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Bundesverwaltungsgericht 05.05.2011 D-1834/2011

5 maggio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,296 parole·~6 min·1

Riassunto

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 11. Februar 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­1834/2011 Urteil   v om   5 .  Ma i   2011 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier;    Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka,   Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 11. Februar 2011 / N (…).

D­1834/2011 Sachverhalt: A.  Die Beschwerdeführerin, eine Staatsangehörige aus Sri Lanka tamilischer  Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______, ersuchte am 18. Februar 2009  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  C._______  schriftlich  um  Anerkennung  als  Flüchtling  in  der  Schweiz.  Ihre  Eingabe  ging  bei  der  schweizerischen  Botschaft  in  C._______  am  25.  Februar  2009  ein.  Sie  machte  geltend,  sie  benötige  einen  sicheren  Platz  in  einem  anderen  Land. Im Alter von vier Jahren habe sie ihren Vater verloren, weil dieser  von  unbekannten Personen getötet worden  sei.  Im Alter  von  22  Jahren  habe  sie  geheiratet  und  sei  schwanger  geworden.  Ihr  Ehemann  sei  als  Fahrer beim Veterinäramt von B._______ angestellt gewesen und am 8.  November  2008  von  unbekannten  Personen  getötet  worden.  Am  Tag  seines Todes habe sie sich  in D._______ aufgehalten. Seit seinem Tod  lebe  sie mit  ihrer Mutter  allein  ohne Hilfe.  Im April  2009 werde  sie  das  Baby  gebären.  Sie  mache  sich  deshalb  Sorgen  für  das  Kind  und  ihre  Zukunft  in Sri Lanka. Seit dem Tod  ihre Ehemannes  fühle sie sich nicht  mehr sicher. Die unbekannten Personen, welche  ihren Ehemann getötet  hätten, könnten auch sie umbringen. Nachdem sie von D._______ nach  B._______  zurückgekehrt  sei,  habe  sie  von  unbekannten  Personen  telefonische Bedrohungen erhalten. Sie fürchte deshalb um ihr Leben. B.  Mit Schreiben vom 26. Februar 2009 erkundigte sich die schweizerische  Botschaft  in  C._______  nach  den  Ausreisegründen,  nach  den  spezifischen  Problemen  der  Beschwerdeführerin  sowie  nach  deren  Ursache  und  nach  der  Möglichkeit  einer  innerstaatlichen  Aufenthaltsaltsalternative. Sie wurde unter Hinweis auf die Säumnisfolge  aufgefordert,  bis  am  10.  April  2009  alle  Beweggründe  im  Detail  zu  schildern  sowie  allfällige  Beweismittel  und  Identitätsdokumente  einzureichen. C.  Mit  Schreiben  vom  1.  April  2009  (Eingangsstempel  bei  der  schweizerischen  Botschaft  vom  16.  April  2009)  ergänzte  die  Beschwerdeführerin  ihre  bisherigen  Vorbringen,  dass  ihr  Ehemann  von  einer paramilitärischen Gruppierung am 8. November 2008 in B._______  getötet  worden  sei  und  aus  D._______  stamme,  wo  zur  Zeit  die  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  die  Kontrolle  ausübten.  Da  er  jedes Wochenende nach D._______ gereist sei, habe die paramilitärische 

D­1834/2011 Gruppierung  Verdacht  geschöpft  und  ihn  umgebracht.  Sie  befinde  sich  nun  mit  ihrem  Sohn  in  B._______,  weil  in  D._______  Krieg  und  ein  Mangel an Medikamenten herrsche. Sie könne wegen des Krieges nicht  nach D._______  zurückkehren und  fürchte  in B._______ um  ihr  Leben,  weil  die  gleiche  paramilitärische  Gruppierung,  welche  den  Tod  ihres  Ehemannes zu verantworten habe, nun auch nach  ihrem Leben  trachte.  Da es  überall  in Sri  Lanka paramilitärische Gruppierungen gebe,  könne  sie  an  keinen  andern  Ort  ziehen.  Verdächtige  Personen  würden  ohne  Gerichtsverfahren getötet.  D.  Mit  Schreiben  vom  15.  Dezember  2010  teilte  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  mit,  dass  es  beabsichtige,  ihr  Asylgesuch  abzulehnen und ihr die Einreise zu verweigern, weil sie nicht den Schutz  der  Schweiz  im  Sinne  des  Asylgesetzes  benötige.  Da  der  Sachverhalt  genügend  erstellt  sei,  werde  auf  eine  Anhörung  verzichtet.  Der  Beschwerdeführerin  wurde  unter  Hinweis  auf  die  Säumnisfolgen  die  Möglichkeit  zu  einer  Stellungnahme  innert  30  Tagen  ab  Erhalt  des  rechtlichen Gehörs eingeräumt. E.  Mit Eingabe vom 12. Januar 2011 nahm die Beschwerdeführerin Stellung  zum Schreiben des BFM vom 15. Dezember 2010. Sie machte geltend, in  der Zwischenzeit wieder in D._______ zu leben. Der Grund, warum man  ihren  Ehemann  umgebracht  habe,  sei  nach  wie  vor  nicht  bekannt.  Ihr  verstorbener  Ehemann  habe  ihr  indessen  eine Woche  vor  seinem  Tod  mitgeteilt,  dass  er  von  unbekannten  Personen  ständig  beschattet  und  verfolgt werde, weshalb er um sein Leben fürchte. Als sie im Januar 2009  im  Regierungsspital  von  E._______  in  Behandlung  gewesen  sei,  habe  man  sie  infolge  der  Medikamentenknappheit  ins  Generalspital  von  B._______ verlegt, wo sie am 22. März 2009 ihr Sohn geboren habe. Die  Menschen in E._______ seien damals an sicherere Orte verlegt worden.  Nach der Geburt ihres Sohnes habe sie in B._______ gelebt, wo sie von  einer Gruppe von Personen  in ziviler Kleidung bedroht worden sei. Man  habe  ihr  vorgeworfen,  sie  sei  wie  ihr  verstorbener  Ehemann  eine  Angehörige  der  LTTE  und  nur  nach  B._______  gekommen,  um  Informationen zu sammeln. Sie sei auf sich allein gestellt, weil  ihr Vater  und ihr Ehemann getötet worden seien,  ihre Mutter sich im Alter befinde  und  sie  keine weiteren Angehörigen habe. Aus Angst  sei  sie wieder an  ihren Geburtsort D._______ zurückgekehrt, wo sie indessen telefonische  Drohanrufe  bekommen  habe.  Wieder  sei  ihr  vorgeworfen  worden,  ein 

D­1834/2011 Mitglied  der  LTTE  zu  sein.  Man  habe  ihr  in  Aussicht  gestellt,  sie  der  Armee zu übergeben. Ausserdem sei ihr das gleiche Schicksal wie ihrem  Ehemann und ihrem Vater angedroht worden. Deswegen mache sie sich  wirklich  Sorgen  um  ihren  eineinhalbjährigen  Sohn.  Sie  wolle  ihr  Heimatland verlassen und bitte um Hilfe.  Der  Eingabe  lagen  folgende  Dokumente  in  Kopie  bei:  zwei  Geburtsscheine,  zwei  Todesscheine,  zwei  Identitätskarten  und  ein  Reisepass. F.  Mit  Verfügung  vom  11.  Februar  2011  verweigerte  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  ihr  Asylgesuch  ab. Zur  Begründung  machte  es  geltend,  vorliegend  sei  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  der  schriftlichen  Eingaben  als  erstellt  zu  betrachten,  weshalb eine Anhörung unterbleiben könne. Der Beschwerdeführerin sei  indessen das rechtliche Gehör gewährt worden. Mit  ihrer Stellungnahme  vom 12. Januar 2011 sei die Aktenlage rechtsgenüglich erstellt. Die von  der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verfolgung durch unbekannte  Leute sei als Übergriff durch Dritte zu sehen, die von den Behörden Sri  Lankas  seit  dem  Ende  der  Kriegshandlungen  im  Mai  2009  geahndet  würden,  da  der  srilankische  Staat  seither  keine  bewaffneten  Gruppierungen  oder  Organisationen  mehr  unterstütze.  Aus  der  vorliegenden Aktenlage seien keine Hinweise zu entnehmen, gestützt auf  welche  von  der  Schutzunwilligkeit  des  Staates  auszugehen  sei.  Zudem  habe die Beschwerdeführerin keine Probleme mit den Behörden geltend  gemacht.  Die  von  der  Beschwerdeführerin  vorgebrachte  missliche  wirtschaftliche  Situation  sei  zwar  bedauerlich,  stelle  indessen  keinen  Grund  für  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  dar.  Die  eingereichten Dokumente  vermöchten an dieser Einschätzung nichts  zu  ändern.  Ausserdem  sei  infolge  der  offensichtlich  fehlenden  Schutzbedürftigkeit  die  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  nicht  näher  zu  prüfen. Da die Beschwerdeführerin kein Gefährdungsprofil aufweise, das  im  heutigen  Zeitpunkt  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  auf  eine  Verfolgung  durch  den  srilankischen  Staat  schliessen  lasse,  seien  die  geltend  gemachten  Vorbringen  nicht  einreiserelevant.  Unter  diesen  Umständen  sei  das  Asylgesuch  abzulehnen  und  die  Einreise  in  die  Schweiz nicht zu bewilligen.  

D­1834/2011 G.  Mit  auf  den  8. März  2011  datierter  Beschwerde  – welche  am  28. März  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  einging  –  hielt  die  Beschwerdeführerin  sinngemäss  an  ihrer  Schutzbedürftigkeit  fest  und  ersuchte erneut um Asylgewährung in der Schweiz. Sie machte geltend,  sie  fürchte sich,  irgendwohin  zu  reisen und  trage, wenn sie  sich ausser  Haus  befinde,  das  muslimische  Kleid,  um  nicht  erkannt  zu  werden.  Personen,  welche  zu  einer  paramilitärischen  Gruppierung  gehörten,  würden  ihr  Haus  bewachen  und  Nachbarn  über  sei  befragen.  Am  21.  Februar  2011  seien  zwei  Personen  auf  einem Motorrad  zu  ihrem Haus  gekommen. Sie hätten  in Abwesenheit  ihrer Mutter bewaffnet das Haus  betreten und ihr gesagt, dass sie ihr helfen würden, wenn sie kooperiere.  Sie wüssten, dass sie der LTTE angehört habe, und würden sie  im Fall  einer  fehlenden  Kooperation  bei  der  Polizei  melden.  Als  die  Mutter  zurückgekommen  sei,  hätten  sie  ihr  Wiederkommen  angekündigt.  Sie  werde  vom  Criminal  Investigation  Department  (CID)  Office,  vom  Geheimdienst  der  Armee  und  von  der  Polizei  ständig  verdächtigt.  Man  vermute, dass sie nicht in das Rehabilitationscamp gegangen sei, obwohl  sie der LTTE angehört habe. Sie sei besorgt um ihre Keuschheit und um  ihren  zweijährigen  Sohn.  Ihr  Leben  sei  nicht  in  Sicherheit  und  sie  befürchte  angesichts  dessen,  dass  bereits  ihr  Vater  und  ihr  Ehemann  umgebracht worden seien, ein Kidnapping oder sogar den Tod.   Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 

D­1834/2011 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Nachdem  die  Stempel  auf  dem  vom  Bundesverwaltungsgericht  verlangten  und  ihm  zugesandten  Rückschein  nicht  lesbar  sind,  ist  zugunsten  der  Beschwerdeführerin  davon  auszugehen,  sie  habe  die  Beschwerde  innerhalb  der  ihr  angesetzten  Beschwerdefrist  eingereicht.  Die  Beschwerde  ist  deshalb  als  frist­  und  formgerecht  eingereicht  zu  betrachten. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz  teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1  sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 

D­1834/2011 die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den  frauenspezifischen Gründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 5.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen,  wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder  ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 3,  Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt  das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung  des Sachverhalts, wenn  ihr nicht zugemutet werden kann,  im Wohnsitz­  oder Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in ein anderes Land auszureisen.  Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz­ und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische  Vertretungen  ermächtigen,  Asylsuchenden  die  Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft  machen,  dass  eine  unmittelbare  Gefahr  für  Leib  und  Leben  oder  für  die  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  besteht.  Hinsichtlich  des  Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung  im Ausland sieht Art. 10  der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV  1,  SR 142.311)  vor,  dass  diese  mit  der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel eine Befragung durchführt  (Art.  10 Abs. 1 AsylV 1).  Ist dies nicht  möglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert,  ihre Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs.  2  AsylV  1;  vgl.  hierzu  auch  Entscheide  des  schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2007/30  E.  5.2  –  E.5.3).  Eine  Befragung  beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  kann  sich  auch  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  scheint.  Bei  Anhörungsverzicht  ist  jedoch  das  rechtliche  Gehör  zu  gewähren  (vgl.  BVGE  2007/30  E. 5.7),  was  vorliegend erfolgt  ist  (vgl. Ziff. D. der Erwägungen). Ausserdem hat das  BFM den Verzicht auf eine Befragung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30  E.5.6  –  5.7),  was  vom  BFM  ebenfalls  vorgenommen  wurde  (vgl.  angefochtene Verfügung S. 2 f.).  6.  6.1.  Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive  Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe 

D­1834/2011 zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e. ­ g. S. 131 ff.). 6.2. Die Vorbringen  in der Rechtsmitteleingabe sind nicht geeignet, eine  Änderung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu  bewirken.  Der  Argumentation des BFM werden keine  stichhaltigen und substanziierten  Gründe  entgegengesetzt.  Eine  diesbezügliche  Auseinandersetzung  unterbleibt zwar nicht gänzlich, die Ausführungen der Beschwerdeführerin  vermögen  jedoch  die  zutreffenden  Erwägungen  des  BFM  nicht  umzustossen.  Für  das  Bundesverwaltungsgericht  besteht  somit  nach  Überprüfung der Akten keine Veranlassung, die Erwägungen des BFM zu  beanstanden.  Um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  kann  daher  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden.  Die  Beschwerdeführerin  macht  zwar  in  ihrer  Beschwerde  zusätzlich zu den bisherigen Vorbringen geltend, sie sei am 21. Februar  2011  von  unbekannten  Personen  an  ihrem  Wohnort  aufgesucht  und  bedroht worden, weil man  ihr vorgeworfen habe, sie sei ein Mitglied der  LTTE.  Ausserdem  brachte  sie  nachträglich  vor,  sie  werde  von  den  Behörden  Sir  Lankas  ständig  verdächtigt.  Letztere  Vorbringen  sind  indessen nicht als glaubhaft zu erachten. Die Beschwerdeführerin machte  im  erstinstanzlichen  Verfahren  nie  geltend,  sie  habe mit  den  Behörden  ihres  Heimatlandes  Schwierigkeiten.  Somit  sind  die  nachträglich  dargelegten  Verdächtigungen  als  nachgeschoben  und  deshalb  als  unglaubhaft  zu  betrachten.  Hinsichtlich  der  vom  21.  Februar  2011  vorgebrachten  Bedrohungen  kann  sie  –  wie  das  BFM  für  die  im  erstinstanzlichen Verfahren dargestellten Nachteile zutreffend feststellte –  den  Schutz  der  srilankischen  Behörden  in  Anspruch  nehmen.  Sie  ist  somit auch diesbezüglich nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen.  Nach  dem  Gesagten  erfüllt  die  Beschwerdeführerin  die  Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG nicht. 6.3.  Unter  diesen  Umständen  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren  Vorbringen  in  der  Beschwerde  sowie  die  eingereichten  Beweismittel  im  Einzelnen einzugehen, da sie am Ergebnis nichts  zu ändern vermögen.  Es  ist der Beschwerdeführerin nicht gelungen, eine Verfolgung  im Sinne  von  Art.  3  AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Ihre Schutzbedürftigkeit im Sinne von Art. 20 i.V.m. Art. 3 AsylG ist mithin  als  nicht  gegeben  zu  qualifizieren,  und  es  liegen  auch  keine  anderen 

D­1834/2011 Gründe  vor,  welche  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  indizieren  würden. 7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich  der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63  Abs. 1  in  fine VwVG und Art. 2 und 6 des Reglements vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  auf  die  Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv)  

D­1834/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  schweizerische Vertretung in C._______. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand:

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