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Bundesverwaltungsgericht 12.08.2011 C-8730/2010

12 agosto 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,125 parole·~11 min·2

Riassunto

Wirtschaft – Technische Zusammenarbeit (Übriges) | Bewilligung von nach ausländischen technischen Vorschriften hergestellten Produkten, Hart- und Weichkaramellen

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­8730/2010 Urteil   v om   1 2 .   Augus t   2011 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Francesco Parrino, Richterin Madeleine Hirsig­ Vouilloz,    Gerichtsschreiberin Susanne Genner. Parteien Kantonales Labor X._______,  Beschwerdeführer,  gegen Y._______ GmbH,  vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roger Staub,  Beschwerdegegnerin,  Bundesamt für Gesundheit BAG,   Vorinstanz.  Gegenstand Bewilligung von nach ausländischen technischen  Vorschriften hergestellten Produkten (Hart­ und  Weichkaramellen).

C­8730/2010 Sachverhalt: A.  Am  24.  August  2010  ersuchte  die  Y._______  GmbH,  handelnd  durch  Z._______, beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) um die Bewilligung, in  Deutschland hergestellte zuckerfreie Rahmbonbons mit Süssungsmitteln  nach dem Cassis­de­Dijon­Prinzip  in der Schweiz  in Verkehr bringen zu  dürfen (vgl. Vorakten S. 1­38). B.  Mit Verfügung vom 25. November 2010 (Vorakten S. 57­60) gab das BAG  dem  Gesuch  statt  und  erklärte  die  Ziff.  1.  bis  4.  seiner  Allgemeinverfügung  Nr.  1045  vom  25.  November  2010  über  die  Bewilligung  von  nach  ausländischen  technischen  Vorschriften  hergestellten  Produkten  nach  Art. 16c  des  Bundesgesetzes  vom  6. Oktober  1995  über  die  technischen  Handelshemmnisse  (THG,  SR  946.51)  zum  integrierenden  Bestandteil  der  Individualverfügung  vom  25. November 2010. C.  Am  21.  Dezember  2010  erhob  das  Kantonale  Labor  X._______  beim  Bundesverwaltungsgericht  (BVGer)  Beschwerde  gegen  die  Allgemeinverfügung Nr. 1045 des BAG vom 25. November 2010 mit den  Anträgen, die Allgemeinverfügung bezüglich Hart­ und Weichkaramellen  sei  ersatzlos  aufzuheben,  die  aufschiebende Wirkung  der  Beschwerde,  welche mit der Verfügung entzogen worden sei, sei wieder herzustellen,  dem Kantonalen Labor X._______ seien die vollständigen Unterlagen des  Gesuchs  zwecks  Ergänzung  der  Einsprache,  insbesondere  der  Begründung zuzustellen, dem Kantonalen Labor X._______ sei eine Frist  von  30  Tagen  nach  Eingang  der  angeforderten  Dokumente  für  die  Ergänzung  der  Einsprache  zu  gewähren,  die  Dokumentation  der  Firma  Y._______ sei auf Vollständigkeit zu überprüfen; sollte sich herausstellen,  dass  wesentliche  Dokumente  fehlen  würden,  wäre  ein  Strafverfahren  gemäss Art.  24 bzw.  25 THG zu prüfen,  das Verfahren und die Art  der  Veröffentlichung  der  Bewilligungserteilung  des  BAG  sei  auf  seine  Rechtmässigkeit  zu  überprüfen,  und  es  sei  darauf  zu  verzichten,  dem  Kantonalen  Labor X._______  im Zusammenhang mit  dieser Einsprache  Kosten zu auferlegen. D.  Das  BAG  äusserte  sich  auf  Verfügung  des  BVGer  vom  22.  Dezember  2010  hin  zum  Antrag  des  Kantonalen  Labors  X._______  um 

C­8730/2010 Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  mit  Stellungnahme vom 13. Januar 2010 (recte: 2011) wie  folgt: Der Antrag  auf  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  sei  abzuweisen,  soweit darauf einzutreten sei. Weil  davon auszugehen sei, dass auf die  Beschwerde  aller  Voraussicht  nach  nicht  eingetreten  werden  könne,  dringe der Beschwerdeführer mit prozessualen Anträgen von vornherein  nicht  durch.  Sofern  das  BVGer  nicht  bereits  gestützt  auf  die  fehlende  Beschwerdelegitimation das Begehren des Beschwerdeführers abweise,  sei  beim  Entscheid  über  die  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  das  Interesse  an  einer  gewissen  Einheit  und  Kontinuität  zu  beobachten: Eine einmal  entzogene aufschiebende Wirkung  solle  "nicht  leichthin"  wiederhergestellt  werden.  Die  Nachteile,  welche  die  Konsumentinnen  und  Konsumenten  unter  der  heutigen  Rechtslage  zu  gewärtigen  hätten,  seien  minimal  und  ein  Zuwarten  bis  zum  Entscheid  wäre  vertretbar.  Würde  hingegen  die  aufschiebende  Wirkung  wiederhergestellt  und  würde  die  Beschwerde  hernach  trotzdem  abgewiesen,  würde  den  Unternehmern  durch  den  Verkaufsstopp,  die  Umetikettierung  und  das  anschliessende  "Wieder­Inverkehrbringen"  ein  dem Sinn und Zweck des THG widersprechender Aufwand zugemutet.  E.  Mit  Eingabe  vom  3.  Februar  2011  beantragte  die  Y._______  GmbH,  nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roger Staub, als Partei  zum  Beschwerdeverfahren  zugelassen  zu  werden.  Diesem  Begehren  wurde  entsprochen,  indem  die  Y._______  GmbH  fortan  als  Beschwerdegegnerin in das Verfahren einbezogen wurde. F.  Vom BVGer mit Verfügung vom 3. Februar 2011 aufgefordert, zur Frage  der  Beschwerdelegitimation  Stellung  zu  nehmen,  äusserte  sich  das  Kantonale  Labor  X._______  mit  Stellungnahme  vom  1.  März  2011  folgendermassen: Grundsätzlich stelle sich die Frage, ob eine spezifische  Legitimation überhaupt nötig sei, wenn wie in der Beschwerde aufgezeigt,  der  Entscheid  des  BAG  auf  falschen  Annahmen  beruhe,  nämlich  dass  eine  Schrift  von  1  mm  Höhe  in  Deutschland  gesetzeskonform  sei.  Die  Beschwerdelegitimation des Kantonalen Labors beurteile sich vorliegend  nach Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  Kantonale  Labor  sei  ein  Amt  der  Gesundheitsdirektion  des  Kantons  X._______,  das  für  den Vollzug des Lebensmittelrechts im Kanton zuständig sei. Es habe im  gesamten Aufgabengebiet Entscheidkompetenz  in  eigenem Namen. Ein 

C­8730/2010 Gemeinwesen  könne  gestützt  auf  die  allgemeine  Legitimationsbestimmung  in  Art. 48  Abs.  1  VwVG  nicht  nur  dann  Beschwerde  führen, wenn  es  gleich  oder  ähnlich  betroffen  sei wie  eine  Privatperson,  sondern  auch,  wenn  es  durch  die  fragliche  Verfügung  in  seinen  hoheitlichen  Befugnissen  und  Aufgaben  berührt  werde.  Schliesslich bejahe die Praxis die Legitimation des Gemeinwesens, wenn  es  diesem  um  spezifische  öffentliche  Anliegen  wie  zum  Beispiel  den  Schutz  der  Einwohner  vor  Immissionen  gehe.  Mit  "Immissionen"  seien  Eingriffe  gemeint,  deren  Auswirkungen  die  Gesamtheit  oder  einen  Grossteil der Einwohnerschaft unmittelbar treffen könnten. Das Kantonale  Labor  X._______  vertrete  die  Anliegen  der  Bevölkerung  des  Kantons  X._______ hinsichtlich der Abwehr von Gesundheitsgefährdungen durch  im  Verkauf  stehende  Lebensmittel  und  sorge  für  den  Schutz  der  Konsumentinnen  und  Konsumenten.  Zweifelsfrei  sei  der  Text  auf  den  Bonbons  von  einem  durchschnittlichen  Verbraucher  mit  normaler  Sehkraft  auf  Anhieb  nicht  ohne  grosse  Konzentration,  erhöhte  Anstrengung  und  unter  Inkaufnahme  eines  deutlich  verlangsamten  Lesetempos erfassbar. Beachtenswert sei dabei auch, dass aufgrund der  angefochtenen  Allgemeinverfügung  für  die  Kennzeichnung  sämtlicher  Bonbons  in  der  Schweiz  eine  Schriftgrösse  von  1  mm  genüge.  Unter  Umständen könne dies gar zur Unlesbarkeit des Textes führen. Wichtige  Angaben  betreffend  die  Inhaltsstoffe  würden  daher  im  Geschäft  überlesen.  Allergiker,  Diabetespatientinnen  und  Kinder  seien  davon  besonders  betroffen.  Die  Interessen  eines  Grossteils  der  (…)  Bevölkerung  seien  unmittelbar  tangiert,  weshalb  die  Legitimation  des  Kantonalen Labors gegeben sei. Darüber hinaus sei das Kantonale Labor durch seine tägliche Arbeit auch  selbst vom Entscheid betroffen wie übrige Privatpersonen. So gehöre das  Lesen von Kennzeichnungen von Lebensmitteln zur täglichen Arbeit und  sei  eine  der  Hauptvoraussetzungen  zur  Erfüllung  des  Vollzugsauftrags.  Insofern  ergebe  sich  die  Legitimation  auch  aus  der  persönlichen  Betroffenheit. G.  Mit  Beschwerdeantwort  vom  8.  April  2011  beantragte  die  Y._______  GmbH,  auf  die Beschwerde  sei  nicht  einzutreten;  eventualiter  sei  diese  vollumfänglich  abzuweisen,  soweit  darauf  eingetreten  werde.  Der  Beschwerdeführer  sei  zur  Beschwerde  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  weder  aufgrund  von  Art.  48  Abs.  2  VwVG  (Behördenbeschwerde)  noch  von Art.  48  Abs.  1  VwVG  legitimiert.  Eine 

C­8730/2010 gesetzliche Grundlage für die Beschwerdebefugnis kantonaler Behörden  sei  nicht  ersichtlich,  und  der  Beschwerdeführer  erleide  durch  die  angefochtene Verfügung keinen persönlichen und unmittelbaren Nachteil.  Ein  bloss  allgemeines  öffentliches  Interesse  wie  jenes,  das  der  Beschwerdeführer behaupte, berechtige noch nicht zur Beschwerde. Im Übrigen machte die Y._______ GmbH Ausführungen zum materiellen  Teil  der  Streitsache  und  beantragte  für  den  Fall  ihres  Obsiegens  einstweilen eine Entschädigung von Fr. 10'000.­. H.  Das  Kantonale  Labor  X._______  bezahlte  den  mit  Zwischenverfügung  vom  13.  April  2011  einverlangten  Kostenvorschuss  vom  Fr.  2'000.­  am  6. Mai 2011. I.  Mit  Stellungnahme  vom  10.  Mai  2011  hielt  das  Kantonale  Labor  X._______  an  seinen  Begehren  fest  und  beantragte,  trotz  bereits  geleistetem  Kostenvorschuss  seien  ihm  keine  Verfahrenskosten  zu  auferlegen.  Das  Kantonale  Labor  X._______  habe  vorliegend  keine  vermögensrechtlichen  Interessen,  weshalb  es  als  Behörde  die  Verfahrenskosten  gemäss  Art.  63  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  nicht zu tragen habe. Das  Kantonale  Labor  sei  zudem  irritiert  darüber,  dass  die  Beschwerdegegnerin  bereits  eine  gesamte  Beschwerdeantwort  habe  verfassen  müssen,  solange  die  Frage  der  Legitimation  noch  zur  Diskussion  gestanden  habe.  Aus  den  Ausführungen  in  der  Beschwerdeantwort vom 8. April 2011 müsse geschlossen werden, dass  der  Beschwerdegegnerin  die  Ausführungen  des  Kantonalen  Labors  X._______  vom  1.  März  2011  betreffend  Legitimation  nicht  vorgelegen  hätten. Würde auf  die Beschwerde nicht  eingetreten,  sei  das Kantonale  Labor nicht bereit, der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung für  diesen unnötigen Aufwand zu bezahlen. J.  Der Schriftenwechsel wurde mit Verfügung vom 18. Mai 2011 einstweilen  abgeschlossen  mit  dem  Hinweis,  weitere  Instruktionsmassnahmen  blieben vorbehalten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

C­8730/2010 1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  prüft  von  Amtes  wegen,  ob  die  Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf eine Beschwerde einzutreten  ist (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 1.1.  Anfechtungsgegenstand  bildet  die  Allgemeinverfügung  der  Vorinstanz  Nr.  1045  vom  25.  November  2010  betreffend  Hart­  und  Weichkaramellen  (Vorakten  S.  61­63).  Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  –  unter Vorbehalt  der  in Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen –  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG,  welche  von  Vorinstanzen  gemäss  Art.  33  VGG  erlassen  wurden. Nach  der  Lehre  stellen  Allgemeinverfügungen  als  generell­konkrete  Hoheitsakte  Verfügungen  im  Sinn  von  Art.  5  Abs.  1  VwVG  dar mit  der  Besonderheit,  dass  anstatt  eines  oder  mehrerer  Verfügungsadressaten  eine  unbestimmte  Zahl  von  Adressaten  angesprochen  wird.  Der  offene  Adressatenkreis  ändert  jedoch  nichts  am  Charakter  der  Allgemeinverfügung  als  Einzelakt,  weil  damit  ein  konkreter  Sachverhalt  geregelt wird und das Element "im Einzelfall" gemäss Art. 5 Abs. 1 VwVG  durch  den  Sachverhalt  bestimmt  wird  (zum  Begriff  der  Allgemeinverfügung vgl. PIERRE TSCHANNEN  / ULRICH ZIMMERLI  / MARKUS  MÜLLER,  Allgemeines Verwaltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern  2009, S.  239  ff.).  Daher  ist der angefochtene Entscheid als Verfügung  im Sinn von Art.  5  Abs. 1 Bst. a VwVG zu qualifizieren, gegen die gemäss Art. 20a Abs. 2  THG Beschwerde  beim BVGer  geführt  werden  kann. Das BAG  ist  eine  Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG, und eine sachliche Ausnahme  im  Sinn  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  BVGer  ist  somit  für  die  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 2.  Im Folgenden  ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer zur Erhebung der  Beschwerde  legitimiert  ist.  Gemäss  Art.  48  Abs.  1  VwVG  ist  zur  Beschwerde  berechtigt,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst.  a), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist (Bst. b) und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Bst. c). Zur Beschwerde berechtigt sind ferner Personen, Organisationen  und Behörden, denen ein anderes Bundesgesetz dieses Recht einräumt  (Art. 48 Abs. 2 VwVG).

C­8730/2010 Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  nicht  teilgenommen; deren Verfügung wurde ihm jedoch eröffnet (vgl. Vorakten  S. 60). Er ist somit sekundärer Verfügungsadressat, und die Beschwerde  ans BVGer stellt eine Drittbeschwerde dar. Demgemäss ist eine formelle  Beschwer  im  Sinn  von  Art.  48  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  vorliegend  nicht  erforderlich.  2.1. Der Beschwerdeführer ist ein kantonales Amt. Er beruft sich zu Recht  nicht  auf  das  Beschwerderecht  von  Behörden  gemäss  Art.  48  Abs.  2  VwVG, denn weder im THG noch im Bundesgesetz vom 9. Oktober 1992  über  Nahrungsmittel­  und  Gebrauchsgegenstände  (LMG,  SR  817.0)  findet  sich  eine  Bestimmung,  welche  kantonale  Vollzugsorgane  zur  Beschwerdeführung gegen Verfügungen des BAG betreffend das Cassis­ de­ Dijon­Prinzip  berechtigen würde.  Art.  20a  Abs.  3  THG  räumt  einzig  der  Wettbewerbskommission  ein  Beschwerderecht  gegen  Allgemeinverfügungen im Bereich der Marktüberwachung ein. 2.2. Es ist daher zu prüfen, ob der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 48  Abs.  1  VwVG  zur  Beschwerde  befugt  ist.  Sinngemäss  macht  der  Beschwerdeführer geltend,  im vorliegenden Verfahren als Gemeinwesen  aufzutreten.  Nach  der  Lehre  ist  die  Legitimation  von  Gemeinwesen  zu  bejahen, wenn sie gleich oder ähnlich wie ein Privater betroffen oder  in  schutzwürdigen  eigenen  hoheitlichen  Interessen  berührt  sind  (VERA  MARANTELLI­SONANINI  /  SAID  HUBER,  in:  Bernhard  Waldmann  /  Philippe  Weissenberger  [Hrsg.],  VwVG,  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich  /  Basel  /  Genf  2009  [hiernach:  Praxiskommentar  VwVG],  Art.  48,  Rz.  21;  ähnlich  ISABELLE  HÄNER,  in:  Christoph Auer / Markus Müller / Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar  zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren  [VwVG], Zürich  / St.  Gallen  2008  [hiernach:  VwVG­Kommentar],  Art.  48,  Rz.  24).  Beschwerdeführende Partei  ist  jedoch stets das Gemeinwesen, nicht die  Behörde selbst (BGE 123 II 371 E. 2d; ANDRÉ MOSER / MICHAEL BEUSCH /  LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008  [hiernach:  Prozessieren],  Rz.  2.90;  ALFRED KÖLZ  /  ISABELLE  HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes,  2.  Aufl.,  Zürich  1998,  Rz.  566).  Eine  Behörde  als  solche  ist  nicht  rechtsfähig,  sondern  handelt  für  das  Gemeinwesen  (RENÉ  RHINOW  /  HEINRICH KOLLER  / CHRISTINA KISS  / DANIELA TURNHERR  / DENISE BRÜHL­ MOSER,  Öffentliches  Prozessrecht,  2. Aufl.,  Basel  2010,  Rz.  867).  Vorliegend  hat  nicht  der  Kanton  X._______,  sondern  das  Kantonale  Labor X._______  in eigenem Namen Beschwerde erhoben und dies mit 

C­8730/2010 Replik  vom  1.  März  2011  bekräftigt.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Beschwerdeführer  als  kantonale  Behörde  ohne  eigene  Rechtspersönlichkeit  auch  nach  Art.  48  Abs.  1  VwVG  nicht  legitimiert,  gegen die Allgemeinverfügung der Vorinstanz Beschwerde zu führen.  Aufgrund  der  vorstehenden  Ausführungen  stellt  sich  die  Frage,  ob  der  Beschwerdeführer befugt  ist, den Kanton X._______ in der vorliegenden  Beschwerdesache zu vertreten. Der Beschwerdeführer geht anscheinend  davon aus, seine Vertretungsbefugnis ergebe sich aus seiner sachlichen  Zuständigkeit  im Bereich des Lebensmittelrechts. Diese Auffassung geht  aus  der  in  der  Replik  vom  1.  März  2011  verwendeten  Formulierung  hervor,  wonach  der  Beschwerdeführer  im  gesamten  Aufgabengebiet  Entscheidkompetenz  in  eigenem  Namen  habe.  Jedoch  beinhaltet  die  sachliche  Zuständigkeit  in  einem  bestimmten  Bereich  keine  allgemeine  Befugnis,  den  Kanton  diesbezüglich  auch  in  prozessualer  Hinsicht  zu  vertreten  (Urteil  des BVGer A­7385/2007  vom 12. März  2008 E.  2.2.1).  Die  Prozessführung  betrifft  die  Vertretung  des  Gemeinwesens  nach  aussen  und  wird  daher  grundsätzlich  durch  dessen  Regierung  selbst  vorgenommen,  sofern  sie  nicht  durch  Beschluss  im  Einzelfall  oder  auf  dem Gesetzesweg an eine andere Instanz delegiert worden ist. Will eine  nachgeordnete  Behörde  namens  des  Kantons  Beschwerde  führen,  hat  sie  ihre  Vertretungsbefugnis  explizit  darzutun,  sei  es  durch  einen  entsprechenden  Ermächtigungsbeschluss  der  Kantonsregierung  oder  durch  Angabe  der  sie  zur  Prozessführung  namens  des  Kantons  berechtigenden kantonalen Vorschriften (BGE 135 II 12 E. 1.2.3). Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer weder bei Einreichung der  Beschwerde  noch  replikweise  dargetan,  worauf  er  seine  Vertretungsmacht  stützt.  Die  Frage  der  Prozessführungsbefugnis  kann  jedoch  offen  bleiben.  Denn  selbst  wenn  der  Beschwerdeführer  den  entsprechenden  Nachweis  erbracht  hätte,  wäre  seine  Legitimation  zu  verneinen, wie sogleich darzulegen ist. Im Folgenden wird weiterhin  der Begriff  "Beschwerdeführer"  verwendet,  wenngleich wie erläutert nicht das Kantonale Labor, sondern der Kanton  X._______ als beschwerdeführende Partei hätte auftreten sollen. 2.3.  Zunächst  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  nach  der  Lehre  und  Rechtsprechung  die  Legitimation  von  Gemeinwesen  und  anderen  Trägern  öffentlicher  Aufgaben  besonders  behandelt  wird  (vgl.  ISABELLE  HÄNER,  in:  VwVG­Kommentar,  Art.  48  Rz.  23;  BGE  135  V  2  E.  1.1). 

C­8730/2010 Tendentiell  wird  die  Legitimation  öffentlich­rechtlicher  Institutionen  zurückhaltender  bejaht  als  diejenige  von  Privaten  (BGE  135  V  382  E.  3.3.1). Die allgemeine Beschwerdelegitimation gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist  herkömmlicherweise  hauptsächlich  auf  Private  zugeschnitten.  Nach  der  Praxis  des Bundesgerichts  ist  jedoch  auch  ein Gemeinwesen  nach Art.  48  Abs.  1  VwVG  zur  Verwaltungsgerichtsbeschwerde  legitimiert,  soweit  es gleich oder ähnlich wie ein Privater betroffen ist. Das gilt insbesondere  dann, wenn es  in  seinen  vermögensrechtlichen  Interessen  betroffen  ist.  Darüber  hinaus  ist  ein  Gemeinwesen  legitimiert,  wenn  es  durch  die  angefochtene  Verfügung  in  seinen  hoheitlichen  Befugnissen  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  eigenes  Interesse  an  der  Aufhebung  oder  Änderung des angefochtenen Entscheids hat, so etwa als Gläubiger von  Gebühren,  als  Inhaber  der  Baupolizeikompetenz,  als  Projektant  einer  öffentlichen Sportanlage oder einer Deponie, als Subventionsempfänger  oder  wenn  es  als  kostenmässig  involvierte  Partei  Gewässerschutzmassnahmen  anordnet.  Desgleichen  wird  die  Legitimation des Gemeinwesens bejaht, wenn es diesem um spezifische  öffentliche Anliegen geht, z.B. den Schutz seiner Einwohner vor Fluglärm,  den Schutz des Grundwassers oder die Umwandlung einer bedienten  in  eine  unbediente  Bahnstation.  Demgemäss  wird  auch  in  der  neueren  Lehre  die Ansicht  vertreten,  die  allgemeine Beschwerdelegitimation  des  Gemeinwesens  sei  zu  bejahen,  wenn  dieses  als  Träger  öffentlicher  Aufgaben  schutzwürdige,  spezifische  öffentliche  Interessen  geltend  machen könne und  in einem Masse betroffen sei, das die Bejahung der  Rechtsmittelbefugnis  im  als  verletzt  gerügten  Aufgabenbereich  rechtfertigen lasse (vgl. BGE 123 II 371 E. 2c mit zahlreichen Hinweisen  auf  Rechtsprechung  und  Literatur;  BGE  131  II  743  E.  4.3.1;  Urteil  des  BVGer A­4207/2007 vom 26. Februar 2008 E. 3). 2.3.1. Zur Begründung, warum er gestützt auf Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c  VwVG  zur Beschwerdeführung  befugt  sei, macht  der Beschwerdeführer  zunächst  öffentliche  Interessen,  insbesondere  den  Schutz  der  Gesundheit der (…) Bevölkerung geltend. Dazu führt er aus, ein Grossteil  der Bevölkerung des Kantons X._______ sei durch das Inverkehrbringen  der  Karamellen  gesundheitlich  gefährdet,  weil  deren  Kennzeichnung  in  einer schwer lesbaren Schrift erfolgen dürfe und somit nicht gewährleistet  sei, dass alle Konsumenten von den Inhaltsstoffen des Produkts Kenntnis  nehmen könnten. 

C­8730/2010 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Der Schutz der Gesundheit  ist zwar ein öffentliches Anliegen. Der Durchsetzung solcher Ziele dient in  erster Linie die Behördenbeschwerde im Sinn von Art. 48 Abs. 2 VwVG;  über ein derartiges Beschwerderecht verfügt der Beschwerdeführer wie in  E.  2.1  gezeigt  nicht.  Um  zu  vermeiden,  dass  die  Behördenbeschwerde  auf  dem  Umweg  über  das  allgemeine  Beschwerderecht  des  Gemeinwesens de facto trotzdem eingeführt wird, ist die in E. 2.3 zitierte  Rechtsprechung  zur  Legitimation  des  Gemeinwesens  betreffend  den  Schutz  der  Bevölkerung  vor  Immissionen  restriktiv  anzuwenden.  Ein  Beschwerderecht  des  Gemeinwesens  zum  Schutz  von  öffentlichen  Anliegen  ist  daher  nicht  leichthin  anzunehmen,  wenn  dafür  keine  bundesgesetzliche Grundlage besteht. Zu beachten ist ferner, dass selbst  die  Behördenbeschwerde  kein  rein  "abstraktes",  vom  spezifischen  Eigeninteresse  des  Gemeinwesens  losgelöstes  Beschwerderecht  vermittelt.  So  ist  nach  der  Lehre  die  gesetzlich  normierte  Gemeindebeschwerde  nur  zuzulassen,  wenn  die  Gemeinde  die  Verletzung  von  schutzwürdigen  kommunalen  Interessen  rügt  und  überdies  engere  Beziehungen  zum  Streitgegenstand  hat  als  andere  Gebietskörperschaften (vgl. ATTILIO R. GADOLA, Die Behördenbeschwerde  in  der  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes  –  ein  "abstraktes"  Beschwerderecht?, in: AJP 12 [1993], S. 1458­1471, hier S. 1464). Wenn  sogar  das  spezialgesetzlich  verankerte  Beschwerderecht  für  kantonale  Behörden  oder  Gemeinwesen  nach  Art. 48  Abs. 2  VwVG  nur  dadurch  gerechtfertigt  wird,  dass  die  betreffende  Aufgabe  eine  kantonale  bzw.  kommunale  ist  (vgl.  KÖLZ  / HÄNER,  a.  a. O.,  Rz.  584), muss  dies  umso  mehr  für  das  allgemeine,  ohnehin  nur  ausnahmsweise  anzunehmende  Beschwerderecht  kantonaler  Gemeinwesen  nach  Art. 48  Abs. 1  Bst. c  VwVG gelten. Als Vollzugsorgan, welches lediglich mit der Durchführung  der  bundesrechtlichen  Lebensmittelgesetzgebung  betraut  ist  (vgl.  §  1  Abs.  1  der  (…)  Einführungsverordnung  vom  2.  Mai  2007  zum  eidgenössischen  Lebensmittelgesetz  […]),  kann  sich  der  Beschwerdeführer somit nicht auf öffentliche kantonale oder kommunale  Anliegen berufen.  Gegen  eine  Beschwerdelegitimation  des  Beschwerdeführers  spricht  letztlich  auch  die  Tatsache,  dass  Art. 20a  Abs. 3  THG  der  Wettbewerbskommission  – und  nur  dieser ­  in  bestimmten  Fällen  ein  Beschwerderecht  gegen  Allgemeinverfügungen  nach  diesem  Gesetz  einräumt. Hätte der Bundesgesetzgeber weiteren Behörden – in casu den  kantonalen  Vollzugsorganen  – das  Beschwerderecht  einräumen  wollen,  so hätte er dies ebenfalls spezialgesetzlich verankern müssen.

C­8730/2010 Als  Zwischenfazit  bleibt  festzuhalten,  dass  die  Legitimation  des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  öffentliche  Anliegen  verneint  werden  muss.  2.3.2.  Weiter  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  sei  durch  die  angefochtene Verfügung betroffen wie übrige Privatpersonen. So gehöre  das Lesen von Kennzeichnungen von Lebensmitteln zur täglichen Arbeit  und  sei  eine  der  Hauptvoraussetzungen  für  die  Erfüllung  des  Vollzugsauftrags. Durch die prinzipielle Möglichkeit, die Beschriftung von  Bonbons in einer Schriftgrösse von 1 mm vorzunehmen, werde die Arbeit  des Beschwerdeführers sehr erschwert oder gar verunmöglicht.  Nach  der  Praxis  des  BGer  ist  ein  Gemeinwesen  zur  Verwaltungsgerichtsbeschwerde  legitimiert,  soweit  es  durch  die  angefochtene Verfügung gleich oder ähnlich wie ein Privater berührt  ist.  Dies  gilt  insbesondere  dann,  wenn  es  in  seinen  vermögensrechtlichen  Interessen  betroffen  ist  (BGE  123  II  371  E.  2c).  Die  unmittelbare  Betroffenheit  von  Gemeinwesen  und  anderen  Trägern  öffentlicher  Aufgaben  besteht  somit  –  wenn  auch  nicht  ausschliesslich  –  in  erster  Linie in finanziellen Konsequenzen, welche sich aus dem angefochtenen  Entscheid ergeben. So hat das BGer die Legitimation von Gemeinden als  Gläubiger  von  Kausalabgaben,  als  Projektant  eines  öffentlichen  Werks  oder als kostenmässig in Gewässerschutzmassnahmen involvierte Partei  bejaht (vgl. BGE 131 II 753 E. 4.3.1). Die Beispiele zeigen, dass in jedem  Fall gewichtige Interessen des betroffenen Gemeinwesens auf dem Spiel  stehen  müssen,  damit  die  Legitimation  unter  dem  Titel  "gleich  oder  ähnlich betroffen wie ein Privater" bejaht werden kann.  Im  vorliegenden  Fall  ist  diese  Voraussetzung  nicht  erfüllt.  Dem  Beschwerdeführer  erwächst  aus  der  Tatsache,  dass  Beschriftungen  gewisser Lebensmittelverpackungen schwerer lesbar sein dürften als vor  dem Erlass der angefochtenen Verfügung, kein unmittelbarer  finanzieller  Nachteil.  Insbesondere  wird  nicht  dargetan,  dass  aufgrund  der  angefochtenen  Verfügung  zusätzliche  Ressourcen  benötigt  würden.  Im  Übrigen  ist  nicht  dargetan,  inwiefern  die  angefochtene Verfügung  einen  immateriellen Nachteil bewirken könnte.  Aus  dem  Gesagten  ergibt  sich,  dass  die  Legitimation  des  Beschwerdeführers  gemäss  Art.  48  Abs.  1  VwVG  auch  in  der  Variante  "gleich oder ähnlich betroffen wie ein Privater" zu verneinen ist.

C­8730/2010 2.3.3.  Indem  der  Beschwerdeführer  ausführt,  das  Lesen  von  Beschriftungen  auf  Lebensmittelverpackungen  gehöre  zur  täglichen  Arbeit und diese werde durch die Zulassung der nur 1 mm grossen Schrift  sehr  erschwert  oder  gar  verunmöglicht  (vgl.  die  in  E.  2.3.2  genannte  Begründung,  warum  er  wie  eine  Privatperson  vom  Entscheid  betroffen  sei),  macht  er  zugleich  sinngemäss  geltend,  durch  die  angefochtene  Verfügung in der Ausübung seiner hoheitlichen Befugnisse eingeschränkt  zu werden. In  dieser  Variante  der  allgemeinen  Beschwerdebefugnis  wird  vorausgesetzt, dass das Gemeinwesen in seiner Autonomie betroffen ist  und ein schutzwürdiges  Interesse an der Aufhebung oder Änderung der  angefochtenen Verfügung hat (vgl. KÖLZ /HÄNER, a. a. O., Rz. 570). Weil  der  Beschwerdeführer  im  Bereich  des  Lebensmittelrechts  nicht  über  Autonomie  verfügt,  scheitert  seine  Legitimation  bereits  an  dieser  Voraussetzung.  Schliesslich  kann  der  Beschwerdeführer  auch  kein  eigenes,  in  der  kantonalen Aufgabenerfüllung begründetes  Interesse an  der Aufhebung der angefochtenen Verfügung dartun. Dies aber wäre für  die Legitimation des Gemeinwesens erforderlich, wie die in E. 2.3 zitierte  Rechtsprechung  zeigt  (vgl.  das  in  BGE  123  II  371  E.  2c  genannte  Beispiel, wonach das Gemeinwesen als Projektant einer Anlage auftritt).  Der  Umstand,  dass  eine  bundesrechtlich  normierte  Aufgabe  des  Beschwerdeführers  allenfalls  etwas  mehr  Zeit  oder  den  Einsatz  von  Hilfsmitteln beanspruchen wird, vermag kein schutzwürdiges Interesse im  Sinn von Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG zu begründen (vgl. auch Urteil des  BVGer C­7165/2010 vom 24. Februar 2011 E. 5.4). Soweit der Beschwerdeführer (sinngemäss) eine Beeinträchtigung in der  Ausübung seiner hoheitlichen Tätigkeit rügt, dringt er damit nicht durch. 3.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer  weder  aufgrund  von Art.  48 Abs.  1 VwVG noch  von Art.  48 Abs.  2 VwVG zur  Beschwerde  berechtigt  ist.  Auf  die  Beschwerde  ist  daher  nicht  einzutreten. 4.  Zu  befinden  bleibt  über  die  Verlegung  der  Kosten  dieses  Verfahrens  sowie über die Zusprechung allfälliger Parteientschädigungen.

C­8730/2010 4.1.  Der  Beschwerdeführer,  auf  dessen  Rechtsmittel  nicht  eingetreten  wird  und  der  mit  seinen  Anträgen  somit  nicht  durchdringt,  gilt  als  unterliegende Partei (zum Begriff des Unterliegens vgl. MARCEL MAILLARD,  in: Waldmann / Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Art. 63,  Rz.  14).  Gemäss  Art.  63  Abs.  2  VwVG  werden  anderen  als  Bundesbehörden,  die  Beschwerde  führen  und  unterliegen,  Verfahrenskosten  auferlegt,  soweit  sich  der  Streit  um  vermögensrechtliche  Interessen  von  Körperschaften  oder  autonomen  Anstalten  dreht.  Da  dies  vorliegend  nicht  der  Fall  ist,  hat  der  Beschwerdeführer  keine  Verfahrenskosten  zu  tragen.  Der  einbezahlte  Kostenvorschuss ist ihm daher zurückzuerstatten. 4.2. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat gemäss Art. 7 Abs. 1 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf  eine  Parteientschädigung  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  Kosten.  Der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin hat mit Beschwerdeantwort  vom 8. April 2011 einen Betrag von Fr. 10'000.­ geltend gemacht, ohne  diese  Forderung  näher  zu  begründen.  Die  Parteientschädigung  für  Beschwerdeverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  umfasst  gemäss  Art.  8  VGKE  die  Kosten  der  Vertretung  sowie  allfällige weitere  notwendige  Auslagen  der  Partei.  Das  Anwaltshonorar  wird  nach  dem  notwendigen Zeitaufwand des Vertreters oder der Vertreterin  bemessen  ist  und  der  Stundenansatz  für  Anwälte  und  Anwältinnen  beträgt  mindestens  200  und  höchstens  400  Franken  zuzüglich  Mehrwertsteuer  (Art. 10 VGKE). Im  vorliegenden  Fall  wurde  der  Beschwerdegegnerin  die  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  vom  13.  Januar  2011,  in  welcher  die  Beschwerdelegitimation  verneint  wird,  mit  der  Einladung  zur  Beschwerdeantwort  zugestellt.  Daraufhin  reichte  die  Beschwerdegegnerin  eine  umfangreiche  Beschwerdeantwort  ein,  in  welcher  im  Hauptpunkt  beantragt  wird,  auf  die  Beschwerde  sei  nicht  einzutreten  (vgl.  Beschwerdeantwort  vom 8.  April  2011). Ungefähr  zwei  Drittel  der Rechtsschrift  sind  dem Eventualbegehren  gewidmet, wonach  die Beschwerde abzuweisen sei. Mit Blick auf diese Ausgangslage hätte  der  Rechtsvertreter  zur  Vermeidung  unnötigen  Aufwands  auf  eine  einlässliche Begründung des Eventualbegehrens verzichten und  für den  Fall,  dass  dem  Hauptantrag  nicht  stattgegeben  würde,  die  Ansetzung  einer Frist zur Begründung des Eventualantrags beantragen können. Der  in  Bezug  auf  den materiellen  Teil  der  Beschwerde  geltend  gemachte – 

C­8730/2010 nicht  näher  ausgewiesene  –  Aufwand  kann  daher  nicht  berücksichtigt  werden. Das Anwaltshonorar ist somit auf Fr. 3'000.­ (10 Std. à Fr 300.­)  festzusetzen,  zuzüglich  pauschal  Fr. 100.­  für  Auslagen  sowie  8 %  Mehrwertsteuer (Fr. 248.­). Demgemäss beträgt die Parteientschädigung  Fr. 3'348.­. Sie ist vom unterliegenden Beschwerdeführer zu bezahlen.

C­8730/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  einbezahlte  Kostenvorschuss  von  Fr.  2'000.­  wird  dem  Beschwerdeführer  zurückerstattet. 3.  Der  Beschwerdeführer  hat  der  Beschwerdegegnerin  eine  Parteientschädigung von Fr. 3'348.­ zu bezahlen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Stellungnahme der  Beschwerdegegnerin vom 26. Mai 2011) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Gerichtsurkunde; Beilage: Stellungnahme  der Beschwerdegegnerin vom 26. Mai 2011) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Franziska Schneider Susanne Genner Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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