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Bundesverwaltungsgericht 11.08.2011 D-3027/2011

11 agosto 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,984 parole·~10 min·1

Riassunto

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 4. April 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­3027/2011 Urteil   v om   1 1 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren am _______, Türkei, c/o Schweizerische Vertretung in Ankara, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 4. April 2011 / N _______.

D­3027/2011 Sachverhalt: A.  A.a. Der Beschwerdeführer,  ein  türkischer Staatsangehöriger  kurdischer  Ethnie  mit  Wohnsitz  in  B._______  (Diyarbakir),  stellte  am  28.  Oktober  2010  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  Ankara  ein  (telefonisches;  vgl. die Aktennotiz vom 12. Juli 2011) Asylgesuch und wurde dazu am 19.  Januar 2011 auf der Botschaft angehört. A.b.  Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  brachte  er  dabei  im  Wesentlichen  vor,  er  sei  ungefähr  vom  Jahr  2006  bis  2007  beim  Jugendrat  der  Demokratik  Toplum  Partisi  (DTP;  heute  Barış  ve  Demokrasi Partisi [BDP]) aktiv gewesen, allerdings ohne Mitglied zu sein.  Später  habe  er  sich  im  Studentenverein  der  (…)­Universität  (…)  engagiert,  welcher  der  DTP  nahestehe.  Um  keine  Probleme  zu  bekommen, sei er jedoch nicht offiziell Mitglied dieses Vereins geworden.  Er  sei  bisher  insgesamt  in  fünf  Gerichtsverfahren  verwickelt  gewesen,  wovon  zwei  (mit  Freispruch  respektive  Einstellung  des  Verfahrens)  abgeschlossen  worden  und  drei  noch  hängig  seien.  Im  ersten  noch  hängigen Verfahren sei er mit erstinstanzlichem Urteil vom 4. November  2008 wegen  "Propaganda  für  die PKK"  zu  zehn Monaten Haft  verurteilt  worden,  weil  er  im  Jahr  2006  an  einer  Presseerklärung  der  DTP  betreffend  Morde  an  Zivilisten  in  Diyarbakir  teilgenommen  habe;  das  Verfahren  sei  zurzeit  beim Kassationshof  hängig.  Im  zweiten  Verfahren  sei er mit erstinstanzlichem Urteil vom 20. April 2010 wegen "Propaganda  für  die  PKK"  zu  insgesamt  20  Monaten  Haft  verurteilt,  hingegen  vom  Vorwurf der "Verübung von Straftaten im Namen der PKK" freigesprochen  worden. Die Verurteilung wegen "Propaganda für die PKK" sei ergangen,  weil  er  an  zwei  weiteren  Presseerklärungen  der  DTP  zum  Thema  Weiterführung  des  Waffenstillstandes  und  Tod  zweier  PKK­Guerillas  teilgenommen  habe.  Bei  diesen  Veranstaltungen  sei  es  zu  Zusammenstössen  zwischen  Kundgebungsteilnehmer  und  der  Polizei  gekommen, wobei einige Personen Steine geworfen hätten.  Im Rahmen  dieses  zweiten  Strafverfahrens  habe  er  vier  Tage  in  Polizeigewahrsam  sowie über ein Jahr  in Untersuchungshaft verbringen müssen. Während  des Gewahrsams seien er und seine Mithäftlinge beschimpft und beleidigt  worden. Ausserdem habe man  sie  hungern  und  frieren  lassen,  und  der  Zugang zum WC sei ihnen erschwert worden. Körperlich seien sie jedoch  nicht  misshandelt  worden.  Die  Untersuchungshaft  ihrerseits  sei  ohne  besondere Vorkommnisse verlaufen. Dieses zweite Verfahren sei zurzeit  ebenfalls  beim  Kassationshof  hängig.  Schliesslich  sei  er  mit 

D­3027/2011 Anklageschrift  vom 7.  Juli  2010 wegen  "Widerstands gegen die Polizei"  angeklagt worden, weil er  im Frühling 2010 an einem Sitzstreik auf dem  Universitätsgelände  teilgenommen habe. Die Polizei habe den Sitzstreik  aufgelöst,  worauf  einige  Studenten  Steine  geworfen  hätten,  er  selber  jedoch nicht. Im Zusammenhang mit diesem Verfahren habe er vier Tage  in  Polizeigewahrsam  verbracht.  Dort  hätten  äusserst  beengte  Platzverhältnisse  geherrscht,  und  man  habe  ihm  und  seinen  Mitinhaftierten  wiederum  nur  selten  den  Gang  aufs  WC  ermöglicht.  Dieses Strafverfahren sei vor dem erstinstanzlichen Gericht hängig. Der  Beschwerdeführer  machte  im  Weiteren  geltend,  im  Verlaufe  der  Jahre  2009/2010 sei er zweimal von Polizisten in Zivil aufgefordert worden, für  die Polizei als Informant zu arbeiten. Er habe dies abgelehnt, worauf sie  ihm  gedroht  hätten,  sie  würden  ihn  nicht  weiterstudieren  lassen.  Nun  habe er Angst, alleine draussen unterwegs zu sein. A.c. Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer  folgende  Beweismittel  zu  den  Akten:  Kopie  des  Nüfus  Cüzdani,  Passkopie, Anklageschrift vom 27. April 2007 (beglaubigte Kopie), Urteil  vom  4. November  2008  (beglaubigte  Kopie),  Anklageschrift  vom  16.  Dezember  2008  (beglaubigte  Kopie),  Urteil  vom  20.  April  2010  (beglaubigte Kopie), Anklageschrift vom 7. Juli 2010 (beglaubigte Kopie),  Kopie eines Körperdurchsuchsuchungs­ und Übergabeprotokolls vom 26.  April  2010,  gerichtsmedizinisches  Attest  vom  28.  April  2010,  Kopie  des  Freilassungsprotokoll  vom  30.  April  2010  sowie  Stellungnahme  des  Beschwerdeführers zuhanden einer Lehrerkommission. A.d.  Die  schweizerische  Vertretung  in  Ankara  übermittelte  die  Asylunterlagen des Beschwerdeführers am 23. März 2011 ans BFM. B.  Mit  Verfügung  vom  4.  April  2011  (dem  Beschwerdeführer  gemäss  Vermerk  auf  der  Website  der  türkischen  Post  am  27.  April  2011  zugestellt)  lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und verweigerte ihm die Einreise in die Schweiz.  C.  Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 23. Mai 2011 (Datum  Eingang  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  Ankara)  beantragte  der  Beschwerdeführer, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und es  sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

D­3027/2011 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gestützt  auf  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR 173.32)  Beschwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer Vorinstanz  im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet  betreffende Ausnahme  im Sinne  von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  zuständig  für  die  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Entscheide  des  BFM,  welche  in  Anwendung  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ergangen sind, und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet.

D­3027/2011 4.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen,  wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann  oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3,  Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt  das  Bundesamt  Asylsuchenden  die  Einreise  zwecks  Abklärung  des  Sachverhalts,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden  kann,  im Wohnsitz­  oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen.  Die  Voraussetzungen  zur  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  werden  grundsätzlich  restriktiv  gehandhabt,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt,  indem  neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im Sinne  von Art.  3 AsylG  namentlich  die Beziehungsnähe  zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen.  Ausschlaggebend  für  die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der  betroffenen Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung  im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  kann  (vgl.  die  weiterhin  gültige  Praxis  gemäss  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997 Nr. 15, insbesondere S. 131 ff., 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 ff.).  5.  5.1. Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids  im  Wesentlichen  aus,  die  strafrechtliche  Verfolgung  des  Beschwerdeführers wegen Unterstützungstätigkeiten  für  die  PKK  sei  im  Kern als  rechtsstaatlich  legitim  zu erachten,  zumal  es  sich bei  der PKK  um  eine  gewaltbereite  Organisation  handle.  Die  türkischen  Justizbehörden  seien  aufgrund  der  in  den  Strafverfahren  getätigten  Ermittlungen  zum  Schluss  gelangt,  der  Beschwerdeführer  sei  ins  organisatorische  Netz  der  PKK  eingegliedert  gewesen  und  habe  Propaganda  für  eine  terroristische  Organisation  geleistet.  Der  Beschwerdeführer  habe  sich  zudem  an  gewalttätigen  Auseinandersetzungen beteiligt. Aufgrund der Aktenlage sei im Weiteren  davon auszugehen, dass die türkischen Justizbehörden in den fraglichen  Strafverfahren  differenziert  und  korrekt  vorgegangen  seien.  Zwar  habe  sich  der  Beschwerdeführer  im  Verlauf  der  Verfahren  zweimal  in 

D­3027/2011 polizeilichem  Gewahrsam  sowie  einmal  über  ein  Jahr  in  Untersuchungshaft  befunden,  doch  dieser  Umstand  lasse  die  Strafverfahren nicht als illegitim erscheinen. Der Beschwerdeführer könne  immerhin  den  Ausgang  der  Verfahren  auf  freiem  Fuss  abwarten.  Auch  aus  der  Höhe  der  (erstinstanzlich)  ausgesprochenen  Strafen  lasse  sich  kein  Politmalus  ableiten.  Zudem müsse  er  in  Anbetracht  der  allgemein  verbesserten  Menschenrechtssituation  in  der  Türkei  keine  menschenrechtswidrige  Behandlung  während  eines  allfälligen  Strafvollzugs  befürchten.  Dem  Beschwerdeführer  stehe  es  im  Übrigen  offen,  nach  Ausschöpfung  des  innerstaatlichen  Rechtswegs  eine  Individualbeschwerde  gegen  die  Türkei  beim  Europäischen  Gerichtshof  für Menschenrechte anhängig zu machen. Der Beschwerdeführer könne  schliesslich auch aus den angeblichen Belästigungen durch Zivilpolizisten  keine  begründete  Furcht  ableiten.  Nach  dem  Gesagten  sei  er  nicht  schutzbedürftig.  Im  Übrigen  wäre  es  ihm  zuzumuten,  allenfalls  in  Deutschland  (wo  sein  Onkel  lebe)  oder  in  Kroatien  (wo  er  visumsfrei  einreisen  könne)  um  Asyl  nachzusuchen.  Es  liege  ohnehin  nicht  im  Interesse  der  Schweiz,  Personen  aus  dem  Umfeld  der  PKK  eine  Einreisebewilligung zu erteilen.  5.2.  Der  Beschwerdeführer  wiederholt  in  seiner  Beschwerde  zunächst  seine Asylgründe und führt anschliessend aus, es habe bei den Aktionen,  an  welchen  er  teilgenommen  habe,  keine  Gewalt  (seitens  der  Teilnehmer)  gegeben.  Es  habe  sich  dabei  um  demokratische  Aktionen  gehandelt.  Die  Polizei  ihrerseits  habe  jedoch  Gewalt  gegen  ihn  angewendet  und  ihn  zudem  beleidigt.  Er  sei  zweimal  in  Gewahrsam  genommen und verhaftet worden. Ausserdem sei er von Polizisten in Zivil  bedroht  worden.  Dies  seien  rechts­  und  menschenrechtswidrige  Praktiken. Er habe Angst, alleine in die Schule zu gehen, er bewege sich  nur  noch  in  Begleitung  seiner  Freunde.  Seine  Freiheit  –  vielleicht  auch  mehr  –  sei  bedroht.  Bei  einer  Bestätigung  der  gegen  ihn  ausgesprochenen Haftstrafen durch das Kassationsgericht müsste er ins  Gefängnis.  Er  habe  die  Menschenrechtsorganisation  in  Diyarbakir  um  Hilfe gebeten, und diese habe ihn an die Schweiz verwiesen.  6.  Nachfolgend  ist  zu  prüfen,  ob  das BFM  zur Recht  das Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  abgelehnt  und  ihm  die  Einreise  in  die  Schweiz  verweigert hat.

D­3027/2011 6.1. Die Vorinstanz erwog unter anderem, es liege nicht im Interesse der  Schweiz, Personen aus dem Umfeld der PKK eine Einreisebewilligung zu  erteilen.  Dazu  ist  vorab  zu  bemerken,  dass  gemäss  der  nach  wie  vor  gültigen,  in  EMARK  2002  Nr.  9  begründeten  Praxis  die  PKK  nicht  als  kriminelle  Organisation  im  Sinne  von  Art.  260ter  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuches  vom  21.  Dezember  1937  (StGB,  SR  311.0)  gilt  (vgl.  dazu auch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 24. Juni 2010  in Sachen D­3417/2009, E. 4.6.2, mit weiteren Hinweisen). Bezüglich der  Frage  der  Einreisebewilligung  ist  demnach  nicht  auf  die  Zugehörigkeit  oder Sympathie zur PKK, sondern allein auf die individuellen Handlungen  der  asylsuchenden Person  abzustellen.  Allenfalls  ist  zu  prüfen,  ob  eine  Asylunwürdigkeit  im  Sinne  von  Art.  53  AsylG  vorliegt.  Im  vorliegenden  Fall  finden  sich  in  den  Akten  keine  Hinweise  dafür,  dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen  gewaltbereiten  Sympathisanten  der  PKK  handelt, welcher selber verwerfliche Handlungen begangen oder sich an  solchen beteiligt hat, womit Art. 53 AsylG von vornherein ausser Betracht  fällt.  Somit  ist  sein  Asylgesuch  aus  dem  Ausland  in  Anwendung  der  einschlägigen Normen des Auslandverfahrens  (vgl.  vorstehend E.  4)  zu  beurteilen.  6.2.  Den  Akten  zufolge  wird  der  Beschwerdeführer  in  der  Türkei  strafrechtlich  verfolgt.  Gemäss  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  stellt  eine  strafrechtliche  Verfolgung  respektive  die  Verurteilung  wegen  eines  gemeinrechtlichen  Delikts  grundsätzlich  keine  flüchtlingsrechtlich  relevante Verfolgung dar; dies ist nur ausnahmsweise der Fall, und zwar  wenn einer Person  eine  gemeinrechtliche Tat  untergeschoben wird,  um  sie aus einem asylrelevanten Motiv zu verfolgen, oder wenn die Situation  eines Täters, der ein gemeinrechtliches Delikt  tatsächlich begangen hat,  aus einem asylrelevanten Motiv erheblich erschwert wird. In diesen Fällen  spricht man von einem sogenannten Politmalus. Ein  solcher  liegt  in der  Regel  insbesondere  dann  vor,  wenn  im  konkreten  Fall  eine  unverhältnismässig  hohe  Strafe  ausgefällt  wird,  das  Strafverfahren  rechtsstaatlichen  Ansprüchen  klarerweise  nicht  zu  genügen  vermag  (beispielsweise  weil  dem  Angeklagten  elementare  Verfahrensrechte  vorenthalten  werden)  oder  der  asylsuchenden  Person  in  der  Form  der  Strafe  oder  im  Rahmen  der  Strafverbüssung  eine  Verletzung  fundamentaler  Menschenrechte,  namentlich  Folter,  droht  (vgl.  zum  Ganzen EMARK 1996 Nr. 29 E. 2g, EMARK 1996 Nr. 34 E. 3, Urteile des  Bundesverwaltungsgerichts  E­4286/2008  vom  17.  Oktober  2008  E.  4.4  und D­3417/2009 vom 24. Juni 2010 E. 4.5).

D­3027/2011 6.3.  Der  Beschwerdeführer  wurde  im  vorliegenden  Fall  bisher  in  zwei  Strafverfahren  gestützt  auf  § 7/2  des  türkischen  Antiterrorgesetzes  Nr. 3713  (ATG)  verurteilt.  Ihm  wurde  vorgeworfen,  er  habe  an  drei  Presseerklärungen  der  DTP  (teilweise  anlässlich  von  Beerdigungen  getöteter  PKK­Mitglieder)  teilgenommen  und  dabei  Slogans  zugunsten  der  PKK  und  deren  Führer  Öcalan  skandiert.  Deswegen  wurde  er  erstinstanzlich  in  zwei  Urteilen  zu  30  Monaten  Haft  (10  Monate  je  Ereignis) wegen Propagandatätigkeit  für  die PKK  (§ 7/2 ATG)  verurteilt.  Diese  Strafe  von  insgesamt  30 Monaten  erscheint  zwar  angesichts  der  dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Handlungen auf den ersten Blick  als  relativ  hoch;  aus  nachfolgenden  Gründen  kann  daraus  aber  im  vorliegenden  Fall  nicht  auf  einen  Politmalus  geschlossen  werden.  Zunächst  ist  zu  bedenken,  dass  die  im  ATG  kodifizierten  Strafnormen  dem – grundsätzlich legitimen – staatlichen Rechtsgüterschutz im Bereich  der Terrorismusbekämpfung  dienen. Diese  rechtliche Regelung  ist  zwar  nicht unproblematisch, da damit elementare Grundrechte (namentlich die  Presse­ und Meinungsäusserungsfreiheit) teilweise massiv eingeschränkt  werden. Gleichzeitig muss jedoch anerkannt werden, dass – bezogen auf  den vorliegenden Fall – das Skandieren von Slogans zugunsten der PKK  und  Öcalan,  namentlich  im  Rahmen  von  Beerdigungen  von  gefallenen  PKK­Mitgliedern, wo in der Regel eine emotional aufgeladene Stimmung  herrscht, durchaus als Propagandatätigkeit zugunsten der PKK und ihrer  Ziele  aufgefasst  werden  kann  und  derartige  Veranstaltungen  im  türkischen  Kontext  häufig  mit  einem  zumindest  latenten  Aufruf  zu  gewalttätigen  Handlungen  gegen  Institutionen  des  türkischen  Staates  einhergehen.  Unter  diesem  Blickwinkel  erscheint  es  daher  zulässig,  derartige  Propagandatätigkeiten  unter  Strafe  zu  stellen.  Ausschlaggebend  ist  letztlich,  wie  die  türkischen  Gerichte  diese  Strafnormen konkret auslegen und anwenden. Der Strafrahmen von § 7/2  ATG  beträgt  1­5  Jahre.  Eine  Mindeststrafe  von  einem  Jahr  ist  im  türkischen  Strafrecht  nicht  unüblich;  zahlreiche  Bestimmungen  –  auch  ausserhalb des ATGs – sehen diese Mindeststrafe vor (s. beispielsweise  Art.  114  des  türkischen  Strafgesetzbuches  [TStGB]  [Verhinderung  der  Ausübung politischer Rechte], Art. 157 TStGB  [Betrug], Art. 274 TSTGB  [falsches Zeugnis  vor Gericht]).  Andere Strafbestimmungen  sehen noch  höhere  Mindeststrafen  vor,  obwohl  es  sich  dabei  ebenfalls  nicht  um  Gewaltdelikte,  d.h.  Straftaten  gegen  Leib  und  Leben,  handelt,  so  beispielsweise Art. 197 TStGB (Geldfälscherei: 2­12 Jahre) und Art. 252  TStGB  (Bestechung:  4­12  Jahre).  Das  Gericht  hat  sich  im  Falle  des  Beschwerdeführers darauf beschränkt,  ihn  jeweils zur Mindeststrafe von  einem  Jahr  Haft  zu  verurteilen.  Mit  Blick  auf  die  vorstehenden 

D­3027/2011 Erwägungen  erscheint  diese  Strafe  nicht  als  offensichtlich  unverhältnismässig. Das Gericht gewährte dem Beschwerdeführer zudem  jeweils  eine  Strafminderung  von  je  zwei  Monaten,  was  nicht  Rückschlüsse  auf  eine  unverhältnismässig  hohe,  politisch  motivierte  Bestrafung  zulässt.  Nach  dem  Gesagten  können  die  gegen  den  Beschwerdeführer  ergangenen  Urteile  nicht  als  unverhältnismässig  bezeichnet werden, und aus der Höhe der Haftstrafe allein kann nicht auf  eine  asylrelevante  Schutzbedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  geschlossen werden. 6.4.  Bezüglich  des  mit  Anklageschrift  vom  7.  Juli  2010  eingeleiteten  Strafverfahren, welches zurzeit vor dem erstinstanzlichen Gericht hängig  ist,  ist  Folgendes  festzustellen:  Der  Beschwerdeführer wurde  in  diesem  Fall  wegen Widerstands mit Waffen  oder  ähnlichen  Gegenständen  (i.c.  Steine)  bei  Auflösung  einer  Demonstration  (konkret:  eines  Sitzstreiks)  angeklagt.  Der  Beschwerdeführer  gab  zu,  an  dieser  Aktion  beteiligt  gewesen  zu  sein,  und  erklärte,  es  hätten  tatsächlich  einige  Studenten  Steine geworfen. Er selber habe aber nie Gewalt ausgeübt (vgl. A2 S. 7).  In  diesem Fall  erscheint  eine  strafrechtliche  Verfolgung  aller  Beteiligten  und eine damit einhergehende Ermittlung der Täter als verhältnismässig  und  rechtsstaatlich  legitim,  zumal  es  bei  diesem  Vorfall  unbestrittenermassen  zu  Gewaltanwendungen  seitens  der  Demonstranten  kam und dabei mutmasslich Menschen  verletzt wurden.  Aufgrund  der Aktenlage  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  die  bisher  in  diesem  Zusammenhang  gegen  den  Beschwerdeführer  ergriffenen  strafrechtlichen Massnahmen malusbehaftet sind.  6.5. In den Akten finden sich im Weiteren keine konkreten Indizien dafür,  dass  die  gegen  den  Beschwerdeführer  geführten  Strafverfahren  rechtsstaatlichen  Grundsätzen  widersprechen  würden  oder  nicht  gesetzeskonform  geführt  wurden.  Der  Beschwerdeführer  wurde  respektive  wird  in  den  fraglichen  Strafverfahren  durch  einen  türkischen  Rechtsvertreter  vertreten  (vgl.  A2  S.  3),  und  es  wurde  ihm  zu  den  Anschuldigungen mehrfach das  rechtliche Gehör gewährt. Es gibt  keine  Hinweise  auf  rechtswidrig  (beispielsweise  unter  Folter)  erlangte  Aussagen. Die  beiden Strafurteile  vom 4. November  2008 und 20. April  2010  sind  offensichtlich  gestützt  auf  eine  vorgängige  Sachverhaltsermittlung  und  nach  Durchführung  eines  Beweisverfahrens  (namentlich  unter  Würdigung  der  Aussagen  des  Angeklagten,  von  Zeugenaussagen, Fotoidentifizierungsprotokollen und Expertenberichten)  ergangen.  In  dem  mit  Urteil  vom  20. April  2010  erstinstanzlich 

D­3027/2011 abgeschlossenen  Strafverfahren  wurde  der  Beschwerdeführer  teilweise  freigesprochen  (bezüglich  des  Vorwurfs  "Verübung  von  Straftaten  im  Namen  der  Organisation  ohne  dieser  als  Mitglied  anzugehören").  Dies  zeigt,  dass  sich  das Gericht  differenziert  mit  dem  Sachverhalt  und  den  anwendbaren Rechtsnormen auseinandergesetzt hat und ist ein weiteres  Indiz  für  die  Rechtsstaatlichkeit  und  Willkürfreiheit  der  fraglichen  Strafverfahren,  ebenso wie  die  bereits  erwähnte Tatsache,  dass  jeweils  nur  die  Mindeststrafe  ausgesprochen  und  dem  Beschwerdeführer  Strafminderung  zugestanden wurde. Der  Beschwerdeführer wurde  zwar  einmal  für  ungefähr  ein  Jahr  in  Untersuchungshaft  versetzt,  was  als  relativ  lang  erscheint.  Allerdings  kann  es  dafür  gute  Gründe  geben,  beispielsweise  Verdunkelungsgefahr;  der  Grund  für  die  lange  Untersuchungshaft  geht  aus  den  Akten  indessen  nicht  hervor.  Der  Beschwerdeführer  wurde  aber  eigenen  Angaben  zufolge  während  der  Untersuchungshaft  korrekt  behandelt  (vgl.  A2  S.  4).  Die  relativ  lange  Dauer  der  Untersuchungshaft  lässt  jedenfalls  per  se  nicht  auf  einen  Politmalus  schliessen,  zumal  die  erlittene  Untersuchungshaft  (sowie  übrigens  auch  die  in  Gewahrsam  verbrachte  Zeit)  gemäss  türkischem  Strafgesetz  auf  die  Freiheitsstrafe  angerechnet  wird  (vgl.  dazu  das  Strafurteil  vom 20. April  2010, Dispositivziffern B.6  und C.6). Nach dem  Gesagten  lässt  somit  auch  die  Ausgestaltung  der  in  Frage  stehenden  Strafverfahren nicht darauf schliessen, dass die strafrechtliche Verfolgung  der Handlungen des Beschwerdeführers (auch) dem sachfremden Zweck  diente, ihn für seine politische Überzeugung zu bestrafen. 6.6.  Sollte  der  Beschwerdeführer  definitiv  verurteilt  werden,  so  drohen  ihm gemäss den beiden bisherigen Verurteilungen insgesamt 30 Monate  Haft,  wobei  allerdings  die  erstandene  Untersuchungshaft  anzurechnen  wäre. Effektiv müsste der Beschwerdeführer somit maximal ungefähr 1,5  Jahre  im  Gefängnis  verbringen.  In  diesem  Zusammenhang  ist  festzustellen,  dass  einschlägigen  Berichten  zufolge  die  Lage  der  Menschenrechte  in  der  Türkei  trotz  rechtlicher  Verbesserungen  in  der  Praxis  weiterhin  problematisch  ist.  Namentlich  tatsächliche  oder  mutmassliche  Mitglieder  von  als  staatsgefährdend  eingestuften  Organisationen  wie  der  PKK  sind  besonders  gefährdet,  von  den  Sicherheitskräften  verfolgt  und  in  deren  Gewahrsam  misshandelt  oder  gefoltert  zu  werden.  Folter  ist  weiterhin  stark  verbreitet  (vgl.  dazu  das  Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D­3417/2009 vom 24. Juni 2010 E.  4.5.2  f.).  Im  Falle  des  Beschwerdeführers  ist  jedoch  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  künftig  Folter  oder  anderweitige  unmenschliche  Behandlung zu gewärtigen hätte. Seinen Angaben zufolge wurde er zwar 

D­3027/2011 während  den  in  Gewahrsam  verbrachten  Tagen  beschimpft  und  schikaniert; physische Misshandlungen sind  indessen ausgeblieben. Die  rund einjährige Untersuchungshaft ihrerseits ist offenbar korrekt verlaufen  (vgl. A2 S. 4  und 5). Angesichts  dessen  ist  nicht  zu erwarten,  dass der  Beschwerdeführer,  müsste  er  die  ihm  auferlegte  Strafe  absitzen,  unter  menschenrechtswidrigen Bedingungen inhaftiert würde. 6.7. Bisher sind die beiden Verurteilungen des Beschwerdeführers jedoch  noch gar nicht rechtskräftig; die entsprechenden Berufungsverfahren sind  zurzeit  noch  beim  Kassationshof  hängig.  Das  bisher  letzte  gegen  den  Beschwerdeführer  eingeleitete  Verfahren  (Anklageschrift  vom  7.  Juli  2010)  ist  erstinstanzlich  hängig.  Im heutigen Zeitpunkt  steht  somit  noch  nicht  definitiv  fest,  ob  und  in  welchem  Umfang  der  Beschwerdeführer  letztinstanzlich  verurteilt werden wird. Weiter  ist  festzustellen,  dass  sich  der Beschwerdeführer zurzeit  trotz hängigem erstinstanzlichen und zwei  hängigen Kassationsverfahren auf freiem Fuss befindet. Mit Blick auf die  Akten ist davon auszugehen, dass er nicht gesucht wird, gegen ihn kein  Ausreiseverbot verfügt wurde und er über einen gültigen Pass verfügt. Er  hält sich nach wie vor in der Türkei auf und kann sich dort grundsätzlich  ungehindert  bewegen.  Sein  Vorbringen,  er  getraue  sich  aus  Angst  vor  weiterer Verfolgung nicht mehr alleine aus dem Haus, vermag angesichts  dessen  nicht  zu  überzeugen.  Der  Beschwerdeführer  machte  zwar  geltend, er sei seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft zweimal  von  Zivilpolizisten  zur  Spitzeltätigkeit  gedrängt  worden,  wobei  ihm  gedroht  worden  sei,  man  würde  ihn  sonst  nicht  weiterstudieren  lassen.  Den  Akten  zufolge  handelte  es  sich  dabei  jedoch  um  die  einzigen  Vorkommnisse  innerhalb  von  zwei  Jahren,  ausserdem  wurden  dabei  keine  Drohungen  gegen  Leib  und  Leben  des  Beschwerdeführers  ausgesprochen,  und  auch  die  Drohung,  er  dürfe  nicht  mehr  weiterstudieren,  ist  offensichtlich  nicht  wahr  gemacht  worden.  Das  Vorliegen einer  aktuellen und  konkreten Verfolgungsfurcht  ist  bei  dieser  Sachlage zu verneinen. 6.8. Es bleibt anzufügen, dass der Beschwerdeführer nach Ausschöpfung  des innertürkischen Rechtswegs gegebenenfalls die Möglichkeit hätte, in  Anwendung des  Individualbeschwerderechts von Art. 34 der Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  beim  Europäischen  Gerichtshof  für  Menschenrechte gegen die Türkei zu klagen, falls die Strafverfahren nicht  nach  den  Grundsätzen  der  EMRK  zu  Ende  geführt  würden  oder  er  in 

D­3027/2011 Zukunft  konkreten Anlass hätte  zu befürchten,  dass  ihm  im Strafvollzug  Menschenrechtsverletzungen drohen könnten.  6.9. Gestützt  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  ist  zusammenfassend  festzustellen, dass der Beschwerdeführer im heutigen Zeitpunkt nicht als  schutzbedürftig zu erachten ist, da nicht davon auszugehen ist, er sei im  Heimatland  im  Zusammenhang  mit  den  gegen  ihn  laufenden  Strafverfahren  einer  unmittelbaren,  asylrelevanten  Gefährdung  ausgesetzt. Es ist ihm nach dem Gesagten nicht gelungen, eine aktuelle  und  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  beziehungsweise  konkrete  Hinweise  auf  eine  in  absehbarer  Zukunft  eintretende  asylrelevante  Verfolgung  und  eine  damit  einhergehende,  begründete  Verfolgungsfurcht  darzulegen.  Gestützt  auf  die  heutige  Aktenlage  ist  ausserdem  davon  auszugehen,  dass  ihm  der  weitere  Verbleib  im  Heimatland  zuzumuten  ist.  Somit  hat  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  zu Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz  verweigert  und  das Asylgesuch abgelehnt. 7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist demnach abzuweisen. 8.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Aus  verwaltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6  Bst.  b  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite)

D­3027/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand:

D-3027/2011 — Bundesverwaltungsgericht 11.08.2011 D-3027/2011 — Swissrulings