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Bundesverwaltungsgericht 26.10.2011 C-2706/2011

26 ottobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,309 parole·~12 min·1

Riassunto

Rente | AHV (Waisenrente)

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­2706/2011 Urteil   v om   2 6 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Francesco Parrino,  Richterin Madeleine Hirsig­Vouilloz,    Gerichtsschreiberin Lucie Schafroth. Parteien A._______, Deutschland,  Beschwerdeführerin,  gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK,  avenue Edmond­Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    Vorinstanz.  Gegenstand AHV (Waisenrente).

C­2706/2011 Sachverhalt: A.  Mit  Verfügung  vom  28. März  2001  sprach  die  Schweizerische  Ausgleichskasse  (nachfolgend:  SAK)  der  1988  geborenen  A._______  (Doppelbürgerin  von  Deutschland  und  der  Schweiz;  vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­6567/2009  vom  17. September  2010)  mit  Wirkung ab dem 1. Februar 1996 eine ordentliche einfache Waisenrente  zu (act. 4).  B.  Am  10. Juli  2009  stellte  die  SAK  die  bisher  gewährte Waisenrente  per  30. April  2009  ein  (act. 14).  Die  gegen  den  abweisenden  Einspracheentscheid der SAK vom 24. September 2009 (act. 16 und 23)  erhobene Beschwerde wies  das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil C­ 6567/2009  vom  17. September  2010  ab.  Gleichzeitig  wurden  die  Akten  zur  Prüfung  des  von  A._______  sinngemäss  gestellten  Begehrens  um  Wiederausrichtung einer Waisenrente an die SAK überwiesen.  C.  Mit  Verfügung  vom  11. Januar  2011  wies  die  SAK  das  Gesuch  von  A._______ um Wiederausrichtung einer Waisenrente ab. Zur Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  dass  A._______  gemäss  Zwischenzeugnis des Abendkurses der Volkshochschule X._______ vom  4. Februar  2010  seit  dem  5. Oktober  2009  an  einem  Lehrgang  zur  Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss 2010 teilnahm. Hätte sie nun  mit  dem  Studium  zum  Hauptschulabschluss  2010  begonnen,  hätte  von  einer  schulischen  Gesamtkonzeption  ausgegangen  werden  können.  Stattdessen sei sie gemäss Bestätigung über ein freiwilliges soziales Jahr  vom 3. September 2010 inzwischen in der B._______ GmbH im Bereich  Pflegedienst  Orthopädie  beschäftigt.  Zwischen  den  zwei  Ausbildungen  bestehe  kein  Zusammenhang;  sie  könnten  daher  auch  nicht  als  Bestandteil  einer  Studienplanung  betrachtet  werden.  Es  werde  ausserdem  darauf  hingewiesen,  dass  zum  jetzigen  Zeitpunkt  nicht  hinterfragt  werde,  ob  diese  zwei  Beschäftigungen  tatsächlich  den  Charakter  einer  Ausbildung  erfüllen  würden.  Da  sich  A._______  ihrer  Ausbildung nicht mit  dem notwendigen und  ihr  zumutbaren Einsatz und  Willen  widme,  werde  die  Waisenrente  "ab  November  2009  bis  heute"  nicht gewährt (act. 24). D.  In  ihrer  Einsprache  vom  22. Februar  2011  beantragte  A._______ 

C­2706/2011 sinngemäss  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  die  Gewährung  einer  Waisenrente.  Als  Beweismittel  reichte  sie  diverse  Ausbildungsbestätigungen zu den Akten (act. 26).  E.  Mit  Entscheid  vom  26. April  2011  wies  die  SAK  die  Einsprache  von  A._______ ab, da im heutigen Zeitpunkt noch nicht  feststehe, ob sie die  Ausbildung zur Altenpflegefachkraft im September 2011 beginnen werde,  denn  es  liege  kein  definitiver  Lehrvertrag  vor;  es  könne  deshalb  nicht  beurteilt werden, ob das freiwillige soziale Jahr mit dem heute anvisierten  Ausbildungsziel  in  einem  direkten  Zusammenhang  stehe  oder  sogar  Bestandteil der zukünftigen Weiterbildung sei; von Oktober 2009 bis Juli  2010  seien  mehrere  Tätigkeiten  gleichzeitig  ausgeführt  worden;  das  Abendstudium  für  den Abschluss  der Volkshochschule X._______ habe  sich  auf  13  Stunden  pro  Woche  beschränkt;  von  einem  strukturierten  Bildungsgang könne dabei nicht gesprochen werden; ferner werde darauf  hingewiesen, dass sich die Sachlage bei tatsächlichem Beginn der Lehre  im Pflegeheim C._______ ändern könnte; dies vor allem dann,  falls das  freiwillige  soziale  Jahr  als  Vorbereitung  für  die  anschliessende  Ausbildung angesehen werden könne (act. 30). F.  Gegen  diesen  Entscheid  erhob  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  mit  Eingabe  vom  9. Mai  2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte  die  Gewährung  einer  Waisenrente,  da  die  entsprechende  Ausbildung  nachgewiesen  worden  sei.  Mit Eingabe vom 4. Juli 2011 reichte die Beschwerdeführerin den mit dem  Landkreis  Y._______  als  Träger  des  Eigenbetriebes  D._______  abgeschlossenen  Ausbildungsvertrag  vom  10. Juni  2011  zu  den  Akten.  Darin  wird  bestätigt,  dass  die  Ausbildung  zur  Altenpflegerin  am  1. September  2011  beginne  und  am  31. August  2014  ende;  die  ersten  sechs Monate sind Probezeit.  G.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  6. Juli  2011  beantragte  die  SAK  die  Abweisung  der  Beschwerde  und  die  Bestätigung  der  angefochtenen  Verfügung.  Zur  Begründung  führte  sie  im Wesentlichen  aus,  dass  sich  beim  vorliegenden  Ausbildungsgang  kein  konkretes  Gesamtkonzept  in  Hinblick auf das Ausbildungsziel erkennen lasse. Die nahezu zwei Jahre 

C­2706/2011 dauernde  Zeit  zwischen Mai  2009  und  dem  eventuellen  Lehrbeginn  im  September 2011 entspreche nicht den Ausbildungskriterien. Bei Vorlage  eines definitiven Lehrvertrags mit Ausbildungsbeginn im September 2011  würde  eine  neue  Sachlage  entstehen,  die  gegebenenfalls  zu  einer  Wiedererwägung führen könnte. Mit Stellungnahme vom 13. Juli 2011 führte die SAK zudem aus, dass der  vorliegende  Ausbildungsvertrag,  der  den  Beginn  der  Weiterbildung  ab  dem  1. September  2011  vorsehe,  an  ihrer  Vernehmlassung  vom  6. Juli  2011 grundsätzlich nichts ändern könne. Er sei aber ein Hinweis darauf,  dass  die  Ausbildung  noch  nicht  abgeschlossen  sei;  eine  definitive  Stellungnahme in Bezug auf die Weiterzahlung der Waisenrente sei erst  nach  bestätigter  Aufnahme  dieser  Ausbildung  möglich.  Ferner  werde  darauf hingewiesen, dass der Vertrag erst gültig werde,  falls die Zusage  einer Fachschule für die Altenpflegeausbildung vorliege. H.  Am  1. August  2011  teilte  die  Beschwerdeführerin  mit,  dass  sie  die  Ausbildung  zur  Altenpflegerin  nur  unter  der  Voraussetzung  des  erfolgreich  abgeschlossenen  freiwilligen  sozialen  Jahres  absolvieren  könne.  Um  das  freiwillige  sozial  Jahr  zu  beginnen,  habe  sie  einen  Schulabschluss  benötigt. Diesen habe  sie  vom 5. Oktober  2009 bis  Juli  2010  "nachgeholt".  Ohne  diese  zwei  Jahre  Schule  und  das  freiwillige  soziale Jahr könnte sie ihre Ausbildung somit nicht beginnen. Daher habe  sie  ab  dem  5. Oktober  2009  Anspruch  auf  eine  Waisenrente.  Als  Beweismittel reichte sie den Schulvertrag mit der Fachschule E._______  vom 13. bzw. 21. Juli 2011 betreffend Ausbildung zur Altenpflegehelferin  sowie die entsprechende Ausbildungsbeschreibung zu den Akten.  I.  Mit Eingabe vom 18. August 2011  teilte die SAK mit, dass sie  im Sinne  einer  teilweisen  Gutheissung  der  Beschwerde  die  Aufnahme  der  Rentenzahlung  ab  dem  1. Oktober  2010  vorschlage,  das  heisse  im  Folgemonat  des  Beginns  des  freiwilligen  sozialen  Jahres.  Die  Zeit  von  Oktober 2009 bis Juli 2010, in welchem der Volkshochschulabschluss im  Abendstudium  abgelegt  worden  sei,  erfülle  die  Bedingungen  zur  Gewährung  einer  Rente  nicht,  denn  in  dieser  Zeit  hätte  auch  einer  anderen  Tätigkeit  nachgegangen  werden  können.  Dies  garantiere  den  überwiegenden Zeitaufwand für die Weiterbildung nicht. Die Zusprechung  der Rente könne anfangs September, nachdem die definitive Aufnahme  der Weiterbildung belegt sei, erfolgen.

C­2706/2011 J.  Am 2. September 2011 reichte die Beschwerdeführerin eine Bestätigung  des  Landkreises  Y._______  vom  1. September  2011  betreffend  den  gleichentags  erfolgten  Ausbildungsbeginn  zur  Altenpflegerin  zu  den  Akten.  K.  Mit Wiedererwägungsverfügung vom 2. September 2011 sprach die SAK  der  Beschwerdeführerin  mit  Wirkung  ab  dem  1. Oktober  2010  eine  ordentliche  Waisenrente  zu.  Die  Rente  der  Monate  Oktober  2010  bis  August  2011  werde  rückwirkend  ausbezahlt,  sobald  die  Bestätigung  vorliege,  dass  die  Probezeit  erfolgreich  bestanden  worden  sei  und  die  Ausbildung weitergeführt werde.  L.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  8.  bzw.  9 September  2011  führte  die  Beschwerdeführerin  aus,  sie  sei  nicht  damit  einverstanden,  dass  die  Rente  von  Oktober  2010  bis  August  2011  erst  nach  bestandener  Probezeit  bezahlt  werde.  Diese  Rente  beziehe  sich  nicht  auf  die  neu  begonnene  Ausbildung,  sondern  auf  das  bereits  abgeschlossene  Berufsjahr.  Sie  habe  das  freiwillige  soziale  Jahr  Ende  August  2011  erfolgreich  abgeschlossen.  Somit  habe  sie  seit  September  2010  Anspruch  auf  eine  Waisenrente.  Als  Beweismittel  reichte  sie  eine  Bestätigung  des  F._______  vom  2. September  2011  betreffend  Teilnahme  an  einem  freiwilligen  sozialen  Jahr  in  der  Einrichtung  B._______ vom 1. September 2010 bis 31. August 2011 zu den Akten.  Mit  Eingabe  vom  20. September  2011  machte  die  Beschwerdeführerin  zudem geltend, dass sie auf die sofortige Nachzahlung der Rente für das  freiwillige  soziale  Jahr  bestehe,  da  die  SAK  auch  ohne  die  aktuelle  Ausbildung zur Zahlung der Waisenrente verpflichtet sei. M.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  und  die  eingereichten  Unterlagen  wird  –  soweit  erforderlich  –  in  den  nachfolgenden  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

C­2706/2011 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art. 33  lit. d  VGG  und  Art. 85bis  Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters­ und  Hinterlassenenversicherung  (AHVG,  SR 831.10)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  von  Personen  im  Ausland  gegen Verfügungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine  Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist somit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2. Aufgrund von Art. 3  lit. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  findet  das  VwVG  keine  Anwendung  auf  das  Verfahren  in  Sozialversicherungsrechtssachen,  soweit  das  Bundesgesetz  vom  6. Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  (ATSG,  SR  830.1)  anwendbar  ist.  Gemäss  Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten  Teil geregelte Alters­ und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit  das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3.  Die  Beschwerdeführerin  ist  durch  den  angefochtenen  Einspracheentscheid  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  oder  Änderung,  sodass  sie  im  Sinne  von  Art. 59  ATSG beschwerdelegitimiert ist. 1.4. Da die Beschwerde im Übrigen frist­ und formgerecht (Art. 60 Abs. 1  ATSG  und  Art. 52  Abs. 1  VwVG)  eingereicht  wurde,  ist  darauf  einzutreten. 2.  2.1. Nach  der Rechtsprechung  stellt  das  Sozialversicherungsgericht  bei  der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt  des  Erlasses  des  streitigen  Entscheides  (hier:  26. April  2011)  eingetretenen  Sachverhalt  ab  (BGE 129 V 1  E. 1.2  mit  Hinweisen).  Tatsachen,  die  jenen  Sachverhalt  seither  verändert  haben,  sollen  im  Normalfall  Gegenstand  einer  neuen  Verwaltungsverfügung  sein  (BGE 121 V 362 E. 1b). 2.2.  In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze  massgebend,  die  bei  der  Erfüllung  des  zu  Rechtsfolgen  führenden  Sachverhalts  Geltung  hatten  (BGE 130 V 329  E. 2.3).  Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechtswechsel 

C­2706/2011 aufgrund  der  bisherigen  und  ab  diesem  Zeitpunkt  nach  den  neuen  Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). 2.3. Die Beschwerdeführerin  ist  Staatsangehörige  von Deutschland  und  der Schweiz  und hat  in Deutschland  ihren Wohnsitz,  sodass  vorliegend  die  folgenden  Erlasse  anwendbar  sind:  das  am  1. Juni  2002  in  Kraft  getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft  einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit  vom  21. Juni  1999  (Freizügigkeitsabkommen,  nachfolgend  FZA,  SR 0.142.112.681),  die  Verordnung  (EWG)  Nr. 1408/71  des  Rates  vom  14. Juni  1971  zur  Anwendung  der  Systeme  der  sozialen  Sicherheit  auf  Arbeitnehmer  und  Selbständige  sowie  deren  Familienangehörige,  die  innerhalb  der  Gemeinschaft  zu­  und  abwandern  (nachfolgend:  Verordnung  [EWG]  Nr. 1408/71;  SR 0.831.109.268.1)  sowie  die  Verordnung  (EWG)  Nr. 574/72  des  Rates  vom  21.  März  1972  über  die  Durchführung  der  Verordnung  (EWG)  Nr.  1408/71  (nachfolgend:  Verordnung  [EWG]  Nr. 574/72;  SR 0.831.109.268.11)  (vgl.  Art. 153a  AHVG).  Das  Freizügigkeitsabkommen  setzt  die  verschiedenen  bis  dahin  geltenden  bilateralen Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft  und den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus,  als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Soweit  dieses  Abkommen,  insbesondere  dessen  Anhang  II,  der  die  Koordinierung  der  Systeme  der  sozialen  Sicherheit  regelt  (Art. 8  FZA),  und  dessen  Ausführungserlasse  keine  abweichenden  Bestimmungen  vorsehen, ist mangels einer einschlägigen gemeinschaftsrechtlichen bzw.  abkommensrechtlichen  Regelung  die  Ausgestaltung  des  Verfahrens  sowie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einer schweizerischen  Waisenrente  grundsätzlich  Sache  der  innerstaatlichen  Rechtsordnung  (BGE 130 V 51 ff.; SVR 2004 AHV Nr. 16 S. 49; Urteil des EVG H 13/05  vom  4. April  2005,  E. 1.1).  Daraus  folgt,  dass  die  Verwaltung  und  im  Beschwerdefall  das  Gericht  den  Leistungsanspruch  der  Beschwerdeführerin gemäss Art. 3 Abs. 1 der Koordinierungsverordnung  (EWG)  Nr.  1408/71  grundsätzlich  nach  den  für  schweizerische  Staatsangehörige  geltenden  Regeln  zu  beurteilen  haben.  Demnach  bestimmt sich vorliegend der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine  Waisenrente  der  AHV  ausschliesslich  nach  dem  internen  schweizerischen Recht.

C­2706/2011 3.  Vorab  ist  zu  prüfen,  inwiefern  aufgrund  der  im  Rahmen  der  Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 3 ATSG neu erlassenen Verfügung  vom  2. September  2011  das  vorliegende  Beschwerdeverfahren  als  gegenstandslos abzuschreiben ist. 3.1. Gemäss Art. 58 Abs. 1 VwVG (vgl. auch Art. 53 Abs. 3 ATSG) kann  die Verwaltung  bis  zu  ihrer  Vernehmlassung  an  die Beschwerdeinstanz  die  angefochtene  Verfügung  in  Wiedererwägung  ziehen.  Diese  neue  Verfügung  beendet  den  hängigen Rechtsstreit  nur  insoweit,  als  sie  den  Anträgen der Beschwerde führenden Partei entspricht. Insoweit, als damit  den Anträgen der Beschwerdeführerin nicht stattgegeben wurde, besteht  der  Rechtsstreit  weiter  und  die  Beschwerdeinstanz  hat  auf  die  Sache  einzutreten,  ohne  dass  die  Beschwerdeführerin  die  zweite  Verfügung  anzufechten braucht (ZAK 1992, S. 117). 3.2. Mit der Wiedererwägungsverfügung vom 2. September 2011 hat die  Vorinstanz  den  Anträgen  der  Beschwerdeführerin  nur  insoweit  entsprochen,  als  sie  ihr  die  Waisenrente  ab  dem  1. Oktober  2010  gewährte. Ferner verfügte sie, dass die Rente der Monate Oktober 2010  bis August  2011  rückwirkend  ausbezahlt werde,  sobald  die Bestätigung  vorliege,  dass  die  Probezeit  erfolgreich  bestanden  worden  sei  und  die  Ausbildung weitergeführt werde. 3.3. Die Vorinstanz hat somit den Anträgen der Beschwerdeführerin auf  Gewährung einer Waisenrente für den Zeitraum vom 5. Oktober 2009 bis  zum  30. September  2010  und  auf  bedingungslose  Gewährung  einer  Waisenrente  für den Zeitraum vom 1. Oktober 2010 bis zum 31. August  2011  nicht  entsprochen;  diese  bilden  daher  Streitgegenstand  im  vorliegenden Beschwerdeverfahren. 4.  4.1. Kinder, deren Vater oder Mutter gestorben  ist, haben Anspruch auf  eine Waisenrente  (Art. 25 Abs. 1  erster  Satz  AHVG). Der  Anspruch  auf  die Waisenrente entsteht am ersten Tag des dem Tode des Vaters oder  der  Mutter  folgenden  Monats.  Er  erlischt  mit  der  Vollendung  des  18. Altersjahres oder mit dem Tod der Waise (Art. 25 Abs. 4 AHVG).  Für Kinder, die noch  in Ausbildung sind, dauert der Rentenanspruch bis  zu  deren  Abschluss,  längstens  aber  bis  zum  vollendeten  25. Altersjahr. 

C­2706/2011 Der  Bundesrat  kann  festlegen,  was  als  Ausbildung  gilt  (Art. 25  Abs. 5  AHVG). 4.2.  Am  1. Januar  2011  ist  Art. 49bis  AHVV  in  Kraft  getretenen.  Nach  dessen  Absatz  1  ist  ein  Kind  in  Ausbildung,  wenn  es  sich  auf  der  Grundlage  eines  ordnungsgemässen,  rechtlich  oder  zumindest  faktisch  anerkannten  Bildungsganges  systematisch  und  zeitlich  überwiegend  entweder  auf  einen  Berufsabschluss  vorbereitet  oder  sich  eine  Allgemeinausbildung  erwirbt,  die  Grundlage  bildet  für  den  Erwerb  verschiedener  Berufe.  Als  in  Ausbildung  gilt  ein  Kind  auch,  wenn  es  Brückenangebote  wahrnimmt  wie  Motivationssemester  und  Vorlehren  sowie  Au­pair­  und  Sprachaufenthalte,  sofern  sie  einen  Anteil  Schulunterricht enthalten (Art. 49bis Abs. 2 AHVV). Nicht als in Ausbildung  gilt  ein  Kind,  wenn  es  ein  durchschnittliches  monatliches  Erwerbseinkommen  erzielt,  das  höher  ist  als  die  maximale  volle  Altersrente der AHV (Art. 49bis Abs. 3 AHVV). Art. 49bis  AHVV  brachte  keine  vorliegend  relevanten  Änderungen  gegenüber  der  bis  zum  31. Dezember  2010  gültig  gewesenen  Rechtslage,  sodass  die  zu  den  altrechtlichen  Regelungen  ergangene  Rechtsprechung weiterhin massgebend ist. 4.3. Nach der Rechtsprechung gelten Waisen als in Ausbildung begriffen,  wenn  sie während  einer  bestimmten  Zeit  Schulen  oder  Kurse  (auch  im  Hinblick  auf  Bildung  oder  Allgemeinbildung)  besuchen  oder  der  beruflichen  Ausbildung  obliegen.  Unter  beruflicher  Ausbildung  ist  jede  Tätigkeit  zu  verstehen, welche  die  systematische Vorbereitung  auf  eine  künftige Erwerbstätigkeit zum Ziel hat und während welcher die Waise mit  Rücksicht auf den vorherrschenden Ausbildungscharakter ein wesentlich  geringeres  Erwerbseinkommen  erzielt,  als  ein  Erwerbstätiger  mit  abgeschlossener Berufsbildung orts­ und branchenüblich erzielen würde.  Schul­  oder  Kursbesuche  sind  nur  dann  als  Ausbildung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 5  AHVG  anzuerkennen,  wenn  sie  entweder  dazu  geeignet  sind,  als  Vorbereitung  für  eine  Berufsausbildung  im  engeren  Sinne  (berufliche  Ausbildung)  zu  dienen  oder  wenn  sie  ganz  einfach  auf  ein  echtes  Bildungsziel  gerichtet  sind.  Letzteres  ist  dann  der  Fall,  wenn  entweder  von  vornherein  kein  spezieller  Berufsabschluss  beabsichtigt  und  nur  die  Ausübung  des  betreffenden  Berufes  angestrebt  wird  oder  wenn  es  sich  um  eine  Ausbildung  handelt,  die  vorerst  nicht  einem  speziellen  Beruf  dient,  sei  es,  dass  die  fragliche  Massnahme  nur  die  allgemeine Grundlage für eine Mehrzahl von Berufen bildet, sei es, dass 

C­2706/2011 die  anbegehrte  Vorkehr  überhaupt  nur  im  Sinne  der  Allgemeinbildung  gedacht  ist  (z.B.  Matura).  Dabei  ist  aber  unter  allen  Umständen  eine  systematische  Vorbereitung  auf  eines  der  genannten  Ziele  hin  erforderlich,  und  zwar  auf  der  Grundlage  eines  ordnungsgemässen,  rechtlich oder zumindest  faktisch anerkannten  (üblichen) Lehrganges.  In  allen  Fällen  muss  sich  sodann  die  strittige  Vorkehr  in  dem  zuvor  umschriebenen Masse auf die Erwerbseinkünfte auswirken  (BGE 108 V  54 E. 1 mit Hinweisen; Urteil  des BGer  9C_223/2008 vom 1. April  2008  E. 1 mit  Hinweisen).  Für  die  Sozialversicherungen  ist  es  im Gegensatz  zum  Zivilrecht  (BGE  118  II  98  E. 4a)  unerheblich,  ob  es  sich  um  eine  Erst­  oder  Zweitausbildung  handelt  (THOMAS  LOCHER,  Grundriss  des  Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, S. 350 f.). 4.4. Gemäss Ziffer 3.6.3.2 Rz. 3358 f. der Wegleitung des Bundesamtes  für  Sozialversicherungen  BSV  über  die  Renten  in  der  Eidgenössischen  Alters­, Hinterlassenen­ und Invalidenversicherung (RWL) vom 1. Januar  2003,  Stand  1. Januar  2011,  muss  eine  Ausbildung  mindestens  vier  Wochen dauern und systematisch auf ein Bildungsziel ausgerichtet sein.  Dieses  führt  entweder  zu  einem  bestimmten  Berufsabschluss  oder  ermöglicht eine berufliche Tätigkeit ohne speziellen Berufsabschluss; falls  die  Ausbildung  nicht  von  vornherein  auf  einen  bestimmten  Beruf  ausgerichtet  ist, muss  sie  eine allgemeine Grundlage  für  eine Mehrzahl  von  Berufen  bilden  bzw.  eine  Allgemeinausbildung  beinhalten.  Die  Ausbildung  muss  auf  einem  strukturierten  Bildungsgang  beruhen,  der  rechtlich oder zumindest  faktisch anerkannt  ist. Keine Rolle spielt, ob es  sich  dabei  um  eine  erstmalige  Ausbildung,  eine  Zusatz­  oder  Zweitausbildung handelt. Die systematische Vorbereitung erfordert, dass  das  Kind  die  Ausbildung mit  dem  objektiv  zumutbaren  Einsatz  betreibt,  um  sie  innert  nützlicher  Frist  abschliessen  zu  können.  Während  der  Ausbildung muss sich das Kind zeitlich überwiegend dem Ausbildungsziel  widmen.  Dies  gilt  nur  dann  als  erfüllt,  wenn  der  gesamte  Ausbildungsaufwand  (Lehre  im  Betrieb,  Schulunterricht,  Vorlesungen,  Kurse,  Vor­  und  Nachbereitung,  Prüfungsvorbereitung,  Selbststudium,  Verfassen einer Diplomarbeit, Fernstudium etc.) mindestens 20 Stunden  pro Woche ausmacht. Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind  für  das  Sozialversicherungsgericht  nicht  verbindlich.  Dieses  soll  sie  bei  seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall  angepasste  und  gerecht  werdende  Auslegung  der  anwendbaren  gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne 

C­2706/2011 triftigen  Grund  von  Verwaltungsweisungen  ab,  wenn  diese  eine  überzeugende  Konkretisierung  der  rechtlichen  Vorgaben  darstellen.  Insofern wird  dem Bestreben  der  Verwaltung,  durch  interne Weisungen  eine  rechtsgleiche  Gesetzesanwendung  zu  gewährleisten,  Rechnung  getragen  (Urteil  des  BGer  8C_713/2010  vom  23. März  2011  E. 3,  BGE  133 V 587 E. 6.1, BGE 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen). 4.5. Mit  einem Berufs­  oder  Schulabschluss  ist  die  Ausbildung  beendet  (Art. 49ter Abs. 1 AHVV). Die Ausbildung gilt auch als beendet, wenn sie  abgebrochen  oder  unterbrochen wird  oder wenn  ein  Anspruch  auf  eine  Invalidenrente entsteht (Art. 49ter Abs. 2 AHVV). Nicht als Unterbrechung  im Sinne von Absatz 2 gelten übliche unterrichtsfreie Zeiten und Ferien  von  längstens  4  Monaten,  sofern  die  Ausbildung  unmittelbar  danach  fortgesetzt wird (Art. 49ter Abs. 3 lit. a AHVV).  5.  5.1.  Bildungsziel  der  Beschwerdeführerin  ist  die  Berufsausbildung  zur  Altenpflegerin.  Zugangsvoraussetzung  für  diese  Ausbildung  ist  gemäss  Ausbildungsbeschreibung  der  Fachschule  E._______  entweder  ein  Realschulabschluss  oder  zehn  Jahre  Hauptschule  oder  eine  Werkrealschule  oder  ein  Hauptschulabschluss  und  mindestens  eine  zweijährige  abgeschlossene  Berufsausbildung  oder  aber  eine  Erlaubnis  als  Altenpflegehelfer  bzw.  Altenpflegehelferin  oder  Krankenpflegehelfer  bzw.  Krankenpflegehelferin.  Der  Ausbildungsbeschreibung  für  die  Ausbildung  zum Altenpflegehelfer  bzw.  zur Altenpflegehelferin  – welche  die  Beschwerdeführerin  am  1. September  2011  begonnen  hat  –  sind  ferner  folgende  Zugangsvoraussetzungen  zu  entnehmen:  ein  Hauptschulabschluss  und  entweder  ein  freiwilliges  soziales  Jahr  oder  Zivildienst  in der Pflege oder eine einjährige einschlägige Tätigkeit  oder  Wehrdienst mit Sanitätsprüfung oder eine einjährige berufliche Voll­ oder  Teilzeitschule  oder  eine  vergleichbare  Ausbildung.  Bei  einem  Prüfungsergebnis  mit  dem  Durchschnitt  von  2,5  oder  besser  sei  eine  unmittelbare Weiterführung der Ausbildung bis zum staatlich examinierten  und  anerkannten  Altenpfleger  bzw.  zur  staatlich  examinierten  und  anerkannten Altenpflegerin möglich (Z._______). 5.2.  Gemäss  Schulausweis  der  Volkshochschule  X._______  vom  7. Oktober 2009 nahm die Beschwerdeführerin vom 5. Oktober 2009 bis  Juli  2010  am  VHS­Lehrgang  zur  Vorbereitung  auf  den  Hauptschulabschluss  teil  (act. 26).  Am  13. Juli  2010  legte  sie  die 

C­2706/2011 Abschlussprüfung  der  Hauptschule  mit  Erfolg  ab  (act. 29).  Vom  1. September  2010  bis  zum  31. August  2011  leistete  sie  ein  freiwilliges  soziales Jahr in der B._______ (act. 29).  Der  von  der  Beschwerdeführerin  erfolgreich  absolvierte  Hauptschulabschluss,  das  freiwillige  soziale  Jahr  sowie  die  am  1. September 2011 begonnene Ausbildung zur Altenpflegehelferin bilden  Zugangsvoraussetzungen,  um  das  angestrebte  Bildungsziel  (Berufsausbildung  zur  Altenpflegerin)  erreichen  zu  können  (vgl.  E. 5.1  hiervor).  Entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  ist  somit  seit  dem  5. Oktober 2009 von einer systematischen Vorbereitung auf das verfolgte  Bildungsziel auszugehen. 5.3.  Weiter  hat  sich  das  Kind  während  seiner  Ausbildung  zeitlich  überwiegend dem Ausbildungsziel zu widmen (BGE 102 V 162 E. 2 sowie  Rz. 3359  RWL).  Gemäss  RWL  gilt  dies  nur  dann  als  erfüllt,  wenn  der  gesamte  Ausbildungsaufwand  (Lehre  im  Betrieb,  Schulunterricht,  Vorlesungen,  Kurse,  Vor­  und  Nachbereitung,  Prüfungsvorbereitung,  Selbststudium,  Verfassen  einer  Diplomarbeit,  Fernstudium  etc.)  mindestens  20 Stunden  pro Woche  ausmacht  (vgl.  E. 4.4  hiervor).  Das  Bundesverwaltungsgericht  sieht  keinen  Anlass,  von  dieser  Verwaltungsweisung  und  deren  Anwendung  durch  die  Vorinstanz  abzuweichen,  zumal  die  wöchentliche  Arbeitszeit  bei  einem  Arbeitspensum von 100%  in der Regel 42 Stunden beträgt, weshalb ein  Ausbildungsaufwand  von  mindestens  20 Stunden  pro  Woche  durchaus  als zeitlich überwiegend betrachtet werden kann.  Gemäss Schulausweis  der Volkshochschule X._______  vom 7. Oktober  2009  fand  der  Unterricht  des  Vorbereitungskurses  auf  den  Hauptschulabschluss  jeweils  von Montag bis Donnerstag  von 18:00 Uhr  bis  21:15 Uhr  statt  (act. 26).  Dies  entspricht  einer  wöchentlichen  Unterrichtszeit  von  13 Stunden.  Der  gesamte  Ausbildungsaufwand  umfasst  jedoch  zusätzlich  die  entsprechende  Vor­  und  Nachbereitung  sowie  den  Zeitaufwand  für  die  Prüfungsvorbereitung.  Bei  einer  wöchentlichen Unterrichtszeit von 13 Stunden kann davon ausgegangen  werden,  dass  der  gesamte  Arbeitsaufwand mindestens  20 Stunden  pro  Woche  ausmacht.  Die  Wochenarbeitszeit  während  dem  nachfolgenden  freiwilligen  sozialen  Jahr  betrug  38,5 Stunden  (act. 29).  Die  Beschwerdeführerin  hat  sich  somit  sowohl  während  der  Teilnahme  am  VHS­Lehrgang  zur  Vorbereitung  auf  den  Hauptabschluss  wie  auch 

C­2706/2011 während  des  freiwilligen  sozialen  Jahres  zeitlich  überwiegend  dem  Ausbildungsziel gewidmet.  Entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  ist  unbeachtlich,  dass  die  Beschwerdeführerin  während  des  VHS­Lehrgangs  zur  Vorbereitung  auf  den  Hauptabschluss  weiteren  Tätigkeiten  (Teilnahme  am  Fernlehrgang  "Web­Designerin  SGD",  Teilnahme  am  Lehrgang  "Englisch  schnell  und  sicher" sowie Berufspraktikum bei der Firma G._______; act. 19 und 17)  nachgegangen ist, zumal aufgrund der Akten nicht davon auszugehen ist,  dass  sie  dabei  ein  durchschnittliches  monatliches  Erwerbseinkommen  erzielte,  das  höher  als  die maximale  volle  Altersrente  der  AHV  ist  (vgl.  E. 4.2 hiervor).  5.4.  Im  Übrigen  hat  die  Beschwerdeführerin  sowohl  den  Hauptschulabschluss  als  auch  das  freiwillige  soziale  Jahr  innert  der  offiziell  vorgesehenen  Ausbildungsdauer  (erfolgreich)  absolviert.  Am  1. September  2011  hat  sie  ihre  Ausbildung  zur  Altenpflegehelferin  begonnen.  Bis  dato  hat  sie  sich  somit  ihrem  Ausbildungsziel  mit  dem  notwendigen und  ihr zumutbaren Einsatz und Willen gewidmet, weshalb  sie  ab  dem  5. Oktober  2009  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 5  AHVG  als  in  Ausbildung begriffen zu qualifizieren ist.  5.5.  Gemäss  Wiedererwägungsverfügung  der  Vorinstanz  vom  2. September 2011 werde die Zahlung bei Unterbruch des Studiums am  ersten Tag, des der Wiederaufnahme folgenden Monats ausbezahlt (vgl.  diesbezüglich  auch  Rz. 3322  RWL,  wonach  die  Rente  bei  18­  bis  25­ jährigen  Waisen,  die  die  Ausbildung  erst  nach  zurückgelegtem  18. Altersjahr  bzw.  nach  dem  Tode  des  Vaters  oder  der  Mutter  aufnehmen,  mit  dem  Monat  nach  Beginn  der  Ausbildung  zu  laufen  beginnt).  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  keine  Veranlassung,  in  diese  Verwaltungspraxis  einzugreifen,  stellt  sie  doch  eine  überzeugende  Konkretisierung der  rechtlichen Vorgaben dar  (vgl. Art. 21 Abs. 2 Satz 1  und Art. 25 Abs. 4 Satz 1 AHVG sowie Art. 47 AHVV; E. 4.4 hiervor). Der  Beschwerdeführerin ist somit ab dem 1. November 2009 eine ordentliche  Waisenrente zuzusprechen. 5.6. Zu prüfen bleibt, ob die SAK die mit Wiedererwägungsverfügung vom  2. September 2011 gewährte Rente der Monate Oktober 2010 bis August  2011 zu Recht unter der Bedingung, diese werde erst dann rückwirkend 

C­2706/2011 ausbezahlt, wenn die Bestätigung vorliege, dass die Probezeit erfolgreich  bestanden  worden  sei  und  die  Ausbildung  weitergeführt  werde,  zugesprochen hat. Wie zuvor erwähnt, sind Schul­ und Kursbesuche dann als Ausbildung im  Sinne von Art. 25 Abs. 2 AHVG anzuerkennen, wenn sie entweder dazu  geeignet  sind,  als  Vorbereitung  für  eine  Berufsausbildung  im  engeren  Sinne (berufliche Ausbildung) zu dienen oder wenn sie ganz einfach auf  ein  echtes  Bildungsziel  gerichtet  sind  (E. 4.3  hiervor).  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  bei  der  Vorbereitung  für  eine  Berufsausbildung weder von Bedeutung, ob eine solche dann folgt, noch,  ob bei Erlernung eines Berufes auch wirklich die Absicht besteht, diesen  später effektiv auszuüben (BGE 108 V 54 E. 1c). Demnach erweisen sich  die  von  der  Vorinstanz  in  ihrer  Wiedererwägungsverfügung  gestellten  Bedingungen  der  erfolgreich  bestandenen  Probezeit  sowie  der  Weiterführung der Ausbildung zur Altenpflegehelferin als unrechtmässig.  5.7.  Die  Beschwerde  ist  somit  gutzuheissen;  der  angefochtene  Einspracheentscheid  vom  26. April  2011  ist  aufzuheben  und  die  Wiedererwägungsverfügung  vom  2. September  2011  ist  insoweit  abzuändern,  als  der  Beschwerdeführerin  bereits  ab  dem  1. November  2009  eine  ordentliche  Waisenrente  zuzusprechen  ist;  die  bisher  aufgelaufene  Rente  ist  der  Beschwerdeführerin  innert  30  Tagen  nach  Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils auszuzahlen. 6.  Zu  befinden  bleibt  noch  über  die  Verfahrenskosten  und  eine  allfällige  Parteientschädigung. 6.1. Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG),  sodass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 6.2. Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren  eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig  hohe  Kosten  zugesprochen  werden  (Art. 64  Abs. 1  VwVG).  Da  der  obsiegenden  Beschwerdeführerin,  welche  nicht  vertreten  war,  keine  unverhältnismässig  hohen  Kosten  entstanden  sind  und  diese  zu  Recht  keinen  entsprechenden  Antrag  gestellt  hat,  ist  ihr  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (vgl.  Art. 64  Abs. 1  VwVG  und  Art. 7 ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 

C­2706/2011 Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]). Die  unterliegende  Vorinstanz  hat  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

C­2706/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen;  der  angefochtene  Einspracheentscheid  vom  26. April  2011  wird  aufgehoben  und  die  Wiedererwägungsverfügung  vom  2. September  2011  wird  insoweit  abgeändert,  als  der  Beschwerdeführerin  bereits  ab  dem  1. November  2009 eine ordentliche Waisenrente zugesprochen wird.  2.  Die  bisher  aufgelaufene Waisenrente  ist  der  Beschwerdeführerin  innert  30  Tagen  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  auszuzahlen. 3.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben  und  es  wird  keine  Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref­Nr._______) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Lucie Schafroth

C­2706/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-2706/2011 — Bundesverwaltungsgericht 26.10.2011 C-2706/2011 — Swissrulings