Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 27.12.2011 D-1217/2008

27 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,344 parole·~22 min·4

Riassunto

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 24. Januar 2008

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­1217/2008 Urteil   v om   2 7 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter François Badoud, Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren X._______, Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt, substituiert durch lic. iur. Magda Zihlmann, Rechtsanwältin, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 24. Januar 2008 / N_______.

D­1217/2008 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  –  ein  afghanischer  Staatsangehöriger  und  ethnischer  Hazara  aus  B._______,  Distrikt  C._______,  Provinz  D._______ –  verliess  eigenen Angaben  zufolge am 4. September  2005  seine  Heimat  und  gelangte  am  12.  Dezember  2005  über  E._______,  F._______, G._______ und weitere, ihm unbekannte Länder illegal in die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  im  H._______  um  Asyl  nachsuchte.  Anschliessend wurde er ins I._______ transferiert und dort am 3. Januar  2006 summarisch befragt. Mit Entscheid vom 4. Januar 2006 wurde der Beschwerdeführer  für den  Aufenthalt  während  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  J._______  zugewiesen. Am 16. Januar 2006 fand die kantonale Anhörung statt. Zur Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der  Beschwerdeführer  dabei  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  nach  dem  Einmarsch  der  sowjetischen  Armee in Afghanistan im Jahre 1982 zusammen mit seiner Familie nach  E._______  ausgewandert.  Im  (...)  seien  sie  in  seine  Heimat  zurückgekehrt, wo er sich fortan als Einzelopiumhändler betätigt habe. Im  Jahre  (...)  habe  er  mit  dem  Grosshändler  K._______  –  dessen  (...)  Mitglied der (...) sei beziehungsweise bei dem es sich um den (...) handle  (Eingabe vom 17. Oktober 2006) – Bekanntschaft gemacht und daraufhin  für  diesen  zu  arbeiten  begonnen,  da  er  so  ein  ungleich  höheres  Einkommen  erzielt  habe.  Er  sei  im  Auftrag  von  K._______  zu  den  Opiumbauern  gegangen  und  habe  diese  dafür  bezahlt,  dass  diese  ihre  Opiumernte  an  K._______  und  nicht  an  andere  Händler  verkaufen  würden. Zudem habe er die  lokalen Kommandanten bestechen müssen,  die  die  Bauern  vor  anderen  Grosshändlern  geschützt  hätten.  Im  Jahre  (...),  nach  zweijähriger  Tätigkeit  für  K._______,  habe  die Regierung  die  Opiumernte  vernichtet.  Er  habe  K._______  über  den  Vorfall  informiert,  zumal  bereits  ein  hoher  Geldbetrag  für  Zahlungen  und  Bestechungsgelder investiert worden sei. K._______ habe ihm aber nicht  geglaubt und gesagt, dass er wohl einen anderen Grosshändler gefunden  habe, der ihn besser bezahle. K._______ habe ihm mit dem Tod gedroht,  falls er nicht in der Lage sei, das bereits investierte Geld zurückzuzahlen  oder  entsprechende  Ware  zu  liefern.  Daraufhin  habe  er  sich  an  L._______ gewendet, der Gebietskommandant gewesen sei und dem er  bereits hohe Bestechungsgelder abgeliefert habe. Doch weder L._______ 

D­1217/2008 noch die bereits bezahlten Bauern hätten die Gelder zurückzahlen wollen.  Da K._______ ein mächtiger Mann in seiner Heimat sei und er in seinem  ganzen  Leben  nicht  soviel  Geld  für  die  Begleichung  seiner  Schulden  hätte  auftreiben  können,  habe  er  keine  andere  Wahl  gehabt,  als  aus  Afghanistan zu fliehen, um sein Leben zu retten. Am  22.  November  2007  wurde  der  Beschwerdeführer  vom  BFM  angehört. Dabei  führte er  in Ergänzung zu seinen bisherigen Vorbringen  aus,  er  habe  von  der  Schweiz  aus  mit  seinem  Schlepper  Kontakt  aufgenommen,  um  seinen  Identitätsausweis  (Tazkera)  erhältlich  zu  machen  und  diesen  nachträglich  (März  2006)  eingereicht.  Er  habe  K._______ im (...) in einem Teehaus kennengelernt und für diesen bis im  Jahre (...) gearbeitet. Seine Tätigkeit habe darin bestanden, während der  Erntezeit  zu  den  einzelnen Bauern  zu  gehen  und  ihre Ernte  zu  kaufen.  Die  gekauften  Mengen  des  Opiums  habe  er  entsprechend  den  geografischen  Gegebenheiten  in  den  verschiedenen  Kommandanturen  gelagert und am Schluss der Erntezeit habe ein Wagen von K._______  alle diese Sammelpunkte aufgesucht und das Opium abtransportiert. Das  Geld,  das er  jeweils gebraucht habe, habe er über einen Geldvermittler  ein  paar Tage nach Nennung des benötigten Betrages  erhalten. Ferner  habe  ihn K._______  drei Mal  zu  einem Fest  eingeladen,  das  jeweils  in  einem  grossen  Haus  im  Bezirk  M._______/Provinz  N._______  stattgefunden  habe.  Unter  den  Gästen  hätten  sich  auch  hohe  Staatsbeamte befunden. K._______ habe  ihm drei dieser Gäste, welche  bei  der  Polizei  und  dem  Geheimdienst  gewesen  seien,  persönlich  vorgestellt  und  ihm  gesagt,  dass  er  sich  bei  Problemen  in  der  Provinz  D._______ an diese Personen wenden könne. Nach der Vernichtung der  Ernte  habe  er  sich  mit  K._______  gestritten,  weil  ihm  dieser  nicht  geglaubt  habe,  worauf  er  zum  Bezirksvorsteher  O._______  gegangen  sei, um Schutz vor K._______ zu erhalten. O._______ habe  ihm  jedoch  gesagt,  dass  er  ihm  –  und  dies  auch  nur  bedingt  –  lediglich  in  seinem  Bezirk  Schutz  zusichern  könne.  Bei  einer  Rückkehr  müsse  er  um  sein  Leben  fürchten,  da  ihn  sowohl  die  afghanische  Regierung  als  auch  K._______,  die  Opiumbauern  und  die  Nachkommen  von  vier  erschossenen Paschtunen umbringen wollten. Auf  die weiteren Ausführungen  und  die mit  Eingaben  vom 2. März,  17.  Juli  und  17. Oktober  2006  sowie  26.  März  und  28.  November  2007  geltend  gemachten  Vorbringen  und  eingereichten  Beweismittel  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen.

D­1217/2008 B.  Mit  Verfügung  vom  24.  Januar  2008  –  eröffnet  am  25.  Januar  2008 –  lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, die Vorbringen  des  Beschwerdeführers  vermöchten  den  Anforderungen  von  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  zu  genügen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Afghanistan  sei  zulässig,  zumutbar  und  möglich. C.  Mit Eingabe  vom 25.  Februar  2008  erhob  der Beschwerdeführer  gegen  diese  Verfügung  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte  die  vollumfängliche  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Rückweisung  des  Entscheides  an  das  BFM  zwecks  Erstellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts,  eventualiter  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  von  Asyl,  subeventualiter  die  Feststellung  der  Unzulässigkeit  oder  zumindest  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  und  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme.  Auf  die  Begründung  und  die  der  Rechtsmitteleingabe  beigelegten  Beweismittel  (Auflistung  Beweismittel)  wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D.  Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  29.  Februar  2008  wurde  dem  Beschwerdeführer  mitgeteilt,  dass  er  den  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  könne  und  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  vorbehalte,  seine  Asylvorbringen  bezüglich  seiner Tätigkeit als Drogenhändler unter dem Blickwinkel von Art. 3 AsylG  und  im  Rahmen  von  Art.  83  Abs.  7  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  einer  Prüfung  zu  unterziehen.  Dazu  wurde  dem  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  eingeräumt,  bis  zum  17.  März  2008  eine  Stellungnahme  einzureichen.  Gleichzeitig  wurde  er  aufgefordert,  innert  gleicher  Frist  einen  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr. 600.–  einzuzahlen, unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall. Der Kostenvorschuss wurde am 13. März 2008 einbezahlt.

D­1217/2008 E.  Mit  Eingabe  vom  17.  März  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  –  unter  Beilage zweier von ihm verfassten Zeitungsartikel – seine Stellungnahme  zu den Akten. F.  Mit Verfügung vom 20. März 2008 wurde die Vorinstanz im Rahmen von  Art.  57  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  einem  Schriftenwechsel  eingeladen. G.  Mit  Eingabe  vom  7.  April  2008  legte  der  Beschwerdeführer  weitere  Beweismittel ins Recht (Auflistung Beweismittel). H.  Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 8. April 2008 die  Abweisung der Beschwerde. I.  Mit  Verfügung  vom  17.  April  2008  wurde  dem  Beschwerdeführer  die  vorinstanzliche Vernehmlassung zur Stellungnahme unterbreitet. Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 30. April 2008. J.  Mit Eingabe vom 7. Oktober 2008 reichte der Beschwerdeführer weitere  Bestätigungen bezüglich seiner Konversion zum christlichen Glauben und  seiner  Glaubensausübung  in  der  Schweiz  zu  den  Akten  (Auflistung  Beweismittel). K.  Mit  Schreiben  vom  18.  August  2009  ersuchte  die  Rechtsvertretung  um  Mitteilung  des  Verfahrensstandes  und  des  voraussichtlichen  Urteilszeitpunktes und legte gleichzeitig ihre Kostennote bei. L.  Mit  Schreiben  des  Instruktionsrichters  vom  24.  August  2009  wurde  die  Anfrage der Rechtsvertretung vom 18. August 2009 beantwortet.

D­1217/2008 M.  Am  22.  September  2009  (Datum  Poststempel)  wurde  (Nennung  Beweismittel), beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. N.  Mit  Verfügung  vom  28.  September  2009  wurde  dem  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  eingeräumt,  sich  bis  zum  13.  Oktober  2009  zum  (Nennung Beweismittel) zu äussern, gemäss welchem sich herausgestellt  habe,  dass  er  mehr  Interesse  an  einem  längeren  Aufenthalt  in  der  Schweiz  zeige,  als  Christ  zu  sein,  und  diese  Situation  habe  ausnutzen  wollen. O.  Am  8.  Oktober  2009  ging  beim  Bundesverwaltungsgericht  eine  weitere  Bestätigung (Nennung weiteres Beweismittel) ein. P.  Mit  Eingabe  vom  13.  Oktober  2009  legte  der  Beschwerdeführer  seine  Stellungnahme  zur  Zwischenverfügung  vom  28.  September  2008  ins  Recht.  Q.  Am  11.  Januar  2010  (Datum  Poststempel)  liess  der  Beschwerdeführer  dem  Bundesverwaltungsgericht  ein  (Nennung  Beweismittel)  und  am  21. Januar  2010  (Datum  Poststempel)  ein  (Nennung  Beweismittel)  zukommen. R.  Mit Eingabe vom 20. August 2010 reichte der Beschwerdeführer weitere  Unterlagen  bezüglich  seiner  Hinwendung  zum  christlichen  Glauben  (Auflistung Beweismittel) zu den Akten. S.  Mit Eingabe vom 5. Januar 2011 legte der Beschwerdeführer zusätzliche  Beweismittel (Auflistung Beweismittel) ins Recht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

D­1217/2008 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1  BGG  liegt  in  casu  nicht  vor. Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  demnach endgültig. 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.  2.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 

D­1217/2008 Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 2.3. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist, macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend  (vgl.  Art.  54  AsylG).  Subjektive  Nachfluchtgründe  begründen  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss  Art.  54  AsylG  zum  Ausschluss  des  Asyls,  unabhängig  davon,  ob  sie  missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich  gesetzt  wurden.  Stattdessen  werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder  glaubhaft  machen  können,  als  Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen  (vgl.  BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, mit weiteren Hinweisen). 3.  3.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Asylentscheides  im  Wesentlichen  aus,  es  sei  realitätsfremd,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  gewusst  habe,  sein  Auftraggeber  sei  der  (...)  gewesen,  zumal  er  an  verschiedenen  Einladungen  von  K._______  teilgenommen haben wolle, und davon auszugehen sei, dass es ihn auch  interessiert hätte, von welcher Person er dermassen abhängig gewesen  sei.  Ebenso  realitätsfern  sei  das  Zusammentreffen  von  K._______  mit  dem  Beschwerdeführer  in  einem  Teehaus  im  Bazar  von  C._______  einzustufen,  ohne  dass  eine  vorherige  Überprüfung  seiner  Person  stattgefunden  hätte.  Zudem  sei  davon  auszugehen,  dass  solche  Vereinbarungen  eher  durch  Mittelsleute  abgewickelt  würden.  Gemäss  seinen  Angaben  wolle  sich  der  Beschwerdeführer  nicht  nur  in  Afghanistan,  sondern  auch  in  E._______  vor  der  Verfolgung  durch  die  Drogenmafia  gefürchtet  haben.  Es  sei  daher  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  er  sich  trotzdem  auf  der  Reise  nach  Europa  während  (...)  Monate  dort  aufgehalten  habe.  Als  offensichtlich  unglaubhaft  sei  ausserdem  das  Vorbringen,  die  Amerikaner  hätten  von  K._______  die  Lieferung  von  4,5  Tonnen  Opium  an  den  Militärstützpunkt  in  Kabul  verlangt,  einzuschätzen.  Weiter  habe  sich  der  Beschwerdeführer  hinsichtlich  der  Urheber,  welche  die  Opiumfelder  zerstört  hätten,  der  Person,  an  welche  er  sich  nach  dem  Gespräch  mit  K._______  im  Anschluss  an  die  Zerstörung  der  Opiumfelder  gewendet  habe,  und  der  anschliessend aufgesuchten Orte vor seiner Flucht sowie der Modalitäten 

D­1217/2008 des  Kaufs  der  Mohnernte  in  Widersprüche  verwickelt.  Angesichts  der  unplausiblen  und  widersprüchlichen  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  könne  ihm  der  geltend  gemachte Drogenhandel mit  dem  (...) und die in diesem Zusammenhang behauptete Verfolgung nicht  geglaubt werden. Was im Übrigen die eingereichten Unterlagen bezüglich  der  Problematik  des  Drogenhandels,  insbesondere  den  von  ihm  verfassten Internetartikel angehe, so vermöchten diese keine Gefährdung  bei einer Rückkehr zu begründen, zumal den afghanischen Behörden das  Bestehen solcher Erzeugnisse sehr wohl bekannt sein dürften. 3.2.  Demgegenüber  hielt  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  im Wesentlichen an seinen Sachverhaltsvorbringen  fest  und  führte  ergänzend  an,  er  habe  im  Frühling  des  Jahres  (...)  begonnen,  in  (...) Gottesdienste zu besuchen, und sich aufgrund seines  Glaubens  entschlossen,  zum Christentum  zu  konvertieren.  Seine  Taufe  werde am Y._______ stattfinden. Zur vorinstanzlichen Argumentation sei zunächst einzuwenden, dass ihm  während seines Aufenthaltes  in Afghanistan nicht bewusst gewesen sei,  dass es sich bei K._______ um den   (...) gehandelt habe. Wohl sei  ihm  klar  gewesen,  dass  K._______  eine  einflussreiche  Persönlichkeit  gewesen  sei,  seine  diesbezüglichen  Fragen  seien  aber  immer  dahingehend beantwortet worden, dass K._______ der  (...) – ein Begriff,  der  jedoch  für  verschiedene  höchste  Amtsinhaber,  beispielsweise  auch  für  den  örtlichen  Polizeichef  gebraucht  werde  –  sei.  Zudem  sei  verständlich, dass die Identitäten der in die Opiumgeschäfte verwickelten  Personen  möglichst  verborgen  gehalten  würden.  Zudem  sei  es  für  ihn  nicht allzu wichtig gewesen, mit wem er die Geschäfte abgewickelt habe.  Die  Annahmen  der  Vorinstanz  seien  daher  als  blosse  Schutzbehauptungen  zurückzuweisen.  Weiter  sei  zum  Vorhalt,  er  sei  ohne  vorgehende  Überprüfung  seiner  Person  K._______  vorgestellt  worden,  festzuhalten,  dass  er  durch  eine  Drittperson  mit  K._______  bekannt  gemacht  worden  sei,  was  er  bereits  bei  den  Anhörungen  ausgeführt  habe.  Bei  dieser  Drittperson  habe  es  sich  um  einen  Drogenhändler  gehandelt,  den  er  von  seiner  Tätigkeit  als  Einzelhändler  gekannt habe. Er sei nur zu einem Treffen vorgeladen worden, weil er bei  K._______ wegen seiner erfolgreichen Arbeit bekannt geworden sei. Es  sei eine Vermutung der Vorinstanz, dass er eher durch Mittelsleute von  K._______ hätte engagiert werden sollen. Vielmehr sei es in Afghanistan  üblich, dass derartige Geschäfte persönlich abgewickelt würden, gerade  um die  so  geschlossenen Vereinbarungen  einzuhalten.  Ferner  sei  nicht 

D­1217/2008 ersichtlich, was an seinen Vorbringen, wonach er sich nach seiner Flucht  während  (...)  Monate  im  E._______  versteckt  habe,  unglaubhaft  sein  solle,  zumal  er  überstürzt  aus  seiner  Heimat  geflohen  sei,  daher  keine  Zeit  gehabt  habe,  seine  Weiterreise  zu  planen,  und  in  P._______  nur  knapp einem Überfall entgangen sei. Dem Vorhalt der Unglaubhaftigkeit  seines Vorbringens, wonach die Amerikaner von K._______ die Lieferung  von  4,5  Tonnen Opium  verlangt  hätten,  sei  entgegenzuhalten,  dass  ein  grosser Teil des in Afghanistan produzierten Opiums an die USA geliefert  werde. Bezüglich des angeführten Widerspruchs hinsichtlich der Urheber,  welche  die  Opiumfelder  zerstört  hätten,  habe  er  erst  in  der  Schweiz  in  Erfahrung bringen können, dass es sich nicht um die eigene Regierung  gehandelt habe. Er habe deshalb bei der ergänzenden Bundesanhörung  seinen  aktuellen  Wissensstand  weitergegeben.  Auch  bezüglich  der  Person,  an  welche  er  sich  nach  seinem  Gespräch  mit  K._______  im  Anschluss  an  die  Zerstörung  der  Opiumfelder  gewendet  habe,  habe  er  sich bereits anlässlich der ergänzenden Befragung überzeugend erklärt.  Seine Aussage bei der kantonalen Anhörung sei ein zusammengefasster  Bericht  der  vielen  Geschehnisse  gewesen,  bei  welchem  nur  das  Wichtigste  wiedergegeben  worden  sei.  Es  sei  keineswegs  widersprüchlich, dass er dies erst auf Nachfrage hin ausführlich erläutert  habe. Bei seiner Aussage, wonach er zu Hause übernachtet habe, müsse  es sich ferner um ein Missverständnis handeln. Jedenfalls gehe es nicht  an,  anhand  einer  kleinen  Unstimmigkeit  seine  Glaubwürdigkeit  zu  verneinen, zumal seine Aussagen bei den drei Anhörungen durchgehend  äusserst detailliert gewesen seien. Weiter seien die Ausführungen zu den  Modalitäten  des  Kaufs  der  Mohnernte  nicht  widersprüchlich.  Die  Vereinbarungen  seien  allesamt  mündlich  abgewickelt  worden  und  es  hätten  keine  schriftlichen  Verträge  und  Bestätigungen  bestanden.  Lediglich  bei  Bezahlung  des Kaufpreises,  aber  auch  nur  im  Falle  eines  nicht  vertrauenswürdigen  Bauern,  sei  eine  Art  Quittung  ausgestellt  worden.  Er  habe  demnach  alle  vermeintlichen  Widersprüche  bereits  anlässlich der Anhörungen aufgelöst. Zudem habe er seine Angaben nie  anzupassen  versucht  und  seine  übrigen  Vorbringen  seien  widerspruchsfrei  und hätten  sowohl durch ein grosses Fachwissen über  den Drogenhandel als auch durch einen überaus grossen Detailreichtum  überzeugt. Ferner  würden  subjektive  Nachfluchtgründe  vorliegen,  da  er  in  der  Schweiz zum christlichen Glauben konvertiert habe. Die Vorinstanz habe  es  jedoch  unterlassen,  ihn  trotz  eines  von  ihm  eingereichten Artikels  in  der  Zeitschrift  (...)  der  (...)  und  seines  am  Schluss  der  ergänzenden 

D­1217/2008 Anhörung  gemachten  Hinweises,  zu  seinem  christlichen  Glauben  zu  befragen.  Damit  sei  das  Bundesamt  seiner  Untersuchungspflicht  nicht  nachgekommen  und  habe  auch  den  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt. Zudem sei der Sachverhalt nicht vollständig erstellt worden. Die  Verfügung  sei  folglich aufzuheben und  zwecks Erstellung des  korrekten  Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. 3.3. Die Vorinstanz  hielt  in  ihrer Vernehmlassung  vom 8. April  2008  an  ihren  Erwägungen  im  angefochtenen  Entscheid  vollumfänglich  fest,  zumal  die  Beschwerdeschrift  keine  neuen  Tatsachen  oder  Beweismittel  enthalte,  welche  eine  Änderung  des  vorinstanzlichen  Standpunktes  zu  bewirken  vermöchten.  Hinsichtlich  der  gerügten  unterlassenen  Abklärungen sei festzuhalten, dass das BFM der Begründungspflicht, der  Beschwerdeführer hingegen der Behauptungspflicht unterliege. Wenn er  – wie  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  angegeben  –  seit  Frühling  (...)  regelmässig  Gottesdienste  besuchen,  die  Bibel  lesen  und  zum  christlichen  Glauben  konvertiert  sein  wolle,  dann  wäre  von  ihm  zu  erwarten gewesen, dass er diesen Umstand dem Bundesamt bereits vor  dem  Zeitpunkt  der  Anhörung  kundgetan  hätte,  zumal  er  heute  anführe,  ihm drohten deshalb bei einer Rückkehr nach Afghanistan asylrelevante  Nachteile. Dies habe er jedoch unterlassen. Bei der Konversion handle es  sich  zudem  bekanntermassen  um  einen  tiefgründigen,  inneren  Gesinnungswandel.  Aufgrund  der  unglaubhaften  Asylvorbringen  und  in  Würdigung  der  eingereichten Beweismittel  sei  davon  auszugehen,  dass  er die Konversion lediglich vorbringe, um subjektive Nachfluchtgründe zu  konstruieren  und  sich  damit  ein  Aufenthaltsrecht  in  der  Schweiz  zu  erwirken. 3.4.  In  seiner Replik  vom  30.  April  2008  brachte  der  Beschwerdeführer  vor, er habe den Umstand, dass er zur Kirche gehe, bereits vor Erlass der  angefochtenen  Verfügung  mehrmals  geltend  gemacht  und  dem  BFM  bereits  vor  der  Bundesanhörung  einen  Artikel  der  Zeitschrift  der  (...)  eingereicht,  in  welchem  er  auf  einer  Fotografie  abgebildet  sei.  Er  sei  überdies  an  der  ergänzenden  Bundesanhörung  in  Begleitung  einer  Glaubensschwester erschienen, welche man auch als solche vorgestellt  habe. Sodann habe er während der Anhörung ausgesagt, dass er seit (...)  Jahren  in die Kirche seiner Schwester  (eben der besagten anwesenden  Glaubensschwester)  gehe.  Die  Befragerin  habe  es  darauf  unterlassen,  ihn  weiter  zu  diesem  Umstand  zu  befragen.  Er  habe  bereits  vorher  versucht,  sein  entsprechendes  Vorbringen  zu  deponieren,  sei  jedoch  immer  auf  später  vertröstet  worden.  Damit  habe  die  Vorinstanz  ihre 

D­1217/2008 Untersuchungspflicht verletzt. Hätte die Vorinstanz überdies die von  ihm  bezüglich  seines  Glaubens  gemachten  Vorbringen  tatsächlich  bis  zur  negativen Verfügung nicht als solche erkannt, wäre es ihr freigestanden,  nach  der  Einreichung  der  Beschwerde  beziehungsweise  der  neuen  Beweismittel  die  Verfügung  in  Wiedererwägung  zu  ziehen  und  weitere  Abklärungen  des  Sachverhalts  zu  treffen,  was  ebenfalls  unterlassen  worden  sei.  Stattdessen  behaupte  die  Vorinstanz,  er  bringe  die  Konversion  lediglich vor, um sich ein Aufenthaltsrecht  in der Schweiz zu  erwirken, wodurch  sie  ihre Begründungspflicht  und  damit  das  rechtliche  Gehör  verletzt  habe.  Ferner  sei  er  aus  seinem  Glauben  heraus  zum  Christentum  konvertiert,  weshalb  er  in  Afghanistan  akut  gefährdet  sei,  Opfer von Verfolgung zu werden. 4.   4.1. Vorweg ist die Rüge der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes  (Abklärungs­ und Begründungspflicht) respektive des rechtlichen Gehörs  zu  prüfen,  da  ein  allenfalls  ungenügend  abgeklärter  Sachverhalt  eine  materielle Behandlung verunmöglichen würde. 4.1.1.  Der  Untersuchungsgrundsatz  gehört  zu  den  allgemeinen  Grundsätzen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).  Demnach  hat  die  Behörde  von  Amtes  wegen  für  die  richtige  und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  zu  sorgen.  Sie  muss  die  für  das  Verfahren  notwendigen  Sachverhaltsunterlagen  beschaffen  und  die  rechtlich  relevanten  Umstände  abklären  sowie  ordnungsgemäss  darüber  Beweis  führen  (beispielsweise  durch  die  Einholung  eines  Gutachtens).  Dieser  Grundsatz  gilt  indes  nicht  uneingeschränkt,  er  findet  sein  Korrelat  in  der  Mitwirkungspflicht  des  Asylsuchenden  (vgl.  Art.  13  VwVG  und  Art.  8  AsylG).  Trotz  des  Untersuchungsgrundsatzes  kann  sich  nämlich  die  entscheidende  Behörde  in  der  Regel  darauf  beschränken,  die  Vorbringen  eines  Gesuchstellers  zu  würdigen  und  die  von  ihm  angebotenen  Beweise  abzunehmen,  ohne  weitere  Abklärungen  vornehmen  zu  müssen.  Eine  ergänzende Untersuchung kann sich  jedoch aufdrängen, wenn aufgrund  dieser  Vorbringen  und  Beweismittel  berechtigte  Zweifel  oder  Unsicherheiten  bestehen,  die  voraussichtlich  nur  mit  Ermittlungen  von  Amtes wegen beseitigt werden können (vgl. EMARK 1995 Nr. 23 E. 5a S.  222).

D­1217/2008 4.1.2. Aufgrund der Aktenlage kommt das Bundesverwaltungsgericht zum  Schluss,  dass das BFM vorliegend den Sachverhalt  vollständig  erstellte  und zu Recht keine weitergehenden Abklärungen veranlasste. Das BFM  ging  vorliegend  aufgrund  der  Parteiauskünfte  und  der  Aktenlage  (vgl.  Art. 12  VwVG)  davon  aus,  dass  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  als  erstellt gelten könne und keine weiteren Beweismassnahmen zu ergreifen  seien.  So  gilt  ein  Sachverhalt  erst  dann  als  unvollständig  festgestellt,  wenn  in  der  Begründung  des  Entscheides  ein  rechtswesentlicher  Sachumstand  übergangen  beziehungsweise  überhaupt  nicht  beachtet  wird  (vgl.  FRITZ  GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983, S. 286). Die  Vorinstanz  gelangte  nach  einer  gesamtheitlichen  Würdigung  der  aktenkundigen Parteivorbringen und der Beweismittel zu einem anderen  Schluss als der Beschwerdeführer, was jedenfalls weder eine Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes  noch  eine  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  darstellt.  Dabei  ist  hinsichtlich  der  gerügten Verletzung der Abklärungs­ und Begründungspflicht anzuführen,  dass  die  Vorinstanz  in  Beachtung  des  Grundsatzes  des  rechtlichen  Gehörs  (Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art.  32  Abs. 1  VwVG)  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  tatsächlich  hörte,  sorgfältig  und  ernsthaft  prüfte  und  in  der  Entscheidfindung  berücksichtigte, was sich entsprechend in den betreffenden Erwägungen  niederschlug. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er habe bereits vor  der Bundesanhörung einen Artikel  der Zeitschrift  der  (...)  eingereicht,  in  welchem  er  auf  einer  Fotografie  abgebildet  sei,  kann  aus  dessen  Nichtberücksichtigung  keine  ungenügende  Sachverhaltsabklärung  durch  die  Vorinstanz  erkannt  werden.  So  wird  im  fraglichen  Artikel  über  eine  Veranstaltung  in  (...)  im  Frühling  (...)  aus  Anlass  der  bevorstehenden  Abstimmung  zum  revidierten  Ausländer­  und  Asylrecht  berichtet.  Der  Beschwerdeführer nahm zwar an dieser Veranstaltung teil, was jedoch in  keinerlei  Zusammenhang  mit  seinem  in  der  Schweiz  eingeleiteten  Asylverfahren  oder  darin  geäusserten  Vorbringen,  insbesondere  in  religiöser Hinsicht, gebracht werden kann. Auch der Umstand, dass er an  der  ergänzenden  Bundesanhörung  in  Begleitung  einer  Glaubensschwester erschien und während der Anhörung angab, seit (...)  Jahren  in die Kirche seiner an der Anhörung anwesenden Schwester zu  gehen,  ohne  dass  seitens  der  Vorinstanz  diesbezüglich  in  der  Folge  weitere Fragen gestellt wurden, kann dem Bundesamt ebenfalls nicht als  Unterlassung  und  damit  einhergehend  als  eine  ungenügende 

D­1217/2008 Sachverhaltsabklärung  angelastet  werden,  sondern  muss  sich  der  Beschwerdeführer selber zu seinen Ungunsten anrechnen lassen. Liefert  ein Asylgesuchsteller im Rahmen der durchgeführten Befragungen – wie  vorliegend  –  lediglich  substanzlose  Sachverhaltselemente,  so  ist  die  Vorinstanz  auch  im  Rahmen  des  eingeschränkten  Untersuchungsgrundsatzes  nicht  verpflichtet,  diese  Sachverhaltselemente noch weiter zu vertiefen  (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c  AsylG;  BVGE  2009/50  E.  10.2  S.  734  f.).  Vorliegend  ist  insbesondere  erkennbar,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  ohne  grossen  Aufwand  möglich und zumutbar gewesen wäre, weitere Sachverhaltselemente zu  seinem Glaubenswechsel anzugeben, zumal er erst ganz am Schluss der  ergänzenden Anhörung  beim BFM  –  quasi  als Randbemerkung  –  noch  anfügte,  seit  (...)  Jahren  in  die  Kirche  seiner  Schwester  zu  gehen  (vgl.  act. A20/20, S.  18 unten),  ohne dass er  in  irgendeiner Weise erkennen  liess, dass sich daraus für  ihn  in flüchtlingsrechtlicher Hinsicht Probleme  ergeben  könnten  oder  er  diesbezügliche  Befürchtungen  hegen  würde.  Gleich  anschliessend wurde  der  Beschwerdeführer  gefragt,  ob  es  noch  weitere  Gründe  gebe,  die  allenfalls  gegen  seine  Rückschaffung  in  den  Heimatstaat  sprechen  würden,  worauf  er  antwortete:  "Ich  habe  alles  gesagt,  was  zu  sagen  war."  (vgl.  act.  A20/20,  S.  19  oben).  Sodann  bestätigte  er  am  Schluss  der  erwähnten  Anhörung  beim  BFM  die  Vollständigkeit  und  Korrektheit  seiner  Vorbringen  durch  seine  Unterschrift.  Zudem hätte  der Beschwerdeführer  nach  der  ergänzenden  Anhörung  vom  22.  November  2007  bis  zum  Erlass  des  negativen  Asylentscheides am 24. Januar 2008 noch über zwei Monate Zeit gehabt,  allfällige weitere Vorbringen oder Beweismittel – seinen Glaubenswechsel  betreffend – dem BFM gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG unaufgefordert  nachzureichen,  zumal  es  ihm  offensichtlich möglich war,  vor  und  sogar  nach  der  ergänzenden  Bundesanhörung  der  Vorinstanz  weitere  Unterlagen zu seinem Asylgesuch zukommen zu  lassen, ohne  indessen  jemals  seinen  (beabsichtigten)  Glaubenswechsel  auch  nur  anzudeuten.  Er  liess  die  Frist  bis  zum  Erlass  des  angefochtenen  Asylentscheides  ungenutzt  verstreichen.  Alleine  der  Umstand,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  bei  der  ergänzenden  Anhörung  von  einer  Person  seiner  Wahl  begleiten  liess  –  auch  wenn  es  sich  bei  dieser  um  eine  Glaubensschwester  gehandelt  habe  –  vermag  für  die  Vorinstanz  kein  Versäumnis  zu  begründen,  wenn  der  Beschwerdeführer  nicht  von  sich  aus auf allfällige Zusammenhänge zu seinen Asylvorbringen hinweist und  das BFM zu dieser  in  rechtlicher Hinsicht am Verfahren nicht beteiligten  Begleitperson  keine  Fragen  stellt.  Eine  Verletzung  der  Begründungspflicht  ist  im  Übrigen  nicht  zu  erkennen,  zumal  es  dem 

D­1217/2008 Beschwerdeführer  möglich  war,  sich  ein  Bild  über  die  Tragweite  des  BFM­Entscheides zu machen und diesen sachgerecht anzufechten (BGE  129  I 232 E. 3.2).  In diesem Zusammenhang  ist  festzuhalten, dass sich  die  verfügende  Behörde  nicht  ausdrücklich  mit  jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand  auseinandersetzen  muss,  sondern  sich  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  darf  (BGE 126 I 97 E. 2b). 4.1.3.  Die  Rügen  der  Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes  (Abklärungs­  und  Begründungspflicht)  sowie  des  rechtlichen  Gehörs  erweisen sich demnach vorliegend als unbegründet, weshalb der Antrag,  es sei der angefochtene Entscheid an die Vorinstanz zur Erstellung des  rechtserheblichen Sachverhalts zurückzuweisen, abzuweisen ist. 4.2.  In  materieller  Hinsicht  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  einer  Beurteilung  sämtlicher  Sachverhaltselemente  zum  Schluss,  dass  die Vorbringen, welche den Beschwerdeführer zur Flucht aus Afghanistan  bewogen  haben  sollen,  insgesamt  weder  als  glaubhaft  noch  als  asylrelevant erachtet werden können. In der Beschwerdeschrift sowie den  weiteren  Eingaben  auf  Beschwerdeebene  werden  keine  Argumente  vorgebracht,  welche  an  den  Schlussfolgerungen  im  vorinstanzlichen  Entscheid, wonach der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht  erfülle, Zweifel aufkommen lassen. 4.2.1.  Zunächst  vermögen  die  Entgegnungen  des  Beschwerdeführers  zum Vorhalt, es sei  realitätsfremd, dass er nicht gewusst habe, es habe  sich  bei  K._______  um  den  (...)  gehandelt,  nicht  zu  überzeugen.  Zunächst kann nicht geglaubt haben, dass es für den Beschwerdeführer  nicht  allzu  wichtig  gewesen  sei,  mit  wem  er  die  Geschäfte  abgewickelt  habe, zumal er für K._______ während Jahren gearbeitet haben und von  diesem  in  finanzieller  Hinsicht  und  punkto  Sicherheit  für  seine  eigene  Person  völlig  von  diesem  abhängig  gewesen  sein  will.  Dass  dem  Beschwerdeführer  lediglich  bewusst  gewesen  sei,  wonach  es  sich  bei  K._______  um  eine  einflussreiche  Persönlichkeit  gehandelt  habe  und  dieser – als  (...) – irgendein hoher Amtsinhaber hätte sein können, ist als  überwiegend  unwahrscheinlich  zu  erachten.  So  soll  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  engere  Kontakte  mit  K._______  gepflegt  haben  und  in  diesem  Zusammenhang  bei  drei  Einladungen von K._______ zugegen gewesen sei, wobei ihm K._______  die anwesenden hohen Staatsbeamten vorgestellt und ihm gesagt habe,  er  solle  sich  bei  Problemen  in  deren  Gebieten  ruhig  an  diese  wenden 

D­1217/2008 (vgl.  act.  A20/20,  S. 10).  Ein  solches  Verhalten  von  K._______  und  dessen  Gastgeberrolle  bei  den  erwähnten  Einladungen  lässt  in  augenfälliger  Weise  den  Schluss  zu,  dass  dieser  eine  noch  höhere  Position innegehabt haben muss als die anwesenden Staatsbeamten. 4.2.2. Weiter  lässt  sich der als  zutreffend zu erachtende vorinstanzliche  Vorhalt,  wonach  das  Zusammentreffen  des  Beschwerdeführers  mit  K._______  in  einem Teehaus  im Bazar  von C._______  ohne  vorherige  Überprüfung  seiner  Person  als  realitätsfern  einzustufen  ist,  durch  seine  Entgegnungen  nicht  plausibel  auflösen.  Wohl  gab  er  im  Rahmen  der  ergänzenden Anhörung an,  dass  ihm K._______ durch eine Drittperson  vorgestellt  worden  sei,  bei  welcher  es  sich  um  einen  ihm  bekannten  Drogenhändler  gehandelt  habe  (vgl.  act.  A20/20,  S.  9).  Bei  dieser  Drittperson  handelt  es  sich  diesen  Aussagen  zufolge  offenbar  um  eine  Bekanntschaft  des  Beschwerdeführers  und  nicht  um  einen  –  in  den  Augen  von  K._______  –  vertrauenswürdigen  Mitarbeiter  desselben,  weshalb  nicht  davon  ausgegangen  werden  kann,  die  Person  des  Beschwerdeführers  sei  in  irgendeiner  Form  einer  Überprüfung  unterzogen  worden.  So  gab  er  anlässlich  der  ergänzenden  Anhörung  denn  auch  bloss  an,  seine  Tätigkeit  sei  den  Händlern  vermutlich  aufgefallen und er nehme an, diese hätten K._______ von ihm, der in der  Branche  tätig  sei,  erzählt  (vgl.  act.  A20/20,  S.  8).  In  diesem  Zusammenhang ist – entgegen der in der Beschwerdeschrift geäusserten  Ansicht  –  im  Ergebnis  der  Einschätzung  der  Vorinstanz  beizupflichten,  wonach  der  Beschwerdeführer  –  angesichts  der  hohen  Stellung  von  K._______ – durch einen Mittelsmann von K._______ zunächst überprüft  und,  falls  nicht  bereits  mit  diesem  eine  Vereinbarung  getroffen  worden  wäre,  dieser  in  der  Folge  zwischen  K._______  und  ihm  einen  Kontakt  hergestellt hätte. 4.2.3.  Ferner  kann  nicht  geglaubt  werden,  dass  K._______  in  der  geschilderten Weise  auf  die  Nachricht  des  Beschwerdeführers  von  der  Vernichtung  der  Mohnernte  reagiert  und  danach  gedroht  habe,  gegen  den  Beschwerdeführer  vorzugehen,  wenn  er  ihm  nicht  das  bereits  investierte  Geld  zurückerstatte  oder  Ersatzware  beschaffe.  Aus  dem  Protokoll  der  ergänzenden  Anhörung  ist  nämlich  zu  ersehen,  dass  anlässlich  der  dritten  Einladung  bei  K._______  die  Zerstörung  beziehungsweise  Vergiftung  von  landwirtschaftlicher  Fläche  respektive  von  Mohnfeldern  in  der  Provinz  Q._______  das  vorherrschende  Gesprächsthema  gewesen  sei  und  sich  K._______  mit  ihm  darüber  intensiv  unterhalten  habe  (vgl.  act.  A20/20,  S. 11).  K._______  dürfte 

D­1217/2008 daher  bewusst  gewesen  sein,  dass  zukünftig  bei  allfälligen  weiteren  Vergiftungsaktionen  auch  von  ihm  aufgekaufte  Ernten  betroffen  sein  könnten.  Zudem  ist  in  keiner Weise  einsichtig, weshalb K._______  sich  sein Geld lediglich über den Beschwerdeführer hätte zurückholen sollen,  zumal  er  aufgrund  seiner angeführten hohen Position problemlos  in der  Lage  gewesen  müsste,  sich  das  bereits  bezahlte  Geld  direkt  bei  den  verschiedenen Kommandanten und Bauern zurückzuholen. Aufgrund des  Umstandes,  dass  der  Beschwerdeführer  die  jeweils  aktuell  benötigten  Gelder  in einer Wechselstube bezog,  in welcher über die ausgegebenen  Gelder  Buch  geführt  worden  sein  muss,  ansonsten  er  den  genauen  Betrag  der  K._______  geschuldeten  Summe  anlässlich  der  Befragung  nicht gekannt hätte (vgl. act. A9/24, S. 10 und 13; A20/20, S. 6) und er für  seine  Geldzahlungen  –  zumindest  gemäss  den  Ausführungen  in  der  ergänzenden  Anhörung  –  schriftliche  Bestätigungen  erhalten  habe,  die  jeweils in der Kommandantur deponiert worden seien (vgl. act. A20/20, S.  18),  wäre  es  für  K._______  ein  Leichtes  gewesen,  den  Verlauf  des  bereits bezahlten Geldes zurückzuverfolgen. Der vom Beschwerdeführer  anlässlich  der  kantonalen  Anhörung  gemachte  Einwand,  wonach  K._______  weder  die  Kommandanten  noch  die  Bauern  gekannt  habe  (vgl.  act.  A9/24,  S. 15),  ist  angesichts  dessen,  dass  der  Beschwerdeführer während Jahren mit den Betroffenen Handel betrieben  habe  und  K._______  zur  Ermittlung  dieser  Geschäftspartner  seine  Dienste in Anspruch hätten nehmen können, als unbehelflich zu erachten. 4.2.4.  Überdies  widersprach  sich  der  Beschwerdeführer  in  der  Chronologie seiner Händlertätigkeit. So führte er im Kanton noch an, das  Opium werde anfangs Frühling angebaut und  im Herbst werde geerntet.  Die  Bauern  würden  ihre  Ware  respektive  Ernte  aber  erst  im  Frühling  verkaufen,  um  mehr  Geld  zu  verdienen  (vgl.  act.  A9/24,  S. 11).  Demgegenüber  brachte  er  beim  BFM  vor,  seine  Aufgabe  habe  darin  bestanden,  während  der  Erntezeit  –  somit  also  im  Herbst  –  zu  den  einzelnen Bauern zu gehen und ihre Ernte zu kaufen. In der Folge habe  er in den jeweiligen Kommandanturen die gekauften Mengen des Opiums  gelagert,  welches  am  Ende  der  Erntezeit  von  einem  Fahrzeug  von  K._______  aufgesammelt  und  abtransportiert  worden  sei  (vgl.  act.  A20/20,  S.  5).  Im  späteren  Verlauf  dieser  BFM­Anhörung  fügte  er  im  Widerspruch  dazu  an,  er  habe  die  Ernte  der  Bauern  in D._______,  die  Düngemittel  sowie  die  Bestechungsgelder  für  die  Kommandanten  im  Voraus  gekauft  beziehungsweise  bezahlt,  weshalb  er  im  Zeitpunkt  der  Vergiftung  der Ernte  grosse Schulden  bei K._______  gehabt  habe  (vgl.  act. A20/20, S. 12 f.).

D­1217/2008 4.2.5. Ferner vermag die Erklärung des Beschwerdeführers zum Vorhalt,  seine  Aussage  bezüglich  der  Person,  an  welche  er  sich  nach  seinem  Gespräch  mit  K._______  im  Anschluss  an  die  Zerstörung  der  Opiumfelder  gewendet  habe,  sei  widersprüchlich  ausgefallen,  nicht  zu  überzeugen.  So  lässt  sich  –  entgegen  der  in  der  Beschwerdeschrift  geäusserten Ansicht – seine Aussage bei der kantonalen Anhörung nicht  als  zusammengefasster  Bericht  der  vielen  Geschehnisse,  bei  welchem  nur das Wichtigste wiedergegeben worden sei, interpretieren. Zum einen  brachte der Beschwerdeführer sowohl in der Erstbefragung im I._______  als auch beim Kanton übereinstimmend vor, er habe sich an L._______  gewendet, der Sicherheitskommandant  ihres Gebietes gewesen sei (vgl.  act.  A1/9,  S.  4;  A9/24,  S.  10),  ohne  jemals  zu  erwähnen,  dass  er  sich  zusammen mit seinem Neffen und mit L._______ zu O._______ begeben  habe.  Zum  Anderen  bezeichnete  er  anlässlich  der  ergänzenden  Anhörung ebenso O._______ als Sicherheitschef, zu dem er zusammen  mit seinem Neffen gegangen und bei welchem auch der Qodusi gewesen  sei  (vgl.  act.  A20/20,  S.  12),  ohne  die  Person  von  L._______  oder  die  Funktion seines Neffen an irgendeinem Punkt der Anhörung anzugeben.  Erst  auf  Vorhalt  der  Befragerin  führte  er  an,  sein  Neffe  sei  der  Stellvertreter von L._______ und er sei zusammen mit diesen beiden zu  O._______  gegangen,  um  die  Probleme  wegen  K._______  zu  erörtern  (vgl. act. A20/20, S. 13 unten). 4.2.6. Sodann ist unter dem Blickwinkel von Art. 3 AsylG (vgl. auch Bstn.  D.  und  E.  oben)  Folgendes  festzuhalten:  Den  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  sind  keine  Hinweise  zu  entnehmen,  dass  sich  die  gegen  ihn  gerichteten  Drohungen  und  Forderungen  seitens  von  K._______ und anderen Personen auf  einen  in Art.  3 AsylG genannten  Grund  (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit  zu einer bestimmten  sozialen  Gruppe,  politische  Anschauungen)  stützen.  Der  Beschwerdeführer  macht  ausschliesslich  Probleme  im  Zusammenhang  mit  den  angeführten  Drogengeschäften  geltend  (Unmöglichkeit  der  Rückzahlung  bereits  investierter  (Bestechungs­)Gelder;  untergeschobenes  kriminelles  Verhalten  als  Racheakte:  vgl.  act.  A9/24,  S.  10  ff.;  A20/20,  S.  15).  In  der Eingabe  vom 17. März  2008 wird  zwar  geltend gemacht, K._______ setze alles daran zu verhindern, dass seine  Beteiligung  am  Opiumhandel  bekannt  werde.  Die  Verfolgung  des  Beschwerdeführers  wegen  dessen  Abkehr  vom  Drogenhandel,  des  Verrats der beteiligten staatlichen Akteure und der dadurch bestehenden  politischen  Verunglimpfung  sei  klar  politisch  motiviert.  Ebenfalls  aus  politischen  Gründen  werde  ihm  ein  Schutz  durch  den  Staat  verwehrt, 

D­1217/2008 zumal es sich bei K._______ um den   (...) handle. Diese Einwendungen  sind in Anbetracht der vorstehenden Erwägungen indessen unbehelflich,  zumal der Beschwerdeführer sich nicht politisch betätigte (vgl. A1/9, S. 5),  im  vorinstanzlichen  Verfahren  nie  politische  Gründe  für  die  Aufgabe  seiner  Tätigkeit  als Händler  geltend machte  und  auch  nicht  angab,  aus  politischen  Gründen  werde  ihm  der  notwendige  Schutz  verweigert.  Der  Beschwerdeführer  bringt  daher  im  Zusammenhang  mit  seiner  Tätigkeit  als Opiumhändler  keine Gründe  vor,  die  im Sinne  von Art.  3  AsylG  als  relevant erachtet werden könnten. 4.3.  Aufgrund  der  oben  dargelegten  Ungereimtheiten  in  wesentlichen  Punkten  des  Sachverhaltsvortrags  gelingt  es  dem  Beschwerdeführer  nicht,  hinreichend  überzeugende  glaubhafte  Indizien  vorzubringen,  die  auf  eine  Vorverfolgung  schliessen  lassen  könnten.  Überdies  sind  seine  Vorbringen  asylrechtlich  unbeachtlich.  Er  erfüllt  diesbezüglich  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb das Asylgesuch zu Recht abgelehnt  wurde. 4.4. Auf Beschwerdeebene macht der Beschwerdeführer mit Verweis auf  seine  Hinwendung  zum  christlichen  Glauben  und  seine  Konversion  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend.  Zum  Beleg  dieser  Vorbringen  reichte er diverse Beweismittel (Auflistung Beweismittel) zu den Akten. Es  stellt sich demnach die Frage, ob der Beschwerdeführer aufgrund seiner  Konversion  zum  Christentum  in  seiner  Heimat  flüchtlingsrechtlich  relevante Verfolgung zu befürchten hätte. 4.4.1. Weniger als 1% der Bevölkerung Afghanistans sind Christen (84%  sind  sunnitische  und  15%  sind  schiitische  Muslime).  Bei  afghanischen  Christen handelt es sich im Wesentlichen um vom Islam zum Christentum  konvertierte  Personen.  Für  sie  gibt  es  keine  Möglichkeit  der  offenen  Religionsausübung  ausserhalb  des  häuslichen  Rahmens.  Auch  ausländische  Christen  üben  ihre  Religion  grundsätzlich  zurückhaltend  aus. Afghanen, die verdächtigt oder beschuldigt werden, vom Islam zum  Christentum  übergetreten  zu  sein,  können  einem  Verfolgungsrisiko  ausgesetzt  sein.  Das  Risiko  geht  dabei  von  Familien­  und  Sippenmitgliedern wie auch von Angehörigen der weiteren Gemeinschaft  aus.  Auch  Übergriffe  von  staatlicher  Seite  gegen  Konvertiten  sind  denkbar. In Kabul und im ganzen Land wird heute praktisch wieder nach  der  Scharia  geurteilt,  nach  der  „Abtrünnige  vom  Islam“  streng  bestraft  werden.  Die  Verhältnisse  in  den  Provinzen  sind  nicht  anders.  Je  nach  Interpretation der Scharia können Konvertiten auch mit dem Tode bestraft 

D­1217/2008 werden (vgl. zum Ganzen: UNHCR Eligibility Guidelines for Assessing the  International Protection Needs of Asylum­Seekers  from Afghanistan, 17.  Dezember  2010,  S.  18  ff.;  CORINNE  TROXLER  GULZAR  [Schweizerische  Flüchtlingshilfe, SFH], Afghanistan: Update, Die aktuelle Sicherheitslage,  23. August 2011, S. 15; US Department of State,  International Religious  Freedom Report 2010 – Afghanistan, 13. September 2011). Trotz dieser Feststellungen kann nicht von einer allgemeinen, alleine an  das Bekenntnis  zum Christentum anknüpfenden Verfolgungssituation  im  Sinne einer Kollektivverfolgung ausgegangen werden. Die Anforderungen  an die Feststellung einer Kollektivverfolgung sind, gemäss einer auch für  das  Bundesverwaltungsgericht  nach wie  vor  geltenden Rechtsprechung  der  ARK,  sehr  hoch.  Alleine  die  Zugehörigkeit  zu  einem  Kollektiv,  welches  in  seinen  spezifischen  Eigenschaften  Ziel  einer  Verfolgungsmotivation  ist,  reicht  in  der  Regel  nicht,  um  eine  Kollektivverfolgung  zu  begründen.  Vielmehr  kommen  auch  bei  geltend  gemachter  Verfolgung  aufgrund  der  blossen  Zugehörigkeit  zu  einem  bestimmten  Kollektiv  die  Kriterien  der  ernsthaften  Nachteile  oder  der  begründeten  Furcht  gemäss  Art.  3  AsylG  zur  Anwendung.  Solange  die  Übergriffe gegen das Kollektiv nicht derart intensiv und häufig sind, dass  jedes Gruppenmitglied mit guten Gründen befürchten muss, getroffen zu  werden, müssen besondere Umstände vorliegen, damit bereits aufgrund  der  blossen  Zugehörigkeit  zu  einem  bestimmten  Kollektiv  die  Ernsthaftigkeit  der  Nachteile  oder  Begründetheit  der  Furcht  als  erfüllt  betrachtet  werden  können  (vgl.  EMARK  2006  Nr.  1  E. 4.3,  S.  3  f.,  mit  weiteren  Hinweisen).  Solche  Umstände  liegen  zur  Zeit  in  Afghanistan  nicht  vor.  Namentlich  geht  auch  das  UNHCR  nicht  von  einer  Kollektivverfolgung  aus,  sondern  betont  die  Notwendigkeit  der  individuellen Prüfung in jedem Fall, ob konkret eine Gefährdung aufgrund  der  Konversion  bestehe  (vgl.  dazu  insbesondere  UNHCR  Eligibility  Guidelines  for  Assessing  the  International  Protection  Needs  of  Asylum­ Seekers from Afghanistan, Juli 2009, S. 18). 4.4.2. Vorliegend  ist einerseits  festzustellen, dass der Beschwerdeführer  im  Verlaufe  des  Asylverfahrens  zwar  Unterlagen  zu  seiner  erst  in  der  Schweiz durchgeführten Konversion zu den Akten reichte, jedoch ausser  der  generellen  Aussage,  wegen  derselben  bei  einer  Rückkehr  an  Leib  und Leben gefährdet zu sein, keinerlei Ausführungen zu einer allfälligen,  individuell  drohenden  Gefährdung  aufgrund  seiner  Konversion  zum  Christentum machte. Insbesondere wird in keiner Art aufgezeigt, dass die  Konversion überhaupt jemandem in Afghanistan bekannt geworden wäre. 

D­1217/2008 Weshalb  gerade  er  individuelle  und  gezielte  Übergriffe  von  staatlicher  Seite gewärtigen müsste, wird nicht hinlänglich deutlich aufgezeigt. Bei  dieser  Sachlage  braucht  auf  die  Frage  der  Glaubhaftigkeit  der  angeführten  Konversion  und  die  diesbezüglich  eingereichten –  überwiegend von der gleichen Stelle ausgestellten – Bestätigungen,  die  Aussagen  sowohl  für  als  auch  gegen  die  behauptete  Hinwendung  zum  christlichen Glauben  enthalten,  nicht  weiter  eingegangen  zu werden.  In  diesem  Zusammenhang  sei  immerhin  in  grundsätzlicher  Hinsicht  festgehalten,  dass  es  sich  bei  den  religiösen  Überlegungen  eines  Menschen  um  innere,  nicht  objektiv  beschreibbare  Vorgänge  handelt,  weshalb  ein  durch  diverse  Bestätigungen  angeführtes  und  wahrgenommenes Interesse an der Bibel und am Christentum auch ohne  weiteres vorgespielt sein kann. 4.4.3.  Auch  ist  hinsichtlich  der  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Beweismittel,  so  insbesondere  bezüglich  der  von  ihm  verfassten  Internetartikel  betreffend  die  Problematik  des  Drogenhandels  und  der  Mafia in Afghanistan sowie bezüglich einer Kritik an der Vorgehensweise  der  Regierung  von  Staatspräsident  Hamid  Karzai  festzustellen,  dass  angesichts  einer  in  vielen  Ländern  umfangreichen  Medienberichterstattung  zu  den  fraglichen  Themen  –  nicht  zuletzt  auch  gerade  im  Internet  –  das  als  Massenmedium  von  Millionen  Menschen  benützt  wird,  nicht  davon  auszugehen  ist,  der  Beschwerdeführer  habe  deswegen – falls diese Artikel den afghanischen Behörden überhaupt zur  Kenntnis gelangten – subjektive Nachfluchtgründe verwirklicht und sei bei  einer Rückkehr einer ernsthaften Gefahr ausgesetzt. 4.5.  Zusammenfassend  ist  nach  diesen  Ausführungen  davon  auszugehen, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht  erfüllt,  weshalb  es  sich  erübrigt,  auf  die  weiteren  Vorbringen  in  den  Eingaben  auf  Beschwerdeebene  näher  einzugehen,  da  sie  an  obiger  Einschätzung nichts zu ändern vermögen. 5.   5.1.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den  Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie  (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

D­1217/2008 5.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S.  510,  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 6.  6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 6.2.  Die  genannten  drei  Bedingungen  für  einen  Verzicht  auf  den  Wegweisungsvollzug  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  sind alternativer Natur. Sobald eine dieser Bedingungen erfüllt ist, ist der  Vollzug  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  der betroffenen Person in der Schweiz nach den Bestimmungen über die  vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). 6.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter Vorbehalt  von Art.  83 Abs.  7 AuG –  die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748,  BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.). 6.3.1.  Für  die  Beurteilung  der  allgemeinen  Lage  in  Afghanistan  wird  zunächst  auf  das  zur  Publikation  vorgesehene  Länderurteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  BVGE  E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  verwiesen. Darin kommt das Gericht zum Schluss, dass in weiten Teilen  von  Afghanistan  –  ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart  schlechte Sicherheitslage und derart schwierige humanitäre Bedingungen  bestünden, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83  Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei. Von dieser allgemeinen Feststellung sei  die Situation  in  der Hauptstadt Kabul  zu  unterscheiden. Angesichts  des  Umstandes,  dass  sich  dort  die  Sicherheitslage  im  Verlauf  des  vergangenen Jahres nicht weiter verschlechtert habe und die humanitäre 

D­1217/2008 Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen  Gebieten  etwas  weniger  dramatisch  sei,  könne  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  die  Hauptstadt  unter  Umständen  als  zumutbar  qualifiziert  werden.  Solche  Umstände  könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, wenn es sich beim  Rückkehrer  um  einen  jungen,  gesunden  Mann  handle.  Allerdings  müssten zudem die bereits in EMARK 2003 Nr. 10 formulierten strengen  Bedingungen  in  jedem Einzelfall  sorgfältig  geprüft werden. Unabdingbar  sei  in  erster  Linie  ein  soziales  Netz,  das  sich  im  Hinblick  auf  die  Aufnahme  und  Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  als  tragfähig  erweise. Denn ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte würden  die schwierigen Lebensverhältnisse auch in der Stadt Kabul unweigerlich  zu  einer  existenziellen  beziehungsweise  lebensbedrohlichen  Situation  führen. 6.3.2. Der Beschwerdeführer stammt nicht aus einer Grossstadt, sondern  aus  B._______,  welches  im  Bezirk  C._______  der  Provinz  D._______  liegt.  Ein  Wegweisungsvollzug  dorthin  ist  gemäss  den  vorstehenden  Ausführungen unzumutbar. 6.3.3.  In  einem  nächsten  Schritt  zu  prüfen  bleibt  daher,  ob  es  dem  Beschwerdeführer  zumutbar  wäre,  sich  im  Sinne  einer  Aufenthaltsalternative  in  einer  Grossstadt,  zum  Beispiel  Kabul,  niederzulassen.  Vorliegend  bestehen  den  Akten  zufolge  diesbezüglich  aber  keinerlei  Anknüpfungspunkte,  um  einen  Wegweisungsvollzug  dorthin als zumutbar einzustufen. 6.4.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  aus  der  Schweiz  nach  Afghanistan  für  den  Beschwerdeführer zur Zeit nicht zumutbar ist.  6.5. Hinsichtlich der Person des Beschwerdeführers  ist weiter zu prüfen,  ob Vorbehalte im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG vorliegen, welche – selbst  bei  Bejahung  einer  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  –  zur  Nichtgewährung einer vorläufigen Aufnahme führen würden. 6.6. Die vorläufige Aufnahme nach den Abs. 2 und 4 von Art. 83 AuG wird  nicht  verfügt,  wenn  die  weg­  oder  ausgewiesene  Person  zu  einer  längerfristigen  Freiheitsstrafe  im  In­  oder  Ausland  verurteilt  wurde  oder  wenn  gegen  sie  eine  strafrechtliche  Massnahme  im  Sinne  von  Art.  64  oder 61 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937  (StGB, SR 311.0) angeordnet wurde, sie erheblich oder wiederholt gegen 

D­1217/2008 die  öffentliche Sicherheit  und Ordnung  in  der Schweiz  oder  im Ausland  verstossen  hat  oder  diese  gefährdet  oder  die  innere  oder  die  äussere  Sicherheit gefährdet oder die Unmöglichkeit des Vollzugs der Weg­ oder  Ausweisung  durch  ihr  Verhalten  verursacht  hat.  Gemäss  der  am  vormaligen Art. 14a Abs. 6 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  entwickelten  und  heute  noch  geltenden  Praxis  setzt  die  Anwendung  dieser  Ausschlussklausel  eine  Abwägung  zwischen  den  Interessen  des  Ausländers am Verbleib  in der Schweiz und denjenigen der Schweiz an  seiner Wegweisung voraus und schränkt dabei das Interesse des Staates  auf den Schutz vor Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung  oder deren schwerwiegende Verletzung ein, wobei die Ausschlussklausel  mit  Zurückhaltung  und  insbesondere  unter  Beachtung  des  Verhältnismässigkeitsprinzips anzuwenden ist. Es genügt nicht, wenn die  kriminellen Handlungen der  betreffenden Person den Schluss  zulassen,  dass  diese  nicht  gewillt  oder  nicht  fähig  ist,  sich  an  die  elementaren  gesellschaftlichen  Regeln  des  Zusammenlebens  zu  halten.  Vielmehr  müssen  diese  Handlungen  eine  schwerwiegende  Gefährdung  oder  Verletzung  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  darstellen.  Die  Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe lässt beispielsweise in der  Regel  nicht  auf  eine  solche  schliessen,  jedoch  kann  deren  Strafmass  oder der Umstand, dass durch das begangene Delikt besonders wertvolle  Rechtsgüter  betroffen  sind,  zum  gegenteiligen  Schluss  führen.  Bei  der  Interessenabwägung  ist  der  angedrohte  Strafrahmen  in  Bezug  zur  verhängten Strafe zu setzen. Auch die wiederholte Deliktsbegehung kann  trotz  bedingt  ausgesprochener  Freiheitsstrafe  Anhaltspunkte  für  die  Gefährdung  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  geben,  stellt  eine  solche  doch  die  vermutete  günstige  Prognose  erheblich  in  Frage.  Des  weiteren  kann  auch  das  Vorleben  des  Beschwerdeführers  bei  der  Interessenabwägung mit  berücksichtigt  werden  (vgl.  BVGE  2007/32 mit  weiteren Hinweisen). 6.6.1. Was einen möglichen Verstoss gegen die öffentliche Ordnung und  Sicherheit  oder  eine  Gefährdung  derselben  im  Ausland  betrifft,  so  fällt  diesbezüglich  die  vom  Beschwerdeführer  angeführte  Tätigkeit  als  Drogenhändler  in  Afghanistan  in  Betracht.  Wie  oben  in  Ziffer  4.2  festgehalten,  konnte  er  eine  solche  Tätigkeit  jedoch  nicht  glaubhaft  machen,  weshalb  nicht  von  einem  dementsprechenden  Verstoss  im  Rahmen von Art. 83 Abs. 7 AuG auszugehen ist.

D­1217/2008 6.6.2.  Hinsichtlich  der  Verhältnisse  in  der  Schweiz  wurde  den  Akten  zufolge  aufgrund  einer  Anzeige  der  (...)  vom  (...)  gegen  den  Beschwerdeführer  wegen  (...)  ermittelt,  das  Verfahren  jedoch  durch  Schlussverfügung  des  (...)  eingestellt.  Gemäss  Anzeigerapport  der  (...)  vom  (...)  wurde  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  einer  Auseinandersetzung zwischen Asylbewerbern in (...) wegen (...) als Opfer  befragt. Weiter wurde der Beschwerdeführer am (...) durch (...) wegen (...)  beanzeigt. 6.6.3.  Angesichts  der  in  Frage  stehenden  Straftatbestände  und  des  Umstandes,  dass  weder  Verurteilungen  des  Beschwerdeführers  noch  weitere Anzeigen seit dem Jahre  (...) aktenkundig sind, kann vorliegend  im  Lichte  der  oben  skizzierten  diesbezüglichen  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  von  einer  schwerwiegenden  Gefährdung oder Verletzung der  öffentlichen Sicherheit  und Ordnung  in  der Schweiz gesprochen werden. Auch  ist eine solche Gefährdung oder  Verletzung  der  öffentlichen Sicherheit  und Ordnung  im Ausland  in  casu  nicht  ersichtlich,  da  die  diesbezüglich  relevanten  Vorbringen  als  nicht  glaubhaft zu erachten sind. 6.7.  Aufgrund  des  Resultates  dieser  Interessenabwägung  ist  demnach  zusammenfassend  festzustellen,  dass  die  Anwendung  der  Ausschlussklausel von Art. 83 Abs. 7 AuG in casu nicht  in Betracht fällt.  Demnach überwiegt das öffentliche Interesse der Schweiz am Vollzug der  Wegweisung das private  Interesse des Beschwerdeführers,  sich auf die  Wegweisungsschranken von Art. 83 Abs. 2 und 4 AuG zu berufen, nicht.  Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des Bundesamtes vom  24. Januar  2008  sind  somit  aufzuheben  und  das  BFM  ist  anzuweisen,  den Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen 7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  soweit  sie  die  Frage  der  Flüchtlingseigenschaft,  des  Asyls  und  der  Wegweisung  als  solche  betrifft,  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  daher  insoweit  abzuweisen. In Bezug auf den Wegweisungsvollzug ist sie gutzuheissen. 8.   8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens – zufolge Unterliegens im Asyl  und  Wegweisungspunkt  –  sind  dem  Beschwerdeführer  die  hälftigen 

D­1217/2008 Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.– aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1  und  5 VwVG; Art.  1­3  des Reglements  vom 21.  Februar  2008  über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR  173.320.2]  i.V.m.  Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG)  und  mit  dem  am  13. März 2008 geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu verrechnen.  Der  Saldobetrag  von  Fr. 300.–  ist  dem  Beschwerdeführer  zurückzuerstatten. 8.2.  Da  der  vertretene  Beschwerdeführer  teilweise  –  hinsichtlich  der  Frage  des  Wegweisungsvollzuges  –  mit  seiner  Beschwerde  durchgedrungen  ist,  ist  ihm  für  die  ihm  erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  eine  um  die  Hälfte  reduzierte  Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff.  VGKE). Die Rechtsvertreterin  reichte mit Eingabe vom 18. August 2009  eine  Kostennote  gleichen  Datums  zu  den  Akten.  Darin  wird  ein  Zeitaufwand  von  17,95  Stunden  à  Fr.  190.–,  total  (inkl.  Auslagen  und  Mehrwertsteuer)  Fr. 3'724.80  ausgewiesen,  was  angemessen  erscheint.  Zudem ist zu berücksichtigen, dass nach Einreichung der Kostennote drei  weitere  Beweismitteleingaben  ins  Recht  gelegt  wurden,  deren  Aufwand  von der Kostennote nicht erfasst sind. Der diesbezügliche Aufwand kann  jedoch auf Grund der Akten zuverlässig abgeschätzt werden und  ist auf  eineinhalb  Stunden  zu  beziffern.  Die  hälftige  Parteientschädigung  ist  demnach in Berücksichtigung der eingereichten Kostennote (Art. 9 Abs. 1  Bst. a und b VGKE) und des darin erwähnten Stundenansatzes von Fr.  190.– auf Fr. 2'030.–  (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer)  festzusetzen.  Das  BFM  ist  demnach  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  für  das  vorliegende  Verfahren  diesen  Betrag  als  Parteientschädigung  auszurichten. (Dispositiv nächste Seite)

D­1217/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 2.  Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des Bundesamtes vom  24.  Januar  2008  werden  aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  300.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  in  der  Höhe  von  Fr.  600.­  geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet.  Der  Saldobetrag  von  Fr.  300.­  wird  zurückerstattet. 4.  Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung von Fr. 2030.­ zu entrichten. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand:

D-1217/2008 — Bundesverwaltungsgericht 27.12.2011 D-1217/2008 — Swissrulings