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Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 D-3748/2010

30 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,006 parole·~10 min·1

Riassunto

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 10. Mai 2010

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­3748/2010/sps Urteil   v om   3 0 .   No v embe r   2011 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Yanick Felley,    Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), Afghanistan,  (…),   Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin);  Verfügung des BFM vom 10. Mai 2010 / N (…).

D­3748/2010 Sachverhalt: A.  A.a.  Die  Beschwerdeführenden  –  afghanische  Staatsangehörige  mit  letztem Wohnsitz in F._______ – gelangten eigenen Angaben zufolge am  13. März 2010  in  die Schweiz, wo  sie  am  folgenden Tag  im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Kreuzlingen  um  Asyl  nachsuchten.  Anlässlich der Kurzbefragungen vom 31. März 2011 im EVZ Kreuzlingen  machten  sie  unter  anderem  geltend,  sie  seien  über  den  Iran  und  die  Türkei  nach  Griechenland  gereist,  wo  sie  sich  knapp  zwei  Monate  aufgehalten  hätten. Von  dort  aus  seien  sie  über  Italien  nach Österreich  gereist, wo sie zirka zwei Jahre gelebt hätten. Man habe sie deportieren  wollen. Sie seien mit dem Auto nach Zürich gefahren, wo sie sich bei der  Polizei gemeldet hätten. A.b.  Das  BFM  gewährte  den  Beschwerdeführenden  anlässlich  der  Kurzbefragungen das  rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Griechenlands,  Italiens  und  Österreichs  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens.  Der  Beschwerdeführer  machte  geltend,  mit  einer  kranken Frau  und  drei  Kindern  könne  er  nicht  nach Griechenland  zurückkehren. Müssten sie nach Österreich zurückzukehren, würden sie  umgehend nach Griechenland geschickt. Die Beschwerdeführerin sagte,  das  Leben  sei  in  Griechenland  sehr  schwer.  Sie  sei  von  der  Polizei  geschlagen worden und ihr Sohn habe keine ärztliche Hilfe erhalten. Die  österreichischen Behörden  hätten  zweimal  versucht,  sie  zu  deportieren.  Da man gesehen habe, dass es ihr nicht gut gegangen sei, seien sie (die  Beamten)  wieder  weggegangen.  Österreich  werde  sie  wieder  nach  Griechenland schicken.  B.  Am 16. April 2010 ersuchte das BFM die österreichischen Behörden um  Übernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c  der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaates,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­Verordnung;  nachfolgend  Dublin­II­VO).  Diese  erteilten am 22. April 2010 ihre Zustimmung. C.  Mit – am 19. Mai 2010 eröffneter – Verfügung vom 10. Mai 2010 trat das  BFM  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom 

D­3748/2010 26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht  ein,  verfügte  deren  Wegweisung  nach  Österreich  und  forderte  sie  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall – auf, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der  Beschwerdefrist  zu  verlassen.  Gleichzeitig  stellte  es  fest,  der  Kanton  G._______ sei verpflichtet, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen und  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  habe  keine  aufschiebende Wirkung. Den Beschwerdeführenden  händigte  es  zudem  die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus.  D.  Mit  Eingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  26.  Mai  2010  beantragten die Beschwerdeführenden, die angefochtene Verfügung des  BFM  sei  aufzuheben  und  zur  erneuten  Begründung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Das  Amt  sei  anzuweisen,  sein  Recht  auf  Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  das  Gesuch  als  zuständig  zu  erachten.  Der  Beschwerde  sei  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen.  Die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen,  bis  zum  Entscheid  über  das  Gesuch  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  von  Vollzugshandlungen  abzusehen.  Es  sei  ihnen  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren  und  von  der  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  abzusehen.  Der  Eingabe  lagen  Kopien  eines  medizinischen  Protokolls  von  Dr.  med.  H._______  vom  26.  März  2010  und  eines  Entscheids  des  österreichischen  Asylgerichtshofs –  Aussenstelle I._______ – bei. E.  Das  Bundesverwaltungsgericht  setzte  mit  Zwischenverfügung  vom  27. Mai  2010  den  Vollzug  der  Wegweisung  im  Rahmen  einer  vorsorglichen Massnahme aus. F.  Der  Instruktionsrichter  bestätigte  mit  Zwischenverfügung  vom  31.  Mai  2010 die Aussetzung des Vollzugs und hiess das Gesuch um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  gut.  Die  Akten  wurden  zur  Vernehmlassung an das BFM übermittelt.

D­3748/2010 G.  In  seiner  Vernehmlassung  vom  10.  Juni  2010  beantragte  das  BFM  die  Abweisung der Beschwerde. H.  Die  Beschwerdeführenden  hielten  in  ihrer  Stellungnahme  vom  1.  Juli  2010 an ihren Anträgen fest. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 37 VGG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das 

D­3748/2010 BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen  (Art. 32  –  35  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist  (vgl.  die  vom  Bundesverwaltungsgericht  fortgeführte  Rechtsprechung  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [ARK]  in  Entscheidungen und Mitteilungen der ARK  [EMARK]  2004 Nr. 34 E. 2.1  S. 240  f.  sowie Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts D­1244/2010 vom  13.  Januar  2011  E.  3.1).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer  selbständigen materiellen Prüfung und weist die Sache – sofern sie den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  zu  neuer  Entscheidung an die Vorinstanz zurück. Da die Vorinstanz die Frage der  Wegweisung  und  des  Vollzuges  materiell  prüft,  kommt  dem  Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich grundsätzlich volle Kognition zu,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der Überstellung  an den  zuständigen Staat)  –  in  den Dublin­Verfahren bereits  vor Erlass  des Nichteintretensentscheides stellen. 4.  4.1.  Das  BFM  begründete  seine  Verfügung  damit,  dass  die  Beschwerdeführenden  am  31.  Dezember  2008  in  Österreich  ein  Asylgesuch  eingereicht  hätten.  Sie  seien  mehrere  Monate  in  einem  Flüchtlingscamp  untergebracht  worden,  bevor  sie  nach  J._______  transferiert worden seien. Die Beschwerdeführerin sei während mehrerer  Monate  in  einer  psychiatrischen Klinik  behandelt worden. Es bestünden  EURODAC­Treffer  vom  31. Dezember  2008  in  K._______,  Österreich,  und  L._______,  Griechenland.  Österreich  sei  gemäss  dem  Abkommen  vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft  und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­ Assoziierungsabkommen,  SR 0.142.392.689)  zuständig  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  und  habe  einer  Übernahme  der  Beschwerdeführenden  zugestimmt.  Diese  hätten  im  Rahmen  des  rechtlichen Gehörs  erklärt,  sie wollten  nicht  nach Österreich  zurück,  da  sie  von  dort  nach  Griechenland  zurückgeschickt  würden.  Sie  machten  Gründe  geltend,  die  praxisgemäss  einen  Vollzug  nach  Österreich  nicht  verhinderten. 4.2. 

D­3748/2010 4.2.1. In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Entscheid über eine  Überstellung an einen Mitgliedstaat sei gemäss Art. 19. Abs. 2 Dublin­II­ VO  zu  begründen.  Dazu  gehöre  eine  Stellungnahme  zum  Selbsteintrittsrecht  beziehungsweise,  weshalb  auf  die  Ausübung  des  Selbsteintritts  verzichtet  werde.  Die  Beschwerdeführenden  hätten  das  BFM  bei  der  Erstbefragung  darüber  informiert,  dass  Österreich  ihr  Asylgesuch  rechtskräftig  abgewiesen  habe  und  die  dortigen  Behörden  zweimal versucht hätten, sie nach Griechenland abzuschieben. Dies sei  aufgrund  des  schlechten  Gesundheitszustands  der  Beschwerdeführerin  nicht  möglich  gewesen.  Diese  habe  geschildert,  unter  welch  prekären  Umständen  sie  sich  in Griechenland aufgehalten hätten. Die Vorinstanz  sei  auf  diese  Vorbringen  beziehungsweise  die  ihnen  drohende  Kettenabschiebung nach Griechenland nicht eingegangen. Ebenso  fehle  eine  Stellungnahme,  weshalb  vom  Selbsteintrittsrecht  kein  Gebrauch  gemacht worden sei. Da das BFM nicht auf die konkreten Sachumstände  eingegangen sei, sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. 4.2.2. Gemäss Art. 3. Abs. 2 Dublin­II­VO könne jeder Mitgliedstaat einen  von  einem  Drittstaatangehörigen  eingereichten  Asylantrag  prüfen,  auch  wenn  er  nicht  für  die  Prüfung  zuständig  sei.  Damit  könnten  humanitäre  Fälle auch ohne Beteiligung des zuständigen Staats gelöst werden. Dabei  handle es sich nicht um eine reine Kann­Bestimmung, es sei vielmehr so,  dass  bei  klaren  Verstössen  gegen  die  Menschenrechte  durch  die  Abschiebung – was vorliegend der Fall  sei – ein einklagbarer Anspruch  auf  die  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  bestehe.  Das  Refoulement­ Verbot  sei  auch  im  Zuständigkeitsverfahren  gemäss  Dublin­II­VO  zu  beachten.  Eine  indirekte  Rückführung  über  einen  Durchreisestaat,  der  ebenfalls  Vertragsstaat  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) sei,  hebe  die  Verantwortung  des  Staats  nicht  auf,  sicherzustellen,  dass  ein  Asylsuchender  als  Folge  des  Abschiebungsentscheids  nicht  einer  nach  Art. 3 EMRK zuwiderlaufenden Behandlung unterworfen werde. Gemäss  aktueller  österreichischer  Gerichtspraxis  würden  vulnerable  Personen  (Familien mit minderjährigen Kindern)  nach Griechenland abgeschoben.  Griechenland verfüge über kein Asylverfahren, das den völkerrechtlichen  Schutzgeboten  entspreche.  Die  Praxis  Griechenlands  im  Umgang  mit  Asylsuchenden stelle eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK  dar.  Da  es  sich  bei  ihnen  um  vulnerable  Personen  im Sinne der ständigen Praxis des BFM handle und  ihnen  im  Falle  einer  Rückführung  nach  Österreich  eine  Kettenabschiebung  nach 

D­3748/2010 Griechenland drohen würde, sei der Nichteintretensentscheid aufzuheben  und der Selbsteintritt anzuordnen. 4.3. Das BFM führt in seiner Vernehmlassung aus, Österreich sei sowohl  Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  als  auch  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105).  Dem BFM  lägen  keine  konkreten Anhaltspunkte  dafür  vor,  dass  Österreich  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  halte.  Österreich  habe  dem  Ersuchen  gemäss  Art.  16  Abs.  1  Bst.  c  Dublin­II­VO  zugestimmt.  Diese  Bestimmung beziehe sich auf "einen Antragsteller, der sich während der  Prüfung  seines  Antrags  unerlaubt  im  Hoheitsgebiet  eines  anderen  Mitgliedsstaats  aufhält".  Es  sei  folglich  davon  auszugehen,  dass  das  Asylverfahren  in  Österreich  noch  nicht  abgeschlossen  sei.  Österreich  prüfe im Einzelfall, ob eine Wegweisung nach Griechenland zulässig sei.  Hinsichtlich  des  Selbsteintrittsrechts  beziehungsweise  zur  Souveränitätsklausel  sei  festzuhalten,  dass  sich  die  Literatur  überwiegend  einig  sei,  dass  die  Anwendung  dieser  Klausel  die  Ausnahme bleiben müsse, weil  sonst  die Effektivität  der Dublin­II­VO  in  Frage  gestellt  werde.  Im  Übrigen  werde  leicht  übersehen,  dass  der  Selbsteintritt  nicht  zu  einem Verbleib  in  der  Schweiz  führe.  Die  Klausel  besage  lediglich,  dass  die  Schweiz  anstelle  des  zuständigen  Dublin­ Staats  das  nationale  Asyl­  und Wegweisungsverfahren  durchführe,  was  zu einem Wegweisungsvollzug in den Heimat­ oder Herkunftsstaat führen  könne. In der Beschwerde werde auf den labilen Gesundheitszustand der  Beschwerdeführerin  hingewiesen.  Dazu  sei  festzustellen,  dass  in  der  Dublin­II­VO  aufgrund  des  Wortlauts  davon  ausgegangen  werde,  dass  alle  Dublin­Staaten  über  eine  adäquate  medizinische  Versorgung  aller  Krankheitsbilder  verfügten.  Die  Beschwerdeführerin  sei  in  Österreich  medizinisch behandelt worden. 4.4.  In  der  Stellungnahme  wird  entgegnet,  die  Beschwerdeführenden  hätten  vom  österreichischen  Bundesasylamt  einen  negativen  Asylentscheid  erhalten,  in  dem  ihre  Ausweisung  nach  Griechenland  verfügt  worden  sei.  Die  von  ihnen  eingereichte  Beschwerde  sei  vom  Asylgerichtshof  am  31. März  2009  abgewiesen  worden,  worauf  der  Entscheid  in  Rechtskraft  erwachsen  sei.  Eine  Woche  danach  sei  die  Ausschaffungshaft verfügt worden, während sich die Beschwerdeführerin  im  Krankenhaus  befunden  habe.  Sie  befürchteten  im  Falle  eines 

D­3748/2010 Rückschubs  nach  Österreich  eine  Kettenabschiebung  nach  Griechenland.  Die  österreichischen  Behörden  prüften  zwar  eine  Wegweisung  nach  Griechenland  im  Einzelfall,  jedoch  schöben  sie  im  Gegensatz  zur  Schweiz  auch  vulnerable  Personen  nach  Griechenland  ab. In Griechenland bestehe absolut keine Gewähr für eine medizinische  Versorgung. Das Bundesverwaltungsgericht habe  in einem Urteil vom 2.  Februar  2010  festgestellt,  dass  Asylsuchende  in  Griechenland  Gefahr  liefen,  in  überfüllten  Aufnahmelagern  unter  menschenunwürdigen  Bedingungen  bei  fehlender  medizinischer  und  sozialer  Versorgung  zu  leben beziehungsweise in der Obdachlosigkeit zu landen. 5.  Seitens  der  Beschwerdeführenden  wird  gerügt,  das  BFM  habe  seinen  Entscheid  nicht  in  rechtsgenüglicher  Weise  begründet.  Dazu  ist  Folgendes  festzustellen:  Die  Pflicht  der  Behörde,  ihre  Verfügungen  zu  begründen, folgt unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  und  Art.  35  Abs.  1  VwVG.  Die  verfügende  Behörde  hat  dabei  die  Überlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich  ihr Entscheid  stützt. Die Betroffenen  sollen wissen, warum die Behörde  gegen  ihren  Antrag  entschieden  hat.  Die  Begründungspflicht  ist  ein  Element  rationaler  und  transparenter  Entscheidfindung  und  dient  nicht  zuletzt auch der Selbstkontrolle der Behörden. Die Anforderungen an die  Begründungspflicht  sind  unter  Berücksichtigung  aller  Umstände  des  Einzelfalles  sowie  der  Interessen  der  Betroffenen  festzulegen.  Eine  hinreichende  Begründung  bildet  die  Grundlage  für  eine  sachgerechte  Anfechtung  der  Verfügung  durch  die  Betroffenen  und  stellt  gleichzeitig  eine  unabdingbare  Voraussetzung  für  die  Beurteilung  ihrer  Rechtmässigkeit  durch  die  Beschwerdeinstanz  dar  (vgl.  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 325 und  354  f.;  LORENZ  KNEUBÜHLER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  VwVG,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/St. Gallen 2008, Rz.  4  ff.  zu Art.  35, S. 509  ff.).  Im  vorliegenden  Fall  ist mit Blick  auf  die Ausführungen  in  der Beschwerde  festzustellen,  dass das BFM in der angefochtenen Verfügung nicht auf die Befürchtung  der Beschwerdeführenden,  ihnen drohe  im Fall  einer Überstellung nach  Österreich  eine Abschiebung  nach Griechenland  eingegangen  ist.  Auch  zur  Frage  eines  möglichen  Selbsteintritts  finden  sich  in  der  angefochtenen  Verfügung  keine  Erwägungen.  Den  Beschwerdeführenden  war  indessen  dennoch  eine  sachgerechte 

D­3748/2010 Anfechtung der Beschwerde möglich  (vgl.  die Beschwerde vom 26. Mai  2010). Im Beschwerdeverfahren kann die Gehörsverletzung zudem unter  Umständen geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz über  die  volle  Kognition  verfügt,  die  fehlende  oder  mangelhafte  Begründung  nachgeliefert  respektive  verbessert  und  die  betroffene  Partei  dazu  angehört wird (vgl. KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 366). Das BFM äusserte sich  in  der  Vernehmlassung  vom  10. Juni  2010  sowohl  zur  Frage  einer  den  Beschwerdeführenden drohenden Kettenabschiebung nach Griechenland  als  auch  zur  Frage  eines  möglichen  Selbsteintritts.  Den  Beschwerdeführenden wurde  vom Bundesverwaltungsgericht  das Recht  zur Einreichung einer Stellungnahme gewährt, wovon  sie mit Schreiben  vom  1.  Juli  2010  Gebrauch  machten.  Aus  diesen  Gründen  ist  die  Verletzung  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  der  Beschwerdeführenden  als  geheilt  zu  erachten.  Der  Antrag,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Sache  zur  erneuten  Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen, ist demnach abzuweisen. 6.  6.1.  Auf  Asylgesuche  wird  in  der  Regel  nicht  eingetreten,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG).  6.2.  Die  Beschwerdeführenden  reichten  am  31.  Dezember  2008  in  Österreich  unbestrittenermassen ein Asylgesuch ein. Davon  zeugt  auch  ein EURODAC­Treffer von jenem Tag. Bei dieser Sachlage ist Österreich  für  die Durchführung  ihres Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  zuständig  (vgl.  die  einschlägigen  Staatsverträge,  namentlich  das  Abkommen  vom  26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­ Assoziierungsabkommen  {DAA},  SR  0.142.392.68]  sowie  die  Dublin­II­ VO  und  die  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2. September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG] Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]). 6.3. Das BFM ersuchte die österreichischen Behörden am 16. April 2010  gestützt  auf Art.  16 Abs.  1 Bst.  c Dublin­II­VO um die Wiederaufnahme  der  Beschwerdeführenden;  die  österreichischen  Behörden  stimmten  dieser  am  22.  April  2010  ausdrücklich  zu  und  anerkannten  somit  die 

D­3748/2010 Zuständigkeit für die Prüfung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens. Die  Beschwerdeführenden  können  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat  ausreisen,  der  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens zuständig ist.  6.4.  6.4.1.  Die  Beschwerdeführenden  rügen  in  der  Beschwerde,  eine  Rückschaffung nach Österreich verstosse gegen Art. 3 EMRK, da sie von  dort nach Griechenland abgeschoben würden, weshalb die Schweiz von  ihrem  Selbsteintrittsrecht  nach  Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO  Gebrauch  machen sollte. 6.4.2.  Nach  der  in  Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO  verankerten  Souveränitätsklausel  kann  jeder  Mitgliedstaat  einen  von  einem  Drittstaatsangehörigen  eingereichten  Asylantrag  prüfen,  auch  wenn  er  nach den  in  der Verordnung  festgelegten Kriterien nicht  für  die Prüfung  zuständig  ist.  Der  betreffende  Mitgliedstaat  wird  dadurch  zum  zuständigen  Mitgliedstaat  im  Sinne  der  Verordnung  und  übernimmt  die  mit dieser Zuständigkeit einhergehenden Verpflichtungen. 6.4.3. Eine selbstständige Rüge der Verletzung von Art. 3 Abs. 2 Dublin­ II­VO  ist nur möglich, wenn mit der Forderung nach einem Selbsteintritt  gleichzeitig  geltend  gemacht wird, mit  der Durchsetzung  nach  der  nach  der  Dublin­II­VO  feststehenden  Zuständigkeit  würde  eine  Norm  des  Völkerrechts  –  wie  beispielsweise  Art. 3  EMRK  –  oder  aber  eine  Norm  des innerstaatlichen Rechts verletzt (vgl. dazu die Ausführungen im Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts D­7654/2010 vom 20. April 2011 E. 4.3).  Aufgrund  dessen  erweist  sich  die  von  den  Beschwerdeführenden  vorgebrachte Rüge als zulässig. 6.4.4. Österreich ist unter anderem Signatarstaat der FK, der EMRK und  der FoK. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, Österreich würde sich  generell nicht an die daraus resultierenden Verpflichtungen halten. 6.4.5. Gemäss Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen  werden.  Um  in  den  Schutzbereich  von  Art.  3  EMRK  zu  gelangen,  muss  allerdings  ein  Beschwerdeführer  gemäss  Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Falle  einer  Rückschiebung  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 

D­3748/2010 Folter oder unmenschliche Behandlung drohe (vgl. JENS MEYER­LADEWIG,  Europäische  Menschenrechtskonvention,  Handkommentar,  2. Aufl.,  Baden­Baden, 2006, Rz. 21 und 22 zu Art. 3; EGMR, Saadi gegen Italien,  Urteil  der  grossen  Kammer  vom  28. Februar  2008  [Beschwerde  Nr. 37201/06], §§ 124­149; BVGE 2010/45 E. 7.4 S. 637 f.). 6.4.6.  Aufgrund  der  Dublin­II­VO  (vgl.  Ziffer  2  der  Einleitungsbestimmungen)  ist  von  der  Vermutung  auszugehen,  dass  jeder Mitgliedstaat als sicher im Sinne der FK erachtet werden kann und  alle  Staaten  das  Gebot  des  Non­Refoulement  (vgl.  Art.  33  FK)  sowie  (kraft  ihrer  Mitgliedschaft)  Art.  3  EMRK  beachten.  Eine  Kettenabschiebung wird somit  in aller Regel ausgeschlossen (vgl. hierzu  Urteil des Bundesverwaltungsgerichts         D­7654/2010 E. 5.5 – 5.7). 6.4.7. Die Beschwerdeführenden machen geltend,  ihr Asylgesuch  sei  in  Österreich abschlägig entschieden worden.  Ihre Beschwerde gegen den  erstinstanzlichen  Entscheid  sei  abgewiesen  worden  und  man  habe  zweimal  versucht,  sie  nach  Griechenland  abzuschieben.  Dass  dieser  Bescheid  indessen  in  Rechtskraft  erwuchs,  wurde  nicht  belegt.  Die  österreichischen  Behörden  haben  dem  Ersuchen  des  BFM  um  Übernahme der Beschwerdeführenden  ausdrücklich  gestützt  auf Art.  16  Abs.  1  Bst.  c  der  Dublin­II­VO  zugestimmt.  Dies  bedeutet,  dass  Österreich  das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  der  Beschwerdeführenden  als  noch  hängig  und  nicht  rechtskräftig  abgeschlossen  erachtet.  Wäre  dieses  zum  Zeitpunkt  des  Rückübernahmeersuchens  bereits  abgeschlossen  gewesen,  hätte  eine  Übernahme  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin­II­VO  erfolgen  müssen. 6.4.8.  In  der  Beschwerde  wird  ausgeführt,  dass Österreich  im  Rahmen  der  Dublin­Verfahren  in  der  Vergangenheit  auch  Personen  nach  Griechenland  überstellt  hat,  die  von  der  Schweiz  als  "vulnerable  Personen"  bezeichnet  und  nicht  nach  Griechenland  überstellt  worden  wären (so zum Beispiel Familien mit Kindern). In diesem Zusammenhang  ist  auf  das  von  ihnen  eingereichte,  eine  iranische  Familie  betreffende  Urteil des Asylgerichtshofs – Aussenstelle Linz – zu verweisen. Ob dieses  Urteil  einer  Einzelrichterin  in  Rechtskraft  erwuchs,  lässt  sich  den  Akten  allerdings  nicht  entnehmen.  Unbestritten  ist  jedoch,  dass  Österreich  im  Rahmen einer Einzelfallprüfung festlegt, ob eine Überstellung (z.B. nach  Griechenland) als zulässig zu erachten  ist. Gemäss der Auffassung des  Bundesverwaltungsgerichts  bestehen  vorliegend  keine  Anhaltspunkte 

D­3748/2010 dafür,  dass  die  österreichischen  Behörden  die  Frage  der  Zulässigkeit  einer  Überstellung  der  Beschwerdeführenden  nach  Griechenland  nicht  sorgfältig prüfen werden. Sie werden dabei auch die Rechtsprechung des  Europäischen Gerichtshofs  (EuGH)  und  des Europäischen Gerichtshofs  für Menschenrechte (EGMR) berücksichtigen. Die Beschwerdeführenden  haben dargelegt, der Beschwerdeführerin sei in Österreich aufgrund ihres  schlechten Gesundheitszustandes ärztliche Hilfe zuteil geworden, sie sei  – auch aus psychiatrischen Gründen – hospitalisiert worden (vgl. dazu die  diversen, bei der Vorinstanz eingereichten medizinischen Akten). Auch in  dieser  Hinsicht  ist  somit  davon  auszugehen,  Österreich  werde  seinen  Verpflichtungen  nachkommen  und  für  eine  ausreichende  medizinische  Betreuung  der  Beschwerdeführenden  besorgt  sein.  Vorliegend  ergeben  sich somit keine konkreten Hinweise darauf, Österreich würde sich nicht  an  seine  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  halten  respektive  in  völkerrechtswidriger Weise gegen die Verfahrens­ und Aufnahmerichtlinie  verstossen.  Durch  die  Zustimmung  zur  Aufnahme  der  Beschwerdeführenden,  ist  Österreich  verpflichtet,  ein  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  durchzuführen.  Es  besteht  kein  Grund  zur  Annahme,  dass  sie  bei  einer  Rückführung  nach  Österreich  kein  faires  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  durchlaufen  könnten  oder  ohne  korrekte  Prüfung  ihrer  Gesuchsgründe  beziehungsweise  ihrer  persönlichen  Situation  in  ihr  Heimatland  oder  nach  Griechenland  zurückgeführt  werden.  Angesichts  der  gesamten  Umstände  sind  keine  Gründe ersichtlich,  die  einen Selbsteintritt  der Vorinstanz gemäss Art. 3  Abs. 2 Dublin­II­VO nahegelegt hätten. 6.4.9.  Aufgrund  des  Gesagten  ist  das  BFM  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  zu  Recht  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden nicht eingetreten. 7.  7.1.  Das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  hat  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  (Art. 44  Abs. 1  AsylG).  Vorliegend  hat  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt,  und  es  besteht  zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  (vgl.  BVGE  2009/50 E. 9). Die verfügte Wegweisung steht daher im Einklang mit den  gesetzlichen Bestimmungen und wurde vom BFM zu Recht angeordnet. 7.2. Im Rahmen des Dublin­Verfahrens im Sinne von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG,  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  besteht 

D­3748/2010 systembedingt  kein  Raum  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von  Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs. 1  –  4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20). Eine entsprechende Prüfung hat, soweit notwendig, vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattzufinden  (vgl.  BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645). Die Vorinstanz hat  in diesem Sinne den  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Österreich  zu  Recht  als  zulässig,  zumutbar und möglich bezeichnet. 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  den  Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen mit  Zwischenverfügung  vom  31.  Mai  2010  die  unentgeltliche  Rechtspflege  (Art. 65 Abs. 1 VwVG) gewährt wurde und sich an den Voraussetzungen  dazu nichts  geändert  hat,  ist  auf  die Auferlegung  von Verfahrenskosten  zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite)

D­3748/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand:

D-3748/2010 — Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 D-3748/2010 — Swissrulings