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Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 D-375/2012

27 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,131 parole·~6 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. Januar 2012

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­375/2012 Urteil   v om     2 7 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis (Vorsitz), mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima,     Gerichtsschreiberin Bettina Schwarz. Parteien A._______, geboren am (…), Niger,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin);  Verfügung des BFM vom 10. Januar 2012 / N (…).

D­375/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  der  Beschwerdeführer  –  von  Italien  her  kommend  –  am  17.  Dezember 2011 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung  im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  B._______  vom  29.  Dezember  2011  im  Wesentlichen  geltend  machte,  dass  er  sein  Heimatland  im  Jahre  2003  verlassen  habe  und  im  Juli  2011  nach  Italien  (C._______)  gelangt  sei,  sich aber dann in der Folge in D._______ und schliesslich in E._______  aufgehalten habe, dass  der  Beschwerdeführer  am  20.  Juli  2011  in  Italien  um  Asyl  nachsuchte, dass bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  auf  das  Protokoll  bei  den  Akten  verwiesen wird (vgl. Akten der Vorinstanz A6),  dass  das  BFM  aufgrund  der  Angaben  des  Beschwerdeführers  und  dessen  Daktyloskopierung  in  Italien  am  21. Dezember  2011  ein  Übernahmeersuchen an die italienischen Behörden stellte,  dass  dem  Beschwerdeführer  am  29.  Dezember  2011  das  rechtliche  Gehör  zu  einer Wegweisung  nach  Italien  gewährt  wurde,  und  er  dabei  geltend machte, er wolle nicht nach Italien zurückkehren, da er dort keine  Unterkunft habe und er an (…) leide,  dass er weiter geltend machte, dass er einen (Medikament) benötige  und  auch einmal in Italien beim Arzt gewesen sei, dass das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch mit Verfügung  vom 10. Januar 2012 – eröffnet am 17. Januar 2012 – nicht eintrat, die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Italien  und  den  Wegweisungsvollzug  anordnete  und  gleichzeitig  feststellte,  dass  einer  allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme,  dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  Italien  sei  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 

D­375/2012 der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA], SR 0.142.392.689)  und das Übereinkommen  vom 17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004,  SR 0.362.32)  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig  und  habe  innerhalb  der  festgelegten  Frist  zum  Übernahmeersuchen  keine  Stellung  genommen,  weshalb  die  Zuständigkeit  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  gemäss  Art.  20  Abs.  1  Bst.  c  der  Verordnung  (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  an  Italien  übergegangen sei, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung  gemäss  Art. 19  f.  Dublin­II­VO  –  bis  am  5.  Juli  2012  zu  erfolgen habe, dass daher auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einzutreten  und dessen Wegweisung aus der Schweiz anzuordnen sei,  dass  er  in  einen  Drittstaat  reisen  könne,  in  dem  er  Schutz  vor  Rückschiebung  im  Sinne  von  Art. 5  Abs. 1  AsylG  fände,  weshalb  das  Non­Refoulement­Gebot  bezüglich  des  Heimat­  oder  Herkunftsstaats  nicht  zu  prüfen  sei,  und  ferner  für  den  Fall  einer Rückkehr  nach  Italien  keine  Hinweise  auf  eine  Verletzung  von  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) bestehen würden, dass weder die  in  Italien herrschende allgemeine Situation noch andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diesen  Staat sprechen würden,  dass  der  Wegweisungsvollzug  zudem  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar sei, dass der Beschwerdeführer  dagegen mit Eingabe  vom 20. Januar  2012  (Poststempel)  fristgerecht  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde 

D­375/2012 erhob  und  beantragte,  es  sei  die  Verfügung  des  Bundesamtes  aufzuheben und es sei das Asylgesuch zur materiellen Neubeurteilung an  die Vorinstanz zurückzuweisen, dass er  in prozessualer Hinsicht beantragte, es sei der Beschwerde die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen,  und  die  Vollzugsbehörden  seien  unverzüglich  im  Rahmen  einer  vorsorglichen  Massnahme  anzuweisen,  von   allfälligen  Vollzugsmassnahmen  abzusehen,  eventualiter  sei  eine  nahtlose  Übergabe  der  medizinischen  Behandlung  an  die  italienischen  Behörden  zu  organisieren  und  sicherzustellen  und  die  kantonale  Migrationsbehörde  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  anzuweisen,  von  allfälligen  Vollzugshandlungen  abzusehen,  bis  seine  medizinische Versorgung sichergesellt sei, dass  er  weiter  beantragte,  es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, dass  auf  die  Begründung  der  Beschwerde  –  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  24. Januar  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),  dass das Bundesverwaltungsgericht im Bereich des Asyls endgültig über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Erwägungen  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),  dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

D­375/2012 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten  Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend  – wie  nachfolgend  aufgezeigt  –  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2  AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftwechsel  verzichtet wurde,  dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,  dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),  dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheids stellen,  dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  der  Abgleich  der  Fingerabdrücke  mit  der  Zentraleinheit  Eurodac  nachweist,  dass  der  Beschwerdeführer  am  20.  Juli  2011  in  Italien  ein  Asylgesuch eingereicht hat, dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als  zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab 

D­375/2012 auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,  dass die  in der Schweiz geltend gemachten Asylgründe daher  in  Italien,  das staatsvertraglich zuständig ist, zu prüfen sein werden,  dass  Italien  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105)  ist, und keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen,  wonach  Italien  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot,  halten  würde,  dass  auch  kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  Personen,  die  sich  im  Rahmen  eines Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten, würden  aufgrund  der  dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage versetzt,  dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  vorbringt,  er  habe  ­  nachdem er  einen  (Medikament)  erhalten  habe  ­  kein Geld  gehabt,  um  einen weiteren zu kaufen, und er  sei nur dank der Hilfe eines Fremden  von der Strasse zu einem Arztbesuch, einem Rezept und einem weiteren  (Medikament) gekommen, mithin die Sicherstellung seiner medizinischen  Versorgung, welche lebenswichtig für ihn sei, in Italien nicht gewährleistet  sei,  dass Italien die europäische Aufnahmerichtlinie, laut welcher im Falle von  Asylsuchenden  auch  besondere  Bedürfnisse  mit  einer  entsprechenden  medizinischen  Versorgung  abzudecken  sind,  wie  von  der  Vorinstanz  festgehalten, vollständig umgesetzt hat, dass  der  Beschwerdeführer  somit  in  Italien  sein  (…)  behandeln  lassen  kann und eine gemäss dem Attest  von E.______ vom 18.  Januar 2012  verordnete Dauertherapie in Italien möglich ist, dass  er  allfällige  Schwierigkeiten  bei  der medizinischen Versorgung  bei  den italienischen Behörden geltend zu machen hat, dass somit entgegen der Beschwerdevorbringen nicht davon auszugehen  ist,  das  BFM  hätte  Veranlassung  zu  einem  Selbsteintritt  (Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO) gehabt, 

D­375/2012 dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass der Tatsache, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner (…) laut  ärztlichem  Zeugnis  von  E._______  vom  18.  Januar  2012  eine  Dauertherapie  mit  den  im  ärztlichen  Zeugnis  erwähnten  Medikamenten  benötigt,  andernfalls  ihm  eine  massive  Verschlechterung  seines  Gesundheitszustandes bis hin zum Exitus drohe, bei der Gestaltung der  Überstellung  nach  Italien  und  der Übergabe  des Beschwerdeführers  an  die  italienischen  Behörden  durch  das  BFM  und  die  dafür  zuständigen  Behörden Rechnung zu tragen sein wird,   dass  es  dem  BFM  obliegt,  den  gesundheitlichen  Problemen  des  Beschwerdeführers  bei  der  Organisation  der  konkreten  Überstellungsmodalitäten  im  Sinne  der  Ausführungen  Rechnung  zu  tragen, dass  demzufolge  das  BFM  die  italienischen  Behörden  über  die  gesundheitlichen  Problemen  des  Beschwerdeführers  in  Kenntnis  zu  setzen hat und eine adäquate Übergabe zu gewährleisten hat, dass  insbesondere  sicherzustellen  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  die  erforderliche Medikamentierung für die Reise, wie auch für die Übergabe  an die italienischen Behörden erhält, dass weiter sicherzustellen  ist, dass die  italienischen Behörden über die  Ankunft  und  die  gesundheitliche  Problematik  präzise  und  umfassend  informiert  werden  und  der  Beschwerdeführer  auch  tatsächlich  den  Behörden übergeben wird, welche die Verantwortung für ihn übernehmen  können,   dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt  ­  entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG  steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach  der Zulässigkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheids ist, und hier nicht mehr zu prüfen ist,  dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen 

D­375/2012 Aufnahme  gemäss  Art. 83  Abs. 1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung,  soweit  notwendig,  vielmehr  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung  hinsichtlich  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende  Erwägungen),  dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom  BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass mit  dem negativen Entscheid  in  der Hauptsache die  prozessualen  Anträge gegenstandslos werden, dass  die  Beschwerde  aufgrund  obiger  Erwägungen  als  aussichtslos  zu  qualifizieren  ist  und  daher  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  und  Abs.  2  VwVG – ungeachtet der allfälligen Bedürftigkeit des Beschwerdeführers –  abzuweisen sind, dass  bei  diesem Ausgang  des Verfahrens  dessen Kosten  von  Fr. 600.­  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­375/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  BFM  wird  angewiesen,  die  italienischen  Behörden  über  die  gesundheitliche  Situation  des  Beschwerdeführers  vorgehend  rechtzeitig  zu  informieren  und  die  Überstellung  nach  Italien  mit  allfälliger  Medikamentierung  durchzuführen  sowie  sicherzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  auch  tatsächlich  den  Behörden  übergeben  wird,  welche die medizinische Verantwortung für ihn übernehmen können. 3.  Die Gesuche  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 und Abs. 2 VwVG werden abgewiesen. 4.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30 Tagen  nach  Versand  des  vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die  Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Contessina Theis Bettina Schwarz Versand:

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