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Bundesverwaltungsgericht 19.01.2012 D-3289/2009

19 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,053 parole·~15 min·1

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Anerkennung als Flüchtling und Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. April 2009

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­3289/2009 Urteil   v om   1 9 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren X._______, Iran, vertreten durch Dr. iur. Jean­Pierre Menge, Rechtsanwalt,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Anerkennung als Flüchtling und Vollzug der Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 15. April 2009 / N_______.

D­3289/2009 Sachverhalt: A.   A.a.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer,  ein  iranischer  Staatsangehöriger  mit  letztem  Wohnsitz  in  B._______/C._______,  seinen  Heimatstaat  am  1.  Januar  2006  und  gelangte  zunächst  nach D._______. Danach  reiste  er  nach E._______,  wo  er  sich  während  (...)  als  Asylbewerber  aufhielt  und,  nachdem  die  Behörden  von  E._______  seine  (...)  nicht  mehr  verlängert  hätten,  via  F._______  am  21.  August  2008  illegal  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  gleichentags im G._______ ein Asylgesuch einreichte. A.b.  Am  5.  September  2008  fand  im  G._______  die  Befragung  zur  Person  statt.  Dabei  gab  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Gesuchs  im  Wesentlichen  an,  er  bekenne  sich  seit  (...)  Jahren  zum  Christentum.  Sein  seit  (...)  Jahren  für  das  Christentum missionierender  Bruder  H._______  habe  ihm  eine  Bibel  gebracht  und  ihn  in  das  Christentum  eingeführt.  Er  habe  jedoch  seine  Religion  im  Iran  weder  ausüben noch ausleben  können. Da es  in  seiner Provinz  keine Kirchen  gebe, sei er jeweils zu seiner Schwester nach I._______ gereist, um dort  eine assyrische Kirche zu besuchen. Während der  (...)  Jahre vor seiner  Ausreise  habe  er  an  den  Sonntagen  jeweils  von  der  Kirche  Flugblätter  mitgenommen  und  diese  unter  den  Jugendlichen  zu  verteilen  versucht.  Daraufhin hätten ihn die Basidji (Nennung Zeitpunkt) festgenommen und  während  (...)  Tagen  in  Untersuchungshaft  gesetzt.  Er  sei  stundenlang  verhört  und  verprügelt  worden,  wobei  man  ihm  gesagt  habe,  dass  er  seinen ursprünglichen Glauben verleugnet habe. Nachdem sein anderer  Bruder J._______, der selber ein Basidji sei, für ihn gebürgt habe, sei er  wieder  freigekommen.  Überdies  habe  man  ihn  nach  seiner  Konversion  etwa  (...)  Mal  während  (...)  Tagen  auf  dem  Polizeiposten  festgehalten.  Auch  von  seiner  Familie  sei  er  unter  Druck  gesetzt  worden.  Während  seines  Aufenthaltes  in  E._______  habe  er  sich  in  K._______  taufen  lassen. A.c.  Am  16.  September  2008  wurde  der  Beschwerdeführer  vom  BFM  direkt angehört. In Ergänzung zu seinen bisherigen Äusserungen brachte  er dabei vor, er sei vor (...) Jahren insgesamt (...) Mal innerhalb von zwei  Jahren  verhaftet  worden  und  während  (...)  Wochen  inhaftiert  gewesen.  Die  Verhaftung  und  die  Haft  könne  er  nicht  schildern,  zumal  er  Analphabet  sei  und  sich  nicht  mehr  erinnern  könne.  Sein  Bruder  J._______, der Mitarbeiter bei den Basidjis sei, habe ihn jeweils aus der 

D­3289/2009 Haft entlassen, aber auch getadelt und gefragt, warum er konvertiert sei.  Er sei (...) Jahre vor seiner Ausreise zum Christentum konvertiert, jedoch  nicht getauft worden. Zudem habe er versucht, auf der Strasse die Bibel  und  in Taxis  Traktate  zu  verteilen.  Zuweilen  sei  er  von  strenggläubigen  Moslems  an  die  allgegenwärtigen  Basidjis  verraten  worden,  die  ihn  daraufhin belästigt hätten. Die Behörden von E._______ hätten sein dort  gestelltes Asylgesuch abgelehnt und ihn nach (...) Jahren zur Rückkehr in  den  Iran  aufgefordert.  Auf  die  weiteren  Ausführungen  und  die  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  Beweismittel  (Auflistung  Beweismittel) wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen  eingegangen. A.d.  Mit  Entscheid  vom  18.  September  2008  wurde  der  Beschwerdeführer  für  den  weiteren  Aufenthalt  während  des  Verfahrens  dem Kanton L._______ zugewiesen. B.  Mit Verfügung vom 15. April 2009 – eröffnet am 20. April 2009 –  lehnte  das  BFM  das  Asylbegehren  des  Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  gleichzeitig  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  den  Vollzug  an.  Die  Vorinstanz  begründete  ihre Verfügung  im Wesentlichen  damit,  dass  die  Schilderungen des Beschwerdeführers die Anforderungen von Art. 7 des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  erfüllten.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  sei  als  zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. C.  Mit  Eingabe  vom  20.  Mai  2009  (Datum  Poststempel)  beantragte  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Anordnung  der  vorläufigen Aufnahme. In prozessualer Hinsicht sei auf die Erhebung der  Verfahrenskosten  und  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  Erwägungen  eingegangen. Seiner  Beschwerde  legte  der  Beschwerdeführer  unter  anderem  (Auflistung  Beweismittel)  betreffend  seine  Hinwendung  zum  christlichen  Glauben bei. D.  Mit  Verfügung  des  Instruktionsrichters  vom  8.  Juni  2009  wurde  dem 

D­3289/2009 Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der  Schweiz abwarten könne. Die Behandlung des Gesuchs um Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  wurde  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verwiesen  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtet. Zudem wurde die Vorinstanz in Anwendung von Art. 57 VwVG  zu einem Schriftenwechsel eingeladen. Die Verfügung wurde  am 22.  Juni  2009  dem Bundesverwaltungsgericht  mit  dem  Vermerk  der  Post  "Weggezogen.  Nachsendefrist  abgelaufen"  retourniert. E.  Mit  Schreiben  vom  15.  Juni  2009  teilte  der  vormalige  Rechtsvertreter  ([...]) des Beschwerdeführers mit, er habe bis dato keine schriftliche Be­ stätigung  über  den  Beschwerdeeingang  erhalten,  und  ersuchte  um  Mitteilung, ob die aufschiebende Wirkung gewährt werde. F.  Mit Fax­Schreiben vom 22. Juni 2009 teilte der vormalige Rechtsvertreter  des Beschwerdeführers mit, er habe mittlerweile die Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  8. Juni  2009  vom  N._______  erhalten, weshalb sich seine Anfrage vom 15. Juni 2009 erübrige. G.  In ihrer Vernehmlassung vom 22. Juni 2009 beantragte die Vorinstanz die  Abweisung der Beschwerde. H.  Dem  Beschwerdeführer  wurde  die  vorinstanzliche  Vernehmlassung  am  24.  Juni  2009  seitens  des  Bundesverwaltungsgerichts  zur  Kenntnisnahme zugestellt. I.  Mit  Eingaben  vom  24.  und  25.  Januar  2011  zeigte  der  neue  Rechtsvertreter  die  Mandatsübernahme  an  und  reichte  gleichzeitig  diverse Beweismittel (Auflistung Beweismittel) zu den Akten. J.  Mit  Schreiben  vom  20.  Juni  2011  ersuchte  der  Beschwerdeführer  um 

D­3289/2009 Mitteilung  betreffend  den  Stand  des  Verfahrens  und  wann  mit  einem  Urteil in der Sache gerechnet werden könne. K.  Mit  Zwischenverfügung  vom  24.  Juni  2011  wurden  die  beiden  Rechtsvertretungen aufgefordert, bis am 11. Juli 2011 eine gemeinsame  Zustelladresse  zu  bezeichnen,  wobei  im  Unterlassungsfall  Mitteilungen  und  Entscheide  an  die  zuerst  bevollmächtige  Rechtsvertretung  gehen  würden. L.  Mit  Schreiben  vom  27.  Juni  2011  legte  der  vormalige  Rechtsvertreter  ([...]) sein Mandat nieder. M.  Mit  Eingabe  vom  30.  Juni  2011  legte  der  Beschwerdeführer  weitere  Beweismittel  zu  seiner  christlichen  Glaubensausübung  in  der  Schweiz  (Auflistung Beweismittel) ins Recht. N.  Mit  Eingabe  vom  3.  August  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  eine  weitere  Bestätigung  bezüglich  seines  christlichen  Engagements  (Nennung  Beweismittel)  sowie  zwei  Internet­Berichte  über  Misshandlungen und Verhaftungen von Christen im Iran vom (...) ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).

D­3289/2009 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.  Einleitend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  zwar  das  Rechtsbegehren  betreffend  Anerkennung  als  Flüchtling  stellte  (Rechtsbegehren  2),  nicht  aber  die  Gewährung  von  Asyl  beantragte.  Deshalb  ist  mit  Ablauf  der  Beschwerdefrist  die  Dispositivziffer  2  der  vorinstanzlichen Verfügung vom 15. April 2009 in Rechtskraft erwachsen.  Da  die  Folge  eines  negativen  Asylentscheides  in  der  Regel  die  Wegweisung  ist  und  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen  verfügt  (vgl. BVGE 2009/50 E.  9 S.  733, BVGE  2008/34  E.  9.2  S.  510,  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr.  21),  ist  Dispositivziffer  3  der  angefochtenen  Verfügung  ebenfalls  in  Rechtskraft  erwachsen.  Beschwerdegegenstand  ist  somit  die  Frage,  ob  der  Beschwerdeführer  als  Flüchtling  anzuerkennen  ist  und  ob  die  Voraussetzungen des Wegweisungsvollzuges erfüllt sind. 3.   3.1. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 

D­3289/2009 gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7  AsylG). 3.3. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist, macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend  (vgl.  Art.  54  AsylG).  Subjektive  Nachfluchtgründe  begründen  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss  Art.  54  AsylG  zum  Ausschluss  des  Asyls,  unabhängig  davon,  ob  sie  missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich  gesetzt  wurden.  Stattdessen  werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder  glaubhaft  machen  können,  als  Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen  (vgl.  BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, mit weiteren Hinweisen). 4.  4.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  des  ablehnenden  Asylentscheids  im  Wesentlichen  aus,  die  Darstellung  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  sich  im  Iran  dem  christlichen  Glauben  zugewandt,  in  I._______  (...)  Jahre  die  Kirche  besucht  und  dabei  Flugblätter  verteilt  habe,  weshalb  ihm  daraus  behördliche  Probleme  erwachsen  seien  und  man  ihn  mehrere  Male  auf  dem  Polizeiposten  festgehalten habe, gehe mit massiven Unstimmigkeiten einher. So habe  er sich hinsichtlich der Dauer der angeführten Inhaftierungen, der Art der  dabei  erlittenen  Misshandlungen  sowie  seiner  kirchlichen  Zugehörigkeit  widersprochen.  Ferner  habe  er  im G._______  geschildert,  während  (...)  Jahre  bis  zu  seiner  Ausreise  jeden  Sonntag  in  I._______  die  Kirche  besucht  zu  haben;  er  habe  aber  weder  den  Namen  der  zur  Frage  stehenden  Kirche  anzugeben  gewusst  noch  dargelegt,  wo  sie  sich  befinde. Auch habe er zur Untersuchungshaft, in welcher er wegen seiner  vorgebrachten  christlichen  Aktivitäten  einmal  während  (...)  Tagen  gewesen  sei,  keine  konkreten  zeitlichen  Angaben  zu  liefern  vermocht.  Anlässlich der direkten Anhörung habe er auf die diesbezüglichen Fragen  erklärt, er könne nicht sagen, wann er (...) Mal inhaftiert gewesen sei. Es  wäre  jedoch  zu  erwarten,  dass  er  zu  diesen  zentralen Aspekten  seines  Asylgesuches  präzise  Angaben  zu  geben  vermöchte.  Seine  Aussagen  seien zu wenig konkret, als dass sie geglaubt werden könnten. Zu seinem  Vorbringen,  er  habe  während  (...)  Jahre  vor  der  Kirche  in  I._______ 

D­3289/2009 Flugblätter  verteilt,  sei  festzuhalten,  dass  die  gemäss  Art.  13  der  iranischen Verfassung gewährleistete Glaubensausübung durch Christen  toleriert werde, solange sie diskret geschehe und weder missioniert noch  auf  andere  Weise  die  öffentliche  Aufmerksamkeit  provoziert  werde.  Aufgrund dessen würden die vorgebrachten missionierenden Tätigkeiten  während (...) Jahre, noch dazu regelmässig vor einer Kirche in I._______,  nicht  geglaubt.  Gemäss  den  zum  Beweis  für  die  Konversion  zum  Christentum  eingereichten  Beweismitteln  sei  er  am  Y._______  in  K._______  ein  erstes  Mal  und  in  der  Folge  ein  zweites  Mal  durch  M._______  auf  den  Namen  "Jesus  Christus"  getauft  worden.  Aufgrund  dieser  weiteren  Unstimmigkeit  und  der  in  der  Anhörung  geltend  gemachten  unstimmigen  Angaben  sei  davon  auszugehen,  dass  die  behauptete Konversion  zum Christentum nur  formal  geschehen  sei,  um  ein  Aufenthaltsrecht  in  der  Schweiz  zu  erlangen.  Es  sei  deshalb  davon  auszugehen,  dass  die  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachte  Konversion  nicht auf einem ernst gemeinten  religiösen Gesinnungswandel mit  einer  festen Überzeugung beruhe. Demzufolge könne  ihm bei einer Rückkehr  zugemutet  werden,  seine  christliche  Glaubenszugehörigkeit  zu  widerrufen,  zu  verleugnen  oder  abzustreiten,  um  sich  so  allfälligen  Repressionen zu entziehen. Die Täuschung von Andersgläubigen durch  die  Verstellung  des  eigenen  Glaubens  sei  bei  Schiiten  ausdrücklich  erlaubt. In der Diaspora werde die Täuschung von Andersgläubigen auch  durch  die  Sunniten  als  legitim  erachtet.  Den  iranischen  Behörden  sei  zudem  bewusst,  dass  iranische  Staatsangehörige  in  der  Schweiz  unter  Vorspiegelung  falscher Gründe ein Asylgesuch stellten, um sich hier ein  Bleiberecht  zu sichern. Sodann habe der Beschwerdeführer geschildert,  er  habe  sich  vor  seiner Einreise  in  die Schweiz während  (...)  Jahren  in  E._______  aufgehalten  und  dort  unter  einer  falschen  (...)  Identität  um  Asyl ersucht. Demgegenüber würden tatsächlich verfolgte Personen den  Behörden  jenes  Landes,  in  welchem  sie  um  Schutz  ersuchen,  ihre  tatsächliche  Identität  und  ihre  erlittenen  Verfolgungsmassnahmen  mitteilen, da sie im Interesse ihres eigenen Schutzes keine Veranlassung  hätten, die Behörden des Drittstaates mit falschen Angaben irrezuführen.  Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden somit den Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhalten,  weshalb  ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. 4.2. Der Beschwerdeführer räumte in seiner Rechtsmitteleingabe ein, die  Vorinstanz habe  in  zutreffender Weise  festgehalten,  dass die Protokolle  Ungereimtheiten  hinsichtlich  seiner  Ausreisegründe  enthielten,  die  sich  nicht  ohne Weiteres  auflösen  lassen  würden.  Dennoch  halte  er  an  der 

D­3289/2009 Tatsache  fest,  dass  er  bereits  im  Iran  Christ  geworden  sei.  Gesichert  seien  die  Ereignisse  nach  seiner  Ausreise,  so  nämlich  die  Taufe  in  K._______  und  seine Aktivitäten  in  einer  Freikirche  in  der  Schweiz. Da  ihm  dadurch  eine  Verfolgung  durch  die  iranischen  Behörden  drohe,  würden  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend  gemacht.  Die  vorliegende  Beschwerde  richte  sich  demnach  gegen  die  Verneinung  der  Flüchtlingseigenschaft  sowie  gegen  die  Zulässigkeit  beziehungsweise  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs.  Bezüglich  der  Taufe  irre  die  Vorinstanz,  wenn  sie  annehme,  dass  er  zweimal  getauft  worden  sei.  Abgesehen  vom  Umstand,  dass  in  der  Schweiz  als  traditionell  christlichem Land eine Taufe  immer auf den Namen von Jesus Christus  erfolge,  stehe  in  der  Bestätigung  des  M._______  nicht,  dass  er  in  L._______ getauft worden sei. Bestätigt werde lediglich, dass er sich auf  den  Namen  von  Jesus  Christus  habe  taufen  lassen.  Um  die  Taufe  in  K._______ zu verifizieren, habe der M._______ Fotos von der Taufe auf  elektronischem  Weg  erhalten,  weshalb  von  einer  Taufe  abgesehen  worden  sei.  Der  von  der  Vorinstanz  bezweifelten  Ernsthaftigkeit  seines  christlichen  Glaubens  sei  weiter  entgegenzuhalten,  dass  die  eingereichten kirchlichen Bestätigungen keine Ungereimtheiten enthalten  würden und die Aussagen zur kirchlichen Aktivität in E._______ ebenfalls  konsistent  seien.  Die  Vorinstanz  habe  denn  auch  keine  der  Ungereimtheiten  näher  erläutert.  Da  er  im  Zeitpunkt  der  Einreise  in  die  Schweiz  bereits  seit  eineinhalb  Jahren  getauft  gewesen  sei,  lasse  dies  den  Vorwurf  des  BFM,  er  sei  nur  Christ  geworden,  um  ein  Aufenthaltsrecht  in  der  Schweiz  zu  erlangen,  als  nicht  stichhaltig  erscheinen. Nachdem erwiesen sei, dass er aus echter Überzeugung den  christlichen  Glauben  angenommen  habe,  wäre  er  bei  einer  Rückkehr  gezwungen, seine echte religiöse Überzeugung zu widerrufen, was einen  schwerwiegenden Eingriff in seine Glaubensfreiheit darstellen würde. Ein  solcher  Zwang  zur  Verleugnung  widerspreche  anerkannten  Menschenrechtsgarantien  der  Schweiz  diametral.  Zwar  anerkenne  die  iranische  Verfassung  offiziell  das  Christentum,  wobei  eine  gewisse  Freiheit  nur  die  traditionellen  christlichen Kirchen geniessen würden.  Im  Unterschied  dazu  stünden  evangelische  Kirchen  auch  Muslimen  offen  und sie würden aktiv missionieren, weshalb diese  vom  iranischen Staat  viel  kritischer  beobachtet  würden.  Muslimen  sei  die  Abkehr  von  ihrer  Religion verboten. Offiziellen Berichten zufolge habe sich die Beachtung  der  religiösen  Freiheit  verschlechtert  und  es  sei  zu  zahlreichen  Verhaftungen,  Hausdurchsuchungen  und  Folterungen  gekommen.  Zudem  behandle  das  Parlament  eine  Gesetzesänderung  des  Strafgesetzbuches, wonach die Abkehr vom  Islam mit dem Tod bestraft 

D­3289/2009 werden  könne. Seit  seiner Einreise  in  die Schweiz  sei  er  in  christlichen  Gemeinden  aktiv  und  seine  religiöse  Haltung  sei  unter  Iranern  bestens  bekannt.  Daher  müsse  angenommen  werden,  dass  die  iranischen  Behörden von seinen Aktivitäten Kenntnis hätten, da diese die Tätigkeiten  der Exiliraner  in der Schweiz sorgfältig beobachteten. Sein Engagement  gehe  weit  über  dasjenige  eines  lediglich  formalen  Christen  hinaus.  Bereits nach bisheriger Praxis hätte er bei einer Einreise  in den Iran mit  einer Verhaftung zu rechnen und mit dem neuen Strafrechtsartikel drohe  ihm die Todesstrafe. Damit erfülle er eindeutig die Flüchtlingseigenschaft. 4.3. Der  Beschwerdeführer  reichte  im  Beschwerdeverfahren  zum Beleg  der  geltend  gemachten  Konversion  und  der  sich  daraus  ergebenden  Probleme  diverse  Beweismittel  (Auflistung  Beweismittel)  zu  den  Akten.  Es  stellt  sich  demnach  die  Frage,  ob  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  Konversion  zum  Christentum  in  seiner  Heimat  asylrelevante  Verfolgung zu befürchten hätte. 4.3.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist in BVGE 2009/28 aufgrund einer  umfassenden Beurteilung der  aktuellen Situation  religiöser Minderheiten  und  insbesondere  der  Konvertiten  im  Iran  und  im  Ausland  zum  christlichen  Glauben  zum  Schluss  gekommen,  dass  Konversionen  beziehungsweise Übertritte vom muslimischen Glauben zum Christentum  in  den  letzten  Jahren merklich  zugenommen  haben.  Dieses  Phänomen  wird  einerseits  durch  die  zunehmende  Ablehnung  der  stets  islamisch­ restriktiv argumentierenden iranischen Regierungselite durch die zumeist  jungen muslimischen  Iranerinnen  und  Iraner,  die  ihre  Hinwendung  zum  Christentum  als  Protest  gegen  die  islamische  Regierung  verstehen,  begründet.  Andererseits  ist  eine  augenfällige  Intensivierung  der  Missionierungsbestrebungen  christlicher  Gruppierungen  im  Iran  feststellbar. Dieser Trend erstaunt umso mehr, als gemäss  islamischem  Recht für eine muslimische Person keine anerkannte Möglichkeit existiert,  dem  islamischen  Glauben  abzuschwören  und  zum  Christentum  überzutreten. Gemäss  dem Koran  kommt  der  Abfall  vom Glauben  dem  Verrat an der islamischen Gemeinde gleich und soll mit dem Tod bestraft  werden. Das kodifizierte  iranische Strafrecht kennt  jedoch die Apostasie  als  Tatbestand  –  entgegen  der  auf  Beschwerdeebene  vertretenen  Auffassung  –  bisher  nicht.  Der  Richter  kann  die  Todesstrafe  für  einen  Konvertiten  also  nicht  aus  dem  kodifizierten  Strafrecht  begründen.  Bislang  bietet  nur  die  Scharia  dem  iranischen  Richter  die  Rechtsgrundlage, um Apostaten zum Tode zu verurteilen. Diesbezüglich  hat jedoch das Oberhaupt der iranischen Judikative, Ayatollah Shahroudi, 

D­3289/2009 sowohl  die  Staatsanwaltschaften  als  auch  die  Gerichte  im  Jahre  2002  angewiesen,  dass  niemand wegen des Wechsels  der Religion  verurteilt  werden  soll,  wobei  diese  Weisung  zwar  durch  kein  Gericht,  jedoch  jederzeit  durch das Regime aufgehoben werden  kann, was bisher  nicht  geschehen  ist.  In  den  letzten  Jahren  wurden  denn  auch  keine  Verurteilungen  zur  Todesstrafe  wegen  Apostasie  bekannt.  Soweit  der  Glaubenswechsel  ohne  jegliche  politische  Betätigung  erfolgt,  gibt  es  im  Strafrecht  bislang  keine  Vorschriften,  die  ihn  unter  Strafe  stellen.  Zwar  wurde  dem  Parlament  am  9. September  2008  ein  Entwurf  für  eine  Änderung des iranischen Strafrechts vorgelegt, worin unter anderem eine  Ausweitung  der  bestehenden  Tatbestände  für  die  Verhängung  der  Todesstrafe  respektive  die  separate  Einführung  eines  Apostasiestraftatbestandes  vorgesehen  ist.  Bei  Inkrafttreten  der  Strafbestimmung  könnte  die  Apostasie  als  "Hadd"­Delikt,  d.h.  als  –  im  Sinne  des  iranisch­muslimischen  Rechtsverständnisses  –  "Verstoss  gegen  göttliches  Recht"  auch  rückwirkend  bestraft  werden.  Sollte  die  Änderung  des  iranischen  Strafgesetzes  in  der  gegenwärtig  vorgelegten  Form  verabschiedet  werden,  gehen  die  meisten  Beobachter  von  einer  dramatischen  Verschlechterung  der  Lage  iranischer  Konvertiten  aus,  zumal  damit  die  Verhängung  der  Todesstrafe  bei  Abfall  vom  Islam  strafrechtlich zwingend vorgeschrieben wäre. Zu welchem Zeitpunkt das  iranische  Parlament  über  den  besagten  Entwurf  zur  entsprechenden  Änderung des Strafrechts entscheiden wird,  ist nicht bekannt. Nach den  Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts deuten jedoch drei Punkte  darauf  hin,  dass  durch  die  erwähnte Vorlage  bloss  ein  Zeichen  gesetzt  werden soll, um der fortschreitenden Säkularisierung und Islammüdigkeit  der  iranischen  Jugend  vorzubeugen:  Erstens  wurde  kein  Eilverfahren  nach  Art.  97  der  iranischen  Verfassung  gewählt,  zweitens  ist  dem  Verfahren von hochoffizieller Seite keine besondere Priorität zugeordnet  worden  und  drittens  hat  sich  noch  kein  hoher  Politiker  öffentlich  zu  diesem  Entwurf  positioniert  und  ihn  unterstützt.  Weiter  führt  allein  der  Übertritt zum christlichen Glauben grundsätzlich zu keiner  (individuellen)  staatlichen  Verfolgung,  sofern  der  Konvertit  den  absoluten  Machtanspruch  der  Muslime  respektiert  und  nicht  missionierend  tätig  wird. Eine Verfolgung durch den  iranischen Staat kommt erst dann zum  Tragen,  wenn  der  Glaubenswechsel  aufgrund  einer  missionierenden  Tätigkeit bekannt wird und zugleich Aktivitäten des Konvertiten vorliegen,  die vom Regime als Angriff auf den Staat angesehen werden. Nach den  Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts wurden Konvertiten nach  der  Amtseinsetzung  von  Präsident  Ahmadinejad  seitens  der  iranischen  Behörden  in  verstärktem  Mass  Verfolgungshandlungen  und 

D­3289/2009 Druckversuchen,  welche  die  Konvertiten  zur  Rückkehr  zum  Islam  bewegen  sollen,  ausgesetzt.  Zusätzlich  zu  den  genannten  staatlichen  Repressionen  gegen  evangelikale  Christen  kann  für  Konvertiten  eine  weitere Gefährdung dann entstehen, wenn sie ins Visier radikal­militanter  Muslime  geraten,  die  den  Abfall  vom  Islam  als  ein  mit  dem  Tod  zu  bestrafendes  Vergehen  betrachten.  Eine  ähnliche  Gefährdung  für  die  physische  Unversehrtheit  von  Konvertiten  kann  aus  dem  Kreis  der  Familie  entstehen,  wenn  einer  solchen  radikal­militante  Muslime  angehören,  die  einen  Religionswechsel  nicht  tolerieren,  zumal  die  iranischen  Behörden  aufgrund  ihrer  fehlenden  Schutzbereitschaft  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  keinen  Einsatz  zugunsten  des  betreffenden  christlichen  Konvertiten  leisten  respektive  inoffiziell  solche  Übergriffe dulden würden. 4.3.2.  Betreffend  die  Konversion  im  Ausland  beziehungsweise  in  der  Schweiz  hielt  das  Bundesverwaltungsgericht  im  publizierten  Urteil  demgegenüber  fest, dass eine differenziertere Beurteilung vorzunehmen  ist, zumal solche Übertritte nach den Erkenntnissen der schweizerischen  Asylbehörden nicht selten als eigentliches Mittel zum Erwerb einer sonst  nicht erlangbaren Aufenthaltsmöglichkeit im betreffenden Aufenthaltsland  instrumentalisiert  werden.  Diese  asyltaktische  Handlungsweise  der  iranischen  Staatsbürger  im  westlichen  Ausland  ist  den  iranischen  Behörden durchaus bekannt und wird bei der Bewertung des Verhaltens  im Sinne  von Art.  225 Abs.  2  des Gesetzesentwurfs  zur  Änderung  des  iranischen  Strafgesetzbuches  insofern  berücksichtigt,  als  diese  Konversion  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Iran  nicht  zu  ernsthaften  Nachteilen  im Sinne  von Art.  3 AsylG  führen würde,  zumal  die  diskrete  und  private  Glaubensausübung  im  Iran  auch  ausserhalb  des  Islam  grundsätzlich möglich ist. Bei Konversionen im Ausland ist daher – soweit  möglich  –  die  christliche  Überzeugung  eines  Asylgesuchstellers  im  Einzelfall einer näheren Überprüfung zu unterziehen. Mithin vermag eine  christliche  Glaubensausübung  im  Iran  dann  Massnahmen  auslösen,  wenn sie hierzulande aktiv und sichtbar nach aussen praktiziert wird und  im  Einzelfall  davon  ausgegangen  werden  muss,  dass  das  heimatliche  Umfeld  von  einer  solchen  aktiven,  allenfalls  gar  missionierende  Züge  annehmenden  Glaubensausübung  erfährt.  Sollten  nämlich  nahe  Familienangehörige  extrem  fanatische  Muslime  sein,  kann  der  Übertritt  zum  Christentum  zu  nachhaltiger  Denunzierung  bei  iranischen  Sicherheitsdiensten  führen.  Zudem  kann  der  Übertritt  zum  Christentum  immer auch als  "Hochverrat, Staatsverrat, Abfall  von der eigenen Sippe  und  dem  eigenen  Stamm"  gesehen  werden.  Bei  Konversionen  im 

D­3289/2009 Ausland  muss  daher  bei  der  Prüfung  im  Einzelfall  neben  der  Glaubhaftigkeit  der  Konversion  auch  das  Ausmass  der  öffentlichen  Bekanntheit  für  die  betroffene Person  in Betracht  gezogen werden  (vgl.  BVGE 2009/28 E. 7.3.4 und 7.3.5, mit weiteren Hinweisen). 4.3.3. Für den vorliegenden Einzelfall stellt sich die Situation aufgrund der  vorstehenden  Ausführungen  und  in  Berücksichtigung  der  in  diesem  Zusammenhang während des Verfahrens eingereichten Beweismittel wie  folgt  dar:  Hinsichtlich  der  angeführten  Ausreisegründe  des  Beschwerdeführers  (Behördliche  Verfolgung  wegen  Zuwendung  zum  christlichen  Glauben  im  Iran,  mehrjährigen  Besuchs  einer  christlichen  Kirche  in  I._______  und  Verteilens  von  Flugblättern  und  Traktaten  im  öffentlichen Raum) anerkennt er in seiner Rechtsmitteleingabe, dass das  BFM im angefochtenen Entscheid in zutreffender Weise Ungereimtheiten  in  seinen  protokollierten  Aussagen  hinsichtlich  seiner  Ausreisegründe  erkannt  habe,  die  sich  nicht  ohne  Weiteres  auflösen  lassen  würden.  Dennoch hält er  in seiner Beschwerdeschrift an der Tatsache  fest, dass  er  bereits  im  Iran  Christ  geworden  sei.  Angesichts  dieses  Eingeständnisses  zur  Glaubhaftigkeit  seiner  Ausreisegründe  ist  festzuhalten,  dass  zumindest  die  mit  der  Zuwendung  zum  christlichen  Glauben  einhergegangene  aktive  Glaubensausübung  weder  den  iranischen  Behörden  noch  Familienangehörigen  im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise – da nicht glaubhaft gemacht – bekannt war und er deswegen  auch keine irgendwie gearteten behördlichen oder familiären Probleme zu  gewärtigen hatte. 4.3.4.  Weiter  ist  aufgrund  der  eingereichten  Unterlagen  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  aktiv  an  Gottesdiensten,  Versammlungen und Seminaren teilnimmt und sich in der Missionsarbeit  innerhalb  der  Gemeinde  bemüht.  Angesichts  dieses  Engagements  des  Beschwerdeführers  über mittlerweile  einige  Zeit  besteht  für  das Gericht  kein  Anlass  zur  Annahme,  bei  der  in  E._______  vorgenommenen  Konversion des Beschwerdeführers handle es sich um eine asyltaktische  Massnahme. Dennoch ist das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe im  konkreten  Fall  zu  verneinen.  Aufgrund  der  Aktenlage  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  der Beschwerdeführer  im Zusammenhang mit  seiner  christlichen  Gesinnung  in  leitender  Funktion  tätig  wäre  oder  sich  in  besonderer  Weise  exponiert  hätte.  Der  in  der  Bestätigung  vom  (...)  gemachte,  aber  nicht  weiter  konkretisierte  Hinweis,  dass  er  seinen  Glauben  weitergebe,  beziehungsweise  die  Feststellung  in  der  Bestätigung vom (...), wonach er sich in der Missionsarbeit der Gemeinde 

D­3289/2009 sehr bemühe, ändert daran ebenso wenig wie ein öffentliches Bekenntnis  zum Christentum im Rahmen von Gottesdiensten oder Seminaren. So ist  aus  den  vorliegenden  Bestätigungen  nirgends  ersichtlich,  dass  der  Beschwerdeführer auch ausserhalb des zwischen  Iranern und Afghanen  stattfindenden Hauskreises respektive der christlichen Versammlungen in  irgendeiner  Form  seine  christliche  Überzeugung  aktiv  und  in  einem  breiteren  öffentlichen  Kreis  weitergeben  würde.  Von  einer  konkreten  Gefahr,  dass  der  Beschwerdeführer  den  iranischen  Behörden  aufgrund  seiner  Konversion  zum  Christentum  bekannt  wäre  und  ihnen  dies  zu  Verfolgungshandlungen  Anlass  geben  würde,  ist  daher  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  nicht  auszugehen.  Ebenso  sind  aus  den  Akten  keine  Indizien  ersichtlich,  dass  nahe  Familienangehörige  als  extrem  fanatische Muslime  eingestuft  werden müssten,  was  die Gefahr  einer Denunziation des Beschwerdeführers bei den Sicherheitskräften mit  sich  bringen  würde.  Es  bestehen  insgesamt  keine  konkreten  Anhaltspunkte,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  religiösen  Gesinnung  im  Falle  einer  Rückkehr  Verfolgungsmassnahmen  gemäss  Art. 3 AsylG zu gewärtigen hätte.  4.3.5.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  die  geltend  gemachten  Gründe  nicht  geeignet  sind,  eine  flüchtlingsrechtlich  relevante  Verfolgungsfurcht zu begründen, weshalb der Beschwerdeführer nicht als  Flüchtling  anerkannt  werden  kann.  An  dieser  Einschätzung  vermögen  weder die weiteren Ausführungen in den Eingaben noch die beigelegten  Beweismittel  etwas  zu  ändern,  weshalb  darauf  verzichtet  werden  kann,  auf diese weiter einzugehen. 5.  5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 5.2.  5.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

D­3289/2009 So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 5.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nach­zuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5  AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  seinen  Heimatstaat  Iran  ist  demnach  unter  dem  Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 5.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für  den  Fall  einer  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 FoK verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung  drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil  vom  28.  Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Dies  ist  jedoch  nicht  der  Fall,  zumal  der  Beschwerdeführer  –  wie  oben  in  den  Ziffern  4.3.3.  –  4.3.5.  dargelegt –  aufgrund  seiner  Zuwendung  zum  christlichen  Glauben  im  Falle  einer  Rückkehr  keine  flüchtlingsrechtlich  relevanten  Verfolgungsmassnahmen 

D­3289/2009 zu  befürchten  hat.  Auch  die  Hinweise  auf  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  und  die  Situation  der Christen  im Allgemeinen  im  Iran  vermögen  diesbezüglich  zu  keiner  anderen  Beurteilung  des  Sachverhaltes zu führen. 5.2.4. Was  die  im  ärztlichen  Zeugnis  von  (...)  diagnostizierte  (Nennung  gesundheitliche  Beeinträchtigung)  betrifft,  ist  Folgendes  festzuhalten:  Gemäss der Praxis des EGMR kann der Vollzug der Wegweisung eines  abgewiesenen  Asylsuchenden  mit  gesundheitlichen  Problemen  im  Einzelfall  einen  Verstoss  gegen  Art.  3  EMRK  darstellen;  hierfür  sind  jedoch ganz aussergewöhnliche Umstände Voraussetzung  (vgl. EMARK  2005  Nr. 23  E.  5.1.  S. 211 f.,  mit  einer  Zusammenfassung  der  Rechtsprechung  des  EGMR).  Vorliegend  können  solche  ganz  aussergewöhnlichen  Umstände  („very  exceptional  circumstances“),  wie  sie  der  EGMR  in  seinem  Urteil  vom  2. Mai  1997  i.S.  D.  gegen  Grossbritannien  feststellte,  wo  neben  einer  kurzen  Lebenserwartung  aufseiten  des  an  AIDS  erkrankten  Auszuweisenden  erschwerend  die  Gefahr eines Todes unter extremen physischen und psychischen Leiden  hinzukam, hinlänglich ausgeschlossen werden (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1  S. 117 f., BVGE 2009/2 E. 9.1.3). 5.2.5. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im  Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 5.3.  5.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art.  83 Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März  2002, BBl 2002 3818). 5.3.2. Bezüglich  des  Iran  kann  zum  jetzigen  Zeitpunkt  nicht  von  Krieg,  Bürgerkrieg oder von einer Situation allgemeiner Gewalt, welche für den  Beschwerdeführer bei einer Rückkehr dorthin eine konkrete Gefährdung  darstellen würde, gesprochen werden. An dieser Feststellung vermögen  auch  die  Ereignisse  im  Zusammenhang  mit  der  umstrittenen  Präsidentenwahl  vom  Juni  2009  und  der  damit  in  Zusammenhang 

D­3289/2009 stehende  Trend  zu  vermehrter  Kontrolle  und  Überwachung  der  Zivilbevölkerung nichts zu ändern (vgl. BVGE 2009/28 E.7.3.1). 5.3.3.  Sodann  bestehen  auch  keine  anderen  Hinweise,  dass  der  Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr in den Iran in eine konkrete, seine  Existenz bedrohende Situation geraten könnte. Er ist jung, alleinstehend,  verfügt über eine mehrjährige Berufserfahrung als (...) und spricht neben  seiner  Muttersprache  (...)  auch  fliessend  Farsi.  Weiter  ist  davon  auszugehen,  dass  seine  im  Iran  verbliebenen  Verwandten  (Mutter,  Geschwister)  ihm  bei  der  Integration  behilflich  sein  werden  (vgl.  act.  A1/12, S. 3 f.). 5.3.4. Hinsichtlich der angeführten und im oben in Ziffer 5.2.4. erwähnten  ärztlichen  Zeugnis  belegten  Beeinträchtigung  des  psychischen  Gesundheitszustandes  des  Beschwerdeführers  ist  Folgendes  zu  erwägen:  Gründe  ausschliesslich  medizinischer  Natur  lassen  den  Wegweisungsvollzug  im  Allgemeinen  nicht  als  unzumutbar  erscheinen,  es  sei  denn,  die  erforderliche  Behandlung  sei  wesentlich  und  im  Heimatland  nicht  erhältlich.  Entsprechen  ferner  die  Behandlungsmöglichkeiten  im  Herkunftsland  nicht  dem  medizinischen  Standard  in  der  Schweiz,  so  bewirkt  dies  allein  noch  nicht  die  Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen Unzumutbarkeit  ist erst  dann  auszugehen,  wenn  die  ungenügende  Möglichkeit  der  Weiterbehandlung  eine  drastische  und  lebensbedrohende  Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE  2009/2  E. 9.3.2  S.  21).  Vorliegend  sind  unter  diesen  Rahmenbedingungen  den  Akten  keine  stichhaltigen  Anhaltspunkte  für  das Vorliegen einer medizinischen Notlage im Heimatstaat  im Sinne von  Art.  83  Abs.  4  AuG  zu  entnehmen,  zumal  im  erwähnten  ärztlichen  Zeugnis als Ursache für die (Nennung gesundheitliche Beeinträchtigung)  der  ungewisse  Flüchtlingsstatus  in  der  Schweiz  und  vor  allem  die  belastende  Wohnsituation  in  einer  Wohngemeinschaft  mit  anderen  Flüchtlingen  bezeichnet  und  hervorgehoben  wird,  dass  entsprechende  Massnahmen wünschenswert wären und einen günstigen Einfluss auf die  therapeutischen  Bemühungen  hätten.  Der  Beschwerdeführer  kann  im  Bedarfsfall  in  seinem  Heimatland  auf  die  dort  bestehenden  und  nach  Kenntnis  des  Bundesverwaltungsgerichts  als  ausreichend  zu  bezeichnenden  medizinischen  Behandlungsinstitutionen  zurückgreifen.  Somit  würden  auch  seine  gesundheitlichen  Probleme  im  Falle  der  freiwilligen Rückkehr in die Heimat beziehungsweise eines zwangsweisen 

D­3289/2009 Vollzugs  der  Wegweisung  keine  drastische  und  lebensbedrohende  Verschlechterung seines Gesundheitszustandes nach sich ziehen. 5.3.5.  Angesichts  der  gesamten  Umstände  kann  der  Vollzug  der  Wegweisung auch als zumutbar bezeichnet werden. 5.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG),  weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist  (Art. 83 Abs. 2 AuG, BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.). 5.5. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug  zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, zumutbar  und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vor­ läufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG). 6.  Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung in  Bezug auf die verweigerte Anerkennung als Flüchtling Bundesrecht nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach  dem Gesagten abzuweisen. 7.  Eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  wird  auf  Antrag  hin  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  befreit,  sofern  ihr  Begehren  nicht  aussichtslos  erscheint  (Art.  65  Abs.  1  VwVG).  Mit  Zwischenverfügung  vom  6.  Juni  2009  wurde  die  Behandlung  des  Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne von  Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. Vorliegend ist von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen.  Auch  können  die  Begehren  der  Beschwerde  nicht  als  aussichtslos  bezeichnet  werden.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  ist  somit  gutzuheissen  und  auf  die  Erhebung  von  Verfahrenskosten zu verzichten.

D­3289/2009 (Dispositiv nächste Seite)

D­3289/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

D-3289/2009 — Bundesverwaltungsgericht 19.01.2012 D-3289/2009 — Swissrulings