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Bundesverwaltungsgericht 05.12.2011 D-4468/2009

5 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,327 parole·~7 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung (Beschwerden gegen Wiedererwägungsentscheid) | Asyl und Wegweisung (Beschwerden gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 9. Juni 2009

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­4468/2009 Urteil   v om   5 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren X._______, Iran,   vertreten durch LL.M. lic. iur. Susanne Sadri, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen  Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom  9. Juni 2009 / N_______.

D­4468/2009 Sachverhalt: A.   A.a. Der Beschwerdeführer, ein aus B._______/C._______ stammender  ethnischer  Kurde  mit  letztem  Wohnsitz  in  D._______  (Provinz  E._______), stellte am 25. Juli 2007 ein Asylgesuch  in der Schweiz. Zu  dessen  Begründung  machte  er  im Wesentlichen  geltend,  im  Jahre  (...)  den  Iran wegen der politischen Vergangenheit seines Bruders verlassen  zu  haben,  er  sei  dort  an  den  Universitäten  nicht  zugelassen  worden,  worauf er sich  in F._______ niedergelassen und für die G._______ tätig  geworden  sei.  Da  er  sich  in  F._______  mit  der  Zeit  nicht  mehr  sicher  gefühlt habe, sei er im (...) nach H._______ gereist, wo ihn das Amt des  Hohen  Flüchtlingskommissars  der  Vereinten  Nationen  (UNHCR)  als  Flüchtling anerkannt habe. Nachdem sich die iranischen Behörden im (...)  bei  seinem  Bruder  nach  seinem  Aufenthaltsort  erkundigt  gehabt  hätten  und  er  einen  Monat  später  wiederholt  von  der  Polizei  von  H._______  aufgeboten und zu seinen persönlichen Verhältnissen befragt worden sei,  habe  er  beschlossen,  H._______  zu  verlassen,  da  er  sich  durch  das  polizeiliche Vorgehen bedroht gefühlt habe. A.b.  Mit  Verfügung  vom  24.  November  2008  lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  gestützt  auf  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Auf die gegen  diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 23. Dezember 2008 trat das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  5.  Februar  2009  –  wegen  Nichtbezahlens des Kostenvorschusses – nicht ein. B.  Am  25.  Mai  2009  stellte  der  Beschwerdeführer  beim  BFM  ein  Wiedererwägungsgesuch  und  beantragte  die  Aufhebung  der  ursprünglichen  Verfügung  vom  24.  November  2008,  die  Feststellung  einer  wiedererwägungsrechtlich  massgeblichen  Änderung  der  Sachlage  seit  Erlass  der  ursprünglichen  Verfügung  und  seiner  Flüchtlingseigenschaft,  die  Gewährung  von  Asyl  und  eventualiter  die  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sowie  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme.  Zur  Begründung  führte  er  im  Wesentlichen  eine  massgeblich  veränderte  Sachlage  respektive  das  Vorliegen neuer Tatsachen an. C.  Mit  Verfügung  vom  9.  Juni  2009  trat  das  BFM  auf  das 

D­4468/2009 Wiedererwägungsgesuch nicht ein,  stellte  fest,  dass die Verfügung vom  24. November  2008  rechtskräftig  und  vollstreckbar  sei,  erhob  eine  Gebühr von Fr. 600.­, und hielt fest, einer allfälligen Beschwerde komme  keine aufschiebende Wirkung zu. D.  Der Beschwerdeführer liess durch seinen vormaligen Rechtsvertreter mit  Eingabe  vom  10.  Juli  2009  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben.  Er  beantragte  in  materieller Hinsicht die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 9.  Juni  2009,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die  Feststellung  der  Unzulässigkeit  sowie der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, die Anordnung der  vorläufigen  Aufnahme  in  der  Schweiz,  und  in  prozessualer  Hinsicht  die  Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und den  Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung  wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. E.  Mit  Eingabe  vom  28.  August  2009  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  Bestätigung der G._______ vom (...) zu den Akten. F.  Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 14. September 2009  wurden die Gesuche um Aussetzung des Vollzugs sowie um Verzicht auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  abgewiesen,  und  der  Beschwerdeführer  wurde  gleichzeitig  aufgefordert,  bis  zum  29.  September  2009  einen  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr. 1200.­  einzuzahlen,  unter  Androhung  des Nichteintretens  im Unterlassungsfall.  Zur  Begründung  wurde  angeführt,  dass  die  mit  dem  Wiedererwägungsgesuch  eingereichten  Beweismittel  nicht  geeignet  seien, die geltend gemachte Verfolgung zu belegen, zumal einige dieser  Dokumente bereits mit Beschwerde vom 23. Dezember 2008 eingereicht  worden  seien,  andere  Dokumente  dem  Beweis  von  Sachverhaltselementen  dienten,  die  von  der  Vorinstanz  nicht  bezweifelt  worden  seien,  und  den  übrigen  eingereichten  Unterlagen  mangels  konkreten  Bezugs  zum  Beschwerdeführer  keine  Beweisrelevanz  beigemessen werden  könne. Zudem dürfe ein Wiedererwägungsgesuch  nicht  dazu  dienen,  die  Verbindlichkeit  eines  Verwaltungsentscheides  fortlaufend in Frage zu stellen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 

D­4468/2009 Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr. 17  E. 2b  S. 104). Der Kostenvorschuss wurde am 25. September 2009 einbezahlt. G.  Mit  Eingabe  vom  1.  Oktober  2009  zeigte  die  gegenwärtige  Rechtsvertreterin,  LL.M.  lic.  iur. Susanne Sadri,  die Mandatsübernahme  an  und  legte  als  Beilage  ein  den  Beschwerdeführer  betreffendes  Schreiben des (Nennung Beweismittel) ins Recht. H.  Mit  Verfügung  vom  5.  Oktober  2009  wurden  die  beiden  Rechtsvertretungen  des  Beschwerdeführers  aufgefordert,  bis  am  20.  Oktober 2009 eine gemeinsame Zustelladresse zu bezeichnen, wobei im  Unterlassungsfall  Mitteilungen  und  Entscheidungen  an  die  zuerst  bevollmächtigte Rechtsvertretung gehen würden. I.  Mit  Schreiben  vom  12.  Oktober  2009  teilte  der  vom  Beschwerdeführer  zuerst  bezeichnete  Rechtsvertreter,  I._______,  mit,  dass  das  Vertretungsverhältnis  zwischen  ihm  und  seinem  Mandanten  per  sofort  aufgelöst  sei  und  der  Beschwerdeführer  durch  LL.M.  lic.  iur.  Susanne  Sadri vertreten werde. J.  Mit  Eingabe  vom  7.  Dezember  2009  reichte  der  Beschwerdeführer –  unter Beilage diverser Unterlagen – eine Beschwerdeergänzung zu den  Akten  und  ersuchte  um Anerkennung  seiner  Flüchtlingseigenschaft,  um  Berücksichtigung  des  Non­Refoulement­Prinzips  und  sinngemäss  um  wiedererwägungsweise Aussetzung des Wegweisungsvollzugs. K.  Mit  Verfügung  vom  15.  Dezember  2009  wurde  das  Gesuch  um  wiedererwägungsweise  Aussetzung  des  Vollzugs  der  Wegweisung  abgewiesen  und  festgehalten,  der  Beschwerdeführer  habe  das  weitere  Verfahren  im  Ausland  abzuwarten.  Zur  Begründung  wurde  angeführt,  dass  aus  den  eingereichten  Beweismitteln  hinsichtlich  der  angeführten  exilpolitischen  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  sowie  der  einmaligen  Teilnahme an einer Kundgebung  in der Schweiz nicht abzuleiten sei, er  habe  sich  in  hervorgehobener  Position  für  die  Belange  der  Exil­Iraner  eingesetzt beziehungsweise es handle sich bei ihm um einen besonders 

D­4468/2009 engagierten  und  exponierten  Regimegegner,  weshalb  nicht  davon  auszugehen  sei,  er  müsse  bei  einer  Rückkehr  mit  flüchtlingsrechtlich  relevanter  Verfolgung  durch  die  iranischen  Behörden  rechnen.  Deshalb  sei seine Flüchtlingseigenschaft mangels subjektiver Nachfluchtgründe zu  verneinen. Überdies seien die  Internet­Auszüge zur politischen Situation  im  Iran  –  wie  auch  bereits  die  mit  dem  Wiedererwägungsgesuch  eingereichten Internet­Artikel – mangels konkreten Bezuges zum Beweis  seiner Verfolgung nicht erheblich. L.  Mit Eingabe vom 23. August 2010 legte der Beschwerdeführer (Auflistung  Beweismittel) ins Recht. M.  Mit Schreiben vom 18. Oktober 2010 ersuchte der Beschwerdeführer um  Auskunft,  wann  mit  einem  Entscheid  in  seinem  Verfahren  gerechnet  werden könne. N.  Mit  Eingaben  vom  25.  Juli  und  30.  August  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  weitere  Unterlagen  zu  seinem  fortgesetzten  Engagement  für die G._______  in der Schweiz (Auflistung Beweismittel)  zu  den  Akten  und  erneuerte  gleichzeitig  –  unter  Beilage  von  16  Unterschriftenblättern  –  seine  Anfrage  betreffend  Erledigungszeitpunkt  seiner Beschwerde. O.  Mit  E­Mail­Anfrage  vom  3.  November  2011  verwies  der  Beschwerdeführer auf seine Anfrage vom 30. August 2011 und ersuchte  wiederum  um  Bekanntgabe  des  wahrscheinlichen  Urteilstermins.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beantwortete  die  Anfrage  am  10.  November  2011. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 

D­4468/2009 gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  liegt  in  casu  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht entscheidet demnach endgültig. 1.2. Die Zuständigkeit  des Bundesverwaltungsgerichts  für Beschwerden  gegen  das  Nichteintreten  auf  Wiedererwägungsgesuche  beziehungsweise  die  Ablehnung  von  Wiedererwägungsgesuchen  ergibt  sich  aus  dem  Umstand,  dass  nach  Lehre  und  Praxis  Wiedererwägungsentscheide  grundsätzlich  wie  die  ursprüngliche  Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden  können  (vgl.  BGE  113  Ia  146  f.;  FRITZ  GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983,  S.  220;  URSINA  BEERLI­BONORAND,  Die  ausserordentlichen  Rechtsmittel  in  der  Verwaltungsrechtspflege  des Bundes  und  der Kantone,  Zürich  1985,  S.  174 f.). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.5.  Die  vorliegende  Beschwerde  erweist  sich  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt  –  als  offensichtlich  unbegründet,  weshalb  darüber  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 

D­4468/2009 AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung  eines  Schriftenwechsels  verzichtet. 2.  2.1.  Gemäss  herrschender  Lehre  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  wird  aus  Art.  29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger  Anspruch  auf  Wiedererwägung  abgeleitet  (vgl.  BGE  127  I  133  E.  6  mit  weiteren  Hinweisen). Unter anderem können Revisionsgründe nach Art. 66 VwVG  einen  solchen  Anspruch  begründen,  sofern  sich  diese  auf  eine  rechtskräftige  Verfügung  beziehen,  die  entweder  unangefochten  geblieben oder deswegen niemals einer materiellen Prüfung unterzogen  worden  ist,  weil  das  angehobene  Beschwerdeverfahren  mit  einem  formellen  Prozessurteil  geendet  hat  (qualifiziertes  Wiedererwägungsgesuch in der Variante des Gesuchs um Widerruf einer  ursprünglich  fehlerhaften  Verfügung,  vgl.  EMARK  2003  Nr.  17  E. 2a  S. 103 f.). Die Behörde hat auf ein Wiedererwägungsgesuch hin zunächst  zu prüfen, ob die Voraussetzungen, unter denen sie zum Eintreten auf ein  solches Gesuch verpflichtet wäre, erfüllt  sind. Dabei genügt es zwar  für  die  Zulässigkeit  des  Wiedererwägungsgesuchs,  dass  Umstände,  die  einen  verfassungsmässigen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen  würden,  substanziiert  behauptet  werden.  Sind  dem  Gesuch  nicht  genügend  substanziierte Wiedererwägungsgründe  zu  entnehmen,  so  ist  die  Verwaltungsbehörde  nicht  gehalten,  auf  das Gesuch  einzutreten,  ja  es überhaupt  formell anhand zu nehmen (vgl. EMARK 2003 Nr. 7 E. 4a  S. 44). 2.2.  Bei  der  Eingabe  vom  25.  Mai  2009  handelt  es  sich  um  ein  qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch,  da  das  am  23.  Dezember  2008  angehobene  Beschwerdeverfahren  am  5.  Februar  2009  mit  einem  formellen  Urteil  endete.  Nachdem  das  BFM mit  Verfügung  vom  9.  Juni  2009  auf  das  Wiedererwägungsgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist,  beschränkt  sich  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  einzig  auf  die  Frage,  ob  die Vorinstanz  zu Recht  auf  das Gesuch  nicht  eingetreten ist. 3.   3.1.  Die  Vorinstanz  brachte  zur  Begründung  ihres  Entscheides  im  Wesentlichen  vor,  die  Behörde  habe  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  die  Sachentscheidsvoraussetzungen  kumulativ  erfüllt 

D­4468/2009 seien. In der Begründung des Wiedererwägungsgesuchs seien dieselben  Argumente  vorgebracht  worden  wie  in  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  23.  Dezember  2008.  Es  handle  sich  dabei  im  Wesentlichen  um  eine  Wiederholung  des  bereits  geltend  gemachten  Sachverhalts  mit  Betonung  auf  die  im  Iran  herrschenden  Missstände.  Somit  seien  diese  Vorbringen  bereits  Gegenstand  des  ordentlichen  Verfahrens  gewesen  und  stellten  damit  keine  qualifizierten  Gründe  dar,  die  zu  einer  wiedererwägungsweisen  Überprüfung  der  rechtskräftigen Verfügung  führen könnten.  Im Übrigen würde der Zweck  der  Kostenvorschusspflicht  im  Beschwerdeverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht unterlaufen, wenn eine materielle Prüfung der  Beschwerde,  auf  die  wegen  Nichtleistung  des  angeordneten  Kostenvorschusses  nicht  eingetreten  worden  sei,  mittels  ausserordentlicher  Rechtsmittel  nachgeholt  werden  könnte.  Aus  diesen  Gründen werde auf das Wiedererwägungsgesuch nicht eingetreten. 3.2.  Demgegenüber  hielt  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  an  den  bereits  in  seinem Wiedererwägungsgesuch  vorgebrachten Gründen im Wesentlichen fest und führte an, es treffe zu,  dass die Eingaben vom 23. Dezember 2008 und 25. Mai 2009  teilweise  identisch  seien.  Indessen  sei  zu  berücksichtigen,  dass  im  Wiedererwägungsgesuch neue Beweismittel  genannt worden seien, aus  welchen  die  Verfolgung  von  Mitgliedern  und  Sympathisanten  der  G._______,  deren  Mitglied  er  sei,  hervorgehe.  Er  stamme  aus  einer  politisch engagierten kurdischen Familie und sein Bruder sei im Jahre (...)  von iranischen Sicherheitskräften ermordet worden, weshalb in der Folge  seine  ganze  Familie  ins  Visier  der  iranischen  Behörden  geraten  sei.  Seine  politischen  Aktivitäten  und  die  Mitgliedschaft  bei  der  G._______  seien  dem  iranischen  Geheimdienst  bekannt,  weshalb  er  bei  einer  Rückkehr  in den Iran verhaftet und wegen strafbarer Handlungen gegen  das Regime entsprechend behandelt würde. 4.   4.1.  Der  Beschwerdeführer  reichte  ein  Wiedererwägungsgesuch  ein,  beantragte  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung von Asyl und begründete sein Gesuch mit einer massgeblich  veränderten Sachlage seit Erlass der ursprünglichen Verfügung. Daher ist  zu prüfen, ob ein  im Verhältnis  zur Verfügung vom 24. November 2008  wesentlich  veränderter  Sachverhalt  im  Sinne  der  Wiedererwägung  vorliegt beziehungsweise qualifizierte Wiedererwägungsgründe bestehen.  Wie das Bundesverwaltungsgericht  in seinen Zwischenverfügungen vom 

D­4468/2009 14. September 2009 und vom 15. Dezember 2009 festhielt (vgl. Bstn. F.  und K.),  sind die Voraussetzungen zu einer diesbezüglichen materiellen  Prüfung als nicht erfüllt zu erachten. So wurden etliche der eingereichten  Beweismittel  bereits  mit  der  Beschwerde  vom  23. Dezember  2008  im  ordentlichen  Verfahren  eingereicht,  andere  Beweismittel  dienen  dem  Beweis  von  Sachverhaltselementen,  die  von  der  Vorinstanz  gar  nicht  bezweifelt  wurden,  und  die  übrigen  eingereichten,  die  Vorfluchtgründe  betreffenden  Unterlagen  sind  als  nicht  beweisrelevant  zu  erachten.  An  diesen Schlussfolgerungen ist auch im Urteilszeitpunkt festzuhalten. Zwar  reichte  der  Beschwerdeführer  nach  Ergehen  der  zweiten  Zwischenverfügung  vom  15.  Dezember  2009  weitere  Beweismittel  ein,  die jedoch an der erwähnten Beurteilung nichts zu ändern vermögen. So  sind die neuerlichen Bestätigungsschreiben der G._______ und die Kopie  einer Mitgliederkarte derselben, obwohl eine Mitgliedschaft schon von der  Vorinstanz nicht bestritten wurde, ebenso irrelevant wie – in Ermangelung  eines konkreten Beweises einer Verfolgung – die Unterlagen zur Situation  von oppositionellen Kurden im Iran. 4.2. Was  die  eingereichten  Dokumente  zur  fortgesetzten  exilpolitischen  Aktivität  in  der  Schweiz  und  die  in  diesem  Zusammenhang  stehenden  Ausführungen  anbelangt,  erübrigt  es  sich  in  Anbetracht  der  in  BVGE  2009/28  E. 7.4.3  S.  364  ff.  enthaltenen  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts,  diese  Vorbringen  von  Amtes  wegen  der  Vorinstanz zur Beurteilung zu unterbreiten. Daran vermögen auch die auf  Beschwerdeebene  eingereichten  Dokumente  (Unterschriftsbögen),  die  dem Beschwerdeführer  ein  tadelloses Verhalten  in  der  Schweiz  und  im  Asylwohnheim bestätigen, nichts zu ändern. 4.3. Die Vorinstanz ist unter diesen Umständen zu Recht auf das  Wiedererwägungsgesuch vom 25. Mai 2009 nicht eingetreten. 5.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist somit abzuweisen. 6.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  von  Fr.  1200.–  (Art. 16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 

D­4468/2009 Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  37 VGG  i.V.m. Art.  63 Abs.  1  und  5 VwVG)  und mit  dem  am  25. September  2009  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 1200.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

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