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Bundesverwaltungsgericht 30.09.2011 D-5339/2011

30 settembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,094 parole·~5 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. September 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­5339/2011 law/rep Urteil   v om   3 0 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. September 2011 / N (…).

D­5339/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  eigenen  Angaben  zufolge  ein  eritreischer  Staatsangerhöriger  aus  B._______  (Zone  C._______)  mit  letztem  Wohnsitz  in  D._______  (ebenfalls  Zone  C._______),  Eritrea  nach  eigenem  Bekunden  im  März  2011  verliess  und  am  27. März  2011  via  Sudan und Libyen nach Italien gelangte, das er – ohne jemals behördlich  kontrolliert worden zu sein – in der Folge wieder verliess und am 13. April  2011  illegal  in  die  Schweiz  einreiste,  um  gleichentags  um  Asyl  nachzusuchen, dass  am  29. April  2011  eine  summarische  Befragung  des  Beschwerdeführers  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  E._______  stattfand  und  ihm  dabei  das  rechtliche  Gehör  zu  einer  möglichen Zuständigkeit  Italiens  für das vorliegende Verfahren sowie zu  einer allfälligen Wegweisung dorthin gewährt wurde, dass das BFM am 13. Juli  2011 die  italienischen Behörden gestützt auf  Art. 10 Abs. 1 der Verordnung Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar  2003  zur  Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den  ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat  (Dublin­II­VO), darum ersuchte, den Beschwerdeführer aufzunehmen, dass  das  BFM  den  italienischen  Behörden  am  20. September  2011  mitteilte,  Italien  sei  gestützt  auf  Art. 18  Abs. 7  Dublin­II­VO  zur  Prüfung  des Asylgesuchs zuständig, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  20. September  2011  –  eröffnet  am  23. September  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Italien  verfügte,  den  Beschwerdeführer  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach  Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, feststellte, der Kanton Zürich sei  verpflichtet,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  dem  Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis  aushändigte,  und  feststellte,  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  26. September  2011  (Datum  Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  beantragte,  die 

D­5339/2011 angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen,  sich für das vorliegende Asylverfahren für zuständig zu erklären, dass  er  zudem  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte,  der  Beschwerde sei  im Sinne vorsorglicher Massnahmen die aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  und  die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  von  einer  Überstellung  nach  Italien  abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschieden  habe, und es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  27. September  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i. V. m.  Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG;  Art.  105  AsylG  i. V. m.   Art. 37  VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen  ist, ob das  BFM  gestützt  auf  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des 

D­5339/2011 Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten  ist und  infolgedessen die  Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  sich  aus  den  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  seiner  Anhörung  im  EVZ  Kreuzlingen  am  29. April  2011  ergibt,  dass  dieser  am  27   März  2011  nach  Italien  gelangte,  sich  anschliessend  während  etwa  einer  Woche  auf  einem  landwirtschaftlichen  Gelände  versteckte  und  anschliessend  am  14.   April  2001  illegal  per  Zug  in  die  Schweiz einreiste, dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  zwar  die  Ansicht  vertritt, es gebe keinen Grund, die Zuständigkeit Italiens für die materielle  Behandlung  seines  Asylgesuches  zu  bejahen,  da  in  Italien  kein  EURODAC ­Treffer vorliege, er kein Visum für Italien besessen habe und  dort auch kein Asylgesuch gestellt habe, dass,  wird  auf  der  Grundlage  von  Beweismitteln  oder  Indizien  gemäss  den  beiden  in  Artikel  18  Absatz  3  genannten  Verzeichnissen,  einschliesslich  der  Daten  nach  Kapitel  III  der  Verordnung  (EG)  Nr. 2725/2000  festgestellt,  dass  ein  Asylbewerber  aus  einem  Drittstaat  kommend  die  Land­,  See­  oder  Luftgrenze  eines  Mitgliedstaats  illegal  überschritten  hat,  dieser  Mitgliedstaat  für  die  Prüfung  des  Asylantrags  zuständig ist (Art. 10 Abs. 1 Dublin­II­VO), dass  die mündlichen  Ausführungen  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  sich vor  seiner Einreise  in die Schweiz  illegal  in  Italien aufgehalten hat,  ein  klares  Indiz  dafür  bilden,  dass  Italien  gestützt  auf  Art. 10  Abs. 1 

D­5339/2011 Dublin­II­VO als Mitgliedstaat des Dublin­Abkommens für die Behandlung  des  vorliegenden  Asylgesuchs  –  ungeachtet  eines  EURODAC­Treffers  oder einer Visumserteilung durch Italien – zuständig ist, dass  das BFM  bei  dieser  Sachlage  und  der  innert  Frist  seitens  Italiens  unbeantwortet  gebliebenen  (Art. 18  Abs. 7  Dublin­II­VO)  Anfrage  um  Aufnahme des Beschwerdeführers vom 13. Juli 2011 Italien zu Recht als  für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig erachtet hat, dass  der  Einwand  des  Beschwerdeführers,  die  italienischen  Behörden  hätten  Kapazitätsprobleme  und  seien  nicht  in  jedem  Fall  in  der  Lage,  fristgemäss  zu  antworten  (vgl.  Beschwerde  S. 2  II. Ziff. 1),  an  der  Zuständigkeit Italiens nichts zu ändern vermag, dass der Beschwerdeführer im Weiteren erklärt, er wolle nicht nach Italien  zurückkehren,  da  er  dort  auf  der  Strasse  landen  und  letztlich  auf  sich  allein gestellt  sein würde  (vgl. act. A6/16 S. 10 Ziff. 16 und Beschwerde  S. 2 f. II Ziff. 2), dass Italien indessen unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom  28. Juli1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30),  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105) ist, dass Italien als nach Art. 3 Abs. 1 Dublin­II­VO zuständiger Staat zudem  gehalten  ist,  unter  anderem  die  Richtlinie  2005/85/EG  des  Rates  vom  1. Dezember  2005  über  Mindestnormen  für  Verfahren  in  den  Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  (sog.  Verfahrensrichtlinie)  und  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom  27. Januar  2003  zur  Festlegung  von  Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von Asylbewerbern  in Mitgliedstaaten  (sog. Aufnahmerichtlinie) anzuwenden respektive umzusetzen, dass keine Hinweise dafür bestehen, wonach Italien  in genereller Weise  seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkommen respektive in  völkerrechtswidriger Weise gegen die Verfahrens­ und Aufnahmerichtline  verstossen  würde  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­7654/2010 vom 20. April 2011 E. 5.8.1),

D­5339/2011 dass aufgrund der Aktenlage  insbesondere nicht davon auszugehen  ist,  Italien  werde  den  Beschwerdeführer  in  Verletzung  der  vorgenannten  völkerrechtlichen Abkommen in sein Heimatland zurückschaffen, dass das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende zwar in der Kritik  steht,  in  den  Aufenthalts­  und  Verfahrensbedingungen  für  Personen,  welche  sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten,  indessen kein Vollzugshindernis zu erkennen ist, dass  im  Übrigen  auch  die  allgemeine  Situation  von  Asylsuchenden  in  Italien  nicht  darauf  schliessen  lässt,  der  Beschwerdeführer  würde  bei  seiner  Rückkehr  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  Gefahr  laufen,  die  notwendige  soziale  Hilfe  zur  Bewältigung  des  existenziellen  Lebensbedarfs  nicht  erhalten  und  in  den  –  im  Vergleich  zur  Schweiz –  erschwerten Aufenthaltsbedingungen kein Grund  für eine grundsätzliche  Nichtanwendung  der  einschlägigen  Bestimmungen  der  Dublin­II–VO  zu  erblicken ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D­7654/2010 vom  20. April 2011 E. 5.8.1 mit weiteren Hinweisen), dass  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  bezüglich  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen Strukturen  –  auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und  Flüchtlingen annehmen, dass  beispielsweise  die  Organisation  Arci  con  Fraternità  seit  dem  1. Januar  2009  die  Betreuung  der  Flüchtlinge  im  Flughafen  Fiumicino  (Rom)  organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung anbietet, dass  unter  diesen  Umständen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  die  darauf  hindeuten,  der  Beschwerdeführer  würde  im  Falle einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten, dass,  selbst  wenn  dem  Beschwerdeführer  bei  seiner  Rückkehr  nicht  sofort eine Unterkunft zugeteilt werden könnte, darin noch kein Verstoss  gegen die Aufnahmerichtlinie respektive gegen Art. 3 EMRK zu erblicken  wäre,  zumal  bis  dato  auch  nicht  angenommen  werden  kann,  die  von  Italien  bereitgestellten  Geldleistungen  würden  zur  Deckung  des  notwendigen  Lebensunterhaltes  eines  Asylsuchenden  nicht  ausreichen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­7654/2010  vom  20. April  2011 E. 5.8.1),

D­5339/2011 dass  dem  Beschwerdeführer  ausserdem  die  Möglichkeit  offen  stünde,  sich  mit  Hilfe  einer  Rechtsberatungsstelle  einer  italienischen  Hilfsorganisation  in  Italien  gegen  eine  allfällige  Nichteinhaltung  der  gemäss Aufnahmerichtlinie geltenden Mindeststandards zu wehren, dass  im Weiteren keine  individuellen Erschwernisse ersichtlich  sind, die  einer  Überstellung  des  Beschwerdeführers  nach  Italien  entgegenstehen  könnten, dass  aufgrund  der  Akten  auch  keine  Gründe  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) vorliegen, dass  das  BFM  demzufolge  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9  S. 733,  BVGE 2008/34 E. 9 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass es sich beim Dublin­Verfahren um ein Überstellungsverfahren in den  für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen Staat handelt, dass  deshalb  das  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des  gestützt  auf  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  erfolgenden  Nichteintretensentscheides ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645), dass mithin allfällige völkerrechtliche und humanitäre Vollzugshindernisse  im  Rahmen  der  eventuellen  Anwendung  der  sogenannten  Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der  Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR  142.311])  zu  prüfen  sind,  und  folglich  kein  Raum  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  i.V.m.  Art. 83  Abs. 1­4  des Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20) besteht, dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat,

D­5339/2011 dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass die Gesuche, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu  gewähren  und  es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten,  angesichts  des  vorliegenden  Entscheids  in  der  Hauptsache  gegenstandslos werden, dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde  abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und  5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­5339/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Philipp Reimann Versand: