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Bundesverwaltungsgericht 08.08.2011 C-179/2010

8 agosto 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,991 parole·~10 min·1

Riassunto

Einreiseverbot | Einreiseverbot

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­179/2010 Urteil   v om   8 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richterin Marianne Teuscher, Richter Bernard Vaudan,    Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. Parteien I._______, vertreten durch Yetkin Geçer, Rechtsanwalt,  Eisfeldstrasse 2a, 6005 Luzern, Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Einreiseverbot.

C­179/2010 Sachverhalt: A. Die  Beschwerdeführerin,  eine  russische  Staatsangehörige,  geboren  1974,  reiste  gemäss  ihren  Angaben  im  September  2005  illegal  in  die  Schweiz  ein  und  stellte  am  5.  Oktober  2005  unter  dem  Namen  J._______,  geboren  1973,  ein  Asylgesuch.  Die  Vorinstanz  lehnte  das  Gesuch  mit  Entscheid  vom  16.  November  2005  ab  und  wies  die  Beschwerdeführerin  unter  Ansetzung  einer  Ausreisefrist  bis  zum  11.  Januar 2006 aus der Schweiz weg. Eine dagegen erhobene Beschwerde  wurde  infolge  Rückzugs  des  Rechtsmittels  von  der  damaligen  schweizerischen  Asylrekurskommission  mit  Beschluss  vom  8.  Februar  2006 abgeschrieben. Es wurde eine neue Ausreisefrist bis zum 13. März  2006 angesetzt. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich – Sihl vom 3. Oktober 2005  wurde  die  Beschwerdeführerin  wegen  Vergehens  gegen  das  Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  für  schuldig  befunden  und mit  30  Tagen  Gefängnis  bestraft.  Der  Vollzug  der  Freiheitsstrafe  wurde  bedingt  aufgeschoben.  Am  28.  November  2005  wurde  sie  von  ihrem  heutigen  Verlobten  bei  der  Kantonspolizei  Thurgau  wegen  Diebstahls  angezeigt.  Wegen  Ladendiebstahls  wurde  sie  am  26.  Januar  2006  bei  der  Kantonspolizei  St.  Gallen  angezeigt.  Mit  Bussenverfügung  der  Staatsanwaltschaft  St.  Gallen  vom  30.  Juni  2006  wurde  sie  wegen  Widerhandlung  gegen  das  Transportgesetz  mit  Fr.  60.­­  gebüsst.  Vom  Bezirksamt  Kreuzlingen  wurde  die  Beschwerdeführerin  mit  Strafverfügung  vom  17.  November  2006  wegen  rechtswidrigen  Aufenthalts schuldig befunden und mit 30 Tagen Gefängnis bestraft. Der  Vollzug  der  Gefängnisstrafe  wurde  aufgeschoben  und  die  Probezeit  wurde  auf  zwei  Jahre  festgesetzt.  Am  9.  Mai  2007  wurde  sie  mit  Strafverfügung  des  Bezirksamtes  Kreuzlingen  wegen  rechtswidriger  Ausreise  ausserhalb  einer  amtlich  zugelassenen  Grenzübergangsstelle  mit einer Busse von Fr. 150.­­ bestraft. Das Departement  für Justiz und  Sicherheit  des  Kantons  Thurgau  verfügte  mit  Schreiben  vom  2.  November  2007  gegen  die  Beschwerdeführerin  eine  Ausgrenzung  aus  dem  Kanton  Thurgau.  Dagegen  erhob  sie  Beschwerde  beim  Verwaltungsgericht  des  Kantons  Thurgau,  welches  die  Beschwerde mit  Entscheid  vom  29.  Februar  2008  abwies.  Mit  Strafverfügung  vom  30.  Januar 2008 wurde sie vom Bezirksamt Kreuzlingen wegen Missachtung  einer  Massnahme  schuldig  befunden  und  zu  einer  Geldstrafe  von  30 

C­179/2010 Tagessätzen zu je       Fr. 30.­­ bestraft. Gleichzeitig wurde der bedingte  Strafvollzug  gemäss  Strafverfügungen  des  Bezirksamtes  Kreuzlingen  vom 17. November 2006 und der Staatsanwaltschaft Zürich­Sihl  vom 3.  Oktober  2005 widerrufen  und  der  Vollzugsbeginn  im Kantonalgefängnis  Frauenfeld auf den 26. Mai 2008 festgesetzt.  Am  4.  Juli  2008  genehmigte  der  zuständig  Einzelrichter  der  Verwaltungsrekurskommission  des  Kantons  St.  Gallen  den  Haftbefehl  des  Ausländeramtes  St.  Gallen  vom  1.  Juli  2008  insoweit,  als  er  einer  einmonatigen  Ausschaffungshaft  zustimmte.  Die  Ausschaffungshaft  wurde  bis  zum  2.  Oktober  2008  verlängert.  Mit  Haftbefehl  vom  29.  September  2008  ordnete  das  Ausländeramt  St.  Gallen  gegenüber  der  Beschwerdeführerin  die  Durchsetzungshaft  an.  Der  Einzelrichter  der  Verwaltungsrekurskommission  des  Kantons  St.  Gallen  bestätigte  die  Durchsetzungshaft bis zum 28. April 2009. Am 24. Juni 2009 wurde die  Beschwerdeführerin  aus  der  ausländerrechtlichen  Haft  entlassen  und  angewiesen die Schweiz bis spätestens 3. Juli 2009 zu verlassen.  Aufgrund  einer  anonymen  Zusendung  des  Reisepasses  der  Beschwerdeführerin  an  die  Schweizer  Botschaft  in  Moskau,  konnte  die  Beschwerdeführerin  schlussendlich  am  8.  Dezember  2009  nach  Russland  ausgeschafft  werden.  Gemäss  Akten  macht  der  Kanton  St.  Gallen  bei  der  Vorinstanz  die  Vergütung  von  über  Fr.  29'000.­­  an  Ausreise­ und Vollzugskoten geltend. B. Am  1.  Dezember  2009  verhängte  die  Vorinstanz  über  die  Beschwerdeführerin  ein  Einreiseverbot  für  die  Dauer  von  sechs  Jahren  (mit Wirkung ab 9. Dezember 2009) und führte zur Begründung aus, sie  habe  wegen  illegalen  Aufenthalts,  Diebstahls  und  Missachtung  einer  Massnahme  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  verstossen.  Zudem  habe  sie  Sozialkosten  verursacht  weil  sie  in  Ausschaffungshaft  genommen  und  ausgeschafft  werden  musste.  Mit  derselben  Verfügung  wurde einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen.  C. Mit  Strafverfügung  vom  7.  Januar  2010 wurde  die Gesuchstellerin  vom  Bezirksamt Kreuzlingen erneut des rechtswidrigen Aufenthalts (begangen  im Sommer 2009) für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von  sechs Monaten verurteilt.

C­179/2010 D. Mit Rechtsmitteleingaben vom 4.  (Poststempel), 6. und 26. Januar 2010  an das Bundesverwaltungsgericht  beantragt  die Beschwerdeführerin  die  Aufhebung  des  gegen  sie  verhängten  Einreiseverbots.  Eventualiter  sei  das Einreiseverbot bis auf den 10. Dezember 2010 zu beschränken. Zur  Begründung wird im Wesentlichen angeführt, die Beschwerdeführerin sei  seit Ende 2009 mit einem in der Schweiz lebenden Mann verlobt, den sie  heiraten  werde.  Durch  die  Heirat  und  den  darauffolgenden  Familiennachzug bestünden keinerlei Anhaltspunkte und Gefahren mehr,  dass  sie  sich  illegal  in  der  Schweiz  aufhalten  und  andere  Straftaten  begehen  würde.  Weitere  Sozialhilfekosten  seien  bei  einer  erneuten  Einreise  nicht  zu  erwarten,  da  diese  künftig  von  ihrem  Ehemann  übernommen  würden.  Das  Einreiseverbot  bis  2015  komme  einem  faktischen Ehehindernis gleich und verunmögliche ihr die Eheschliessung  in der Schweiz, was gegen      Art. 12 der Konvention vom 4. November  1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR  0.101)  verstosse.  Weiter  stelle  die  Fernhaltemassnahme  ein  Verbot  gemeinsamen  Familienlebens  dar  und  verstosse  somit  gegen  Art.  8  EMRK.  Die  Beschwerdeführerin  beantragt  die  gerichtliche  Befragung  ihres Verlobten. E. Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer Vernehmlassung vom 8. März 2010 auf  Abweisung  der  Beschwerde  und  hält  –  unter  Hinweis  auf  die  falschen  Angaben  der  Beschwerdeführerin  zu  ihrer  Identität  –  ergänzend  fest,  dass  den  Behörden  dadurch  unverhältnismässig  hohe  Umtriebe  entstanden  und  zu  Lasten  der  Öffentlichkeit  beträchtliche  Kosten  verursacht worden seien. F. Mit Schreiben vom 25. Januar 2011 reichte die Beschwerdeführerin das  türkische  Scheidungsurteil  ihres  Verlobten  in  beglaubigter  deutscher  Übersetzung sowie eine Verlöbniserklärung zu den Akten. G. Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

C­179/2010 1.1.  Gemäss Art.  31  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom 20. Dezember  1968  (VwVG, SR  172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG  genannten  Behörden.  Dazu  gehört auch das BFM, das mit der Anordnung eines Einreiseverbotes  eine  Verfügung  im  erwähnten  Sinne  und  daher  ein  zulässiges  Anfechtungsobjekt  erlassen  hat.  Eine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  liegt nicht vor. 1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet  sich  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Die Beschwerdeführerin  ist  als Verfügungsbetroffene  legitimiert  (Art.  48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist somit einzutreten (Art. 49 ff. VwVG). 1.4 Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig  (Art.  83 Bst.  c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). 2. Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Rechts­  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Entscheides (vgl. E. 1.2 des Urteils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom  28. März 2003 teilweise publiziert in BGE 129 II 215). 3. 3.1. Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin als Beweismassnahme 

C­179/2010 beantragten  gerichtlichen  Befragung  ihres  Verlobten  ist  Folgendes  festzuhalten:  Der  Behörde  kommt  grundsätzlich  die  Pflicht  zu,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  zu  ermitteln  (Art.  12  VwVG). Die Behörde  ist  verpflichtet,  die  von den Parteien angebotenen  Beweise abzunehmen, sofern diese geeignet sind, den rechtserheblichen  Sachverhalt  zu  erhellen.  Kommt  die  Behörde  bei  pflichtgemässer  Beweiswürdigung zur Überzeugung, die Akten erlaubten die richtige und  vollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  oder  die  behauptete Tatsache sei  für die Entscheidung der Streitsache nicht von  Bedeutung, kann sie auf die Erhebung weiterer Beweise verzichten, ohne  durch  diese  antizipierte  Beweiswürdigung  den  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  zu  verletzen  (vgl.  zum Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 mit Hinweis). Überdies handelt  es  sich  bei  der  Zeugeneinvernahme  gemäss  Art.  14  VwVG  um  ein  subsidiäres  Beweismittel;  eine  solche  darf  –  der  besonderen  Voraussetzungen  und  Folgen wegen  –  nur  ausnahmsweise  angeordnet  werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 1C­427/2008 vom 2. Februar  2009  E.  2.2).  Bei  nicht  anfechtbaren  Entscheiden  kann  der  Entscheid  über  die  Beweisanträge  im  Endurteil  erfolgen  (BERNHARD  WALDMANN/JÜRG  BICKEL,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 33 N 36). 3.2.  Der  entscheiderhebliche  Sachverhalt  erschliesst  sich,  wie  nachfolgend zu zeigen sein wird,  in hinreichender Weise aus den Akten.  Von  der  beantragten  Zeugeneinvernahme  kann  daher  in  antizipierter  Beweiswürdigung ohne Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör  abgesehen  werden.  Das  Verwaltungsrechtspflegeverfahren  ist  sodann  vom  Grundsatz  der  Schriftlichkeit  geprägt  (siehe  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht, Lausanne/Zürich/Bern 2008, Rz. 3.85/3.86 S. 143 ff.)  und ein Anspruch auf mündliche Anhörung besteht nicht (BGE 134 I 140 E. 5.3  S.  148).  Zudem  hat  sich  die  Beschwerdeführerin  zu  den  relevanten  strittigen  Fragen  wiederholt  schriftlich  äussern  können.  Dem  Antrag  auf  Zeugeneinvernahme ist deshalb nicht stattzugeben. 4. 4.1.  Mit  Inkrafttreten  des  Ausländergesetzes  vom  16.  Dezember  2005  (AuG, SR 142.20) am 1. Januar 2008 wurde das ANAG abgelöst (vgl. Art.  125 AuG i.V.m. Ziffer I des Anhangs 2 zum AuG). Das AuG beansprucht  Geltung  auf  alle  Verfahren,  die  nach  seinem  Inkrafttreten  eingeleitet 

C­179/2010 wurden, sei es nun auf Gesuch hin oder von Amtes wegen (vgl. Art. 126  Abs. 1 AuG e contrario; ferner BVGE 2008/1 E. 2 mit Hinweisen). Wenn  bei  der  Anwendung  des  neuen Rechts  auf  Verhältnisse  abgestellt  wird,  die  –  wie  vorliegend  –  noch  unter  der  Herrschaft  des  alten  Rechts  entstanden sind und beim Inkrafttreten des neuen Rechts andauern, liegt  eine  unechte  Rückwirkung  vor,  die  –  vorbehältlich  des  Vertrauensschutzprinzips  –  grundsätzlich  zulässig  ist  (vgl.  ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5.  Aufl.,  Zürich/Basel/Genf/St.  Gallen  2006,  Rz.  337  ff.  sowie  BVGE  2009/3 E. 3.2). 4.2. Wird gegen eine Person, welche nicht Angehörige eines Staates ist,  der  durch  eines  der  Schengen­Assozierungsabkommen  gebunden  ist  (vgl.  Anhang  1  Ziffer  1  AuG),  ein  Einreiseverbot  nach  Art.  67  AuG  verhängt, wird diese Person gestützt auf Art. 94 Abs. 1 und Art. 96 des  Übereinkommens  vom  19.  Juni  1990  zur  Durchführung  des  Übereinkommens  betreffend  den  schrittweisen Abbau  der Kontrollen  an  den gemeinsamen Grenzen (Schengener Durchführungsübereinkommen  [SDÜ], Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19­62) und Art. 16 Abs. 2  und  4  des  Bundesgesetzes  vom  13.  Juni  2008  über  die  polizeilichen  Informationssysteme  des  Bundes  (BPI,  SR  361)  grundsätzlich  im  Schengener  Informationssystem  ([SIS],  vgl.  dazu  Art.  92  ff.  SDÜ)  zur  Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Eine solche Ausschreibung einer  Person  im  SIS  zur  Einreiseverweigerung  aufgrund  einer  vom  BFM  verhängten  Fernhaltemassnahme  bewirkt,  dass  ihr  die  Einreise  in  das  Hoheitsgebiet der Schengen­Mitgliedstaaten verweigert wird (vgl. Art. 13  Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments  und des Rates  vom 15. März 2006 über  einen Gemeinschaftskodex  für  das  Überschreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [Schengener  Grenzkodex bzw. SGK, Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1­32]). 5. 5.1.  Auf  den  1.  Januar  2011  trat  als  Folge  der  Weiterentwicklung  des  Schengen­Besitzstandes  eine  neue  Fassung  von  Art.  67  AuG  in  Kraft  (zum Ganzen vgl. BBl 2009 8881 und AS 2010 5925). Nach Art. 67 Abs.  1 AuG wird ein Einreiseverbot vom BFM unter Vorbehalt von Abs. 5 nun  gegenüber  weggewiesenen  Ausländerinnen  und  Ausländern  verfügt,  wenn  die  Wegweisung  nach  Art.  64d  Abs.  2  Bst.  a  –  c  AuG  sofort  vollstreckt wird (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG) oder die betroffene Person der  Ausreiseverpflichtung  nicht  nachgekommen  ist  (Art.  67  Abs.  1  Bst.  b  AuG).  Es  kann  nach  Art.  67  Abs.  2  AuG  sodann  gegen  ausländische 

C­179/2010 Personen  erlassen  werden,  die  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  in  der Schweiz  oder  im Ausland  verstossen  haben oder  diese  gefährden (Art. 67 Abs. 2 Bst. a), Sozialhilfekosten verursacht haben (Art.  67  Abs.  2  Bst.  b)  oder  in  Vorbereitungs­,  Ausschaffungs­  oder  Durchsetzungshaft  genommen worden sind  (Art.  67 Abs.  2 Bst.  c). Das  Einreiseverbot wird  für eine Dauer  von höchstens  fünf  Jahren verhängt.  Es  kann  für  eine  längere  Dauer  verfügt  werden,  wenn  die  betroffene  Person  eine  schwerwiegende  Gefahr  für  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AuG). Schliesslich kann die verfügende  Behörde  aus  humanitären  oder  anderen  wichtigen  Gründen  von  der  Verhängung  eines  Einreiseverbots  absehen  oder  ein  Einreiseverbot  vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67 Abs. 5 AuG). Die  bisher  bestehende  Praxis  der  Vorinstanz  bei  der  Ansetzung  von  Fernhaltemassnahmen  ist  mit  den  obgenannten  Grundsätzen  vereinbar  [vgl. Botschaft  vom 18. November 2009 über die Genehmigung und die  Umsetzung  des  Notenaustauschs  zwischen  der  Schweiz  und  der  EG  betreffend  die  Übernahme  der  EG­Rückführungsrichtlinie  (Richtlinie  2008/115/EG)  (Weiterentwicklung des Schengen­Besitzstands) und über  eine  Änderung  des  Bundesgesetzes  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (Automatisierte Grenzkontrolle,  Dokumentenberaterinnen  und  Dokumentenberater,  Informationssystem  MIDES)  (BBI  2009  S.  8896)]  weswegen  sich  für  die  Beschwerdeführerin  im  Ergebnis  nichts  ändert  (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­820/2009 vom 9. März 2011 E.  5.1 mit Hinweis). 5.2.  Wie  bereits  die  altrechtliche  Einreisesperre  (vgl.  Art.  13  Abs.  1  ANAG)  ist  das  Einreiseverbot  keine  Sanktion  für  vergangenes  Fehlverhalten,  sondern  eine  Massnahme  zur  Abwendung  künftiger  Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (siehe Botschaft zum  Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002  [nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3709, 3813). Die öffentliche Sicherheit  und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG (welcher der alten  Fassung von Art. 67 Abs. 1 Bst. a AuG entspricht) bildet den Oberbegriff  für  die  Gesamtheit  der  polizeilichen  Schutzgüter.  Sie  umfasst  unter  anderem  die  Unverletzlichkeit  der  objektiven  Rechtsordnung;  deren  Verletzung  ist  namentlich  gegeben  bei  erheblichen  oder  wiederholten  Verstössen gegen gesetzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen  sowie  bei  Nichterfüllung  öffentlichrechtlicher  oder  privatrechtlicher  Verpflichtungen  (Botschaft, a.a.O., 3809; vgl. auch Art. 80 Abs. 1 Bst. a  und b der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt 

C­179/2010 und  Erwerbstätigkeit  [VZAE,  SR  142.201]  sowie  RAINER  J.  SCHWEIZER/PATRICK SUTTER/NINA WIDMER, in: Rainer J. Schweizer [Hrsg.],  Sicherheits­ und Ordnungsrecht des Bundes, SBVR Bd. III/1, Basel 2008,  Teil B, Rz. 13 mit Hinweisen). 6. 6.1.  In  der  angefochtenen  Verfügung  wird  der  Beschwerdeführerin  insbesondere vorgeworfen, sich rechtswidrig  in der Schweiz aufgehalten  zu  haben.  Aus  den  Akten  geht  hervor,  dass  sie  sich  nach  Ablauf  der  Ausreisefrist (13. März 2006) bis zu ihrer Ausschaffung am 8. Dezember  2009  unbestrittenermassen  weiterhin  in  der  Schweiz  aufhielt.  Ihr  Aufenthalt ist als rechtswidrig im Sinne von Art. 115 Abs. 1 Bst. b AuG zu  bezeichnen (zum entsprechenden bis zum 31. Dezember 2007 geltenden  Art.  23  Abs.  1  al.  4  ANAG  vgl.  VALENTIN  ROSCHACHER,  Die  Strafbestimmungen  des  Bundesgesetzes  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  vom  26.  März  1931  [ANAG],  Diss.  Chur/Zürich  1991,  S.  42  ff.).  Die  Beschwerdeführerin  wurde  deswegen  auch strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Es steht ausser Zweifel,  dass  sie  durch  das  Nichtbefolgen  der  behördlich  angesetzten  Ausreisefrist  und  den  illegalen  Aufenthalt  von  drei  Jahren  und  knapp  neun  Monaten  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  in  der  Schweiz verstossen hat (vgl. Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG).  Dass  die  Beschwerdeführerin  nachweislich  wiederholt  gegen  die  öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat, zeigt sich auch daran,  dass sie während ihres Aufenthaltes hierzulande wiederholt strafrechtlich  zur  Verantwortung  gezogen  werden musste.  Mit  Bussenverfügung  vom       30.  Juni  2006  wurde  sie  wegen  Widerhandlung  gegen  das  Transportgesetz  mit  Fr.  60.­­  gebüsst.  Am  9.  Mai  2007  erliess  das  Bezirksamtes  Kreuzlingen  eine  Strafverfügung  wegen  rechtswidriger  Ausreise  ausserhalb  einer  amtlich  zugelassenen  Grenzübergangsstelle  und bestrafte sie mit einer Busse von Fr. 150.­­. Mit Strafverfügung vom  30.  Januar  2008  wurde  die  Beschwerdeführerin  vom  Bezirksamt  Kreuzlingen  wegen  Missachtung  einer  Massnahme  schuldig  befunden  und zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.­­ bestraft. Am 7.  Januar 2010 verurteilte der Vizestatthalter des Bezirksamtes Kreuzlingen  die  Beschwerdeführerin wegen  rechtswidrigen Aufenthalts  begangen  im  Jahre  2009  zu  einer  unbedingten  Freiheitsstrafe  von  sechs  Monaten.  Zudem wurde sie am 26. Januar 2006 bei der Kantonspolizei St. Gallen  wegen Ladendiebstahls  angezeigt. Die Regelmässigkeit mit welcher  die 

C­179/2010 Beschwerdeführerin  strafrechtlich  in  Erscheinung  getreten  ist,  bzw.  die  wiederholten Verstösse  lassen darauf schliessen, dass sie offensichtlich  nicht willens oder  in der Lage  ist, sich über einen  längeren Zeitraum an  die geltende Ordnung zu halten (vgl. Botschaft a.a.O., 3809).  Die  Beschwerdeführerin  macht  dagegen  geltend,  durch  die  bevorstehende  Heirat  mit  ihrem  in  der  Schweiz  niedergelassenen  Verlobten  und  den  darauffolgenden  Familiennachzug  würden  keinerlei  Anhaltspunkte und Gefahren bestehen, dass sie sich erneut illegal in der  Schweiz  aufhalten  und  andere  Straftaten  begehen  würde.  Von  einer  allfälligen Heirat mit einer in der Schweiz niedergelassenen Person kann  die Beschwerdeführerin jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten, ist eine  Heirat doch nicht Garant dafür, keine Straftaten zu begehen.  Nach  dem  oben  Dargelegten  (vgl.  E.  5.2)  hat  die  Beschwerdeführerin  damit  im  mehrfacher  Hinsicht  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung (Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG) verstossen.  6.2.  Hinzu  kommt,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  Ausschaffungs­  und  Durchsetzungshaft  genommen  und  ausgeschafft  werden  musste,  weshalb  sie  auch  diesbezüglich  Gründe  für  die  Verhängung  einer  Fernhaltemassnahme gesetzt hat (vgl. Art. 67 Abs. 2 Bst. c AuG). 6.3.  6.3.1.  Die  Vorinstanz  begründet  das  verhängte  Einreiseverbot  weiter  damit, die Beschwerdeführerin habe durch die Ausschaffung Sozialkosten  verursacht.  Die  Beschwerdeführerin  bringt  dagegen  vor,  dass  bei  einer  erneuten Einreise keine Sozialhilfekosen mehr entstehen würden, da  ihr  zukünftiger Ehemann allfällige Kosten übernehmen würde. 6.3.2.  Die  Botschaft  führt  hierzu  aus,  ein  Einreiseverbot  solle  insbesondere dann angeordnet werden, wenn die Gefahr bestehe, dass  bei  einer  Wiedereinreise  erneut  Sozialhilfe­  und  Rückreisekosten  entstünden  (vgl.  Botschaft,  a.a.O.,  3813).  Eine  Fernhaltemassnahme  kann danach gegen mittellose ausländische Personen verhängt werden,  welche  bereits  Sozialhilfekosten  verursacht  haben,  da  in  diesen  Fällen  die Gefahr besteht, dass sie erneut auf sozialhilferechtliche Unterstützung  angewiesen  sein  könnten.  Ob  eine  solche  Gefahr  besteht,  lässt  sich  naturgemäss  nur  anhand  einer  Prognose  beurteilen,  die  sich  auf  das  bisherige Verhalten der ausländischen Person abstützt.

C­179/2010 6.3.3.  Die  Beschwerdeführerin  wurde  zur  Finanzierung  ihres  Lebensunterhalts  in  der  Schweiz  von  der  Sozialhilfe  unterstützt.  Nach  Ablehnung  ihres  Asylgesuchs  bezog  sie  regelmässig  Nothilfe.  Sie  war  während  ihres  mehrjährigen  illegalen  Aufenthalts  denn  auch  kurze  Zeit  untergetaucht  und  wurde  offensichtlich  von  ihrem  Verlobten  finanziell  unterstützt.  Unbestritten  ist  ferner,  dass  die  Ausschaffungs­  und  Durchsetzungshaft  und  ihre  Rückschaffung  hohe  Kosten  verursacht  haben.  Es  besteht  daher  die  ernstzunehmende  Gefahr,  dass  die  Beschwerdeführerin  im Falle einer Wiedereinreise erneut entsprechende  Kosten  verursachen  würde.  Das  Vorbringen,  ihr  zukünftiger  Ehemann  werde  für  allfällige  Kosten  bei  einer  Wiedereinreise  aufkommen,  ist  unbehelflich,  da  eine  Heirat  mit  einer  in  der  Schweiz  niedergelassenen  Person die mögliche Verursachung von Sozialkosten nicht  ausschliesst.  Damit  ist  auch  diese  Voraussetzung  für  die  Verhängung  eines  Einreiseverbots als erfüllt zu betrachten (vgl. Art. 67 Abs. 2 Bst. b AuG).  7. Es  bleibt  zu  prüfen,  ob  die  Massnahme  in  richtiger  Ausübung  des  Ermessens  ergangen  und  angemessen  ist.  Der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  steht  dabei  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt  ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Massnahme  einerseits  und  den  von  der  Massnahme  beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  Betroffenen  andererseits.  Die  Stellung  der  verletzten  oder  gefährdeten Rechtsgüter,  die Besonderheit des ordnungswidrigen Verhaltens und die persönlichen  Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei den Ausgangspunkt  der Überlegungen  (vgl. statt vieler HÄFELIN  / MÜLLER  / UHLMANN, a.a.O.,  Rz. 613 ff.). 7.1. Wie  dargelegt  hat  die  Beschwerdeführerin  nicht  unerheblich  gegen  ausländerrechtliche  Vorschriften  verstossen.  Das  generalpräventiv  motivierte  öffentliche  Interesse,  die  gesetzliche  Ordnung  durch  eine  konsequente Massnahmenpraxis gegenüber ausländischen Personen zu  schützen,  ist  gewichtig.  Im  vorliegenden  Fall  treten  spezialpräventive  Gründe  hinzu.  Diesbezüglich  ist  insbesondere  zu  berücksichtigen,  dass  die  Beschwerdeführerin  sich  unter  Angabe  einer  falschen  Identität  während  mehrerer  Jahre  rechtswidrig  in  der  Schweiz  aufgehalten  hat,  ohne sich um die  Illegalität  ihrer Anwesenheit zu kümmern und  freiwillig  Konsequenzen daraus zu ziehen. So widersetzte sie sich einer behördlich  angesetzten  Ausreisefrist  und  musste  in  Ausschaffungs­  und  Durchsetzungshaft  genommen  werden,  was  hohe  Kosten  verursachte. 

C­179/2010 Mitzuberücksichtigen dabei  ist  auch die Missachtung einer behördlichen  Massnahme, wegen welcher sie mit Strafverfügung vom 30. Januar 2008  vom Bezirksamt Kreuzlingen  für schuldig befunden wurde.  Ihr Verhalten  vermittelt  ganz  allgemein  das  Bild  einer  Geringschätzung  hiesiger  Konventionen und Gesetzesnormen.  Insofern  sind die Voraussetzungen  von  Art.  67  Abs.  3  2.  Satz  erfüllt.  Sowohl  aus  general­  wie  aus  spezialpräventiven  Überlegungen  besteht  daher  ein  erhebliches  öffentliches  Interesse  daran,  sie  mit  einem  Einreiseverbot  von  der  verhängten Dauer zu belegen. 7.2. Persönliche Interessen können in diesem Verfahren in der Beziehung  der  Beschwerdeführerin  zu  ihrem  in  der  Schweiz  niedergelassenen  Verlobten  erblickt werden. Die Beschwerdeführerin macht  diesbezüglich  geltend,  das  Einreiseverbot  bis  2015  komme  einem  faktischen  Ehehindernis  gleich  und  verunmögliche  ihr  die  Eheschliessung  in  der  Schweiz,  was  gegen  Art.  12  EMRK  verstosse.  Weiter  stelle  das  Einreiseverbot  ein  Verbot  gemeinsamen  Familienlebens  dar  und  verstosse somit gegen Art. 8 EMRK. Diese Rügen sind, wie sich aus den  nachstehenden Erwägungen ergeben wird, unbegründet: Im vorliegenden  Zusammenhang  können  allfällige  Einschränkungen  des  Privat­  bzw.  Familienlebens  der  Beschwerdeführerin  aufgrund  sachlicher  bzw.  funktioneller  Unzuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  Verfahrensgegenstand sein, soweit sie auf das Fehlen eines dauerhaften  Aufenthaltsrechts  in  der  Schweiz  zurückzuführen  sind  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts                   C­4509/2009 vom 7. Januar 2010  E.  7.3  mit  Hinweisen).  Die  Erteilung  von  Aufenthaltsbewilligungen  fällt  grundsätzlich  in  die  Zuständigkeit  der  Kantone,  wobei  im  Falle  einer  Bewilligungserteilung  auch  das  bestehende  Einreiseverbot  aufzuheben  wäre  (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_793/2008 vom 27. März 2009  E.  3.2  sowie  bereits  schon  2A.141/2002  vom  19.  Juli  2002  E.  1.4,  eingehender  2C_473/2008  vom  November  2008  E.  2.3).  Dies  hat  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  –  trotz  klaren  Hinweises  der  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  8.  März  2010  –  eindeutig  übersehen.  Eine Aufhebung oder Herabsetzung der Einreisesperre käme jedoch erst  im  Falle  einer  Eheschliessung  in  Frage.  Sollte  die  Eheschliessung  aus  besonderen Gründen nur  in der Schweiz stattfinden können,  könnte die  zuständige  Behörde  die  Wirkung  der  Fernhaltemassnahme  zu  diesem  Zweck  für  begrenzte  Zeit  zudem  vorgängig  aussetzen  (Art.  67  Abs.  5  AuG). 

C­179/2010 8. Aus diesen Erwägungen folgt, dass sich die angefochtene Verfügung im  Ergebnis  als  rechtmässig  erweist  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist  daher abzuweisen. 9. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin  die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 800.­­  festzusetzen  (Art.  1,  Art.  2  und  Art.  3  Bst.  b  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dispositiv nächste Seite

C­179/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  800.­­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  am  2.  Februar  2010  geleisteten  Kostenvorschuss gleicher Höhe verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben) – die Vorinstanz (Ref. Nr.: […]) – das Migrationsamt des Kantons St. Gallen (Ref. Nr.: […]) – das Migrationsamt des Kantons Thurgau (Ref. Nr.: […]) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Antonio Imoberdorf Mirjam Angehrn Versand:

C-179/2010 — Bundesverwaltungsgericht 08.08.2011 C-179/2010 — Swissrulings