Gysi,  Richter Bendicht Tellenbach;    Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan,   vertreten durch Ralph Wiedler Friedmann, Rechtsanwalt,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 9. Oktober 2008 / N (…).

D­7109/2008 Sachverhalt: A.  Der Beschwerdeführer suchte am 4. August 2008 in der Schweiz um Asyl  nach. A.a Im Rahmen der Erstbefragung im Empfangs­ und Verfahrenszentrum  B._______ vom 13. August 2008 und der Anhörung nach Art. 29 Abs. 1  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM  vom  18. August  2008  machte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend,  er  stamme  aus  dem  Dorf  C._______  in  der  Provinz  Balkh.  Nachdem  das  Haus  seiner  Familie  zwei  Mal  das  Ziel  von  Anschlägen  geworden  sei,  sei  die  Familie  im  Jahr  1994  nach  D._______  (Iran)  geflohen. Das Haus sei erstmals im Jahr 1993 bei einem Granatenangriff  beschädigt worden. Er habe dabei eine Verletzung am Bein erlitten, die  ihm  auch  heute  in  der  kalten  Jahreszeit  noch  Schmerzen  bereite,  und  sein  jüngerer Bruder E._______ sei getötet worden. Als ein Nachbar bei  ihnen  etwa  eineinhalb  Jahre  später  erneut  Granaten  an  der  Haustür  entdeckt  habe,  hätten  sie Afghanistan  verlassen.  Im  Iran  hätten  sie  nur  jährlich  befristete  Aufenthaltsbewilligungen  erhalten.  Es  habe  jeweils  Monate gedauert, bis die Bewilligungen erneuert worden seien. In dieser  Zeit  der Unsicherheit  habe  immer  die Gefahr  bestanden,  bei  Kontrollen  aufgegriffen  und  ausgeschafft  zu  werden.  Er  sei  zwei  Mal  –  etwa  fünf  Monate und rund zwanzig Tage vor seiner Ausreise aus dem Iran – von  den  iranischen Behörden ohne gültige Papiere aufgegriffen worden und  habe  sich  nur  dank  der  Zahlung  von  Bestechungsgeldern  vor  der  angedrohten Rückschaffung nach Afghanistan retten können. Wegen der  unsicheren  Lage  in  Afghanistan  habe  er  nicht  dorthin  zurückkehren  wollen, zumal dort nur noch weit entfernte Verwandte, zu denen er keinen  Bezug  habe,  in  F._______,  das  etwa  einen  Tagesmarsch  von  seinem  Heimatdorf  entfernt  liege,  wohnen  würden.  Seine  Familienangehörigen  (Eltern  und  zwei  Brüder)  und  nahen  Verwandten  (zwei  Onkel)  lebten  hingegen  im  Iran.  Im  Mai  2007  habe  er  deshalb  den  Iran  in  Richtung  G._______ verlassen. Via H._______, wo er sich  rund vierzehn Monate  aufgehalten  habe,  und  ihm  unbekannte  Länder  sei  er  in  die  Schweiz  gereist.  Bei  einer  Rückkehr  in  den  Iran  befürchte  er  eine  Ausschaffung  nach Afghanistan. Da er nicht anwesend gewesen sei, als seine Familie  anfangs  2008  wiederum  die  Erneuerung  der  Aufenthaltsbewilligungen  beantragt habe, sei ihm seine entzogen worden.

D­7109/2008 A.b Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten  des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten  verwiesen (vgl. Vorakten A1 und A10).  B.  B.a Mit Verfügung  vom 9. Oktober  2008  stellte  das BFM  fest,  dass  der  Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es  lehnte das  Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus  der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an.  B.b  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Die Vorfälle, die  zur  Flucht  aus  dem  Heimatstaat  geführt  hätten,  seien  aufgrund  der  veränderten  Lage  in  Afghanistan  und  des  grossen  zeitlichen  Abstands  nicht asylbeachtlich, und die allgemein schwierigen Lebensbedingungen  stellten  keine  Verfolgung  im  Sinne  des  Asylgesetzes  dar.  Der  Beschwerdeführer  erfülle  deshalb  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  so  dass das Asylgesuch abzulehnen und die Wegweisung anzuordnen sei.  Der Vollzug der Wegweisung erweise sich als durchführbar. Aufgrund der  Nichterfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  könne  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss  Art. 5  AsylG  nicht  angewendet  werden.  Anhaltspunkte,  dass  dem  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung  drohe,  lägen  nicht  vor.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Afghanistan  lasse  den Wegweisungsvollzug  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Gegen  die  Zumutbarkeit  der  Rückführung  sprächen  ebenfalls  keine  hinreichenden  Gründe.  Die  allgemeine Sicherheitslage in Afghanistan habe sich zwar verschlechtert,  dennoch  könne  nicht  von  einer  konkreten Gefährdung  der  Bevölkerung  oder einer Situation allgemeiner Gewalt  im Sinne von Art. 83 Abs. 4 des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  gesprochen  werden.  Die  Situation  in  den  nördlichen  Provinzen  Parwan,  Baghlan,  Takhar,  Badakshan,  Kunduz,  Balkh und Sari Pul  sowie  in Kabul, der westlichen Provinz Herat und  in  Bamiyan,  der  zentralen  Provinz  des  Hazarajat,  sei  weiterhin  als  grundsätzlich  sicher  einzustufen;  eine  Wegweisung  dorthin  sei  somit  generell  zumutbar.  Es  sprächen  vorliegend  auch  keine  individuellen  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs.  Der 

D­7109/2008 Beschwerdeführer  sei  (…).  Aufgrund  der  in  Afghanistan  bestehenden  Clanstruktur und des Umstands, dass er in der Provinz Balkh Verwandte  habe,  sei  davon  auszugehen,  dass  er  dort  über  sozialen  Rückhalt  und  zumindest temporären Wohnraum verfüge. Ausserdem könne ihm die im  Iran  erworbene  Arbeitserfahrung  im  (…)  helfen,  sich  eine  Existenzgrundlage aufzubauen. Im Übrigen habe er mehr als zehn Jahre  im Iran gelebt und sei im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung gewesen, so  dass  er  gegebenenfalls  auch  dorthin,  wo  er  über  ein  Beziehungsnetz  verfüge,  zurückkehren  könne.  Schliesslich  sei  der  Wegweisungsvollzug  auch technisch möglich und praktisch durchführbar.  C.  C.a  Mit  Eingabe  vom  10. November  2008  erhob  die  damalige  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  in  dessen  Namen  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde,  worin  um  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  um  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  Gewährung  des  Asyls,  eventualiter  um  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  infolge  Unzumutbarkeit  und  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  ersucht  wurde.  In  formeller  Hinsicht wurde zudem um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sowie  um  Ausrichtung einer angemessenen Parteientschädigung ersucht.  C.b Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor,  zwar  lägen die Angriffe auf das Haus seiner Familie weit zurück,  jedoch  könne  deshalb  nicht  per  se  auf  eine  fehlende  Verfolgungsgefahr  geschlossen werden. Es sei von einem gezielten Vorgehen auszugehen,  zumal  nach  dem  ersten  Angriff  noch  ein  zweiter,  ähnlicher  Anschlagsversuch  verübt  worden  sei.  Zwar  seien  die  Verfolger  nicht  bekannt,  aber  angesichts  deren  Beharrlichkeit  könne  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  er  weiterhin  einer  Verfolgung  von  deren  Seite  ausgesetzt  wäre.  Trotz  der  Veränderung  der  politischen  und  militärischen  Verhältnisse  sei  unter  diesen  Umständen  weiterhin  eine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgung  zu  befürchten.  Von  einer  effektiven  Schutzfähigkeit  der  afghanischen  Behörden  könne  aufgrund  der  prekären  Sicherheitslage  und  des  nicht  funktionierenden  Justizsystems  nicht  die  Rede  sein.  Er  sei  deshalb  als  Flüchtling  anzuerkennen und es sei  ihm Asyl  zu gewähren. Hinsichtlich der Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  schätze  das 

D­7109/2008 Bundesverwaltungsgericht  die  Situation  in  ländlichen  Gebieten  generell  als  prekär  ein.  Zudem  sei  der  Wegweisungsvollzug  nur  in  Betracht  zu  ziehen, wenn die betroffene Person über ein tragfähiges Beziehungsnetz  vor  Ort  verfüge  und  das  Existenzminimum  und  die  Wohnsituation  gesichert  seien.  Er  stamme  aus  einem  Dorf  in  der  Provinz  Balkh  und  habe  sein Heimatland mit  seiner  Familie  im Alter  von  zirka  (…)  Jahren  verlassen.  Zu  seinem  Heimatland  habe  er  keinen  Kontakt  mehr.  Seine  Familie  und  die  nächsten  Verwandten  lebten  im  Iran.  Lediglich  weit  entfernte  Verwandte,  zu  denen  er  keinerlei  Bezug  habe,  würden  in  seinem Herkunftsort leben. Von einem tragfähigen Beziehungsnetz könne  somit  nicht  gesprochen  werden.  Zudem  verfüge  er  weder  über  eine  nennenswerte Schulbildung noch über eine Berufsausbildung, so dass er  kaum  in  der  Lage wäre,  sich  in  Afghanistan  eine  Existenzgrundlage  zu  schaffen, womit auch die Wohnsituation alles andere als gesichert wäre.  Schliesslich  bereite  ihm  sein  durch Granatsplitter  verletztes Bein  immer  noch  Schmerzen.  Eine  Rückkehr  nach  Afghanistan  sei  deshalb  als  unzumutbar  zu  erachten.  Es  könne  ihm  aber  auch  nicht  zugemutet  werden,  in  den  Iran  zurückzukehren.  Wie  aus  den  eingereichten  Berichten  aus  dem  Internet  hervorgehe,  schaffe  der  Iran  täglich  afghanische  Flüchtlinge  aus.  Seit  dem  Einzug  der  Amerikaner  in  Afghanistan  sei  der  Druck  der  iranischen  Behörden  auf  afghanische  Flüchtlinge, die im Iran nicht nur mit sozialen Schwierigkeiten zu kämpfen  hätten, sondern auch  immer wieder das Ziel von Übergriffen seitens der  iranischen  Sicherheitskräfte  seien,  markant  gestiegen.  Mit  dem  Erlass  eines  neuen  Arbeitsgesetzes,  das  iranischen  Unternehmern  die  Beschäftigung  von  Ausländern  verbiete,  sei  den  Flüchtlingen  jegliche  Existenzgrundlage  entzogen worden.  Es  komme auch  immer wieder  zu  Gewalttätigkeiten seitens der einheimischen Bevölkerung, die nicht mehr  bereit  sei,  Flüchtlingen  aus  den  Nachbarländern  beizustehen.  Eine  Rückkehr in den Iran sei deshalb ebenfalls unzumutbar.  D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  14. November  2008  stellte  der  Instruktionsrichter  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Den  Entscheid  über  das  Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65  Abs. 1 VwVG verwies er auf einen späteren Zeitpunkt. Auf die Erhebung  eines  Kostenvorschusses  wurde  verzichtet,  unter  der  Bedingung,  dass  der  Beschwerdeführer  bis  zum  28. November  2008  eine  Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung nachreiche. Dieser Aufforderung  kam  der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. November 2008 nach.

D­7109/2008 E.  In  seiner  Vernehmlassung  vom  25. November  2008  hielt  das  BFM  an  seinen  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Dem  Beschwerdeführer  wurde am 28. November 2008 eine Kopie zur Kenntnisnahme zugestellt.  F.  Mit Eingabe vom 14. April 2011 reichte Rechtsanwalt Wiedler Friedmann  – unter  gleichzeitiger  Bekanntgabe  der  Mandatsübernahme  (Vollmacht  vom 7. Februar 2011) – eine Beschwerdeergänzung ein. Demnach habe  sich  die  Sicherheitslage  in  Afghanistan  gemäss  dem  entsprechenden  Länderbericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 11. August  2010 erneut verschlechtert, wobei insbesondere die Zahl der zivilen Opfer  stark gestiegen sei. Für die Gewaltakte kämen grundsätzlich vier Quellen  in  Frage;  vorliegend  dürften  vor  allem  die  Taliban  beziehungsweise  die  regionalen  Kriegsherren  von  Bedeutung  sein.  Da  sich  die  Kriegsherren  nicht  nur  durch  illegale  Machenschaften  und  Schmuggel  bereichern  würden,  sondern  auch  durch  die  Aneignung  verlassener  Häuser  und  Ländereien, sei es ihm nicht möglich, in sein Heimatdorf zurückzukehren.  Er  wäre  an  Leib  und  Leben  gefährdet,  wenn  er  Ansprüche  auf  sein  Elternhaus  stellen  würde,  zumal  er  als  Hazara  ohnehin  zu  einer  diskriminierten  Gesellschaftsschicht  gehöre.  Zudem würden  Rückkehrer  häufig  als  Spione  der  Regierung  verdächtigt.  Da  er  seit  Kindesjahren  nicht  mehr  in  Afghanistan  gelebt  habe,  würde  eine  Rückkehr  umso  verdächtiger erscheinen. Er verfüge im Heimatstaat – dem zweitärmsten  Land  der  Welt  –  über  kein  Beziehungsnetz,  da  sämtliche  nahen  Angehörigen  und  Verwandten  im  Ausland  leben  würden,  und  keine  Wohn­ und Einkommensmöglichkeit. Eine Rückkehr nach Afghanistan sei  deshalb unzumutbar. G.  Auf  entsprechende  Anfrage  zeigte  die  frühere  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  mit  Eingabe  vom  9. Mai  2011  die  Mandatsniederlegung  an.  Für  ihre  Aufwendungen  im  Beschwerdeverfahren reichte sie eine entsprechende Kostennote ein.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

D­7109/2008 1.1. Gemäss Art. 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG  und  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  somit  einzutreten.  2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken (Art. 3 AsylG).  3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 

D­7109/2008 Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG).  4.  Das  BFM  erachtete  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  nicht  genügend.  Dieser  Einschätzung  ist  beizupflichten;  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  kann  vorab  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden.  Den  Rechtsmitteleingaben  sind  diesbezüglich  keine  stichhaltigen  Entgegnungen  zu  entnehmen,  die  geeignet  wären,  eine  Änderung  der  angefochtenen Verfügung hinsichtlich der Flüchtlingseigenschaft und des  Asyls herbeizuführen.  4.1.  Massgeblich  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art. 3  AsylG  ist  die  Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheids,  wobei  erlittene Verfolgung oder begründete Furcht vor Verfolgung  im Zeitpunkt  der  Ausreise  aus  dem  Heimatland  ein  Hinweis  auf  weiterbestehende  Gefährdung  sein  kann  (vgl.  BVGE  2008/4  Nr. 5.4  mit  weiteren  Hinweisen). Für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft muss zudem  zwischen  den  geltend  gemachten  Verfolgungsmassnahmen  und  der  Ausreise  aus  dem Heimatland  beziehungsweise  dem  Land,  in  dem  die  asylsuchende  Person  zuletzt  wohnhaft  war,  ein  sowohl  in  zeitlicher  als  auch  in  sachlicher  Hinsicht  enger  Zusammenhang  bestehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1999  Nr. 7,  EMARK  2000  Nr. 2  und  EMARK  2003  Nr. 8).  Vorliegend  beruft  sich  der  Beschwerdeführer  auf  Angriffe  aus  den  Jahren  1993  und  1994,  die  ihn  und  seine  Familie  zur  Flucht aus Afghanistan in den Iran bewogen hätten. Ein in zeitlicher und  sachlicher  Hinsicht  enger  Zusammenhang  zwischen  den  Fluchtgründen  aus dem Jahr 1994 und der Ausreise aus dem Iran im Jahr 2007 ist indes  nicht ersichtlich. Die Lage  in Afghanistan hat sich seit den kriegerischen  Auseinandersetzungen  in  den  Jahren  1993/1994  verändert  und  den  Akten  lassen  sich  keine  Anhaltspunkte  entnehmen,  dass  der  Beschwerdeführer mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  noch  im heutigen  Zeitpunkt  auf  seine  Person  bezogene,  im  Zusammenhang  mit  den  inzwischen  mehr  als  fünfzehn  Jahre  zurückliegenden  Ereignissen  stehende  Verfolgungsmassnahmen  befürchten  müsste.  Die 

D­7109/2008 diesbezüglichen Vorbringen vermögen deshalb die Flüchtlingseigenschaft  nicht  zu  begründen.  Auch  der  Hinweis  des  Beschwerdeführers  auf  die  allgemein  schwierige  Lage  in  Afghanistan,  die  ihn  an  einer  Rückkehr  dorthin gehindert habe, vermag den Anforderungen an eine asylrelevante  begründete,  individuelle  Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  nicht  zu  genügen.  4.2.  Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  halten  damit  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  nicht  stand, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat. 5.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz (Art. 44 Abs. 1  AsylG).  Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  daher  zu  Recht  angeordnet (vgl. BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510; EMARK 2001 Nr. 21).  6.  6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).  Gemäss ständiger Rechtsprechung sind die genannten drei Bedingungen  für  einen  Verzicht  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  –  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit  –  alternativer  Natur.  Sobald  eine  davon  erfüllt ist, ist der Vollzug als undurchführbar zu betrachten und die weitere  Anwesenheit  der  betroffenen  Person  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  (vgl.  BVGE  2009/51  E. 5.4  S. 748;  EMARK  2006  Nr. 6  E. 4.2  S. 54  f.).  Gegen  eine  allfällige  Aufhebung  dieser  vorläufigen Aufnahme steht  dem weggewiesenen Asylsuchenden  wiederum  die  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  offen  (Art. 112 AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 2 AuG). In diesem Verfahren wäre dann  der  Wegweisungsvollzug  vor  dem  Hintergrund  sämtlicher  Vollzugshindernisse  von  Amtes  wegen  nach  Massgabe  der  in  diesem  Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse zu prüfen.  6.2. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­ 

D­7109/2008 oder  Herkunftsstaat  aufgrund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren  (vgl. BVGE  2009/51  E. 5.5  S. 748,  BVGE  2009/41  E. 7.1  S. 576  f.;  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002, BBl 2002 3818).  6.2.1. Hinsichtlich der allgemeinen Lage  in Afghanistan  kann auf die  im  zur  Publikation  vorgesehenen  Länderurteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  BVGE  E­7625/2008  vom  16. Juni  2011  vorgenommene  Einschätzung  verwiesen  werden.  Das  Gericht  kommt  darin zum Schluss, dass in weiten Teilen des Landes – ausser allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart  schlechte  Sicherheitslage  und  schwierige  humanitäre  Bedingungen  bestünden,  dass  die  Situation  als  existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei.  Von  dieser  allgemeinen  Feststellung  sei  die  Situation  in  der Hauptstadt  Kabul  zu  unterscheiden. Angesichts  des Umstandes,  dass  sich  dort  die  Sicherheitslage  im  Verlauf  des  vergangenen  Jahres  nicht  weiter  verschlechtert  habe  und  die  humanitäre  Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen Gebieten  etwas weniger  dramatisch  sei,  könne  der  Vollzug  der  Wegweisung in die Hauptstadt unter Umständen als zumutbar qualifiziert  werden.  Solche  Umstände  könnten  grundsätzlich  namentlich  dann  gegeben  sein,  wenn  es  sich  beim  Rückkehrer  um  einen  jungen,  gesunden Mann handle. Allerdings müssten zudem die bereits in EMARK  2003  Nr. 10  formulierten  strengen  Bedingungen  in  jedem  Einzelfall  sorgfältig  geprüft  werden.  Unabdingbar  sei  in  erster  Linie  ein  soziales  Netz,  das  sich  im  Hinblick  auf  die  Aufnahme  und  Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  als  tragfähig  erweise,  da  ohne  Unterstützung  durch  Familie  und  Bekannte  die  schwierigen  Lebensverhältnisse  auch  in  der  Stadt  Kabul  unweigerlich  zu  einer  existenziellen  beziehungsweise  lebensbedrohlichen Situation führen würden.  6.2.2. Der Beschwerdeführer stammt nicht aus einer Grossstadt, sondern  aus  dem  Dorf  C._______  in  der  Provinz  Balkh,  wohin  ein  Wegweisungsvollzug  gemäss  den  vorstehenden  Ausführungen  unzumutbar  ist.  Das  Vorhandensein  einer  allfälligen  Aufenthaltsalternative  in  einer Grossstadt  ist  aufgrund  der Aktenlage  zu  verneinen. Seit  dem Jahr 1994 – mithin  seit  seiner Kindheit  –  lebte der  Beschwerdeführer mit  den Eltern  und Geschwistern  im  Iran.  Zu  seinem  Heimatland  habe  er  seither  keinen  Kontakt  mehr  und  lediglich  weit 

D­7109/2008 entfernte Verwandte,  zu  denen  er  keinerlei  Bezug  habe,  lebten  noch  in  Afghanistan (in F._______). Das Vorhandensein eines Beziehungsnetzes  in  einer  afghanischen  Grossstadt,  das  den  strengen  Anforderungen  an  die Tragfähigkeit genügen würde, ist damit von vornherein zu verneinen. 6.2.3.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Afghanistan erweist sich damit als unzumutbar.  6.2.4. Ausser  Betracht  fällt  indes  auch  ein Wegweisungsvollzug  in  den  Iran.  Ein  solcher  wäre  nur  dann  denkbar,  wenn  die  Möglichkeit  einer  legalen Wiedereinreise bestünde. Vorliegend  ist aufgrund der Aktenlage  nicht davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer diese Möglichkeit  offenstehen würde. Auch wenn er als afghanischer Staatsbürger  im  Iran  nach  der  Einreise  im  Jahr  1994  über  einen  Duldungsanspruch  verfügt  habe und ihm die jährlich befristete Aufenthaltsbewilligung jeweils – wenn  auch mit erheblicher zeitlicher Verzögerung – erneuert worden sei, dürfte  er einen solchen Anspruch aufgrund der mittlerweile mehr als vierjährigen  Landesabwesenheit verwirkt haben; gemäss seinen Angaben wurde ihm  die  Aufenthaltsbewilligung  denn  auch  aufgrund  seiner  Landesabwesenheit bereits im Jahr 2008 entzogen (vgl. A10 S. 3 F5 f.). 6.3. Der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  erweist  sich  somit  zum  gegenwärtigen  Zeitpunkt  als  unzumutbar.  Die  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme  sind  erfüllt. Umstände  im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG, die einer vorläufigen  Aufnahme  entgegenstehen  würden,  lassen  sich  den  Akten  nicht  entnehmen.  7.  Die  Beschwerde  ist  nach  dem Gesagten  insoweit  gutzuheissen,  als  sie  den Vollzug der Wegweisung betrifft. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs  der Verfügung des BFM vom 9. Oktober 2008 sind aufzuheben und die  Vorinstanz  ist anzuweisen, den Beschwerdeführer wegen gegenwärtiger  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  der  Schweiz  vorläufig  aufzunehmen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.  8.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens – zufolge Unterliegens im Asyl­ und  Wegweisungspunkt  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  von  einem  hälftigen  Durchdringen  des  Beschwerdeführers  aus  –  ist  dem  Beschwerdeführer  ein  entsprechend  reduzierter  Anteil  der 

D­7109/2008 Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde  war zwar nicht als aussichtslos zu bezeichnen. Da der Beschwerdeführer  jedoch  seit  über  einem  Jahr  einer  Erwerbstätigkeit  nachgeht,  ist  nicht  mehr von seiner Bedürftigkeit auszugehen. Das Gesuch um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG  ist  deshalb – soweit nicht durch die  teilweise Gutheissung der Beschwerde  hinfällig  geworden  –  abzuweisen  und  dem  Beschwerdeführer  sind  die  hälftigen Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 300.– aufzuerlegen. 9.  Dem  vertretenen  Beschwerdeführer  ist  angesichts  seines  teilweise  Obsiegens  in  Anwendung  von Art. 64  Abs. 1  VwVG  i.V.m.  Art. 7  Abs. 1  und  2  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  eine  praxisgemäss  um  die  Hälfte  reduzierte  Entschädigung  für  die  ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten  zuzusprechen. Die  frühere Rechtsvertreterin machte  in  ihrer Kostennote  vom  9. Mai  2011  Aufwendungen  von  Fr. 700.–  geltend.  Vom  neuen  Rechtsvertreter  wurde  bisher  keine  Kostennote  zu  den  Akten  gereicht.  Auf das Nachfordern einer solchen kann indes verzichtet werden, da sich  dessen notwendiger Vertretungsaufwand aufgrund der Akten hinreichend  zuverlässig  abschätzen  lässt  (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt  auf  die  in  Betracht  zu  ziehenden  Bemessungsfaktoren  (Art. 8­13  VGKE)  ist  dem  Beschwerdeführer zu Lasten der Vorinstanz eine um die Hälfte reduzierte  Parteientschädigung von insgesamt Fr. 500.– zuzusprechen.  (Dispositiv nächste Seite)

D­7109/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  sie  den  Vollzug  der  Wegweisung betrifft. Im Übrigen wird sie abgewiesen.  2.  Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der  vorinstanzlichen Verfügung vom  9. Oktober  2008  werden  aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer  wegen  gegenwärtiger  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. 3.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.  4.  Die  hälftigen  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30 Tagen  ab  Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.  5.  Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor  dem Bundesverwaltungsgericht eine  reduzierte Parteientschädigung von  Fr. 500.– auszurichten.  6.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand:

D-7109/2008 — Bundesverwaltungsgericht 18.07.2011 D-7109/2008 — Swissrulings