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Bundesverwaltungsgericht 25.07.2011 D-4004/2011

25 luglio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,277 parole·~6 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch (erneutes Asylverfahren Schweiz) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Juli 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4004/2011/wif Urteil   v om   2 5 .   Juli   2011 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richter Walter Lang;    Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._______, geboren (…), dessen Ehefrau B._______, geboren (…), deren Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), Georgien,  wohnhaft (…), Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Juli 2011 / N _______.

D­4004/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführenden,  georgische  Staatsangehörige,  am  28. Juli  2010  in  der  Schweiz  ihre  ersten  Asylgesuche  einreichten,  in  welchen  sie  im  Wesentlichen  geltend  machten,  zuletzt  in  E._______  (Bezirk  Gori)  gelebt  zu  haben,  wo  der  Beschwerdeführer  eine  Apfelplantage bewirtschaftet habe, dass  am  10.  April  2007  russische  Militärangehörige  die  Eltern  des  Beschwerdeführers  erschossen  hätten,  weil  der  Vater  ihnen  kein  Geld  habe geben wollen, dass es  im August 2008 zum Krieg um Südossetien gekommen und die  Behausung der Beschwerdeführenden dabei beschädigt worden sei, dass die Situation  im Dorf  nach Kriegsende sehr angespannt geblieben  sei,  die  russischen  Streitkräfte  ihnen  die  Existenz  erschwert  und  sie  darüber  hinaus  gezwungen  hätten,  bestimmte  Arbeiten  für  sie  zu  verrichten, dass  sie  dennoch  bis  zu  ihrer  Ausreise  im  Jahre  2010  in  E._______  geblieben  seien,  da  sie  davon  ausgegangen  seien,  die  Situation  dort  werde sich zum Besseren wenden, dass  es  ihnen  erst  im  Jahre  2010 mit  Hilfe  eines  Schleppers  gelungen  sei, Georgien unkontrolliert zu verlassen, dass das BFM auf die Gesuche mit Verfügung vom 27. August 2010  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  gegen  diese  Verfügung  erhobene Beschwerde mit Urteil vom 14. September 2010 (D­6290/2010)  abwies, dass die Beschwerdeführenden  sich – wie  sich aus  ihren Angaben und  dem  Eurodac­Treffer  vom  6.  Oktober  2010  ergibt  –  zwischenzeitlich  in  Frankreich aufhielten, dass  sie  gemäss  eigenen  Aussagen  am  5.  April  2011  respektive  am  11. April  2011  im  Rahmen  eines  Dublin­Rückübernahmeverfahrens 

D­4004/2011 zwischen  der  Schweiz  und  Frankreich  erneut  in  die  Schweiz  eingereist  sind  und  am  6.  April  2011  beziehungsweise  am  20.   April  2011  ihre  zweiten Asylgesuche in der Schweiz einreichten, dass  die  Beschwerdeführenden  in  ihren  zweiten  Asylgesuchen  im  Wesentlichen  die  bereits  im  Rahmen  des  ersten  Asylgesuchs  geltend  gemachten Vorbringen wiederholten, dass der Beschwerdeführer dem hinzufügte, er leide an Hämorrhoiden, dass  das  BFM  –  nach  der  Anhörung  der  Beschwerdeführenden  –  mit  Verfügung vom 8. Juli 2011 – eröffnet am 11. Juli 2011 – in Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  auf  die  zweiten  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz  sowie den Vollzug anordnete, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Beschwerdeführenden  machten  keine  neuen  asylrechtlich  relevanten  Ereignisse geltend und den Wegweisungsvollzug als zulässig, zumutbar  und möglich erachtete, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  15.  Juli  2011  (Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  dabei  unter  anderem  beantragten,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben,  es  sei  auf  die  Asylgesuche  einzutreten, sie seien als Flüchtlinge anzuerkennen und es sei ihnen Asyl  zu gewähren, eventualiter seien sie vorläufig aufzunehmen, dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses, um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im  Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968  über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), um Gewährung der  aufschiebenden  Wirkung  und  um  die  Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen ersuchten, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  18.  Juli  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

D­4004/2011 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde –  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Ausführungen  ­  einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat (Art. 55 Abs. 1 VwVG)  und  das  BFM  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  nicht entzogen hat (Art. 55 Abs. 2 VwVG), dass  folglich  die  Beschwerdeführenden  gestützt  auf  Art.  42  AsylG  berechtigt sind, sich bis zum Abschluss des Beschwerdeverfahrens in der  Schweiz aufzuhalten, dass deshalb mangels Rechtsschutzinteresses der Antrag,  es  seien die  Vollzugsbehörden  mittels  vorsorglicher  Massnahme  anzuhalten,  von  allfälligen Vollzugshandlungen abzusehen, hinfällig ist, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht einzutreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 

D­4004/2011 zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Fragen der Anerkennung als Flüchtling und der Gewährung von  Asyl  nicht  Gegenstand  des  angefochtenen  Nichteintretensentscheides  bilden,  weshalb  auf  den  diesbezüglichen  Beschwerdeantrag  nicht  einzutreten ist, dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in  der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben  oder während des hängigen Asylverfahrens  in den Heimat­ oder Her­ kunftsstaat zurückgekehrt sind, ausser es gebe Hinweise, dass  in der  Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten  sind,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung vor­ übergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG), dass  das  Erfordernis  eines  in  der  Schweiz  erfolglos  durchlaufenen  Asylverfahrens  offensichtlich  erfüllt  ist,  nachdem  das  BFM  die  ersten  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  vom  28.  Juli  2010  mit  Verfügung  vom  27.  August  2010  ablehnte  und  dieser  Entscheid  mit  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  14. September  2010  in  Rechtskraft  erwachsen  ist  (vgl.  EMARK  2006  Nr.  20  E.  2.1.  S. 213;  EMARK 1998 Nr. 1 E. 5 S. 5 ff.),

D­4004/2011 dass  bei  der  Prüfung,  ob  Hinweise  auf  Ereignisse  vorliegen,  welche  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  vom  engen  Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen ist, dass  jedoch  gleichzeitig  ein  gegenüber  der  Glaubhaftmachung  redu­ zierter Beweismassstab zur Anwendung kommt, weshalb auf ein Asyl­ gesuch  bereits  dann  eingetreten  werden  muss,  wenn  sich  Hinweise  auf  eine  relevante  Verfolgung  ergeben,  welche  nicht  von  vornherein  haltlos sind (vgl. BVGE 2009/53 E. 4.2 S. 769 mit weiteren Hinweisen), dass die Vorinstanz zur Begründung  ihres Entscheides  im Wesentlichen  ausführte,  die  Beschwerdeführenden  würden  in  ihrem  zweiten  Asylgesuch nur Vorbringen geltend machen, die bereits Gegenstand des  ersten Asylverfahrens  gewesen  und  somit  rechtskräftig  beurteilt  worden  seien, dass  das  BFM  diesbezüglich  auf  die  Erwägungen  in  seiner  Verfügung  vom 27. August 2010 und im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom  14. September 2010 verwies, wonach es den Beschwerdeführenden nicht  gelungen  sei,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Verfolgung  nachzuweisen  beziehungsweise glaubhaft zu machen, dass  somit  keine  Hinweise  vorlägen,  die  geeignet  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden zu begründen oder die  für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sein könnten und  folglich auf das Gesuch nicht eingetreten werde, dass diese Einschätzung des Bundesamtes zu bestätigen ist, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Vorliegen  einer  asylrelevanten  Verfolgung  im  Rahmen  des  ersten  Asylverfahrens  mit  Urteil  vom  14.  September 2011 rechtskräftig verneinte, dass  die  Beschwerdeführenden  anlässlich  der  vorinstanzlichen  Befragungen  zu  ihren  zweiten  Asylgesuchen  angaben,  sie  hätten  keine  neuen Asylgründe vorzubringen (vgl. C 5/10 S. 5; C 10/7 S. 3; B 5/9 S. 4), dass  die  pauschale  Behauptung  der  Beschwerdeführenden  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe, sie hätten entgegen der Auffassung der Vorinstanz  sehr  wohl  neue  asylrelevante  Ereignisse  geltend  gemacht,  in  keiner  Weise belegt wird und sich als aktenwidrig erweist,

D­4004/2011 dass  das  Vorbringen,  unter  Hämorrhoiden  zu  leiden  (vgl.  C  5/10  S.  5),  offensichtlich nicht geeignet ist, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, dass  somit  die  Feststellung  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung,  aus  den  aktuellen  Vorbringen  ergäben  sich  keine  Hinweise  auf  in  der  Zwischenzeit  eingetretene  Ereignisse,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen  oder  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes  relevant  sind,  zu  bestätigen  und  das  BFM  daher  zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK 2001 Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  die  Beschwerdeführenden  gemäss  eigenen  Angaben  nicht  aus  Südossetien stammen, sondern vor  ihrer Ausreise  im Bezirk Gori gelebt  haben, weshalb ein Wegweisungsvollzug in diese Region zu prüfen ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

D­4004/2011 dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  den  Beschwerdeführenden im Heimatland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  der  Beschwerdeführenden  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass  die  vorinstanzlich  geltend  gemachten  gesundheitlichen  Schwierigkeiten  des  Beschwerdeführers,  an  Hämorrhoiden  zu  leiden,  kein Vollzugshindernis bilden, da dieses Leiden keinen schwerwiegenden  oder  gar  existenzbedrohenden  Charakter  hat  und  überdies  –  wie  die  Vorinstanz  zutreffend  feststellte  –  im  Heimatstaat  der  Beschwerdeführenden behandelbar ist,

D­4004/2011 dass  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichte  ärztliche  Bericht  vom  28. Juli  2010 nicht  geeignet  ist,  diese Einschätzung  in Frage zu stellen,  zumal  darin  lediglich  festgestellt  wird,  dass  er  zwar  von  Hämorrhoiden  betroffen ist, zur Zeit jedoch keine Komplikationen erleidet, dass die geltend gemachte schwierige Situation der Familie  in Georgien  keine  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  83.  Abs.  4  AuG  darstellt  und daher dem Wegweisungsvollzug nicht entgegensteht, dass  im  Übrigen  auf  die  Ausführungen  im  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts vom 14. September 2010 verwiesen werden  kann, dass  deshalb  der  Wegweisungsvollzug  den  Beschwerdeführenden  zumutbar ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  den  Beschwerdeführenden  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt,  bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4  AsylG), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Wegweisungsvollzug zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit auf diese einzutreten ist, dass  mit  dem  vorliegenden  Entscheid  in  der  Hauptsache  ohne  vorgängige  Instruktion  der  Antrag  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses gegenstandslos wird, dass die eingereichte Beschwerde als aussichtslos erschien, weshalb das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unbesehen  einer  allfälligen  Bedürftigkeit  abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  2  und  3  des Reglements  vom 

D­4004/2011 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  den  Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

D­4004/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand:

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