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Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 D-5556/2009

13 settembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,069 parole·~15 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 18. August 2009

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­5556/2009 Urteil   v om   1 3 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Martin Zoller,  Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren am … , Iran,   vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren); Verfügung des BFM vom 18. August 2009 / N … .

D­5556/2009 Sachverhalt: A.  Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger des Iran, welcher eigenen  Angaben zufolge aus W._______ stammt – reichte am 9. Januar 2009 in  der Schweiz ein Asylgesuch ein, worauf er am 14. Januar 2009 vom BFM  zu  seiner  Person,  seinem  Reiseweg  und  summarisch  zu  seinen  Gesuchsgründen befragt wurde. Bereits vor der Kurzbefragung hatte das  BFM  aufgrund  einer  Abfrage  der  Eurodac­Datenbank  festgestellt,  dass  der Beschwerdeführer  sich vor  seiner Einreise  in die Schweiz bereits  in  Griechenland  als  Asylsuchender  aufgehalten  hatte  (illegaler  Grenzübertritts  in  X._______  verzeichnet  per  22. Oktober  2007  und  Asylantrag in … [Athen] verzeichnet per 28. November 2007). Im Rahmen  der Kurzbefragung  führte  der  Beschwerdeführer  zu  seinem  Reiseweg aus, er habe den Iran im Frühsommer 2004 verlassen und sei  – legal  mit  Pass  und  Visum  sowie  im  Besitz  seiner  weiteren  Papiere  (Militärausweis, Führerschein und Shenasnameh [Identitätsbüchlein]) – in  die Türkei gereist. In der Folge habe er sich zirka drei Jahre in Y._______  aufgehalten,  wo  er  in  verschiedenen  Restaurants  als  Koch  gearbeitet  habe. Während  seines  Aufenthalts  in  der  Türkei  sei  er  auch  einmal  für  einen Tag legal mit Pass und Visum nach Zypern gereist. Schliesslich sei  er  im  Jahre  2007  mit  der  Hilfe  eines  Schleppers  nach  Griechenland  gelangt.  Er  sei  mit  einem  Schlauchboot  nach  X._______  gebracht  worden, von wo er nach Athen weitergereist sei. Zu seinem Aufenthalt in  Griechenland  gab  er  an,  er  habe  dort  im  Jahre  2007  ein  Asylgesuch  eingereicht  und  sich  während  zirka  15  Monaten  im  Land  aufgehalten.  Während  dieser  Zeit  habe  er  keine  Unterstützung  erhalten,  weshalb  er  sich auf die Insel Z._______ begeben habe, wo er während 8 Monate in  einem  Hotel  "schwarz"  gearbeitet  habe.  Den  Rest  der  Zeit  in  Griechenland habe er  in Athen verbracht und sein Asylgesuch sei noch  pendent.  Schliesslich  sei  er  am  8. Januar  2009  –  mit  Hilfe  eines  Schleppers  und  ausgestattet  mit  gefälschten  ...  Papieren  –  auf  dem  Luftweg von Athen nach … [Italien] gereist, von wo er am folgenden Tag  die Schweiz erreicht habe.  Auf  die Frage nach  seinen Gesuchsgründen brachte  er  vor,  im  Iran  sei  sein  Leben  gefährdet,  weil  er  für  die  Freiheit  gekämpft  habe.  Diesbezüglich  führte  er  an,  er  sei  zwischen  2001  bis  2004  dreimal  von  der  Sittenpolizei  für  24  Stunden  verhaftet  und  dabei  verhört  und  verprügelt worden. Zu den Verhaftungen sei es gekommen, weil er durch 

D­5556/2009 zivilen  Ungehorsam  –  beispielsweise  das  Tragen  einer  Krawatte –  aufgefallen  sei.  Probleme  mit  anderen  Behörden  als  der  Sittenpolizei  habe  er  nicht  gehabt  und  seinen  Militärdienst  habe  er  ordentlich  abgeleistet. Zu seinen persönlichen Verhältnissen führte er aus, er habe  in  seiner  Heimat  eine  …  [Fachhochschule]  besucht  und  er  sei  zudem  promovierter  …  [Sportlehrer].  Auf  die  Frage  nach  seinen  Angehörigen  gab  er  an,  seine  Mutter,  sein  jüngerer  Bruder  und  eine  verheiratete  Schwester  lebten  weiterhin  in  W._______,  wogegen  sein  Vater  bereits  verstorben sei. Schliesslich machte er geltend, er habe sich in Y._______  zum Christentum bekehren lassen.  Vor dem Hintergrund der Angaben zum Reiseweg sowie den Einträgen in  der Eurodac­Datenbank eröffnete das BFM dem Beschwerdeführer, dass  mutmasslich  Griechenland  für  die  Durchführung  seines  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens zuständig sei, weshalb gegebenenfalls auf sein  Asylgesuch nicht eingetreten werde. Der Beschwerdeführer  führte  in der  Folge  an,  er  sei  in Griechenland  als  Iraner  unerwünscht, mithin  er  dort  zweimal  verprügelt  und  einmal  mit  einem  Messer  verletzt  worden  sei.  Gegen  eine  allfällige  Wegweisung  nach  Griechenland  brachte  er  im  Weiteren vor, er habe dort keinerlei Unterstützung erhalten und  im Falle  einer Rückkehr würde er eingesperrt und in den Iran abgeschoben.  Auf  die  Frage  nach  dem  Verbleib  seiner  Reise­  und  Identitätspapiere  führte  der  Beschwerdeführer  an,  seine  Papiere  –  Pass,  Militärausweis,  Führerschein  und  Shenasnameh  –  habe  er  bei  einem  Kollegen  in  Y._______  deponiert,  welcher  später  für  eine  Rückgabe  1'000.–  Euro  gefordert habe. Diesen Betrag habe er nicht bezahlen wollen, weshalb er  denke,  dass  seine  Papiere  mittlerweile  verkauft  worden  seien.  Drei  Wochen  nach  der  Kurzbefragung,  am  6.  Februar  2009,  reichte  er  beim  BFM eine Telefax­Kopie seines Passes zu den Akten (vgl. dazu act. A15  [Aktennotiz]).  B.  Am 2.  und  nochmals  am  25.  Februar  2009  sandte  das BFM –  gemäss  den  Bestimmungen  der  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  –  ein  Ersuchen  um  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers  an  die  zuständige  griechische  Behörde.  Dieses 

D­5556/2009 Ersuchen wurde  innert massgeblicher  Frist  von  griechischer  Seite  nicht  beantwortet.  C.  Am  29.  Juli  2009  gelangte  der  Beschwerdeführer  –  handelnd  durch  seinen Rechtsvertreter – ans BFM, wobei er um Akteneinsicht betreffend  ein allfälliges Dublin­Verfahren ersuchte. Gleichzeitig hielt er das BFM an,  das  Recht  auf  Selbsteintritt  auszuüben  (im  Sinne  von  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO) und sich  für sein Asylgesuch als zuständig zu erklären.  In  Beantwortung  des  Gesuches  um  Akteneinsicht  liess  das  BFM  dem  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  am  7. August  2009  die  Akten  betreffend  das  eingeleitete  Dublin­Verfahren  zukommen.  Zu  den  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  in  Sachen  Selbsteintritt  äusserte  sich das BFM nicht.  D.  Mit Verfügung vom 18. August 2009  trat das BFM –  in Anwendung von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  –  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein  und  ordnete  dessen  sofortige  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  nach  Griechenland  an,  wobei  das  BFM  festhielt,  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine  aufschiebende  Wirkung  zu.  Zur  Begründung  seines  Entscheides  führte  das  Bundesamt  im Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer  habe  sich  vor  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  als  Asylsuchender  in  Griechenland  aufgehalten,  weshalb  nach  den  Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren  Griechenland für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei. Von  Griechenland sei das Ersuchen auf Übernahme (recte: Wiederaufnahme)  des  Beschwerdeführers  vom  25.  Februar  2009  innert  Frist  nicht  beantwortet  worden,  weshalb  von  einer  stillschweigenden  Zustimmung  auszugehen  sei.  Daran  anschliessend  hielt  das  Bundesamt  fest,  zwar  habe  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs die Furcht geltend gemacht, in Griechenland eingesperrt und von  den  griechischen  Behörden  in  den  Iran  abgeschoben  zu  werden.  Diesbezüglich  sei  jedoch  festzuhalten,  dass  sein  Asylgesuch  in  Griechenland  gemäss  seinen  Angaben  noch  hängig  sei.  Griechenland  komme  seinen  aus  dem  Abkommen  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung der Flüchtlinge  (Flüchtlingskonvention;  FK, SR 0.142.30)  und  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101)  erwachsenden  Verpflichtungen  nach,  weshalb  der  Beschwerdeführer  nicht  damit 

D­5556/2009 rechnen  müsse,  von  Griechenland  in  einen  möglichen  Verfolgerstaat  zurückgeschickt  zu  werden,  wenn  er  eine  entsprechende  Gefährdung  geltend  mache.  Abschliessend  erklärte  das  Bundesamt  den  Wegweisungsvollzug  nach  Griechenland  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich. E.  Gemäss den Akten wurde die Verfügung des BFM – durch Vermittlung ...  [der  für  den  Beschwerdeführer  zuständigen  kantonalen  Behörde]  –  am  2. September  2009  direkt  dem  Beschwerdeführer  eröffnet.  Dem  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  wurde  die  Verfügung  des  BFM  gleichzeitig per Telefax zur Kenntnis gebracht (um 15:45 Uhr).  F.  Am  4.  September  2009  erhob  der  Beschwerdeführer  –  handelnd  durch  seinen  Rechtsvertreter  und  vorab  per  Telefax  (um  10:35  Uhr)  –  gegen  den Entscheid des BFM Beschwerde. In seiner Eingabe beantragte er zur  Hauptsache  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  Rückweisung  der  Sache  ans  BFM  zwecks  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  auf  sein  Asylgesuch.  Gleichzeitig  ersuchte  er  um  Zuerkennung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  sowie  um  Anordnung  vollzugshemmender  Massnahmen,  eventualiter  die  Anordnung  seiner  Rückführung  in  die  Schweiz,  sollte  die  Überstellung  nach  Griechenland  bereits  erfolgt  sein.  Unter  Vorlage  einer  aktuellen  Fürsorgebestätigung ersuchte er  ferner um Erlass der Verfahrenskosten  sowie um Befreiung  von der Kostenvorschusspflicht.  Im Rahmen seiner  Eingabe  machte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend,  Griechenland  sei  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  in  der  Lage,  ein  menschenwürdiges  Asylverfahren  durchzuführen.  Gemäss  verschiedenen  Berichten  seien  die  dortigen  Verhältnisse  schockierend,  mithin  von  einem  totalen  Versagen  des  griechischen  Systems  auszugehen sei. Namentlich habe er  in Griechenland keinen Zugang zu  einem  fairen  und  menschenwürdigen  Verfahren.  Vielmehr  bestehe  ein  grosses  Risiko,  dass  er  ohne  Prüfung  seiner  Asylgründe  in  den  Iran  zurückgeschoben werde. Griechenland verletze die EMRK, weshalb der  Wegweisungsvollzug  dorthin  weder  als  sicher  noch  als  zumutbar  bezeichnet werden  könne. Vor  diesem Hintergrund habe das BFM vom  Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO Gebrauch zu machen.  Für die weiteren Ausführungen – namentlich betreffend das Gesuch um  Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und die Frage 

D­5556/2009 der Möglichkeit einer rechtswirksamen Beschwerde – ist auf die Akten zu  verweisen, soweit nicht nachfolgend darauf eingegangen wird (vgl. E. 4).  G.  Nach  Eingang  der  Beschwerde  vorab  per  Telefax  ordnete  das  Bundesverwaltungsgericht  umgehend  vollzugshemmende  Massnahmen  an  (am  4.  September  2009  per  Telefax,  um  11:15  Uhr).  In  der  Folge  ergab  sich  jedoch,  dass  der  Beschwerdeführer  zu  diesem  Zeitpunkt  bereits  auf  dem  Luftweg  nach  Griechenland  zurückgeführt  worden  war  (am 4. September 2009, um 09:45 Uhr). Aufgrund dieser Sachlage war  nicht mehr  über  das Gesuch um Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung  nach Art. 107a AsylG, sondern über das Eventualbegehren betreffend die  Anordnung einer Rückführung in die Schweiz zu befinden. Das Begehren  um Anordnung einer Rückführung wurde in der Folge mit Verfügung des  Bundesverwaltungsgerichts vom 10. September 2009 abgewiesen. Dabei  wurde festgehalten, im Falle des Beschwerdeführers seien keine Gründe  ersichtlich, welche eine sofortige Rückführung in die Schweiz als geboten  erscheinen  liessen.  Gleichzeitig  wurde  dem  Gesuch  um  Erlass  der  Verfahrenskosten  entsprochen,  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses  antragsgemäss  verzichtet  und  das  BFM  zur  Vernehmlassung eingeladen. H.  Mit Eingabe vom 25. September 2009 liess der Beschwerdeführer durch  seinen  Rechtsvertreter  das  Gesuch  um  Rückführung  in  die  Schweiz  sinngemäss erneuern. Dabei teilte er mit, ihm seien nach der Ankunft am  Flughafen  von  Athen  zwei  Dokumente  ausgehändigt  worden,  aus  welchen sich ergebe, dass ihm in Griechenland kein Bleiberecht gewährt  werde. Er habe damit das Land zu verlassen, weshalb in der Sache rasch  zu entscheiden sei, bevor er von Griechenland in den Iran abgeschoben  werde.  In  diesem  Zusammenhang  reichte  er  als  Beweismittel  zwei  Schreiben  der  griechischen  Behörden  in  Kopie  ein,  inklusive  Übersetzungen  ins  Englische.  Im  Rahmen  seiner  Eingabe  rügte  er  im  Weiteren,  dass  die  Verfügung  des  BFM  vom  18.  August  2009  seinem  Rechtsvertreter per Telefax erst am 2. September 2009 eröffnet worden  sei,  womit  im  Zeitpunkt  der  Beschwerdeeinreichung  am  4.  September  2009  die  Wegweisung  bereits  vollzogen  gewesen  sei.  Aufgrund  des  beinahe  zeitgleichen  Wegweisungsvollzuges  sei  davon  auszugehen,  dass  die  um  zwei  Wochen  verzögerte  Eröffnung  einzig  dem  Zweck  gedient habe, sein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der  Beschwerde gegenstandslos werden zu lassen. 

D­5556/2009 I.  In seiner Vernehmlassung vom 24. September 2009 hielt das BFM an der  angefochtenen  Verfügung  fest  und  beantragte  eine  Abweisung  der  Beschwerde. Dabei hielt das Bundesamt nach Ausführungen zum Gehalt  der  Bestimmung  von  Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO  fest,  im  Falle  von  Griechenland  werde  vom  Selbsteintrittsrecht  Gebrauch  gemacht,  wenn  besonders  verletzliche  Personen  vom  Verfahren  betroffen  seien,  da  Anhaltpunkte  dafür  vorlägen,  dass  während  des  Asylverfahrens  seitens  Griechenlands keine Vorkehren getroffen würden, diese Personengruppe  angemessen zu betreuen. Der Beschwerdeführer sei hingegen nicht als  besonders verletzlich anzusehen.  In seinen weiteren Ausführungen hielt  das  Bundesamt  daran  fest,  dass  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  dafür  beständen,  Griechenland  halte  sich  nicht  an  seine  aus  der  Flüchtlingskonvention  und  der  EMRK  fliessenden  Verpflichtungen.  Namentlich  bestehe  kein  Anlass  zur  Annahme  einer  Verletzung  des  Refoulement­Verbots  durch  Griechenland.  Unter  Bezugnahme  auf  die  internationale Kritik am griechischen Asylsystem hielt das Bundesamt  in  der  Folge  dafür,  zum  heutigen  Zeitpunkt  sei  davon  auszugehen,  dass  Dublin­Rückkehrer  über  die  Möglichkeit  einer  Gesuchseinreichung  verfügten.  Hätten  sich  Asylsuchende  –  wie  der  Beschwerdeführer –  bereits  in einem Asylverfahren befunden, und sei das Verfahren zufolge  Untertauchens  abgebrochen worden,  so werde  das Verfahren  nach  der  Rücküberstellung wieder aufgenommen. Das Vorbringen, in Griechenland  würden unzumutbare Verhältnisse herrschen und der Beschwerdeführer  habe  eine  Abschiebung  in  den  Iran  zu  befürchten,  erkannte  das  Bundesamt  aufgrund  der  Akten  als  nicht  stichhaltig.  So  habe  sich  der  Beschwerdeführer  ab  Oktober  2007  legal  in  Griechenland  aufgehalten  und  sich  in  einem  laufenden  Asylverfahren  befunden,  mithin  er  seinen  Angaben  zufolge  in  Griechenland  über  eine  rote  Identitätskarte  verfügt  habe.  Er  habe  seinen  Lebensunterhalt  selbst  verdienen  können,  mit  seinem Verdienst seine Reise in die Schweiz finanziert und anlässlich der  Gesuchseinreichung  einen  Betrag  von  1'205.–  Euro  auf  sich  getragen.  Für  die  weiteren  Ausführungen  des  BFM  –  namentlich  betreffend  die  Eröffnungsmodalitäten  und  die  Frage  der  Möglichkeit  einer  rechtswirksamen  Beschwerde  –  ist  auf  die  Akten  zu  verweisen,  soweit  nicht nachfolgend darauf eingegangen wird (vgl. E. 4). J.  Mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  8. Oktober  2009 wurde der Beschwerdeführer unter Zustellung der vorinstanzlichen  Vernehmlassung  zur  Stellungnahme  eingeladen.  Dabei  wurde  das 

D­5556/2009 erneute Gesuch um Anordnung der Rückführung des Beschwerdeführers  abgewiesen  und  diesbezüglich  festgehalten,  aufgrund  der  vorgelegten  Beweismittel  bestehe  kein  Anlass  zur  Annahme  einer  unmittelbar  anstehenden Wegweisung aus Griechenland in den Iran.  K.  Am  14.  Oktober  2009  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  eine  Stellungnahme  zu  den  Akten  reichen.  In  seiner  Eingabe  hielt  er  vorab  an  seinen  Rügen  betreffend  die  Eröffnungsmodalitäten  der  angefochtenen  Verfügung,  respektive  an  seinen Vorbringen betreffend übermässig verkürzter Fristen im Falle von  Dublin­Verfahren,  sowie  betreffend  die  Frage  der  Möglichkeit  einer  rechtswirksamen  Beschwerde  fest  (vgl.  E.  4).  Im  Weiteren  erklärte  er  unter Verweis auf die  in Griechenland herrschenden Verhältnisse sowie  die  andauernde  Kritik  am  griechischen  Asylsystem  die  vom  BFM  aufgezeigte  Unterscheidung  zwischen  "besonders  verletzlichen"  und  anderen  Personen  als  nicht  nachvollziehbar,  mithin  Griechenland  mit  allen Asylverfahren überfordert und in  jedem Einzelfall ein gleichwertiger  Zugang zu einem Asylverfahren fraglich sei.  L.  Nachdem  das  BFM  über  die  Medien  eine  teilweise  Praxisänderung  im  Falle  von  Dublin­Verfahren  mit  Bezug  zu  Griechenland  kommuniziert  hatte,  wurde  die  Vorinstanz  mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  3.  Februar  2011  erneut  zur  Vernehmlassung eingeladen.  M.  Mit  Eingabe  vom  9. Februar  2011  liess  der  Beschwerdeführer  eine  Kostennote seines Rechtsvertreters einreichen.  N.  In seiner zweiten Vernehmlassung vom 18. Februar 2001 hielt das BFM  an  der  angefochtenen  Verfügung  wiederum  fest  und  beantragte  eine  Abweisung  der  Beschwerde.  Dabei  führte  das  Bundesamt  aus,  die  mit  Medienmitteilung  vom  26. Januar  2011  kommunizierte  Praxisänderung  habe  zur  Folge,  dass  im  Falle  von  Griechenland  mehrheitlich  keine  Dublin­Verfahren mehr durchgeführt würden. Werde  jedoch  im Einzelfall  festgestellt,  dass  einer  asylsuchenden  Person  der  Zugang  zum  Asylverfahren  in  Griechenland  möglich  gewesen  sei  und  sie  dort  über  eine Unterkunft verfügt habe, so werde an der Durchführung des Dublin­

D­5556/2009 Verfahrens  festgehalten.  Bei  Personen,  welche  wie  der  Beschwerdeführer  bereits  rücküberstellt  worden  seien,  würden  diese  Kriterien  restriktiver  angewandt.  In  seinem  Fall  ergebe  sich,  dass  er  in  Griechenland  Zugang  zum  Asylverfahren  gehabt  habe,  sein  Gesuch  jedoch gemäss den Akten aufgrund seiner Landesabwesenheit eingestellt  worden sei. Dem Beschwerdeführer sei es indes zuzumuten, sich um die  Wiederaufnahme des Verfahrens zu bemühen, zumal er in Griechenland  soweit  ersichtlich  bereits  anwaltliche  Unterstützung  gefunden  habe.  Daneben  verwies  das  BFM  auf  den  wiederum  bereits  längerdauernden  Aufenthalt des Beschwerdeführers in Griechenland, während welchem er  – wie bereits in der Vergangenheit – wiederum ein Auskommen gefunden  haben dürfte.  O.  Mit Eingabe vom 2. März 2011 nahm der Beschwerdeführer durch seinen  Rechtsvertreter  zur  zweiten  Vernehmlassung  des  BFM  Stellung.  Dabei  hielt er den vorinstanzlichen Erwägungen entgegen, dass in Griechenland  Personen,  welche  die  Möglichkeit  zur  Stellung  eines  Asylantrages  gefunden hätten, nicht besser gestellt seien, da das Asylverfahren selber  erhebliche  Mängel  aufweise.  Insofern  hätte  das  Bundesamt  –  unter  Beachtung  der  jüngsten  Rechtsprechung  des  Europäischen  Gerichtshofes  für Menschenrechte  (EGMR) – vor der Überstellung nach  Griechenland  prüfen  müssen,  ob  von  den  griechischen  Behörden  die  massgebliche Asylgesetzgebung  tatsächlich angewandt werde. Vor dem  Hintergrund der EGMR­Rechtsprechung habe sich das Bundesamt  zum  heutigen Zeitpunkt um seine Rücküberführung zu bemühen, was ihm vom  BFM  mit  der  Vernehmlassung  vom  18.  Februar  2011  zu  Unrecht  verweigert werde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  unter  anderem  zuständig  für  die  Behandlung  von  Beschwerden  gegen  Verfügungen  des  BFM;  dabei  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl.  dazu  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art.  31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie 

D­5556/2009 Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, SR 173.110]). 1.2. Auf dem Gebiet des Asyls kann mit Beschwerde die Verletzung von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.3.  Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG  sowie Art. 6 und 105 AsylG).  1.4.  Der  Beschwerdeführer  ist  legitimiert  und  die  Beschwerdeeingabe  wurde sowohl frist­ als auch formgerecht eingereicht (Art. 48 Abs.1 VwVG  sowie Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), weshalb auf die  Beschwerde einzutreten ist. 2.  2.1.  Gemäss  der  Bestimmung  von  Art.  34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  –  auf  welche sich die angefochtene Verfügung stützt – wird auf Asylgesuche in  der  Regel  nicht  eingetreten,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist.  2.2. Nachdem der Beschwerdeführer sowohl gemäss Verzeichnung in der  Eurodac­Datenbank  als  auch  seinen  eigenen  Angaben  vor  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  bereits  in  Griechenland  einen  Asylantrag  eingereicht  hat,  ist  gemäss  den  einschlägigen  Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren  –  neben  der  Dublin­II­VO  namentlich  die  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Dublin­II­VO  (DVO  Dublin)  und  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen; DAA, SR 0.142.392.68]) –  grundsätzlich  dieser  Staat  für  die  Prüfung  des  Asylantrages  zuständig.  Gemäss den Akten wurde  von Seiten Griechenlands das Ersuchen des  BFM  um  eine  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers  (nach  Art.  16  Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO) innert der vorliegend massgeblichen Frist von 

D­5556/2009 zwei Wochen nicht beantwortet, womit Griechenland seine Zuständigkeit  gemäss  Dubliner  Verfahrensregelung  aufgrund  der  so  genannten  Verfristung akzeptiert hat (Art. 20 Abs. 1 Bst. b und c Dublin­II­VO). Damit  sind  die  Voraussetzungen  für  einen  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. AsylG grundsätzlich erfüllt. 3.  3.1.  Im  Falle  von  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin  zu  überprüfen  (Art.  32  ­  35  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  des  Bundesverwaltungsgerichts  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt,  ob  das  BFM  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist  (vgl.  dazu  BVGE 2007/8 E. 2.1 mit weiterem Hinweis).  3.2.  Die  Frage,  ob  der  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in  seine  Heimat  einer  asylrelevanten  Verfolgung  ausgesetzt  wäre,  bildet  damit  nicht  Gegenstand  des  Verfahrens.  Auch  die  Frage  einer  vorläufigen  Aufnahme  aufgrund  einer  eventuellen  Unzulässigkeit  oder  Unzumutbarkeit der Wegweisung nach Art. 44 Abs. 2 AsylG  ist  im Falle  von Dublin­Verfahren nicht Prozessgegenstand.  Zu prüfen  ist  hingegen,  ob das BFM von seinem Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­ VO  hätte  Gebrauch  machen  müssen  (vgl.  unten,  E.  5).  Aufgrund  der  nachstehend  aufgezeigten  Umstände  drängt  sich  zudem  die  Prüfung  formeller Mängel der angefochtenen Verfügung auf.  4.  4.1. Aus  den  Akten  ergibt  sich,  dass  die  Verfügung  des  BFM  vom  18.  August 2009 nicht von der Vorinstanz, sondern – in deren Auftrag – durch  die  kantonalen  Behörde  eröffnet  wurde.  Gemäss  dem  entsprechenden  Auftrag sollte die Verfügung des BFM dem mandatierten Rechtsvertreter  vorab  per  Telefax­Kopie  und  später  per  Post  zugestellt  und  dem  Beschwerdeführer  in Kopie ausgehändigt werden. Gemäss Auskunft der  zuständigen  kantonalen  Behörde  vom  8.  September  2009  erfolgte  die  Eröffnung  jedoch  entgegen  diesen  ausdrücklichen  Anordnungen  im  Original  an  den  Beschwerdeführer  und  an  den  Rechtsvertreter  nur  per  Telefax­Kopie.  Die  Eröffnung  erfolgte  zudem  erst  zwei  Wochen  nach  Erlass der angefochtenen Verfügung und kurz vor dem Vollzug der vom  BFM angeordneten sofortigen Wegweisung aus der Schweiz.  4.2.  Der  im  vorliegenden  Dublin­Verfahren  vom  BFM  verfolgte  Ansatz  – die Anordnung einer sofortigen Wegweisung aus der Schweiz und die 

D­5556/2009 Eröffnung der angefochtenen Verfügung erst kurz vor der Umsetzung des  Wegweisungsvollzuges  –  folgte  einer  vom  BFM  mittlerweile  aufgegebenen  Praxis,  welche  vom  Bundesverwaltungsgericht  mit  Grundsatzurteil  vom 2. Februar 2010 als nicht gesetzeskonform erkannt  worden ist (vgl. dazu BVGE 2010/1 E. 4 S. 9 ff.). Vor dem Hintergrund der  Feststellungen des Bundesverwaltungsgerichts betreffend die mangelnde  gesetzliche Grundlage für eine Anordnung der sofortigen Wegweisung in  Dublin­Verfahren,  aber  auch  vor  dem  Hintergrund  der  zum  damaligen  Zeitpunkt nicht formgerechten Eröffnung direkt an den Beschwerdeführer,  statt  an  seinen mandatierten Rechtsvertreter  (vgl.  Art.  11 Abs.  1  und  3  VwVG, mithin Art. 13 Abs. 5 AsylG erst seit dem 1. Januar 2011 in Kraft  steht),  rügt  der  Beschwerdeführers  zu  Recht  die  Modalitäten  der  Eröffnung der angefochtenen Verfügung.  4.3.  Dem  Rechtsvertreter  wurde  die  Verfügung  nur  per  Telefax­Kopie  eröffnet.  Nach  Art.  34  Abs.  1  VwVG  eröffnet  die  Behörde  Verfügungen  den  Parteien  schriftlich.  Eine  nach  der  Ausnahmeregelung  von  Art.  13  Abs. 1 und 2 AsylG mögliche mündliche Eröffnung hätte gewissen Regeln  zu  folgen,  welche  in  casu  ohnehin  nicht  berücksichtigt  wurden.  Nach  weiterhin  geltender  Rechtsprechung  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission (ARK) beinhaltet das klare gesetzliche Erfordernis  der Schriftlichkeit einer Verfügung nach Art. 34 VwVG nach allgemeinem  Verständnis  und Bundesgerichtsrechtsprechung  eine Originalunterschrift  der  verfügenden  Behörde.  Eine  faksimilierte  oder  kopierte  Unterschrift  erfüllt diese Anforderungen nicht, weshalb eine Eröffnung per Telefax an  sich als mangelhaft zu qualifizieren  ist. Dies  ist vorliegend auch deshalb  der  Fall,  weil  die  Konstellation  der  Dublin­Verfahren  nicht  unter  den  damaligen Art.  13 Abs.  3  oder  4  AsylG  subsumiert  werden  kann.  Trotz  dieses  Mangels  ist  die  Eröffnung  indessen  rechtsgültig,  wenn  eine  Irreführung  oder  andere  Benachteiligung  des  Beschwerdeführers  (im  Sinne  von  Art.  38  VwVG)  ausgeschlossen  werden  kann  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1993  Nr.  30  E.  6a).  Ein  Verdacht  der  Irreführung  oder  eine  Benachteiligung  durch  die  Eröffnung  per  Telefax  ergibt sich vorliegend jedoch weder aus den Akten noch wird dies geltend  gemacht.  Die  mangelhaften  Eröffnung  ohne  Originalunterschrift  brachte  demnach keinen Rechtsnachteil mit sich. 4.4. Wie vom Beschwerdeführenden jedoch zu recht moniert, erfolgte im  vorliegenden  Verfahren  der  Vollzug  der  Wegweisung  innert  nur  zwei  Tagen  respektive  sogar  etwas  weniger  als  48  Stunden  nach  der 

D­5556/2009 Eröffnung  der  angefochtenen  Verfügung.  Diese  Frist  ist  äusserst  kurz.  Gemäss  herrschender  Praxis  und  zwischenzeitlich  eingeführten  gesetzlichen  Grundlagen  ist  zwischen  Eröffnung  und  Vollzug  eine  angemessene  Frist  zu  wahren,  damit  die  Beschwerdeinstanz  prüfen  kann,  ob  im  Zielstaat  bis  zum  Entscheid  in  der  Hauptsache  allenfalls  EMRK­Verletzungen drohen (vgl. BVGE 2010/1). Dieser Rechtsprechung  gemäss  war  ein  Vollzug  so  kurz  nach  Entscheideröffnung  damit  nicht  rechtmässig,  weshalb  der  Rüge  des  Beschwerdeführers  insofern  stattzugeben  ist.  Anzumerken  ist  immerhin,  dass  die  vom  Bundesverwaltungsgericht  festgelegte  Praxis  im  Zeitpunkt  der  Entscheideröffnung  im  vorliegenden Verfahren  noch  nicht  existierte  und  dem im Asylbereich versierten Rechtsvertreter zuzumuten gewesen wäre,  am Tag  nach  der Eröffnung  des Nichteintretensentscheides  die  nötigen  Schritte einzuleiten,  insbesondere eine kurze Beschwerde mit Gesuchen  um  Fristansetzung  zur  Beschwerdeergänzung  und  Aussetzung  des  Vollzugs einzureichen. Dies insbesondere, weil die Praxis des BFM zum  sofortigen  Vollzug  bereits  allgemein  bekannt  und  bereits  am  7.  August  2009  Akteneinsicht  gewährt  worden  war.  Ob  allein  dieser  Verfahrensmangel zur Kassation der angefochtenen Verfügung zu führen  vermöchte, kann aufgrund der nachfolgenden Erwägungen aber ohnehin  offen bleiben. 5.  5.1.  Im  Falle  des  Beschwerdeführers  ist  –  wie  vorstehend  aufgezeigt –  grundsätzlich  Griechenland  für  die  Prüfung  des  Asylantrages  zuständig  (im Sinne von Art. 3 Abs. 1 Dublin­II­VO). Nach der Bestimmung von Art.  3  Abs. 2  Dublin­II­VO  –  auf  welche  sich  der  Beschwerdeführer  beruft –  kann  die  Schweiz  jedoch  ein  Asylgesuch  materiell  prüfen,  auch  wenn  nach  den  einschlägigen  Kriterien  der  Dublin­II­VO  ein  anderer  Staat  zuständig  wäre  (Selbsteintrittsrecht).  Diese  Bestimmung  ist  nicht  direkt  anwendbar, sondern kann nur in Verbindung mit einer anderen Norm des  nationalen  oder  internationalen  Rechts  angerufen  werden  (BVGE  2010/45  E. 5).  Droht  indes  ein  Verstoss  gegen  übergeordnetes  Recht,  namentlich  ein Verstoss gegen eine  zwingende Norm des Völkerrechts,  so  besteht  ein  einklagbarer  Anspruch  auf  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  (BVGE  2010/45  E. 7.2.;  Christian  Filzwieser/Andrea  Sprung,  Dublin  II­Verordnung,  3.  Aufl.,  Wien/Graz  2010,  K8  zu  Art. 3).  Erweist sich demnach im Einzelfall, dass durch die Überstellung nach den  Bestimmungen zur Dublin­II­VO das Refoulement­Verbot nach Art. 33 FK  oder  die  Garantien  nach  der  EMRK,  des  Internationalen  Paktes  über  bürgerliche  und  politische  Rechte  (UNO­Pakt  II,  SR 0.103.2),  des 

D­5556/2009 Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (Folterkonvention;  FoK,  SR 0.105)  verletzt  würden,  so  muss  vom  Selbsteintrittsrecht Gebrauch gemacht werden. 5.2.  Vom  Beschwerdeführer  wurde  zur  Hauptsache  geltend  gemacht,  dass  er  in Griechenland  –  aufgrund  eines  vollständigen Versagens  des  griechischen Asylsystems – weder mit einer angemessenen Behandlung  noch  mit  einem  ordentlichen  Asylverfahren  rechnen  könne.  In  Griechenland würden  für Asylsuchende vielmehr unzumutbare Zustände  herrschen  und  ihm  drohe  namentlich,  dass  er  von  Griechenland  ohne  eine  Prüfung  seiner  Asylgründe  in  die  Heimat  abgeschoben  werde,  weshalb das BFM vom Selbsteintrittsrecht nach Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO  Gebrauch  zu  machen  habe.  Das  BFM  hat  im  Verlauf  des  Beschwerdeverfahrens seine ursprüngliche Position, wonach im Falle von  Griechenland  keine  Gründe  gegen  die  Zulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sprächen,  zumindest  teilweise  revidiert,  im  Resultat  aber  daran  festgehalten,  dass  im  konkreten  Fall  an  der  Rückführung  nach  Griechenland  festzuhalten  sei,  da  der  Beschwerdeführer  bereits  Zugang  zum  griechischen  Asylverfahren  gefunden habe und er im Weiteren auch in der Lage sei, in Griechenland  sein Auskommen zu bestreiten.  5.3.  Vor  dem  Hintergrund  der  zunehmend  manifesten  Probleme  der  griechischen  Behörden  bei  der  Behandlung  von  Asylsuchenden  (vgl.  dazu  das  Urteil  des  Europäischen  Gerichtshof  für  Menschenrechte  [EGMR]  in der Sache M.S.S.  gegen Belgien und Griechenland vom 21.  Januar  2011)  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Frage  der  Zulässigkeit  von  Rücküberstellungen  nach  Griechenland  einer  eingehenden  Prüfung  unterzogen.  Dabei  hat  sich  bestätigt,  dass  Griechenland mit  der Betreuung  und Behandlung  der  grossen Zahl  von  Asylsuchenden  im  Land  weitgehend  überfordert  ist  und  dass  das  griechische  Asylsystem  erhebliche  Mängel  aufweist  (vgl.  dazu  zur  Publikation vorgesehenes Urteil D­2076/2010 vom 16. August 2011).  Im  Rahmen  der  Prüfung  wurde  vom  Bundesverwaltungsgericht  namentlich  erkannt, dass für Personen, welche nach den Bestimmungen zum Dublin­ Verfahren  nach  Griechenland  rücküberstellt  werden,  vorab  das  Risiko  besteht,  direkt  nach  ihrer  Ankunft  für  längere  Zeit  und  unter  teils  nicht  tragbaren  Bedingungen  in  Administrativhaft  genommen  zu  werden.  Diesbezüglich musste festgestellt werden, dass sich die Administrativhaft  – aufgrund  der  unbestimmten  Dauer,  aber  gerade  auch  aufgrund  der 

D­5556/2009 Unterbringungsverhältnisse  –  häufig  als  mit  Art. 3  EMRK  unvereinbar  erweist  (a.a.O.  E.  4.1  und  4.8).  Wird  andererseits  rücküberstellten  Personen  die  Einreise  nach  Griechenland  bewilligt,  so  sind  sie  –  wie  praktisch alle Asylsuchenden in Griechenland – in der Regel komplett auf  sich alleine gestellt, da die von den griechischen Behörden zur Verfügung  gestellte Infrastruktur in keinem Verhältnis zur Anzahl der Asylsuchenden  steht. Griechenland ist damit im Regelfall nicht in der Lage, hinreichende  Aufnahmebedingungen  zu  schaffen.  Vielmehr  besteht  das  Risiko,  dass  grundlegende Ansprüche  von Asylsuchenden  verletzt werden  (a.a.O. E.  4.3, 4.9 und 4.10). Schliesslich gestaltet sich für Asylsuchende auch der  Zugang  zum  griechischen  Asylverfahren  als  sehr  schwierig,  und  das  Verfahren selbst genügt allzu oft grundlegenden Anforderungen nicht. So  unterstehen  Asylsuchende  einer  Meldepflicht,  welche  jedoch  aus  faktischen  Gründen  nur  mit  grosser  Mühe  einzuhalten  ist.  Viele  Asylsuchende  rutschen  daher  in  die  Illegalität  ab  (a.a.O.  E.  4.2).  Zum  anderen  weist  das  Asylverfahren  selbst  erhebliche  Mängel  auf,  mithin  Asylsuchende  –  mangels  Übersetzung  und  juristischer  Unterstützung –  häufig  nicht  in  der  Lage  sind,  ihre  Asylgründe  tatsächlich  einzubringen  und  im  Falle  eines  negativen  Entscheides  von  ihrem  Beschwerderecht  Gebrauch zu machen. Dabei  ist  sowohl die erste  Instanz,  insbesondere  aber  auch  die  zweite  Instanz  vollständig  überlastet,  was  zusätzlich  zu  überlangen Verfahrensdauern führt. Das griechische Asylverfahren weist  weitere  zum  Teil  sehr  erhebliche  Defizite  auf,  womit  im  Resultat  die  Rechtsweggarantien  nach  Art.  13  EMRK  sehr  oft  nicht  erfüllt  werden  (a.a.O. E.  4.4 und 4.7). Wer  sich nicht  um eine Registrierung  kümmert,  oder  dazu  aufgrund  der  faktischen Erschwernisse  nicht  in  der  Lage  ist,  rutscht wie erwähnt  in die  Illegalität.  In diesem Falle – unter Umständen  aber  auch bei  noch  laufenden Asylverfahren  –  droht  eine Abschiebung,  namentlich in Richtung der Türkei, gegebenenfalls aber auch direkt in den  Heimatstaat (a.a.O. E. 4.5).  5.4. Aufgrund der vorstehend beschriebenen Umstände – namentlich der  nachweislichen  Verletzung  internationaler  Verpflichtungen  durch  die  griechischen  Behörden,  insbesondere  nach  Art.  3  und  13  EMRK  aber  auch nach Art.  33 FK –  ist  das Bundesverwaltungsgericht  zum Schluss  gelangt,  dass  im  Falle  von  Griechenland  die  Vermutung  eines  konventionsgemässen Verhaltens des Dublin­Vertragsstaates – welches  im  Falle  von  Verfahren  nach  den  Bestimmungen  zur  Dublin­II­VO  vorausgesetzt  wird  (vgl.  dazu  wiederum  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts D­2076/2010 vom 16. August 2011; E. 2.6) –  nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

D­5556/2009 In  diesem  Zusammenhang  bleibt  aber  gleichzeitig  festzuhalten,  dass  auch  vor  dem  Hintergrund  der  festgestellten  Unzulänglichkeiten  des  griechischen Asylsystems nicht  von einer generellen Unzulässigkeit  von  Rückführungen  nach  Griechenland  auszugehen  ist;  den  besonderen  Umständen des Einzelfalles  ist weiterhin Rechnung zu  tragen, womit  im  Einzelfall  –  wenn  günstige  Voraussetzungen  vorliegen  –  an  der  Rückführung  nach  Griechenland  festgehalten  werden  kann  (vgl.  a.a.O.  E. 4.13  m.w.H.).  So  sei  ausnahmsweise  eine  Rückführung  nach  Griechenland  möglich,  wenn  davon  ausgegangen  werden  könne,  dass  der  Asylsuchende  den  unmenschlichen  Bedingungen  einer  Haft  am  Flughafen  entgehen  und  das  Risiko  des  direkten  oder  indirekten  Refoulements  ausgeschlossen  werden  könne.  Dies  sei  insbesondere  dann  der  Fall,  wenn  die  betroffene  Person  über  ein  dauerndes  Aufenthaltsrecht verfüge. 5.5.  5.5.1.  Aus  den  vom  Beschwerdeführer  vorgelegten  Beweismitteln  geht  hervor,  dass  ihm anlässlich  seiner Rückführung  nach Griechenland  von  den griechischen Behörden umgehend die Wiedereinreise erlaubt worden  ist, verbunden mit der Aufforderung, sich wiederum in das Asylverfahren  einzugliedern.  Zwar  wurde  ihm  gemäss  den  vorgelegten  Beweismitteln  noch  am  Tag  seiner  Rückkehr  –  am  4.  September  2009  –  von  der  zuständigen  Polizeibehörde  eröffnet,  dass  sein  Asylgesuch  in  Griechenland  am 3. Juni  2009  abgewiesen worden  sei. Dabei wurde  er  aber gleichzeitig auf die Möglichkeit der Beschwerdeeinreichung innert 30  Tagen  hingewiesen,  wie  auch  auf  seine  Verpflichtung,  sich  innert  zwei  Tagen bei der zuständigen Behörde in Athen wiederanzumelden. Die ihn  betreffenden  behördlichen  Mitteilungen  wurden  ihm  dabei  nicht  nur  mittels einer Verfügung  in griechischer Sprache, sondern auch mündlich  – im  Beisein  eines  Übersetzers  –  sowohl  auf  Griechisch  als  auch  auf  Englisch eröffnet. Der Beschwerdeführer hatte demnach anlässlich seiner  Rückkehr  nach  Griechenland  keine  Administrativhaft  zu  erstehen,  sondern ihm wurde umgehend die Wiedereinreise erlaubt.  5.5.2.  Ausserdem  ist  aufgrund  der  Akten  zu  schliessen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Lage  war,  trotz  der  schwierigen  Aufnahmebedingungen  zumindest  vorübergehend  ein  Auskommen  zu  finden. So hielt er sich vor seiner Reise  in die Schweiz über ein Jahr  in  Griechenland  auf.  Nachdem  er  über  eine  …  [höhere  Fachausbildung]  verfügt und bereits in der Türkei während drei Jahren als Koch tätig war,  hat  er  seinen  Angaben  zufolge  …  in  Griechenland  in  der  Hotellerie 

D­5556/2009 gearbeitet, und zwar während acht Monaten in einem Hotel auf der Insel  Z._______.  Später  sei  er  dann  mit  gefälschten  ...  Papieren  auf  dem  Luftweg  von  Griechenland  nach  Italien  gereist,  von  wo  er  die  Schweiz  erreicht habe. Nachdem die Beschaffung von reisetauglichen gefälschten  Papiere  erfahrungsgemäss  relativ  kostspielig  ist,  der  Beschwerdeführer  bei  seiner Einreise  in  die Schweiz  aber  immer  noch  über Barmittel  von  1'205.–  Euro  verfügte  (vgl.  act.  A2),  darf  ohne  weiteres  geschlossen  werden,  er  habe  während  seines  Aufenthalts  in  Griechenland  ein  gut  bezahltes Auskommen gefunden und Kontakte knüpfen können, die  ihm  bei  der  Wiedereinreise  dienlich  gewesen  sein  dürften.  Immerhin  ist  anzumerken,  dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  gemäss  illegal in einem Hotel in Z._______ tätig war.  5.5.3. Ausschlaggebend ist jedoch, dass der Beschwerdeführer über kein  dauerhaftes  Aufenthaltsrecht  in  Griechenland  verfügt,  weshalb  ihm  ein  Refoulement  in den  Iran ohne  rechtsstaatlichen Ansprüchen genügende  Prüfung  der  Verfolgungsvorbringen  im  Sinne  der  publizierten  Praxis  droht.  Aufgrund  der  gegebenen  Aktenlage  bleibt  zwar  unklar,  ob  dem  Beschwerdeführer  im  Heimatstaat  tatsächlich  das  Risiko  einer  menschenrechtswidrigen  Behandlung  droht,  zumal  er  angab,  legal  mit  seinen  eigenen  Papieren  ausgereist  zu  sein  (vgl.  Urteil  des  EGMR  in  Sachen M.S.S.  gegen  Belgien  und Griechenland  vom  21.  Januar  2011  § 294,  § 296f.  und  § 344).  Er  brachte  jedoch  vor,  aufgrund  einer  prowestlichen Einstellung mehrfach Probleme mit der Sittenpolizei gehabt  zu  haben  und  auch  inhaftiert  worden  zu  sein.  Ausserdem  hat  er  angegeben, in Y._______ zum Christentum konvertiert zu sein, was unter  gewissen Umständen  zu Verfolgungshandlungen  im Heimatstaat  führen  kann.  Die  Aktenlage  bedingt  demnach  eine  eingehendere  Auseinandersetzung  mit  den  Asylvorbringen.  Zwar  hatte  der  Beschwerdeführer  Zugang  zu  anwaltlicher  Unterstützung  gefunden,  womit  sich  seine  Position  im  griechischen  Asylverfahren  wesentlich  besser darstellen dürfte, als jene von anderen Asylsuchenden. Jedenfalls  ist  davon  auszugehen,  dass  es  ihm  dadurch  gelungen  ist,  sein  Asylverfahren  wieder  aufnehmen  zu  lassen  und  rechtliches  Gehör  zu  finden. Dies allein genügt jedoch nicht, um die aufgedeckten Mängel des  griechischen  Asylsystems  aufzuwiegen,  auch  unter  diesen  Umständen  droht  letztlich  eine  ungenügende  Prüfung  der  Asylgründe  (vgl.  BVGE  2010/1; E. 4.4 und 4.11). Demzufolge kann eine Verletzung von Art. 13  EMRK  in  Verbindung  mit  Art. 3  EMRK  durch  Griechenland  nicht  mit  genügender Sicherheit ausgeschlossen werden. 

D­5556/2009 5.6.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  das  BFM  im  Falle  des  Beschwerdeführers  gehalten  war,  zufolge  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzuges nach Griechenland vom Selbsteintrittsrecht nach  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO  Gebrauch  zu  machen.  Der  Nichteintretensentscheid  des  BFM  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs. 2  Bst. d AsylG ist daher aufzuheben.  6.  Unter  den  gegebenen  Umständen  ist  dem  Beschwerdeführer  die  Wiedereinreise in die Schweiz zu gestatten. 7.  7.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem  Beschwerdeführer  keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  7.2.  Dem  Beschwerdeführer  ist  sodann  eine  angemessene  Parteientschädigungen  für  die  ihm  aus  der  Beschwerdeführung  erwachsenen, notwendigen Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG).  Aufgrund der als angemessen erscheinenden Kostennote, zuzüglich des  nachträglich  angefallenen  Aufwandes,  ist  der  Aufwand  des  Beschwerdeführers durch das BFM mit Fr. 1'500.– zu entschädigen.

D­5556/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen.  2.  Die Verfügung des BFM vom 18. August 2009 wird aufgehoben und die  Sache im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 3.  Dem  Beschwerdeführer  ist  durch  das  BFM  die  Wiedereinreise  in  die  Schweiz zu gestatten. 4.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5.  Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung  im  Betrag  von  Fr.  1'500.–  (inkl.  Auslagen)  auszurichten. 6.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer Versand:

D-5556/2009 — Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 D-5556/2009 — Swissrulings