Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 01.03.2012 C-6058/2010

1 marzo 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,269 parole·~6 min·1

Riassunto

Zwangsanschluss an die Auffangeinrichtung | Berufliche Vorsorge (Zwangsanschluss an die Auffangeinrichtung)

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­6058/2010 Urteil   v om   1 .  Mä r z   2012 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Stefan Mesmer,  Richter Daniel Stufetti,    Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien X._______,   handelnd durch Y._______, Beschwerdeführerin,  gegen Stiftung Auffangeinrichtung BVG,  Zweigstelle Deutschschweiz, Erlenring 2,  Postfach 664, 6343 Rotkreuz,    Vorinstanz.  Gegenstand Berufliche Vorsorge (Zwangsanschluss an die  Auffangeinrichtung).

C­6058/2010 Sachverhalt: A.  Mit  Formular  vom  14. Dezember  2009  meldete  sich  die  X._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  bei  der  Stiftung  Auffangeinrichtung  BVG  (nachfolgend:  Vorinstanz)  mit  Wirkung  ab  1. Januar  2010  zum  Anschluss an die Vorsorgeeinrichtung (act. 2) an.  B.  Mit  Schreiben  vom  14. April  2010  (act. 6)  teilte  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin  mit,  dass  ein  freiwilliger  Anschluss  nicht  mehr  möglich  sei,  da  bereits  einige  Mitarbeiter  ausgetreten  und  somit  Leistungsfälle eingetreten seien; es müsse deshalb ein Zwangsanschluss  mit den entsprechenden Kostenfolgen durchgeführt werden. C.  Mit  Verfügung  vom  16. Juli  2010  (act. 8)  schloss  die  Vorinstanz  die  Beschwerdeführerin zwangsweise rückwirkend per 1. Januar 2007 an die  Vorsorgeeinrichtung  an.  Der  Beschwerdeführerin  wurden  die  Verfügungskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 450.­­,  Gebühren  für  die  Durchführung des Zwangsanschlusses  in der Höhe von Fr. 375.­­ sowie  die  Kosten  für  die  rückwirkende  Rechnungsstellung  gemäss  Kostenreglement (Fr. 100.­­ pro Person und Jahr  im Minimum Fr. 200.­­)  auferlegt. D.  Gegen  die  Verfügung  vom  16. Juli  2010  erhob  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  25. August  2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte die Anpassung der Verfügung  in  der  Weise,  dass  der  Anschluss  den  Anforderungen  des  auf  ihre  Mitarbeitenden  anwendbaren  zwingenden  Bestimmungen  des  L­GAV  genüge.  Ferner  beantragte  sie  eine  Reduktion  der  auferlegten  Anschlusskosten, da sie sich freiwillig angeschlossen habe und somit die  im  Falle  eines  Zwangsanschluss  höheren  Kosten  nicht  gerechtfertigt  seien;  alles  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  zu  Lasten  der  Vorinstanz.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragte  sie,  der  Beschwerde solle aufschiebende Wirkung zukommen. E.  Am  11. November  2010  ist  der mit  Zwischenverfügung  vom  27. August  2010  einverlangte  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr. 800.­­  beim  Bundesverwaltungsgericht eingegangen.

C­6058/2010 F.  Mit Vernehmlassung vom 26. November 2010 beantragte die Vorinstanz  die  Abweisung  der  Beschwerde  unter  Kostenfolge  zu  Lasten  der  Beschwerdeführerin. Zur Begründung  führte sie aus,  seit dem 1. Januar  2007  habe  bei  der  Beschwerdeführerin  keine  Vorsorgedeckung  mehr  bestanden,  obwohl  sie  BVG­pflichtige  Arbeitnehmer  beschäftigt  habe,  deshalb  sei  der  Zwangsanschluss  gerechtfertigt  gewesen.  Die  Beschwerdeführerin  bestreite  denn  auch  den  Anschluss  nicht.  Die  Vorinstanz führte weiter aus, sie handle nach einem gesetzlichen Auftrag  und dieser umfasse lediglich die Versicherung im obligatorischen Bereich,  weshalb  sie  die  den  überobligatorischen  Bereich  betreffenden  Anforderungen  des  auf  die  Beschwerdeführerin  anwendbaren  L­GAV  nicht  erfüllen  könne.  In  Bezug  auf  die  Kosten  machte  die  Vorinstanz  geltend,  dass  ein  freiwilliger  Anschluss  aufgrund  der  eingetretenen  Vorsorgefälle nicht mehr möglich gewesen sei und somit die Kosten  für  den Zwangsanschluss zu Recht erhoben worden seien. G.  Mit  Replik  vom  13. April  2010  hielt  die  Beschwerdeführerin  an  ihren  Anträgen fest. H.  Mit  Duplik  vom  5. Juli  2011  hielt  die  Vorinstanz  ebenfalls  an  ihren  Anträgen fest. I.  Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten  ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden  Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.   1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Zu  den  anfechtbaren  Verfügungen  gehören  jene  der  Auffangeinrichtung,  zumal  diese  im Bereich der beruflichen Vorsorge öffentlich­rechtliche Aufgaben 

C­6058/2010 des Bundes erfüllt (Art. 60 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 60 Abs. 2bis  des  Bundesgesetzes  vom  25. Juni  1982  über  die  berufliche  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenvorsorge  [BVG,  SR 831.40])  und  somit  zu  den  Vorinstanzen  des  Bundesverwaltungsgerichts  gehört  (Art. 33  lit. h  VGG).  Eine  Ausnahme,  was  das  Sachgebiet  angeht,  ist  in  casu  nicht  gegeben  (Art. 32  VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  zur  Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.2.   1.2.1.  Anfechtungsgegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  ist  der  Verwaltungsakt  der  Vorinstanz  vom  16. Juli  2010,  welcher  eine  Verfügung  im  Sinne  von  Art. 5  Abs. 1  VwVG  darstellt.  Die  Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin durch die angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren Änderung oder Aufhebung, so dass sie zur Beschwerde legitimiert  ist  (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie hat  frist­ und  formgerecht  (Art. 50 und 52  VwVG)  Beschwerde  erhoben.  Nachdem  auch  der  Kostenvorschuss  fristgerecht  geleistet  wurde,  ist  auf  die  Beschwerde  grundsätzlich  einzutreten. 1.2.2.  Streitgegenstand  im  System  der  nachträglichen  Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen  des  durch  die  Verfügung  bestimmten  Anfechtungsgegenstandes  –  den  auf  Grund  der  Beschwerdebegehren  effektiv  angefochtenen  Verfügungsgegenstand  bildet.  Anfechtungs­  und  Streitgegenstand  sind  danach  identisch,  wenn  die  Verwaltungsverfügung  insgesamt  angefochten  wird;  bezieht  sich  demgegenüber  die  Beschwerde  nur  auf  einzelne  der  durch  die  Verfügung  bestimmten  Rechtsverhältnisse,  gehören  die  nicht  beanstandeten  –  verfügungsweise  festgelegten –  Rechtsverhältnisse  zwar  wohl  zum  Anfechtungs­,  nicht  aber  zum  Streitgegenstand (BGE 131 V 164 E. 2.1 mit Hinweis). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde gerügt, dass  die Anschlussbedingungen nicht den Vorgaben des L­GAV entsprächen  und diese  somit  anzupassen  seien. Ferner  sei  darauf  zu  verzichten,  ihr  eine  Pflicht  zur  Leistung  von  Schadenersatz  gemäss  Art. 12  BVG  und/oder  zusätzliche Kosten  aufzuerlegen,  da  es  sich  in  casu  nicht  um  einen  Zwangsanschluss,  sondern  um  einen  Anschluss  auf  ihr  eigenes  Ersuchen  handle.  Da  der  Anschluss  als  solches  von  der  Beschwerdeführerin  nicht  bestritten  wird,  ist  das  vorliegende 

C­6058/2010 Beschwerdeverfahren  somit  auf  die  Frage  zu  beschränken,  ob  der  Anschluss bereits per 1. Januar 2007 (und nicht erst per 1. Januar 2010,  vgl.  Anmeldeformular  act. 2)  sowie  die  Anschlussbedingungen  der  Vorinstanz  korrekt  verfügt  und  die  Kosten  gemäss  Ziffer 2  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  der  Beschwerdeführerin  auferlegt  worden  sind.  Eine  Pflicht  zur  Leistung  von  Schadenersatz  wurde  nicht  verfügt,  weshalb  dies  nicht  vom  Anfechtungsgegenstand  umfasst  wird  und  somit  auch  nicht  Streitgegenstand  sein  kann,  sodass  nicht  darauf  einzutreten  ist. Ebenso wenig zu prüfen  ist  in casu, ob es rechtens war,  dass  die  anderen  Vorsorgeeinrichtungen  einen  Versicherungsabschluss  mit  der  Beschwerdeführerin  angeblich  abgelehnt  hätten.  Was  den  verfahrensrechtlichen  Antrag  der  Beschwerdeführerin  betreffend  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  anbelangt,  so  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  der  vorliegenden  Beschwerde  von  Gesetzes  wegen  aufschiebende Wirkung  zukommt  (vgl.  Art. 55  Abs. 1  VwVG)  und  diese  vorliegend nicht entzogen worden ist. Auf den diesbezüglichen Antrag der  Beschwerdeführerin ist somit ebenfalls nicht einzutreten. 2.   2.1.  Obligatorisch  zu  versichern  ist  jeder  Arbeitnehmer,  der  das  17. Altersjahr  vollendet  hat  und  bei  einem  Arbeitgeber  mehr  als  den  gesetzlichen  Jahres­Mindestlohn  gemäss  Art. 2  Abs. 1  BVG  in  Verbindung  mit  Art. 5  der  Verordnung  vom  18. April  1984  über  die  berufliche  Alters,  Hinterlassenen­  und  Invalidenvorsorge  (BVV 2,  SR 831.441.1) erzielt und bei der Alters­ und Hinterlassenenversicherung  versichert  ist  (vgl.  Art. 5  Abs. 1  BVG).  Dieser  Grenzbetrag  wird  vom  Bundesrat  gemäss  Art. 9  BVG  periodisch  angepasst  und  betrug  ab  1. Januar  2007  Fr. 19'890.­,  ab  1. Januar  2009  Fr. 20'520.­­  und  ab  1. Januar 2011 Fr. 20'880.­­  (vgl. den  jeweils gültigen Art. 5 BVV 2). Der  Jahreslohn entspricht grundsätzlich dem massgebenden Lohn nach dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember  1946  über  die  Alters­  und  Hinterlassenenversicherung  (AHVG,  SR 831.10).  Der  Bundesrat  kann  Abweichungen  zulassen  (Art. 7  Abs. 2  BVG;  zu  den  Ausnahmen  vgl.  Art. 3 BVV 2).  2.2. Art. 11 Abs. 1 BVG bestimmt, dass der Arbeitgeber, der obligatorisch  zu  versicherndes  Personal  beschäftigt,  eine  in  das  Register  für  die  berufliche Vorsorge  eingetragene Vorsorgeeinrichtung  zu  errichten  oder  sich  einer  solchen  anzuschliessen  hat.  Die  Ausgleichskassen  der  AHV  überprüfen,  ob  die  von  ihnen  erfassten  Arbeitgeber  einer 

C­6058/2010 Vorsorgeeinrichtung  angeschlossen  sind  (Art. 11  Abs. 4  BVG).  Kommt  der  Arbeitgeber  der  Aufforderung  der  Ausgleichskasse  nicht  nach,  sich  bei  einer  entsprechenden  Pflicht  einer  registrierten  Vorsorgeeinrichtung  anzuschliessen,  meldet  die  Ausgleichskasse  den  Arbeitgeber  der  Auffangeinrichtung,  welche  gemäss  Art. 60  Abs. 2  BVG  verpflichtet  ist,  Arbeitgeber,  die  ihrer  Pflicht  nicht  nachkommen,  zwangsweise  anzuschliessen  –  und  zwar  rückwirkend  auf  den  Zeitpunkt,  in  dem  er  obligatorisch zu versichernde Arbeitnehmer beschäftigt hat (Art. 11 Abs. 3  und 6 BVG). Die Auffangeinrichtung und die Ausgleichskasse stellen dem  säumigen Arbeitgeber den von ihm verursachten Verwaltungsaufwand in  Rechnung (Art. 11 Abs. 7 BVG). 2.3.  Entsteht  der  gesetzliche  Anspruch  eines  Arbeitnehmers  auf  Versicherungs­ oder Freizügigkeitsleistungen zu einem Zeitpunkt, an dem  sein Arbeitgeber noch keiner Vorsorgeeinrichtung angeschlossen  ist,  so  wird  der  Arbeitgeber  von  Gesetzes  wegen  für  alle  dem  Obligatorium  unterstellten Arbeitnehmer  der Auffangeinrichtung  angeschlossen  (Art. 2  der  Verordnung  vom  28. August  1985  über  die  Ansprüche  der  Auffangeinrichtung der beruflichen Vorsorge [SR 831.434]). 3.   3.1. Die  Beschwerdeführerin  machte  vorliegend  geltend,  sie  habe  sich  freiwillig  anschliessen wollen,  weshalb  der  Zwangsanschluss  respektive  die  daraus  folgenden,  im  Vergleich  zu  einem  freiwilligen  Anschluss,  zusätzlichen  Kosten  (Gebühren  und  Schadenersatz)  nicht  gerechtfertigt  seien.  Ferner  brachte  die  Beschwerdeführerin  vor,  die  Anschlussbedingungen entsprächen nicht den Vorgaben des L­GAVs des  Gastgewerbes,  weshalb  ihre  Arbeitnehmer  nun  nicht  L­GAV­konform  versichert seien. Die Anschlussbedingungen seien so anzupassen, dass  sie den zwingenden Anforderungen des L­GAVs genügten. 3.2.  Die  Vorinstanz  führte  demgegenüber  aus,  sie  sei  verpflichtet,  säumige  Arbeitgeber,  welche  ihre  obligatorisch  zu  versichernden  Arbeitnehmer  nicht  freiwillig  einer  Vorsorgeeinrichtung  angeschlossen  haben, zwangsweise anzuschliessen. Aus den Lohnbescheinigungen und  dem Anmeldeformular sei ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin auch  nach  dem  31. Dezember  2006  versicherungspflichtige  Arbeitnehmer  beschäftigt  habe,  sie  jedoch  seither  keiner  Vorsorgeeinrichtung  mehr  angeschlossen  gewesen  sei.  Somit  sei  der  erfolgte  Zwangsanschluss  gerechtfertigt gewesen. Zudem wies die Vorinstanz darauf hin, dass sie 

C­6058/2010 lediglich Versicherungen im obligatorischen Bereich anbiete und somit die  Anschlussbedingungen  nicht  an  die  Anforderungen  des  L­GAVs  anpassen  könne.  Schliesslich  führte  die  Vorinstanz  aus,  der  Umstand,  dass keine der beiden – gemäss Auffassung der Beschwerdeführerin – in  Frage  kommenden  Vorsorgeeinrichtungen  die  Beschwerdeführerin  aufgenommen habe, sei nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens  und vom Bundesverwaltungsgericht nicht zu prüfen. 3.3.  Aus  den  eingereichten  Akten  ist  ersichtlich,  dass  sich  die  Beschwerdeführerin mit Wirkung  per  1. Januar  2010  bei  der  Vorinstanz  zum  Anschluss  angemeldet  hat.  Ferner  geht  aus  dieser  Anmeldung  hervor,  dass  die Beschwerdeführerin  noch  bis  zum 31. Dezember  2006  bei der A._______  im Rahmen der beruflichen Vorsorge versichert war.  Da  die  Beschwerdeführerin  keine  weiteren  Angaben  betreffend  das  Bestehen  einer  diesbezüglichen  Versicherung  machte,  ist  davon  auszugehen,  dass  in  den  Jahren  2007  bis  und  mit  2009  kein  Versicherungsverhältnis  für  die  berufliche  Vorsorge  bestand.  Den  Lohndeklarationen der Jahre 2007 bis 2009 ist allerdings zu entnehmen,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  diesen  Jahren  durchaus  BVG­pflichtige  Arbeitnehmer beschäftigt hatte. Da sich die Beschwerdeführerin lediglich  mit Wirkung  per  1. Januar  2010  angemeldet  hatte,  die  Vorinstanz  aber  zufolge der Lücke in der Versicherungsdeckung verpflichtet war, auch die  Zeit  vom 1. Januar  2007 bis  zum 31. Dezember  2009  zu  versichern,  ist  bereits  deshalb  der  Zwangsanschluss  gerechtfertigt.  Ob  –  wie  die  Vorinstanz  geltend  macht  –  bereits  Leistungsfälle  eingetreten  sind  und  auch  deshalb  ein  freiwilliger  Anschluss  nicht  mehr  möglich  war,  ist  deshalb vorliegend nicht mehr zu prüfen. Der Zwangsanschluss erfolgte  von  der  Vorinstanz  in  der  Ausführung  ihres  gesetzlichen  Auftrags,  in  Übereinstimmung  mit  den  Anschlussbedingungen,  die  integrierender  Bestandteil der Verfügung sind, und dem angehängten Kostenreglement.  Daher  sind  auch  die  Versicherungsbedingungen  und  die  der  Beschwerdeführerin  auferlegten  Kosten  für  den  Zwangsanschluss  nicht  zu  beanstanden.  Nicht  korrekt  sind  hingegen  die  Kosten  für  die  rückwirkende Rechnungsstellung, da diese – wie der Begriff bereits sagt  – erst  im  Rahmen  der  (Beitrags­)Rechnungsstellung  erhoben  werden  können.  Vorliegend  ist  allerdings  lediglich  der  Zwangsanschluss  verfügt  worden, weshalb  im heutigen Zeitpunkt noch keine Kosten  für eine (erst  später) zu erhebende Beitragsrechnung aufzuerlegen sind. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Zwangsanschluss der  Beschwerdeführerin durch die Vorinstanz korrekt erfolgt  ist und  lediglich 

C­6058/2010 die  Kosten  für  die  rückwirkende  Rechnungsstellung  im  Rahmen  des  Zwangsanschlusses nicht zu verfügen waren. Die Beschwerde ist daher,  soweit sie diese Kostenauferlegung betrifft, teilweise gutzuheissen und im  Übrigen abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 4.   Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und über eine allfällige  Parteientschädigung. 4.1. Gemäss  Art. 63  Abs. 1  VwVG werden  die  Verfahrenskosten  in  der  Regel  der  unterliegenden  Partei  auferlegt.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  der  in  einem  sehr  geringen  Umfang  obsiegenden  und  grösstenteils  unterliegenden  Beschwerdeführerin  anteilmässig  Kosten  aufzuerlegen.  Diese  sind  auf  Fr. 750.­­  festzusetzen.  Der  von  der  Beschwerdeführerin  geleistete  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr. 800.­­  ist  mit  den  reduzierten  Verfahrenskosten  von  Fr. 750.­­  zu  verrechnen und der Rest (Fr. 50.­­) ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft auf  ein von ihr bekannt zu gebendes Konto zurückzuerstatten. Einer  (teilweise)  unterliegenden  Vorinstanz  sind  gemäss  Art. 63  Abs. 2  VwVG keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 4.2. Die  Beschwerdeinstanz  kann  der  ganz  oder  teilweise  obsiegenden  Partei  von Amtes wegen oder  auf Begehren  eine Entschädigung  für  ihr  erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe Kosten  zusprechen  (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Keinen Anspruch auf Parteientschädigung haben  Bundesbehörden  und,  in  der  Regel,  andere  Behörden,  die  als  Parteien  auftreten  (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR  173.320.2]).  Der  obsiegenden  Vorinstanz  ist  somit  keine  Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. BGE 126 V 143 E. 4). Die  teilweise  obsiegende  Beschwerdeführerin  war  nicht  berufsmässig  vertreten  und  hat  auch  keine  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten  geltend  gemacht,  weshalb  ihr  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen ist.

C­6058/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Dispositivziffer 2 der  Verfügung vom 16. Juli 2010 wird wie folgt abgeändert: "Dem Arbeitgeber  werden  die  Kosten  für  diese  Verfügung  in  der  Höhe  von  Fr. 450.­­  und  Gebühren für die Durchführung des Zwangsanschlusses in der Höhe von  Fr. 375.­­ auferlegt." Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit  darauf eingetreten wird. 2.  Die  reduzierten  Verfahrenskosten  von  Fr. 750.­­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in der Höhe von Fr. 800.­­  verrechnet. Der Restbetrag  (Fr. 50.­­) wird  ihr  nach Eintritt  der Rechtskraft  des  vorliegenden Urteils  zurückerstattet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Formular  Zahladresse) – die Vorinstanz (Ref­Nr. …; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis

C­6058/2010 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat  die  Begehren,  deren  Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-6058/2010 — Bundesverwaltungsgericht 01.03.2012 C-6058/2010 — Swissrulings