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Bundesverwaltungsgericht 13.01.2012 C-494/2010

13 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,237 parole·~16 min·1

Riassunto

Invalidenversicherung (IV) | Invalidenrente

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­494/2010 Urteil   v om   1 3 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Philippe Weissenberger (Vorsitz), Richter Daniel Stufetti, Richter Beat Weber,    Gerichtsschreiber Michael Müller. Parteien A._______,Z._______ (Kroatien), Beschwerdeführer,  gegen IV­Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  Y._______,    Vorinstanz.  Gegenstand Invalidenrente.

C­494/2010 Sachverhalt: A.  Der am (…) 1950 geborene A._______ (im Folgenden: Versicherter oder  Beschwerdeführer), Staatsangehöriger  von Kroatien,  arbeitete  von 1973  bis  im April 1996  in der Schweiz, zuletzt als angestellter Chauffeur, und  leistete  in dieser Zeit gemäss dem Auszug aus dem  individuellen Konto  der Schweizerischen Ausgleichskasse  (IV­Akten, act. 8) Beiträge an die  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung  (AHV/IV).  Zwischen  Mai 1996 und Mai 1998 bezog er Arbeitslosenentschädigungen (IV­Akten  act.  8).  Im  Mai  1998  verlegte  der  Beschwerdeführer  seinen  Wohnsitz  nach  Kroatien.  Seit  dem  7.  November  2007  bezieht  der  Beschwerdeführer  eine  kroatische  Invalidenrente.  Am  12.  Juni  2007  reichte  der Beschwerdeführer  beim  kroatischen Versicherungsträger  ein  Gesuch  um  Gewährung  von  Leistungen  der  schweizerischen  Invalidenversicherung (IV) ein (IV­Akten, act. 3). Zur Art der Behinderung  machte  er  sinngemäss  starke  Rückenschmerzen  aufgrund  einer  chronischen  Wirbelsäulendeformierung  und  Polyarthrose  geltend  (IV­ Akten, act. 3 S. 6). Das Gesuch ging bei der IV­Stelle für Versicherte im  Ausland  (im  Folgenden:  IVSTA  oder  Vorinstanz)  gemäss  Eingangsstempel am 30. April 2008 ein (IV­Akten, act. 3). B.  Gestützt  auf  die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  umfangreichen  medizinischen  Akten  (IV­Akten,  act.  25­48)  legte  Dr.  B._______  vom  Regionalen  Ärztlichen  Dienst  X._______  (im  Folgenden:  RAD  X._______)  im  Auftrag  der  IVSTA  ihren  Schlussbericht  vom  11.  November  2008  vor  (IV­Akten,  act.  50).  Darin  stellte  sie  folgende  Hauptdiagnose  auf:  chronisches  Lumbosacralsyndrom,  M54.5,  und  chronische  Radikulopathie  der  racines  Spinalwurzeln  L5­S1,  M51.1.  Ferner stellte sie folgende Krankheitsdiagnose mit Auswirkungen auf die  Arbeitsfähigkeit:  "Lombosciatalgie  droite  en  2003,  Lombosciatalgie  gauche  en  avril  2007,  Ostéochondrose  L4­L5,  L5­S1,  Spondylose  et  spondylarthrose vertébrale, Status après opération de foraminotomie L5­ S1  gauche  et  HD  L5­S1  du  24  avril  2007,  arthrite  goutteuse,  Epilepsie  depuis semptembre 2007". Sie nahm an, dass der Beschwerdeführer seit  Jahren  an  lumbalen  Schmerzen  leide,  die  in  die  unteren  Gliedmassen  ausstrahlen  und  Kribbeln  verursachen  würden.  Das  EMG  von  Februar  2008 habe eine chronische Radikulopathie der Spinalwurzeln L5­S1 links  mittleren  Schweregrades  gezeigt.  Der  Beschwerdeführer  leide  zusammengefasst  an  einer  invalidisierenden  chronischen 

C­494/2010 Lumboischialgie, die auf eine ausgeprägte degenerative Entwicklung der  Wirbelsäule  zurückzuführen  sei.  Er  leide  zudem  an  einer  gichtigen  Polyarthritis  der  unteren Gliedmassen.  Die  im  April  2007  durchgeführte  Foraminotomie  habe  keine  merkliche  Verbesserung  gebracht.  Die  auftretenden Schmerzen seien bleibend und  invalidisierend. Daraus zog  die Ärztin den Schluss, dass der Beschwerdeführer in der angestammten  Arbeit  als  Chauffeur  vollständig  und  dauernd  arbeitsunfähig  sei.  Demgegenüber bejahte die Ärztin eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der  ursprünglichen  Berufstätigkeit  als  Schuster  und  in  anderen  leichten  Tätigkeiten,  sofern  die  funktionellen  Einschränkungen  –  Alternieren  zwischen  sitzender  und  stehender  Stellung  bei  der  Arbeit,  Tragen  von  maximal  10  kg  Gewicht,  Ausschluss  schwerer  Arbeiten,  keine  Witterungseinflüsse,  keine  Feuchtigkeit  oder  Kälte,  keine  Torsionsbewegungen  der Wirbelsäule  sowie  keine  nach  vorne  geneigte  Haltung des Rumpfes – beachtet werden. C.  Mit  Vorbescheid  vom  1.  Dezember  2008  (IV­Akten,  act.  53)  stellte  die  Vorinstanz die Abweisung des Leistungsbegehrens  in Aussicht. Sie hielt  fest, der Einkommensvergleich zwischen dem Einkommen aus der zuletzt  ausgeübten  Tätigkeit  als  Fahrer  und  einer  zumutbaren  Verweisungstätigkeit, z.B. als Museumswächter, Archivar oder Verkäufer,  ergebe eine Erwerbseinbusse von 25%, was kein Recht auf eine Rente  ergebe. D.  Der Beschwerdeführer erhob dagegen am 10. Januar 2009 Einsprache,  mit  welcher  er  weitere  ärztliche  Unterlagen  einreichte.  Am  10.  Februar  2009 reichte er eine weitere Eingabe ein. Er verlangte darin, es sei seine  totale  Arbeitsunfähigkeit  und  ein  Invaliditätsgrad  von  mindestens  50  %  festzustellen.  E.  Die  Vorinstanz  wies  das  Leistungsgesuch  des  Beschwerdeführers  am  10. Februar  2009  ab  (IV­Akten,  act.  62).  Sie  wiederholte  die  bereits  im  Vorbescheid angeführten Abweisungsgründe und  führte  ergänzend aus,  sie habe von seinen Bemerkungen und Unterlagen vom 10. Januar 2009  und  10.  Februar  2009  Kenntnis  genommen  und  sei  zum  Schluss  gekommen,  dass  diese  die  bekannten  Gesundheitsbeeinträchtigungen  bestätigten. Da sie keine neuen Elemente enthalten würden, vermöchten  sie an der Richtigkeit des Vorbescheides nichts zu ändern. 

C­494/2010 In  der  Folge  machte  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  einer  Nachforschung  geltend,  die  Verfügung  vom  10.  Februar  2009  nicht  erhalten  zu  haben.  Da  die  Nachforschungen  der  Vorinstanz  über  den  Verbleib  ihres  Schreibens  ergebnislos  verliefen,  stellte  die  Vorinstanz  fest,  dass  die  Verfügung  als  dem  Versicherten  nicht  zugestellt  gelten  müsse und deshalb nicht in Kraft erwachsen sei (IV­Akten, act. 70). F.  Mit  Schreiben  vom  12.  Oktober  2009  beauftragte  die  IVSTA  Dr.  B._______  vom  RAD  X_______,  gestützt  auf  die  seit  ihrem  Schlussbericht  vom  11. November  2008  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  medizinischen  Akten  zu  beurteilen,  ob  diese  Unterlagen  glaubhaft  machten,  dass  sich  der  Invaliditätsgrad  in  einer  für  den  Anspruch erheblichen Weise  geändert  habe  (IV­Akten,  act.  81).  In  ihrer  Stellungnahme vom 2. Oktober 2009 wiederholte Dr. B._______ den  im  Schlussbericht vom 11. November 2008 gefassten Befund (IV­Akten, act.  82). Sie führte zudem aus, der Versicherte leide unbestreitbar an "lésions  chroniques  dégéneratives  de  la  colonne  lombaire",  weshalb  bezüglich  Tätigkeiten,  welche  längeres  Stehen  oder  Sitzen  erforderten,  eine  vollständige  Arbeitsunfähigkeit  vorliege.  Laut  dem  Befund  von  Dr.  C._______ sei der Versicherte unfähig, Gegenstände aufzuheben und zu  tragen,  welche  mehr  als  5  kg  wögen,  längere  Zeit  zu  Sitzen  oder  zu  Stehen sowie Arbeiten auszuüben, welche die Lendenwirbel anstrengten.  Die  Feststellungen  von  Dr.  C._______  stimmten  mit  den  ihren  im  Schlussbericht  vom  11.  November  2008  überein.  Sie  schliesst  mit  der  Feststellung,  dass  bei  Tätigkeiten,  welche  die  funktionellen  Einschränkungen des Versicherten berücksichtigten, dessen vollständige  Arbeitsfähigkeit gegeben sei. G.  Die  Vorinstanz  wies  das  Leistungsgesuch  des  Beschwerdeführers  am  19. November 2009 ab (IV­Akten, act. 83). Sie wiederholte die bereits im  Vorbescheid  und  in  der  mangels  Zustellung  nicht  in  Rechtskraft  erwachsenen  Verfügung  vom  10.  Februar  2009  angeführten  Abweisungsgründe  und  führte  ergänzend  aus,  sie  habe  die  neuen,  der  Antwort  des  Beschwerdeführers  auf  ihren  Vorbescheid  beigelegten  Unterlagen  (medizinische Berichte vom 17. März 2009 und 5. Mai 2009  von Dr. C_______, vom 27. April 2009 von Dr. D._______, vom 3. April  2009  von  Dr.  E._______  sowie  vom  5.  September  2007  von  Dr.  F._______)  ihrem  ärztlichen  Dienst  unterbreitet,  welcher  seine 

C­494/2010 vorgängige Stellungnahme bestätigt habe. Die Zustellung der Verfügung  erfolgte am 11. Dezember 2009 (IV­Akten, act. 84). H.  Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 21. Dezember  2009  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  ein,  mit  welcher  er  sinngemäss deren Aufhebung beantragt. Mit  der Beschwerde  reichte er  weitere ärztliche Unterlagen ein. Zur Begründung führt er aus, es sei das  Vorliegen eines  Invaliditätsgrades vom mindestens 50 % aufgrund einer  irreparabel verminderten funktionellen Leistungsfähigkeit der Wirbelsäule  in  einem  solchen  Masse,  dass  eine  absolute  Erwerbsunfähigkeit  und  keine verbliebene Arbeitsfähigkeit bestehe, festzustellen. Der Sachverhalt  sei  durch  die  Vorinstanz  hinsichtlich  der  verbliebenen  Arbeitsfähigkeit  (Sitzen,  Stehen,  Gehen  und  Liegen)  unzureichend  und  unvollständig  festgestellt  worden.  Er  macht  weiter  geltend,  die  verbliebene  Arbeitsfähigkeit  und  der  Grad  der  Invalidität  seien  von  der  Vorinstanz  aufgrund  falsch  gewürdigter  Beweise  völlig  falsch  und  verfehlt  beurteilt  worden. Es  sei  nicht  nachvollziehbar,  dass  der medizinische Dienst  zur  Einschätzung  gelange,  er  sei  in  einer  angepassten  Tätigkeit  zu  100 %  arbeitsfähig.  Die  Arbeits(un)fähigkeit  sei  umfassend  medizinisch  zu  beurteilen und zu begründen. I.  Die Vorinstanz  beantragt  in  ihrer  innert mittels Verfügung  vom 14. April  2010 erstreckter Frist eingegangenen Vernehmlassung vom 31. Mai 2010  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Einleitend  weist  sie  darauf  hin,  dass  keine  Bindung  der  schweizerischen  Invalidenversicherung  an  die  Beurteilung ausländischer Versicherungsträger, Krankenkassen, anderer  Behörden  und  Ärzte  bestehe.  Rentenbescheide,  Krankenstandsbescheinigungen,  ärztliche  Beurteilungen  etc.  unterlägen  folglich  der  freien  Würdigung  durch  die  Organe  der  schweizerischen  Invalidenversicherung.  Zur  Begründung  der  Abweisung  verweist  sie  auf  die Stellungnahmen  des medizinischen Dienstes  (IV­Akten  act.  50,  82),  worin  die  beurteilende  RAD­Ärztin  wiederholt  und  zweifelsfrei  zur  Schlussfolgerung  gelangt  sei,  dass  aufgrund  des  geltend  gemachten  Wirbelsäulenleidens  seit  dem  7.  November  2007  die  bisherigen  Tätigkeiten  als  Chauffeur  oder  Schuster  nicht  mehr  ausübbar  seien.  In  leichteren,  leidensangepassten Verweistätigkeiten  lägen  hingegen  keine  Einschränkungen vor, wie dies exemplarisch im Annex zum RAD­Bericht  vom 11. November 2008 erwähnt werde. Gestützt auf diese Einschätzung  habe die wirtschaftliche Bemessung der Erwerbseinbusse einen Wert von 

C­494/2010 lediglich  25  %  seit  dem  7.  November  2007  ergeben,  weshalb  keine  rentenbegründende Invalidität vorliege. J.  In  seiner  Replik  vom  7.  Juli  2010,  welcher  u.a.  ein  auf  einer  CD  enthaltener  Röntgenbefund  vom  7.  November  2009  beigelegt  war,  hält  der Beschwerdeführer an den gestellten Beschwerdebegehren fest. K.  In der  innert mittels Verfügung vom 1. September 2010 erstreckter Frist  eingegangenen Duplik  vom 13.  September  2010  hält  die Vorinstanz  an  den  gestellten  Anträgen  fest.  Sie  verweist  auf  den  aufgrund  der  neu  vorgelegten  medizinischen  Akten  erneut  eingeholten  Bericht  des  RAD  vom 31. August 2010, in welchem die beurteilende RAD­Ärztin wiederholt  zur  Schlussfolgerung  gelange,  der  Beschwerdeführer  sei  trotz  der  vorliegenden  degenerativen  Rückenleiden  in  der  Lage,  leidensangepasste  Verweisungstätigkeiten  auszuüben.  Daher  bleibe  es  beim mit Vernehmlassung vom 31. Mai 2010 Gesagten, wonach bei einer  errechneten  wirtschaftlichen  Erwerbseinbusse  von  25  %  seit  dem  7.  November 2007 keine rentenbegründende Invalidität vorliege. L.  Mit Zwischenverfügung vom 23. September 2010 forderte der zuständige  Instruktionsrichter den Beschwerdeführer auf, einen Kostenvorschuss von  Fr. 400.­ in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten. Der  Kostenvorschuss ging innerhalb der gesetzten Frist bei der Gerichtskasse  ein. M.  Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird ­  soweit  für  die  Entscheidfindung  notwendig  ­  im  Rahmen  der  nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1.  Nach  Art.  37  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  dem Bundesgesetz  vom  20.  Dezember 

C­494/2010 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  VGG nichts anderes bestimmt. Indes findet das VwVG aufgrund von Art.  3 Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit  das  Bundesgesetz  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts (ATSG) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 des  Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG,  SR  831.20)  sind  die  Bestimmungen  des  ATSG  auf  die  Invalidenversicherung (Art. 1a ­ 26bis und 28 ­ 70) anwendbar, soweit das  IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.2.  Gemäss  Art.  31  VGG  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  VwVG,  sofern  keine  Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art.  33  VGG  genannten  Behörden.  Die  IVSTA  ist  eine  Vorinstanz  im  Sinne  von  Art.  33  Bst.  d  VGG.  Die  Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  zur  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Verfügungen  dieser  IV­Stelle  ist  zudem  in  Art.  69  Abs.  1  Bst.  b  IVG  ausdrücklich vorgesehen. Die angefochtene Verfügung der IVSTA vom 19. November 2009 ist eine  Verfügung  nach  Art.  5  VwVG.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.3. Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung,  so  dass  er  im  Sinne  von  Art.  59  ATSG  (vgl.  auch  Art.  48  VwVG) beschwerdelegitimiert ist. 1.4. Da die Beschwerde im Übrigen frist­ und formgerecht (Art. 60 Abs. 1  ATSG  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG)  eingereicht  wurde,  ist  darauf  einzutreten. 2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  prüft  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 3.  Der  Beschwerdeführer  ist  kroatischer  Staatsangehöriger  und  dort  ansässig, so dass vorliegend das Abkommen vom 9. April 1996 zwischen  der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Kroatien über 

C­494/2010 soziale  Sicherheit  (SR  0.831.109.291.1;  im  Folgenden:  Abkommen)  zur  Anwendung  kommt.  Nach  Art.  4  des  Abkommens  stehen  die  Staatsangehörigen  der  Vertragsstaaten  in  ihren  Rechten  und  Pflichten  aus  den  in  Art.  2  des  Abkommens  genannten  Rechtsvorschriften,  zu  welchen  die  schweizerische  Bundesgesetzgebung  über  die  Invalidenversicherung  gehört,  einander  gleich,  soweit  das  Abkommen  keine  Ausnahme  vorsieht.  Hinsichtlich  der  Voraussetzungen  des  Anspruchs  auf  eine  schweizerische  Invalidenrente  finden  sich weder  im  Abkommen  selbst  noch  in  sonstigen  schweizerisch­kroatischen  Vereinbarungen irgendwelche Bestimmungen, die eine Abweichung vom  Grundsatz der Gleichstellung der jeweiligen Staatsangehörigen erlaubten.  Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann ein Anspruch auf Leistungen  der  IV  besteht,  bestimmt  sich  demnach  allein  aufgrund  der  schweizerischen Rechtsvorschriften, insbesondere nach dem ATSG, dem  IVG  sowie  der  Verordnung  über  die  Invalidenversicherung  vom  17.  Januar 1961 (IVV, SR 831.210). 4.  Anfechtungsobjekt  bildet  vorliegend  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  19.  November  2009,  mit  welcher  das  Leistungsbegehren  des  Beschwerdeführers  mangels  Vorliegen  einer  rentenbegründenden  Invalidität verneint wurde. Streitig und zu prüfen ist, ob der Anspruch des  Versicherten  auf  eine  schweizerische  Invalidenrente  von  der Vorinstanz  zu Recht verneint wurde. 4.1.  Nach  der Rechtsprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht  bei  der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt  des  Erlasses  des  streitigen  Entscheides  eingetretenen  Sachverhalt  ab  (BGE  129  V  1  E.  1.2  mit  Hinweis).  Tatsachen,  die  jenen  Sachverhalt  seither  verändert  haben,  sollen  im  Normalfall  Gegenstand  einer  neuen  Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 4.2. Am 1. Januar 2008 sind  im Rahmen der 5. IV­Revision Änderungen  des  IVG  und  anderer  Erlasse  wie  des  ATSG  in  Kraft  getreten. Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  –  vorbehältlich  besonderer  übergangsrechtlicher  Regelungen  –  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  massgeblich  sind,  die  bei  der  Erfüllung  des  rechtlich  zu  ordnenden  oder  zu  Rechtsfolgen  führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, Urteil  des Bundesgerichts [BGer] 8C_419/2009 vom 3. November 2009), ist der  Leistungsanspruch für die Zeit bis zum 31. Dezember 2007 aufgrund der  http://links.weblaw.ch/BGE-129-V-1 http://links.weblaw.ch/BGE-129-V-1 http://links.weblaw.ch/BGE-129-V-1 http://links.weblaw.ch/BGE-129-V-1 http://links.weblaw.ch/BGE-129-V-1 http://links.weblaw.ch/BGE-121-V-362 http://links.weblaw.ch/BGE-121-V-362 http://links.weblaw.ch/BGE-121-V-362 http://links.weblaw.ch/BGE-121-V-362 http://links.weblaw.ch/BGE-121-V-362

C­494/2010 bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen  (BGE 130 V 445). Die  5. IV­Revision  brachte  für  die  Invaliditätsbemessung  keine  substanziellen  Änderungen  gegenüber  der  bis  zum  31. Dezember  2007  gültig  gewesenen  Rechtslage,  so  dass  die  zur  altrechtlichen  Regelung  ergangene  Rechtsprechung  weiterhin  massgebend  ist  (vgl.  Urteil  BGer  8C_373/2008 vom 28. August 2008 E. 2.1). Neu normiert wurde dagegen  der  Zeitpunkt  des  Rentenbeginns,  der  –  sofern  die  entsprechenden  Anspruchsvoraussetzungen  gegeben  sind  –  gemäss  Art. 29  Abs. 1  IVG  (in  der  Fassung  der  5. IV­Revision)  frühestens  sechs  Monate  nach  Geltendmachung  des  Leistungsanspruchs  nach  Art. 29  Abs. 1  ATSG  entsteht. Trat der Versicherungsfall allerdings vor dem 1. Januar 2008 ein  und  wurde  die  Anmeldung  bis  spätestens  am  31. Dezember  2008  eingereicht,  so  gilt  das  alte  Recht  (vgl.  Urteil  BGer  8C_419/2009  vom  3. November 2009 E. 3.2  f., Urteil BGer 8C_312/2009 vom 1. Dezember  2009  E. 5;  Rundschreiben  Nr. 253  des  Bundesamtes  für  Sozialversicherungen  vom  12. Dezember  2007  [5. IV­Revision  und  Intertemporalrecht]). Im  vorliegenden  Verfahren  finden  demnach  grundsätzlich  jene  Vorschriften  Anwendung,  die  bei  Eintritt  des  (allfälligen)  Versicherungsfalles,  spätestens  jedoch  bei  Erlass  der  Verfügung  vom  19. November  2009  in  Kraft  standen;  weiter  aber  auch  solche  Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren,  die  aber  für  die  Beurteilung  eines  allenfalls  früher  entstandenen  Rentenanspruchs  von  Belang  sind  (das  IVG  ab  dem  1. Januar  2004  in  der Fassung vom 21. März 2003  [AS 2003 3837; 4. IV­Revision] und ab  dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 5129;  5. IV­Revision]; die  IVV  in den entsprechenden Fassungen der 4. und 5.  IV­Revision [AS 2003 3859 und 2007 5155]). Hinsichtlich des Zeitpunkts  des  Rentenbeginns  gilt  das  alte  Recht,  da  vorliegend  der  (allfällige)  Versicherungsfall  vor  dem  1. Januar  2008  eingetreten  ist  und  sich  der  Beschwerdeführer vor dem 31. Dezember 2008 angemeldet hat.  4.3. Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung  mit  Art.  1  Abs.  1  IVG  zu  berücksichtigenden  ATSG­Normen  zur  Arbeitsunfähigkeit  (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit  (Art. 7),  Invalidität  (Art. 8)  und  zur  Bestimmung  des  Invaliditätsgrades  (Art.  16)  hat  das  Schweizerische  Bundesgericht  (vormals  Eidgenössisches  Versicherungsgericht  [EVG])  erkannt,  dass  es  sich  bei  den  in  Art.  3­13 

C­494/2010 ATSG  enthaltenen  Legaldefinitionen  in  aller  Regel  um  eine  formellgesetzliche  Fassung  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  zu  den entsprechenden Begriffen vor In­Kraft­Treten des ATSG handelt und  sich  inhaltlich  damit  keine  Änderung  ergibt,  weshalb  die  hierzu  entwickelte Rechtsprechung übernommen und weitergeführt werden kann  (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). Auch die Normierung des Art.  16 ATSG  führt nicht  zu einer Modifizierung der bisherigen Judikatur  zur  Invaliditätsbemessung bei erwerbstätigen Versicherten, welche weiterhin  nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs vorzunehmen  ist  (zu  Art.  28  Abs.  2  IVG  in  der  bis  zum  31.  Dezember  2002  in  Kraft  gestandenen Fassung vgl. BGE 128 V 29 E. 1, BGE 104 V 135 E. 2a und  b). 5.  5.1. Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs.  1 IVG (in der bis Ende 2007 geltenden Fassung) bzw. Art. 28 Abs. 2 IVG  (in  der  ab  2008  geltenden  Fassung)  bei  einem  Invaliditätsgrad  von  mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente bei einem solchen  von mindestens 60 %, derjenige auf eine halbe Rente ab einem Grad der  Invalidität  von  50  %  und  derjenige  auf  eine  Viertelsrente  ab  einem  solchen von 40 %. Gemäss Art. 28 Abs. 1ter  IVG  (in der bis Ende 2007  geltenden Fassung) bzw. Art.  29 Abs. 4  IVG  (in der ab 2008 geltenden  Fassung) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50  %  entsprechen,  jedoch  nur  an  Versicherte  ausgerichtet,  die  ihren  Wohnsitz  und  gewöhnlichen  Aufenthalt  (Art.  13  ATSG)  in  der  Schweiz  haben.  Völkerrechtliche  Vereinbarungen  mit  Kroatien,  welche  eine  abweichende Regelung vorsähen, bestehen keine.  5.2.  Für  die  Bestimmung  des  Invaliditätsgrades  wird  das  Erwerbseinkommen,  das  die  versicherte  Person  nach  Eintritt  der  Invalidität  und  nach  Durchführung  der  medizinischen  Behandlung  und  allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit  bei  ausgeglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkommen),  in  Beziehung  gesetzt  zum  Erwerbseinkommen,  das  sie  erzielen  könnte,  wenn  sie  nicht  invalid  geworden  wäre  (sog.  Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat  in der  Regel  in  der  Weise  zu  erfolgen,  dass  die  beiden  hypothetischen  Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander  gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der  Invaliditätsgrad  bestimmen  lässt.  Insoweit  die  fraglichen 

C­494/2010 Erwerbseinkommen nicht  genau ermittelt werden  können,  sind  sie  nach  Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so  gewonnenen Annäherungswerte miteinander  zu vergleichen  (allgemeine  Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E.  2a und b; ZAK 1990 S. 518 E. 2).  5.3. Wird  das  Invalideneinkommen  auf  der  Grundlage  von  statistischen  Durchschnittswerten  ermittelt,  ist  der  entsprechende  Ausgangswert  allenfalls  zu  kürzen.  Mit  diesem  sogenannten  Leidensabzug  wurde  ursprünglich  berücksichtigt,  dass  versicherte  Personen,  welche  in  ihrer  letzten  Tätigkeit  körperliche  Schwerarbeit  verrichteten  und  nach  Eintritt  des  Gesundheitsschadens  auch  für  leichtere  Arbeiten  nurmehr  beschränkt  einsatzfähig  sind,  in  der  Regel  das  durchschnittliche  Lohnniveau  gesunder Hilfsarbeiter  nicht  erreichen. Der  ursprünglich  nur  bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu  einem  allgemeinen  behinderungsbedingten  Abzug,  wobei  die  Rechtsprechung  dem  Umstand  Rechnung  trug,  dass  auch  weitere  persönliche und berufliche Merkmale der  versicherten Person wie Alter,  Dauer  der  Betriebszugehörigkeit,  Nationalität  oder  Aufenthaltskategorie  sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben  können.  Ein  Abzug  soll  aber  nicht  automatisch,  sondern  nur  dann  erfolgen,  wenn  im  Einzelfall  Anhaltspunkte  dafür  bestehen,  dass  die  versicherte  Person  wegen  eines  oder  mehrerer  dieser  Merkmale  ihre  gesundheitlich  bedingte  (Rest­)Arbeitsfähigkeit  auf  dem  allgemeinen  Arbeitsmarkt  nur  mit  unterdurchschnittlichem  Einkommen  verwerten  kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in  Betracht  fallenden  Merkmale  auf  das  Invalideneinkommen  unter  Würdigung  der  Umstände  im  Einzelfall  gesamthaft  zu  schätzen  und  insgesamt  auf  höchstens  25 %  des  Tabellenlohnes  zu  begrenzen  (vgl.  BGE 134 V 322, E. 5.2 sowie BGE 126 V 75).   5.4. Der Begriff der Invalidität  ist demnach nicht nach dem Ausmass der  gesundheitlichen  Beeinträchtigung  definiert,  sondern  nach  der  daraus  folgenden Unfähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen  (BGE 110 V 275  E. 4a, 102 V 166) oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen.  Dabei  sind  die  Erwerbs­  bzw.  Arbeitsmöglichkeiten  nicht  nur  im  angestammten  Beruf  bzw.  der  bisherigen  Tätigkeit,  sondern  – wenn  erforderlich –  auch  in  zumutbaren  anderen  beruflichen  Tätigkeiten  (Verweistätigkeiten) zu prüfen. Der  Invaliditätsgrad  ist also grundsätzlich  nach  wirtschaftlichen  und  nicht  nach  medizinischen  Grundsätzen  zu  ermitteln.  Das  heisst,  dass  es  bei  der  Bemessung  der  Invalidität  einzig 

C­494/2010 und  allein  auf  die  objektiven  wirtschaftlichen  Folgen  der  funktionellen  Behinderung  ankommt,  welche  nicht  unbedingt  mit  dem  vom  Arzt  festgelegten  Grad  der  funktionellen  Einschränkung  übereinstimmen  müssen (BGE 110 V 275; ZAK 1985 S. 459). Trotzdem ist die Verwaltung  und im Beschwerdefall auch das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die  der  Arzt  und  gegebenenfalls  auch  andere  Fachleute  zur  Verfügung  gestellt haben. 5.5.  Aufgabe  des  Arztes  ist  es,  den  Gesundheitszustand  zu  beurteilen  und  dazu  Stellung  zu  nehmen,  in  welchem  Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  der Versicherte  arbeitsunfähig  ist.  Im Weiteren  sind  die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage  für die Beurteilung der  Frage,  welche  Arbeitsleistungen  dem  Versicherten  noch  zugemutet  werden können  (BGE 115 V 134 E. 2,  114 V 314 E. 3c mit Hinweisen;  ZAK 1991 S. 319 E. 1c). Dabei obliegt die Beurteilung der sich aus einem  Gesundheitsschaden  ergebenden  funktionellen  Leistungsfähigkeit  (z.B.  nur  sitzende oder  stehende Arbeiten, nur beschränktes Heben  / Tragen  von Lasten, Arbeit im Freien oder in geheizten Räumen u.a.) den Ärzten,  wogegen  die  von  der  IV­Stelle  gegebenenfalls  heranzuziehenden  Fachleute  der  Berufsberatung  bestimmen  können,  welche  ganz  konkreten beruflichen Tätigkeiten auf Grund der ärztlichen Angaben und  unter Berücksichtigung der übrigen Fähigkeiten der versicherten Person  in  Frage  kommen  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom  4.  Juli  2008,  9C_833/2007 E. 3.3.2 mit Hinweisen, SVR 2001 IV Nr. 10, E. 1). Die rein  wirtschaftlichen  und  rechtlichen  Beurteilungen,  insbesondere  im  Zusammenhang  mit  der  Bestimmung  der  Erwerbsfähigkeit,  obliegt  dagegen der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht. 5.6.  Hinsichtlich  der  Entstehung  des  Anspruchs  auf  eine  Invalidenrente  schreibt  Art.  29  Abs.  1  IVG  (in  der  bis  zum  31.  Dezember  2007  gültig  gewesenen  Fassung)  vor,  dass  der  Rentenanspruch  nach  Art.  28  IVG  frühestens  in  dem  Zeitpunkt  entsteht,  in  dem  die  versicherte  Person  mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig bzw. bleibend  invalid (vgl.  THOMAS  LOCHER,  Grundriss  des  Sozialversicherungsrechts,  Bern  2003,  §52  N13)  geworden  ist  (Bst.  a:  Dauerinvalidität)  oder  während  eines  Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu mindestens 40 % arbeitsunfähig  gewesen war (Bst. b: langdauernde Krankheit). Gemäss der ab 1. Januar  2008 geltenden Fassung von Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten  Anspruch  auf  eine  Rente,  die  ihre  Erwerbsfähigkeit  oder  die  Fähigkeit,  sich  im  Aufgabenbereich  zu  betätigen,  nicht  durch  zumutbare  Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

C­494/2010 können  (lit.  a),  und  die  zusätzlich  während  eines  Jahres  ohne  wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig  (Art.  6  ATSG)  gewesen  sind  und  auch  nach  Ablauf  dieses  Jahres  zu  mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 5.7.  Zu  bemerken  bleibt,  dass  aufgrund  des  im  gesamten  Sozialversicherungsrecht  geltenden  Grundsatzes  der  Schadenminderungspflicht  ein  invalider  Versicherter  gehalten  ist,  innert  nützlicher Frist Arbeit im angestammten oder einem anderen Berufs­ oder  Erwerbszweig  zu  suchen  und  anzunehmen,  soweit  sie  möglich  und  zumutbar erscheint (BGE 113 V 28 E. 4a, 111 V 239 E. 2a). Deshalb ist  es  am  behandelnden  Arzt  bzw.  am  Vertrauensarzt  einer  IV­Stelle  aus  medizinischer Sicht zu bestimmen, in welchem Ausmass ein Versicherter  seine  verbliebene  Arbeitsfähigkeit  bei  zumutbarer  Tätigkeit  und  zumutbarem  Einsatz  auf  dem  ausgeglichenen  Arbeitsmarkt  einsetzen  kann.  Diese  Arbeitsmöglichkeit  hat  sich  der  Versicherte  anrechnen  zu  lassen. 6.  Der  Beschwerdeführer  stellt  neben  dem  Antrag  auf  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  sinngemäss  auch  den  Antrag,  es  sei  ihm  aufgrund  eines  Invaliditätsgrades  von  mindestens  50  %  eine  Invalidenrente in gesetzlicher Höhe zu gewähren. 6.1.  Für  die  Beurteilung,  ob  der  Beschwerdeführer  einen  rentenbegründenden  Invaliditätsgrad  aufweist,  ist  das  Gericht  auf  die  ärztlichen Gutachten und Berichte angewiesen.  Das  Bundesrecht  schreibt  nicht  vor,  wie  die  einzelnen  Beweismittel  zu  würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs­ und Beschwerdeverfahren  gilt  der  Grundsatz  der  freien  Beweiswürdigung.  Danach  haben  Versicherungsträger  und  Sozialversicherungsgerichte  die  Beweise  frei,  das  heisst  ohne  förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und  pflichtgemäss  zu würdigen. Dies  bedeutet  für  das Gericht,  dass  es  alle  Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und  danach  zu  entscheiden  hat,  ob  die  verfügbaren  Unterlagen  eine  zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der  Bericht  für  die  streitigen  Belange  umfassend  ist,  auf  allseitigen  Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

C­494/2010 in  Kenntnis  der  Vorakten  (Anamnese)  abgegeben  worden  ist,  in  der  Beurteilung  der medizinischen  Zusammenhänge  und  in  der  Beurteilung  der  medizinischen  Situation  einleuchtet  und  ob  die  Schlussfolgerungen  der  Experten  begründet  sind.  Ausschlaggebend  für  den  Beweiswert  ist  somit  grundsätzlich  weder  die  Herkunft  des  Beweismittels  noch  die  Bezeichnung  der  eingereichten  oder  in  Auftrag  gegebenen  Stellungnahme  als  Bericht  oder  als  Gutachten  (vgl.  dazu  das  Urteil  I  268/2005  des  Bundesgerichts  [BGer]  vom  26.  Januar  2006  E.  1.2  mit  Hinweis auf BGE125 V 352 E. 3a).  Nach  der  Rechtsprechung  kann  auf  Stellungnahmen  der  regionalen  ärztlichen  Dienste  (RAD),  welche  die  für  die  Invalidenversicherung  gemäss  Art. 6  ATSG  massgebende  funktionelle  Leistungsfähigkeit  der  Versicherten,  eine  zumutbare  Erwerbstätigkeit  oder  Tätigkeit  im  Aufgabenbereich auszuüben  feststellen,  abgestellt werden,  sofern diese  den  allgemeinen  beweisrechtlichen  Anforderungen  an  einen  ärztlichen  Bericht genügen. Die Ärzte und Ärztinnen des RAD müssen sodann über  die  im  Einzelfall  gefragten  persönlichen  und  fachlichen  Qualifikationen  verfügen. Bezüglich dieser materiellen und formellen Anforderungen sind  die  RAD­Berichte  im  Beschwerdefall  gerichtlich  überprüfbar  (zum  Ganzen: Urteil BGer  9C_323/2009  vom 14.  Juli  2009  [publiziert  in SVR  2009 IV Nr. 56] E. 4.3.1 mit Hinweisen, Urteil BGer 9C_1059/2009 vom 4.  August 2010 E. 1.2.). 6.2.  Den  medizinischen  Befunden  aus  Kroatien  und  der  Schweiz  ist  vorliegend übereinstimmend zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer  im Wesentlichen an einer  invalidisierenden chronischen Lumboischialgie  leidet,  die  auf  eine  ausgeprägte  degenerative  Entwicklung  der  Wirbelsäule  zurückzuführen  ist.  Nicht  bestritten  ist  seine  durch  diese  Hauptbeschwerden  bedingte,  vollständige  Arbeitsunfähigkeit  in  seiner  angestammten Tätigkeit als Chauffeur. 6.3.  Im  Auftrag  der  IVSTA  beurteilte  Dr.  B._______  vom  RAD  Rhône,  erstmals  am  11.  November  2008  die  eingereichten  Berichte.  In  ihrem  Schlussbericht  gleichen  Datums  hält  sie  dazu  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  seit  Jahren  an  lumbalen  Schmerzen  leide,  die  in  die  unteren Gliedmassen ausstrahlen und Kribbeln verursachen würden. Das  EMG  von  Februar  2008  habe  eine  chronische  Radikulopathie  der  Spinalwurzeln  L5­S1  links  mittleren  Schweregrades  festgestellt.  Der  Beschwerdeführer  leide  zusammengefasst  an  einer  invalidisierenden  chronischen  Lumboischialgie,  die  auf  eine  ausgeprägte  degenerative 

C­494/2010 Entwicklung der Wirbelsäule zurückzuführen sei. Er leide zudem an einer  gichtigen  Polyarthritis  der  unteren  Gliedmassen.  Die  im  April  2007  durchgeführte  Foraminotomie  habe  keine  merkliche  Verbesserung  gebracht.  Die  auftretenden  Schmerzen  seien  bleibend  und  invalidisierend.  In  seiner  angestammten  Arbeit  als  Chauffeur  sei  der  Beschwerdeführer  daher  vollständig  und  dauernd  arbeitsunfähig.  Demgegenüber bejaht die Ärztin eine vollständige Arbeitsfähigkeit  in der  ursprünglichen  Berufstätigkeit  als  Schuster  und  in  anderen  leichten  Tätigkeiten,  sofern  die  funktionellen  Einschränkungen  –  Alternieren  zwischen  sitzender  und  stehender  Stellung  bei  der  Arbeit,  Tragen  von  maximal  10  kg  Gewicht,  Ausschluss  schwerer  Arbeiten,  keine  Witterungseinflüsse,  keine  Feuchtigkeit  oder  Kälte,  keine  Torsionsbewegungen  der Wirbelsäule  sowie  keine  nach  vorne  geneigte  Haltung des Rumpfes – beachtet würden (IV­Akten, act. 50). Am 2. Oktober 2009 nahm Dr. B._______ erneut Stellung und würdigte  die  zwischenzeitlich  eingereichten  zusätzlichen  medizinischen  Unterlagen. In ihrer Stellungnahme (IV­Akten, act. 82) wiederholt sie den  im Schlussbericht vom 11. November 2008 gefassten Befund und ergänzt  diesen dahingehend, dass der Versicherte unbestreitbar an chronischen,  degenerativen Läsionen der Lendenwirbelsäule  leide, weshalb bezüglich  Tätigkeiten,  welche  längeres  Stehen  oder  Sitzen  erforderten,  eine  vollständige  Arbeitsunfähigkeit  vorliege.  Laut  dem  Befund  von  Dr.  C._______, welcher mit  ihren Feststellungen  im Schlussbericht  vom 11.  November  2008  übereinstimme,  sei  der  Versicherte  unfähig,  Gegenstände aufzuheben und  zu  tragen, welche mehr  als  5  kg wögen,  längere Zeit zu Sitzen oder zu Stehen sowie Arbeiten auszuüben, welche  die Lendenwirbel anstrengten. Sie schliesst mit der Feststellung, dass bei  Tätigkeiten, welche  die  funktionellen Einschränkungen  des Versicherten  berücksichtigten,  dessen  vollständige  Arbeitsfähigkeit  gegeben  sei  (IV­ Akten act. 82). In  Ihrem  aufgrund  der  zwischenzeitlich  neu  vorgelegten  medizinischen  Unterlagen  erfolgten  Schlussbericht  vom  31.  August  2010,  auf  welchen  die  Vorinstanz  in  ihrer  Duplik  vom  13.  September  2010  verweist,  wiederholt Dr. B._______ den in der Stellungnahme vom 2. Oktober 2009  getroffenen  Befund  und  ergänzt  ihn  dahingehend,  dass  der  Beschwerdeführer  laut Befund  von Dr. C._______ beim Gehen auf  den  Fersen  eine Sensibilitätsstörung  der  unteren Extremitäten  aufweise  und  die Muskelkraft der beiden Füsse symmetrisch und um 1/3 reduziert sei.  Die  Beweglichkeit  von  Knien  und  Hüften  sei  erhalten  geblieben.  Den 

C­494/2010 Katalog  der  zu  berücksichtigenden  funktionellen  Einschränkungen  erweitert  Dr.  B._______  im  Schlussbericht  vom  31.  August  2010  dahingehend,  dass  eine  hockende  sowie  kniende  Körperhaltung  vermieden werden müsse, macht jedoch in der Folge keinerlei Aussagen  dazu, ob diese zusätzlichen funktionellen Einschränkungen irgendwelche  Auswirkungen bezüglich der zumutbaren Verweisungstätigkeiten, welche  sie  im  Anhang  zu  ihrem  ersten  Schlussbericht  vom  11.  Oktober  2008  beispielhaft aufgelistet hatte, zeitigen. 6.4.  Bei  näherer  Betrachtung  fällt  auf,  dass  sich Dr.  B._______  in  ihrer  Stellungnahme  vom  2.  Oktober  2009  entgegen  der  behaupteten  Übereinstimmung mit dem Befund von Dr. C._______ vom 5. Mai 2009  bei  der  Auflistung  der  im  Rahmen  einer  Verweisungstätigkeit  zu  berücksichtigenden  funktionellen  Einschränkungen  insofern  zu  dessen  Befund in Widerspruch setzt, als dass sie festhält, der Beschwerdeführer  vermöge Gegenstände  bis  zu  10  kg  zu  tragen, während  dieser  laut Dr.  C._______s Befund unfähig ist, Gegenstände aufzuheben und zu tragen,  welche mehr als 5 kg wiegen. Eine nähere Analyse des Befundes von Dr. C._______ vom 5. Mai 2009,  auf welchen Dr. B._______ in ihrer Stellungnahme vom 2. Oktober 2009  wie  auch  in  ihrem  Schlussbericht  vom  31.  August  2010  massgeblich  abstellt,  ergibt  sodann,  dass  dieser  selbst  bezüglich  der  Frage,  wie  schwere Gegenstände der Beschwerdeführer aufzuheben und zu  tragen  vermag,  einen  Widerspruch  aufweist:  während  im  Rahmen  der  Anamnese  die  Rede  davon  ist,  der  Beschwerdeführer  könne  keine  Gegenstände aufheben oder tragen, welche mehr als 3 kg wiegen,  führt  Dr. C._______  im Befund aus, der Beschwerdeführer  sei  ausserstande,  Gegenstände aufzuheben und zu  tragen, welche mehr als 5 kg wiegen.  Auf die Diskrepanz zwischen diesen beiden Angaben geht Dr. C._______  nicht weiter ein.   6.5. Im Gegensatz zu Dr. B._______s Schlussbericht vom 11. November  2008  ist  in  ihrer  Stellungnahme  vom 2. Oktober  2009  ­ wie  im Übrigen  auch  ihrem  Schlussbericht  vom  31.  August  2010  ­  keine  Rede  mehr  davon,  dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  ursprünglichen  Berufstätigkeit als Schuster vollständig arbeitsfähig sein soll. Angesichts  der  Tatsache,  dass  Dr.  B._______  in  ihrem  Schlussbericht  vom  11.  November  2008  von  einer  vollständigen  Arbeitsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  als  Schuster  ausgeht,  erweist  sich  die  von  der  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  31.  Mai  2010  gemachte 

C­494/2010 Aussage, wonach die beurteilende RAD­Ärztin wiederholt und zweifelsfrei  zur Schlussfolgerung gelangt sei, dass aufgrund des geltend gemachten  Wirbelsäulenleidens  seit  dem  7.  November  2007  die  bisherigen  Tätigkeiten als Chauffeur oder Schuster nicht mehr ausübbar  seien, mit  Bezug auf die Tätigkeit als Schuster als falsch. 6.6.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  2.  Oktober  2009  sowie  wortwörtlich  übereinstimmend  im  Schlussbericht  vom  31.  August  2010  hält  Dr.  B._______  fest,  der  Versicherte  leide  unbestreitbar  an  "lésions  chroniques  dégéneratives  de  la  colonne  lombaire",  weshalb  bezüglich  Tätigkeiten,  welche  längeres  Stehen  oder  Sitzen  erforderten,  eine  vollständige  Arbeitsunfähigkeit  vorliege  ([…]"et  de  ce  fait  dans  les  activités  nécessitant  une  station  debout  débout  prolongé  et  la  position  assise  la  CT  est  nulle").  Bei  der  Darstellung  der  im  Rahmen  einer  zumutbaren  Verweisungstätigkeit  zu  berücksichtigenden  funktionellen  Einschränkungen wird  in beiden Berichten festgehalten, es sei zwischen  sitzender  und  stehender  Körperhaltung  zu  alternieren.  Ausführungen  dazu, wie lange der Beschwerdeführer zu Sitzen oder zu stehen vermag  bzw.,  in welchem Rhythmus  im Rahmen einer Verweistätigkeit zwischen  diesen  beiden  Körperhaltungen  zu  alternieren  ist,  enthalten  die  beiden  Berichte  von  Dr.  B._______  keine.  Auch  der  auf  Dr.  B._______s  Beurteilung  basierenden  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  19.  November  2009  sowie  deren  Vernehmlassung  und Duplik  lässt  sich  diesbezüglich  nichts  entnehmen.  Auf  dieser  Grundlage  ist  es  dem  Bundesverwaltungsgericht nicht möglich, die Zumutbarkeit der im Anhang  zum  ersten  Schlussbericht  von  Dr.  B._______  vom  11.  Oktober  2008  beispielhaft  aufgelisteten  Verweistätigkeiten  zu  beurteilen.  Ist  der  Beschwerdeführer  etwa  darauf  angewiesen,  mit  einer  hohen  Kadenz  zwischen  sitzender  und  stehender  Körperhaltung  zu  alternieren  oder  erlaubt  ihm eine Verweistätigkeit  nicht,  frei  zwischen Sitzen und Stehen  zu  alternieren, würde  sich  dies  nämlich  stark  einschränkend  auswirken,  was  bei  der  Beurteilung  der  Zumutbarkeit  dieser  Verweistätigkeit  mitberücksichtigt werden müsste. 6.7.  In  ihrem Schlussbericht  vom  11. November  2008 wie  auch  in  ihrer  Stellungnahme  vom  2.  Oktober  2009  sowie  im  Schlussbericht  vom  31. August  2010  führt  Dr.  B._______  eine  seit  September  2007  bestehende  Epilepsie  als  Nebendiagnose  mit  Auswirkungen  auf  die  Arbeitsfähigkeit  auf.  Dies  gestützt  auf  den  Bericht  von  Dr.  G._______  vom  7.  November  2007  (IV­Akten,  act.  41),  welcher  erwähnt,  dass  der  Beschwerdeführer  seit  September  (2007)  deswegen  in  Behandlung  sei. 

C­494/2010 Dieses Leiden wird auch von anderen kroatischen Ärzten erwähnt: So im  Gutachten der Neurologin Dr. H._______ vom 7. Februar 2008 (IV­Akten,  act. 45), welche berichtet, dass der Beschwerdeführer sich wegen einer  Epilepsie  (ICD G 40) sekundären Grades  in neurologischer Behandlung  befinde.  Zusammen  mit  der  ebenfalls  diagnostizierten  Wirbelsäulenproblematik  würden  die  Beeinträchtigungen  zu  einer  Arbeitsunfähigkeit  von  mindestens  70  %  führen.  Schliesslich  berichtet  Expertenkommission  zur  Evaluation  der  Invalidität  (Dres.  I._______,  J._______  und  K._______)  in  ihrem  Bericht  vom  16.  November  2007,  dass  die  Epilepsie  für  die  bestehende  Arbeitsunfähigkeit  mit  verursachend  sei  (IV­Akten  act.  42).  Dr.  B._______  geht  in  ihren  Beurteilungen  mit  keinem  Wort  darauf  ein,  inwiefern  sich  die  diagnostizierte  Epilepsie  konkret  auf  die  Restarbeitsfähigkeit  des  Beschwerdeführers,  insbesondere  hinsichtlich  der  diesem  zumutbaren  Verweisungstätigkeiten,  auswirkt.  Ebenso  wenig  geht  die  Vorinstanz  in  ihrer Vernehmlassung  vom 31. Mai  2010 auf  die Epilepsie  ein,  erwähnt  sie doch einzig die Rückenleiden als invaliditätsrelevante Ursache. 6.8.  Auf  einen  Aktenbericht  kann  grundsätzlich  nur  abgestellt  werden,  wenn die Akten ein  vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf  und den  gegenwärtigen  Status  ergeben  (vgl.  Urteil  BGer  C_653/2009  vom  28.  Oktober  2009  E.  5.2,  Urteil  BGer  I  1094/06  vom  14.  November  2007  E.3.1.1).  Wie  bereits  ausgeführt,  müssen  ärztliche  Stellungnahmen  insbesondere  in Kenntnis der Vorakten  (Anamnese) abgegeben worden  sein  und  in  der  Beschreibung  der  medizinischen  Situation  und  Zusammenhänge  einleuchten.  Die  Schlussfolgerungen  sind  zu  begründen.  Wie  sich  aus  vorstehenden  Erwägungen  ergibt,  sind  diese  Voraussetzungen vorliegend nicht erfüllt. 7.  Bei der Durchführung des Einkommensvergleichs wurde vorliegend unter  Berücksichtigung  der  persönlichen  und  beruflichen  Umstände  des  Beschwerdeführers  ("compte  tenu  des  circonstances  personelles  et  professionelles  du  cas  particulier")  ein  (Leidens­)Abzug  vom  Invalideneinkommen  in  Höhe  von  20  %  desselben  vorgenommen  (IV­ Akten, act. 52). Welche Umstände dabei  im Einzelnen Berücksichtigung  fanden und  in welchem Masse, geht aus den Akten,  insbesondere auch  aus  der  Verfügung  vom  19.  November  2009,  nicht  hervor,  weshalb  vorliegend  dem  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  eine  begründete  Verfügung nicht Genüge getan wurde. 

C­494/2010 Nach  der  höchstrichterlichen Rechtsprechung  hat  das Gericht,  das  den  Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sache zur  weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen oder selber  die  nötigen  Instruktionen  vorzunehmen  (ZAK  1987  S.  264  E.  2a).  Bei  festgestellter Abklärungsbedürftigkeit verletzt die Rückweisung der Sache  an  die Verwaltung  als  solche weder  den Untersuchungsgrundsatz  noch  das Gebot eines einfachen und raschen Verfahrens. Anders verhielte es  sich  nur  dann,  wenn  die  Rückweisung  an  die  Verwaltung  einer  Verweigerung  des  gerichtlichen  Rechtsschutzes  gleichkäme  (beispielsweise dann, wenn aufgrund besonderer Gegebenheiten nur ein  Gerichtsgutachten  bzw.  andere  gerichtliche  Beweismassnahmen  geeignet wären, zur Abklärung des Sachverhalts beizutragen, vgl. BGer  9C_243/2010  vom  28.  Juni  2011  E.  4.4),  oder  wenn  die  Rückweisung  nach  den  konkreten  Umständen  als  unverhältnismässig  bezeichnet  werden müsste  (BGE  122 V  163 E.  1d).  Vorliegend  sind  keine Gründe  ersichtlich, die der Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung an die  IV­Stelle entgegenstehen würden. 8.  Die Beschwerde ist insofern teilweise gutzuheissen, als die angefochtene  Verfügung  vom  19.  November  2009  aufzuheben  und  die  Sache  zur  weiteren  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  bzw.  zur  Beseitigung  der  oben  dargelegten  Widersprüche  an  die  IV­Stelle  zurückzuweisen  ist.  Die  IV­Stelle  wird  angewiesen,  die  Fähigkeit  des  Beschwerdeführers, Gegenstände aufzuheben und zu tragen sowie seine  Fähigkeit,  Tätigkeiten  mit  abwechselnd  sitzender  und  stehender  Körperhaltung  auszuüben  insbesondere  hinsichtlich  der  Auswirkungen  auf  dessen  Rest­Arbeitsfähigkeit  von  Fachärzten  prüfen  zu  lassen  und  den Bericht eines Berufsberaters oder einer Berufsberaterin einzuholen,  welche/r sich zu den konkreten Möglichkeiten des Beschwerdeführers  in  den  von  der  RAD­Ärztin  angegebenen  Tätigkeiten  zu  äussern  haben  wird.  Weiter  wird  die  IV­Stelle  angewiesen,  durch  Fachärzte  prüfen  zu  lassen,  inwiefern  sich  die  Epilepsie  des  Beschwerdeführers  einschränkend  auf  ihm  zumutbaren  Verweisungstätigkeiten  auswirkt.  Schliesslich  wird  die  Frage  des  Leidensabzuges  rechtsgenüglich  zu  begründen und eine neue Verfügung zu erlassen sein. 9.  Zu  befinden  bleibt  noch  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  allfällige  Parteientschädigung.

C­494/2010 9.1.  Laut  Art.  63  Abs.  1  VwVG  sind  die  Verfahrenskosten  der  unterliegenden  Partei  aufzuerlegen,  wobei  der  geleistete  Kostenvorschuss  zu  berücksichtigen  ist.  Dem  obsiegenden  Beschwerdeführer  wird  der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  400.­  nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. Der  unterlegenen  Vorinstanz  werden  gemäss  Art.  63  Abs.  2  VwVG  keine  Kosten auferlegt. 9.2.  Obsiegende  Parteien  haben  gemäss  Art.  64  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen notwendigen Kosten. Die Parteientschädigung umfasst die  Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Partei (Art. 8  VGKE). Da  der Beschwerdeführer weder  anwaltlich  vertreten war  noch  allfällige  weitere  Auslagen  geltend  macht,  ist  vorliegend  keine  Parteientschädigung zuzusprechen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird  im Sinne  der Erwägungen  teilweise  gutgeheissen  und die Sache zur Feststellung des Sachverhalts im Sinne der Erwägung  8  und  zum  Erlass  einer  neuen  Verfügung  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird  der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.­ nach Eintritt der Rechtskraft  des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)

C­494/2010 – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Philippe Weissenberger Michael Müller Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss  den  Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben  sind. Die Rechtsschrift  ist  in einer Amtssprache abzufassen und hat die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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