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Bundesverwaltungsgericht 03.02.2012 D-1671/2011

3 febbraio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,940 parole·~15 min·2

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 17. Februar 2011

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­1671/2011 law/mah Urteil   v om   3 .   Februar   2012 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richterin Nina Spälti Giannakitsas,  Richterin Claudia Cotting­Schalch, Gerichtsschreiberin Sarah Mathys. Parteien A._______, Geburtsdatum unbekannt, Afghanistan,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 17. Februar 2011 / N (…).

D­1671/2011 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer,  gemäss  eigenen  Angaben  ein  afghanischer  Staatsangehöriger  und  ethnischer  Hazara  aus  der  Provinz  B._______,  verliess  seinen  Heimatstaat  ungefähr  im  Mai  2010  und  reiste  am  27. Oktober  2010  in  die  Schweiz  ein,  wo  er  gleichentags  um  Asyl  nachsuchte. B.  Am  10. November  2010  erhob  das  BFM  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Chiasso  die  Personalien  des  Beschwerdeführers und befragte  ihn summarisch zum Reiseweg und zu  den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes. Gleichzeitig äusserte  es  ihm  gegenüber  seine  Zweifel  hinsichtlich  seiner  Altersangabe  und  teilte ihm mit, dass es ihn für das weitere Verfahren nicht als minderjährig  betrachte,  weil  er  keine  valablen  Gründe  für  das  Nichteinreichen  von  Identitätspapieren  vorgebracht  und  inkohärente  Angaben  zu  seiner  Biographie  und  seiner  schulischen  Laufbahn  gemacht  habe  sowie  sein  physisches Erscheinungsbild dafür spreche, dass er volljährig sei.  C.  Am  12. November  2010  ging  beim  EVZ  in  Chiasso  ein  undatiertes  ärztliches Schreiben von Dr. med. C._______ ein, dem zu entnehmen ist,  dass eine radiologische Untersuchung der Hand des Beschwerdeführers  durchgeführt wurde und der Arzt feststellte, dass das Knochenalter mehr  als 18 Jahre betrage und deutlich vom angegebenen Alter von 16 Jahren  und einem Monat abweiche. D.   Am  26. Januar  2011  hörte  das  BFM  den  Beschwerdeführer  zu  den  Asylgründen an. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er geltend,  sein  Vater  sei  Lehrer  einer  Mädchenklasse  gewesen.  Sein  Onkel  mütterlicherseits habe ihm (dem Beschwerdeführer) Ende März mitgeteilt,  dass der Vater wegen seiner Arbeit von den Taliban  im März/April 2010  bedroht worden  sei.  Ungefähr  am  17./18. April  2010  sei  sein  Vater  von  den Taliban enthauptet worden. Als seine Mutter den enthaupteten Kopf  gesehen habe, sei sie an einem Herzinfarkt gestorben. Sein Onkel habe  von  verschiedenen  Leuten  erfahren,  dass  auch  er  (der  Beschwerdeführer) und seine zwei Brüder von den Taliban mit dem Tod  bedroht  würden.  Ein Nachbar  habe  ihm  dies  bestätigt.  Der Onkel  habe  deshalb das Grundstück seiner Eltern verkauft und damit seine Ausreise 

D­1671/2011 finanziert. Seine zwei  jüngeren Brüder seien mit dem Onkel und dessen  Familie nach Pakistan geflohen.  Der  Hilfswerksvertreter  hielt  im  Anhang  zum  Protokoll  fest,  dass  die  Übersetzerin  der  Meinung  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  viele  schwierige Wörter nicht kenne, was die Frage des Bildungsgrads und der  Minderjährigkeit des Beschwerdeführers aufwerfe. E.  Mit  Verfügung  vom  17. Februar  2011  –  eröffnet  am  18. Februar  2011 –  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch vom 27. Oktober  2010  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers aus der Schweiz und forderte ihn – unter Androhung  von  Zwangsmitteln  im  Unterlassungsfall  –  auf,  die  Schweiz  bis  zum  14. April 2011 zu verlassen. F.  Mit  Eingabe  vom  16. März  2011  (Datum  Poststempel)  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragte,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  ihm  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei  die  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Subeventualiter  sei  die  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  ihm  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte  er  zudem,  es  sei  ihm  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  bewilligen  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses zu verzichten. G.  Mit  Verfügung  vom  23. März  2011  teilte  die  Instruktionsrichterin  dem  Beschwerdeführer  mit,  er  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  und  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  werde  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  befunden.  Gleichzeitig  verzichtete  sie  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  stellte  die  Beschwerde  dem  BFM  zur  Vernehmlassung zu. H.  In  seiner  Vernehmlassung  vom  24. März  2011  hielt  das  BFM  fest,  die 

D­1671/2011 Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen  könnten,  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Die  Vernehmlassung  wurde  am  29. März  2011  dem  Beschwerdeführer  zur  Kenntnisnahme zugestellt. I.  Mit Verfügung vom 17. August 2011  lud der  Instruktionsrichter das BFM  aufgrund der  veränderten Lage  in Afghanistan  unter Hinweis  auf BVGE  2011/7 zu einem weiteren Schriftenwechsel ein. J.  Mit Verfügung vom 26. August 2011 hob das BFM die Ziffern 4 und 5 der  Verfügung  vom  17. Februar  2011  auf  und  schob  den  Vollzug  der  Wegweisung  wegen  Unzumutbarkeit  zu  Gunsten  einer  vorläufigen  Aufnahme  auf.  Es  stellte  zudem  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  Aufhebung der vorläufigen Aufnahme die Schweiz – unter Androhung von  Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – zu verlassen habe, und beauftragte  den Kanton D._______ mit der Umsetzung der vorläufigen Aufnahme. K.  Mit Verfügung vom 29. August 2011 ersuchte der  Instruktionsrichter den  Beschwerdeführer  um  Mitteilung,  ob  er  die  Beschwerde  vom  16. März  2011  zurückziehe,  und  hielt  fest,  dass  bei  ungenutzter  Frist  davon  ausgegangen werde,  dass er  vollumfänglich  an  seinen Rechtsbegehren  festhalte. Der Beschwerdeführer liess die Frist ungenutzt verstreichen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 

D­1671/2011 Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.  2.1.  Vorab  ist  die  Frage  der  Prozessfähigkeit  als  Sachurteilsvoraussetzung  von  Amtes  wegen  zu  prüfen  (FRITZ  GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl.,  Bern  1983,  S. 73).  Als  verfahrensrechtliches  Korrelat  der  Handlungsfähigkeit  ist  sie  nach  den  einschlägigen  zivilrechtlichen  Vorschriften  zu  beurteilen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1996  Nr. 3  E. 2b  S. 19).  Sie  setzt  demnach  Urteilsfähigkeit,  Mündigkeit  und  das  Fehlen  einer  Entmündigung  voraus  (Art. 13  und  17  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210] sowie Art. 35  i. V. m.  Art. 20  Abs. 1  Bst. a  des  Bundesgesetzes  vom  18. Dezember  1987 über das Internationale Privatrecht [IPRG, SR 291]). 2.2. Der Beschwerdeführer gab  im EVZ an, er sei am (...) geboren  (vgl.  act. A1/11 S. 1). Ein Dokument, das seine Altersangabe hätte bestätigen  können, vermochte er jedoch bis heute nicht vorzuweisen. Stellt man auf  seine  Angabe  zum  Alter  ab,  wäre  der  Beschwerdeführer  bei  der  Einreichung der vorliegenden Beschwerde vom 16. März 2011 rund  (…)  Jahre  alt  und  damit  unmündig  gewesen.  Auch  heute  hätte  er  sein  18. Lebensjahr noch nicht vollendet und wäre demnach nach wie vor als  unmündig zu betrachten (vgl. Art. 14 ZGB).  Ob  das  von  ihm  angegebene  Geburtsdatum  den  Tatsachen  entspricht,  was das BFM in der Verfügung vom 17. Februar 2011 bezweifelt, braucht  im  Rahmen  der  Prüfung  der  Eintretensvoraussetzungen  nicht  abschliessend  erörtert  zu  werden.  Sollte  der  Beschwerdeführer  tatsächlich  am  (...)  geboren  und  damit  heute  noch  minderjährig  sein,  konnte  und  kann  er  sich  grundsätzlich  zwar  nur  mit  Zustimmung  des  gesetzlichen  Vertreters  durch  seine  Handlungen  verpflichten  (Art. 19  Abs. 1 ZGB). Soweit urteilsfähig, vermag er jedoch ohne Zustimmung des  gesetzlichen Vertreters selbständig Rechte auszuüben, die ihm um seiner 

D­1671/2011 Persönlichkeit willen zustehen (Art. 19 Abs. 2 ZGB). Das Einreichen eines  Asylgesuches wie  auch  die Ergreifung  von  damit  zusammenhängenden  Rechtsmitteln sind so genannt  "höchstpersönliche" Rechte, die ein nicht  mündiger,  aber  urteilsfähiger  Gesuchsteller  ohne  Zustimmung  seines  gesetzlichen  Vertreters  ausüben  kann  (vgl.  BVGE  E­3162/2011  Urteil  vom  6. Dezember  2011  E.  4.3.2,  EMARK  1996  Nr. 3  E. 2  S. 19  ff.,  EMARK 1996 Nr. 5 E. 4a­b S. 39 ff., EMARK 1996 Nr. 4 E. 2d S. 28 f.).  Urteilsfähig ist jeder, dem es nicht wegen seines Kindesalters oder infolge  anderer Umstände an der Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln  (Art. 16  ZGB).  Vorliegend  bestehen  aufgrund  der  Akten  keinerlei  Anhaltspunkte,  die  zu  Zweifeln  an  der  Urteilsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  in Bezug auf das Einreichen des Asylgesuches oder  auf  die  Erhebung  der  vorliegenden  Beschwerde  Anlass  geben  würden.  Insbesondere  vermitteln  die  Befragungsprotokolle  in  den  Akten  den  Eindruck, der Beschwerdeführer sei sich über den Sinngehalt der an ihn  gerichteten  Fragen  im  Klaren  gewesen,  habe  sachbezogen  darauf  geantwortet  und  sich  bei  der  Darlegung  seiner  Asylgründe  und  persönlichen Verhältnisse jederzeit von vernünftigen Überlegungen leiten  lassen.  Infolgedessen  ist  von  der  Urteilsfähigkeit  und  damit  von  der  Prozessfähigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen.  Der  Beschwerdeführer  hat  sodann  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG).  2.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1  AsylG; Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf  die Beschwerde ist daher einzutreten. 3.  3.1.  Gemäss  Art. 17  Abs. 3  Bst. b  AsylG  müssen  die  zuständigen  kantonalen  Behörden  für  unbegleitete  minderjährige  Asylsuchende  unverzüglich eine Vertrauensperson, welche deren Interesse wahrnimmt,  für die Dauer des Aufenthaltes in einer Empfangsstelle bestimmen, wenn  dort  über  die  Kurzbefragung  gemäss  Art. 26  Abs. 2  AsylG  hinaus  gehende entscheidrelevante Verfahrensschritte durchgeführt werden. 3.2. Obschon der Beschwerdeführer bei der Erhebung seiner Personalien  im  EVZ  am  10. November  2010  als  Minderjähriger  ohne  gesetzliche  Vertretung  in  Erscheinung  getreten  und  für  ihn  nicht  umgehend  eine 

D­1671/2011 Vertrauensperson eingesetzt worden war, schritt das BFM am 26. Januar  2011 zur Durchführung der Anhörung. 3.3. Was  die  Erhebung  der  Personalien  im  EVZ  sowie  der  in  dessen  Rahmen durchgeführte, vorfrageweise Prüfung des Alters betrifft, so steht  deren Durchführung ohne vorgängige Ernennung einer Vertrauensperson  in  keinem  Widerspruch  zu  den  in  EMARK  1998  Nr. 13  E. 4b  S. 88 ff.  entwickelten  Grundsätzen  betreffend  das  Verfahren  mit  unbegleiteten  minderjährigen  Asylsuchenden.  Für  den  hypothetischen  Fall,  dass  der  Beschwerdeführer  zum  damaligen  Zeitpunkt  tatsächlich  minderjährig  gewesen sein sollte, kann  jedenfalls bei Angaben zu seiner Person und  insbesondere diejenigen nach dem Alter, die Gefahr einer altersbedingten  Überforderung ohne weiteres ausgeschlossen werden (vgl. EMARK 2004  Nr. 30 E. 6.4.3 S. 213). 3.4.  3.4.1.  Einer  differenzierteren  Betrachtung  bedarf  demgegenüber  die  Frage, ob das BFM auch befugt war, die Anhörung gemäss Art. 29 AsylG  durchzuführen,  ohne  dem  Beschwerdeführer  vorgängig  eine  Vertrauensperson zu ernennen. 3.4.2.  Diesbezüglich  ist  festzustellen,  dass  das  BFM  bereits  anlässlich  der  Erhebung  der  Personalien  des  Beschwerdeführers  im  EVZ  Zweifel  bezüglich seiner Altersangaben äusserte. Es warf dem Beschwerdeführer  vor,  er  habe  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das  Nichteinreichen  von  Identitätspapieren  geltend  gemacht  und  seine  Angaben  zu  seiner  Biographie  und  seiner  schulischen  Laufbahn  seien  inkohärent.  Zudem  erwecke sein äusseres Erscheinungsbild den Eindruck,  er  sei  volljährig.  Es erachte ihn deshalb für das weitere Verfahren als volljährig und ordne  ihm  keine  Vertrauensperson  zu.  Der  Beschwerdeführer  meinte  hierzu,  dass seine Eltern ihm das Geburtsdatum und sein Alter mitgeteilt hätten.  In  der  Verfügung  vom  17. Februar  2011  geht  das  BFM  von  der  Volljährigkeit  des  Beschwerdeführers  aus  und  stützt  sich  bei  der  Begründung  einerseits  auf  unterschiedliche  Altersangaben  und  andererseits  auf  eine  Knochenaltersanalyse,  welche  angeblich  am  10. November  2010  durchgeführt  worden  sein  soll  und  die  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers  nicht  bestätigt  habe.  Dem  Beschwerdeführer  sei  hierzu  im  EVZ  das  rechtliche  Gehör  gewährt  worden. 

D­1671/2011 3.4.3. Die Ausführungen in der Verfügung treffen jedoch so nicht zu. Dem  Beschwerdeführer  wurde  anlässlich  der  Befragung  im  EVZ  weder  das  Ergebnis der Knochenaltersanalyse mitgeteilt, noch wurde ihm zu dieser  das rechtliche Gehör gewährt. Fraglich ist, ob die Knochenaltersanalyse,  wie  das  BFM  in  der  Verfügung  behauptet,  tatsächlich  schon  am  10. November  2010  stattgefunden  hat.  Gemäss  Akten  hat  das  EVZ  in  Chiasso  erst  am  10. November  2010  Dr.  med.  C._______  den  Auftrag  erteilt beim Beschwerdeführer eine Knochenaltersanalyse durchzuführen  (vgl.  act. A6/1).  Die  Ergebnisse  des  Arztes  sind  in  einem  undatierten  Schreiben  festgehalten  worden,  welches  gemäss  Stempel  erst  am  12. November  2010  beim  EVZ  in  Chiasso  eingegangen  ist  (vgl.  act. A10/1).  Auch  aufgrund  einer  internen  Aktennotiz  (vgl.  act. A8/2)  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Knochenaltersanalyse  beim  Beschwerdeführer  erst  im  Anschluss  an  die  Befragung  im  EVZ  durchgeführt  worden  ist.  Das  Resultat  ergab  sodann  beim  Beschwerdeführer  ein  Knochenalter  von  "mehr  als  18 Jahren".  Da  der  Beschwerdeführer  selber  angab(  (…)  Jahre  und  (…)  Monate  beziehungsweise  (…)  Jahre  und  (…)  oder  (…)  Monate  (vgl.  act. A1/11  S. 1) alt zu sein, ergibt dies zum radiologisch festgestellten Knochenalter  eine  Abweichung  von  weniger  als  drei  Jahren.  Angesichts  der  Standardabweichung  zwischen  dem  wirklichen  Alter  und  dem  Knochenalter  von  bis  zu  drei  Jahren  kann  daraus  allerdings  nicht  abgeleitet  werden,  der  Beschwerdeführer  habe  über  sein  tatsächliches  Alter  getäuscht  beziehungsweise  zu  täuschen  versucht  (vgl.  EMARK  2005  Nr. 16  E. 2.3  S. 143,  EMARK  2001  Nr. 23  E. 4  S. 186).  Mithin  ist  auch  die  Schlussfolgerung  des  Arztes  "Das  Knochenalter  weiche  signifikant  vom  angegebenen  Alter  ab"  nicht  nachvollziehbar.  Das  undatierte  Schreiben  von  Dr. med. C._______  erfüllt  sodann  auch  inhaltlich die Minimalanforderungen an ein Gutachten nicht (vgl. EMARK  2004  Nr. 31  E. 7.3  S. 225 f.).  Unter  diesen  Umständen  eignet  sich  die  Knochenaltersanalyse  nicht,  um  Rückschlüsse  auf  das  Alter  beziehungsweise die Volljährigkeit des Beschwerdeführers zu ziehen.  3.4.4.  Was  die  Frage  des  Alters  des  Beschwerdeführers  betrifft,  präsentiert sich die Aktenlage alsdann in der Tat derart, dass das BFM im  Rahmen  einer  Gesamtbeurteilung  aufgrund  der  Aussagen  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Befragung  zu  seinem  Alter,  zu  den  Ursachen seiner Papierlosigkeit und zu seinen nicht übereinstimmenden  Angaben  betreffend  seiner  schulischen  Laufbahn  von  der  Unglaubhaftigkeit der behaupteten Minderjährigkeit ausgehen durfte. Der  Hilfswerksvertreter  hielt  zwar  im  Anschluss  an  die  Anhörung  auf  dem 

D­1671/2011 Unterschriftenblatt  (vgl.  act. A18/15  S. 15)  fest,  dass  die  Übersetzerin  meine,  der  Beschwerdeführer  kenne  viele  schwierige Wörter  nicht,  was  die  Frage  des  Bildungsgrads  und  der  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers aufwerfe. Hierzu ist allerdings zu bemerken, dass die  Übersetzerin  einen  anderen  Dialekt  als  der  Beschwerdeführer  gesprochen  hat,  was  mit  ein  Grund  dafür  sein  könnte,  dass  er  einige  Wörter  nicht  gekannt  hat  (vgl.  act. 18/15  S. 1  F1  und  S. 5  F37).  Ergänzend  ist  anzufügen,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  schon  anlässlich der Befragung im EVZ am 10. November 2010 widersprüchlich  zu  seinem  Alter  äusserte,  indem  er  einerseits  angab,  er  sei  am  (...)  geboren worden und andererseits angab er sei  (…) Jahre und  (…) oder  (…)  Monate  alt  (vgl.  act. A1/11  S. 1  Ziff. 1.5).  Erst  als  ihn  der  Sachbearbeiter  darauf  aufmerksam  machte,  dass  seine  Angaben  nicht  übereinstimmen  und  auch  nicht  mit  dem  angegebenen  Alter  von  (…)  Jahren und ungefähr (…) Monaten im Zeitpunkt der Ausreise im Mai/Juni  2010 korrespondieren, räumte er ein, dass er sich wohl getäuscht habe,  als  er  angab,  er  sei  schon  (…)  Jahre  alt  (vgl.  act. A1/11  S. 2  Ziff. 3).  Anlässlich  der  Anhörung  am  26. Januar  2011,  das  heisst  rund  zwei  Monate später, gab er wiederum an, er vermute, er sei (…) Jahre alt (vgl.  act. A18/15  S. 4  F32).  Auch  bezüglich  seiner  Schuljahre  machte  er  unterschiedliche Angaben (vgl. act. A1/11 S. 3 Ziff. 8 und act. A18/15 S. 4  F28­31).  Der  Beschwerdeführer  führte  sein  Problem  mit  den  Jahreszahlen  auf  seine  schlechten  mathematischen  Fähigkeiten  zurück  (vgl. act. A18/15 S. 4 F33). Diesbezüglich ist allerdings anzumerken, dass  der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben immerhin sieben Jahre  die Schule  besucht  hat  (vgl.  act. A1/11 S. 3  Ziff. 8,  A18/15 S. 4  F28  f.),  weshalb  davon  auszugehen  ist,  dass  er  einerseits  sein  Alter  kennt  und  andererseits einfache Subtraktionen beherrscht. 3.4.5.  Da  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  nichts  vorgebracht  hat,  das  seine  Angaben  zu  seinem Alter glaubhaft erscheinen liesse, besteht vor diesem Hintergrund  für das Bundesverwaltungsgericht kein Anlass,  im Verzicht des BFM auf  die  Ernennung  einer  Vertrauensperson  vor  der  Durchführung  der  Anhörung gemäss Art. 29 AsylG am 26. Januar 2011 eine Verletzung des  Anspruchs  auf  das  rechtliche  Gehör  zu  erblicken,  die  angefochtene  Verfügung  mit  dieser  Begründung  zu  kassieren  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  (vgl.  EMARK  2004  Nr. 30 E. 6.4.5 S. 214). 4. 

D­1671/2011 4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen  Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 4.3.  Glaubhaft  sind  die  Vorbringen  eines  Asylsuchenden  grundsätzlich  dann,  wenn  sie  genügend  substanziiert,  in  sich  schlüssig  und  plausibel  sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich  sein oder der  inneren Logik  entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung  widersprechen.  Darüber  hinaus  muss  die  gesuchstellende  Person  persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall  ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel  abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung bedeutet  ferner –  im Gegensatz zum strikten Beweis  – ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den  Vorbringen  des  Gesuchstellers.  Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Asylsuchenden  sprechen,  überwiegen  oder  nicht.  Dabei  ist  auf  eine  objektivierte  Sichtweise abzustellen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.). 5. 

D­1671/2011 5.1.  Das  BFM  lehnte  das  Asylgesuch  mit  der  Begründung  ab,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  würden  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung  nicht  standhalten,  so  dass  ihre  Asylrelevanz  nicht  geprüft werden müsse.  Im  Einzelnen  führte  es  aus,  die  Vorbringen  seien  nicht  hinreichend  begründet,  da  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  konkret,  detailliert  und  differenziert  dargelegt  worden  seien.  Der  Beschwerdeführer  habe  keine konkreten Angaben über die Bedrohungssituation machen können,  obwohl  er  zu  diesem  Thema  in  beiden  Anhörungen  ausführlich  befragt  worden  sei.  So  habe  er  erklärt,  von  seinem  Onkel  erfahren  zu  haben,  dass  er  und  seine  beiden  Brüder  wegen  den  Taliban  bedroht  worden  seien (vgl. act. A18/15 S. 3 und 5). Auf die Frage, wie und von wem denn  sein  Onkel  von  den  Bedrohungen  erfahren  habe,  habe  der  Beschwerdeführer  jedoch nur unpräzise Angaben machen können: Sein  Onkel sei beim Einkaufen durch verschiedene Dörfer gelaufen und habe  es so von verschiedenen Leuten erfahren (vgl. act. A18/15 S. 5 und 8). In  Anbetracht der Logik des Handelns in einer solchen Situation hätte es ihn  doch  interessieren  müssen,  genaueres  über  die  persönliche  Bedrohungssituation beim Onkel zu erfragen, da es sich schliesslich um  eine  sehr  ernst  zu  nehmende  Begebenheit  in  seinem  Leben  gehandelt  habe,  die  ihn  letztendlich  dazu  bewogen  habe,  sein  Heimatland  zu  verlassen. Dies gelte ebenfalls  für die Behauptung, dass die Bedrohung  und  Ermordung  seines  Vaters  von  den  Taliban  ausgegangen  sei  (vgl.  act. A18/15  S. 3,  A1/11  S. 5 f.).  Den  Akten  könne  jedoch  entnommen  werden,  dass  es  zum  einen  bei  der  Ermordung  seines  Vaters  keine  Zeugen  gegeben  habe  und  zum  andern  der  Beschwerdeführer  auch  sonst keine Indizien genannt habe, die auf die Taliban hinweisen würden,  womit ihm unterstellt werden könne, dass sich seine Behauptung lediglich  auf eine Mutmassung stütze. Ebenso wenig habe er zu den Umständen  der  Ermordung  seines  Vaters  Auskunft  geben  können.  So  habe  er  angegeben, dass es irgendwo auf dem Weg vom Schulhaus nach Hause  passiert sei (vgl. act. A18/15 S. 6). Aus den Akten gehe hervor dass der  Beschwerdeführer  während  sieben  Jahren  diese  Schule  besucht  habe  und  damit  täglich  diesen  dreissigminütigen  Fussmarsch  zwischen  der  Schule und seinem Zuhause hinter sich gebracht habe. Deswegen könne  davon ausgegangen werden,  dass er  die Gegend besser gekannt  habe  und  demzufolge  den  Ort  und  die  Umstände  des  Geschehens  genauer  hätte beschreiben müssen. Ausserdem sei es um den Tod seines Vaters  – in dessen Folge der Beschwerdeführer am selben Tag auch noch seine  Mutter  verloren  habe  –  und  damit  um  das  zentrale  Ereignis  gegangen, 

D­1671/2011 welches  ursächlich  im  Zusammenhang  mit  seiner  Fluchtbegründung  stehe.  Vor  diesem  Hintergrund  seien  seine  dürftigen  Angaben  nicht  nachvollziehbar  und  somit  als  nicht  glaubhaft  zu  würdigen.  Im  Übrigen  habe  sich  der  Beschwerdeführer  hinsichtlich  des  Datums,  an  welchem  sein  Vater  ermordet  worden  sei,  in  Widersprüche  verwickelt,  indem  er  anlässlich  der  Befragung  im EVZ  angegeben  habe,  es  sei  am  18. oder  19. Mai  2010  geschehen  und  anlässlich  der  Anhörung  hingegen  der  17. oder  18. April  2010  genannt  habe.  Auf  diesen  Widerspruch  angesprochen,  habe  er  vorgebracht,  der Dolmetscher  im EVZ hätte  ihn  wohl  falsch  verstanden  (vgl.  act. A18/15  S. 12).  Diese  Erklärung  überzeuge  jedoch nicht, da dem Beschwerdeführer das  fertige Protokoll  rückübersetzt worden sei und er mit seiner Unterschrift dessen Richtigkeit  festgestellt  habe.  Hinzu  komme,  dass  er  weder  im  EVZ  noch  an  der  zweiten Befragung das genaue Datum habe nennen können, obwohl es  sich um ein einschneidendes Erlebnis  im Leben des Beschwerdeführers  gehandelt  habe.  Die  Vorbringen  im  Zusammenhang  mit  der  Ausreise  seines  Onkels  und  der  beiden  Brüder  nach  Pakistan  wären  ebenso  unsubstantiiert  und  zweifelhaft.  So  habe  der  Beschwerdeführer  nicht  schlüssig  begründen  können,  weshalb  sein  Onkel  ihn  nicht  auch  nach  Pakistan  mitgenommen  und  ihn  stattdessen  alleine  mit  dem  Schlepper  weggeschickt habe (vgl. act. A1/11 S. 6, A18/15 S. 10). Dieses Verhalten  erscheine  insbesondere  vor  dem Hintergrund,  dass  sich  nach  dem Tod  seiner Eltern  der Onkel  als  neues Familienoberhaupt  um  ihn  und  seine  Brüder  gekümmert  habe  (vgl.  act. A18/15  S. 11),  nicht  nachvollziehbar.  Dass  ihm  zudem  der  volle  Namen  der  Ehegattin  des  Onkels  nicht  bekannt gewesen sei, und dass er keine Angaben darüber habe machen  können,  in  welcher  Gegend  Pakistans  der  Onkel  mit  seiner  Familie  gezogen  sei,  liessen  seine  Aussagen  zur  familiären  Situation  im  Heimatland erst recht als fragwürdig zutage treten. Des Weiteren habe er  im EVZ angegeben, am (...) geboren worden zu sein. Damit wäre er  im  Zeitpunkt  des  Einreichens  des  Asylgesuchs  gerade  (…) Jahre  alt  gewesen.  Die  am  10. November  2010  durchgeführte  Knochenaltersanalyse  habe  aber  die  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers nicht bestätigen können. Dem Beschwerdeführer sei  diesbezüglich  im  Rahmen  der  Befragung  im  EVZ  das  rechtliche  Gehör  gewährt worden. Der Beschwerdeführer  habe  hierzu  erklärt,  dass  seine  Eltern  ihm  gesagt  hätten,  wie  alt  er  sei  (vgl.  act. A1/11  S. 6  f.).  Zwei  Monate  später  an  der  Anhörung  sei  er  erneut  zu  seinem  Alter  befragt  worden. Dort habe er angegeben, (…) Jahre alt zu sein (vgl. act. A18/15  S. 4.).  Diese  widersprüchlichen  Altersangaben  seien  somit  nicht  glaubhaft,  weswegen  das  BFM  von  der  Volljährigkeit  des 

D­1671/2011 Beschwerdeführers  ausgehe.  Aufgrund  der  widersprüchlichen  und  unsubstantiierten Aussagen entstehe der Eindruck, dass es sich um eine  konstruierte  Geschichte  handle,  die  der  Beschwerdeführer  nicht  tatsächlich  erlebt  habe.  Es  sei  ihm  deshalb  nicht  gelungen,  die  geltend  gemachte Verfolgung durch die Taliban überzeugend darzulegen. 5.2.  In der Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, das BFM  übersehe bei dieser Einschätzung, dass der Beschwerdeführer noch sehr  jung sei und er es gewohnt sei, einfach zu befolgen, was ihm aufgetragen  worden sei. So wundere sich das BFM, dass er nicht mehr nachgefragt  habe, wer  ihn  genau  bedroht  habe,  oder  dass  er  nicht  genauer wissen  wollte,  wer  seinen  Vater  umgebracht  habe.  Das  BFM  nehme  wohl  an,  sein  Onkel  hätte  ihm  eine  detaillierte  Information  überbracht,  wenn  er  nachgefragt  hätte,  aber  das  sei  nicht  so.  Sein  Onkel  habe  sicher  die  Namen der Personen und die genauen Umstände der Ermordung seines  Vaters auch nicht gewusst. Das BFM nehme möglicherweise an, dass er  aus  einer  gebildeten  Familie  stammen  müsse,  wenn  sein  Vater  Lehrer  gewesen sei, aber das sei leider nicht so. Sein Vater sei eigentlich Bauer  gewesen und sie hätten von der Landwirtschaft gelebt. Sein Vater habe  aber nur Schreiben und Lesen können und sei ungefähr acht  Jahre zur  Schule gegangen. Sie hätten zuhause nur zwei, drei Bücher gehabt. Der  Vater habe als Lehrer gearbeitet, um etwas dazuzuverdienen. Sein Dorf  sei  klein  und  habe  zwischen  40  bis  50  Häuser.  Sein  Vater  habe  nie  Kontakt mit  internationalen Organisationen  gehabt,  nie  in  einer  grossen  Stadt  gelebt,  keine  Fremdsprachen  sprechen  können,  sondern  sei  ein  einfacher Mann gewesen. Er habe wenig mit  ihm gesprochen, da dieser  keine Zeit dazu gehabt habe, weil er neben der Arbeit als Lehrer, ihr Land  bewirtschaftet habe. Der Vater und er selber hätten sehr viel gearbeitet.  Er sei nicht ein guter Schüler gewesen, da er Probleme in der Mathematik  gehabt  habe.  Es  habe  sich  daher  mehr  gelohnt,  wenn  er  zu  Hause  gearbeitet  habe,  als  weiter  in  die  Schule  zu  gehen.  Er  verstehe  auch  nicht, warum ihn sein Onkel nicht mit nach Pakistan genommen habe. Er  könne  nur  Vermutungen  anstellen,  wie  auch  über  die  genaueren  Umstände der Ermordung seines Vaters. Dass er das genaue Datum der  Ermordung nicht kenne, hänge damit  zusammen, dass er auf dem Feld  gearbeitet  habe  und  nicht  nach  dem  Kalender  lebe.  Die  noch  verbleibenden  Ungereimtheiten  seien  auf  sein  jugendliches  Alter  zurückzuführen.  Aus  all  diesen  Gründen  seien  seine  Vorbringen  nachvollziehbar  und  würden  die  Voraussetzungen  von  Art. 7  AsylG  erfüllen.

D­1671/2011 6.  6.1.  Übereinstimmend  mit  der  Einschätzung  des  BFM  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  zur  Auffassung,  dass  der  Beschwerdeführer  mit seinen in den Befragungen erteilten Auskünften in den für die Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft  relevanten  Punkten  den  Anforderungen  des  Glaubhaftmachens nicht zu genügen vermag. 6.2.  Wie  vom  BFM  zutreffend  festgestellt  wurde,  konnte  der  Beschwerdeführer  keine  konkreten  Angaben  über  die  Bedrohungssituation  machen.  Der  Darstellung  des  Beschwerdeführers  zufolge  weiss  er  lediglich  vom  Hörensagen,  dass  er  und  seine  beiden  Brüder  von den Taliban bedroht worden seien. Er  selber  hatte  aber nie  persönlich  Kontakt  mit  den  Taliban  (vgl.  act. A18/15  S. 8  F74).  Der  Beschwerdeführer  konnte  anlässlich  der Anhörung  auch  nicht  angeben,  was die Taliban konkret androhten  (vgl. act. A18/15 S. 8 F72). Er weiss  davon durch seinen Onkel, der es wiederum von Dritten erfahren haben  soll  (vgl.  act. A18/15  S. 8  F72).  Diese  auf  Mutmassungen  basierenden  Annahmen  betreffend  die  Bedrohung  der  Taliban  überzeugen  deshalb  nicht.  Schliesslich  machte  der  Beschwerdeführer  keine  übereinstimmenden  Angaben  zum  Zeitpunkt  des  Todes  der  Eltern.  So  gab er anlässlich der Befragung im EVZ zunächst an, seine Eltern seien  im  April/Mai  2010  gestorben  (vgl.  act. A1/11  S. 3).  Später  versuchte  er  den Zeitpunkt einzugrenzen und gab an: "Er erinnere sich nicht genau, er  denke es sei am 18. oder 19. Mai 2010 gewesen." (vgl. act. A1/11 S. 6).  Demgegenüber  hatte  er  anlässlich  der  Anhörung  die  Frage  nach  dem  Todesdatum  des  Vaters  ohne  zu  zögern  mit  dem  17./18. April  2010  beantwortet  (vgl.  act. A18/15  S. 5  F46).  Selbst  wenn  der  Beschwerdeführer  nicht  nach  dem  Kalender  leben  würde  und  die  Abweichung  demnach  nicht  als  gravierend  zu  werten  wäre,  ist  doch  bemerkenswert, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung auf  einmal  keine  Unsicherheiten  betreffend  das  Todesdatum  des  Vaters  zeigte.  Das  BFM  führte  ferner  zu  Recht  aus,  dass  die  Schilderungen  hinsichtlich  der  Ermordung  seines  Vaters  unsubstantiiert  ausgefallen  sind.  Anlässlich  der  Befragung  im EVZ  gab  er  an,  er  sei  auf  dem Feld  gewesen  und  habe mit  einem Gleichaltrigen  gesprochen,  als  die  Leute  den Körper seines Vaters nach Hause gebracht hätten. Seine Mutter, die  Probleme mit dem Herzen habe, habe einen Infarkt gekriegt, als sie den  abgetrennten Kopf gesehen habe und sei gestorben. Auch anlässlich der  Anhörung  war  der  Beschwerdeführer  nicht  in  der  Lage  die  Ereignisse  differenzierter  zu  schildern,  die  ihn  zur  Ausreise  bewogen  haben.  Aus  seinen kurzen Sätzen geht weder hervor, wie er vom Tod seines Vaters 

D­1671/2011 und seiner Mutter erfahren hat oder was er gefühlt hat, noch was mit den  Leichen  seiner  Eltern  passiert  ist,  obwohl  ihm  das  BFM  immer  wieder  Fragen  stellte,  die  es  ihm  ermöglicht  hätten,  frei  zu  schildern,  was  er  konkret  erlebt  hat  (vgl.  act. A18/15  S. 3  F14­18).  Im  Gegensatz  dazu  konnte er Wissensfragen, die grundsätzlich nichts mit den Bedrohungen  der Taliban zu  tun hatten, wie beispielsweise Fragen nach dem Namen  der  Schule  oder  dem  Schulvorsteher  mühelos  beantworten  (vgl.  act. A18/15 S. 3  f. F19, F26). Dieses unterschiedliche Aussageverhalten  zeigt  auf,  dass  Fragen,  zu  denen  der  Beschwerdeführer  die  Antwort  kannte,  eigentlich  präzis  beantworten  konnte,  hingegen  hinsichtlich  der  Ereignisse um die Ermordung seines Vaters und den Tod seiner Mutter  nur  oberflächliche  und  schwammige  Ausführungen  machen  konnte.  Insofern  in  der Beschwerde eingewendet wird,  diese Unsubstantiiertheit  sei auf  sein  jugendliches Alter  zurückzuführen oder weil  er  stets befolgt  habe,  was  ihm  aufgetragen  worden  sei,  ist  festzustellen,  dass  ein  Jugendlicher  im  Alter  von  (…)  Jahren  oder  mehr  grundsätzlich  in  der  Lage wäre, ein Ablauf eines Ereignisses detaillierter zu schildern, wenn er  auf  tatsächlich  Erfahrenes  hätte  zurückgreifen  können.  Das  Aussageverhalten  des  Beschwerdeführers  erweckt  hingegen  den  Eindruck,  dass  die  Angaben  auf  einen  konstruierten  Sachverhalt  und  nicht  auf  tatsächliche  Begebenheiten  beruhen.  Das  BFM  bezweifelte  ferner  zu  Recht  die  Vorbringen  im  Zusammenhang  mit  der  Ausreise.  Einerseits  ist  merkwürdig,  dass  der  Onkel  den  Beschwerdeführer  nicht  mit  seinen  Brüdern  zusammen  zu  den  Verwandten  seiner  Frau  nach  Pakistan  schickte,  und  ihm  stattdessen  die  Flucht  nach  Europa  mittels  Verkaufs  von  Land  finanzierte;  andererseits  ist  nicht  nachvollziehbar,  warum auch der Onkel mit seiner Familie flüchtete, obwohl dieser selbst  gar nicht gefährdet gewesen wäre (vgl. act. A18/15 S. 11 F106). Aufgrund  der  insgesamt  sehr  dürftigen  Angaben  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich der Bedrohung der Taliban und des Todes seines Vaters und  der Mutter  sowie  die  realitätsfremden  Angaben  zu  seiner  Ausreise  und  widersprechenden Aussagen hinsichtlich des Datums des Todes sind die  Vorbringen des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft zu erachten. 7.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  asylrechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen  oder zumindest glaubhaft machen konnte und deshalb nicht als Flüchtling  anerkannt  werden  kann.  Die  Vorinstanz  hat  somit  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  verneint  und  sein  Asylgesuch abgelehnt.

D­1671/2011 8.  8.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).  8.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, EMARK 2001 Nr. 21). 9.  9.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländerinnen und Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 142.20]).  Gemäss  ständiger  Rechtsprechung  sind  die genannten drei Bedingungen  für einen Verzicht  auf  den Vollzug der  Wegweisung  alternativer  Natur.  Sobald  eine  davon  erfüllt  ist,  ist  der  Vollzug  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  der  betroffenen  Person  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  (vgl.  BVGE  2009/51  E. 5.4  S. 748;  EMARK  2006  Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f.). 9.2. Nachdem das BFM im Rahmen des Schriftenwechsels mit Verfügung  vom 26. August 2011 die angefochtene Verfügung vom 17. Februar 2011  teilweise  –  nämlich  den  Wegweisungsvollzug  betreffend  –  in  Wiedererwägung  gezogen  und  die  vorläufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  angeordnet hat, ist das vorliegende Verfahren gegenstandslos geworden,  soweit in der Beschwerde im Eventualbegehren beantragt wird, es sei die  Unzulässigkeit  beziehungsweise  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  Die  Beschwerde  ist  mithin  insoweit  zufolge  Wegfalls  des  Streitgegenstandes als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Damit  erübrigen  sich  weitere  Ausführungen  zur  Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs. 10.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  es  dem  Beschwerdeführer 

D­1671/2011 bezüglich der Frage der Anerkennung als Flüchtling, der Gewährung von  Asyl  und  der  Anordnung  der Wegweisung  nicht  gelungen  ist,  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  und  unvollständig  feststellt  und  unangemessen ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit sie  nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. 11.  11.1.  Der  Beschwerdeführer  ist  im  vorliegenden  Verfahren  unterlegen,  soweit er im Hauptbegehren die Aufhebung der Verfügung des BFM vom  17. Februar  2011,  die  Asylgewährung  und  im  Eventualantrag  die  Rückweisung  der  Sache  zur  Neubeurteilung  beantragte,  weshalb  er  grundsätzlich  in  reduziertem  Umfang  kostenpflichtig  wird  (vgl.  Art. 63  Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer beantragte  jedoch, es sei  ihm die  unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 11.2. Gemäss Art. 65  Abs. 1  VwVG wird  eine Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen Mittel verfügt, nach Einreichen der Beschwerde auf Antrag  von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, wenn ihr Begehren nicht  aussichtslos erscheint. Aus der eingegangenen Fürsorgebestätigung vom  17. März  2011  geht  hervor,  dass  der Beschwerdeführer  zum damaligen  Zeitpunkt  Sozialhilfeempfänger  war.  Dass  sich  daran  inzwischen  etwas  geändert  haben  könnte,  kann  nicht  angenommen  werden,  da  der  Beschwerdeführer  nach  wie  vor  keiner  Arbeit  nachzugehen  scheint.  Mithin  ist  von  der  prozessualen  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen.  Die  Beschwerde  erscheint  retrospektiv  bezogen  auf  den  Zeitpunkt  ihrer Einreichung nicht als aussichtslos,  insoweit die vorläufige  Aufnahme  beantragt  wurde,  weshalb  diesbezüglich  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gutzuheissen  gewesen  wäre.  Hinsichtlich  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  der  Asylgewährung  wäre  die  Beschwerde  jedoch  bereits  im  Zeitpunkt  ihrer  Einreichung  aufgrund  der  unsubstantiierten  Vorbringen  der  Asylbegründung als aussichtslos zu erachten gewesen. Demnach ist das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  abzuweisen  und  dem  Beschwerdeführer  die  Kosten  des  Verfahrens  aufgrund  des  teilweisen  Unterliegens  zur  Hälfte  beziehungsweise  im  Umfang  von  Fr. 300.– aufzuerlegen. 11.3. Sodann sind bei einem gegenstandslos gewordenen Verfahren die  Kosten  jener  Partei  aufzuerlegen,  deren  Verhalten  die  Gegenstandslosigkeit  bewirkt  hat  (Art. 5  des  Reglements  vom 

D­1671/2011 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 11.4.  Im  vorliegenden  Fall  hat  das  BFM  die  Gegenstandslosigkeit  des  Beschwerdeverfahrens durch die wiedererwägungsweise Anordnung der  vorläufigen  Aufnahme  im  Rahmen  des  Schriftenwechsels  bewirkt.  Dem  BFM  sind  jedoch  keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art. 64  Abs. 2  VwVG). 12.  Dem  Beschwerdeführer  wäre  –  soweit  die  Gegenstandslosigkeit  des  Verfahrens  durch  das  BFM  bewirkt  wurde  –  für  die  ihm  erwachsenen  notwendigen  Kosten  eine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art. 15  i. V. m. Art. 5 VGKE). Der Beschwerdeführer hat die Beschwerde selbst  eingereicht.  Es  sind  ihm  mithin  keine  Kosten  aus  einer  Vertretung  entstanden (vgl. Art. 9 Abs. 1 VGKE). Weitere notwendige Auslagen (vgl.  Art. 13 VGKE), die dem Beschwerdeführer erwachsen sein könnten, sind  aufgrund  der  Akten  nicht  ersichtlich.  Folglich  ist  ihm  keine  Parteientschädigung zuzusprechen. (Dispositiv nächste Seite)

D­1671/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  als  gegenstandslos  geworden abgeschrieben wird. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt. 4.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Sarah Mathys Versand:

D-1671/2011 — Bundesverwaltungsgericht 03.02.2012 D-1671/2011 — Swissrulings