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Bundesverwaltungsgericht 04.01.2012 D-6942/2011

4 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,142 parole·~6 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. Dezember 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6942/2011/sed Urteil   v om   4 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren am … , und  B._______, geboren am … ,  Serbien,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 21. Dezember 2011 / N … .

D­6942/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden – Staatsangehörige von Serbien, welche  sich  der  ethnischen  Minderheit  der  Roma  zurechnen  und  aus  dem  südserbischen Städtchen X._______  stammen –  am 5. Dezember  2011  in der Schweiz um Asyl ersuchte,  dass  am  gleichen  Tag  eine  ganze  Gruppe  von  Roma  aus  X._______  Asylgesuche  einreichten,  wobei  diese  Personen  –  mit  gültigen  Reisepässen  und  eigenen  Angaben  zufolge  mit  einem  Reisebus  von  Serbien  über  Ungarn  und  Österreich  kommend  –  in  die  Schweiz  eingereist waren,  dass  die  Beschwerdeführenden  vom  BFM  am  16.  Dezember  2011  summarisch  befragt  und  am  20. Dezember  2011  einlässlich  zu  ihren  Gesuchsgründen angehört wurden,  dass sie dabei vorbrachten, sei hätten sich ab 1992 als Asylsuchende in  Deutschland  aufgehalten,  sie  seien  jedoch  2002  freiwillig  in  die  Heimat  zurückgekehrt,  nachdem  ihnen  die  deutschen  Behörden  mit  einer  Ausschaffung gedroht hätten,  dass sie von da an wieder  in  ihrem Heimatort X._______ gelebt hätten,  wo sie ein eigenes Haus besässen, welches sich in einem bewohnbaren  Zustand befinde (gemäss dem Beschwerdeführer) respektive eigentlich in  einem guten Zustand, da es über drei Zimmer verfüge und an Strom und  Wasser angeschlossen sei (gemäss der Beschwerdeführerin),  dass  ihre  verheiratete  Tochter  mit  ihrer  Familie  weiterhin  in  X._______  wohnhaft  sei,  wie  auch  zwei  Brüder  und  eine  Schwester  der  Beschwerdeführerin, wogegen  ihr Sohn als Gastarbeiter  in Deutschland  lebe und der Kontakt zu ihm abgebrochen sei,  dass sie vor ihrer Ausreise zum einen Marktstand geführt hätten und zum  andern der Beschwerdeführer als Musiker tätig gewesen sei, indem er …  auf  der  Strasse  oder  bei  Gelegenheit  auch  an  an  Hochzeits­  und  Geburtstagsfeiern gespielt habe,  dass  sie  zum  Grund  für  ihre  erneute  Ausreise  aus  der  Heimat  vorbrachten, sie hätten vor rund einem Monat im Fernsehen einen Bericht  über den Bau von Barrikaden durch die Serben gesehen (respektive ein  Bericht  über  den  Konflikt  im  Nordkosovo),  worauf  sie  beide  respektive 

D­6942/2011 namentlich der Beschwerdeführer Angst bekommen hätten, da er bereits  seit Jahren psychische Probleme habe,  dass sie diesbezüglich vorbrachten, … [vor mehr als zehn Jahren] sei die  Mutter  des  Beschwerdeführers  in  ihrem  Haus  von  einem  Unbekannten  erstickt  und  danach  vergewaltigt  worden,  wobei  dieser  Mordfall  nie  aufgeklärt worden sei und das Ereignis den Beschwerdeführer bis heute  sehr  belaste,  zumal  er  fürchte,  von  den  gleichen  Leuten  ebenfalls  umgebracht zu werden,  dass  beispielsweise  gerade  kürzlich  nach  Mitternacht  von  unbekannter  Seite respektive von Serben an ihre Haustür geklopft worden sei, was sie  beide und namentlich den Beschwerdeführer sehr geängstigt habe,  dass sie zudem als Roma oft nicht korrekt behandelt, beleidigt oder gar  beschimpft würden, etwa beim Arzt, auf der Strasse oder beim Einkaufen,  dass  der  Beschwerdeführer  beispielsweise  gerade  kürzlich  bei  einem  Auftritt als Musiker von einem Serben geschlagen worden sei, nur weil er  eine Pause gemacht habe, und er danach auch noch seinen Lohn habe  zurückzahlen müssen, ansonsten er verprügelt worden wäre,  dass sie zudem seit einem Jahr – wie alle anderen Roma auch – von der  Polizei  von  ihrem  Marktstand  vertrieben  würden,  auch  wenn  sie  die  Marktgebühren  bezahlten,  da  seit  einiger  Zeit  auf  dem  Marktplatz  der  Handel mit alten Waren nicht mehr akzeptiert werde,  dass  im  Weiteren  etwa  vor  zwei  Monaten  ihre  Enkeltochter  von  drei  respektive  nur  einem  Mann  belästigt  worden  sei,  was  sie  zwar  zur  Anzeige gebracht hätten, worauf die Polizei aber nicht tätig geworden sei,  dass  die  Beschwerdeführerin  zudem  einmal  vom  80­jährigen  Nachbarn  mit  einem  Regenschirm  geschlagen  worden  sei,  nachdem  sich  dieser  völlig zu Unrecht über sie geärgert habe,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21.  Dezember  2011  –  eröffnet  am  gleichen Tag –  in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eintrat  und  deren  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,

D­6942/2011 dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  seines  Entscheides  im  Wesentlichen  ausführte,  gemäss  Beschluss  des  Bundesrates  vom  6.  März  2009  handle  es  sich  bei  Serbien  um  einen  verfolgungssicheren  Staat und weder mit der geltend gemachten Furcht vor einer angeblichen  Verwicklung  in den Konflikt um den Nordkosovo noch mit  ihren weiteren  Vorbringen  über  Benachteiligungen  als  Roma  gelinge  es  den  Beschwerdeführenden,  die  Vermutung  fehlender  Verfolgung  zu  widerlegen, dass das Bundesamt  in seinen diesbezüglichen Erwägungen vereinzelte  Benachteiligungen  und  Schikannen  gegenüber  Roma  nicht  ausschloss,  im Übrigen aber auf eine grundsätzliche Verbesserung der Lage  für die  Angehörigen der ethnischen Minderheit der Roma in Serbien verweis,  dass  das  Bundesamt  abschliessend  den  Wegweisungsvollzug  als  zulässig, zumutbar und möglich erklärte, dass  die  Beschwerdeführenden  am  23.  Dezember  2011  (Poststempel)  gegen diesen Entscheid Beschwerde erhoben, wobei sie in ihrer Eingabe  sinngemäss  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  eventualiter  die  Gewährung  von  Zuflucht  nach Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR  0.101) beantragten sowie um Erlass der Verfahrenskosten ersuchten,  dass sie in ihrer Eingabe geltend machten, an ihrem Heimatort X.______  sei  es  seit  dem  Krieg  zu  verhängnisvollen  politischen  Veränderungen  gekommen,  indem  die  Albaner  und  die  Roma  von  dort  durch  verschiedenste Massnahmen systematisch vertrieben würden,  dass  zudem  in  der  Nähe  ihres  Heimatdorfes  Barrikaden  aufgebaut  worden seien, da es sich hier um das Grenzgebiet zum Kosovo handle,  und es auch zu schweren Ausschreitungen gekommen sei,  dass  …  [vor  mehr  als  zehn  Jahren]  bereits  die  Mutter  des  Beschwerdeführers  von  serbischen  Extremisten  getötet  und  anschliessend  geschändet  worden  sei,  weshalb  er  seither  traumatisiert  sei,   dass sie namentlich vor diesem Hintergrund und der unruhigen Situation  in  Südserbien  befürchtet  hätten,  demnächst  einer  "ethnischen  Säuberungsaktion" zum Opfer zu fallen, weshalb sie auf den Schutz der 

D­6942/2011 Schweiz  angewiesen  seien,  zumal  sie  in  ihrer  Heimat  auch  jegliche  Lebensgrundlage verloren hätten,  dass  am  27.  Dezember  2011  die  vorinstanzlichen  Akten  in  Kopie  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (vgl.  dazu  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]  sowie  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit  das VGG oder  das AsylG  nichts  anderes  bestimmen  (vgl.  Art.  37 VGG  sowie Art. 6 und 105 AsylG), dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerdeführenden legitimiert sind und sich ihre Eingabe als  frist­  und  formgerecht  erweist  (vgl. Art.  48 Abs.  1 VwVG sowie Art. 108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 52  Abs.  1  VwVG),  weshalb  auf  die  Beschwerde  – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist,  dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  nach Art. 32 ­ 35 AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch  auf  seine materielle  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich  auf  die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf  das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  dementsprechend  –  sofern  es  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 

D­6942/2011 selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung ans BFM zurückweist, dass  demzufolge  die  Frage  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  respektive  einer  allfälligen  Asylgewährung  nicht  Gegenstand  des  Verfahrens bildet, weshalb auf das diesbezügliche Beschwerdebegehren  nicht einzutreten ist,  dass  demgegenüber  hinsichtlich  der  Frage  der Wegweisung  und  deren  Vollzuges  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt  ist,  da  sich  das  BFM  diesbezüglich  auch materiell  zur  Sache zu äussern hatte,  dass sich die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als  offensichtlich unbegründet erweist, weshalb darüber  in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),  dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur  summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), dass gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG auf Gesuche oder Beschwerden von  Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten nach Art. 6a Abs. 2 Bst.  a AsylG  (sogenannte  "safe  countries")  nicht eingetreten wird,  ausser es  gebe Hinweise auf Verfolgung, dass der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009  (in Kraft  seit dem  1. April  2009) Serbien  zum  "safe  country"  (im Sinne  von Art.  6a Abs.  2  Bst. a  AsylG)  erklärt  hat,  in  welchem  nach  seinen  Feststellungen  Sicherheit vor Verfolgung besteht, dass  bei  dieser  Sachlage  die  Grundvoraussetzung  für  einen  Nichteintretensentscheid  in Anwendung  von Art.  34 Abs.  1 AsylG erfüllt  ist, dass somit  auf das Gesuch der Beschwerdeführenden nicht einzutreten  ist,  es  sei  denn,  ihren  Vorbringen  wären  Hinweise  auf  Verfolgung  zu  entnehmen,  mithin  die  fehlende  Verfolgung  im  Herkunftsland  lediglich  vermutet wird und diese Vermutung widerlegt werden kann, dass bei der Prüfung, ob Hinweise auf Verfolgung vorliegen, erstens ein  weiter  Verfolgungsbegriff  gilt,  der  alle  erlittenen  oder  befürchteten 

D­6942/2011 Nachteile umfasst, die von Menschenhand zugefügt werden, und zweites  nur einem tiefen Beweismass Genüge getan werden muss, weshalb auf  ein Gesuch  einzutreten  ist, wenn Verfolgungshinweise  geltend  gemacht  werden, die nicht bereits auf den ersten Blick als haltlos zu erkennen sind  (vgl.  dazu  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 5 m.w.H.), dass  die  Beschwerdeführenden  ihre  Asylgesuche  vorab  mit  der  angeblichen  Furcht  vor  einer  Eskalation  des  Konfliktes  um  den  Nordkosovo begründet haben, wovon auch sie betroffen werden könnten,   dass  die  diesbezüglichen  Gesuchsvorbringen  indes  als  bloss  vorgeschoben  zu  erkennen  sind,  da  die  Beschwerdeführenden  als  angeblichen  Auslöser  für  die  geltend  gemachte  Furcht  einzig  auf  einen  Fernsehbericht  verwiesen,  was  als  insgesamt  nicht  nachvollziehbar  erscheint,  dass das Vorbringen betreffend eine angeblich mögliche Verwicklung  in  die nordkosovarische Konfliktlage aufgrund der heutigen Verhältnisse  in  Serbien  ohnehin  als  haltlos  zu  bezeichnen  ist,  wobei  in  dieser  Hinsicht  – anstelle  einer  Wiederholung  –  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  des  BFM verwiesen werden kann (Art. 111a Abs. 2 AsylG),  dass  der  Beschwerdeführer  zwar  vor  …  [mehr  als  zehn]  Jahren  seine  Mutter  durch  ein  Gewalt­  respektive  Sexualverbrechen  verloren  haben  soll, was grundsätzlich als ein sehr tragisches Ereignis zu bezeichnen ist,  dass  dieses  Ereignis  jedoch  weit  in  der  Vergangenheit  liegt  und  keinesfalls auf das Vorliegen einer aktuellen Gefährdungslage schliessen  lässt,  dass  sich  die  Beschwerdeführenden  im  Weiteren  namentlich  darauf  berufen, als Angehörige der ethnischen Minderheit der Roma würden sie  ständig benachteiligt, oft beleidigt und sogar konkret behelligt,  dass  sie  sich  in  dieser  Hinsicht  jedoch  durchwegs  auf  Nachteile  bloss  allgemeiner  oder  sehr  geringer  Natur  berufen  können,  welchen  sie  als  Roma ausgesetzt gewesen seien,  dass  sie  demgegenüber  nicht  in  der  Lage  sind,  ohne  ein  konkretes  Erlebnis von relevanter Bedeutung substanziiert zu schildern, 

D­6942/2011 dass  weder  die  Vorbringen  über  angebliche  Probleme  mit  ihrem  Marktstand, noch die Ausführungen über einen nachbarschaftlichen Streit  mit  einem  sehr  alten  Mann  oder  einen  Vorfall  mit  einem  Betrunkenen  anlässlich  eines  musikalischen  Engagements  darauf  schliessen  lassen,  die Beschwerdeführenden hätten  ihre Heimat  aus  einem dieser Gründe  verlassen respektive verlassen müssen,  dass die Beschwerdeführenden vielmehr nicht in der Lage waren, ein mit  der Ausreise aus ihrer Heimat in einem zeitlich kausalen Zusammenhang  stehendes  Ereignis  nachvollziehbar  zu  konkretisieren,  womit  die  Vermutung  der  Verfolgungssicherheit  in  Serbien  –  mangels  konkretem  Verfolgungshinweis – auch nicht ansatzweise widerlegt ist,  dass sich die allgemeine Lage für Angehörige der ethnischen Minderheit  der Roma in Serbien – wie vom BFM zu Recht erwogen – in den letzten  Jahren grundsätzlich verbessert hat, auch wenn sich die Verhältnisse für  Roma  in  sozialer  und  insbesondere  wirtschaftlicher  Hinsicht  zum  Teil  nach wie vor als sehr schwierig darstellen,  dass  diese  Umstände  jedoch  die  grundsätzliche  Feststellung  der  Verfolgungssicherheit  nicht  umzustossen  vermögen, weshalb alleine die  Berufung auf eine angeblich schwierige allgemeine Lage nicht als Ersatz  für einen konkreten Verfolgungshinweis dienen kann,  dass  schliesslich  die  Beschwerdevorbringen  betreffend  eine  angebliche  Zuspitzung  der  Lage  gerade  in  X._______  und  eine  dort  angeblich  drohende  "ethnische Säuberungsaktion"  als  reine Schutzbehauptung  zu  erkennen  sind,  da  sich  die  Ortschaft  noch  hinter  Vranje  (dem Hauptort  des  südserbischen  Bezirkes  Pčinja)  und  damit  relativ  weit  entfernt  von  der  kosovarisch­serbischen  Grenze  befindet,  weshalb  es  dort  auch  zu  keinen Auseinandersetzungen, Barrikadenbauten oder anderen Vorfällen  im behaupteten Zusammenhang gekommen ist,  dass zusammenfassend im Falle der Beschwerdeführenden – auch unter  Berücksichtigung  eines  weiten  Verfolgungsbegriffes  und  eines  tiefen  Beweismasses  –  kein  konkretes,  ausreiserelevantes  Ereignis  und  insbesondere keine rechtserheblichen Hinweise auf Verfolgung ersichtlich  sind,  weshalb  der  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs. 1 AsylG zu bestätigen ist,

D­6942/2011 dass die Anordnung der Wegweisung  im Einklang mit  den gesetzlichen  Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. dazu Art. 44 Abs. 1 AsylG  sowie BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.), dass  somit  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung entgegenstehen, da das BFM eine vorläufige Aufnahme von  Ausländern  anzuordnen  hat,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  als  unzulässig, unzumutbar oder unmöglich zu erkennen ist (vgl. Art. 44 Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass im Falle der Beschwerdeführenden aufgrund der Akten jedoch keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  in  rechtserheblicher Weise  gegen  den  vom  BFM  angeordneten  Vollzug  der  Wegweisung  sprechen  würden,  mithin  von  der  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzuges auszugehen ist (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG),  dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen  völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, da die  Beschwerdeführenden  keine  Hinweise  auf  eine  konkrete  Verfolgungssituation  darzulegen  vermochten  und  –  entgegen  ihren  anders lautenden Beschwerdevorbringen – auch keine Anhaltspunkte für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK  ersichtlich sind, dass im Weiteren auch von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges  auszugehen  ist,  da  im  Falle  der  Beschwerdeführenden  –  ein  älteres  Ehepaar,  welches  bereits  seit  Jahren  wieder  in  X._______  lebt,  wo  es  über ein eigenes Haus und engste familiäre Anknüpfungspunkte verfügt –  keine individuellen Vollzugshindernisse zu erblicken sind,  dass  letztlich  auch  ohne  weiteres  von  der  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs nach Serbien auszugehen ist,  dass  zusammenfassend  die  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  in  der Schweiz aufgrund der Akten ausser Betracht fallen muss, womit auch  die Anordnung des Wegweisungsvollzuges zu bestätigen ist, dass  nach  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu  bestätigen  und  die  eingereichte  Beschwerde  als  offensichtlich  unbegründet abzuweisen ist,

D­6942/2011 dass  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  die  Beschwerdeanträge  als  aussichtslos bezeichnet werden müssen, weshalb das Gesuch um Erlass  der Verfahrenskosten – unbesehen der geltend gemachten prozessualen  Bedürftigkeit – abzuweisen ist (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG), dass  demnach  die  Kosten  des  Verfahrens  von  Fr.  600.–  den  Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie  Art. 1  ­  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).

D­6942/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird – soweit darauf einzutreten ist – abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen.   3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Lorenz Mauerhofer Versand:

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