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Bundesverwaltungsgericht 05.01.2012 C-7145/2008

5 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,175 parole·~11 min·1

Riassunto

Personen mit vorläufiger Aufnahme | Verweigerung der Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen (Art. 84 Abs. 5 AuG)

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­7145/2008 Urteil   v om   5 .   J a nua r   2012 Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf, Richterin Ruth Beutler, Gerichtsschreiber Rudolf Grun. Parteien R._______, vertreten durch Rechtsanwältin Antigone Schobinger, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Verweigerung der Zustimmung zur Erteilung einer  Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen (Art. 84  Abs. 5 AuG).

C­7145/2008 Sachverhalt: A.  Der  aus  dem  Irak  stammende  Beschwerdeführer  gelangte  am  2.  März  2003 unter dem Namen M._______ (geb. 1985) in die Schweiz und stellte  ein Asylgesuch. Mit Verfügung vom 30. November 2005 lehnte das BFM  das  Asylgesuch  ab  und  wies  ihn  aus  der  Schweiz  weg.  Wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  ordnete  es  gleichzeitig  die  vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers an. B.  Am 15. Februar 2008 ersuchte der Beschwerdeführer beim Migrationsamt  des  Kantons  Zürich  um  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung.  Im  Verlaufe  dieses  Verfahrens  reichte  er  einen  am  17.  März  2008  ausgestellten  irakischen  Reisepass  der  Serie  S  ein,  der  ihn  als  Ra._______  (geb.  […]  1983)  auswies.  Am  12.  Juli  2008  zeigte  die  kantonale  Migrationsbehörde  dem  BFM  ihre  Bereitschaft  an,  ihm  unter  Vorbehalt der Zustimmung durch das BFM eine Aufenthaltsbewilligung im  Sinne von Art. 84 Abs. 5 des Ausländergesetzes vom 16. Dezember 2005  (AuG, SR 142.20) i.V.m. Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG (Abweichung von den  Zulassungsvoraussetzungen  wegen  Vorliegens  eines  schwerwiegenden  persönlichen Härtefalls) zu erteilen. C.  Am  16.  Juli  2008  gewährte  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  das  rechtliche  Gehör  zur  beabsichtigten  Verweigerung  der  Zustimmung  (Widersprüche  zur  Identität,  vorgelegter Reisepass  der Serie S  von  der  Schweiz  nicht  anerkannt).  Von  dieser  Möglichkeit  machte  der  Beschwerdeführer Gebrauch, indem er am 4. September 2008 einen am  24. August 2008 ausgestellten irakischen Reisepass der Serie G lautend  auf  die Personalien R._______  (geb.  […] 1983) einreichte. Dieser Pass  wurde  durch  das  Urkundenlabor  der  Kantonspolizei  Zürich  einer  Echtheitsüberprüfung  unterzogen,  wobei  keine  objektiven  Fälschungsmerkmale  festgestellt  werden  konnten.  Hierauf  teilte  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer  am  15. September  2008  erneut  die  Absicht  mit,  dem  Antrag  der  kantonalen  Migrationsbehörde  auf  Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Härtefallbewilligung  nicht  stattzugeben.  Mit  einer  weiteren  Eingabe  vom  18.  September  2008  bestätigte  der  Beschwerdeführer  die  Richtigkeit  der  im  neuen  Reisepass  der  Serie  G  stehenden Personalien.

C­7145/2008 D.  Mit  Verfügung  vom  6. Oktober  2008  verweigerte  die  Vorinstanz  die  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  aus  humanitären  Gründen  erforderliche  Ausnahme  von  den  Begrenzungsmassnahmen  (recte:  Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen) und stellte gleichzeitig  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  weiterhin  in  der  Schweiz  vorläufig  aufgenommen  bleibe.  Zur  Begründung  führte  sie  im Wesentlichen  aus,  der Beschwerdeführer  habe seine echte  Identität  erst  nach einem mehr  als  fünf  Jahre dauernden Aufenthalt  in  der Schweiz und ausschliesslich  im  Hinblick  auf  die  Erteilung  einer  kantonalen  Aufenthaltsbewilligung  bekannt  gegeben. Damit  sei  das  in Art.  31 Abs.  2 der Verordnung vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung,  Aufenthalt  und  Erwerbstätigkeit  (VZAE, SR 142.201) genannte Kriterium der Offenlegung der Identität als  Teil seiner ihm obliegenden Mitwirkungspflicht klarerweise nicht erfüllt. E.  Mit  Rechtmitteleingabe  vom  10.  November  2008  beantragt  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  von  Ziffer  1  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Gutheissung  des  Antrags  des  Migrationsamtes des Kantons Zürich um Zustimmung zur Erteilung einer  Aufenthaltsbewilligung  wegen  Vorliegens  eines  schwerwiegenden  persönlichen Härtefalls. Zur Begründung bringt er  insbesondere vor, Art.  84 Abs. 5 AuG und Art. 31 Abs. 2 VZAE setzten nicht  voraus, dass die  Identität  des  gesuchstellenden  Ausländers  schon  während  des  Asylverfahrens  oder  jedenfalls  vor  Erteilung  der  Härtefallbewilligung  festgestanden  habe  bzw.  feststehen  müsse.  Die  Einführung  dieses  im  Gesetz  nicht  genannten  Kriteriums  durch  die  Vorinstanz  als  Voraussetzung  für  die  Erteilung  einer  Härtefallbewilligung  sei  weder  in  der  Gesetzessystematik  des  AuG  (und  also  auch  der  VZAE)  angelegt  noch  in  einer  bundesrätlichen  Verordnung  oder  gar  einer  Weisung  der  Vorinstanz  vorgesehen.  Es  handle  sich  um  eine  einschränkende  Interpretation des Wortlautes von Art. 31 Abs. 2 VZAE, die sich auf keine  objektiven  Gründe  stützen  könne  und  damit  rechtswidrig  sei.  Allenfalls  müsste  die  im  Asylverfahren  unterbliebene  Identitätsoffenlegung  im  Verhältnis  zu  allen  vom  Kanton  positiv  gewerteten  Gesichtspunkten  gewichtet  werden.  Eine  solche  Gesamtwürdigung  aller  Gesichtspunkte  und  Besonderheiten  würde  im  vorliegende  Fall  auch  dann  zu  einer  positiven  Einschätzung  führen,  wenn  man  die  späte  Offenlegung  der  Identität  in  Rechnung  stelle.  Die  vorbildliche  Integration  des  Beschwerdeführers  sei  real,  weshalb  ein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  vorliege.  Indem  die  Vorinstanz  keine  entsprechende 

C­7145/2008 Gesamtwürdigung  vorgenommen  habe,  habe  sie  ihr  Ermessen  nicht  pflichtgemäss ausgeübt. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um eine  umgehende  Anweisung  der  Vorinstanz,  die  in  die  Wege  geleitete  Überprüfung  seiner  vorläufigen  Aufnahme  bis  zum  Entscheid  über  die  vorliegende Beschwerde zu sistieren. F.  Mit  Zwischenverfügung  vom  17.  Februar  2009  trat  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  diesen  Sistierungsantrag mangels  Bezug  zum Streitgegenstand nicht ein. G.  Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 23. März 2009 auf  Abweisung der Beschwerde. H.  Mit  Replik  vom  27.  April  2009  hält  der  Beschwerdeführer  an  seinen  Begehren und deren Begründung fest. I.  Mit  verfahrensleitender  Anordnung  vom  17.  Oktober  2011  erhielt  der  Beschwerdeführer  Gelegenheit,  den  Sachverhalt  zu  aktualisieren  und  abschliessende  Bemerkungen  anzubringen,  wovon  er mit  Eingabe  vom  15. Dezember 2011 Gebrauch machte. J.  Auf  den  weiteren  Akteninhalt  (u.a.  die  beigezogenen  Akten  des  Migrationsamtes  des  Kantons  Zürich  und  die  mit  den  Eingaben  des  Beschwerdeführers eingereichten Belege) wird, soweit rechtserheblich, in  den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 

C­7145/2008 Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG  genannten  Behörden.  Darunter  fallen  u.a.  Verfügungen  des  BFM  betreffend  Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  aus  humanitären Gründen gemäss Art. 84 Abs. 5  i.V.m. Art. 30 Abs. 1 AuG.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig  (Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und Ziff. 5 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 (BGG, SR 173.110). 1.2. Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet  sich  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3. Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung  zur  Beschwerde  legitimiert  (Art.  48  Abs.  1  VwVG);  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden Erwägungen einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von   Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sach­  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides  (vgl.  BVGE  2011/1  E.  2  und  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­2682/2007 vom 7. Oktober 2010 E. 1.2 und  1.3). 3.  Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann grundsätzlich nur sein, was  Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.,  Zürich  1998,  Rz.  404,  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  Nr. 61, E. 4.1; BGE 117  Ib 118  f.).  Im vorliegenden Fall geht es – auch  wenn  das  Dispositiv  der  angefochtenen  Verfügung  insoweit 

C­7145/2008 missverständlich  ist  –  um  ein  Zustimmungsverfahren  nach  Art.  99  AuG  i.V.m.  Art.  85  Abs.  1  Bst.  a  VZAE.  Dieses  Verfahren  betrifft  auch  die  Frage nach der Abweichung von den Zulassungsvoraussetzungen nach  Art. 30 AuG und damit – so wie hier – die Zulassung  im Rahmen eines  schwerwiegenden  persönlichen Härtefalls  gemäss Art.  30 Abs.  1 Bst.  b  AuG und Art.  31 VZAE  (vgl.  zum Ganzen auch BVGE 2010/55  insb. E.  4.2,  MARTIN  NYFFENENEGGER  in  Caroni/Gächter/Thurnherr  [Hrsg.],  Stämpflis  Handkommentar  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG],  Art.  99  N  18  sowie  Weisungen  des  BFM  im  Ausländerbereich, Stand 30. September 2011, Ziff. 1.3.2). Es geht jedoch  – wie bereits in der Zwischenverfügung vom 17. Februar 2009 festgestellt  – nicht  darum,  über  die  von  der  Vorinstanz  in  den  Erwägungen  der  angefochtenen  Verfügung  angekündigte  Absicht  über  die  Wiederaufnahme  eines  bereits  in  die  Wege  geleiteten  Verfahrens  (Überprüfung der vorläufigen Aufnahme) zu befinden. Das Dispositiv der  vorinstanzlichen Verfügung – und nur dieses selbst ist Streitgegenstand –  enthält  lediglich  eine  rechtsgestaltende  bzw.  feststellende Anordnung  in  Bezug auf die Zulassungsvoraussetzungen (Ziffer 1) und stellt zudem in  Ziffer 2 des Dispositivs  fest, dass der Beschwerdeführer weiterhin  in der  Schweiz  vorläufig  aufgenommen  bleibt  (vgl.  dazu  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1486/2009  vom  9.  Dezember  2010  E.  2  und C­1250/2006 vom 8. November 2007 E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). 4.  4.1.  Mit  dem  Inkrafttreten  des  AuG  am  1.  Januar  2008  wurde  das  ehemalige  Bundesgesetz  vom  26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung der Ausländer  (ANAG, BS 1 121)  abgelöst  (vgl. Art.  125  AuG  i.V.m.  Ziff.  I  des  Anhangs  2  zum  AuG)  und  damit  auch  gewisse  Ausführungsverordnungen wie die Verordnung vom 6. Oktober 1986 über  die Begrenzung der Zahl der Ausländer (BVO, AS 1986 1791; vgl. Art. 91  VZAE). Auf Verfahren, die vor diesem Zeitpunkt eingeleitet wurden, bleibt  das  bisherige Recht  anwendbar  (vgl.  Art. 126 Abs.  1 AuG  sowie BVGE  2008/1, E. 2). Das Gesuch, auf welches sich die angefochtene Verfügung  bezieht,  wurde  nach  dem  Inkrafttreten  des  AuG  gestellt.  Für  die  Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ist daher auf das AuG und die  VZAE abzustellen. 4.2. Die Anwendung des neuen Rechts hat  jedoch nicht zur Folge, dass  die  bisherige Praxis  des Bundesgerichts  im Zusammenhang mit Art.  13  BVO unbeachtlich ist. Aus der Botschaft des Bundesrates zu Art. 30 AuG  geht  nämlich  klar  hervor,  dass  die  "Ausnahmen  von  den 

C­7145/2008 Zulassungsvorschriften" bereits  in der BVO enthalten sind und im neuen  Recht übernommen und soweit notwendig ergänzt werden (vgl. Botschaft  des  Bundesrates  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002, S. 3786). 5.  Abweichungen  von  den  Zulassungsvoraussetzungen  nach  Art.  30  AuG  fallen,  wie  schon  die  Ausnahme  von  der  zahlenmässigen  Begrenzung  gemäss  dem altrechtlichen Art.  13 Bst.  f  BVO,  in  die  Zuständigkeit  des  BFM (Art. 40 Abs. 1 AuG). Dieses entscheidet gemäss Art. 99 AuG über  seine  Zustimmung,  sofern  sich  die  zuständige  kantonale  Behörde  in  diesem  Rahmen  zur  Erteilung  der  Aufenthaltsbewilligung  bereit  erklärt  hat. Die Vorinstanz und mithin auch das Bundesverwaltungsgericht sind  daher nicht an die Einschätzung der kantonalen Behörde gebunden (vgl.  Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­2283/2010 vom 9. August 2011  E. 6.1 mit Hinweisen). 6.  6.1. Gemäss  Art.  84  Abs.  5  AuG  werden  Gesuche  um  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  von  vorläufig  aufgenommenen  Ausländerinnen  und  Ausländern,  die  sich  seit  mehr  als  fünf  Jahren  in  der  Schweiz  aufhalten,  unter  Berücksichtigung  der  Integration,  der  familiären  Verhältnisse und der Zumutbarkeit einer Rückkehr  in den Herkunftsstaat  vertieft  geprüft.  Andererseits  sind  die  Voraussetzungen  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalls  in  Art.  30  Abs.  1  Bst  b  AuG  i.V.m.  Art.  31  VZAE  definiert.  Art.  31  VZAE  legt  die  gemeinsamen  Beurteilungskriterien  zur  Prüfung  von  Aufenthaltsbewilligungsgesuchen  fest, welche gestützt auf Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 50 Abs. 1 Bst. b  AuG,  Art.  84  Abs.  5  AuG  und  Art.  14  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  eingereicht  werden  (vgl.  auch PETER  BOLZLI  in:  Spescha/Thür/Zünd/Bolzli  [Hrsg.],  Migrationsrecht,  2.  aktualisierte Ausgabe 2009, Rz. 10 zu Art. 84 AuG S. 203). Nach Art. 31  Abs.  1  VZAE  sind  bei  der  Beurteilung  eines  schwerwiegenden  persönlichen Härtefalls  insbesondere  die  Integration  des Gesuchstellers  (Bst.  a),  die  Respektierung  der  Rechtsordnung  (Bst. b),  seine  Familienverhältnisse (Bst. c), die finanziellen Verhältnisse sowie der Wille  zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (Bst. d),  die  Dauer  der  Anwesenheit  in  der  Schweiz  (Bst.  e),  der  Gesundheitszustand  (Bst.  f)  und  die  Möglichkeit  für  eine  Wiedereingliederung im Herkunftsland (Bst. g) zu berücksichtigen. Ferner 

C­7145/2008 muss die gesuchstellende Person die Identität offen legen (Art. 31 Abs. 2  VZAE). 6.2.  Art  84  Abs.  5  AuG  erwähnt  diesbezüglich  nur  drei  Beurteilungskriterien (Integration, familiäre Verhältnisse und Zumutbarkeit  der Rückkehr  in den Herkunftsstaat). Das Bundesverwaltungsgericht hat  sich in diesem Zusammenhang bereits zur Prüfungsbefugnis der Behörde  und  zum  nicht  abschliessenden  Charakter  der  dabei  anwendbaren  Beurteilungskriterien geäussert (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­ 5769/2009 vom 31. Januar 2011 E. 4.3). Danach unterscheiden sich die  Voraussetzungen  für  die  Anerkennung  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalls  bezüglich  eines  in  der  Schweiz  vorläufig  aufgenommenen  Ausländers  gemäss  Art.  84  Abs.  5  AuG  –  abgesehen  von  der  Pflicht  zur  vertieften  Prüfung  nach  einem  Aufenthalt  von  fünf  Jahren  –  grundsätzlich  nicht  von  den  Kriterien,  nach  denen  einer  Ausländerin  oder  einem  Ausländer  unter  Abweichung  der  Zulassungsvoraussetzungen gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG i.V.m. mit  Art. 31 VZAE eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann. 6.3.  Schon  aufgrund  der  Stellung  des  Art.  30  Abs.  1  Bst.  b  AuG  im  Gesetz  (unter  dem  Abschnitt  "Abweichungen  von  den  Zulassungsvoraussetzungen"),  seiner  Formulierung  und  den  vom  Bundesgericht in der Rechtsprechung zum entsprechenden Art. 13 Bst. f  BVO genannten und  jetzt  in Art. 31 Abs. 1 VZAE aufgeführten Kriterien,  die  allerdings  weder  einen  abschliessenden  Katalog  darstellen  noch  kumulativ  erfüllt  sein  müssen,  ergibt  sich,  dass  dieser  Bestimmung  Ausnahmecharakter  zukommt  und  dass  die  Voraussetzungen  zur  Anerkennung eines Härtefalls restriktiv zu handhaben sind. Die betroffene  Person muss sich in einer persönlichen Notlage befinden. Das bedeutet,  dass  ihre  Lebens­  und  Existenzberechtigung,  gemessen  am  durchschnittlichen  Schicksal  von  ausländischen  Personen,  in  gesteigertem Mass in Frage gestellt sein müssen bzw. die Verweigerung  einer  Abweichung  von  den  Zulassungsvoraussetzungen  für  sie  mit  schweren  Nachteilen  verbunden  wäre.  Bei  der  Beurteilung  eines  Härtefalles  müssen  sämtliche  Umstände  des  jeweiligen  Einzelfalls  berücksichtigt  werden.  Die  Anerkennung  als  Härtefall  setzt  nicht  zwingend voraus, dass die Anwesenheit in der Schweiz das einzige Mittel  zur  Verhinderung  einer  persönlichen  Notlage  darstellt.  Auf  der  anderen  Seite reichen eine  lang dauernde Anwesenheit und eine fortgeschrittene  soziale  und  berufliche  Integration  sowie  klagloses  Verhalten  für  sich  alleine  nicht  aus,  um  einen  schwerwiegenden  persönlichen Härtefall  zu 

C­7145/2008 begründen. Vielmehr wird  vorausgesetzt,  dass  die  ausländische Person  so enge Beziehungen zur Schweiz unterhält, dass von  ihr nicht verlangt  werden kann, in einem anderen Land, insbesondere in ihrem Heimatstaat  zu  leben.  Berufliche,  freundschaftliche  und  nachbarschaftliche  Beziehungen, welche die  betroffene Person während  ihres Aufenthaltes  in  der  Schweiz  knüpfen  konnte,  genügen  normalerweise  nicht  für  eine  Abweichung  von  den  Zulassungsvoraussetzungen  (vgl.  insbesondere  BGE 130 II 39 E. 3 S. 41 f. und BVGE 2007/45 E. 4.2, je mit Hinweisen). 7.  Der Beschwerdeführer hält sich seit März 2003 in der Schweiz auf und ist  seit November 2005 im Besitze einer vorläufigen Aufnahme. Damit erfüllt  er  die  formellen  Voraussetzungen  zur  Einleitung  eines  Aufenthaltsbewilligungsverfahrens gestützt auf Art. 84 Abs. 5 AuG. 8.  Die Vorinstanz vertritt  in der angefochtenen Verfügung die Meinung, der  Beschwerdeführer  habe  durch  Angabe  einer  falschen  Identität  im  Asylverfahren  ein  missbräuchliches  Verhalten  an  den  Tag  gelegt  und  damit das in Art. 31 Abs. 2 VZAE genannte Kriterium der Offenlegung der  Identität als Teil der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht klarerweise nicht  erfüllt.  Entsprechend  stützt  sie  die  Verweigerung  der  Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  aus  humanitären  Gründen  einzig  auf diese Bestimmung.  8.1.  Die  Vorinstanz  übersieht  dabei,  dass  das  Erfordernis  der  Offenlegung der Identität  in Zusammenhang mit Art. 13 und Art. 90 AuG  steht,  wonach  die  Gesuch  stellende  Person  im  Bewilligungs­  und  Anmeldeverfahren ein gültiges Ausweispapier vorlegen und diesbezüglich  zutreffende  und  vollständige  Angaben  machen  muss.  Die  Verletzung  dieser zwingenden Vorschriften kann zwar den Widerruf einer Bewilligung  zur Folge haben  (Art. 62 Bst.  a  und Art.  63 Abs.  1 Bst.  a AuG)  und  zu  Zwangsmassnahmen (Art. 76 Abs. 1 Bst. b Ziff. 3 und Art. 77 Abs. 1 Bst.  c AuG) oder gar strafrechtlichen Sanktionen (Art. 120 Abs. 1 Bst. e AuG)  führen  (PETER  UEBERSAX,  Einreise  und  Aufenthalt,  in:  Peter  Uebersax/Thomas  Hugi  Yar/Thomas  Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis  Bd.  VIII,  2.  Auflage  Basel  2009,  Rz.  7.273  ff.),  einen  weiteren  Regelungsumfang  hat  die  insoweit  nur  deklaratorische  Verordnungsbestimmung  von  Art.  31  Abs.  2  VZAE  (abgesehen  von  der  wohl  ungenauen  Übersetzung  im  französischen  Text)  jedoch  nicht  und  bietet  insbesondere  auch  keinen 

C­7145/2008 Interpretationsspielraum  für  das  bisherige  Verhalten  der  Gesuch  stellenden  Person  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1207/2009  vom  6. Januar  2011  E.  4.3  mit  Hinweis).  Entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  erfasst  somit  Art.  31  Abs.  2  VZAE  das  Auftreten  des  Beschwerdeführers  unter  falscher  Identität  im  Asylverfahren bzw. vor Einleitung des Aufenthaltsbewilligungsverfahrens  nicht.  Ein  solches  Verhalten  wird  jedoch  unter  dem  Kriterium  der  Respektierung  der  Rechtsordnung  durch  die  Gesuchstellerin  oder  den  Gesuchsteller zu würdigen sein (vgl. Art. 31 Abs. 1 Bst. b VZAE; vgl. zum  Ganzen  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1207/2009  vom  6.  Januar 2011 E. 4.3 und 6.4 mit Hinweis). 8.2.  In  casu  hat  der  Beschwerdeführer  während  der  Hängigkeit  des  Verfahrens um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung bei der kantonalen  Migrationsbehörde einen irakischen Reisepass der Serie S mit gegenüber  dem später bei der Vorinstanz abgegebenen Reisepass der Serie G leicht  abweichenden  Personalien  (2  Buchstaben  seiner  Vornamen  anders)  eingereicht.  Da  es  sich  dabei  offensichtlich  nur  um  eine  andere  Schreibweise  handelt,  und  im  Übrigen  Nachname  und  Geburtsdatum  übereinstimmen, ist er der Pflicht der Offenlegung seiner Identität gemäss  Art.  31  Abs.  2  VZAE  nach  Einreichung  des  Aufenthaltsbewilligungsgesuches  in  rechtsgenüglicher  Weise  nachgekommen.  9.  9.1. Der  Beschwerdeführer  befindet  sich  –  zunächst  als  Asylbewerber,  danach  als  vorläufiger  Aufgenommener  –  seit  acht  Jahren  und  zehn  Monaten  in  der  Schweiz.  Laut  einem  Urteil  des  Bundesgerichts  ist  bei  einem Asylsuchenden  (mit  noch  hängigem Asylverfahren),  der  sich  seit  zehn  Jahren  in  der  Schweiz  aufhält,  in  der  Regel  vom  Vorliegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalls  auszugehen,  sofern  dieser  finanziell  unabhängig,  sozial  und  beruflich  gut  integriert  ist  und  sich  bis  dahin klaglos verhalten hat. Im Weiteren darf die Dauer des Aufenthaltes  nicht  absichtlich  durch  das  missbräuchliche  Ergreifen  von  Rechtmitteln  zum  Zwecke  der  Verzögerung  verlängert  worden  sein  (vgl.  BGE  124  II  110 E. 3). Die Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers (vgl. Art. 31 Abs.  1  Bst.  e  VZAE)  ist  vor  diesem  Hintergrund  (Asylentscheid  Ende  2005)  nicht als derart lang einzuschätzen, dass ohne das Vorliegen besonderer  Umstände  auf  einen  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefall  geschlossen werden könnte. Somit stellt sich die Frage, ob sich aus den  sonstigen  Umständen  des  Aufenthalts  und  Verhaltens  des 

C­7145/2008 Beschwerdeführers  eine  schwerwiegende  persönliche  Notlage  ableiten  lässt. 9.2. Zur Frage der in Art. 31 Abs. 1 Bst. a VZAE als Kriterium genannten  persönlichen und sozialen  Integration ergibt sich diesbezüglich  lediglich,  dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  einige  freundschaftliche  Beziehungen unterhält und der deutschen Sprache  insoweit mächtig  ist,  dass  er  sich  auch  im  Schriftverkehr  mit  den  Behörden  einigermassen  verständigen  kann, was  seine  handschriftlich  verfassten Eingaben  beim  BFM  belegen.  Andererseits  sind  –  abgesehen  vom  Besuch  des  TAST  Grundkurses B der Asyl­Organisation Zürich vom 4. September 2003 bis  6. Februar  2004  (20  Lektionen  pro  Woche  in  den  Fächern  Deutsch,  Mathematik,  Projekte,  Mensch  und  Umwelt  sowie  Gestalten)  –  keine  besonderen  Integrationsbemühungen  ersichtlich,  die  über  dem  Durchschnitt  eines  seit  mehreren  Jahren  hier  lebenden  Ausländers  liegen.  Eine  breite  soziale  Vernetzung,  die  über  die  gewöhnlichen  beruflichen,  nachbarschaftlichen  und  freundschaftlichen  Beziehungen  hinausgeht, liegt nicht vor. Insgesamt weist der Sachverhalt nicht auf eine  vertiefte  soziale  Integration  und  damit  auf  eine  überdurchschnittliche  Verwurzelung in der Schweiz hin. 9.3.  Art.  31  Abs.  1  Bst  b  VZAE  nennt  als  weiteres  Kriterium  die  Respektierung  der  Rechtsordnung.  Der  Beschwerdeführer  ist  im  Schweizerischen  Strafregister  nicht  verzeichnet  (vgl.  Auszug  des  Bundesamts  für  Justiz  vom  1.  November  2011).  Allerdings  ist  –  wie  bereits  festgestellt  –  auszuführen,  dass  er  bei  der  Einreichung  seines  Asylgesuchs  eine  falsche  Identität  angab  (falscher Name  und Vorname  sowie  falsches Geburtsdatum)  und  die  Behörden  während  Jahren  über  seine wahre  Identität  täuschte. So  reichte er noch  im August 2007 eine  auf  den  Namen Muhammad  Imad  (geb.  7.  August  1985)  lautende  und  angeblich  am  16.  Februar  2004  ausgestellte  (gefälschte)  Identitätskarte  zu den Akten. Erst im Frühjahr 2008 – nach Einreichung des Gesuchs um  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  –  legte  er  seine  wahre  Identität  offen und reichte bei der kantonalen Migrationsbehörde einen irakischen  Reisepass  ein.  Dies  stellt  grundsätzlich  einen  strafrechtlich  relevanten  Verstoss dar (vgl. Art. 118 Abs. 1 AuG). Mit der von Beginn an bewussten  Täuschung  der  Behörden  hat  der  Beschwerdeführer  die  im  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  gebotenen  Mitwirkungspflichten  (Art.  8  Abs.  1  AsylG) verletzt. Die Verletzung der Mitwirkungspflicht und die  jahrelange  Täuschung  der  Behörden  (mit  Hilfe  eines  gefälschten  Ausweises)  ist –  selbst wenn diesbezüglich kein Strafverfahren eröffnet wurde – zweifellos 

C­7145/2008 als fehlende Respektierung der Rechtsordnung zu qualifizieren und daher  im Rahmen der Härtefallprüfung bzw. von Art. 31 Abs. 1 Bst. b VZAE zu  berücksichtigen. 9.4.    Im Weiteren  nennt  Art.  31  Abs.  1  VZAE  die  Familienverhältnisse  (Bst.  c),  die  finanziellen Verhältnisse  sowie den Willen  zur Teilhabe am  Wirtschaftsleben  und  zum  Erwerb  von  Bildung  (Bst.  d),  den  Gesundheitszustand  (Bst.  f.)  und  die  Möglichkeiten  für  eine  Wiedereingliederung  im  Herkunftsstaat  (Bst.  g)  als  Kriterien  für  das  Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls. 9.4.1.  Der  Beschwerdeführer  ist  ledig,  hat  in  der  Schweiz  keine  Familienangehörigen und  lebt – soweit sich dies aus den Akten ergibt –  auch  nicht  mit  einer  Person  in  enger  Beziehung  zusammen.  Vom  15.  März  2004  bis  Ende  Mai  2008  arbeitete  er  als  Hausbursche  in  einem  Restaurationsbetrieb  und  verdiente  dort  zuletzt  Fr.  3'300.­  brutto  im  Monat.  Er  wurde  dort  für  sämtliche  Reinigungsarbeiten  eingesetzt,  war  verantwortlich  für  die  richtige  Bestuhlung  und  Vorbereitung  der  Banketträume, sorgte für Ordnung und Sauberkeit im Küchenbereich und  war  am  Buffet  im  Bistro  tätig.  Wie  aus  dem  Zwischenzeugnis  vom  14.  März  2008  hervorgeht,  erledigte  er  die  ihm  übertragenen  Arbeiten  zur  vollen Zufriedenheit seines Arbeitgebers, erwies sich als hilfsbereiter und  freundlicher Mitarbeiter, arbeitete sauber und speditiv, war  lernwillig und  lernfähig. Seit 19. Juni 2008 arbeitet er als Officeangestellter/Allrounder in  einem  anderen  Restaurationsbetrieb  in  Zürich  und  verdient  Fr.  3'700.­  brutto  im  Monat  (Vorbereiten  und  Auffüllen  des  Buffets,  Betreuung  der  Kasse, Mithilfe im Office und bei diversen Reinigungsarbeiten, Umstellen  des  Mobiliars  von  Tagesbetrieb  auf  Bankettbetrieb,  selbständiges  Aufdecken  und Vorbereiten  von Banketts  und Apéros, Durchführen  von  Apéros  und  kleinen  Banketts).  Gemäss  Zwischenzeugnis  vom  1.  November  2011  handelt  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um  einen  zuverlässigen  und  ausdauernden  Mitarbeiter.  Er  arbeitet  sorgfältig  und  gewissenhaft.  Seine  Aufgaben  erfüllt  er  mit  viel  Engagement  und  übernimmt  bereitwillig  allfällige  Mehrarbeiten.  Bei  Vorgesetzten  und  Mitarbeitenden  ist  er  aufgrund  seiner  freundlichen  und  kollegialen  Art  sehr  geschätzt.  Im  Umgang  mit  Gästen  ist  er  stets  freundlich  und  zuvorkommend. Von einer  ausserordentlichen beruflichen  Integration  im  Vergleich zu einer Vielzahl seit mehreren Jahren in der Schweiz lebender  Ausländer  kann  jedoch  trotz  guter  Arbeitszeugnisse  und  der  mit  der  Arbeitstätigkeit  verbundenen  finanziellen  Unabhängigkeit  nicht  ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer hat während der Zeit seiner 

C­7145/2008 beruflichen  Tätigkeit  weder  besondere  Fach­  oder  Spezialkenntnisse  erworben noch eine beachtenswerte berufliche Entwicklung an den Tag  gelegt,  die  in  seiner  Lage  als  überdurchschnittlich  bezeichnet  werden  könnte. 9.4.2. Der Beschwerdeführer ist als 20­jähriger junger Erwachsener in die  Schweiz  gekommen.  Er  hat  somit  den  grössten  Teil  seines  Lebens,  welcher  für  die  Persönlichkeitsbildung  und  die  Sozialisierung  wichtige  Phasen umfasst,  in seiner Heimat Irak (Provinz Dohuk) verbracht, wo er  gemäss  seinen  eigenen  Angaben  noch  Familienangehörige  hat.  Die  Rückkehr in seinen Herkunftsstaat erscheint von diesem Aspekt her nicht  mit  besonderen  Schwierigkeiten  verbunden.  Wenn  ihm  eine  allfällige  Wiedereingliederung  nach  fast  neun  Jahren  Abwesenheit  auch  nicht  einfach  fallen wird,  so  verfügt  er  in  seiner  Heimat  doch  über  familiären  und  sozialen  Rückhalt.  Hinzu  kommt,  dass  er  offensichtlich  gesund  ist  und nicht auf eine spezielle medizinische Betreuung angewiesen  ist, die  ihm  nur  in  der  Schweiz  und  nicht  in  seinem  Herkunftsstaat  gewährt  werden könnte. 9.5. Aus  den  Akten  ergibt  sich  auch  sonst  nichts,  was  auf  derart  enge  Beziehungen zur Schweiz schliessen liesse, dass vom Beschwerdeführer  nicht  verlangt  werden  könnte,  sein  Leben  in  einem  anderen  Land,  insbesondere  in  seiner  Heimat,  weiterzuführen.  Ausser  Acht  kann  schliesslich  im  vorliegenden  Verfahren  die  Frage  nach  der  aktuellen  Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  in  der  nordirakischen  Provinz  Dohuk  gelassen werden. Ob  dort  – wie  von  der Vorinstanz  am 18.  Juli  2007  gegenüber  dem  Beschwerdeführer  behauptet  –  tatsächlich  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  vorliegt  und  deshalb  der  Wegweisungsvollzug grundsätzlich zumutbar wäre, ist gegebenenfalls im  Verfahren betreffend Aufhebung der vorläufigen Aufnahme zu beurteilen. 10.  Damit  ist  abschliessend  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  die  Kriterien eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls nicht erfüllt.  Im  Ergebnis hat daher die Vorinstanz zu Recht die Zustimmung zur Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art.  84  Abs.  5  AuG  i.V.m.  Art.  30  Abs. 1 Bst. b AuG verweigert. 11.  Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene 

C­7145/2008 Verfügung  rechtsmässig  ist  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist  demzufolge abzuweisen. 12.  Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende  Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Verfahrenskosten sind auf Fr. 700.­ festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). Dispositiv Seite 14

C­7145/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  700.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt und mit dem am 24. Februar 2009 geleisteten Kostenvorschuss  gleicher Höhe verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. ZEMIS […] und N […] zurück) – das Amt für Migration des Kantons Zürich ad ZH […] Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Teuscher Rudolf Grun Versand:

C-7145/2008 — Bundesverwaltungsgericht 05.01.2012 C-7145/2008 — Swissrulings