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Bundesverwaltungsgericht 08.12.2011 D-6469/2011

8 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,054 parole·~5 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. November 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­6469/2011 law/joc Urteil   v om   8 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;  Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren am (…), Gambia,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 22. November 2011 / N (…).

D­6469/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  22.  November  2011  –  eröffnet  am  25. November  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  19. September  2011  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Italien  verfügte,  den  Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  feststellte,  der  Kanton  B._______  sei  verpflichtet,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis  aushändigte,  und  feststellte,  und  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende  Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 29. November 2011 gegen  diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  beantragte,  die  Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und es sei ihm Asyl zu gewähren  sowie es sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des  Vollzuges der Wegweisung festzustellen und infolgedessen die vorläufige  Aufnahme anzuordnen,  dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  um  Erlass  von  der  Kostenvorschusspflicht  ersuchte  und  beantragte,  es  sei  die  aufschiebende Wirkung der Beschwerde wieder herzustellen,  dass er zudem um Anordnung einer vorsorglichen Massnahme ersuchte,  mit  der  die  zuständigen  Behörden  anzuweisen  seien,  die  Kontaktaufnahme  mit  seinem  Heimatstaat  sowie  jede  Weitergabe  von  Daten  an  denselben  zu  unterlassen  sowie  eventualiter  sei  er  bei  einer  bereits erfolgten Datenweitergabe mittels separater Verfügung darüber zu  informieren,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  6. Dezember  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

D­6469/2011 und zieht in Erwägung,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48  Abs. 1 VwVG), dass somit – unter Vorbehalt nachfolgender Einschränkung – auf die frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2  AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren Rahmen  bildet,  innerhalb  welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur  Beurteilung unterbreiten können,  dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über  den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was  Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ  MOSER,  in:  Auer/Müller/Schindler  (Hrsg.),  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich  2008,  Rz. 3  zu  Art. 52,  CHRISTOPH  AUER,  Streitgegenstand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld der verwaltungsrechtlichen Prozessmaximen, Bern 1997,  S. 63;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149), dass  die  angefochtene  Verfügung  keine  Regelung  betreffend  Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl enthält,

D­6469/2011 dass  mit  den  Begehren,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  festzustellen  und  ihm  Asyl  zu  gewähren,  der  Streitgegenstand  in  unzulässiger Weise  über  den  in  der  angefochtenen  Verfügung geregelten Anfechtungsgegenstand hinaus erweitert wird (vgl.  AUER, a.a.O., S. 63; BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb auf diese Begehren  nicht einzutreten ist,  dass es sich beim Dublin­Verfahren um ein Überstellungsverfahren in den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  weshalb  das  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  regelmässig  bereits  Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des gestützt auf Art. 34 Abs. 2  Bst. d  AsylG  erfolgenden  Nichteintretensentscheides  ist  (vgl.  BVGE  2010/45 E. 10.2),  dass mithin allfällige völkerrechtliche und humanitäre Vollzugshindernisse  im  Rahmen  der  eventuellen  Anwendung  der  sogenannten  Souveränitätsklausel  (Art. 3  Abs. 2  der  Verordnung  Nr. 343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  [Dublin­II­VO]  i.V.m.  Art. 29a  Abs. 3  der  Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV 1],  SR 142.311) zu prüfen sind,  dass  folglich  kein  Raum  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs.  1­4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20) besteht, dass  daher  auch  auf  die  Anträge,  es  sei  infolge  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und Unmöglichkeit  des  Vollzuges  der Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Italien  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen,  nicht ein zutreten ist,  dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren mithin einzig zu prüfen ist, ob  das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des  Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten  ist und  infolgedessen die  Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer  zweiten  Richterin  entschieden wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich, 

D­6469/2011 wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2  AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR 0.142.392.68])  i.V.m.  Art. 29a  Abs. 1  AsylV 1  die  Prüfung  der  staatsvertraglichen  Zuständigkeit zur (materiellen) Behandlung eines Asylgesuches nach den  Kriterien der Dublin­II­VO zu erfolgen hat, dass  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  im  Weiteren  voraussetzt,  dass  der  staatsvertraglich  zuständige  Staat  einer  Übernahme  der  asylsuchenden  Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV 1), dass  gemäss  Art. 3  Abs. 1  Dublin­II­VO  die  Mitgliedstaaten  jeden  Asylantrag prüfen, den ein Drittstaatsangehöriger an der Grenze oder im  Hoheitsgebiet  eines  Mitgliedstaates  stellt,  wobei  der  Antrag  von  einem  einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III  Dublin­II­VO als zuständiger Staat bestimmt wird, dass  das  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Mitgliedstaates  eingeleitet  wird,  sobald  ein  Asylantrag  erstmals  in  einem  Mitgliedstaat  gestellt  wurde  (Art. 4  Abs. 1  Dublin­II­VO),  wobei  die  Kriterien  in  der  in  Kapitel III der Dublin­II­VO genannten Rangfolge (vgl. Art. 5­14 Dublin­II­ VO) anzuwenden sind sowie von der Situation zum Zeitpunkt, in dem der 

D­6469/2011 Asylbewerber  erstmals  einen  Antrag  in  einem  Mitgliedstaat  stellt,  auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin­II­VO), dass den Akten entnommen werden kann, dass der Beschwerdeführer in  Italien  am  18. Februar  2008  ein  Asylgesuch  eingereicht  hat  und  entsprechend  in  der  EURODAC­Datenbank  erfasst  worden  ist  (vgl.  act.  A3/1, act. A4/1),  dass somit die erste Asylantragsstellung gemäss Art. 4 Abs. 1 Dublin­II­ VO in Italien erfolgte,  dass damit das Zuständigkeitsprüfungsverfahren im Sinne des Kapitels III  der Dublin­II­VO nicht weiter zu verfolgen ist, sondern in Anwendung von  Art. 16  Abs. 1 Bst. c,  d  oder  e  Dublin­II­VO  durch  die  Schweiz  als  derzeitigen  Aufenthaltsstaat  des  Beschwerdeführers  ein  Wiederaufnahmeersuchen nach Art. 20 Dublin­II­VO gestellt werden kann  (vgl.  CHRISTIAN FILZWIESER, ANDREA SPRUNG,  Dublin  II­Verordnung, Das  Europäische Asylzuständigkeitssystem,  3. Aufl., Wien­Graz  2010,  Art. 4,  K3, S. 80),  dass  das  BFM  demnach  zu  Recht  unter  Anrufung  von  Art. 16  Abs. 1  Bst. e Dublin­II­VO die italienischen Behörden am 3. November 2011 um  Wiederaufnahme  des  –  am  19. September  2011  illegal  in  die  Schweiz  eingereisten (vgl. act. A5/11 S. 7) – Beschwerdeführers ersuchte (vgl. act.  A10/5 S. 1), dass  die  italienischen  Behörden  die  Frist  zur  Stellungnahme  bis  zum  18. November  2011  ungenutzt  verstreichen  liessen  (vgl.  act.  A12/1),  weshalb  angesichts  der  Verfristung  eine  stillschweigende  Zusage  zur  Rückübernahme des Beschwerdeführers aus Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­ II­VO vorliegt, dass  demzufolge  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  Italien  als  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig  erachtet  hat,  dass  es  im  Weiteren  zutreffend  gefolgert  hat,  einer  Überstellung  nach  Italien stehe auch das vom Beschwerdeführer erwähnte  (vgl. act. A5/11  S. 4 f.), in Italien abgeschlossene Asyl­ und Wegweisungsverfahren nicht  entgegen,  da aus der Zustimmung  Italiens  zu  schliessen  ist,  dass nach  Ablehnung des Asylantrages des Beschwerdeführers  in  Italien dort noch 

D­6469/2011 keine  konkreten  Vollzugsvorkehrungen  im  Sinne  von  Art. 16  Abs. 4  Dublin­II­VO getroffen worden sind, dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmittelschrift  die  grundsätzliche  Zuständigkeit  Italiens  nicht  bestreitet,  sondern  –  wie  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  (vgl.  act.  A5/11  S. 8)  –  im  Wesentlichen geltend macht, in Italien kein gutes Leben und keinen guten  Job gehabt zu haben,  dass  damit  jedoch  nichts  Stichhaltiges  geltend  gemacht  wird,  das  in  Bezug  auf  die  Zuständigkeit  von  Italien  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens zu einer anderen Beurteilung führen könnte, dass  auch  keine Gründe  vorliegen,  die  einen  Selbsteintritt  der  Schweiz  gemäss  Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO  nahegelegt  hätten,  da  Italien  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und der der Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ist,  das  Übereinkommen  vom  10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche  oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ratifiziert hat  und keine konkreten Hinweise dafür bestehen, Italien würde sich nicht an  die daraus resultierenden Verpflichtungen halten, dass  das  BFM  demzufolge  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht, dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  wie  zuvor  bereits  erwähnt –  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 AuG, 

D­6469/2011 dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss, dass das BFM in diesem Sinne den Vollzug der Wegweisung nach Italien  zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG),  dass  die  Beschwerde  demnach  abzuweisen  ist,  soweit  auf  diese  einzutreten ist,  dass aufgrund des direkten Entscheids  in der Hauptsache die Gesuche  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden sind, dass  auch  der  Antrag  auf  Anordnung  vorsorglicher Massnahmen  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  –  solche  können  nur  für  die  Dauer  des  Beschwerdeverfahrens  Wirkung  entfalten  –  infolge  des  direkten  Entscheides in der Hauptsache gegenstandslos geworden ist,  dass  ebenfalls  der  Antrag,  eine  eventuell  bereits  erfolgte  Datenweitergabe  an  den  Heimatstaat  offenzulegen,  als  gegenstandslos  geworden zu betrachten ist, da den Akten nicht entnommen werden kann,  das  BFM  habe  allfällige  Daten  an  die  Behörden  von  Gambia  weitergegeben,   dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1  und  2 VwVG abzuweisen  ist,  da  die Begehren –  wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu  bezeichnen  sind,  weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  und 5 VwVG).  (Dispositiv nächste Seite)

D­6469/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.  2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen.  3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg Versand: