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Bundesverwaltungsgericht 02.02.2012 D-6745/2011

2 febbraio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,465 parole·~7 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. November 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6745/2011 Urteil   v om   2 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren V._______, Serbien, und ihre Kinder B._______, geboren W._______, C._______, geboren X._______, D._______, geboren Y._______, E._______, geboren Z._______, Mazedonien, alle vertreten durch Dr. iur. Tamara Nüssle, Rechtsanwältin,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. November 2011 / N_______.

D­6745/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Beschwerdeführerin am 15. August 2011 für sich und ihre Kinder  im F._______ um Asyl nachsuchte und anlässlich der Kurzbefragung vom  29. August 2011 und der direkten Anhörung beim BFM vom 3. November  2011  zur Begründung  anführte,  sie  sei  serbische Staatsangehörige  und  habe mit ihrem Mann, der die mazedonische Staatsangehörigkeit besitze,  und ihren Kindern in den Jahren (...) in der Schweiz gelebt, dass  sie  danach  –  da  ihr  Mann  in  der  Schweiz  eine  Haftstrafe  habe  verbüssen  müssen  und  ihnen  die  Niederlassungsbewilligung  entzogen  worden  sei  –  zusammen  mit  ihren  Kindern  nach  Mazedonien  zurückgekehrt  sei  und  sich  dort  bei  den  Schwiegereltern  aufgehalten  habe, dass ihr die mazedonischen Behörden die Staatsangehörigkeit verweigert  hätten, weshalb  sie gezwungen gewesen sei,  ständig  zwischen Serbien  und  Mazedonien  hin  und  her  zu  reisen,  da  ihre  Kinder  wegen  ihrer  mazedonischen  Staatsangehörigkeit  nicht  in  Serbien  hätten  bleiben  können, dass  sie  während  ihres  Aufenthaltes  in  Mazedonien  von  der  Schwiegerfamilie  ständig  misshandelt  und  zur  Hausarbeit  gezwungen  worden sei und sie sich von ihrem Mann – da dieser aus einer Beziehung  mit einer anderen Frau ein Kind habe – habe trennen wollen, weshalb sie  sich im (...) nach G._______ zu ihren Brüdern begeben habe und im (...)  in  die  Schweiz  weitergereist  sei,  da  ihr  Ehemann  ihr  mittlerweile  nach  G._______ gefolgt sei, dass der Ehemann  ihr auch  in die Schweiz nachgereist sei und gedroht  habe,  ihr  die  Kinder  wegzunehmen,  worauf  sie  sich  eine  Anwältin  genommen und in Mazedonien die Scheidung beantragt habe, dass  ihr Ehemann  im (...) wegen einer Einreisesperre nach Mazedonien  ausgeschafft worden sei und sie  in der Folge für sich und  ihre Kinder  in  der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht habe, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  14.  November  2011  –  eröffnet  am  15. November  2011  –  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführer  vom  15. August  2011  ablehnte  und  die  Wegweisung  sowie  deren  Vollzug  anordnete,

D­6745/2011 dass es zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides anführte, die  Vorbringen  der  Beschwerdeführer  würden  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG, SR 142.31) nicht genügen, dass  die  Beschwerdeführerin  A._______  nämlich  zu  wesentlichen  Punkten ihrer Asylbegründung widersprüchliche Angaben gemacht habe,  so hinsichtlich der Aufenthaltsdauer ihrer Kinder in Serbien, der effektiven  Ausreisegründe,  ihres  sozialen  Beziehungsnetzes  (Eltern)  in  Serbien  sowie der Umstände der Scheidung, dass ferner nicht nachvollziehbar sei, warum die Beschwerdeführerin mit  der Einreichung des Asylgesuchs monatelang zugewartet und dieses erst  nach  der  Ausschaffung  ihres  Ehemannes  eingereicht  habe,  zumal  ihr  dieser  in  die  Schweiz  gefolgt  sei  und  mit  der  Wegnahme  der  Kinder  gedroht habe, dass das Vorbringen der Beschwerdeführerin, sie habe sich wegen ihrer  serbischen Staatsangehörigkeit nie länger als eine Woche in Mazedonien  aufhalten  können,  tatsachenwidrig  sei,  da  sie  als  Ehefrau  eines  mazedonischen  Staatsangehörigen  und  als  Mutter  von  Kindern  mazedonischer  Staatsangehörigkeit  durchaus  ein  Anrecht  habe,  sich  in  Mazedonien aufzuhalten, dass es den Beschwerdeführern offenstehe, sich entweder nach Serbien  oder  Mazedonien  zu  begeben,  weil  in  beiden  Ländern  von  einem  tragfähigen  Beziehungsnetz  auszugehen  sei  und  der  angeführte  H._______  eines  der  Kinder  nicht  gegen  die  Zumutbarkeit  eines  Wegweisungsvollzugs  nach  Mazedonien  oder  Serbien  spreche,  da  das  Fehlen  eines  dem  schweizerischen  Standard  entsprechenden  Schulsystems  im  Heimatland  der  Beschwerdeführerin  allein  noch  nicht  die Unzumutbarkeit des Vollzugs bewirke, dass die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 15. Dezember 2011 gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  beantragten,  es  sei  der  Entscheid  des  BFM  aufzuheben,  die  Asylgesuche  seien  gutzuheissen  und  eventualiter  seien  sie  in  der  Schweiz vorläufig aufzunehmen, dass  sie  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von Art.  65 Abs.  1  des Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  der 

D­6745/2011 unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG  und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchten, dass  mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  4. Januar  2012  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG sowie um Verzicht  auf die Erhebung eines Kostenvorschusses abgewiesen wurden und den  Beschwerdeführern Frist zur Bezahlung eines Kostenvorschusses  in der  Höhe von Fr. 600.­ bis zum 19. Januar 2012 angesetzt wurde, dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, die Vorbringen,  wonach  der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  in  die  Scheidung  eingewilligt  habe  und  diese  in  ihrer  Abwesenheit  vollzogen worden  sei,  weshalb  die  diesbezüglichen  Angaben  vage  geblieben  seien,  in  den  Akten  keine  Stütze  finden  dürften,  zumal  es  sich  bei  dem  als  "Scheidungsklage  und  Scheidungsurteil  vom  (...)"  bezeichneten  Dokument  (Beschwerdebeilage  6)  nicht  um  ein  Urteil  des  (Nennung  Gericht), sondern lediglich um die Scheidungsklage mit den Begehren der  Beschwerdeführerin handle, dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  in  ihrem  Scheidungsverfahren von einer Rechtsanwältin vertreten werde, weshalb  es  als  unglaubhaft  zu  erachten  sein  dürfte,  sie  habe  über  die  im  Scheidungsverfahren  beabsichtigte  Regelung  betreffend  Obhut  und  Erziehung der Kinder keinerlei Auskünfte erhalten, dass das Vorbringen, die gerichtliche Zuteilung der Obhut der Kinder an  die Beschwerdeführerin sei nur ein Trick des Ex­Mannes, um diese und  die  Kinder  in  trügerischer  Absicht  nach  Mazedonien  zu  locken,  eine  unbelegte Parteibehauptung darstellen dürfte, dass  die  der  Beschwerdeschrift  beigelegten  Bestätigungen,  welche  die  Darstellung  der  Beschwerdeführerin  zum  fehlenden  Aufenthaltsrecht  in  Mazedonien respektive Serbien stützen sollen, zu diesem Nachweis nicht  geeignet sein dürften, da aus der Beschwerdebeilage Nr. 4 nur ersichtlich  werde,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  mazedonische  Staatsangehörigkeit  nicht  besitze  und  ein  diesbezüglicher  Antrag  abgelehnt  worden  sei,  und  in  der  Beschwerdebeilage  Nr.  3  lediglich  festgehalten  werde,  dass  die  Kinder  in  (...)  die  Schule  nicht  besuchen  könnten, weil sie mazedonische Staatsangehörige seien,

D­6745/2011 dass insgesamt keine Hinweise auf ein fehlendes Recht zum Verbleib der  Kinder bei ihrer Mutter ersichtlich sein dürften, dass  sich  die  Beschwerdeführer  in  der  Rechtsmitteleingabe  zu  den  im  angefochtenen  Entscheid  dargelegten  Ungereimtheiten  im  Sachverhaltsvortrag  nicht  eingehend  äussern  würden,  weshalb  an  den  Schlussfolgerungen des BFM diesbezüglich festgehalten werden dürfte, dass  auch  angesichts  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  zum  Vollzug  der  Wegweisung  betreffend  serbische  respektive  mazedonische  Staatsangehörige  in  ihren  Heimatstaat  in  Anbetracht  der  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführerin  sowie  des H._______  ihres Kindes C._______  und  unter  Berücksichtigung  der  Gesamtumstände  keine  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzugs sprechen dürften, dass dementsprechend die in der Beschwerde formulierten Begehren von  vornherein aussichtslos sein dürften, dass der Kostenvorschuss am 11. Januar 2012 bezahlt wurde, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls endgültig  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105  Abs.  1  AsylG  i.V.m.  Art.  31  ­  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme  im Sinne von Art.  83 Bst.  d Ziff.  1 BGG  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  entscheidet, dass  die  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  dem  BFM  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  und  daher  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass sie daher  zur Einreichung einer Beschwerde gegen die Verfügung  des BFM vom 14. November 2011 legitimiert sind,

D­6745/2011 dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art.  111  Bst.  e  AsylG)  und  es  sich,  wie  nachstehend  aufgezeigt,  vorliegend  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  die  Durchführung  des  Schriftenwechsels verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  das  BFM  in  der  angefochtene  Verfügung  dargelegt  hat,  dass  die  Vorbringen der Beschwerdeführerin als unglaubhaft zu erachten seien, dass  sich  aufgrund  der  Akten  die  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  als  in  jeder  Hinsicht  zutreffend  erweisen,  weshalb  zur 

D­6745/2011 Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  entsprechenden  Erwägungen  des BFM im angefochtenen Entscheid verwiesen werden kann, dass die Vorbringen in der Beschwerdeschrift nicht geeignet sind, an der  vorinstanzlichen Einschätzung etwas zu ändern, dass  in  der  Zwischenverfügung  vom  4.  Januar  2012  einlässlich  ausgeführt  wurde,  dass  die  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  die  dargelegte  Unglaubhaftigkeit  der  Asylgründe  nicht  als  unzutreffend  erscheinen lassen könnten und überdies keine Wegweisungshindernisse  zu  begründen  vermöchten,  die  einem  Vollzug  entweder  nach  Serbien  oder  nach  Montenegro  entgegenstünden,  und  die  Begehren  der  Beschwerdeführer daher als aussichtslos zu qualifizieren seien, dass seit dieser Beurteilung keine Änderung der Sachlage hinsichtlich der  gestellten Begehren eingetreten ist, dass, um Wiederholungen zu vermeiden, daher ebenfalls vollumfänglich  auf die Ausführungen in der erwähnten Zwischenverfügung zu verweisen  ist, dass sich bei dieser Sachlage weitere Erörterungen erübrigen, dass  die  Beschwerdeführer  somit  insgesamt  die  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art.  3 AsylG nicht  erfüllen  und das BFM  nach  dem  Gesagten  die  Asylgesuche  vom  15. August  2011  zu  Recht  abgewiesen hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat,  vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem  kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (Art. 44 Abs. 1 AsylG;  vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 

D­6745/2011 Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel  2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  den  Beschwerdeführern  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  droht, dass  die  Beschwerdeführerin  A._______  in  der  Rechtsmitteleingabe  anführt,  gesundheitlich  schwer  angeschlagen  zu  sein  und  (...)  Hilfe 

D­6745/2011 benötige, und zum Beleg dieser Vorbringen (Auflistung Beweismittel)  ins  Recht legt, dass gesundheitliche Probleme unter dem Blickwinkel  von Art.  3 EMRK  gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  nur  dann  ein  völkerrechtliches  Vollzugshindernis  darstellen,  wenn  die  Erkrankung  gravierend  ist  und  ausserordentliche  Umstände  vorliegen  (vgl.  EGMR  vom  7.  Oktober  2004  i.S.  Dragan  und  andere  gegen  Deutschland,  Nr.  33743/03,  angeführt  in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2005  Nr. 23 E. 5.1),  dass  vorliegend  die  Voraussetzungen  einer  gravierenden  Erkrankung  beziehungsweise  ganz  aussergewöhnliche Umstände  ("very  exceptional  circumstances"), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 i.S.  D.  gegen  Grossbritannien  feststellte,  unter  Berücksichtigung  der  diesbezüglich  eingereichten  Beweismittel  bei  einer  Rückkehr  nach  Mazedonien oder nach Serbien ausgeschlossen werden können,  dass  sich  der  Vollzug  der Wegweisung  somit  auch  in  Berücksichtigung  der gesundheitlichen Situation als zulässig erweist,  dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder in Mazedonien noch in Serbien Krieg, Bürgerkrieg oder eine  Situation allgemeiner Gewalt herrscht, und die Beschwerdeführer sowohl  in  Mazedonien  als  auch  in  Serbien  über  ein  soziales  Beziehungsnetz  verfügen, auf dessen Hilfe sie bei der Reintegration wohl zählen können, dass  zudem  die  Beschwerdeführerin  A._______  und  ihre  Kinder  den  Akten zufolge in der Schweiz und in G._______ über zahlreiche, teilweise  nahe  Verwandte  verfügen,  die  sie  nach  einer  Rückkehr  zumindest  finanziell unterstützen können (vgl. Akten BFM act. A6/16, S. 4 f.), dass gemäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts im Rahmen der  Tatbestandsvariante  der  medizinischen  Notlage  im  Sinne  von  Art.  83  Abs. 4  AuG  nur  dann  auf  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  geschlossen  wird,  wenn  eine  notwendige  medizinische  Behandlung  im  Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen 

D­6745/2011 und  lebensgefährdenden  Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes  der  betroffenen  Person  führt,  wobei  als  wesentlich  die  allgemeine  und  dringende  medizinische  Behandlung  erachtet  wird,  welche  zur  Gewährleistung einer menschenwürdigen Behandlung absolut notwendig  ist,  und  die  Unmöglichkeit  einer  dem  schweizerischen  Standard  entsprechenden  medizinischen  Behandlung  im  Heimat­  und  Herkunftsstaat allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs bewirkt  (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2, mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a  und 5b), dass sich gemäss dem Schreiben (...), bei welcher es sich nicht um eine  ärztliche  Fachperson,  sondern  um  (...)  handelt,  die  Beschwerdeführerin  täglich an (Nennung Leiden) und sie ([...]) eine (Vorschlag Therapie), dass gemäss dem eingereichten (Nennung Beweismittel) eine durch den  Arzt  veranlasste  (Nennung  Untersuchung  und  Resultat  derselben)  ergeben habe, dass  vorliegend  die  Voraussetzungen  einer  medizinischen  Notlage  offensichtlich  nicht  gegeben  sind  und  es  der  Beschwerdeführerin  zumutbar  und möglich  ist,  eine  allenfalls  nötige  ärztliche Behandlung  in  Mazedonien oder Serbien in Anspruch zu nehmen, dass es den Beschwerdeführern offen steht, bei Bedarf  im Rahmen der  individuellen  Rückkehrhilfe  zusätzliche  medizinische  Hilfeleistungen  zu  beantragen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung  vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen (AsylV 2, SR 142.312),  dass auch der Umstand, dass in der Schweiz bessere Behandlungs­ und  Betreuungsmöglichkeiten für das an H._______ leidende Kind C._______  – wie  in der Zwischenverfügung vom 4. Januar 2012 bereits angeführt –  bestehen,  an  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nichts  zu  ändern vermag, dass überdies der Hinweis, die Kinder der Beschwerdeführerin hätten bis  im  Jahre  (...)  in  der  Schweiz  gelebt  und  somit  prägende  Jahre  hierzulande  verbracht,  weshalb  sie  bei  einem  erneuten  Verlassen  der  Schweiz  entwurzelt  würden,  auch  in  Berücksichtigung  des  Kindeswohls  (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6 S. 749) als nicht stichhaltig zu erachten ist, da  die Kinder bei ihrer Ausreise im Jahre (...) erst (Nennung Alter) waren und  keine schulische Ausbildung in der Schweiz durchlaufen haben,

D­6745/2011 dass  sich die Kinder  aufgrund  ihres gesamten bisherigen Aufenthalts  in  der  Schweiz,  auch  wenn  dieser  bis  heute  den  grösseren  Teil  ihres  bisherigen Lebens ausmacht, und  in Anbetracht  ihres Alters nicht derart  an  die  schweizerische  Lebensweise  assimiliert  haben,  dass  ein  Wegweisungsvollzug  unzumutbar  wäre,  zumal  namentlich  keine  erhebliche  Prägung  durch  das  hiesige  kulturelle  und  soziale  Umfeld  zu  bejahen  ist,  weshalb  eine  Rückkehr  der  Kinder,  für  welche  die  Beschwerdeführerin als die wesentliche Bezugsperson zu betrachten ist,  keine  Entwurzelung  aus  dem  sozial­schulischen  oder  persönlichen  Umfeld bedeutet, dass  folglich weder die allgemeine Lage  in Mazedonien oder  in Serbien  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  zumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführer  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und die Beschwerdeführer  im Besitz von  gültigen Reisepässen sind respektive es  ihnen obliegt, sich  im Falle des  Kindes E._______ bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG;  vgl.  auch  BVGE  2008/34  E.  12  S.  513  ff.),  weshalb  der  Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs.  2 AuG). dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  den  Beschwerdeführern  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführern  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG) und mit dem am 11. Januar 2012 in der gleichen Höhe geleisteten  Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

D­6745/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführern  auferlegt  und  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige  kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

D-6745/2011 — Bundesverwaltungsgericht 02.02.2012 D-6745/2011 — Swissrulings