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Bundesverwaltungsgericht 08.02.2012 D-565/2012

8 febbraio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,310 parole·~7 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. Januar 2012

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­565/2012 law/joc Urteil   v om   8 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;   Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren am (…), Kongo (Kinshasa),  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 10. Januar 2012 / N (…).

D­565/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  am  29. August  2011  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  am  31. August  2011  im  Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nachsuchte, dass das BFM am 13. September 2011 im EVZ Basel die Personalien  des Beschwerdeführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg und  zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragte, dass  der  Beschwerdeführer  am  30. November  2011  durch  das  BFM  einlässlich zu den Asylgründen angehört wurde, dass er zur Begründung seines Asylgesuchs  im Wesentlichen geltend  machte,  infolge  eines  Flugzeugabsturzes  im  Juli  2011  in  B._______  einen  Verwandten  verloren  und  bei  einer  kongolesischen  Flugzeug­ gesellschaft erfolglos um Entschädigung ersucht zu haben, weshalb er  in der Folge die Regierung kritisiert habe,  dass er wegen Vorführens einer Compact Disc, welche Berichte über  Gräueltaten  enthalten  habe,  sowie  wegen  in  diesem  Zusammenhang  geäusserter Kritik  an der  kongolesischen Regierung am 30. Juli  2011  durch  Angehörige  des  Geheimdienstes  festgenommen,  inhaftiert  und  gefoltert  worden,  jedoch  mit  Hilfe  eines  Kommandanten  im  August  2011 freigekommen sei,  dass er zur Stützung seiner Vorbringen einen kongolesischen Wähler­ ausweis,  ausgestellt  am  3. Juli  2009,  zu  den  vorinstanzlichen  Akten  reichte,  dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  10. Januar  2012  –  eröffnet  am  12. Januar  2012  –  feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  sein  Asylgesuch  vom  31.  August  2011  ab­lehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den Vollzug  der Wegweisung anordnete, dass  der Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom 31. Januar  2012  gegen  diese  Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  in  materieller  Hinsicht  sinngemäss  beantragte,  die  ange­ fochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren, 

D­565/2012 dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht unter Beilage einer Fürsorge­ bestätigung  sinngemäss  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechts­ pflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR 172.021) ersuchte, dass er mit der Beschwerde eine Kopie eines Haftbefehl einreichte, und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i. V. m.  Art. 31 ­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art.  6 AsylG),  dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine 

D­565/2012 solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2  Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  anerkannt wird, wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass  die  Flüchtlingseigenschaft  nachgewiesen  oder  zumindest  glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG), dass  die  Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht  ist,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält  (Art. 7  Abs. 2  AsylG),  wobei  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 AsylG), dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  mit  zutreffenden  Er­ wägungen  auf  verschiedene  Unglaubhaftigkeitsmerkmale  in  der  Ge­ suchsbegründung des Beschwerdeführers hinweist, dass diesbezüglich zur Vermeidung von Wiederholungen auf diese Er­ wägungen  des  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung  verwiesen wer­ den kann, dass  dabei  –  nebst  den  unsubstanziierten Schilderungen  betreffend  die  Opferzahlen  des  Flugzeugabsturzes,  die  unterschiedliche  Bezeichnung  des  verunglückten  Verwandten,  die  nicht  nachvollziehbaren  Erläuterungen  zur  CD­Vorführung  sowie  das  nicht  plausible  Verhalten  des  Vaters  des  Freundes  als  angebliches  Geheimdienstmitglied –  hervorzuheben  ist,  dass  der Beschwerdeführer  anlässlich  der Anhörung  im Empfangszentrum ausdrücklich erklärte, er habe nicht gewusst, dass 

D­565/2012 der Kommandant, der ihm im August 2011 zur Flucht aus dem Gefängnis  verholfen habe, ihn gekannt habe (vgl. BFM­act. A4/8 S. 4),  dass  er  demgegenüber  an  der  einlässlichen  Anhörung  behauptete,  er  habe  den  Kommandanten  wahrscheinlich  im März  2011  auf  dem  Platz  C._______ getroffen, da ihm dieser seinen Neffen habe vorstellen wollen  (vgl.  act.  A16/11  S. 6),  womit  davon  auszugehen  wäre,  er  habe  den  Kommandanten und Fluchthelfer schon vor seiner Inhaftierung gekannt,  dass  seine Behauptung  in  der Beschwerde,  falls  er  an  der Anhörung  angegeben  habe,  er  habe  den  Kommandanten  D._______  nicht  gekannt, sei dies darauf zurückzuführen, dass er nach der Pause, die  wegen  einer  Computerpanne  angeordnet  worden  sei,  den  Faden  verloren habe und seine Ausführungen nicht habe beenden können,  dass  der Widerspruch  damit  allerdings  nicht  etwa  entkräftet,  sondern  ein  neuer  geschaffen wird,  da  der  Beschwerdeführer  im Rahmen  der  Anhörung  den  Kommandanten,  der  ihn  befreit  haben  soll,  nicht  mit  D.______ sondern mit E._______ bezeichnete (vgl. act. A16/11 S. 6),  dass der Beschwerdeführer trotz protokollierter Systempanne (vgl. act.  A16/11  S. 5  und  10)  am  Schluss  der  Anhörung  Gelegenheit  erhielt,  Ergänzungen  anzubringen,  und  er  mit  seiner  Unterschrift  seine  Aussagen,  die  ihm  rückübersetzt  wurden,  für  vollständig  und  richtig  befand (vgl. act. A16/11 S. 9 f.), worauf er sich behaften lassen muss, dass der Einwand in der Beschwerde, im afrikanischen Kontext sei ein  Cousin zugleich ein Bruder, nicht geeignet ist, die vom BFM als wider­ sprüchlich  erkannten  verwandtschaftlichen  Bezeichnungen  zu  erklä­ ren,  dass der Beschwerdeführer  in diesem Zusammenhang unter anderem  darlegte,  der  Tod  seines  Bruders  sei  für  seine  Eltern  sehr  traurig  gewesen, und sie seien deswegen drei Tage zusammen gewesen (vgl.  act.  A16/11  S. 4),  womit  davon  auszugehen  ist,  es  habe  sich  um  seinen Bruder und nicht etwa, wie von ihm auf explizite spätere Frage  hin erklärt, um seinen Cousin gehandelt (vgl. act. A16/11 S. 8), dass  bereits  kurz  nach  dem  Absturz  des  vom  Beschwerdeführer  genannten  Flugzeugs  am  8. Juli  2011  eine  ungefähre  Anzahl  von  Opfern  in  zahlreichen Medien  bekannt  gegeben wurde,  die weit  über  der vom Beschwerdeführer angegeben Zahl lag (vgl. act. A16/11 S. 4), 

D­565/2012 womit  sich  sein  Einwand  in  der  Beschwerde,  die  Untersuchungser­ gebnisse  seien  von  der Regierung  nie  bekannt  gegeben worden,  da­ runter  auch  nicht  die  Anzahl  Opfer,  als  unglaubhafte  Schutzbe­ hauptung entpuppt,  dass  auch  der mit  der  Beschwerde  eingereichte  Haftbefehl,  der  dem  Beschwerdeführer  angeblich  durch  seine  Mutter  übermittelt  worden  sein soll, seine Vorbringen nicht  in einem glaubhafteren Licht erschei­ nen lässt,  dass der Haftbefehl bloss in Kopie vorliegt, weshalb er nicht auf seine  Authentizität  hin überprüft werden kann, und daher  seine Beweiskraft  im Hinblick  auf  die  vom Beschwerdeführer  geltend gemachte Gefähr­ dungssituation von vornherein beschränkt ist,  dass  zudem  unklar  bleibt,  wie  der  angeblich  vom  kongolesischen  Geheimdienst  ausgestellte  Haftbefehl  in  den  Besitz  von  Familienan­ gehörigen einer gesuchten Person geraten konnte, da es sich dabei in  aller Regel um ein behördeninternes Dokument handelt,  dass die diesbezügliche Behauptung des Beschwerdeführers, die Frau  seines Onkels sei  (…)  in F._______ , und  im Rahmen  ihrer Arbeit sei  sie  zufällig  auf  erwähnten Haftbefehl  gestossen,  nicht  zu überzeugen  vermag,  da  einerseits  dieser  bis  anhin  nie  erwähnte  Umstand  nicht  belegt  ist und andererseits nicht einleuchtet, weshalb diese Frau nicht  eher  informiert  hat  respektive  der  Haftbefehl  dem  Beschwerdeführer  von seiner Familie nicht eher zugestellt wurde,  ist dieser doch bereits  am 13. August 2011 ausgestellt worden,  dass zudem auffällt, dass der Beschwerdeführer auf erwähntem Haft­ befehl  lediglich  mit  Vor­  und  Nachnamen  genannt  wird,  indessen  weite­re  Angaben  zu  seiner  Person,  wie  beispielsweise  dessen  Geburts­datum,  Adresse  etc.,  die  zu  dessen  Identifikation  beitragen  würden,  fehlen, und auch kein konkreter Vermerk über die Flucht des  Be­schwerdeführers  aus  der  Haft  enthalten  ist,  sondern  als  einziges  Delikt eine Gefährdung der Staatssicherheit aufgeführt wird,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  auch  unter  Berücksichtigung  der  Beschwerdevorbringen  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

D­565/2012 dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE 2009/50 E. 9 S. 737; Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen Bestimmungen steht, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, 

D­565/2012 dass  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür  ergeben,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung in sein Heimatland dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) oder Art. 1 des Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre,  dass  gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  und  jener  des UN­Anti­Folterausschusses  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft machen müsste, dass  ihm  im Fall einer Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde  Nr. 37201/06, §§ 124­127, mit weiteren Hinweisen), ihm dies jedoch nicht  gelungen ist, da die Verfolgungsvorbringen – wie vorstehend aufgezeigt –  als nicht glaubhaft zu beurteilen sind,  dass  auch  die  allgemeine Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen lässt,  dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass das Bundesverwaltungsgericht mit Bezug auf Kongo  (Kinshasa)  in  ständiger Praxis davon ausgeht, dass namentlich im Westen des Landes  und  in  der  Hauptstadt  Kinshasa  keine  Bürgerkriegssituation  oder  Situation  allgemeiner  Gewalt  besteht  (vgl.  etwa  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­5905/2007  vom 23. Januar  2012 E. 9.4.1­ 9.4.3 und D­3773/2010 vom 26. Oktober 2011 E. 6.3.1­6.3.2),  dass die Rückkehr von Personen aus Kongo (Kinshasa)  indes nur dann  als  zumutbar  zu  bezeichnen  ist,  wenn  sich  der  letzte  Wohnsitz  der  betroffenen  Person  in  der  Hauptstadt  Kinshasa  oder  in  einer  anderen,  über einen Flughafen verfügenden Stadt  im Westen des Landes befand, 

D­565/2012 oder  wenn  die  Person  in  einer  dieser  Städte  über  ein  gefestigtes  Beziehungsnetz verfügt,  dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen  alleinstehenden  jungen  – und  soweit  aus  den Akten  feststellbar  –  gesunden Mann  handelt,  der  nebst Lingala auch über Französisch­ und Swahilikenntnisse verfügt,  dass  der  Beschwerdeführer  in  B._______  aufgewachsen  ist,  wo  seine  Eltern,  Geschwister  und  eine  Tante  wohnhaft  waren  (vgl.  act.  A4/8  S. 1 ff., vgl. act. A16/11 S. 2 ff.),  dass er seit 2002 bis zu seiner Ausreise im August 2011 seinen Wohnsitz  in  F._______  hatte,  wo  er mittels  finanzieller  Hilfe  seiner  Eltern  an  der  Universität Politik und Verwaltungswissenschaften studierte und nunmehr  seine  beiden  Schwestern  wohnen  (vgl.  act.  A4/8  S. 1 f.,  act.  A16/11  S. 2 ff.),  dass  damit  davon  auszugehen  ist,  dass  der  gut  gebildete  Beschwerdeführer  in  F._______  auf  ein  soziales,  familiäres  Netz  zurückgreifen  kann und sich dort  – allenfalls mit  finanzieller Hilfe  seiner  mittlerweile  in G._______  lebenden Eltern  (vgl. act. A16/11 S. 4) – eine  Existenzgrundlage aufbauen kann,  dass  zudem  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  zur  Überbrückung allfälliger Anfangsschwierigkeiten beim BFM Rückkehrhilfe  beantragen  kann  (Art. 93  Abs. 1  Bst. d  AsylG,  Art. 73 ff.  der  Asylverordnung 2  vom  11. August  1999  über  Finanzierungsfragen  [AsylV 2, SR 142.312]),  dass demnach nicht davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer würde  bei  einer Rückkehr  in  den Kongo  (Kinshasa)  aus  individuellen Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  in  eine  existenzbedrohende Situation geraten,  dass  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  daher  nicht  als  unzumutbar  erweist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

D­565/2012 dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen sind, weshalb – ungeachtet der belegten Bedürftigkeit – die  kumulativ  zu  erfüllenden  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege nicht gegeben sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­565/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird  abgewiesen.  3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg Versand:

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