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Bundesverwaltungsgericht 22.07.2011 D-4052/2011

22 luglio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,110 parole·~6 min·2

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 12. Juli 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4052/2011/wif Urteil   v om   2 2 .   Juli   2011   Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli­Busi;   Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), Serbien,  (…), Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuche und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 12. Juli 2011 / N (…).

D­4052/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden, ethnische Roma mit letztem Wohnsitz in  D._______  (Republik  Serbien),  am  18.  November  2002  in  der  Schweiz  erstmals um Asyl nachsuchten, dass das BFM ihr erstes Asylgesuch mit Verfügung vom 30. Januar 2003  ablehnte,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  verfügte  und  den  Vollzug  anordnete, dass die Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) eine gegen diese  Verfügung  gerichtete  –  den  Vollzug  der  Wegweisung  betreffende –  Beschwerde vom 24. Februar 2003 mit Urteil vom 17. März 2003 abwies, dass die Beschwerdeführenden beim BFM am 9. September 2003 durch  ihren damaligen Rechtsvertreter ein Wiedererwägungsgesuch einreichen  liessen, das mit Verfügung vom 15. September 2003 abgewiesen wurde, dass die ARK eine dagegen erhobene Beschwerde vom 16. September  2003 mit Urteil vom 24. September 2003 abwies, dass  die  Beschwerdeführenden  am  11.  Dezember  2003  nach  Serbien  zurückgeführt wurden, dass die Beschwerdeführenden ihr Heimatland eigenen Angaben zufolge  am 21. Mai 2011 verliessen und am folgenden Tag  in der Schweiz zum  zweiten Mal um Asyl nachsuchten, dass  der  Beschwerdeführer  und  sein  älterer  Sohn  bei  den  Kurzbefragungen  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Basel  vom  7.  Juni 2011 und den Anhörungen zu den Asylgründen vom 28. Juni 2011  im Wesentlichen geltend machten, sie hätten Serbien verlassen, weil sie  Probleme mit der Mafia gehabt hätten,  dass der Beschwerdeführer und seine Ehefrau einen Marktstand geführt  hätten, wo sie Früchte und Gemüse verkauft hätten, dass  er  von  drei  Männern  gezwungen  worden  sei,  Schutzgeld  zu  bezahlen, dass  diese  gedroht  hätten,  seine  Kinder  zu  entführen  beziehungsweise  seine Familie umzubringen, falls er nicht bezahle,

D­4052/2011 dass  er  von  diesen  Leuten  drei­  bis  viermal  zu  Hause  aufgesucht  und  bedroht sowie gesucht worden sei, dass er bei der Polizei Meldung erstattet habe, die  ihm aber nicht habe  helfen können oder wollen, dass  er  auch  bei  weiteren  Behörden  oder  Organisationen  vorstellig  geworden sei, die jedoch nichts für ihn hätten tun können, dass er am 8. Juni 2011 seinen in Serbien lebenden Vater angerufen und  erfahren habe, dass zu diesem ein Mann gekommen sei, der ihm gesagt  habe, sie hätten seinen Sohn (in der Schweiz) gefunden, dass  seine  Eltern  nach  seiner  Ausreise  von  den Männern  bedroht  und  geschlagen worden seien und deren Auto in Brand gesetzt worden sei,  dass er am Tag, an dem er  seinen Vater angerufen habe, ein Auto mit  serbischen Kennzeichen gesehen habe, das er gekannt habe, dass er aufgefordert worden sei, stehen zu bleiben und mit den Insassen  des Autos zu sprechen, dass er davongelaufen sei und ihm ein Mann nachgerufen habe, weshalb  er das Schutzgeld nicht bezahlt habe, dass er  zur Stützung  seiner Vorbringen ein Schreiben eines  serbischen  Rechtsanwalts,  ein  Schreiben  der  Schule  seiner  Kinder,  zwei  Katasterauszüge  und  eine  CD  zu  den  Akten  reichte  (act.  C1/1;  Beweismittelumschlag), dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  12.  Juli  2011  –  eröffnet  am  14.  Juli  2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  die  Asylgesuche  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Bundesrat  habe Serbien mit Beschluss  vom 6. März  2009 als  verfolgungssicheren  Staat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet,  weshalb  das  BFM  auf  Asylgesuche  serbischer  Staatsangehöriger  nicht  eintrete, ausser es gebe Hinweise auf eine Verfolgung,

D­4052/2011 dass vorliegend keine derartigen Hinweise ersichtlich seien, dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nicht  überzeugten,  da  sie  äusserst  widersprüchlich,  unsubstanziiert  und  nicht  nachvollziehbar  seien,  dass er nicht in der Lage sei, detailliert und klar darzulegen, wann er von  den Männern  jeweils  zu Hause  aufgesucht  beziehungsweise  angerufen  worden sei, dass er einmal gesagt habe, sie seien am 2. Mai 2011 zu ihm gekommen  und dies sei bis zum 19. Mai 2011 so gegangen, dass  er  danach  gesagt  habe,  sie  seien  am  2.  und  13.  Mai  2011  gekommen, um später davon zu sprechen, sie seien am 19. und 20. Mai  2011 zu ihm nach Hause gekommen, dass er wiederum gesagt habe, am 19. und 20. Mai 2011 sei  ihm  "nur"  telefonisch gedroht worden, dass er – auf diesen Widerspruch angesprochen – gesagt habe, sie seien  am 13., 19. und 20. Mai 2011 bei ihm zu Hause gewesen, dass  er  aufgefordert  worden  sei,  genau  zu  beschreiben,  was  sich  am  19. Mai 2011 bei ihm zu Hause ereignet habe, worauf er erklärt habe, an  diesem Tag hätten sie ihn erinnern wollen, dass er am folgenden Tag das  Geld hätte bezahlen sollen, dies hätten sie aber  telefonisch gemacht, er  habe die Männer am 19. Mai 2011 nicht getroffen,  dass der Beschwerdeführer  oft  nicht  in  der  Lage gewesen sei,  auf  eine  konkret  gestellte  Frage  eine  eindeutige  Antwort  zu  geben,  sondern  Fragen  dahingehend  ausgewichen  sei,  dass  er  bereits  Gesagtes  wiederholt und die Fragen somit nicht beantwortet habe, dass  der  Beschwerdeführer  einmal  gesagte  habe,  er  sei  von  diesen  Leuten  drei­  bis  viermal  gesucht  worden,  während  er  ein  anderes  Mal  davon gesprochen habe, einmal von ihnen gesucht worden zu sein,  dass  seine  Vorbringen  in  keiner  Weise  überzeugten,  woran  auch  die  eingereichten Beweismittel nichts ändern könnten, 

D­4052/2011 dass  sich  die  Lage  der  ethnischen  Minderheiten  in  Serbien  entspannt  habe,  die  Roma  als  ethnische  Minderheit  anerkannt  worden  seien  und  den Schutz des Minderheitengesetzes genössen, dass  vereinzelte  Benachteiligungen  und  Schikanen  gegenüber  Roma  nicht  ausgeschlossen  werden  könnten,  Übergriffe  durch  Drittpersonen  aber Straftaten darstellten, die verfolgt würden, dass bei Untätigbleiben von Behördenvertretern die Möglichkeit bestehe,  die Rechte bei höheren Instanzen einzufordern, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  18.  Juli  2011  (Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhoben und dabei sinngemäss beantragten, die Verfügung  des  BFM  vom  12.  Juli  2011  sei  aufzuheben  und  ihr  Asylgesuch  sei  zu  prüfen, dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  die  Ansetzung  einer  Frist  zur Beibringung von Beweismitteln und Identitätspapieren ersuchten, dass für die Begründung der Beschwerde auf die Akten zu verweisen und  – soweit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf einzugehen ist, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20.  Juli  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 

D­4052/2011 berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ARK  [EMARK]  2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten  nach  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  (sogenannte  Safe­Country­Regelung)  nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung  (Art. 34  Abs. 1 AsylG),

D­4052/2011 dass  deshalb  auf  Asylgesuche  serbischer  Staatsangehöriger  nicht  eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung,  dass  es  genügt,  wenn  nicht  auf  den  ersten  Blick  als  unglaubhaft  erkennbare  Hinweise  auf  Verfolgung  vorliegen,  damit  geprüft  werden  muss, ob die Flüchtlingseigenschaft  im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt  ist  (vgl. EMARK 2004 Nr. 35 E. 5.1 S. 248 f. und EMARK 2004 Nr. 5 E. 4c  S. 35 f., je mit weiteren Hinweisen), dass  das  BFM  in  der  Verfügung  vom  12.  Juli  2011  ausführlich  und  zutreffend dargelegt hat, dass keine derartigen Hinweise auf Verfolgung  vorliegen,  zumal  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  die  vorgebrachten Übergriffe beziehungsweise Drohungen von Drittpersonen  glaubhaft zu machen, dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Erwägungen des BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  verweisen  ist,  da  die  Beschwerdeführenden den Erwägungen des BFM nichts Konkretes  und  Stichhaltiges entgegenhalten, dass angesichts der Unglaubhaftigkeit der geltend gemachten Übergriffe  von  Drittpersonen,  die  sich  in  Serbien  zugetragen  haben  sollen,  auch  nicht davon ausgegangen werden kann, der Beschwerdeführer sei in der  Schweiz von seinen Peinigern ausfindig gemacht und bedroht worden,  dass aufgrund der Aktenlage nicht als erstellt erachtet kann, der Vorfall,  bei  dem  das  Auto  der  Eltern  beziehungsweise  Grosseltern  der  Beschwerdeführenden  in  Brand  gesetzt  worden  sei,  stehe  in  einem  Zusammenhang mit den von ihnen geltend gemachten Vorbringen, dass der Antrag, den Beschwerdeführenden sei Frist zur Einreichung von  Beweismitteln  und  Identitätspapieren  zu  setzen,  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerdeführenden,  die  in  der Schweiz, Deutschland  und Schweden  bereits  je  einmal  um  Asyl  nachsuchten,  um  die  Wichtigkeit  von  Beweismitteln,  die  sie  aus  ihrer  Heimat  allenfalls  hätten  mitbringen  können, wussten, und die Beweismittel, die sie beibringen möchten, nicht  näher spezifizieren, dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  1  AsylG  zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten  ist,

D­4052/2011 dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9,  EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu  Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 

D­4052/2011 und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) ersichtlich  sind, die  ihnen  in Serbien  droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  angesichts  der  heutigen  Lage  in Serbien  nicht  von  einer Situation  allgemeiner Gewalt  oder  kriegerischen  respektive  bürgerkriegsähnlichen  Verhältnissen gesprochen werden kann, dass  zwar  –  wie  von  der  Vorinstanz  bereits  erwähnt  –  Übergriffe  von  Privatpersonen  auf  Angehörige  der  Roma  und  teilweise  behördliche  Schikanen  sowie  Diskriminierungen  nicht  ausgeschlossen  werden  können, indessen diese im Allgemeinen nicht ein Ausmass erreichen, das  den Wegweisungsvollzug in jedem Fall als unzumutbar erscheinen liesse, dass  somit  die  Rückkehr  der  zur  Volksgruppe  der  Roma  zugehörigen  Beschwerdeführenden nach Serbien grundsätzlich zumutbar ist, dass  auch  keine  individuellen  Gründe  ersichtlich  sind,  welche  die  Rückkehr  der  Beschwerdeführenden  als  unzumutbar  erscheinen  lassen  würden, da sich in den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür finden,  sie würden  aus Gründen wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten, dass  somit  weder  die  allgemeine  Lage  in  Serbien  noch  individuelle  Gründe auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführenden im Falle  einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung  vorliegend zumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihnen obliegt, bei der Beschaffung 

D­4052/2011 gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­4052/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand:

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