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Bundesverwaltungsgericht 25.11.2011 C-6495/2009

25 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,305 parole·~22 min·1

Riassunto

Rentenanspruch | Rentengesuch, Verfügung vom 30.09.2009

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­6495/2009 Urteil   v om   2 5 .   No v embe r   2011 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richter Francesco Parrino,    Gerichtsschreiber Roger Stalder. Parteien A._______, Deutschland vertreten durch Thomas und Werner Gerspacher,  Rechtsanwälte, Amthausstrasse 3, Postfach 1230,  DE­1996 Bioley­de­Brignon (Baar), Beschwerdeführer,  gegen IV­Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  Avenue Edmond­Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    Vorinstanz.  Gegenstand Rentengesuch, Verfügung vom 30.09.2009.

C­6495/2009 Sachverhalt: A.  Der  1954  geborene,  in  Deutschland  wohnhafte  deutsche  Staatsbürger  A._______  (im  Folgenden:  Versicherter  oder  Beschwerdeführer)  war  in  den  Jahren  1973,  1974,  1977  bis  1978,  1986  bis  1988  und  2005  mit  Unterbrüchen  in  der  Schweiz  tätig  und  entrichtete  während  dieser  Zeit  Beiträge  an  die  obligatorische  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung (AHV/IV). Ab dem 7. Oktober 2005 erledigte er im  Rahmen eines bis Ende Dezember 2005 befristeten Arbeitsverhältnisses  Schreinerarbeiten. Er  konnte  diese Tätigkeit  nur  bis  zum 28. November  2005  ausüben,  da  er  sich  am  29.  November  2005  anlässlich  eines  Betriebsunfalles Verletzungen an der  rechten Hand zuzog.  In der Folge  war  er  zuletzt  ab November  2006  in Deutschland  als Hilfsarbeiter  tätig;  per  Ende  Mai  2007  erfolgte  der  Austritt  aus  dem  Arbeitgeberunternehmen.  Mit  Datum  vom  9. Mai  2008  meldete  er  sich  erstmals zum Bezug von  IV­Leistungen an; das entsprechende, von der  deutschen  Verbindungsstelle  weitergeleitete  Gesuch  ging  –  unter  anderem  zusammen  mit  der  Mitteilung  der  Deutschen  Rentenversicherung vom 13. November 2008 über die Rentengewährung  ab  1.  Juni  2008  wegen  voller  Erwerbsminderung  –  am  24.  November  2008  bei  der  Schweizerischen  Ausgleichskasse  (SAK)  ein  (Akten  [im  Folgenden:  act.]  der  Invalidenversicherungs­Stelle  für  Versicherte  im  Ausland [im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz] 1 bis 4, 7, 25 und 68). Nach Vorliegen der Fragebögen für den Arbeitgeber (act. 14 und 15) und  den Versicherten (act. 16) und zahlreicher medizinischer Dokumente aus  Deutschland  (act.  18  bis  56)  gab  Dr.  med.  C._______,  Fachärztin  für  Allgemeine  Innere  Medizin,  vom  Regionalen  Ärztlichen  Dienst  Rhone  (RAD) am 17. April  2009 eine Stellungnahme ab  (act. 58).  In der Folge  wurden am 19. Mai 2009 ein Einkommensvergleich erstellt  (act. 59) und  weitere  Abklärungen  in  beruflich­erwerblicher  Hinsicht  vorgenommen  (act. 60 bis 69). Daraufhin wurde dem Versicherten mit Vorbescheid vom  16. Juli 2009 eine vom 1. Mai 2007 (zufolge verspäteter Anmeldung) bis  31.  Januar  2009  befristete  ganze  Rente  in  Aussicht  gestellt  (act.  70).  Nachdem  jener  hiergegen  am  31.  Juli  2009  telefonisch  opponiert  und  weitere Unterlagen  eingereicht  hatte  (act.  71  bis  76),  erliess  die  IVSTA  am 30. September 2009 eine den Vorbescheid im Ergebnis bestätigende  Verfügung (act. 79; vgl. auch act. 77 und 78).

C­6495/2009 B.  Hiergegen  erhob  der  Versicherte  beim  Bundesverwaltungsgericht  mit  Eingabe vom 15. Oktober 2009 Beschwerde und beantragte sinngemäss  die  Aufhebung  der  Verfügung  vom  30.  September  2009  (Akten  im  Beschwerdeverfahren [im Folgenden: B­act.] 1). Nachdem ihm mit Zwischenverfügung vom 21. Oktober 2009 Gelegenheit  zur Beschwerdeverbesserung gegeben worden war (B­act. 2), führte er in  seiner Eingabe vom 28. Oktober 2009 aus, er erhalte in Deutschland seit  Juni  2008  die  "volle  Erwerbsminderungsrente",  weil  er  täglich  nur  während dreier Stunden  leichte Arbeit  verrichten  könne.  In der Schweiz  bekomme  er  bis  31. Januar  2009  eine  ganze  Rente.  Seither  habe  sich  sein Gesundheitszustand nicht verbessert und er könne noch immer nicht  arbeiten.  Er  verstehe  nicht,  weshalb  er  in  der  Schweiz  keine  Rente  bekommen  soll  und  angeblich  weiter  arbeiten  könne;  die  ärztlichen  Dokumente lägen vor (B­act. 3). C.  Nachdem der Beschwerdeführer, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt  Thomas  Gerspacher,  am  26.  November  2009  hatte  Akteneinsicht  beantragen  lassen  (B­act.  6  und  7;  vgl.  auch  B­act.  8  und  11  bis  13),  beantragte  die Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom 12. März  2010  die Abweisung der Beschwerde (B­act. 14).  Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  ausgeführt,  es  bestehe  keine  Bindung  der  IV  an  die  Beurteilung  des  deutschen  Sozialversicherungsträgers.  Mangels  neuer  Sachverhaltselemente  im  Beschwerdeverfahren  werde  auf  die  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Grunde  liegende Stellungnahme  des RAD  vom  17.  April  2009  (act.  58)  verwiesen.  Demnach  sei  der  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  Fingerverletzung  in  seinem  angestammten  Beruf  als  Schreiner  sowie  auch  in  leidensangepassten  Tätigkeiten  seit  dem  29.  November  2005  nicht  mehr  arbeitsfähig.  In  letzteren  bestehe  gestützt  auf  das  unfallchirurgische Gutachten vom 18. Januar 2007 (act. 32) seit dem 20.  Mai  2006  erneut  eine  gänzliche  Arbeitsfähigkeit,  welche  aufgrund  einer  Verschlechterung  der  rechten  Hüfte  ab  dem  1.  Mai  2007  wiederum  in  eine 100%igen Arbeitsunfähigkeit gemündet habe. Eine zunächst erfolgte  Erholung ab dem 10. August 2007 habe aufgrund von nun  linksseitigen  Hüftbeschwerden erneut eine kurzzeitige gänzliche Arbeitsunfähigkeit ab  dem 16. Januar 2008 gebracht. Auch hier sei ab dem 30. Oktober 2008  eine weitere Erholung eingetreten mit der Folge, dass Verweistätigkeiten 

C­6495/2009 wiederum  voll  ausübbar  seien.  Gestützt  auf  den  in  der  Folge  durchgeführten Einkommensvergleich (act. 59) sei die ganze IV­Rente zu  Recht  im Zeitraum vom 1. Mai 2007 bis 31.  Januar 2009  (dreimonatige  Frist gemäss Art. 88 Abs. 1 IVV) gewährt worden. D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  19.  März  2010  wurde  dem  Beschwerdeführer Gelegenheit zur Einreichung einer Replik gegeben und  dieser  –  unter  Hinweis  auf  die  Säumnisfolgen  –  aufgefordert,  einen  Kostenvorschuss  von  Fr.  400.­  in  der  Höhe  der  mutmasslichen  Verfahrenskosten  zu  leisten  (B­act.  15);  dieser  Aufforderung  wurde  nachgekommen (act. B­act. 18). E.  In  seiner  Replik  vom  26.  April  2010  liess  der  Beschwerdeführer  unter  Beilage  weiterer  Arztberichte  insbesondere  beantragen,  die  Verfügung  vom 30. September 2009 sei aufzuheben und es sei ihm auch ab dem 1.  Februar  2009  eine  IV­Rente  zu  gewähren  –  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge (B­act. 17 und 19). Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  ausgeführt,  der  Beschwerdeführer  sei  in  vollem  Umfang  erwerbsunfähig.  Er  habe  zwei  künstliche Hüftgelenke, was dazu führe, dass er beim Stehen und Sitzen  extreme  Schmerzen  habe.  Er  könne  höchstens  zehn  Minuten  stehen,  dann müsse  er  sich  hinsetzen.  Nach  ungefähr  zwanzig Minuten  Sitzen  müsse er mindestens eine halbe Stunde  liegen, und zufolge des hohen  Blutdrucks müsse er jede Nacht eine Sauerstoffmaske anziehen; er leide  an einer sogenannten "Luftapnoe". Neben der Erstickungsgefahr bestehe  diesbezüglich  noch  eine  akute  Herzinfarktgefahr.  Infolge  der  vier  Leistenbrüche  sei  die  Tragfähigkeit  extrem  eingeschränkt;  es  dürften  allerhöchstens  Lasten  bis  zehn  Kilogramm  getragen  werden.  Der  Beschwerdeführer  leide  des  Weiteren  an  einer  angebrochenen  Wirbelsäule, welche ihm erhebliche Schmerzen bereite. Auch die daraus  resultierenden,  sehr  starken  Beeinträchtigungen  führten  dazu,  dass  er  sich ungefähr jede halbe Stunde hinlegen müsse. Eine Arbeitsunfähigkeit  sei  bereits  alleine wegen der Rückenproblematik  gegeben.  Ferner  leide  der Beschwerdeführer an einem extremen Psychosyndrom. Als Folge der  in  den  Siebzigerjahren  erlittenen  Schädelverletzung  bestünden  beim  Beschwerdeführer  ganz  erhebliche  Depressionen  mit  Selbstmordabsichten.  Die  psychische  Erkrankung  liege  weiterhin  vor.  Abgesehen  von  der  geistigen  Verlangsamung  leide  der  Versicherte  an 

C­6495/2009 Vergesslichkeit,  Kopfschmerzen  und  nervösen  Zuckungen.  Infolge  der  psychischen  Problematik  sei  ihm  in  der  Vergangenheit  immer  wieder  gekündigt  worden.  Gemäss  der  Beurteilung  von  Dr. med.  E._______  ergebe  die  Summe  der  Störungen  und  Erkrankungen  ein  nicht  mehr  verwertbares  Leistungsvermögen.  Diese  Arbeitsunfähigkeit  bestehe  auf  Dauer, wobei keine Besserung des Gesundheitszustandes erzielt werden  könne.  Den  Ausführungen  von  Dr.  med.  C._______,  wonach  die  Schädelverletzung nicht zu psychischen und geistigen Krankheiten führe,  müsse  widersprochen  werden.  Die  behandelnden  Ärzte  sowie  die  Gutachterin  der  Deutschen  Rentenversicherung  hätten  beim  Beschwerdeführer  eine  eindeutige  psychische  Erkrankung  festgestellt,  welche  dazu  führe,  dass  er  erwerbsunfähig  sei.  Zusammenfassend  sei  die  Summe  aller  körperlichen  und  geistigen  Beschwerden  zu  berücksichtigen,  was  offensichtlich  vom  RAD  ausser  Acht  gelassen  worden sei. Dieser habe bloss einzelne Erkrankungen berücksichtigt und  – nebst  anderen  –  die  psychische  Krankheit  völlig  unberücksichtigt  gelassen. Da Dr. med. C._______ keine fachärztliche Ausbildung auf den  Gebieten  der  Neurologie  und  Psychiatrie  habe,  sei  ein  weiteres  neurologisch­psychiatrisches  Gutachten  einzuholen,  welches  die  Erwerbsunfähigkeit des Beschwerdeführers bestätigen werde. F.  Nachdem  der Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers mit  Eingabe  vom  4.  Juni  2010  unaufgefordert  weitere  Unterlagen  eingereicht  hatte  (B­ act. 21) und diese mit prozessleitender Verfügung vom 16. Juni 2010 der  Vorinstanz  zur  Berücksichtigung  im  Rahmen  der  Duplik  übermittelt  worden  waren  (B­act.  22),  hielt  diese  am  25.  Juni  2010  an  ihren  Rechtsbegehren  fest  (B­act.  23).  Zur  Begründung  verwies  sie  auf  die  Stellungnahme des RAD vom 15. Juni 2010 (act. 87). G.  Nachdem  mit  prozessleitender  Verfügung  vom  6.  Juli  2010  der  Schriftenwechsel  geschlossen  worden  war  (B­act.  24),  reichte  der  Rechtsvertreter  unaufgefordert  mittels  Faxeingabe  vom  29.  Juli  2007  zusätzliche Unterlagen ein (B­act. 25); die Originale gingen per Briefpost  am  2.  August  2010  ein  (B­act.  26)  und  wurden  der  Vorinstanz  mit  prozessleitender Verfügung vom 3. August 2010 zur Kenntnis zugestellt  (B­act. 27).

C­6495/2009 H.  Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Parteien  ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Zu  den  anfechtbaren  Verfügungen  gehören  jene  der  IVSTA,  welche  eine  Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG;  vgl.  auch Art. 69 Abs. 1 Bst.  b des Bundesgesetzes vom 19.  Juni 1959  über die  Invalidenversicherung  [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was  das Sachgebiet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG). 1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach  dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).  Gemäss Art.  3 Bst.  dbis VwVG bleiben  in  sozialversicherungsrechtlichen  Verfahren  die  besonderen  Bestimmungen  des  ATSG  vorbehalten.  Gemäss  Art.  2  ATSG  sind  die  Bestimmungen  dieses Gesetzes  auf  die  bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und  soweit  die  einzelnen  Sozialversicherungsgesetze  es  vorsehen.  Nach  Art. 1  IVG  sind  die  Bestimmungen  des  ATSG  auf  die  IV  anwendbar  (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung  vom  ATSG  vorsieht.  Dabei  finden  nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  in  formellrechtlicher  Hinsicht  mangels  anderslautender  Übergangsbestimmungen  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  Anwendung,  welche  im  Zeitpunkt  der  Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.3.  Die  Beschwerde  wurde  frist­  und  formgerecht  eingereicht  (vgl. Art. 22a  in  Verbindung  mit  Art.  60  des  Bundesgesetzes  vom  6.  Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil  des Sozialversicherungsrechts  [ATSG,  SR  830.1]  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG).  Als  Adressat  der  angefochtenen  Verfügung  vom  30.  September  2009  (act.  79)  ist  der 

C­6495/2009 Beschwerdeführer berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren  Aufhebung  oder  Änderung  (vgl.  Art.  59  ATSG).  Nachdem  auch  der  Kostenvorschuss  fristgerecht  geleistet  worden  war,  ergibt  sich  zusammenfassend, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind.  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4.  1.4.1.  Anfechtungsobjekt  bildet  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  30. September  2009  (act.  79),  mit  welcher  dem  Beschwerdeführer  bei  einem  Invaliditätsgrad  von 100 %  für  die Zeit  vom 1. Mai  2007  (zufolge  verspäteter Anmeldung im Sinne von Art. 48 Abs. 2 IVG) bis Ende Januar  2009  eine  ganze  IV­Rente  zugesprochen  worden  war.  Streitig  und  zu  prüfen  ist,  ob  der  Beschwerdeführer  auch  darüber  hinaus  einen  Rentenanspruch hat und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob die  Vorinstanz den Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat.  Dabei gilt Folgendes zu berücksichtigen: 1.4.2.  In  anfechtungs­  und  streitgegenständlicher  Hinsicht  liegt  ein  Rechtsverhältnis  vor,  wenn  rückwirkend  eine  abgestufte  und/oder  befristete  IV­Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die  Befristung der Leistungen – wie vorliegend – angefochten, wird damit die  richterliche Überprüfungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass  die  unbestritten  gebliebenen  Rentenbezugszeiten  von  der  richterlichen  Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a).  Diese  Grundsätze  gelten  auch  dann,  wenn  eine  rückwirkende  Zusprechung  einer  abgestuften  und/oder  befristeten  Invalidenrente  in  mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164).  Ergänzend  ist  zu  berücksichtigen,  dass  bei  rückwirkender  Zusprechung  einer  abgestuften  oder  befristeten  IV­Rente  die  für  die  Rentenrevision  geltenden  Bestimmungen  analog  anzuwenden  sind  (BGE  109  V  125;  Urteil  des  Bundesgerichts  [im  Folgenden:  BGer]  8C_87/2009  vom  16.  Juni 2009 mit Hinweisen). 1.5. Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht  einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG).

C­6495/2009 2.  Im  Folgenden  sind  vorab  die  im  vorliegenden  Verfahren  weiter  anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 2.1. Der Beschwerdeführer  besitzt  die  deutsche Staatsbürgerschaft  und  wohnt  in Deutschland  (vgl.  Bst.  A.  hiervor),  so  dass  vorliegend  das  am  1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  andererseits  über  die  Freizügigkeit  vom  21.  Juni  1999  (Freizügigkeitsabkommen,  im  Folgenden:  FZA,  SR  0.142.112.681)  anwendbar  ist  (Art.  80a  IVG  in  der  Fassung  gemäss  Ziff.  I  4  des  Bundesgesetzes vom 14. Dezember 2001 betreffend die Bestimmungen  über  die  Personenfreizügigkeit  im  Ab­kommen  zur  Änderung  des  Übereinkommens  zur  Errichtung  der  EFTA,  in  Kraft  seit  1. Juni  2002).  Das  Freizügigkeitsabkommen  setzt  die  verschiedenen  bis  dahin  geltenden  bilateralen  Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen  Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20  FZA).  Gemäss  Art.  8  Bst.  a  FZA  werden  die  Systeme  der  sozialen  Sicherheit  koordiniert,  um  insbesondere  die  Gleichbehandlung  aller  Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der  Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (SR 0.831.  109.268.1)  haben  die  Personen,  die  im  Gebiet  eines  Mitgliedstaates  wohnen, für die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten  aufgrund  der  Rechtsvorschriften  eines  Mitgliedstaates  wie  die  Staatsangehörigen  dieses  Staates  selbst,  soweit  besondere  Bestimmungen dieser Verordnung nichts anderes vorsehen. Dabei ist im  Rahmen  des  FZA  und  der  Verordnung  auch  die  Schweiz  als  „Mitgliedstaat“  zu  betrachten  (Art.  1  Abs.  2  von  Anhang  II  des  FZA).  Demnach richten sich die Bestimmung der Invalidität und die Berechnung  der  Rentenhöhe  auch  nach  dem  Inkrafttreten  des  FZA  nach  schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4). 2.2. Am 1. Januar 2008 sind im Rahmen der 5. IV­Revision Änderungen  des  IVG  und  anderer  Erlasse  wie  des  ATSG  in  Kraft  getreten. Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  –  vorbehältlich  besonderer  übergangsrechtlicher  Regelungen  –  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  massgeblich  sind,  die  bei  der  Erfüllung  des  rechtlich  zu  ordnenden  oder  zu  Rechtsfolgen  führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 131 V  11 E. 1), sind die Leistungsansprüche für die Zeit bis zum 31. Dezember 

C­6495/2009 2007 aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen  Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445).  Die  5. IV­Revision  brachte  für  die  Invaliditätsbemessung  keine  substanziellen Änderungen gegenüber  der  bis  zum 31. Dezember 2007  gültig  gewesenen  Rechtslage,  sodass  die  zur  altrechtlichen  Regelung  ergangene  Rechtsprechung  weiterhin  massgebend  ist  (vgl.  Urteil  des  BGer  8C_373/2008  vom  28.  August  2008  E.  2.1).  Neu  normiert  wurde  dagegen  der  Zeitpunkt  des  Rentenbeginns,  der  –  sofern  die  entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind – gemäss Art.  29  Abs.  1  IVG  (in  der  Fassung  der  5.  IV­Revision)  frühestens  sechs  Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs.  1  ATSG  entsteht.  In  Fällen,  in  denen  der  Versicherungsfall  vor  dem  1.  Januar 2008 eintrat resp. die einjährige gesetzliche Wartezeit vor diesem  Zeitpunkt zu laufen begann und im Jahre 2008 erfüllt wurde, gilt unter der  Voraussetzung, dass die Anmeldung spätestens am 31. Dezember 2008  – eingereicht  wurde,  das  alte  Recht  (vgl.  zum  Ganzen  Rundschreiben  Nr. 253  des  Bundesamtes  für  Sozialversicherungen  vom  12. Dezember  2007 [5. IV­Revision und Intertemporalrecht]). Im  vorliegenden  Verfahren  finden  demnach  grundsätzlich  jene  Vorschriften  Anwendung,  die  bei  Eintritt  des  Versicherungsfalles,  spätestens jedoch bei Erlass der Verfügung vom 30. September 2009 in  Kraft  standen;  weiter  aber  auch  solche  Vorschriften,  die  zu  jenem  Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung  allenfalls  früher  entstandener  Leistungsansprüche  von Belang  sind  (das  IVG ab dem 1. Januar 2004 in der Fassung vom 21. März 2003 [AS 2003  3837; 4. IV­Revision] und ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6.  Oktober  2006  [AS  2007  5129;  5.  IV­Revision];  die  IVV  in  den  entsprechenden Fassungen der 4. und 5. IV­Revision [AS 2003 3859 und  2007 5155]). Mit Blick auf das Anmeldedatum (9. Mai 2008; vgl. Bst. A. hiervor) kommt  betreffend  Bezügerkreis  vorliegend  somit  Art.  36  Abs.  1  IVG  in  der  bis  31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung zur Anwendung. Danach  haben die  rentenberechtigten Versicherten, die bei Eintritt  der  Invalidität  während mindestens eines vollen Jahres Beiträge an die schweizerische  Sozialversicherung geleistet haben, Anspruch auf eine ordentliche Rente.  Der  Beschwerdeführer  hat  unbestrittenermassen  während  mehr  als  einem  Jahr  Beiträge  an  die  AHV/IV  geleistet  (act.  57),  sodass  die 

C­6495/2009 Voraussetzung  der  Mindestbeitragsdauer  für  den  Anspruch  auf  eine  ordentliche Invalidenrente erfüllt ist. 2.3.  Invalidität  ist  die  voraussichtlich  bleibende  oder  längere  Zeit  dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG),  die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4  Abs.   IVG).  Invalidität  ist  somit  der  durch  einen  Gesundheitsschaden  verursachte  und  nach  zumutbarer  Behandlung  oder  Eingliederung  verbleibende  länger  dauernde  (volle  oder  teilweise)  Verlust  der  Erwerbsmöglichkeiten  auf  dem  in  Betracht  kommenden  ausgeglichenen  Arbeitsmarkt  resp.  der Möglichkeit,  sich  im  bisherigen  Aufgabenbereich  zu  betätigen.  Der  Invaliditätsbegriff  enthält  damit  zwei  Elemente:  ein  medizinisches  (Gesundheitsschaden  mit  Auswirkungen  auf  die  Arbeitsfähigkeit)  und  ein  wirtschaftliches  im  weiteren  Sinn  (dauerhafte  oder  länger  dauernde  Einschränkung  der  Erwerbsfähigkeit  oder  der  Tätigkeit  im  Aufgabenbereich;  vgl.  zum  Ganzen  UELI  KIESER,  ATSG­ Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit  ist die  durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen  Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf  oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird  auch  die  zumutbare  Tätigkeit  in  einem  anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen,  geistigen  oder  psychischen  Gesundheit  verursachte  und  nach  zumutbarer  Behandlung  und  Eingliederung  verbleibende  ganze  oder  teilweise  Verlust  der  Erwerbsmöglichkeiten  auf  dem  in  Betracht  kommenden  ausgeglichenen  Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 2.4. Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können  auch  psychische  Gesundheitsschäden  eine  Invalidität  bewirken  (Art.  8  i.V.m. Art. 7 ATSG [4.  IV­Revision]). Nicht als Folgen eines psychischen  Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als  relevant  gelten  Einschränkungen  der  Erwerbsfähigkeit,  welche  die  versicherte Person  bei Aufbietung  allen  guten Willens,  die  verbleibende  Leistungsfähigkeit  zu  verwerten,  abwenden  könnte;  das  Mass  des  Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E.  1.2 mit Hinweisen,  130 V  352 E.  2.2.1;  SVR  2007  IV Nr.  47 S.  154 E.  2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz  ihres  Leidens  sozialpraktisch  zumutbar  ist,  die  Restarbeitsfähigkeit  auf  dem  ihr  nach  ihren  Fähigkeiten  offen  stehenden  ausgeglichenen  Arbeitsmarkt  zu  verwerten,  und  ob  dies  für  die Gesellschaft  tragbar  ist. 

C­6495/2009 Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE  127 V 294 E. 4c in fine, 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b). Die  Annahme  eines  psychischen  Gesundheitsschadens,  so  auch  einer  anhaltenden  somatoformen  Schmerzstörung,  setzt  zunächst  eine  fachärztlich  (psychiatrisch)  gestellte  Diagnose  nach  einem  wissenschaftlich  anerkannten  Klassifikationssystem  voraus  (BGE  130  V  396  E.  5.3  und  E. 6).  Wie  jede  andere  psychische  Beeinträchtigung  begründet  indes  auch  eine  diagnostizierte  anhaltende  somatoforme  Schmerzstörung als solche noch keine  Invalidität. Vielmehr besteht eine  Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder  ihre Folgen mit  einer  zumutbaren  Willensanstrengung  überwindbar  sind.  Bestimmte  Umstände,  welche  die  Schmerzbewältigung  intensiv  und  konstant  behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar  machen,  weil  die  versicherte  Person  alsdann  nicht  über  die  für  den  Umgang  mit  den  Schmerzen  notwendigen  Ressourcen  verfügt.  Ob  ein  solcher  Ausnahmefall  vorliegt,  entscheidet  sich  im  Einzelfall  anhand  verschiedener  Kriterien.  Im  Vordergrund  steht  die  Feststellung  einer  psychischen  Komorbidität  von  erheblicher  Schwere,  Ausprägung  und  Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische  körperliche  Begleiterkrankungen;  ein  mehrjähriger,  chronifizierter  Krankheitsverlauf  mit  unveränderter  oder  progredienter  Symptomatik  ohne  länger  dauernde  Rückbildung;  ein  sozialer  Rückzug  in  allen  Belangen  des  Lebens;  ein  verfestigter,  therapeutisch  nicht  mehr  beeinflussbarer  innerseelischer  Verlauf  einer  an  sich  missglückten,  psychisch  aber  entlastenden  Konfliktbewältigung  (primärer  Krankheitsgewinn;  "Flucht  in  die  Krankheit");  das  Scheitern  einer  konsequent  durchgeführten  ambulanten  oder  stationären  Behandlung  (auch mit  unterschiedlichem  therapeutischem Ansatz)  trotz  kooperativer  Haltung  der  versicherten  Person  (BGE  130  V  352).  Je  mehr  dieser  Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde  darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für  eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 49 E. 1.2  mit  Hinweisen;  SVR  2008  IV  Nr.  23  S.  72  E.  2.1).  Diese  für  alle  Versicherten  in  gleicher  Weise  geltende  Gerichtspraxis  ist  weder  menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204  E. 4.2). Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar vom  medizinisch  objektivierbaren  Leiden  trennen.  Trotzdem  können  solche  äusseren  Umstände  nicht  als  gesundheitliche  Beeinträchtigungen  im 

C­6495/2009 Sinne  des  Gesetzes  verstanden  werden,  weil  der  gesetzliche  Invaliditätsbegriff  selber  klar  zwischen  der  versicherten  Person  als  Trägerin des (invalidisierenden) Gesundheitsschadens und der durch ihn  verursachten  Erwerbsunfähigkeit  unterscheidet.  Infolgedessen  können  psychische  Störungen,  welche  durch  soziale  Umstände  verursacht  werden  und  bei  Wegfall  der  Belastung  wieder  verschwinden,  nicht  zur  Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fachgerecht diagnostizierten  psychischen  Krankheit  der  invalidisierende  Charakter  nicht  mit  dem  blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belastungssituation  abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und soziokulturelle  Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild  mitbestimmen,  desto  ausgeprägter  muss  eine  fachärztlich  festgestellte  psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (BGE 127 V 294  E. 5a). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren  einen  derart  verselbstständigten  Gesundheitsschaden  aufrechterhalten  oder  seine  –  unabhängig  von  den  invaliditätsfremden  Elementen  bestehenden  –  Folgen  verschlimmern,  können  sie  sich  mittelbar  invaliditätsbegründend  auswirken.  In  diesem  Sinn  werden  Wechselwirkungen  zwischen  sich  körperlich  und  psychisch  manifestierenden  Störungen  und  der  sozialen  Umwelt  berücksichtigt,  wenn  auch  bedeutend  weniger  stark  als  nach  dem  in  der  Medizin  verbreiteten  bio­psycho­sozialen Krankheitsmodell  (SVR 2008  IV Nr.  62  S. 204 E. 4.2). 2.5. Gemäss Art.  28 Abs.  1  IVG  (in der  von 2004 bis Ende 2007 gültig  gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn  die  versicherte  Person  mindestens  70 %,  derjenige  auf  eine  Dreiviertelsrente,  wenn  sie  mindestens  60 %  invalid  ist.  Bei  einem  Invaliditätsgrad  von  mindestens  50 %  besteht  Anspruch  auf  eine  halbe  Rente  und  bei  einem  Invaliditätsgrad  von mindestens  40 %  ein  solcher  auf eine Viertelsrente. Hieran hat die 5. IV­Revision nichts geändert (Art.  28 Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung). Laut Art. 28 Abs. 1ter  IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. Art.  29 Abs. 4  IVG  (in der ab 2008 geltenden Fassung) werden Renten, die  einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen,  jedoch nur an  Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt  (Art.  13  ATSG)  in  der  Schweiz  haben,  soweit  nicht  völkerrechtliche  Vereinbarungen  eine  abweichende  Regelung  vorsehen.  Eine  solche  Ausnahme  gilt  seit  dem  1.  Juni  2002  für  die  Staatsangehörigen  eines  Mitgliedstaates der EU und der Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat  der  EU  Wohnsitz  haben  (BGE  130  V  253  E.  2.3  und  3.1).  Nach  der 

C­6495/2009 Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts  (EVG;  seit  1.  Januar  2007:  BGer)  stellt  diese  Regelung  nicht  eine  blosse  Auszahlungsvorschrift, sondern eine besondere Anspruchsvoraussetzung  dar (BGE 121 V 275 E. 6c). Nach  den  Vorschriften  der  4.  IV­Revision  entsteht  der  Rentenanspruch  frühestens  in dem Zeitpunkt,  in  dem die  versicherte Person mindestens  zu  40%  bleibend  erwerbsunfähig  (Art. 7  ATSG)  geworden  ist  oder  während  eines  Jahres  ohne  wesentlichen  Unterbruch  durchschnittlich  mindestens  zu 40% arbeitsunfähig  (Art.  6 ATSG) gewesen war  (Art.  29  Abs. 1 Bst. a und b IVG in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen  Fassung). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden  Fassung  haben  jene  Versicherten  Anspruch  auf  eine  Rente,  die  ihre  Erwerbsfähigkeit  oder  die  Fähigkeit,  sich  im  Aufgabenbereich  zu  betätigen,  nicht  durch  zumutbare  Eingliederungsmassnahmen  wieder  herstellen, erhalten oder  verbessern können  (Bst.  a),  und die zusätzlich  während  eines  Jahres  ohne  wesentlichen  Unterbruch  durchschnittlich  mindestens  40 %  arbeitsunfähig  (Art. 6  ATSG)  gewesen  sind  und  auch  nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind  (Bst. b und c). Der  Beschwerdeführer  erlitt  in  seiner  angestammten  Tätigkeit  als  Schreiner (act. 16) am 29. November 2005 einen Betriebsunfall (act. 25).  Mit  diesem  Unfallereignis  wurde  die  einjährige  gesetzliche  Wartezeit  eröffnet,  und  die  Arbeitsunfähigkeit  betrug  während  dieses  Jahres  durchschnittlich mindestens 40 % (vgl. insb. E. 4.3.3. hiernach).  2.6.  Die  Verwaltung  (und  im  Beschwerdefall  das  Gericht)  ist  auf  Unterlagen  angewiesen,  die  ärztliche  und  gegebenenfalls  auch  andere  Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der  Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu  nehmen,  in  welchem  Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte  Person  arbeitsunfähig  ist.  Im  Weiteren  sind  die  ärztlichen  Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche  Arbeitsleistungen  der  versicherten  Person  noch  zugemutet  werden  können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI­Praxis 2002 S.  62 E. 4b/cc). Hinsichtlich  des  Beweiswertes  eines  Arztberichtes  ist  entscheidend,  ob  der  Bericht  für  die  streitigen  Belange  umfassend  ist,  auf  allseitigen  Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

C­6495/2009 in  Kenntnis  der  Vorakten  (Anamnese)  abgegeben  worden  ist,  in  der  Beurteilung  der medizinischen  Zusammenhänge  und  in  der  Beurteilung  der  medizinischen  Situation  einleuchtet  und  ob  die  Schlussfolgerungen  des  Experten  begründet  sind.  Ausschlaggebend  für  den  Beweiswert  ist  grundsätzlich  somit  weder  die  Herkunft  eines  Beweismittels  noch  die  Bezeichnung  der  eingereichten  oder  in  Auftrag  gegebenen  Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert  zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie  in  sich  widerspruchsfrei  sind  und  keine  Indizien  gegen  ihre  Zuverlässigkeit  bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt  in  einem  Anstellungsverhältnis  zum  Versicherungsträger  steht,  lässt  nicht  schon  auf  mangelnde  Objektivität  und  auf  Befangenheit  schliessen.  Es  bedarf  vielmehr  besonderer  Umstände,  welche  das  Misstrauen  in  die  Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen  (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen). Auf Stellungnahmen der RAD  resp.  der medizinischen Dienste  kann  für  den  Fall,  dass  ihnen  materiell  Gutachtensqualität  zukommen  soll,  nur  abgestellt  werden,  wenn  sie  den  allgemeinen  beweisrechtlichen  Anforderungen  an  einen  ärztlichen  Bericht  genügen  (Urteil  des  Eidg.  Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: BGer] I 694/05 vom 15.  Dezember  2006  E.  2).  Die  RAD­Ärzte  müssen  sodann  über  die  im  Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen,  spielt  doch  die  fachliche  Qualifikation  des  Experten  für  die  richterliche  Würdigung  einer  Expertise  eine  erhebliche  Rolle.  Bezüglich  der  medizinischen Stichhaltigkeit  eines Gutachtens müssen sich Verwaltung  und  Gerichte  auf  die  Fachkenntnisse  des  Experten  verlassen  können.  Deshalb  ist  für  die  Eignung  eines  Arztes  als  Gutachter  in  einer  bestimmten medizinischen Disziplin ein entsprechender  spezialärztlicher  Titel des berichtenden oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes  vorausgesetzt (Urteil des EVG I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile  des BGer 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3, I 142/07 vom 20.  November 2007 E.  3.2.3 und  I  362/06  vom 10. April  2007 E. 3.2.1;  vgl.  auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2 [nicht publizierte Textpassage  der E. 3.3.2 des Entscheides BGE 135 V 254]). Nicht  zwingend  erforderlich  ist,  dass  die  versicherte  Person  untersucht  wird.  Nach  Art.  49  Abs.  2  IVV  führt  der  RAD  für  die  Beurteilung  der  medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Bedarf“ 

C­6495/2009 selber  ärztliche  Untersuchungen  durch.  In  den  übrigen  Fällen  stützt  er  seine  Beurteilung  auf  die  vorhandenen  ärztlichen  Unterlagen  ab.  Das  Absehen von eigenen Untersuchungen an sich  ist somit kein Grund, um  einen RAD­Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn  es  im  Wesentlichen  um  die  Beurteilung  eines  feststehenden  medizinischen Sachverhalts geht, und die direkte ärztliche Befassung mit  der  versicherten Person  in  den Hintergrund  rückt  (vgl. Urteile  des BGer  9C_323/2009  vom  14.  Juli  2009  E.  4.3.1  und  I 1094/06  vom  14. November 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen). 3.  Betreffend den – von der Vorinstanz zufolge verspäteter Anmeldung auf  den 1. Mai 2007 gelegten – Rentenzahlungsbeginn  ist  vorab Folgendes  festzustellen. 3.1. Nach Art.  48  IVG  (mit Wirkung ab 1.  Januar 2008 durch Ziff.  I  des  IVG  vom  6. Oktober  2006  aufgehoben  [5.  IV­Revision;  AS  2007  5129])  erlischt  der Anspruch  auf Nachzahlung mit  dem Ablauf  von  fünf  Jahren  seit Ende des Monats, für welchen die Leistung geschuldet war (Abs. 1).  Meldet  sich  jedoch  ein  Versicherter  mehr  als  zwölf  Monate  nach  Entstehen  des  Anspruchs  zum  Leistungsbezug,  so  werden  die  Leistungen lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate  ausgerichtet. Weitergehende Nachzahlungen werden erbracht, wenn der  Versicherte  den  anspruchsbegründenden  Sachverhalt  nicht  kennen  konnte  und  die  Anmeldung  innert  zwölf  Monaten  seit  Kenntnisnahme  vornimmt (Abs. 2). 3.2.  Mit  Blick  auf  die  Umstände,  dass  der  Beschwerdeführer  am  29.  November  2005  einen  Arbeitsunfall  erlitten  (Verletzungen  der  rechten  Hand  und  Zeigefinger;  bspw.  act.  25)  und  er  sich  trotz  weiteren  gesundheitlichen Beeinträchtigungen  (vgl. E. 4 hiernach) erst am 9. Mai  2008  zum  Leistungsbezug  angemeldet  hatte,  lässt  sich  nicht  beanstanden, dass die Vorinstanz die Rente in Anwendung von aArt. 48  IVG  erst  ab  dem  1. Mai  2007  ausgerichtet  hat;  dies  wurde  im Übrigen  auch vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nicht bemängelt. 4.  Die Vorinstanz stützte sich im Rahmen des Erlasses der Verfügung vom  30.  September  2009  insbesondere  auf  die  Beurteilung  der  RAD­Ärztin  Dr. med.  C._______  vom  17.  April  2009  (act.  58).  Der  entsprechende  Bericht  ist  –  nebst  weiteren  ärztlichen  Dokumenten,  die  teilweise  nach 

C­6495/2009 Verfügungserlass  verfasst  wurden  und  vorliegend  ebenfalls  zu  berücksichtigen sind  (vgl. BGE 116 V 80 E. 6b; ZAK 1989 S. 111 E. 3b  mit  Hinweisen)  –  nachfolgend  zusammengefasst  wiederzugeben  resp.  einer Würdigung  zu  unterziehen  und  es  ist  zu  prüfen,  ob  sich  aufgrund  dieser  Beweismittel  der  Sachverhalt  in  medizinischer  Hinsicht  als  rechtsgenüglich abgeklärt erweist. 4.1.  Die  Allgemeinmedizinerin  Dr.  med.  C._______  erwähnte  in  ihrer  Stellungnahme vom April 2009 unter "Hauptdiagnose" einen Status nach  einer  durch  eine  Kreissäge  zugezogenen Verletzung  am  29. November  2005  sowie  eine  Coxarthrose  beidseits  (rechtsbetont  mit/bei  Zuständen  nach Implantationen nicht zementierte Hüftteilprotese rechts [2. Mai 2007]  und zementfreie Hüftteilprothese links [6. Mai 2008]). Dr. med. C._______  attestierte  dem  Versicherten  ab  dem  29.  November  2005  (Fingerverletzung)  eine  100%ige  Arbeitsunfähigkeit.  In  einer  leidensadaptierten  Verweistätigkeit  wurde  die  Arbeits­  resp.  Leistungsunfähigkeit  wie  folgt  beurteilt:  100 %  ab  29.  November  2005,  0 % ab 20. Mai 2006 (Gutachten vom 18. Januar 2007), 100 % ab 1. Mai  2007  (Verschlechterung  Hüfte  rechts,  letzter  Arbeitstag  gemäss  Arbeitgeber),  0 % ab 10. August 2007  (Erholung nach Hüftteilprothese),  100 %  ab  16.  Januar  2008  (Verschlechterung  Hüfte  links),  0 %  ab  30.  Oktober 2008 (Untersuchung PV). Weiter berichtete Dr. med. C._______,  die  deutsche  Rentenversicherung  anerkenne  wegen  eines  angeblichen  organischen  Psychosyndroms  infolge  eines  Schädelhirntraumes  1974  eine volle Arbeitsunfähigkeit  (von somatischer Seite her werde klar eine  volle  Arbeitsfähigkeit  für  leichte  Tätigkeiten  attestiert),  was  nicht  nachvollziehbar  sei.  Der  Versicherte  habe  inzwischen  –  wenn  auch mit  diversen  Wechseln  –  bis  zum  30.  April  2007  immer  gearbeitet.  Es  bestehe  also  kein  Grund,  warum  plötzlich  wegen  einer  über  30  Jahre  zurückliegenden  Verletzung  eine  volle  Arbeitsunfähigkeit  bestehen  soll.  Geistig  nicht  zu  anspruchsvolle  Tätigkeiten  seien  somit  weiterhin  zumutbar.  Als  Beispiele  von  zumutbaren  angepassten  Tätigkeiten  erwähnte  Dr.  med.  C._______  Folgendes:  nicht  qualifizierte  Arbeiten/Hilfsarbeiten in eine(r) Werk/Fabrik/Produktionsstätte, Reparatur  von  Kleingeräten/Haushaltsartikeln,  Kassierer,  Billetverkäufer,  Datenerfassung/Scannage  sowie  andere  Tätigkeiten,  die  mit  den  angegebenen Einschränkungen vereinbar seien. Die Ausführungen von Dr. med. C._______ beziehen sich hinsichtlich der  attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit insbesondere auf den Bericht  der  Sozialmedizinerin  Dr.  med.  E._______  vom  6. November  2008 

C­6495/2009 (act. 56). Darin wurde  in Kenntnis  zahlreicher  ärztlicher Dokumente aus  Deutschland  als  Diagnose  eine  persistierende  Funktions­  und  Belastungseinschränkung der linken Hüfte bei einem Zustand nach TEP­ Implantation am 6. Mai 2008 wegen fortgeschrittener Arthrose, ein gutes  Ergebnis  einer  Hüftendoprothesenimplantation  rechts  vom  2.  Mai  2007  wegen Arthrose, ein Funktionsdefizit im Bereich der Finger zwei und drei  der  rechten  Hand  infolge  einer  operativ  behandelten  Strecksehnenverletzung  vom  29.  November  2005  im  Rahmen  eines  Arbeitsunfalls,  ein  sehr  leichtes  hirnorganisches  Psychosyndrom  nach  privatem Autounfall von 1974 sowie ein schwergradiges, mit CPAP­Gerät  eingestelltes  obstruktives  Schlafapnoesyndrom  erwähnt.  Weiter  berichtete Dr. med.  E._______,  unter  alleiniger  Berücksichtigung  bisher  genannter  Störungen  und  Erkrankungen  könnte  der  Versicherte  noch  körperlich  überwiegend  leichte  Männerarbeiten  mit  qualitativen  Einschränkungen  verrichten.  Bei  der  Gesamtbeurteilung  sei  allerdings  eine  psychische  Auffälligkeit  zu  erwähnen,  die  im  Reha­ Entlassungsbericht  vom  25.  Juni  2008  (act.  54)  nicht  ausreichend  gewürdigt  werde.  Die  glaubhaften  Schilderungen  des  Versicherten  sprächen  dafür,  dass  er  infolge  des  Verkehrsunfalls  von  1974  eine  verminderte  intellektuelle,  kognitive  Belastbarkeit  zurückbehalten  habe,  sodass er in seinem erlernten Beruf als Schreiner nicht mehr richtig habe  Fuss  fassen  können. Er  sei  heute  geistig  verlangsamt. Er  sei  sicherlich  für  Tätigkeiten  mit  Anforderungen  an  Konzentrations­  und  Reaktionsvermögen  nicht  geeignet.  Er  könne  geistig  fordernde Arbeiten  nicht bewältigen. Die Summe der aus den Störungen und Erkrankungen  resultierenden  Leistungseinschränkungen  ergäbe  ein  wirtschaftlich  nicht  mehr  verwertbares  Leistungsvermögen.  Sie,  Dr. med.  E._______,  halte  den  Versicherten  für  nicht  mehr  in  der  Lage,  Tätigkeiten  von  wirtschaftlichem  Wert  im  Rahmen  des  allgemeinen  Arbeitsmarktes  regelmässig  und  ohne  Gefährdung  der  Restgesundheit  auszuführen.  Diese Beurteilung gelte seit der Rentenantragstellung. Im  besagten  Reha­Entlassungsbericht  vom  25.  Juni  2008  wurde  unter  anderem erwähnt, am Ende des Aufenthalts sei der Versicherte in gutem  Allgemeinzustand  entlassen  worden.  Bei  weiter  positivem  Reha­Verlauf  sei  damit  zu  rechnen,  dass  er  körperlich  leichte  Arbeiten  wieder  vollschichtig ausführen könne – wie auch vereinzelt mittelschwere Hebe­  und  Tragbelastungen.  Beachtet  werden  sollte,  dass  die  Arbeiten  ohne  häufiges  Bücken  oder  Heben  von  Lasten  aus  der  Hocke  heraus  durchführbar  seien;  auch  Vibrationsbelastungen  sollten  vermieden  werden. Das Steigen  auf  Leitern  und Gerüste  sei  nicht mehr  zumutbar. 

C­6495/2009 Umfassende  feinmotorische  Tätigkeiten  für  die  rechte  Hand  seien  eingeschränkt durch die fehlende Funktion des rechten Zeigefingers (act.  54). 4.2.  In  den  –  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  nachgereichten –  ärztlichen Dokumenten wurde zusammengefasst Folgendes berichtet: Dr.  med.  G._______,  Facharzt  für  Neurologie  und  Psychiatrie,  diagnostizierte  in  seinem Bericht  vom 13. April  2010  ein  altes Schädel­ Hirn­Trauma  von  1974,  eine  toxische  Hirnatrophie  (1986)  sowie  eine  somatoforme Störung.  Angaben  zur Arbeits­  und  Leistungsfähigkeit  des  Versicherten  machte  Dr. med.  G._______  keine  (B­act.  17  und  19  Beilage 2). Der  Orthopäde  Dr.  med.  I._______  erwähnte  in  seinem  Bericht  vom  15. April 2010 als Befund eine eingeschränkte Inklination und Reklination  der  LWS,  starker  DS  im  Bereich  der  ISG  sowie  einen  hochgradigen  Bewegungsschmerz beim Vornüber­  und Rückneigen  (B­act.  17 und 19  Beilage  1).  Auch  dieser  Facharzt  äusserte  sich  nicht  zur  Arbeits­  und  Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers. Nach  Kenntnis  der  Berichte  der  Dres.  med.  G._______  und  I._______  führte die RAD­Ärztin Dr. med. C._______ am 15. Juni 2010 aus, es sei  neu  von  Rückenschmerzen  die  Rede.  Angesichts  der  geschilderten  Abnützungen  seien  zwar  Beschwerden,  jedoch  keine  längerfristige  Arbeitsunfähigkeit  nachvollziehbar.  Die  entsprechenden  Behinderungen  seien bereits berücksichtigt worden. Künstliche Hüftgelenke führten nicht  per  se  zu  Schmerzen  oder  gar  einer  Arbeitsunfähigkeit.  Dr.  med.  E._______  habe  ein  gutes  Ergebnis  rechts  und  ein  noch  bestehendes  Rehabilitationsdefizit  links  (fünf  Monate  postoperativ)  beschrieben.  Wegen  der  Hüftbeschwerden werde  eine  vorwiegend  sitzende  Tätigkeit  gefordert; aktuelle klinische Informationen lägen nicht vor. Nicht der hohe  Blutdruck  sei  verantwortlich  für  das  Schlafapnoesyndrom.  Dieses  sei  korrekt  behandelt  und  es  bestehe  keine  Tagesmüdigkeit  mehr  (Reha­ Aufenthalt  Mai/Juni  2008);  der  Versicherte  sei  mit  der  Schlafqualität  zufrieden  (Untersuchung  Dr.  med.  E._______).  Eine  Arbeitsunfähigkeit  bestehe  diesbezüglich  nicht.  Die  wegen  rezidivierenden  Leistenhernien  reduzierte  Tragbelastung,  die  Einschränkungen  zufolge  der  Abnützungserscheinungen  sowie  die  Sehnenverletzungen  der  rechten  Hand  seien  berücksichtigt  resp.  gewichtet  worden.  Ein  "extremes  Psychosyndrom"  sei  nirgends  dokumentiert  und  es  lägen  auch  keine 

C­6495/2009 medizinischen  Hinweise  dafür  vor.  Möglicherweise  hätten  einmal  psychische Beschwerden bestanden. Medizinische Unterlagen über eine  aktive  Depression  in  den  letzten  zehn  Jahren  lägen  nicht  vor;  es  bestünden  auch  keine  Hinweise  darauf.  Es  läge  somit  kein  Grund  vor,  eine aktuelle psychiatrische Expertise zu verlangen. 4.3.  4.3.1. Vorab  ist  festzuhalten,  dass es  sich bei  den Stellungnahmen von  Dr.  med.  C._______  um  Berichte  im  Sinne  von  Art.  59  Abs.  2bis  IVG  handelt.  Sinn  und  Zweck  des  im  Rahmen  der  5.  IV­Revision  (Bundesgesetz  vom  6.  Oktober  2006;  AS  2007  5129  ff.)  neu  geschaffenen,  seit  1. Januar  2008  in  Kraft  stehenden  und  vorliegend  anwendbaren Art. 59 Abs. 2bis  IVG sowie des neu gefassten Art. 49  IVV  liegen  darin,  dass  die  IV­Stellen  zur  Beurteilung  der  medizinischen  Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen  können.  Diese  sollen  aufgrund  ihrer  speziellen  versicherungsmedizinischen  Kenntnisse  für  die  Bestimmung  der  für  die  Invalidenversicherung  massgebenden  funktionellen  Leistungsfähigkeit  der  Versicherten  verantwortlich  sein.  Damit  soll  eine  konsequente  Trennung  der  Zuständigkeiten  zwischen  behandelnden  Ärzten  (Heilbehandlung)  und  Sozialversicherung  (Bestimmung  der  Auswirkungen  des Gesundheitsschadens)  geschaffen werden. Die RAD  bezeichnen  die  zumutbaren  Tätigkeiten  und  die  unzumutbaren  Funktionen  unter  Angabe  einer  allfälligen  medizinisch  begründeten  zeitlichen  Schonung.  Damit  soll  im  Hinblick  auf  eine  erfolgreiche  Eingliederung  eine  objektivere  Festlegung  der  massgebenden  funktionellen  Leistungsfähigkeit  der  Versicherten  ermöglicht  werden.  Gestützt  auf  die Angaben des RAD hat  die  IV­Stelle  zu beurteilen, was  einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was  nicht  (vgl.  Urteil  9C_323/2009  des  BGer  vom  14.  Juli  2009  E.  4.2  mit  zahlreichen  weiteren  Hinweisen).  Berichten  nach  Art.  59  Abs.  2bis  IVG  kann nicht  jegliche Aussen­ oder Beweiswirkung abgesprochen werden.  Vielmehr  sind  sie  entscheidrelevante  Aktenstücke  (Urteil  I  143/07  des  BGer  vom  14.  September  2007  E.  3.3 mit  Hinweisen;  vgl. auch Urteil  I  694/05 des EVG vom 15. Dezember 2006 E. 5). 4.3.2. Wie  bereits  dargelegt  wurde  (vgl.  E.  2.6  hiervor),  kann  auf  Stel­ lungnahmen des RAD  resp. des medizinischen Dienstes der Vorinstanz  nur  unter  der  Bedingung  abgestellt  werden,  dass  sie  den  allgemeinen  beweisrechtlichen  Anforderungen  an  einen  ärztlichen  Bericht  genügen 

C­6495/2009 und  zudem  die  beigezogenen  Ärzte  im  Prinzip  über  die  im  Einzelfall  gefragten persönlichen und  fachlichen Qualifikationen  verfügen. Obwohl  Dr. med. C._______ als Fachärztin für Allgemeinmedizin nicht über einen  Facharzttitel  in  den  medizinischen  Disziplinen  Orthopädie,  Psychiatrie  und  Psychotherapie  sowie  Neurologie  verfügt,  könnten  ihre  Stellungnahmen  an  sich  beweiskräftig  sein  (vgl.  bspw.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht C­5379/2009 vom 28. März 2011). Vorliegend  ist  dies  gemäss  den  nachfolgenden  Erwägungen  jedoch  nicht  der  Fall  resp.  lässt  sich  der  gesundheitliche  Zustand  der  Beschwerdeführerin  aufgrund der Beurteilungen von Dr. med. C._______ nicht schlüssig und  zuverlässig  beurteilen;  den  entsprechenden  Berichten  kommt  folglich  keine volle Beweiskraft zu (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb). Dies gilt auch  für die während des Beschwerdeverfahrens nachgereichten Berichte der  Dres. med. G._______ und I._______ – insbesondere deshalb, weil sich  diese  beiden  Fachärzte  nicht  zur  Arbeits­  resp.  Leistungsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  sowohl  in  der  zuletzt  ausgeübten  als  auch  in  einer  leidensadaptierten  Verweistätigkeit  geäussert  hatten,  was  im  Übrigen  auch auf zahlreiche weitere ärztliche Dokumente zutrifft (bspw. act. 18 bis  24, 27, 28, 30, 33, 34, 35, 41 und 48). 4.3.3.  In  somatischer  Hinsicht  ist  im  Zusammenhang  mit  der  am  29.  November  2005  erlittenen  Verletzungen  an  der  rechten  Hand  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  Befund­  und  Entlassbericht  der  K._______  vom  22.  Mai  2006  am  20. Mai  2006  arbeitsfähig  aus  der  Behandlung  entlassen  wurde  (act.  29);  diese  Arbeitsfähigkeit wurde im Bericht derselben Klinik vom 3. November 2006  explizit  bestätigt  (act.  31). Diesbezüglich  besteht  eine Übereinstimmung  mit  der  Beurteilung  von  Dr. med.  M._______,  Chefarzt  des  Spitals  O._______,  welcher  in  seinem  Gutachten  vom  18.  Januar  2007  eine  Arbeit  im  ursprünglichen  Beruf  als  Schreiner  wegen  der  weiter  bestehenden Behinderung als nicht mehr ausübbar qualifiziert hatte (act.  32),  und  mit  derjenigen  von  Dr.  med.  C._______,  welche  diese  Auffassung  in  ihrer  Stellungnahme  vom  April  2009  übernommen  hatte.  Festzustellen ist allerdings, dass der Hinweis "Ab 20.05.2006 volle AF in  Verweistätigkeiten" aller Voraussicht nach nicht von Dr. med. M._______,  sondern  von  der  Vorinstanz  stammt.  Dennoch  ist  mit  Blick  auf  die  Ausführungen  von  Dr.  med.  M._______  ohne  weiteres  davon  auszugehen, dass der Beschwerdeführer zufolge dieser Handverletzung  resp. in rein somatischer Hinsicht seit November 2005 bis auf weiteres in  seiner  bisherigen,  angestammten  Tätigkeit  als  Schreiner  vollständig  arbeits­  resp.  leistungsunfähig  ist.  In  Verweistätigkeiten  lag  von 

C­6495/2009 November  2005  bis Mai  2006  ebenfalls  eine  vollständige  Arbeits­  resp.  Leistungsunfähigkeit  vor,  und  ab  dem  ab  20.  Mai  2006  war  der  Beschwerdeführer  in  einer  leidensadaptierten  Verweistätigkeit  wieder  vollständig arbeits­ und leistungsfähig gewesen.  4.3.4.  4.3.4.1 Im Zusammenhang mit der am 2. Mai 2007 erfolgten Implantation  einer  zementfreien  Hüft­Teilendoprothese  steht  weiter  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  während  der  stationären  Behandlung  (1.  Bis  15. Mai  2007; act. 37) sowie des Rehabilitationsaufenthaltes (24. Mai bis 14. Juni  2007;  act.  38)  vollständig  arbeits­  und  leistungsunfähig  gewesen  war.  Auch  nach  der  Entlassung  im  Juni  2007  war  eine  vollständige  Arbeits­  und  Leistungsunfähigkeit  gegeben  (act.  38).  Die  Erlangung  der  Arbeitsfähigkeit war im August 2007 vorgesehen (act. 39). 4.3.4.2  Aufgrund  der  Akten  bestehen  jedoch  Hinweise  darauf,  dass –  entgegen der Auffassung von Dr. med. C._______ und der Prognose im  Bericht der Q._______ vom 24. Mai 2007 (act. 39) – ab 10. August 2007  in rein somatischer Hinsicht keine volle Arbeits­ und Leistungsfähigkeit in  einer  den  Leiden  angepassten  Tätigkeit  bestand.  So  wurde  im  Bericht  des  Spitals O._______  vom  14.  August  2007  berichtet,  es  sei mit  dem  Versicherten  für  den  18.  September  2007  die  offene Hernioplastik  links  mit  zusätzlicher Netzimplantation  vereinbart worden. Der Vermerk  "volle  AF für Verweistätigkeiten" wurde offensichtlich erneut von der Vorinstanz  und nicht vom Spital O._______ angebracht (act. 42). Die Durchführung  der besprochenen Hernioplastik erfolgte operativ am 18. September 2007  (act. 43).  Obwohl  der  Beschwerdeführer  nach  einer  komplikationslosen  Operation  am  24.  September  2007  wieder  entlassen  werden  konnte  (act. 44), ist mangels rechtsgenüglicher Berichte nicht erstellt, wie lange –  ausser  dem  stationären  Aufenthalt  –  der  Versicherte  in  der  Folge  in  seiner  Arbeits­  resp.  Leistungsfähigkeit  eingeschränkt  gewesen  war.  Dass – wie von Dr. med. C._______ postuliert und vorstehend erwähnt –  ab  10.  August  2007  eine  vollständige  Arbeits­  bzw.  Leistungsfähigkeit  vorgelegen haben soll, lässt sich unter diesen Umständen nicht schlüssig  nachvollziehen.  Daran  ändert  nichts,  dass  der  postoperative  Verlauf  hinsichtlich der  im September 2007 operierten Rezidivhernie zeitgerecht  erfolgt war (act. 46).  4.3.5. Dr. med. C._______ attestierte dem Beschwerdeführer zufolge der  Verschlechterung  des  Gesundheitszustandes  im  Bereich  der  rechten 

C­6495/2009 Hüfte  ab  16.  Januar  2008  erneut  eine  volle  Arbeits­  und  Leistungsunfähigkeit.  Dieses  Datum  stimmt  mit  demjenigen  überein,  in  welchem  sich  der  Beschwerdeführer  im  Spital  O._______  wegen  der  erheblichen  Beschwerdezunahme  im  Bereich  der  linken  Hüfte  zur  Vereinbarung eines Operationstermins vorgestellt hatte (act. 50). Da der  Beschwerdeführer  wegen  der  Zunahme  der  Rotations­  sowie  Abduktionsschmerzen  links  bereits  am  19. November  2007  vorstellig  wurde,  um  das  weitere  Procedere  zu  besprechen,  ist  auch  nicht  rechtsgenüglich  erstellt,  ob  bereits  ab  November  2007  eine  relevante  Verminderung  der  Arbeits­  bzw.  Leistungsfähigkeit  vorgelegen  hatte.  Auch  diese  Frage  ist  im  Rahmen  von  weiteren  Abklärungen  zu  beantworten. 4.3.6.  Nach  erfolgter  Implantation  einer  Hüft­Teilendoprothese  links  aufgrund  der  bekannten  Coxarthrose  (act.  53)  und  anschliessender  Rehabilitation  wurde  der  Beschwerdeführer  am  18.  Juni  2008  arbeitsunfähig  entlassen  (act.  54).  Diese  Arbeitsunfähigkeit  wurde  im  Bericht des Spitals O._______ vom 14. Juli 2008 bestätigt  (act. 55). Am  30. Oktober 2008 wurde der Beschwerdeführer von der Sozialmedizinerin  Dr.  med.  E._______  untersucht.  Namentlich  die  Ausführungen  dieser  Fachärztin,  unter  alleiniger  Berücksichtigung  der  bisher  genannten  Störungen  und  Erkrankungen  könnte  der  Versicherte  noch  körperlich  überwiegend  leichte  Männerarbeiten  mit  qualitativen  Einschränkungen  verrichten,  nahm  Dr. med.  C._______  zum  Anlass,  dem  Beschwerdeführer  eine  volle  Arbeits­  bzw.  Leistungsfähigkeit  zu  attestieren.  Mit  Blick  auf  diese  Übereinstimmungen  lässt  sich  die  Beurteilung  von  Dr.  med.  C._______  insofern  nicht  beanstanden,  als  diese  sich  auf  die  Arbeits­  und  Leistungsfähigkeit  aus  rein  somatischer  Sicht bezieht. Zu den von ihr vorgeschlagenen Tätigkeiten (vgl. E. 4.1 am  Schluss hiervor)  ist allerdings zu bemerken, dass der Beschwerdeführer  keine Arbeiten durchführen kann, die Feinmotorik erfordert. Unter diesen  Umständen  fällt  insbesondere  die  Reparatur  von  Kleingeräten  ausser  Betracht. In psychischer Hinsicht ergibt sich jedoch Folgendes: 4.3.7. Aufgrund der psychischen Auffälligkeiten (verminderte intellektuelle  kognitive  Belastbarkeit,  geistige  Verlangsamung,  vermindertes  Konzentrationsvermögen)  hielt  Dr.  med.  E._______  den  Beschwerdeführer – trotz in somatischer Hinsicht attestierter vollständiger  Arbeits­  und  Leistungsfähigkeit  in  einer  leidensadaptierten  Verweistätigkeit  –  jedoch  nicht  mehr  für  fähig,  einer  Tätigkeit  auf  dem  allgemeinen  Arbeitsmarkt  nachgehen  zu  können.  Zwar  sind  die 

C­6495/2009 diesbezüglichen  Ausführungen  von  Dr.  med.  C._______,  wonach  der  Attest  einer  vollen  Arbeitsunfähigkeit  wegen  eines  angeblichen  organischen  Psychosyndroms  infolge  des  im  Jahre  1974  erlittenen  Schädelhirntraumas  nicht  nachvollziehbar  sei,  durchaus  einleuchtend,  zumal  auch  Dr.  med.  E._______  bloss  von  einem  leichten  hirnorganischen Psychosyndrom gesprochen hatte. Es trifft demnach zu,  dass ein "extremes" Psychosyndrom nirgends dokumentiert ist, und es ist  Dr.  med.  C._______  darüber  hinaus  beizupflichten,  dass  keine  medizinischen  Unterlagen  über  eine  aktive  Depression  in  den  vergangenen Jahren vorliegen. Damit kann es  jedoch nicht sein Bewenden haben. Zwar verhält es sich  rechtsprechungsgemäss  so,  dass  auf  eine  psychiatrische Begutachtung  im  Rahmen  von  Abklärungsmassnahmen  verzichtet  werden  kann.  Dies  jedoch  nur  unter  der  Voraussetzung,  dass  sich  in  den  medizinischen  Akten keine Anhaltspunkte für ein psychisches Leiden mit Krankheitswert  finden;  andernfalls  muss  aber  im  Hinblick  auf  den  Untersuchungsgrundsatz eine psychiatrische Expertise eingeholt werden  (Urteil  I 316/99 des EVG vom 28. August 2000 mit weiteren Hinweisen).  Die  Ausführungen  von  Dr.  med.  E._______  und  die  von  Dr.  med.  G._______  gestellte  Diagnose  einer  somatoformen  Schmerzstörung  liefern Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer auch aus psychisch­ psychiatrischer  Sicht  ab  einem  gewissen  Zeitpunkt  in  rentenrelevantem  Ausmass  eingeschränkt  sein  könnte.  Obwohl  eine  Diagnose  für  sich  allein  genommen  keinen  Schluss  auf  eine  gesundheitlich  bedingte  Einschränkung  in der Arbeitsfähigkeit zulässt  (vgl. BGE 132 V 65 E. 3.4  mit  Hinweisen),  bedürfen  auch  diese  Fragen  einer  widerspruchsfreien  und nachvollziehbaren Klärung, zumal das Leistungskalkül von Dr. med.  C._______ von demjenigen von Dr. med. E._______ stark abweicht. Da  der  Beschwerdeführer  gemäss  den  Ausführungen  von  Dr.  med.  E._______  eine  Rechenaufgabe  ("100­7")  bloss  mit  Fehlern  sowie  äusserst  zähflüssig  und  langsam  gelöst  hatte,  ist  auch  die  Ausübung  weiterer,  von  Dr.  med.  C._______  vorgeschlagener  Tätigkeiten  (Kassierer, Billetverkäufer, Datenerfassung/Scannage) fraglich. 4.4.  Nach  dem  Dargelegten  ist  demnach  als  Zwischenergebnis  zusammengefasst  festzuhalten,  dass  sich  der  Sachverhalt  in  medizinischer  Hinsicht  als  nicht  rechtsgenüglich  abgeklärt  erweist.  Im  Zusammenhang  mit  der  beim  Beschwerdeführer  vorliegenden  somatischen  und  psychisch­psychiatrischen  Problematik  ist  eine  Gesamtbeurteilung  erforderlich  resp.  die  vorliegend  erforderliche 

C­6495/2009 medizinische  Expertise  interdisziplinär  anzulegen  (vgl.  Urteil  8C_168/2008 des BGer vom 11. August 2008 E. 6.2.2 mit Hinweisen). 5.  5.1.  Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  hätte  im  vorinstanzlichen  Verwaltungsverfahren  gemäss  höchstrichterlicher  Rechtsprechung  zwingend ein interdisziplinäres Gutachten eingeholt werden müssen, was  jedoch  versäumt  wurde.  In  diesem  Umstand  liegt  eine  unvollständige  Sachverhaltsabklärung  resp.  wurde  im  vorliegend  zu  beurteilenden  Rentenverfahren  der  rechtserhebliche Sachverhalt  nicht  rechtsgenüglich  abgeklärt  und  gewürdigt  (Art.  43  ff.  ATSG  sowie  Art.  12  VwVG).  Eine  Rückweisung an die Vorinstanz  zur weiteren Abklärung  ist  unter  diesen  Umständen  möglich,  da  sie  in  der  notwendigen  Erhebung  der  bisher  vollständig  ungeklärten  Frage  –  dem  Zusammenwirken  der  allenfalls  vorhandenen  psychischen  und  physischen  Leiden  des  Beschwerdeführers  und  deren  Auswirkungen  auf  die  Arbeits­  und  Leistungsfähigkeit – begründet liegt (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Die  angefochtene  Verfügung  vom  30.  September  2009  ist  daher  in  Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. 5.2. Die  im Rahmen der  von der Vorinstanz durchzuführenden weiteren  medizinischen  Abklärungen  haben  sich  –  sollte  der  Beschwerdeführer  tatsächlich  an  einer  somatoformen  Schmerzstörung  leiden  –  zu  den  massgebenden  Morbiditätskriterien  zu  äussern  resp.  die  Fragen  zu  beantworten,  ob  beim  Beschwerdeführer  ein  mitwirkendes  psychisches  Leiden  von  erheblicher  Schwere,  Ausprägung  und  Dauer  besteht  resp.  die  anderen  qualifizierenden  Kriterien  in  derartiger  Zahl,  Intensität  und  Konstanz  vorliegen,  dass  insgesamt  von  einer  unzumutbaren  Willensanstrengung  zur  Verwertung  der  verbliebenen  Arbeitskraft  insbesondere  in  einer  leidensadaptierte  Verweistätigkeit  auszugehen  wäre. Auch ist abzuklären, ob und inwiefern der Beschwerdeführer durch  die von ihm neu geklagten Rückenschmerzen zusätzlich in seiner Arbeits­  und Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. 5.3.  Weiter  hat  die  Vorinstanz  nach  Vorliegen  der  Ergebnisse  der  Begutachtung  –  falls  erforderlich  –  einen  Einkommensvergleich  durchzuführen  und  ergänzende  Abklärungen  hinsichtlich  der  Verwertbarkeit  der  Arbeitsfähigkeit  in  die  Wege  zu  leiten  (vgl.  Urteile  I  462/02 des EVG vom 26 Mai 2003 und 9C_921/2009 des BGer vom 22.  Juni 2010). 

C­6495/2009 5.4.  Schliesslich  ist  zu  beachten,  dass  ein  allfälliger  Rentenanspruch  grundsätzlich  nicht  entstehen  kann,  bevor  Eingliederungsmassnahmen  geprüft  und gegebenenfalls  durchgeführt wurden  (Art.  29 Abs.  2 Satz  2  IVG; BGE 126 V 241 E. 5; AHI 2001 S. 154 oben E. 3b [Urteil des EVG I  201/00 vom 20. November 2000]). Die Verwaltung ist daher in der Regel  gehalten,  vor  dem  Rentenentscheid  einen  Anspruch  auf  berufliche  Eingliederungsmassnahmen  zu  prüfen  und  abzuklären,  ob  –  nach  Vorliegen  des  interdisziplinären  Gutachtens  –  die  entsprechenden  Voraussetzungen  erfüllt  resp.  ob  entsprechende  berufliche  Eingliederungsmassnahmen mit Blick auf das subjektive Empfinden des  Beschwerdeführers  überhaupt  durchführbar  sind.  Die  Verwaltung  kann  jedoch über den Rentenanspruch befinden, wenn dieser durch allenfalls  noch vorzunehmende berufliche Eingliederungsmassnahmen nicht mehr  beeinflusst werden kann  (BGE 121 V 190 E. 4a e contrario; Urteile des  EVG  I  151/05  vom  9.  August  2005  E.  1.1,  I  10/05  vom  14. Juni  2005  E. 1.3 und I 99/02 vom 14. April 2003 E. 4.2). 6.  Zu  befinden  bleibt  noch  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  allfällige  Parteientschädigung. 6.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  gemäss  Art.  63  Abs.  1  VwVG die Verfahrenskosten  in der Regel der unterliegenden Partei. Da  eine  Rückweisung  praxisgemäss  als  Obsiegen  der  Beschwerde  führenden  Partei  gilt  (BGE  132  V  215  E.  6),  sind  im  vorliegenden  Fall  dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Diesem ist  der geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400.­ nach Eintritt der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  zurückzuerstatten.  Der  Vorinstanz  werden  ebenfalls  keine  Verfahrenskosten  auferlegt  (Art.  63  Abs.  2  VwVG). 6.2. Der obsiegende Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG  in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE,  SR  173.320.2)  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  zu  Lasten  der  Verwaltung.  Da  keine  Kostennote  eingereicht  wurde,  ist  die  Entschädigung  aufgrund  der  Akten  festzusetzen  (Art.  14  Abs.  2  Satz  2  VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, des gebotenen  und  aktenkundigen  Aufwands,  der  Bedeutung  der  Streitsache  und  der  Schwierigkeit  des  vorliegend  zu  beurteilenden  Verfahrens  sowie  in  Anbetracht der  in vergleichbaren Fällen gesprochenen Entschädigungen 

C­6495/2009 ist  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 2'000.­  (inkl.  Auslagen,  ohne  Mehrwertsteuer [vgl. dazu auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­ 6173/2009 vom 29. August 2011 mit Hinweis]; Art. 9 Abs. 1 in Verbindung  mit  Art.  10  Abs. 2  VGKE  [Stundenansatz  für  Anwälte/Anwältinnen  mindestens  Fr.  200.­  und  höchstens  Fr.  400.­  und  für  nichtanwaltliche  Vertreter  und  Vertreterinnen  mindestens  Fr.  100.­  und  höchstens  Fr.  300.­]) gerechtfertigt. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  in  dem  Sinn  gutgeheissen,  als  dass  die  angefochtene Verfügung  vom 30. September  2009 aufgehoben  und  die  Sache im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird  der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.­ nach Eintritt der Rechtskraft  des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3.  Dem  Beschwerdeführer  wird  zu  Lasten  der  Vorinstanz  eine  Parteientschädigung von Fr. 2'000.­ zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Franziska Schneider Roger Stalder

C­6495/2009 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss  den  Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben  sind. Die Rechtsschrift  ist  in einer Amtssprache abzufassen und hat die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-6495/2009 — Bundesverwaltungsgericht 25.11.2011 C-6495/2009 — Swissrulings