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Bundesverwaltungsgericht 29.10.2011 C-7406/2007

29 ottobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,112 parole·~11 min·3

Riassunto

nach Auflösung der Familiengemeinschaft | Verweigerung der Zustimmung und Wegweisung

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­7406/2007 Urteil   v om   2 9 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richterin Ruth Beutler, Richter Blaise Vuille, Gerichtsschreiber Julius Longauer. Parteien A._______, Beschwerdeführer, vertreten durch lic. iur. Patrick Frey, Adokat, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Verweigerung der Zustimmung und Wegweisung.

C­7406/2007 Sachverhalt: A.  Der  aus  dem  Kosovo  stammende  Beschwerdeführer  (geb.  1978)  heiratete  am  1.  August  2000  eine  im  Kanton  Basel­Stadt  aufenthaltsberechtigte  kolumbianische  Staatsangehörige.  Am  9.  August  2000 zog er ihr in die Schweiz nach und erhielt vom Kanton Basel­Stadt  im Rahmen des Familiennachzugs nach Art. 38 der Verordnung vom 6.  Oktober  1986  über  die  Begrenzung  der  Zahl  der  Ausländer  (Begrenzungsverordnung,  BVO,  AS  1986  1791)  eine  Aufenthaltsbewilligung  zum Verbleib  bei  seiner Ehefrau. Die Ehe wurde  am  8.  Juni  2006  geschieden.  Gleichwohl  verlängerte  die  kantonale  Migrationsbehörde die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers um  ein weiteres Jahr bis zum 8. August 2007. B.  Am  27. Juli 2006  heiratete  der  Beschwerdeführer  seine  Landsfrau  B._______ (geb. 1986) und ersuchte die Migrationsbehörde des Kantons  Basel­Stadt  um  Bewilligung  des  Familiennachzugs  nach  Art. 38  BVO.  Nachdem  Erhebungen  keine  Hinweise  auf  rechtsmissbräuchliches  Verhalten  im  Zusammenhang  mit  der  ersten  Ehe  ergeben  hatten,  verzichtete die kantonale Migrationsbehörde auf Massnahmen gegen den  Beschwerdeführer  und  entsprach  dem  Familiennachzugsgesuch.  Daraufhin reiste die Ehefrau des Beschwerdeführers am 6. März 2007 in  die  Schweiz  und  erhielt  im  Kanton  Basel­Stadt  eine  Aufenthaltsbewilligung  zum  Verbleib  beim  Ehemann.  Aus  der  Ehe  sind  mittlerweile  zwei  gemeinsame  Kinder  hervorgegangen  (geb.  2007  bzw.  2009). C.  Mit  Schreiben  vom  25.  Juli  2007  gelangte  die  kantonale  Migrationsbehörde  an  die  Vorinstanz  mit  dem  Antrag,  sie  möge  einer  nachträglichen  Änderung  des  Aufenthaltszwecks  ihre  Zustimmung  erteilen. Erläuternd  führte  sie aus,  sie habe die Aufenthaltssituation des  Beschwerdeführers nach dessen Scheidung und Wiederverheiratung auf  Scheinehe  bzw.  Rechtsmissbrauch  hin  überprüft.  Da  sie  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte  hierfür  gefunden  habe,  habe  sie  keine  Massnahmen  ergriffen,  jedoch  versäumt,  dem BFM  eine  Änderung  des  Aufenthaltszwecks zu beantragen. Das wirke sich insofern ungünstig aus,  als die jetzige Ehefrau ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib 

C­7406/2007 beim  Ehegatten  erhalten  habe  und  somit  beide  Ehegatten  über  den  gleichen Aufenthaltszweck verfügten. D.  Die Vorinstanz nahm die Eingabe der kantonalen Migrationsbehörde als  Antrag  auf  Zustimmung  zu  einer  weiteren  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  entgegen.  Am  22.  August  2007  teilte  sie  dem  Beschwerdeführer mit, dass sie erwäge, dem kantonalen Antrag nicht zu  entsprechen, und setzte ihm Frist zur Abgabe einer Stellungnahme. Am  4.  September  2007  wurde  die  Vorinstanz  von  der  kantonalen  Migrationsbehörde  darüber  informiert,  dass  diese  die  Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers irrtümlich verlängert habe.  Die  kantonale  Migrationsbehörde  versicherte,  sie  werde  den  Beschwerdeführer  über  den  Irrtum  in  Kenntnis  setzen  und  ihn  darauf  aufmerksam machen,  dass er  nach wie  vor  aufgefordert  sei,  das Recht  auf  Stellungnahme  geltend  zu  machen.  Die  Information  des  Beschwerdeführers erfolgte noch mit gleichem Datum. Mit Eingabe vom 21. September 2007 machte der Beschwerdeführer vom  Recht  auf  Stellungnahme Gebrauch.  Dabei  berief  er  sich  auf  eine  weit  fortgeschrittene  Integration  –  unter  anderem  habe  er  ein  eigenes  Bauunternehmen,  die  UKI  GmbH,  gegründet  –  und  stellte  Antrag  auf  Erteilung  der  Niederlassungsbewilligung,  eventualiter  sei  ihm  die  Aufenthaltsbewilligung  zu  verlängern  und  der  Ehefrau  sowie  der  gemeinsamen Tochter eine solche zu erteilen. E.  Mit Verfügung vom 27. September 2007 verweigerte die Vorinstanz  ihre  Zustimmung zur Verlängerung der kantonalen Aufenthaltsbewilligung und  wies den Beschwerdeführer aus der Schweiz weg. F.  Der Beschwerdeführer  gelangte  am 31. Oktober  2007  rechtsmittelweise  an das Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen auf Zustimmung zur  Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, eventualiter auf Gewährung der  vorläufigen  Aufnahme.  Subeventualiter  sei  die  Angelegenheit  zur  Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. G.  Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 31. Januar 2008 auf  Abweisung der Beschwerde.

C­7406/2007 H.  Mit  Replik  vom  7. April  2008  hielt  der  Beschwerdeführer  an  seinem  Rechtsmittel fest. I.  Mit  verfahrensleitender  Verfügung  vom  27.  Mai  2010  lud  das  Bundesverwaltungsgericht  den Beschwerdeführer  ein,  allfällige  seit  dem  letzten  Schriftenwechsel  eingetretene  Sachverhaltsänderungen  in  das  Verfahren einzubringen. J.  Der  Aufforderung  des  Bundesverwaltungsgerichts  kam  der  Beschwerdeführer mit einer Eingabe vom 26. Oktober 2010 nach. K.  Am  9.  März  2011  liess  die  kantonale  Migrationsbehörde  dem  Bundesverwaltungsgericht Akten zukommen, aus denen sich ergibt, dass  gegen  den  Beschwerdeführer  am  23.  Juni  2010  Anklage  wegen  mehrfachen  Steuerbetrugs  erhoben  wurde  und  gegen  seine  Bauunternehmung,  die  UKI GmbH,  Betreibungen  und  Verlustscheine  in  namhafter Höhe bestehen. Mit  Schreiben  vom  24.  März  2011  orientierte  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Beschwerdeführer  über  den  Akteneingang. L.  Mit Urteil des Strafgerichts des Kantons Basel­Stadt vom 15. April 2011  wurde  der  Beschwerdeführer  des  mehrfachen  Steuerbetrugs  schuldig  erklärt und zu einer bedingten Geldstrafe von 195 Tagessätzen und einer  Busse  von  5'000  Franken  verurteilt.  Gegen  das  Urteil  hat  der  Beschwerdeführer Berufung eingelegt.  M.  Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwägungen eingegangen.

C­7406/2007 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1.  Verfügungen  des  BFM  unterliegen  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Art.  31,  Art.  32  sowie  Art.  33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). 1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach  dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR  172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt  (Art. 37 VGG). 1.3. Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Beschwerde  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art.  50  und  52  VwVG). 2.  2.1.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und – soweit nicht eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht von Amtes wegen an. Es  ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl.  BVGE  2011/1  E.  2).  Inwieweit  Rechtsänderungen  zu  berücksichtigen  sind,  hängt  von  der  massgeblichen  intertemporalen  Regelung  ab.  Fehlt  im  Gesetz  eine  Übergangsbestimmung,  so  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  allgemeiner  intertemporaler  Grundsätze  (ANDRÉ  MOSER  /  MICHAEL  BEUSCH  /  LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.202 mit Hinweisen). 2.2.  Am  1.  Januar  2008  traten  das  neue  Bundesgesetz  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  und  seine  Ausführungsverordnungen  in  Kraft  –  unter  anderem  die  Verordnung  vom  24.  Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem 

C­7406/2007 Zeitpunkt anhängig gemacht wurden, wie es vorliegend der Fall ist, bleibt  nach  der  übergangsrechtlichen  Ordnung  des  AuG  das  alte  materielle  Recht  anwendbar.  Dabei  ist  entgegen  dem  zu  engen Wortlaut  des  Art.  126 Abs. 1 AuG ohne Belang, ob das Verfahren auf Gesuch hin oder von  Amtes  wegen  eröffnet  wurde  (vgl.  BVGE  2008/1  E.  2  mit  Hinweisen).  Einschlägig  sind das Bundesgesetz  vom 26. März  1931 über Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121),  die  Vollziehungsverordnung  vom  1. März  1949  zum  Bundesgesetz  über  Aufenthalt  und Niederlassung der Ausländer  (ANAV, AS 1949 228),  die  Verordnung  vom  20. April  1983  über  das  Zustimmungsverfahren  im  Ausländerrecht  (nachfolgend:  Zustimmungsverordnung,  AS  1983  535)  und  die  Begrenzungsverordnung.  Das  Verfahren  selbst  folgt  grundsätzlich  dem  neuen  Verfahrens­  und  Organisationsrecht  (Art.  126  Abs. 2 AuG). 3.  3.1.  Der  Entscheid  über  die  Erteilung  und  Verlängerung  von  Aufenthaltsbewilligungen  fällt  grundsätzlich  in  die  Zuständigkeit  der  Kantone (Art. 15 Abs. 1 und 2 ANAG). Vorbehalten bleibt die Zustimmung  des BFM, wenn das Ausländerrecht eine solche für notwendig erklärt (Art.  18  ANAG).  Eine  ohne  die  erforderliche  Zustimmung  ausgestellte  Aufenthaltsbewilligung ist ungültig (Art. 19 Abs. 5 ANAV). 3.2.  Der  vorliegenden  Streitsache  liegt  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  eines  –  soweit  ersichtlich  –  serbischen  Staatsangehörigen  kosovarischer  Abstammung  zu Grunde,  dessen Ehe  mit einer in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Ausländerin geschieden  worden  war.  Die  Zustimmungsbedürftigkeit  des  kantonalen  Bewilligungsentscheids  ergibt  sich  deshalb  aus  Art.  1  Abs.  1  Bst.  a  Zustimmungsverordnung  in  Verbindung  mit  den  Weisungen  und  Erläuterungen  des  BFM  über  Einreise,  Aufenthalt  und  Arbeitsmarkt  (ANAG­Weisungen, 3. Aufl., Bern, Mai 2006), die unter Ziff. 132.4 Bst.  f  vorsehen,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  einer  ausländischen  Person  nach  Auflösung  der  ehelichen  Gemeinschaft  mit  ihrem  ausländischen  Ehegatten  dem  BFM  zur  Zustimmung  zu  unterbreiten  ist,  wenn  die  ausländische  Person  nicht  aus  einem  Mitgliedstaat der EG oder der EFTA stammt. 3.3. Der Beschwerdeführer kann weder aus dem Landes­ noch aus dem  Staatsvertragsrecht  einen  Anspruch  auf  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung  ableiten.  Infolgedessen  liegt  der  Entscheid  über 

C­7406/2007 die  Zustimmung  zur  Verlängerung  seiner  Aufenthaltsbewilligung  im  pflichtgemässen Ermessen der Behörde  (Art. 4 ANAG). Sie  ist dabei an  die Beurteilung durch den Kanton nicht gebunden. Das gälte selbst dann,  wenn auf kantonaler Ebene ein Gericht auf Erteilung oder Verlängerung  der Aufenthaltsbewilligung erkannt hätte (vgl. grundlegend BGE 127 II 49  E.  3  S.  51  ff;  ferner  Entscheid  des  EJPD  vom  15.  April  2005  E. 12  in:  Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.76). 4.  Die  pflichtgemässe  Ausübung  des  Ermessens  impliziert  die  Beachtung  rechtlicher  Schranken  bei  der  Ausfüllung  der  Ermessensspielräume.  Vorliegend  steht  der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  von  Verwaltungsakten  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt  der  Verhältnismässigkeit  ist  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen  zwischen  dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Verweigerung  der  Zustimmung einerseits und den durch die Verweigerung beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  (oder  der)  Betroffenen  andererseits  (vgl.  statt  vieler  ULRICH  HÄFELIN  /  GEORG  MÜLLER  /  FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich und St. Gallen 2010, S. 138 f.). 5.  5.1. Richtschnur und äusseren Rahmen der  Interessenabwägung bilden  die Grundentscheidungen  des Ausländerrechts,  namentlich  die  in Art.  1  BVO  formulierten  migrationspolitischen  Ziele  und  die  damit  zusammenhängende  restriktive  Einwanderungspolitik  gegenüber  erwerbstätigen  ausländischen Personen aus  dem Nicht­EU/EFTA­Raum  (in der Folge: Drittstaatsangehörige). Diese Politik  findet  ihren Ausdruck  unter  anderem  in  den  strengen  Zulassungsbeschränkungen  der  Begrenzungsverordnung,  denen  erwerbstätige  Drittstaatsangehörige  namentlich in Gestalt hoher Anforderungen an die berufliche Qualifikation  (Art. 8 BVO) und der Höchstzahlen (Art. 12 BVO) unterworfen sind. Das  erhebliche Gewicht des öffentlichen Interesses an der Durchsetzung der  restriktiven Einwanderungspolitik gegenüber Drittstaatsangehörigen zeigt  sich  daran,  dass  humanitäre  Gründe  in  diesem  rechtlichen  Zusammenhang  erst  Bedeutung  erlangen,  wenn  die  Betroffenheit  des  Einzelnen  die  Grenze  zum  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefall  im  Sinne von Art. 13 Bst. f BVO überschreitet. Nach der Auflösung der Ehe,  die  sie  von  restriktiven  qualitativen  und  quantitativen  Zulassungsvoraussetzungen  der  Begrenzungsverordnung  ausnehmen,  muss die ausländische Person dieses öffentliche Interesse grundsätzlich  wieder gegen sich gelten lassen, auch wenn sie nach Massgabe von Art. 

C­7406/2007 12  Abs.  2  zweiter  Satz  BVO  den  Höchstzahlen  der  Begrenzungsverordnung nach wie vor nicht untersteht. Es ist deshalb ein  vergleichsweise  strenger  Massstab  angebracht,  wenn  es  zu  beurteilen  gilt,  ob  nach  Wegfall  des  Privilegierungsgrundes  private  Interessen  bestehen,  denen  gegenüber  das  öffentliche  Interesse  an  der  Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  zurückzustehen  hat.  Dementsprechend geht das Bundesverwaltungsgericht mit der Vorinstanz  davon  aus,  dass  die  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach  Auflösung  der  Ehe  in  erster  Linie  ein  Instrument  zur  Vermeidung  von  Härtefällen  darstellt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1786/2007 vom 7. Juni 2010 E. 7.1 mit Hinweis; ferner Ziff. 654 ANAG­ Weisungen). 5.2. Unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit  ist zu prüfen, ob  die Durchsetzung der restriktiven Migrationspolitik im konkreten Einzelfall  zu  unbilligen,  vom  öffentlichen  Interesse  an  der  Durchsetzung  einer  restriktiven  Einwanderungspolitik  nicht  gedeckten  Härten  bei  der  betroffenen  ausländischen  Person  führt.  Entscheidend  ist,  inwieweit  es  der  ausländischen  Person  in  persönlicher,  wirtschaftlicher  und  sozialer  Hinsicht  zugemutet  werden  kann,  den  Aufenthalt  in  der  Schweiz  aufzugeben, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zu leben. Zu diesem  Zweck  ist  ihre  zukünftige  Situation  im  Ausland  den  persönlichen  Verhältnissen in der Schweiz gegenüberzustellen. Über die Zumutbarkeit  ist nach Massgabe der gesamten Umstände des Einzelfalles zu befinden.  Dazu gehören allgemeine,  von der Ehe unabhängige Elemente, wie die  Dauer  des  Aufenthaltes  in  der  Schweiz,  der  Grad  der  sozialen  und  wirtschaftlichen Integration in die hiesigen Verhältnisse, das Alter und der  gesundheitliche Zustand, soweit Kinder vorhanden sind, deren Alter und  schulische  Integration,  aber  auch  die  Unterkunft  und  die  Reintegrationsmöglichkeiten  in  der  Heimat,  ferner  ehespezifische  Elemente,  wie  die  Dauer  der  Ehe  und  die  Umstände,  die  zu  deren  Auflösung geführt haben. Steht fest, dass der ausländischen Person eine  Weiterführung  der  ehelichen  Beziehung  nicht  länger  zugemutet  werden  konnte, namentlich weil sie Opfer von Misshandlungen geworden war, so  ist  dies  besonders  zu  berücksichtigen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1786/2007  vom  7.  Juni  2010  E.  7.2  mit  Hinweis; ferner Ziff. 654 ANAG­Weisungen). 5.3.  Dabei  hat  die  Interessenabwägung  der  Tatsache  Rechnung  zu  tragen, dass mit der fortschreitenden Dauer des geregelten Aufenthaltes  in einer ehelichen Gemeinschaft das private  Interesse an einer weiteren 

C­7406/2007 Bewilligungsverlängerung  allmählich  an  Gewicht  gewinnt,  bis  einer  gut  integrierten,  unbescholtenen  Person  das  öffentliche  Interesse  an  einer  restriktiven  Integrationspolitik  nicht  länger  entgegengehalten  werden  kann. In einem solchen Fall bedarf nicht die Verlängerung, sondern deren  Verweigerung  einer  Rechtfertigung.  Im  Sinne  einer  Faustregel  kann  gesagt werden, dass diese zeitliche Grenze nach fünf Jahren Aufenthalt  erreicht sein dürfte (vgl. dazu Ziff. 654 ANAG­Weisungen, die eine solche  zeitliche Grenze in offensichtlicher Analogie zu Art. 7 Abs. 1 und Art. 17  Abs. 2 ANAG aufstellen; vgl. ferner die Regelungen des Art. 50 AuG und  Art. 77 VZAE, die ebenfalls beide dieselben Anforderungen an die Dauer  des Aufenthaltes in ehelicher Gemeinschaft stellen). Ansonsten kommt es  darauf  an,  welche  Bedeutung  den  ehespezifischen  Elementen  im  jeweiligen  Einzelfall  zukommt,  das  heisst  namentlich  der  Dauer  der  ehelichen  Gemeinschaft  auf  schweizerischem  Territorium,  den  Umständen der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft und – in letzterem  Zusammenhang  –  allfälligen  Gewalterfahrungen  in  der  Ehe  sowie  der  Existenz  gemeinsamer  Kinder.  Je  mehr  diese  Elemente  ins  Gewicht  fallen, umso eher wird man von einer hinreichend schweren Betroffenheit  ausgehen  können.  Umgekehrt  rechtfertigt  sich  ein  umso  strengerer  Massstab,  als  sich  die  Härtesituation  nicht  gerade  aus  den  oben  genannten  ehespezifischen  Elementen  ableiten  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1786/2007  vom  7. Juni  2010  E.  7.3 mit  Hinweis;  vgl.  schliesslich  die  abgestufte  Regelung  in  Art.  50  AuG).  Dabei  darf  nicht  ausser  Acht  gelassen  werden,  dass  der  Verordnungsgeber  den  Aufenthalt  ausländischer  Ehegatten  von  Personen mit  Aufenthaltsbewilligung  nach  Auflösung  der  Ehe  begünstigt,  indem  er  bestimmt,  dass  sie  von  der  Höchstzahlen  der  Begrenzungsverordnung  ausgenommen  bleiben,  und  auf  diese Weise  ihrer  besonderen Lage Rechnung  trägt  (Art.  12 Abs.  2  zweiter Satz BVO). 6.  6.1. Die  kinderlos  gebliebene Ehe des Beschwerdeführers  hatte  bis  zur  Scheidung  fünf Jahre und zehn Monate Bestand. Tatsächlich wurde die  eheliche Lebensgemeinschaft im März 2005 aufgegeben, d.h. nach einer  Ehedauer  von  vier  Jahren  und  acht  Monaten.  Soweit  der  Beschwerdeführer  auf  Rechtsmittelebene  behauptet,  in Wahrheit  sei  es  erst  im  Frühjahr  2006  zur  Trennung  gekommen,  kann  er  nicht  gehört  werden. Es  sind  der Beschwerdeführer  und  seine  geschiedene Ehefrau  gewesen,  die  gegenüber  der  kantonalen  Migrationsbehörde  übereinstimmend angaben, sie hätten sich im März 2005 getrennt. Diese 

C­7406/2007 Tatsache  lässt  sich  weder  durch  die  Mutmassungen  des  Beschwerdeführers über mögliche Missverständnisse in seinen Aussagen  gegenüber  der  kantonale Migrationsbehörde wegerklären  noch  lässt  sie  sich durch den Umstand in Frage stellen, dass ein Wohnungswechsel der  Einwohnerkontrolle  erst  per  30.  Juli  2006  angezeigt  wurde.  Hinzu  tritt,  dass  die  Vorinstanz  für  den  Beschwerdeführer  deutlich  erkennbar  vom  März 2005 als Trennungsdatum ausging, ohne dass sich dieser zu einer  Richtigstellung  veranlasst  gesehen  hätte.  Ganz  im  Gegenteil:  Nach  Einsicht  in  die  kantonalen Akten  nahm er  in  seiner Stellungnahme  vom  21. September  2007  ausdrücklich  Bezug  auf  die  Erkenntnisse  der  kantonalen  Migrationsbehörde,  wonach  sich  die  Ehegatten  nach  viereinhalb  Jahren  getrennt  hätten.  Angesichts  der  klaren  Beweislage  kann von Beweiserhebungen, die der Beschwerdeführer zur Klärung der  Frage beantragt (Parteiverhör, Einvernahme der geschiedenen Ehefrau),  ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs in antizipierter Beweiswürdigung  abgesehen werden (vgl. Art. 33 Abs. 1 VwVG; BGE 131 I 153 E. 3 S. 157  mit Hinweisen; statt mehrerer anderer vgl. auch Urteil des Bundesgerichts  1C_460/2008 vom 3. Februar 2009 E.3). Dennoch ist  festzustellen, dass  mit  vier  Jahren  und  acht  Monaten  die  eheliche  Gemeinschaft  auf  Schweizer Boden vergleichsweise  lang dauerte. Diesem Umstand  ist  im  Rahmen der Interessensabwägung angemessen Rechnung zu tragen. 6.2.  Dem  Beschwerdeführer,  der  seit  elf  Jahren  in  der  Schweiz  lebt,  bescheinigte  die  Vorinstanz  aufgrund  ihres  damaligen  Kenntnisstands  Integrationsbemühungen,  die  eher  über  dem  Durchschnitt  lägen.  Diese  Bewertung  erfolgte  weniger  wegen  des  klaglosen  Verhalten  des  Beschwerdeführers  und  seinen  guten  Sprachkenntnissen,  sondern  vor  allem wohl deshalb, weil  er  seinerzeit  den Schritt  in die Unabhängigkeit  wagte  und mit  der  UKI  GmbH  ein  Baugeschäft  in  Basel  gründete,  das  seinen Angaben zufolge drei Personen Arbeit gab. Darauf berief sich der  Beschwerdeführer  noch  in  der  Rechtsmittelschrift  und  der  Replik.  In  seiner Eingabe vom 26. Oktober  2010, mit  der  er  auf Aufforderung des  Gerichts  den  Sachverhalt  aktualisierte,  äusserte  er  sich  nicht  mehr  zu  seinem  Baugeschäft  und  den  Arbeitsplätzen,  betonte  jedoch  seine  fortgeschrittenen  Sprachkenntnisse,  seine  berufliche  Integration  und  seinen  tadellosen  Leumund.  Der  Beschwerdeführer  verschwieg  dabei,  dass  er  zu  diesem  Zeitpunkt  mit  neunzehn  weiteren  Personen  wegen  mehrfachen  Steuerbetrugs  unter  Anklage  stand  und  dass  gegen  sein  Unternehmen  zahlreiche  Betreibungen  und  Verlustscheine  vorlagen  (Stand  per  9.  März  2011:  34  Betreibungen  über  insgesamt  Fr.  326'193.00,  worauf  23  Verlustscheine  im  Gesamtbetrag  von 

C­7406/2007 Fr. 193'668.00  auf  geschuldete  Steuern  und  Sozialabgaben  entfallen).  Am 5. April 2011 wurde schliesslich über das Unternehmen der Konkurs  eröffnet,  der  später  mangels  Aktiva  eingestellt  werden  musste.  Der  Beschwerdeführer selbst wurde mit Urteil des Strafgerichts des Kantons  Basel­Stadt  vom 15. April  2011 des mehrfachen Steuerbetrugs schuldig  erklärt  und  zu  einer  bedingten  Geldstrafe  von  195  Tagessätzen  nebst  einer Busse von Fr. 5'000.00 verurteilt. 6.3.    Das  Urteil  des  Strafgerichts  ist  zwar  noch  nicht  rechtkräftig,  der  abgeurteilte Lebenssachverhalt erscheint  jedoch hinreichend erstellt, um  im  Rahmen  des  vorliegenden  Verfahrens  berücksichtig  werden  zu  können. Er präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt: In den Jahren 2004  bis 2008 taten sich diverse Inhaber von in Basel domizilierten Firmen mit  einem  selbständig  tätigen  Buchhalter  zusammen,  um  mit  Hilfe  verfälschter  Bilanzen  zu  unrechtmässigen  fiskalischen  Vorteilen  zu  gelangen.  Von  den  Dienstleistungen  dieses  (geständigen)  Buchhalters  machte  auch  der  Beschwerdeführer  als  geschäftsführender  Gesellschafter  der  im Juni  2007 gegründeten UKI GmbH Gebrauch. So  wies  der  Buchhalter  den  tatsächlich  erwirtschafteten  Gewinn  für  die  Geschäftsjahre 2007 und 2008 nicht aus, sondern verfasste Rechnungen  für  fiktive  Fremdarbeiten  im  Gesamtbetrag  von  Fr.  366'614.55,  deren  Verbuchung  den  steuerrelevanten  Gewinn  im  Geschäftsjahr  2007  um  Fr. 80'000.00 und  im Geschäftsjahr  2008 um Fr. 150'256.40  verringerte.  Die  solchermassen  verfälschten  Jahresrechnungen  legte  der  Beschwerdeführer  den  Steuererklärungen  2007  und  2008  seiner  UKI  GmbH bei. Im Rahmen des Strafverfahrens bestritt der Beschwerdeführer  nicht,  dass  die  verbuchten  Fremdarbeiten  und  die  ihnen  zugrundeliegenden  Belege  fiktiv  sind.  Er  behauptete  jedoch,  von  den  Umtrieben  des  Buchhalters  nichts  gewusst  zu  haben,  und  machte  ansonsten  geltend,  sein  Verdienst  habe  ihm  nur  knapp  zum  Leben  gereicht.  Das  Gericht  hielt  ihm  entgegen,  dass  er  einerseits  über  sein  offizielles Gehalt hinaus unkontrolliert Geld vom Geschäftskonto bezogen  und  unter  anderem  im  Casino  mit  monatlichen  Ausgaben  von  bis  zu  Fr. 3'000.00 Franken verbraucht und andererseits mit seinem Buchhalter  für  die  Jahresabschlüsse  2007  und  2008  das  aussergewöhnlich  hohe  Honorar  von  Fr. 35'000.00  vereinbart  hatte.  Aus  den  genannten  und  weiteren  Gründen  stand  für  das  Gericht  ausser  Frage,  dass  der  Beschwerdeführer  die  illegalen  Dienstleistungen  seines  Buchhalters  bewusst in Anspruch genommen hatte.

C­7406/2007 6.4.  Der  Beschwerdeführer  wurde  jedoch  bereits  zu  einem  früheren  Zeitpunkt  straffällig. Am 26. November 2007 sprach  ihn das Bezirksamt  Aarau  der  mehrfachen  groben  Verletzung  von  Verkehrsregeln  schuldig  und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen bei  einer  Probezeit  von  zwei  Jahren.  Das  Strafgericht  des  Kantons  Basel­ Stadt stellte  in seinem Urteil vom 15. April 2011 zwar fest, dass er noch  während  der  Probezeit  delinquiert  hatte.  Da  die  Vorstrafe  in  Bezug  auf  den Steuerbetrug nicht einschlägig war, verzichtete das Strafgericht aber  auf  einen Widerruf  des  bedingten  Strafvollzugs.  Es  hielt  allerdings  fest,  dass der Beschwerdeführer mit seiner erneuten Delinquenz eine gewisse  Gleichgültigkeit  gegenüber  Sanktionen  offenbare,  weshalb  es  die  Probezeit  um ein  Jahr  verlängerte.  Alles  in  allem  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführers  keineswegs  über  einen  tadellosen  Ruf  verfügt,  wie  er  noch  im  Rahmen  seiner  Eingabe  vom  26.  Oktober  2010  wahrheitswidrig  und  unter  Verheimlichung  wesentlicher  Sachverhaltsentwicklungen  behauptete.  Als  Verkehrsteilnehmer  und  vor  allem  als  Unternehmer  hat  er  sich  gegenüber  seiner  eigenen  Firma,  deren  Gläubigern  und  dem  Gemeinwesen  in  einer  Art  und  Weise  verhalten,  welche  den  notwendigen  Respekt  gegenüber  der  schweizerischen  Rechtsordnung  vermissen  lässt.  Trotz  des  vergleichsweise  langen Aufenthaltes  in  der Schweiz  von elf  Jahren und  trotz  seines  in  anderen  Bereichen  unauffälligen  Lebenswandels  kann  daher  nur  von  einer  unterdurchschnittlichen  Integration  des  Beschwerdeführers ausgegangen werden. 6.5. Zu Gunsten des Beschwerdeführer ist zu berücksichtigen, dass sich  ein  grosser  Teil  seiner  nahen  Verwandtschaft  in  der  Schweiz  aufhält,  ferner, dass mit dem Aufenthaltsrecht des Beschwerdeführers auch das  Aufenthaltsrecht  seiner  heutigen  Ehefrau  und  der  zwei  gemeinsamen  Kinder  in  Frage  gestellt  wird  und  dementsprechend  auch  deren  Interessen in die Verhältnismässigkeitsprüfung einzubeziehen sind. Dabei  fällt ins Gewicht, dass die Verantwortung für die Situation zum guten Teil  bei der kantonalen Migrationsbehörde liegt. Nicht nur verlängerte sie dem  Beschwerdeführer  seine  Aufenthaltsbewilligung  bis  August  2007,  ohne  die  notwendige Zustimmung der Vorinstanz einzuholen. Darüber  hinaus  gewährte  sie  der  zweiten  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  vorbehaltlos  den  Familiennachzug.  Beides  ermöglichte  erst  die  Entstehung  von  Interessenpositionen, welche aus Gründen nachträglich  in Frage gestellt  werden,  die  bereits  der  Bewilligungsverlängerung  und  dem  Familiennachzug  entgegenstanden.  Dass  die  kantonale  Migrationsbehörde  während  Rechtshängigkeit  des 

C­7406/2007 Zustimmungsverfahrens  dem  Beschwerdeführer  irrtümlich  erneut  die  Aufenthaltsbewilligung  verlängerte,  stellt  sich  –  auch  wenn  dies  umgehend  widerrufen  wurde  –  als  letzter  Akt  einer  gesamthaft  verunglückten Verfahrensführung dar. 6.6. Das Bundesverwaltungsgericht geht sodann mit der Vorinstanz darin  einig,  dass  der  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  mit  seiner  Familie  in  den  Kosovo  keine  unüberwindbaren  Hindernisse  entgegenstehen  würden,  auch  wenn  eine  Wiedereingliederung,  vor  allem  in  wirtschaftlicher  Hinsicht,  sicherlich  mit  mancherlei  Schwierigkeiten  verbunden  sein  kann  Der  Beschwerdeführer  ist  jung  und  –  soweit  bekannt  –  gesund.  Den  wesentlichen  Teil  seines  bisherigen  Lebens  verbrachte er in seiner Heimat, zu der er nach wie vor enge Beziehungen  unterhält, was sich in regelmässigen Besuchen äussert. Zudem verfügt er  über  berufliche  Kenntnisse  im  Baugewerbe,  die  er  auch  in  seinem  Heimatland  sinnvoll  einsetzen  kann. Nichts  anderes  gilt  im Ergebnis  für  seine Ehefrau, die sich erst seit vier Jahren in der Schweiz aufhält. Auch  die  Entwicklung  der  beiden  Kleinkinder  des  Ehepaares  ist  durch  eine  Übersiedlung in den Kosovo nicht erkennbar gefährdet.  7.  Im  Rahmen  einer  Gesamtschau  aller  betroffenen  privaten  und  öffentlichen Interessen ist zwar einzuräumen, dass der Beschwerdeführer  und seine Familie durch den Verlust des Aufenthaltsrechts in der Schweiz  empfindlich  in  ihren  persönlichen  Verhältnissen  getroffen  werden.  Der  Eingriff  kann  jedoch  nicht  als  derart  schwer  angesehen  werden,  dass  dem  privaten  Interesse  an  der  weiteren  Regelung  des  Aufenthaltes  gegenüber  dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Durchsetzung  der  restriktiven Migrationspolitik  – Personen aus dem Nicht­EFTA/EU­Raum  betreffend – im Rahmen einer pflichtgemässen Ermessensausübung und  auf  der  Grundlage  des  zur  Anwendung  gelangenden  strengen  Beurteilungsmassstabs  Vorrang  eingeräumt  werden  könnte.  Die  Verweigerung  der  Zustimmung  durch  die  Vorinstanz  ist  daher  nicht  zu  beanstanden. 8.  Aus  der  Rechtmässigkeit  der  Zustimmungsverweigerung  folgt  ohne  weiteres die Rechtmässigkeit der Wegweisung aus der Schweiz (vgl. Art.  12 Abs. 3 ANAG), und es bliebe zu prüfen, ob dem Wegweisungsvollzug  Hindernisse  im  Sinne  von  Art.  14a  ANAG  entgegenstehen.  Nachdem  jedoch die in diesem Zusammenhang geltend gemachten Schwierigkeiten 

C­7406/2007 einer Reintegration in Kosovo bereits weiter oben behandelt und als nicht  rechtserheblich  beurteilt  wurden,  ist  die  angefochtene  Verfügung  auch  unter diesem Gesichtspunkt zu Recht ergangen. 9.  Ist  die  angefochtene  Verfügung  solchermassen  im  Lichte  von  Art.  49  VwVG nicht zu beanstanden, so ist die Beschwerde abzuweisen. 10.  Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende  Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.­ festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3  Bst. b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). 11.  Das  vorliegende  Urteil  ist  endgültig  (Art.  83  Bst.  c  Ziff.  2  des  Bundesgerichtsgesetzes [SR 173.110]).

C­7406/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (…) – die Vorinstanz (…) – das Migrationsamt des Kantons Basel­Stadt (…) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Andreas Trommer Julius Longauer Versand:

C-7406/2007 — Bundesverwaltungsgericht 29.10.2011 C-7406/2007 — Swissrulings