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Bundesverwaltungsgericht 29.11.2011 C-911/2009

29 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,161 parole·~21 min·1

Riassunto

Eingliederungsmassnahmen | Invalidenversicherung, Pflegebeiträge und Hilflosenentschädigung, Wiedererwägung

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­911/2009/mes/wam Urteil   v om   2 9 .   No v embe r   2011 Besetzung Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richter Francesco Parrino,    Gerichtsschreiber Marc Wälti. Parteien X._______,  gesetzlich vertreten durch Y._______,  diese vertreten durch F.________,  gegen IV­Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  Avenue Edmond­Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,   Vorinstanz.  Gegenstand Invalidenversicherung, Pflegebeiträge und  Hilflosenentschädigung, Wiedererwägung.

C­911/2009 Sachverhalt: A.  Am 3. März 2000 wurde die damals noch  in der Schweiz wohnhafte,  im  Jahre  1999  geborene  Schweizer  Bürgerin  X._______(im  Folgenden:  Beschwerdeführerin)  von  ihrem  Vater  bei  der  IV­Stelle  des  Kantons  H._______  (im  Folgenden:  IV­Stelle  H._______)  zum  Bezug  von  Leistungen  der  schweizerischen  Invalidenversicherung  (IV)  angemeldet  (vgl. act. 1). Die  IV­Stelle H._______ gewährte  ihr am 31. August 2000,  am  12. Oktober  2000,  am  12. März  2001  und  am  7. Juni  2004  diverse  medizinische Massnahmen der  Invalidenversicherung  (IV;  vgl.  act.  7,  9,  17 und 49) und sprach  ihr mit Verfügung vom 25. Oktober 2002  für die  Zeit vom 1. Dezember 2001 bis zum 31. Dezember 2005 Pflegebeiträge  für  eine  Hilflosigkeit mittleren Grades  zu  (vgl.  act.  31).  Die  Ausrichtung  dieser Pflegebeiträge sistierte die IV­Stelle H._______ mit Verfügung vom  9. Dezember  2004  per  Ende  des  folgenden  Monats  (  vgl.  act.  60).  In  Ergänzung  ihrer  Verfügung  vom  25.  Oktober  2002  sprach  sie  der  Beschwerdeführerin am 10. Dezember 2004 rückwirkend für die Zeit vom  1. Januar 2004 bis zum 31. Januar 2005 eine Hilflosenentschädigung für  eine  Hilflosigkeit  mittleren  Grades  und  mit  Wirkung  ab  dem  1. Februar  2005 bis zum 30. Juni 2008 eine solche für eine geringfügige Hilflosigkeit  zu  –  jeweils  zuzüglich  Intensivpflegezuschlägen  (vgl.  act.  63).  Am  30.  August  2006  und  21.  August  2007  teilte  die  IV­Stelle  H._______  der  Beschwerdeführer  zudem  mit,  dass  die  Kosten  für  ein  Inhalationsgerät  sowie in der Zeitspanne vom 1. Januar 2006 bis zum 31. Dezember 2019  diejenigen  für  die  Behandlung  des  Geburtsgebrechens  übernommen  würden (vgl. act. 67 und 74). B.  Mit Verfügung vom 17. November 2008 hob die IV­Stelle H._______ die  Hilfslosentenschädigung  –  inklusive  der  Intensivpflegezugschläge  –  per  Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf und entzog  einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Zur Begründung  führte  sie  aus,  sie  habe  am  14.  März  2003  erfahren,  dass  sich  der  Wohnsitz  und  gewöhnliche  Aufenthalt  der  Beschwerdeführerin  in  Italien  befinde. Die Beschwerdeführerin habe daher keinen Anspruch mehr auf  diese Leistungen. Die Verfügung  vom 10. Dezember 2004 erweise  sich  als zweifellos unrichtig und  ihre wiedererwägungsweise Berichtigung sei  von erheblicher Bedeutung (vgl. act. 86). 

C­911/2009 C.  Ebenfalls am 17. November 2008 überwies die  IV­Stelle H._______ die  amtlichen  Akten  zuständigkeitshalber  der  IV­Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  (IVSTA;  im  Folgenden:  Vorinstanz;  vgl.  act.  87).  Die  Akten  gingen bei der Vorinstanz am 20. November 2008 ein, die mit Verfügung  vom 13. Januar  2009  den Anspruch  der Beschwerdeführerin  auf  die  ihr  von der IV­Stelle H._______ mit Verfügungen vom 25. Oktober 2002 und  10.  Dezember  2004  zugesprochenen  Pflegebeiträge  sowie  Hilflosenentschädigungen  rückwirkend  per  21.  Dezember  2002  aufhob.  Zugleich  entzog  die  Vorinstanz  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende Wirkung und stellte den Erlass einer separaten Verfügung  betreffend  die  Rückerstattung  zu  Unrecht  bezogener  IV­Leistungen  in  Aussicht. Zur  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  infolge  Wohnsitzverlegung der Beschwerdeführerin per 21. Dezember 2002 nach  Italien  sei  die  IV­Stelle  H._______  zum  Erlass  der  Verfügung  vom  17.  November  2008  nicht  zuständig  gewesen,  weshalb  diese  Verfügung  annulliert und ersetzt werde. Die Beschwerdeführerin sei ihrer Pflicht zur  Meldung  der  Wohnsitzverlegung  nicht  rechtsgenüglich  nachgekommen.  Da  dem  individuellen  Konto  ihres  Vaters  nur  Beiträge  an  die  Alters­,  Hinterlassenen­ und Invalidenversicherung (AHV/IV) bis Dezember 2002  gutgeschrieben worden seien und sie seither auch keinen Wohnsitz in der  Schweiz mehr habe, erfülle  sie seit dem 21. Dezember 2002 weder die  versicherungsmässigen Voraussetzungen für Pflegebeiträge – welche ihr  bereits  mit  Schreiben  vom  24. Mai  2002  dargelegt  worden  seien  (vgl.  act. 25) – noch für eine Hilflosenentschädigung. Die Verfügungen der IV­ Stelle  H._______  vom  25.  Oktober  2002  und  vom  10.  Dezember  2004  seien  daher  zweifellos  unrichtig  und  ihre  wiedererwägungsweise  Berichtigung sei von erheblicher Bedeutung (vgl. act. 91). D.  Mit Beschwerde vom 12. Februar 2009 focht die Beschwerdeführerin die  Verfügung vom 13. Januar 2009 beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie  beantragte,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  13.  Januar  2009  sei  aufzuheben und es sei festzustellen, dass kein Rückforderungsanspruch  bestehe – alles unter Kosten­ und Entschädigungsfolge. Zugleich stellte  sie  ein  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  (Erlass  der  Verfahrenskosten)  und  beantragte  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht,  die  aufschiebende  Wirkung  der  angefochtenen  Verfügung  wieder  herzustellen und einen zweiten Schriftenwechsel durchzuführen.

C­911/2009 Im  Wesentlichen  führte  die  Beschwerdeführerin  aus,  die  angefochtene  Verfügung sei bereits deshalb aufzuheben, da mit  ihr unzulässigerweise  der Erlass einer Rückerstattungsverfügung in Aussicht gestellt werde. Die  rückwirkende  Aufhebung  der  Leistungen  (Pflegebeiträge  und  Hilflosenentschädigung) per 21. Dezember 2002 sei nicht rechtens. Zum  einen  sei  die  Wohnsitzverlegung  nach  Italien  sowohl  der  IV­Stelle  H._______  als  auch  der  Vorinstanz  rechtsgenüglich  gemeldet  worden  und habe erstere in ihrer Verfügung vom 17. November 2008 eingeräumt,  hiervon seit dem 14. März 2003 Kenntnis zu haben. Zum anderen hätten  ihr  diese  IV­Stellen  mitgeteilt,  ein  Wohnsitzwechsel  nach  Italien  sei  im  Hinblick  auf  den  Leistungsbezug  unproblematisch.  Eine  Leistungsrückforderung  widerspreche  daher  dem  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben.  Ohnehin  sei  ein  allfälliger  Rückforderungsanspruch  verjährt.  E.  Mit  Zwischenverfügung  vom  13.  März  2009  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  ab,  soweit  es  darauf  eintrat.  F.  In  ihrer Vernehmlassung vom 30. März 2009 beantragte die Vorinstanz,  die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.  Sinngemäss  führte  sie  aus,  die  bloss  in  Aussicht  gestellte,  noch  nicht  verfügte  Leistungsrückforderung  könne  nicht  Gegenstand  eines  Beschwerdeverfahrens  sein.  Eine  rückwirkende  Aufhebung  der  Leistungen  per  21.  Dezember  2002  sei  –  selbst  dann,  wenn  die  Beschwerdeführerin keine Meldepflichten verletzt hätte – rechtens, da es  sich bei dem für einen Leistungsanspruch erforderlichen Wohnsitz in der  Schweiz  nicht  um  einen  spezifisch  invalidenversicherungsrechtlichen  Aspekt handle.  G.  Mit  Replik  vom  18.  Mai  2009  beantragte  die  Beschwerdeführerin  in  Abänderung der beschwerdeweise gestellten Anträge, die Verfügung der  Vorinstanz vom 13. Januar 2009 sei aufzuheben und es sei festzustellen,  dass  ab  diesem  Datum  kein  Anspruch  auf  Leistungen  der  IV  mehr  bestehe. 

C­911/2009 Da  sie  ihre Meldeplicht  nicht  verletzt  habe  und  aufgrund  von  Treu  und  Glauben  sei  die  rückwirkende  Aufhebung  der  IV­Leistungen  ab  dem  21. Dezember  2002  nicht  rechtens.  In  formeller  Hinsicht  gelte  es  zu  berücksichtigen,  dass  die  Verfügung  der  IV­Stelle  H._______  vom  17.  November  2008  im  Dispositiv  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  aufgehoben werde.  H.  In  ihrer  Duplik  vom  29.  Mai  2009  bestätigten  die  Vorinstanz  und  mit  unaufgefordert  eingereichter  Stellungnahme  vom  24.  Juni  2009  die  Beschwerdeführerin  ihre  zuletzt  gestellten  Anträge  sowie  sinngemäss  deren  Begründung.  Ergänzend  führte  die  Vorinstanz  im  Wesentlichen  aus,  der  Grundsatz  des  Vertrauensschutzes  stehe  einer  rückwirkenden  Aufhebung der IV­Leistungen nicht entgegen.  Mit Verfügung vom 2. Juli 2009 wurde der Schriftenwechsel geschlossen. I.  Auf  die  Ausführungen  der  Parteien  wird  –  soweit  erforderlich  –  in  den  nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Zu  beurteilen  ist  die  Beschwerde  vom  12.  Februar  2009  gegen  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  13.  Januar  2009,  mit  welcher  –  laut  Dispositiv  –  der  Anspruch  der  Beschwerdeführerin  auf  die  mit  Verfügungen  der  IV­Stelle  H._______  vom  25.  Oktober  2002  und  10.  Dezember  2004  zugesprochene  Pflegebeiträge  und  Hilflosenentschädigung rückwirkend per 21. Dezember 2002 aufgehoben  und der Erlass einer  separaten Verfügung betreffend Rückerstattung zu  Unrecht bezogener IV­Leistungen in Aussicht gestellt worden sind.  1.1.  Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  im  Wesentlichen  nach  den Vorschriften  des Bundesgesetzes  vom 17.  Juni  2006  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR  173.32),  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021  [vgl.  auch  Art.  37  VGG])  sowie des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR  830.1  [vgl.  auch  Art.  3 

C­911/2009 Bst.  dbis  VwVG]).  Dabei  finden  nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  diejenigen  Verfahrensregeln  Anwendung,  welche  im  Zeitpunkt  der  Beschwerdebeurteilung  in  Kraft  stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2; vgl. auch Art. 53 Abs. 2 VGG). 1.2.  Gemäss  Art.  31  VGG  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art.  5  VwVG,  sofern –  wie  vorliegend  –  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  gegeben  ist.  Als  Vorinstanzen gelten die  in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen  gehört auch die IVSTA, die mit Verfügungen über Leistungen im Bereiche  der  IV befindet  (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des  Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG,  SR 831.20]). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der  vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.3. Die Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht  ist  innerhalb von 30  Tagen  nach  Eröffnung  der  Verfügung  einzureichen  (vgl.  Art.  60  Abs.  1  ATSG  sowie  Art.  50  Abs.  1  VwVG).  Nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  dürfen Anträge – unter Vorbehalt von vorliegend irrelevanten Ausnahmen  (vgl. 24 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) – nicht mehr erweitert, sondern  nur  noch  eingeschränkt  oder  präzisiert  werden  (vgl.  ANDRÉ MOSER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich  2008  [im  Folgenden:  Kommentar  zum  VwVG], Rz. 6 zu Art. 50 sowie Rz. 3 zu Art. 52).  Auf eine  frist­ und formgerechte (vgl. Art. 52 VwVG) Beschwerde  ist nur  insoweit  einzutreten,  als  der  Beschwerdeführer  zur  Beschwerdeführung  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  legitimiert  ist. Das  ist  dann der Fall,  wenn  er  am  vorinstanzlichen  Verfahren  als  Partei  teilgenommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat, das im  Urteilszeitpunkt  noch  aktuell  ist  (Art.  48  Abs.  1  VwVG;  vgl.  ISABELLE  HÄNER, in: Kommentar zum VwVG, Rz. 1 ff., insb. Rz. 18 ff. zu Art. 48).  1.3.1.  In  ihrer  Beschwerdeschrift  hat  die  Beschwerdeführerin  in  der  Hauptsache beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und  es  sei  festzustellen,  dass  kein Rückforderungsanspruch  der  IV  bestehe  (Rechtsbegehren Ziff. 1). Dieses Begehren hat sie in ihrer Replik vom 18.  Mai 2009 durch den neuen Antrag ersetzt, dass ab dem 13. Januar 2009  kein Anspruch auf Leistungen der IV mehr bestehe. Damit hat sie das in  der  Beschwerdeschrift  gestellte  Feststellungsbegehren  zurückgezogen, 

C­911/2009 und  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  ist  in  dieser  Hinsicht  gegenstandslos geworden und abzuschreiben (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE  HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,  2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 102 ff., 470 und 681 ff.).  1.3.2. Das erwähnte,  in der Replik am 18. Mai 2009 gestellte Begehren,  es  sei  festzustellen,  dass  ab  dem  13.  Januar  2009  kein  Anspruch  auf  Leistungen  der  IV  mehr  bestehe,  ist  angesichts  der  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  so  zu  verstehen,  dass  festzustellen  sei,  dass  der  Leistungsanspruch erst   am 13. Januar 2009 weggefallen sei, mithin der  Anspruch  auf  Leistungen  der  IV  bis  zum  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  von  diesem Datum bestanden  habe.  In  diesem Sinne  ist  die  Legitimation  der Beschwerdeführerin  zu  bejahen. An  einer  Feststellung,  dass  ab  dem  13.  Januar  2009  kein  Leistungsanspruch  mehr  bestehe,  hätte die Beschwerdeführerin dagegen kein schützenswertes Interesse.  1.4. Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich  nur  Rechtsverhältnisse  zu  überprüfen  und  zu  beurteilen,  zu  denen  die  zuständige  Verwaltungsbehörde  vorgängig  verbindlich  –  in  Form  einer  Verfügung  –  Stellung  genommen  hat.  Insoweit  bestimmt  die  Verfügung  den  beschwerdeweise  weiterziehbaren  Anfechtungsgegenstand.  Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer  Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen  ist  (BGE  131  V  164  E.  2.1).  Vom  Anfechtungsgegenstand  zu  unterscheiden  ist  der  Streitgegenstand.  Im  Bereich  der  nachträglichen  Verwaltungsrechtspflege  gilt  als  Streitgegenstand  das  Rechtsverhältnis,  welches – im Rahmen des Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der  Beschwerdebegehren  tatsächlich  angefochtenen  Verfügungsgegenstand  bildet  (BGE  119  Ib  36  E.  1b  mit  Hinweisen;  FRITZ  GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 44 ff.). Gemäss  Art.  5  Abs.  1  VwVG  ist  eine  Verfügung  die  Anordnung  einer  Behörde  im  Einzelfall,  welche  ein  Rechtsverhältnis  einseitig  und  verbindlich regelt und sich auf öffentliches Recht des Bundes stützt. Ein  Rechtsverhältnis  liegt  vor,  wenn  die  Anordnung  einer  Behörde  auf  die  Herbeiführung eines rechtlichen Erfolgs im Verhältnis zwischen Staat und  Bürger  gerichtet  ist  (vgl.  PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS  MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl., Bern 2009, § 28 Rz. 16  ff.).  Die  Verfügung  wirkt  in  der  Regel  also  rechtsgestaltend.  Eine  Ausnahme davon bilden jene Verfügungen, mit welchen die Behörde eine  Rechtslage  lediglich  feststellt.  Solche  Feststellungsverfügungen  sind 

C­911/2009 gestützt  auf  Art.  25  VwVG  anderen  Verfügungen  gleichgestellt  (vgl.  MARKUS MÜLLER, in: Kommentar zum VwVG, N. 39 und 57 zu Art. 5).  Diese  Begriffsumschreibung  ist  entscheidend  für  die  Qualifikation  einer  behördlichen Anordnung als Verfügung – und nicht etwa deren Form (vgl.  etwa BVGE 2009/43 E.  1.1.4  und 1.1.6).  So  ist  bei  der Beurteilung  der  Frage,  ob  eine  Anordnung  Verfügungsbestandteil  und  damit  Teil  des  Anfechtungsgegenstands  bildet,  nicht  auf  die  textliche  Gestaltung  der  Verfügung abzustellen. Vielmehr muss jeweils geprüft werden, ob mit ihr  verbindlich  und  einzelfallweise Rechtsverhältnisse  geregelt  werden  (vgl.  BGE 115 V 416 E. 3b/aa mit Hinweisen). Daher können einerseits auch  blosse  Erwägungen  bzw.  Begründungen  einer  schriftlichen  Anordnung  Verfügungscharakter  aufweisen,  andererseits  kommt  nicht  jedem  Punkt  der Verfügungsformel (Dispositiv) ohne weiteres Verfügungscharakter zu. 1.4.1. Wie die Beschwerdeführerin zu Recht festhält, hat die Vorinstanz in  der  angefochtenen  Verfügung  die  Verfügung  der  IV­Stelle  H._______  vom 17. November 2008 nicht im Dispositiv aufgehoben. Vielmehr hat sie  im Erwägungsteil festgehalten, die angefochtene Verfügung ersetze jene  der  IV­Stelle  H._______  (vgl.  act.  91).  Mit  diesem  Vorgehen  hat  die  Vorinstanz  ausdrücklich  und  verbindlich  ein  zuvor  verfügungsweise  definiertes Rechtsverhältnis neu geregelt bzw. aufgehoben (vgl. BGE 115  V  416  E.  3b/aa mit  Hinweisen).  Teil  der  angefochtenen  Verfügung  und  damit zum Anfechtungsgegenstand gehörig ist damit auch die Aufhebung  der  Verfügung  der  IV­Stelle  H._______  vom  17.  November  2008.  Der  Umstand,  dass  diese  Anordung  nicht  förmlich  im  Dispositiv  getroffen  wurde,  kann  zwar  als  Formfehler  betrachtet  werden.  Da  aber  die  Beschwerdeführerin  trotz diesem Mangel durchaus  in der Lage war, die  Verfügung  sachgerecht  anzufechten,  ihr  aus  dem  Fehler  also  kein  Nachteil  erwuchs,  ist  –  auch aus prozessökonomischen Gründen –  von  einer  Kassation  der  angefochtenen  Verfügung  und  einer  Rückweisung  der Sache an die Vorinstanz abzusehen (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG; vgl.  auch ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren  vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.5 f., insb. Rz. 9). 1.4.2. Vorliegend hat  die Vorinstanz über  die  nachträglichen Aufhebung  des  Leistungsanspruchs  und  die  Rückforderung  unrechtmässig  bezogener  Leistungen  nicht  in  einer  einzigen  Verfügung  befunden,  obwohl  dies  zulässig  wäre  (vgl.  etwa  das  Urteil  des  Bundesgerichts  9C_564/2009  vom  22.  Januar  2010  E.  5.3).  Im  Dispositiv  der  angefochtenen  Verfügung  wird  vielmehr  ausdrücklich  festgehalten: 

C­911/2009 "Gemäss Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG)  sind  zu  Unrecht  bezogene  Leistungen  zurückzuerstatten.  Sie  werden  in  diesem  Zusammenhang  eine  separate  Verfügung  erhalten"  (act.  91).  Eine  derartige  Verfügung  erging bisher (noch) nicht. Die Vorinstanz, die sich in der Begründung der  angefochtenen Verfügung mit keinem Wort zur Rückerstattung und zum  allfälligen Erlass geäussert hat, stellte damit nur die Durchführung eines  allfälligen Rückforderungsverfahrens in Aussicht, was keine verbindliche,  die Rechte und Pflichten des Beschwerdeführers regelnde Anordnung im  Sinne  von  Art.  5  VwVG  darstellt  und  damit  –  obwohl  im  Dispositiv  der  angefochtenen  Verfügung  enthalten  –  nicht  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  sein  kann  (vgl.  zum Ganzen BGE 131 V 164 E.  2.1  und  BGE  125  V  413  E.  2,  je  mit  Hinweisen).  Soweit  die  Beschwerdeführerin  den  Verzicht  auf  eine  Rückforderung  bzw.  die  Aufhebung der Ankündigung eines Rückforderungsverfahrens  fordert,  ist  mangels  eines  Anfechtungsobjektes  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten.  1.5.  Im  Übrigen  ist  aber  auf  die  form­  und  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde vom 12. Februar 2009 –  soweit  sie nicht  infolge Rückzugs  gegenstandslos  geworden  ist  –  einzutreten,  war  doch  die  Beschwerdeführerin Partei  im vorinstanzlichen Verfahren, als Adressatin  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  sie  an  deren Aufhebung bzw. Änderung ein aktuelles, schutzwürdiges Interesse. 1.6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Anfechtungsgegestand des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens  zum  einen  die  Aufhebung  der  Wiedererwägungsverfügung der IV­Stelle H._______ vom 17. November  2008,  zum  andern  die  rückwirkende  Aufhebung  der  mit  Verfügungen  dieser  IV­Stelle  vom  25.  Oktober  2002  und  10.  Dezember  2004  zugesprochenen  Pflegebeiträge  bzw.  Hilflosenentschädigung  ist.  In  diesem  Umfang  wurde  die  angefochtene  Verfügung  vollumfänglich  angefochten,  so  dass  diese  Punkte  auch  den  Streitgegenstand  des  vorliegenden Verfahrens bilden. Weder  vom  Anfechtungs­  noch  vom  Streitgegenstand  umfasst  ist  dagegen  die  Frage,  ob  und  allenfalls  in  welchem  Umfang  die  Beschwerdeführerin  bereits  bezogene  IV­Leistungen  zurückzuerstatten  hat.  Hierüber  wird  die  Vorinstanz  nach  Durchführung  eines  förmlichen  Rückforderungs­  und Erlassverfahrens  noch  zu  entscheiden  haben. Die  von den Parteien thematisierten Fragen, ob die Beschwerdeführerin trotz 

C­911/2009 einer  allfälligen  Meldepflichtverletzung  IV­Leistungen  in  gutem  Glauben  empfangen  hat  und  ob  ein  allfälliger  Rückforderungsanspruch  der  IV  infolge  Eintritts  der  Verjährung  erloschen  ist,  sind  in  diesem  –  von  der  Vorinstanz  bloss  in  Aussicht  gestellten  –  Rückforderungs­  bzw.  Erlassverfahren relevant (vgl. Art. 25 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 3 und 4 der  Verordnung  vom  11. September  2002  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  [ATSV,  SR  830.11];  vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  9C_216/2007  vom  1.  Oktober  2007  E.  3.2  sowie  UELI  KIESER, ATSG­Kommentar,  2. Aufl., Zürich 2009  [im Folgenden: KIESER,  ATSG], Rz. 1  ff.,  insbes. Rz. 8 zu Art. 25). Sie bilden nicht Gegenstand  des vorliegenden Verfahrens.  2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der  Begehren der Parteien gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen  seiner  Kognition  (vgl.  Art.  49  VwVG)  kann  es  die  Anträge  der  Beschwerdeführerin  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  die  angefochtene  Verfügung  im  Ergebnis  mit  einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl.  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Auflage,  Bern  1983,  S.  212). 2.1.  Die  Beschwerdeführerin  ist  Schweizer  Bürgerin,  weshalb  im  vorliegenden  Verfahren  ausschliesslich  das  schweizerische  Recht  anwendbar ist. 2.2.  In  zeitlicher  Hinsicht  ist  festzuhalten,  dass  Rechts­  und  Sachverhaltsänderungen,  die  nach  dem  massgebenden  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  streitigen  Verfügung  (hier:  13.  Januar  2009)  eintraten,  im  vorliegenden Verfahren grundsätzlich nicht  zu berücksichtigen  sind  (vgl.  BGE 130 V 329 sowie BGE 129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). Allerdings  können  Tatsachen,  die  den  Sachverhalt  seither  verändert  haben,  unter  Umständen  Gegenstand  einer  neuen  Verwaltungsverfügung  sein  (vgl.  BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Damit  finden  grundsätzlich  jene Rechtsvorschriften  Anwendung,  die  bei  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  vom  13.  Januar  2009  in  Kraft  standen;  weiter  aber  auch  solche  Vorschriften,  die  zu  jenem  Zeitpunkt  bereits  ausser  Kraft  getreten  waren,  die  aber  für  die  Beurteilung  der  streitigen Verfügung von Belang sind (für das IVG: ab dem 1. Juni 2002 in 

C­911/2009 der Fassung vom 8. Oktober 1999 [AS 2002 701 sowie AS 2002 685]; ab  dem 1. Januar 2003 in der Fassung vom 6. Oktober 2000 [AS 2002 3371  und 3453];  ab dem 1.  Januar 2004  in der Fassung vom 21. März 2003  [AS  2003  3837;  4.  IV­Revision]  und  ab  dem  1.  Januar  2008  in  der  Fassung  vom  6.  Oktober  2006  [AS  2007  5129;  5.  IV­Revision];  die  Verordnung  vom  17.  Januar  1961  über  die  Invalidenversicherung  [IVV,  SR  831.201]  in  den  entsprechenden  Fassungen  der  4.  und  5.  IV­ Revision).  Ferner  sind  das  ATSG  und  die  ATSV  zu  beachten.  Die  im  ATSG  enthaltenen Formulierungen der Hilflosigkeit (Art. 9), des Wohnsitzes und  gewöhnlichen  Aufenthalts  (Art.  13)  sowie  der  formellen  Revision  und  Wiedererwägung  (Art.  53)  entsprechen  den  bisherigen  von  der  Rechtsprechung  zur  Invalidenversicherung  entwickelten  Begriffen  und  Grundsätzen.  Daran  hat  sich  auch  nach  Inkrafttreten  der  Revision  des  IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006 sowie der IVV und ATSV vom  28. September 2007 (5. IV­Revision [AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155],  in Kraft seit 1. Januar 2008) nichts geändert, weshalb nachfolgend auf die  dortigen Begriffsbestimmungen verwiesen wird. 3.  Zum besseren Verständnis der sich im vorliegenden Verfahren stellenden  Fragen ist vorab darzulegen, unter welchen rechtlichen Voraussetzungen  Pflegebeiträge  und  Hilflosenentschädigungen  zugesprochen  werden  konnten bzw. können. 3.1.  Nach  der  Rechtslage  bei  Erlass  der  Verfügung  vom  25.  Oktober  2002  wurden  Eingliederungsmassnahmen,  wozu  auch  die  Ausrichtung  von Pflegebeiträgen gehörte, nur versicherten Personen gewährt (Art. 20  i.V.m.  Art.  8  Abs.  1  und  3  Bst.  c  IVG,  in  der  Fassung  vom  5.  Oktober  1967).  Als  obligatorisch  versichert  galt,  wer  in  der  Schweiz  Wohnsitz  hatte  oder  eine  Erwerbstätigkeit  ausübte  –  abgesehen  von Ausnahmen  bei Personen mit Tätigkeit  im Ausland, die vorliegend ohne Belang sind  (vgl. zum Ganzen Art. 1  IVG in der bis Ende 2002  in Kraft gestandenen  bzw. Art. 1b IVG in der seit dem 1. Januar 2003 geltenden Fassung i.V.m.  Art. 1 [seit dem 1. Januar 2003 Art. 1a] Abs. 1 des Bundesgesetzes vom  20.  Dezember  1946  über  die  Alters­  und  Hinterlassenenversicherung  [AHVG,  SR  831.10]).  Zudem  galt  als  versichert,  wer  der  freiwilligen  Versicherung  gemäss  Art.  2  AHVG  angehörte. Gemäss  Art.  20  IVG  (in  der bis Ende 2003 in Kraft gestandenen Fassung) wurden einem hilflosen  minderjährigen Versicherten, der das zweite Altersjahr zurückgelegt hatte  und  sich  nicht  zur  Durchführung  von  bestimmten Massnahmen  in  einer 

C­911/2009 Anstalt aufhielt, Pflegebeiträge gewährt. Auch nicht versicherte Schweizer  Bürger,  die  diese  Voraussetzungen  erfüllten,  hatten  höchstens  bis  zum  20  Altersjahr  Anspruch  auf  Pflegebeiträge,  sofern  mindestens  ein  Elternteil  entweder  freiwillig  oder  aufgrund  einer  bestimmten  Erwerbstätigkeit im Ausland (Art. 1 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 AHVG, in der  Fassung vom 23. Juni 2000 bzw. 7. Oktober 1994) oder aber auf Grund  einer  zwischenstaatlichen  Vereinbarung  während  einer  Erwerbstätigkeit  im  Ausland  obligatorisch  versichert  war  (vgl.  zum  Ganzen  Art.  22quater  Abs.  2  IVV  in  der  Fassung  vom  14.  November  2001).  Zu  beachten  ist  weiter,  dass  Eingliederungsmassnahmen  grundsätzlich  nur  in  der  Schweiz  und  bloss  ausnahmsweise  auch  im  Ausland  gewährt  werden  (Art. 9 Abs. 1 IVG in der Fassung vom 5. Oktober 1967). 3.2. Mit  Inkrafttreten  der  4.  IV­Revision  per  1.  Januar  2004 wurden  die  Pflegebeiträge für hilflose Minderjährige durch die Hilflosenentschädigung  ersetzt,  die  nicht  mehr  als  Eingliederungsmassnahme,  sondern  als  selbstständige  Leistungsart  der  IV  konzipiert  ist  (vgl.  Bst.  a  Abs.  3  der  Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 21. März 2003 [4. IV­ Revision;  im  Folgenden:  Schlussbestimmungen]).  Die  Überprüfung  und  Überführung  laufender  Pflegebeiträge  in  eine  Hilflosenentschädigung  hatte  innert einem Jahr nach Inkrafttreten der 4.  IV­Revision zu erfolgen  (Bst.  a  Abs.  1  Schlussbestimmungen).  Anspruch  auf  eine  Hilflosenentschädigung  haben  seither  hilflose  Versicherte  mit  Wohnsitz  und  gewöhnlichem  Aufenthalt  in  der  Schweiz;  wobei  minderjährige  Schweizer  Bürger  ohne  Wohnsitz  in  der  Schweiz  in  Bezug  auf  diese  Entschädigung  den  Versicherten  gleichgestellt  sind,  sofern  sie  ihren  gewöhnlichem  Aufenthalt  in  der  Schweiz  haben.  Die  Hilflosenentschädigung  für  Minderjährige,  die  zusätzlich  eine  intensive  Betreuung brauchen, wird  zudem – sofern  sie  sich nicht  in einem Heim  aufhalten – um einen  Intensivpflegezuschlag  erhöht  (vgl. Art.  42 Abs.  1  i.V.m.  Art.  42bis  Abs.  1  sowie  Art.  42ter  Abs.  3  erster  Satz  IVG,  in  der  Fassung vom 21. März 2003). Darüber hinaus ist zu betonen, dass nach  höchstrichterlicher Praxis  auch aus dem Abkommen vom 21.  Juni  1999  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über  die  Freizügigkeit  (FZA,  SR  0.142.112.681)  und  weiteren  zwischenstaatlichen  Abkommen  kein  Anspruch  auf  den  Export  von  Hilflosenentschädigungen abgeleitet werden kann (vgl. BGE 132 V 432 E.  9.5).

C­911/2009 3.3.  Der  Wohnsitz  einer  Person  bestimmt  sich  im  Sozialversicherungsrecht  nach  den  Artikeln  23  bis  26  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs  vom  10.  Dezember  1907  (ZGB,  SR  210; vgl. Art. 13 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 81 IVG i.V.m. Art. 95a AHVG  in  den  bis  Ende  2002  in  Kraft  gestandenen  Fassungen  sowie  KIESER,  ATSG, Rz. 6 zu Art. 13). Demnach befindet er sich am Ort, an dem sich  eine Person mit der Absicht dauernden Verbleibens (subjektives Element)  aufhält  (objektives  Element;  vgl.  Art.  23  Abs.  1  ZGB;  vgl.  auch  Art.  20  Abs.  1  Bst.  a  des  Bundesgesetzes  vom  18.  Dezember  1987  über  das  Internationale  Privatrecht  [IPRG,  SR  291])  und  wo  sich  der  Mittelpunkt  ihrer Lebensbeziehungen befindet; wobei es hinsichtlich des subjektiven  Elements  nicht  auf  den  inneren  Willen  der  Person  ankommt,  sondern  vielmehr  darauf,  auf  welche  Absicht  die  erkennbaren  Umstände  schliessen lassen (vgl. BGE 127 V 237 E. 1 mit Hinweisen). Wohnsitz in  diesem Sinne kann eine Person nur an einem Ort haben (vgl. Art. 24 Abs.  1  ZGB;  vgl.  auch  Art.  20  Abs.  2  erster  Satz  IPRG).  Hingegen  hat  eine  Person  ihren gewöhnlichen Aufenthalt an dem Ort, an dem sie während  längerer Zeit lebt, selbst wenn diese Zeit zum Vornherein befristet ist (vgl.  Art. 13 Abs. 2 ATSG; vgl. auch Art. 20 Abs. 1 Bst. b IPRG). Ein schlichtes  Verweilen sowie eine zufällige Ortsanwesenheit genügen somit nicht  für  die Annahme eines gewöhnlichen Aufenthalts (vgl. KIESER, ATSG, Rz. 15  ff., insbes. Rz. 17 zu Art. 13).  4.  Die  Vorinstanz  hat  –  wie  bereits  dargestellt  –  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom  13.  Januar  2009  festgehalten,  diese  Verfügung  ersetze  und annulliere die Verfügung der IV­Stelle H._______ vom 17. November  2008. Zur Begründung hat sie ausschliesslich darauf hingewiesen, dass  die  IV­Stelle H._______ zum Erlass der Verfügung mangels Wohnsitzes  der Beschwerdeführerin in der Schweiz nicht zuständig gewesen sei.  Im  Folgenden  ist  als  Erstes  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  die  Verfügung vom 17. November 2008 aufgehoben hat. 4.1. Aus  den  Akten  ist  nicht  ersichtlich,  wann  die  nicht  eingeschrieben  versandte  Verfügung  vom  17.  November  2008  der  Beschwerdeführerin  eröffnet worden  ist. Damit  lässt  es  sich aufgrund des Fristenstillstandes  gemäss Art. 38 Abs. 4 Bst. c ATSG (vom 18. Dezember 2008 bis zum 2.  Januar 2009) auch nicht direkt bestimmen, ob die Beschwerdefrist von 30  Tagen  gemäss Art.  60  ATSG  bei  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung,  also am 13. Januar 2009, bereits abgelaufen und die Verfügung der  IV­

C­911/2009 Stelle H._______ zu diesem Zeitpunkt  bereits  in Rechtskraft  erwachsen  war.  Sollte  diese  Verfügung  noch  nicht  rechtskräftig  gewesen  sein,  so  wäre  ihre Anpassung bzw. ihr Widerruf ohne Weiteres zulässig gewesen. Noch  nicht  in Rechtskraft erwachsene Verfügungen, welche die Vorinstanz als  fehlerhaft  erachtet,  kann  diese  unter  Vorbehalt  des  Rechtsmissbrauchs  widerrufen  bzw.  berichtigen,  wenn  dies  im  Interesse  der  richtigen  Rechtsanwendung  geboten  erscheint  (vgl.  SVR  2001  Nr.  20  R.  3b  mit  Hinweisen;  zum  Widerruf  pendente  litis  Art.  53  Abs.  3  ATSG,  dazu  KIESER, ATSG, N. 46 ff. zu Art. 53; AUGUST MÄCHLER, in: Kommentar zum  VwVG,  Rz.  4  ff.  zu  Art.  58).  Wie  noch  zu  zeigen  sein  wird,  war  die  Verfügung  vom  17.  November  2008  mit  einem  schwerwiegenden  Rechtsfehler behaftet  (vgl. E. 4.3.3  ff.  hiernach), der einen Widerruf der  Verfügung vom 17. November 2008 vor Eintritt der Rechtskraft durchaus  gerechtfertigt hätte. Im Folgenden  ist  zu prüfen,  ob die Verfügung vom 17. November 2008  auch  dann  hätte  aufgehoben  werden  dürfen,  wenn  sie  bei  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  –  mangels  Anfechtung  –  bereits  formell  rechtskräftig gewesen wäre. 4.2. Es  trifft  zu, dass zum Erlass von Verfügungen betreffend Personen  mit Wohnsitz  im  Ausland  die  Vorinstanz  und  nicht  kantonale  IV­Stellen  zuständig sind, wobei allerdings eine einmal begründete Zuständigkeit  im  Laufe des Verfahrens erhalten bleibt (Art. 40 Abs. 1 bis 3 IVV sowie Ziff.  4010  ff.,  insb.  Ziff.  4014  des  Kreisschreibens  des  Bundesamtes  für  Sozialversicherungen  über  das  Verfahren  in  der  Invalidenversicherung  [KSVI]). Bei Einleitung des Wiedererwägungsverfahrens, das zum Erlass  der Verfügung vom 17. November 2008 führte, befand sich der Wohnsitz  der  Beschwerdeführerin  ohne  Zweifel  bereits  im  Ausland,  so  dass  die  Vorinstanz zum Erlass der Verfügung zuständig gewesen wäre. Betroffen  ist  von  diesem  formellen  Fehler  aber  nur  die  örtliche  Zuständigkeitsverteilung  unter  den  Organen  der  Invalidenversicherung.  Die  örtliche  Unzuständigkeit  führt  nach  ständiger  Praxis  zwar  zur  Anfechtbarkeit,  hat  aber  im  Bereiche  der  Invalidenversicherung  keineswegs die Nichtigkeit einer Verfügung zur Folge (vgl. etwa das Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­2687/2006  vom  27.  August  2008  E.  3.2, mit Hinweisen).  

C­911/2009 Entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  erlaubt  die  örtlichen  Unzuständigkeit der verfügenden IV­Stelle  für sich allein keineswegs die  Aufhebung einer  formell  rechtskräftigen Verfügung. Es  ist  deshalb unter  Berücksichtigung  der  gesetzlichen  Vorschriften  über  die  Revision  und  Wiedererwägung zu prüfen, ob vorliegend eine Aufhebung der Verfügung  vom 17. November 2008 zulässig gewesen ist. 4.3.  Erweist  sich  nachträglich  eine  formell  rechtskräftige  Verfügung  infolge fehlerhafter Rechtsanwendung als ursprünglich unrichtig, kann sie  unter  Umständen  in  Wiedererwägung  gezogen  werden  (Art.  53  Abs.  2  ATSG).  Ohne  Bedeutung  sind  bei  der  Beurteilung  der  Aufhebung  der  Verfügung vom 17. November 2008 die Möglichkeiten der Revision von  Dauerleistungen (Art. 17 Abs. 2 ATSG), der prozessualen Revision (Art.  53  Abs.  1  ATSG)  und  der  Anpassung  an  Rechtsänderungen  (vgl.  zum  Ganzen KIESER, ATSG, Rz. 4 zu Art. 53). 4.3.1.  Wiedererwägungsweise  kann  der  Versicherungsträger  auf  eine  formell  rechtskräftige  Verfügung  zurückkommen,  wenn  diese  zweifellos  unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (vgl. Art. 53  Abs. 2 ATSG).  Die  Annahme,  dass  die  ursprüngliche  Unrichtigkeit  einer  Verfügung  zweifellos feststeht, setzt voraus, dass nur ein einziger Schluss, derjenige  auf  die Unrichtigkeit  der  betreffenden Verfügung möglich  ist. Eine bloss  unzutreffende  Ermessensbetätigung,  die  einer  formell  rechtskräftigen  Verfügung  zugrunde  liegt,  rechtfertigt  daher  nicht  die  Annahme,  dass  diese  Verfügung  zweifellos  unrichtig  ist,  und  somit  auch  nicht  ihre  Wiedererwägung  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  9C_215/2007  vom  2. Juli 2007, E. 3.1 sowie Kieser, ATSG, Rz. 31f. zu Art. 53). Allerdings  gilt  eine  gesetzwidrige,  auf  der  Nichtanwendung  oder  unrichtigen  Anwendung  der  relevanten  Bestimmungen  und  der  von  der  Rechtsprechung  dazu  entwickelten  Grundsätze  beruhende  Leistungsverfügung in der Regel als zweifellos unrichtig (vgl. BGE 126 V  399 E. 2b/bb mit Hinweisen).  Von  erheblicher  Bedeutung  ist  eine  Berichtigung,  wenn  überwiegend  wahrscheinlich erstellt ist, dass eine korrekte Beurteilung der sich konkret  stellenden  Fragen  zu  einem  –  materiell­rechtlich  –  anderen  Ergebnis  geführt hätte, was auf Verfügungen, die periodische Dauerleistungen wie  solche über Pflegebeiträge und Hilflosentschädigungen zum Gegenstand 

C­911/2009 haben, grundsätzlich zutrifft (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 482/05 vom  16. Dezember 2005 E.2.2 sowie KIESER, ATSG, Rz. 33 zu Art. 53). 4.3.2. Die IV­Stelle H._______ hat in ihrer Verfügung vom 17. November  2008 angeordnet, dass die Hilflosenentschädigung sowie der zusätzliche  Intensivpflegezuschlag für die Beschwerdeführerin auf das Ende des der  Eröffnung  der  Verfügung  folgenden  Monats  aufgehoben  werde.  Der  Begründung  der  Verfügung  ist  zu  entnehmen,  dass  die  Verfügung  vom  10. Dezember 2004 gestützt auf Art. 53 Abs. 2 ATSG in Wiedererwägung  gezogen  werde,  da  nicht  berücksichtigt  worden  sei,  dass  die  Beschwerdeführerin im Ausland Wohnsitz und ständigen Aufenthalt habe,  was seit dem 14. März 2003 bekannt gewesen sei. Weder  im Dispositiv  noch in den Erwägungen wird in der (Wiedererwägungs­)Verfügung vom  17.  November  2008  auf  die  Verfügung  vom  25.  Oktober  2002  eingegangen, mit der (altrechtliche) Pflegebeiträge zugesprochen worden  waren. 4.3.3.  Im Folgenden  ist zu prüfen, ob die Verfügung vom 17. November  2008  zweifellos  unrichtig  und  ihre  Berichtigung  von  erheblicher  Bedeutung ist. 4.3.3.1  Es  ist  unbestritten  und  ergibt  sich  aus  den  Akten,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  Schweiz  am  20.  Dezember  2002  verlassen  hat  und sich seit dem 21. Dezember 2002 in Italien aufhält und dort bei ihren  Eltern Wohnsitz hat (vgl. act. 24, 33 S. 4, 48, 54 S.1, 56, 77, 78, 83 S. 2,  84,  85  S.  2,  86  S.2,  87,  88  und  89).  Bereits  im  Jahre  2004  hat  sie  in  Italien  den  Kindergarten  besucht  (vgl.  act.  54  S.  2).  Aufgrund  dieser  Umstände  ist  erstellt,  dass  sie  seit  dem  21.  Dezember  2002  in  der  Schweiz  weder  Wohnsitz  noch  gewöhnlichen  Aufenthalt  hat,  sich  der  Mittelpunkt  ihrer  Lebensbeziehungen  vielmehr  in  Italien  befindet.  Obschon  keine  Auszüge  aus  den  individuellen  Konti  (IK)  ihrer  Eltern  aktenkundig  sind,  ist  unbestritten  und  davon  auszugehen,  dass  zuletzt  einzig  der Vater  der Beschwerdeführerin  als Erwerbstätiger Beiträge  an  die  AHV/IV  entrichtet  hat;  und  zwar  –  wie  in  der  Begründung  der  angefochtenen Verfügung  korrekt  festgehalten wird  (vgl.  act.  91 S.  2) –  bis Dezember 2002 als obligatorisch Versicherter (vgl. auch act. 88). Es  wird  weder  geltend  gemacht  noch  finden  sich  in  den  Akten  Anzeichen  dafür,  dass  ein  Elternteil  der  Beschwerdeführerin  –  der  Vater  ist  Schweizer Bürger und die Mutter  italienische Staatsangehörige (vgl. act.  1)  –  trotz  fehlendem  Wohnsitz  und  fehlender  Erwerbstätigkeit  in  der  Schweiz nach dem 21. Dezember 2002 aufgrund der Bestimmungen von 

C­911/2009 Art. 1  (bzw. 1a) Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 AHVG obligatorisch versichert  gewesen  wären.  Da  die  Beschwerdeführerin  und  ihre  Eltern  in  Italien  leben,  also  in einem Mitgliedstaat  der EU, war bzw.  ist  auch ein Beitritt  zur freiwilligen Versicherung ausgeschlossen (vgl. zum Ganzen E. 3.1 ff.  hiervor). Damit  steht  fest,  dass  die  Beschwerdeführerin  seit  dem  21.  Dezember  2002  die  versicherungsmässigen  Voraussetzungen  für  einen  Anspruch  auf eine Hilflosenentschädigung nicht (mehr) erfüllt, so dass die IV­Stelle  H._______  durchaus  zu  Recht  in  ihrer  Verfügung  vom  17.  November  2008 auf die Verfügung vom 10. Dezember 2004 zurückgekommen ist. In  dieser Beziehung erweist sich diese Verfügung keineswegs als zweifellos  unrichtig. 4.3.3.2 Der Entscheid über die Vornahme einer Wiedererwägung liegt im  pflichtgemässen Ermessen des Versicherungsträgers (vgl. BGE 133 V 50  E.  4.1).  Angesichts  des Umstandes,  dass  zum einen  die mit Verfügung  der  IV­Stelle  H._______  vom  25.  Oktober  2002  zugesprochenen  Pflegebeiträge ohnehin gestützt auf Bst. a der Schlussbestimmungen der   Änderung  des  IVG  vom  21.  März  2003  (4.  IV­Revision)  mit  Verfügung  vom  10.  Dezember  2004  per  1.  Januar  2004  durch  die  Hilflosenentschädigung  abgelöst  worden  sind  und  mithin  ab  2004  nicht  mehr  ausbezahlt  bzw.  im  ersten  Jahr  mit  der  zugesprochenen  Hilflosenentschädigung  verrechnet  wurden,  und  dass  zum  andern  die  Beschwerdeführerin  bei  Erlass  der  Verfügung  vom  25.  Oktober  2002  noch  in  der  Schweiz Wohnsitz  hatte,  diese  Verfügung  also  keineswegs  ursprünglich  fehlerhaft war und daher einer Wiedererwägung nicht offen  stand,  ist  nicht  zu  beanstanden,  wenn  die  IV­Stelle  H._______  in  Ausübung  ihres  Ermessens  auf  einen Widerruf  der  Verfügung  vom  25.  Oktober  2002  verzichtet  hat.  Dieses  Vorgehen  ist  jedenfalls  nicht  als  zweifellos unrichtig zu qualifizieren.  4.3.3.3  Vorbehältlich  spezialgesetzlicher  Vorschriften  liegt  es  grundsätzlich  auch  im Ermessen  des Versicherungsträgers  die  zeitliche  Wirkung  einer  Wiedererwägung  festzulegen,  also  festzulegen,  ob  die  ursprünglich  unrichtige  Verfügung  ex  tunc,  ex  nunc  oder  pro  futuro  aufgehoben bzw. angepasst werden soll  (vgl. hierzu BGE 110 V 291  ff.  sowie  KIESER,  ATSG,  Rz.  39  f.).  Laut  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  aber  hinsichtlich  der  zeitlichen  Wirkung  einer  wiedererwägungsweisen Anpassung bzw. Aufhebung von Leistungen der  IV  mit  Blick  auf  die  spezialgesetzlichen  Bestimmungen  des  IVG  und 

C­911/2009 AHVG  jeweils  von  Amtes  wegen  zwischen  AHV­analogen  Gesichtspunkten  –  wie  etwa  dem  Wohnsitz  und  der  Versicherteneigenschaft  –  und  IV­spezifischen  Gegebenheiten –  insbesondere  die  für  den  Invaliditätsgradbestimmung  relevanten  Tatsachen  –  zu  differenzieren.  Sofern  bei  Erlass  der  ursprünglichen  Verfügung  ein  AHV­spezifischer  Gesichtspunkt  falsch  beurteilt  wurde,  besteht  daher  für  die  Verwaltung  in  zeitlicher  Hinsicht  kein  Ermessensspielraum  und  hat  sie  zugesprochene  Leistungen  der  IV  wiedererwägungsweise  rückwirkend  bzw.  ex  tunc  anzupassen  bzw.  aufzuheben  (vgl.  zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 9C_216/2007  vom 1. Oktober 2007 E. 2, BGE 119 V 431 E. 2, BGE 110 V 298 E. 2, je  mit Hinweisen). 4.3.3.4  Mangels  eines  Wohnsitzes  oder  dauernden  Aufenthalts  in  der  Schweiz  sowie  angesichts  des  Umstandes,  dass  weder  sie  noch  ihre  Eltern  der  freiwilligen  Versicherung  angehörten,  erfüllte  die  Beschwerdeführerin  ohne  Zweifel  bei  Erlass  der  Verfügung  vom  10.  Dezember  2004  die  gesetzlichen,  versicherungsmässigen  Voraussetzungen  für  die  Zusprache  einer  Hilflosenentschädigung  (samt  Intensivpflegezuschlag)  nicht.  Bei  diesen  Voraussetzungen  handelt  es  sich  um AHV­analoge Gesichtspunkte  der  Leistungszusprache,  so  dass  bei  richtiger  Anwendung  der  massgebenden  Normen  und  der  von  der  Rechtsprechung  dazu  entwickelten  Grundsätze  eine  rückwirkende  Aufhebung  der  Leistungen  erforderlich  gewesen  wäre.  Die  IV­Stelle  H._______  hat  ihrer  Verfügung  vom  17.  November  2008  die  Hilflosenentschädigung  (samt  Intensivpflegezuschlag)  zu  Unrecht  nicht  rückwirkend,  sondern ex  nunc et  pro  futuro  aufgehoben. Die Verfügung  erweist sich in dieser Hinsicht als zweifellos unrichtig. 4.3.3.5  Die  Berichtigung  der  –  bezüglich  der  zeitlichen  Wirkung  der  Aufhebung  des  Leistungsanspruchs  zweifellos  unrichtigen  –  Verfügung  der  IV­Stelle  H._______  vom  17.  November  2008  ist  durchaus  von  erheblicher  materiell­rechtlicher  Bedeutung,  stellt  sie  doch  die  unabdingbare  Voraussetzung  für  die  Prüfung  der  Frage  dar,  ob  und  allenfalls  in  welchem  Umfang  die  bereits  geleisteten  IV­Leistungen  rückgefordert werden können. 4.3.4. Damit steht als Zwischenergebnis  fest, dass die Vorinstanz  in der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  die  Verfügung  der  IV­Stelle  H._______ vom 17. November 2008 wiedererwägungsweise aufgehoben  hat.

C­911/2009 5.  Zu  prüfen  bleibt,  ob  die  in  der  angefochtenen  Verfügung  getroffenen  weiteren Anordnungen rechtens sind, ob also die Vorinstanz zu Recht die  rückwirkende  Aufhebung  der  mit  Verfügungen  der  IV­Stelle  H._______  vom  25.  Oktober  2002  und  10.  Dezember  2004  zugesprochenen  Leistungen,  also  der  Pflegebeiträge  bzw.  Hilflosenentschädigung  (samt  Intensivpflegezuschlag), ab dem 21. Dezember 2002 angeordnet hat. 5.1. Wie bereits dargestellt wurde (E. 4.3.3.4 hiervor), war die Zusprache  einer  Hilflosenentschädigung  (samt  Intensivpflegezuschlag)  mit  Verfügung  vom 10. Dezember  2004  zweifellos  unrichtig,  so  dass  deren  wiedererwägungsweise Aufhebung in der angefochtenen Verfügung nicht  zu  beanstanden  ist.  Zu  Recht  hat  die  Vorinstanz  auch  die  von  der  IV­ Stelle H._______ fälschlicherweise nur ex nunc et pro futuro angeordnete  Aufhebung des Leistungsanspruchs korrigiert und den Anspruch auf eine  Hilflosenentschädigung  (samt  Intensivpflegezuschlag)  rückwirkend – seit  dessen Entstehen  im Januar 2004 – aufgehoben (vgl. E. 3.2 hiervor).  In  dieser Beziehung ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden. 5.2.  Über  die  –  zu  Recht  widerrufene  –  Verfügung  der  IV­Stelle  H._______ vom 17. November 2008 hinausgehend hat die Vorinstanz in  der  angefochtenen  Verfügung  erstmals  auch  die  Verfügung  vom  25.  Oktober 2002 überprüft und sinngemäss  insoweit aufgehoben, als damit  ein Anspruch auf Pflegebeiträge ab dem 21. Dezember 2002 begründet  worden war.  5.2.1. Wie  bereits  dargestellt  wurde,  hatte  die  Beschwerdeführerin  bis  zum  20. Dezember  2002  ihren Wohnsitz  in  der  Schweiz  und war  damit  versichert.  Sie  hatte  bis  zu  diesem  Zeitpunkt  –  da  die  weiteren  Leistungsvoraussetzungen  ebenfalls  gegeben  waren  –  Anspruch  auf  Pflegebeiträge. Am 25. Oktober 2002 hat daher die  IV­Stelle H._______  der  Beschwerdeführerin  durchaus  zu  Recht  Pflegebeiträge  zugesprochen.  Diese  Leistungen  wurden  erst  mit  der  Aufgabe  des  Wohnsitzes  in  der  Schweiz  bzw.  mit  dem  Wegfall  der  Versicherteneigenschaft am 21. Dezember 2002 rechtswidrig. 5.2.2.  Die  Verfügung  vom  25.  Oktober  2002  erweist  sich  damit  als  nachträglich  –  und  nicht  etwa  ursprünglich  –  unrichtig.  Die  Anpassung  bzw.  Aufhebung  von  nachträglich  infolge  einer  Veränderung  des  leistungsbegründenden  Sachverhaltes  fehlerhaft  gewordenen  Verfügungen hat auf dem Wege der Revision gemäss Art.  17 ATSG zu 

C­911/2009 erfolgen  (vgl.  E. 5.3  hiernach),  wobei  vorliegend  Abs.  2  dieser  Bestimmung  anwendbar  ist,  handelte  es  sich  doch  bei  Pflegebeiträgen  gemäss  Art.  20  IVG  (in  der  Fassung  vom  5.  Oktober  1967)  nicht  um  Renten,  sondern  um  Eingliederungsmassnahmen  in  Form  von  Dauerleistungen (vgl.  Art. 8 Abs. 1 und 3 Bst. c IVG, in der Fassung vom  5. Oktober 1967). Nicht möglich  ist  der Widerruf  (Art.  53 Abs.  2 ATSG) einer  nachträglich  unrichtig  gewordenen,  formell­rechtskräftigen  Verfügung,  setzte  dieser  doch  eine  fehlerhafte  Rechtsanwendung  bei  Erlass  der  Verfügung  – allenfalls  infolge  ursprünglich  unrichtiger  Sachverhaltsfeststellung –  voraus (vgl. KIESER, ATSG, N. 4 und 26 ff. zu Art. 53, dazu auch E. 4.3  hiervor). Ebenso ist die prozessuale Revision (Art. 53 Abs. 1 ATSG) einer  derartigen  Verfügung  ausgeschlossen,  dient  diese  doch  der  nachträglichen Berücksichtigung von erheblichen (neuen) Tatsachen, die  bereits bei Erlass der Verfügung gegeben aber noch nicht bekannt waren,   oder  aber  von  Beweismitteln,  die  bereits  bei  Erlass  der  Verfügung  bestanden aber noch nicht beigebracht werden konnten bzw. die aus der  Zeit nach dem Erlass der formell rechtskräftigen Verfügung datieren, aber  sich  auf  eine  Tatsache  beziehen,  die  eine Grundlage  dieser  Verfügung  bildete (vgl. hierzu BGE 127 V 353 E. 5b und BGE 122 V 270 E. 4, je mit  Hinweisen; KIESER, ATSG, Rz. 12 ff. zu Art. 53; vgl. zum Ganzen KIESER,  ATSG,  N.  9  ff.  zu  Art.  53;  ULRICH  MEYER,  Bundesgesetz  über  die  Invalidenversicherung,  2.  Aufl.,  Zürich  2010,  S.  386).  Beide  Institute  dienen damit der Korrektur ursprünglich unrichtiger Verfügungen und sind  bezüglich  der  Aufhebung  der  ursprünglich  richtigen  Verfügung  vom  25.  Oktober 2002 nicht anwendbar. 5.2.3. Die  Vorinstanz  hat  damit  die  teilweise  Aufhebung  des  durch  die  Verfügung  vom  25.  Oktober  2002  begründeten  Anspruchs  auf  Pflegebeiträge zu Unrecht auf Art. 53 Abs. 2 ATSG gestützt. Es bleibt zu  prüfen, ob diese teilweise Aufhebung allenfalls aufgrund der Vorschriften  über  die  (Leistungs­)Revision  gemäss  Art.  17  Abs.  2  ATSG  erfolgen  kann. Da die  IV­Stellen bei Bekanntwerden von Tatsachen, welche eine  erhebliche  Änderung  von  Leistungsansprüchen  als  möglich  erscheinen  lassen,  eine  Revision  durchzuführen  haben,  ihnen  in  dieser  Beziehung  also  kein  Ermessen  zusteht,  kann  das  Bundesverwaltungsgericht  diese  Prüfung  im  Rahmen  einer  substituierten  Begründung  vornehmen  (vgl.  zum  Verbot  des  Eingriffs  in  den  Ermessensspielraum  der  Verwaltung  durch Motivsubstitution MEYER, a.a.O., S. 386 f.).

C­911/2009 5.3. Anlass zur Revision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche  Änderung  in  den  tatsächlichen  Verhältnissen,  die  geeignet  ist,  den  Leistungsanspruch zu beeinflussen (vgl. betr. IV­Renten BGE 125 V 368  E. 2). Dabei sind im Bereiche der IV die Regeln zur Rentenrevision auch  auf  andere  Dauerleistungen,  insbesondere  auf  Pflegebeiträge,  grundsätzlich  analog  anzuwenden  (vgl.  BGE  113  V  17  E.  1c;  ULRICH  MEYER­BLASER,  Bundesgesetz  über  die  Invalidenversicherung,  1.  Aufl.,  Zürich 1997, S. 153 und 268; MEYER, a.a.O., S. 404). 5.3.1. Vorliegend  ist  es  offensichtlich,  dass  der Wegfall  des  Schweizer  Wohnsitzes  der  Beschwerdeführerin  eine  wesentliche  Änderung  in  den  tatsächlichen Verhältnissen darstellt, die wesentlichen Einfluss auf deren  Anspruch auf Pflegebeiträge hat. Damit  liegt ein Revisionsgrund vor und  eine Anpassung  der Verfügung  vom 25. Oktober  2002  ist  grundsätzlich  möglich.  Zu  prüfen  bleibt,  ob  die  Vorinstanz  den  Anspruch  auf  Pflegeleistungen  zu  Recht  rückwirkend  auf  den  21.  Dezember  2002  (Wohnsitzwechsel nach Italien) angeordnet hat.  5.3.2.  In zeitlicher Hinsicht bestimmt sich die Wirkung der Revision nach  Art.  88bis  Abs.  2  IVV.  Danach  erfolgt  die  revisionsweise  Herabsetzung  oder  Aufhebung  von  Leistungen  pro  futuro  frühestens  vom  ersten  Tag  des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Bst. a),  es  sei  denn,  die  unrichtige  Ausrichtung  einer  Leistung  sei  darauf  zurückzuführen, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der  ihm  gemäss Art.  77  IVV  zumutbaren Meldepflicht  nicht  nachgekommen  ist:  In  diesem  Fall  erfolgt  die  Herabsetzung  oder  Aufhebung  ex  tunc,  rückwirkend vom Eintritt der  für den Anspruch erheblichen Änderung an  (Bst. b).  5.3.3. Rechtskräftig zugesprochene Dauerleistungen der IV sind zwar der  revisionsweisen  Abänderung  zugänglich;  der  Leistungsempfänger  soll  jedoch,  wenn  er  sich  pflichtgemäss  verhalten  hat,  darauf  vertrauen  können,  dass  eine  Aufhebung  oder  Herabsetzung  nicht  rückwirkend,  sondern nur für die Zukunft erfolgt (vgl. BGE 133 V 67 E. 4.3.5, ZAK 1986  S. 636 E. 2a). Eine Pflichtwidrigkeit stellt nach Art. 88bis Abs. 2 Bst. b IVV  insbesondere die Verletzung einer Meldepflicht dar, wobei auch ein bloss  leicht schuldhaftes, fahrlässiges Verhalten genügt (vgl. MEYER, a.a.O., S.  407 mit Hinweisen).  Zu melden sind gemäss Art.  77  IVV alle Änderung  in den  tatsächlichen  Verhältnissen,  die  für  das  Fortbestehen  des  Leistungsanspruchs 

C­911/2009 wesentlich sind, insbesondere auch der für die Bestimmung der Leistung  massgebende  Aufenthalts­  bzw.  Wohnort.  Die  Meldung  an  den  Versicherungsträger  muss  unverzüglich  nach  Eintritt  der  Änderung  zu  erfolgen.  Wird  die  Mitteilung  unterlassen,  "so  ist  und  bleibt  die  diesbezügliche Pflicht verletzt, woran auch der Umstand nichts mehr zu  ändern  vermag,  dass  die  Verwaltung  von  der  fraglichen  Änderung  im  Nachhinein  doch  noch  Kenntnis  erhielt"  (BGE  118  V  214  E.  2b).  Unbeachtlich  ist  im  Zusammenhang  mit  einer  Aufhebung  des  Leistungsanspruchs  auch,  ob  die  unrechtmässigen  Leistungen  trotz  Bekanntwerden  einer  relevanten  Änderung  uneingeschränkt  weiter  ausgerichtet wurden, sind doch die Fragen nach der Gutgläubigkeit des  Leistungsempfangs  und  nach  der  Kausalität  zwischen  dem  zu  sanktionierenden  Verhalten  (Meldepflichtverletzung)  und  dem  eingetretenen  Schaden  (unrechtmässiger  Bezug  von  Versicherungsleistungen)  erst  im  Rahmen  des  vorliegend  noch  ausstehenden Rückforderungsverfahrens zu beantworten  (vgl. BGE 119  V 431 E. 4a, BGE 118 V 214 E. 2b). 5.4. Aus  den Akten  ergibt  sich,  dass  der Vater  der Beschwerdeführerin  am  1. Mai  2002  der  Vorinstanz mitgeteilt  hat,  die  Familie  beabsichtige,  den  Wohnsitz  nach  Italien,  nahe  der  Schweizergrenze,  zu  verlegen.  Zugleich  bat  er  die  Vorinstanz  schriftlich  zu  bestätigen,  dass  die  medizinischen  und  therapeutischen Massnahmen  auch mit Wohnsitz  in  Italien  weiterhin  von  der  IV  übernommen  werden  (act.  24).  In  ihrem  Antwortbrief vom 24. Mai 2002 hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest,  neue  Eingliederungsmassnahmen  könnten  nach  Ausreise  aus  der  Schweiz  nicht mehr  gewährt werden. Zudem  forderte  sie  den Vater  der  Beschwerdeführerin  auf,  rechtzeitig  die  neue  Wohnadresse  in  Italien  mitzuteilen  (act.  25).  Im  Beschwerdeverfahren  macht  die  Beschwerdeführerin  nicht  mehr  geltend,  diesen  Antwortbrief  nicht  erhalten zu haben (vgl. allerdings act. 48). Nachdem  die  IV­Stelle  H._______  der  Beschwerdeführerin  am  25.  Oktober 2002 Pflegebeiträge für die Zeit vom 1. Dezember 2002 bis zum  31. Dezember 2005 zugesprochen hatte,  verlegte die Familie und damit  auch  die  Beschwerdeführerin  am  21.  Dezember  2002  ihren  Wohnsitz  nach  Italien.  Bereits  am  17.  Dezember  2002  hatte  der  Vater  der  Beschwerdeführerin  der  IV  (wohl  IV­Stelle  H._______)  ein  Adressänderungsformular zukommen lassen, in welchem er als Ersatz für  die  bisherige  Wohnadresse  in  M._______  eine  Postfachadresse  in 

C­911/2009 N._______,  H._______,  und  zudem  eine  neue  Mobiltelefonnummer  angab (vgl. act. 32.2). Am 13. Januar 2003 erteilte die IV­Stelle H._______ Frau S._______ den  Auftrag,  die  im  Zusammenhang  mit  der  Hauspflege  des  Beschwerdeführerin  notwendigen  Abklärungen  "an  Ort  und  Stelle"  durchzuführen,  da  diese  revidiert  werden  müsse.  Als  Adresse  der  Beschwerdeführerin  wurde  die  Postfachadresse  in  N._______  angegeben  (vgl.  act.  32).  In  Ihrem Bericht  vom 14. März  2003  über  die  Hauspflegeabklärung  vom  7.  März  2003  hielt  Frau  S._______  fest,  die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  lebten  seit  Januar  2003  in  O._______,  Italien.  Sie  gab  die  genaue  Adresse  samt  Telefon­  und  (bereits  bekannter) Mobiltelefonnummer an (vgl. act. 33). In  der  Folge  führte  die  Vorinstanz  aber  keine  Leistungsrevision  durch,  sondern richtete weiterhin Pflegebeiträge aus, bis diese ab dem 1. Januar  2004 durch die Hilflosenentschädigung abgelöst wurden.  5.4.1. Ohne Zweifel  stellte  der Wohnsitzwechsel  von  der  Schweiz  nach  Italien eine für den Anspruch auf Pflegeleistungen wesentliche Änderung  in  den  tatsächlichen Verhältnissen  dar,  die  von  der Beschwerdeführerin  bzw.  ihren  gesetzlichen Vertretern  unverzüglich  nach  dem Wegzug  aus  der Schweiz zu melden gewesen wäre. Die blosse Mitteilung der Aufgabe  des  bisherigen Wohnsitzes  unter  Angabe  einer  Postfachadresse  in  der  Schweiz  und  einer  Schweizer  Mobiltelefonnummer  vermochte  die  Meldung  der  Wohnsitznahme  in  Italien  in  keiner  Weise  zu  ersetzen.  Dabei  ist es ohne Bedeutung, ob der Vater der Beschwerdeführerin den  Antwortbrief  der  Vorinstanz  vom  24.  Mai  2002,  in  welchem  dieser  ausdrücklich  aufgefordert  worden  ist,  die  künftige  Wohnadresse  rechtzeitig der IV­Stelle H._______ zu melden,    tatsächlich erhalten hat,  ergibt  sich die Meldepflicht  doch unmittelbar aus Art.  77  IVV. Der Vater  der  Beschwerdeführerin  war  sich  offenbar  der  IV­rechtlichen  Relevanz  einer  Wohnsitzverlegung  nach  Italien  durchaus  bewusst,  ansonsten  er  sich  nicht  mit  Schreiben  vom  1.  Mai  2002  an  die  Vorinstanz  gewandt  hätte.  Im Umstand, dass die Beschwerdeführerin bzw.  ihre gesetzlichen  Vertreter  es  unterlassen  haben,  der  IV­Stelle  H._______  unverzüglich  ihren  neuen  Wohnsitz  in  Italien  mitzuteilen,  liegt  eine  schuldhafte  Verletzung der Meldepflicht. 5.4.2.  Hieran  vermag  nichts  zu  ändern,  dass  Frau  S._______,  die  im  Auftrag der  IV handelte, offenbar den neuen Wohnsitz  in  Italien anfangs 

C­911/2009 2003  hat  ausfindig  machen  können  und  am  7.  März  2003  dort  ihre  Abklärungen  vorgenommen hat.  Zum einen muss  die Bekanntgabe des  neuen  Wohnsitzes  unter  diesen  Umständen  als  verspätet  gelten,  zum  andern vermag die nachträgliche Kenntnisnahme des Wohnsitzwechsels  durch  Frau  S._______  bzw.  die  IV­Stelle  H._______  die  vorangehende  Verletzung der Meldepflicht nicht zu heilen. Ebenso ist es im vorliegenden  Verfahren  für  die  Beurteilung  der  Verletzung  der  Meldepflicht  ohne  Bedeutung, dass die IV­Stelle H._______ trotz Kenntnis des Wohnsitzes  der  Beschwerdeführerin  in  Italien  kein  Revisionsverfahren  durchgeführt  und die Pflegebeiträge weiterhin ausgerichtet,  ja anschliessend sogar  in  eine  Hilflosenentschädigung  überführt  hat.  Die  sich  in  diesem  Zusammenhang  stellenden  Fragen  nach  der  Kausalität  der  Meldepflichtverletzung  für  die  unrechtmässige  Leistungsausrichtung  sowie  nach  der  Gutgläubigkeit  beim  Leistungsempfang  werden  –  wie  auch die Frage nach der Verjährung –  im Rahmen des Rückforderungs­  bzw. Erlassverfahrens zu prüfen sein. 5.5.  Damit  steht  fest,  dass  die  mit  Verfügung  vom  25.  Oktober  2002  gesprochenen  Pflegebeiträge  rückwirkend  auf  den  21. Dezember  2002  revisionsweise aufzuheben sind. 6.  Zusammenfassend  ist  daher  festzuhalten,  dass  die  Vorinstanz  die  der  Beschwerdeführerin  von  der  IV­Stelle  H._______  gewährten  Ansprüche  auf  Pflegeleistungen  und  Hilflosenentschädigung  (inkl.  Intensivpflegezuschlag)  zu  Recht  rückwirkend  per  21.  Dezember  2002  aufgehoben  hat.  Die  angefochtene  Verfügung  erweist  im  Ergebnis  als  rechtens und die Beschwerde  ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten  und sie nicht als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. 7.  Zu  befinden  bleibt  noch  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  allfällige  Parteientschädigung. 7.1.  Als  unterliegende  Partei  hat  die  Beschwerdeführerin  grundsätzlich  die Verfahrenskosten zu  tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  Im vorliegenden  Verfahren  hat  sie  aber  ein  Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  (Erlass der Verfahrenskosten) gestellt, über das noch zu entscheiden ist. 7.2. Gemäss Art.  65 Abs.  1 VwVG  kann  eine Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt  und  deren  Begehren  nicht  als  aussichtslos 

C­911/2009 erscheint,  auf  Antrag  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  befreit  werden.  7.2.1. Eine  Person  ist  bedürftig,  wenn  sie  nicht  in  der  Lage  ist,  für  die  Verfahrenskosten  aufzukommen,  ohne  dass  sie  Mittel  beanspruchen  müsste,  die  zur  Deckung  des  Grundbedarfs  für  sie  und  ihre  Familie  notwendig  sind  (BGE  127  I  202  E.  3b).  Aufgrund  der  von  ihr  im  vorliegenden Verfahren eingereichten Unterlagen ist die Bedürftigkeit der  Beschwerdeführerin  bzw.  ihrer  gesetzlichen Vertreter  ausgewiesen,  und  es  ist   davon  auszugehen,  dass  sie  ohne  Beeinträchtigung  des  für  sie  nötigen  Unterhalts  nicht  in  der  Lage  ist,  die  Verfahrenskosten  zu  bestreiten. Aussichtslos  sind  Prozessbegehren,  sofern  die  Gewinnaussichten  (ex  ante betrachtet; BGE 124 I 304 E. 2c, 122 I 5 E. 4a) beträchtlich geringer  sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet  werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn  sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten  oder  jene  nur  wenig  geringer  sind  als  diese.  Massgebend  ist,  ob  eine  Partei,  die  über  die  nötigen  Mittel  verfügt,  sich  bei  vernünftiger  Überlegung  zur  Einlegung  des  Rechtsmittel  entschliessen  oder  aber  davon absehen würde, soll doch eine Partei einen Prozess, den sie auf  eigene  Rechnung  und  Gefahr  nicht  führen  würde,  nicht  deshalb  anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 129 I 129 E. 2.3.1 mit  Hinweis).  Die  Rechtsbegehren  der  Beschwerdeführerin  konnten  vor  diesem Hintergund nicht als aussichtslos bezeichnet werden, weshalb  in  Gutheissung  des  Gesuches  um  unentgeltliche  Rechtspflege  auf  die  Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist.  7.3. Weder  die  unterliegende  Beschwerdeführerin  noch  die  obsiegende  Vorinstanz haben Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1  VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE).

C­911/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde vom 12. Februar 2009 wird abgewiesen, soweit darauf  eingetreten  werden  kann  und  sie  nicht  als  gegenstandlos  geworden  abzuschreiben ist. 2.  Das Gesuch  um  unentgeltliche  Rechtspflege  wird  gutgeheissen  und  es  werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr._______; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Stefan Mesmer Marc Wälti

C­911/2009 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-911/2009 — Bundesverwaltungsgericht 29.11.2011 C-911/2009 — Swissrulings