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Bundesverwaltungsgericht 10.05.2011 B-7311/2010

10 maggio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,593 parole·~13 min·2

Riassunto

Markenschutz (Übriges) | Antrag auf Widerruf der im Markenregister eingetragenen Übertragung der Schweizer Marke Nr. 584 950 ALPENSWISS ((fig.))

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­7311/2010 Urteil   v om   1 0 .  Ma i   2011   Besetzung Richter David Aschmann (Vorsitz), Richterin Maria Amgwerd, Richter Hans Urech, Gerichtsschreiber Said Huber. Parteien Wick Käse GmbH, Dorfstrasse 44, 8717 Benken SG, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Oberholzer, (…), Beschwerdeführerin,  gegen Alpenswiss AG, Hauptstrasse 4a, 9556 Affeltrangen, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Auer,  (…), Beschwerdegegnerin,  Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, (…),  Vorinstanz. Gegenstand Antrag auf Widerruf der im Markenregister eingetragenen  Übertragung der Schweizer Marke Nr. 584 950  ALPENSWISS [fig.].

B­7311/2010 Sachverhalt:  A.  A.a Die Wick Käse GmbH liess am 31. März 2009 die Marke Nr. 584 950  ALPENSWISS [fig.]  für Käse aus den Schweizer Alpen  in der Klasse 29  in das schweizerische Markenregister eintragen. Die Marke hat folgendes Aussehen: A.b  Am  13.  Mai  2009  unterzeichnete  Karl  Wick,  einzelzeichnungsberechtigter Geschäftsführer der Wick Käse GmbH, eine  "unwiderrufliche  Erklärung",  in  welcher  die  Übertragung  der  Marke  ALPENSWISS  [fig.]  an  die  Alpenswiss  AG  vorgesehen  war.  Diese  Übertragung  der  Marke  ALPENSWISS  [fig.]  wurde  davon  abhängig  gemacht,  dass  Urban  Hinder,  Verwaltungsrat  der  Alpenswiss  AG  mit  Einzelunterschrift,  der  Wick  Käse  GmbH  den  Kaufpreis  für  die  Marke  ALPENSWISS  [fig.]  überweise,  ansonsten  alle  gegenseitigen  Verpflichtungen dahinfielen. Die Erklärung enthält insgesamt neun Ziffern,  in  welchen  ferner  auch  zukünftige  Geschäftsbeziehungen  zwischen  der  Alpenswiss AG und der Wick Käse GmbH geregelt werden. A.c  Am  1.  Juni  2009  beantragte  die  Alpenswiss  AG  dem  Institut  für  Geistiges Eigentum (IGE), die Alpenswiss AG als alleinige Inhaberin der 

B­7311/2010 Marke ALPENSWISS [fig.] in das Markenregister einzutragen. Sie stützte  sich dabei auf die "unwiderrufliche Erklärung" sowie auf eine Bestätigung  der  Sparkasse  Memmingen­Lindau­Mindelheim,  wonach  die  in  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  von  der  Wick  Käse  GmbH  geforderte  Summe fristgerecht überwiesen worden war. A.d  Gestützt  auf  diesen  Antrag  nahm  das  IGE  per  1.  Juni  2009  die  Eintragung  der  Alpenswiss  AG  als  neue  Inhaberin  der  Marke  ALPENSWISS [fig.] vor.  A.e Am 8. Dezember  2009  beantragte  die Wick Käse GmbH beim  IGE  den  Widerruf  der  erfolgten  Eintragung  der  Übertragung  der  Marke  ALPENSWISS  [fig.]  vom  1.  Juni  2009  sowie  die  Herausgabe  der  dafür  vorgelegten Akten. Das IGE gab die betreffenden Akten heraus, widerrief  jedoch die Eintragung der Übertragung der Marke im Register nicht.  A.f  Am  27.  Januar  2010  forderte  die  Wick  Käse  GmbH  das  IGE  ein  zweites  Mal  auf,  die  Eintragung  der  Markenübertragung  zu  widerrufen.  Die  Wick  Käse  GmbH  machte  geltend,  die  "unwiderrufliche  Erklärung"  vom  13.  Mai  2009  sei  nur  von  Karl  Wick  in  seiner  Eigenschaft  als  Privatperson, nicht hingegen in seiner Eigenschaft als Vertreter der Wick  Käse GmbH unterzeichnet worden. Somit habe keinerlei Willenserklärung  der Wick Käse GmbH zur Übertragung der Marke an die Alpenswiss AG  vorgelegen. Zudem sei dem Antrag auf Eintragung der Übertragung der  Marke  nur  auf  einseitiges  und  ungerechtfertigtes  Begehren  der  angeblichen Erwerberin stattgegeben worden, was unzulässig sei. A.g Das IGE forderte die Alpenswiss AG am 15. Februar 2010 auf, innert  Frist zum Widerrufsgesuch der Wick Käse GmbH Stellung zu nehmen. A.h  Am  6.  April  2010  beantragte  die  Alpenswiss  AG  dem  IGE,  das  Gesuch  der Wick  Käse  GmbH  sei  abzuweisen  und  die  Eintragung  der  Übertragung der Marke ALPENSWISS  [fig.]  sei nicht  zu widerrufen. Zur  Begründung  wurde  geltend  gemacht,  dass  nicht  Karl  Wick  als  Privatperson die "unwiderrufliche Erklärung" unterzeichnet habe, sondern  diese  Erklärung  sei  dahingehend  zu  verstehen,  dass  die  Wick  Käse  GmbH  selbst  die  Übertragung  der  Marke  vorgenommen  habe.  Die  Alpenswiss  AG  habe  ihrerseits  alle  in  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  genannten Bedingungen vollumfänglich erfüllt, womit die Übertragung der  Marke vollzogen sei, was die Eintragung der Marke in das Register ohne  Weiteres rechtfertige.

B­7311/2010 B.  Mit  Verfügung  vom  7.  September  2010  wies  das  IGE  das  Gesuch  auf  Rückeintragung der Marke ALPENSWISS [fig.] an die Wick Käse GmbH  ohne Kostenfolge ab. Zur Begründung  führte das  IGE aus, Art. 17 des Markenschutzgesetzes  vom 28. August 1992 (MSchG, SR 232.11) berechtige den Inhaber einer  Marke  für  Waren  oder  Dienstleistungen,  für  die  sie  beansprucht  wird,  diese  ganz  oder  teilweise  zu  übertragen.  Die  Übertragung  bedürfe  gemäss Art. 17 Abs. 2 MSchG zu  ihrer Gültigkeit der schriftlichen Form,  wobei  es  nach  Art.  28  Abs.  1  der  Markenschutzverordnung  vom  23. Dezember 1992  (MSchV, SR 232.111) genüge, dass der Antrag auf  Eintragung  der  Übertragung  vom  Erwerber  der  Marke  allein  gestellt  werde. Nach Art. 28 Abs. 1 Bst. a MSchV habe ein gültiger Antrag eine  ausdrückliche  Erklärung  des  bisherigen  Inhabers  oder  eine  andere  genügende  Urkunde,  nach  der  die  Marke  auf  den  Erwerber  übergegangen  ist,  zu enthalten. Die  "unwiderrufliche Erklärung" sei eine  solche  ausdrückliche  Erklärung.  Damit  sei  die  Eintragung  der  Übertragung der Marke ALPENSWISS [fig.] zu Recht erfolgt.  C.  Mit  Eingabe  vom  11.  Oktober  2010  erhob  die  Wick  Käse  GmbH  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  Beschwerde  ans  Bundesverwaltungsgericht.  Sie beantragt: "1. Die Verfügung des Instituts für Geistiges Eigentum vom 7. September  2010 sei aufzuheben. 2. Die Übertragung der CH­Marke Nr.  584 950 ALPENSWISS  [fig.]  auf  die Beschwerdegegnerin vom 1. Juni 2009 sei zu widerrufen und es sei  wiederum die Beschwerdeführerin  als  Inhaberin  der CH­Marke Nr.  584  950 ALPENSWISS [fig.] im Markenregister einzutragen. 3.  Unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolgen  zu  Lasten  der  Beschwerdegegnerin, eventualiter zu Lasten des Staates." Zur  Begründung  trägt  sie  vor,  die  "unwiderrufliche  Erklärung"  vom  13. Mai 2009  vermöge den Formvorschriften  von Art.  17 MSchG  für  die  Übertragung  einer  Marke  nicht  zu  genügen.  Es  sei  vielmehr  von  der  Ungültigkeit  der Erklärung  auszugehen. Die  zur Vertretung  einer GmbH  befugte Person habe so zu zeichnen, dass sie der Firma der Gesellschaft 

B­7311/2010 ihre  Unterschrift  beifüge.  Eine  solche  Firma  habe  auf  der  "unwiderruflichen Erklärung" gefehlt. Eine andere genügende Urkunde im  Sinne  von  Art.  28  Abs.1  Bst.  a  MSchV  sei  ebenfalls  nicht  vorhanden.  Zudem  habe  das  IGE  dem  Antrag  auf  Übertragung  der  Marke  auf  nur  einseitiges  Begehren  der  angeblichen  Erwerberin  stattgegeben,  was  unzulässig sei.  D.  Mit Schreiben vom 15. November 2010 verzichtete das IGE (nachfolgend:  Vorinstanz)  auf  Einreichung  einer  Stellungnahme  und  beantragte  unter  Hinweis  auf  die  Begründung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen.  E.  Am  19.  November  2010  beantragte  die  Alpenswiss  AG  (nachfolgend:  Beschwerdegegnerin)  in  ihrer  Stellungnahme  ebenfalls  die  Abweisung  der Beschwerde: Die "unwiderrufliche Erklärung" sei von der Beschwerdeführerin und nicht  von  der  Privatperson  Karl  Wick  unterzeichnet  worden  und  es  habe  durchaus  eine  Übertragungserklärung  der  Marke  ALPENSWISS  [fig.]  seitens  der  Beschwerdeführerin  vorgelegen.  Dies  ergebe  sich  aus  den  gesamten Umständen ebenso wie aus der Tatsache, dass der Kaufpreis  an  die  Beschwerdeführerin  überwiesen  worden  sei.  Zudem  sei  nicht  erforderlich,  dass  der  Markenerwerber  die  Übertragungserklärung  einer  Marke  unterzeichnen  müsse,  sondern  es  genüge  vielmehr  die  Unterschrift des Markenveräusserers. Weiter seien die Voraussetzungen  für einen Widerruf nicht gegeben, denn ein solcher komme nur bei einer  materiell fehlerhaften Verfügung in Frage. F.  Auf  die  erwähnten  und  weitere  Vorbringen  wird,  soweit  sie  rechtserheblich sind, in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Ob  die  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind  und  auf  eine  Beschwerde  einzutreten ist, hat das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und  mit freier Kognition zu prüfen (vgl. BGVE 2007/6 E. 1 S. 45). 

B­7311/2010 1.1.  Der  Entscheid  der  Vorinstanz  vom  7.  September  2010  stellt  eine  Verfügung  im  Sinne  von  Art.  5  Abs.  1  Bst.  c  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021) dar. 1.2. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden  gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zuständig  (Art.  31,  32  und  33  Bst.  e  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).  1.3.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen,  ist  als  Adressatin  der  angefochtenen  Verfügung  durch  diese  beschwert  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  ihrer  Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie  ist daher zur  Beschwerdeführung legitimiert. 1.4.  Die  Beschwerde  wurde  in  der  gesetzlichen  Frist  und  formgerecht  erhoben  (Art.  50  Abs.  1  und  52  Abs.  1  VwVG),  der  Kostenvorschuss  wurde  fristgerecht bezahlt  (Art. 63 Abs. 4 VwVG), der Vertreter hat sich  rechtsgenüglich  ausgewiesen  (Art.  11  VwVG)  und  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwvG).  Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.  Nach Art.  17 Abs.  1 MSchG kann der Markeninhaber die Marke  für  die  Waren  oder  Dienstleistungen,  für  die  sie  beansprucht  wird,  ganz  oder  teilweise übertragen.  2.1.  Der  Antrag  auf  Eintragung  der  Übertragung  der  Marke  in  das  Register ist vom bisherigen Markeninhaber oder vom Erwerber zu stellen  und  umfasst  gemäss  Art.  28  Abs.  1  Bst.  a  MSchV  eine  ausdrückliche  Erklärung des bisherigen Inhabers oder eine andere genügende Urkunde,  nach der die Marke auf den Erwerber übergegangen ist.  2.2.  Liegt  der  Vorinstanz  ein  Antrag  auf  Eintragung  einer  Markenübertragung  vor,  beschränkt  sich  ihre  Prüfungsbefugnis  auf  die  Frage,  ob die  vorgelegten Urkunden eine genügende Grundlage  für  die  sichere  Registerführung  bilden.  Die  Prüfungsbefugnis  ist  somit  rein  formaler  Natur.  Die  Vorinstanz  hat  nicht  zu  entscheiden,  wer  rechtmässiger Inhaber ist. Sind die Urkunden zu wenig spezifisch, so hat  die  erwerbende  Partei  eine  zweifelsfreie  Zustimmungserklärung  der 

B­7311/2010 übertragenden  Partei  einzuholen.  Wenn  auch  dies  zu  keiner  Klärung  führt,  bleibt  der  Entscheid  dem  Zivilrichter  vorbehalten  (Entscheid  der  Eidgenössischen Rekurskommission  für  das Geistige  Eigentum  [RKGE]  vom 24. Oktober 2006 in sic! 6/2007, S. 453 ff.).  Auf dem Antrag müssen insbesondere der Name und Vorname oder die  Firma  sowie  die  Adresse  des  Erwerbers  und  gegebenenfalls  seines  Vertreters ersichtlich sein (Art. 28 Abs. 1 Bst. b MSchV).  Da der Antrag sowohl  vom Veräusserer als auch vom Erwerber gestellt  werden  kann  (vgl.  Art.  28  Abs.  1 MSchV),  ist  der  einseitige  Antrag  auf  Eintragung  der  Übertragung  der  Marke  durch  die  Beschwerdegegnerin  als  angebliche  Erwerberin  nicht  zu  beanstanden.  Dies  hat  auch  die  Vorinstanz  zutreffend  erkannt.  Die  entsprechende  Kritik  der  Beschwerdeführerin ist insofern unbegründet.  3.  3.1.  Im  Wesentlichen  ist  Folgendes  strittig:  Die  Beschwerdeführerin  ist  der Meinung, sie habe weder eine ausdrückliche Erklärung im Sinne von  Art.  28  Abs.  1  Bst.  a  MSchV  abgegeben,  noch  liege  eine  andere  genügende Urkunde vor, die den Eintrag einer Markenübertragung in das  Register  rechtfertige.  Sie  führt  aus,  die  "unwiderrufliche  Erklärung"  sei  lediglich  von  der  Privatperson  Karl  Wick,  nicht  aber  von  der  Beschwerdeführerin  selbst  unterzeichnet  worden.  Damit  sei  der  Eintrag  einer  Übertragung  der  Marke  ALPENSWISS  [fig.]  an  die  Beschwerdegegnerin zu Unrecht erfolgt.  Demgegenüber vertritt die Beschwerdegegnerin die Auffassung, es liege  unzweideutig  eine  ausdrückliche Erklärung  der  Beschwerdeführerin  vor,  in  der  die  Abtretung  der  Marke  ALPENSWISS  [fig.]  an  die  Beschwerdegegnerin  erfolgt  sei,  womit  der  Registereintrag  rechtsgültig  sei. 3.2.  Die  Markenübertragung  gilt  nach  herrschender  Lehre  als  ein  Rechtsgeschäft sui generis. Daher finden weder das Zessionsrecht noch  die Regeln der sachenrechtlichen Tradition direkte Anwendung (GREGOR  BÜHLER,  in:  Noth/Bühler/Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz,  Bern 2009, N. 8 zu Art. 17 MSchG).  3.3. Die gültige Übertragung des Rechts an einer Marke setzt  zunächst  den  Abschluss  eines  Verpflichtungsgeschäfts  und  anschliessend  eine 

B­7311/2010 entsprechende  Verfügung  voraus.  Im  Rahmen  des  Verpflichtungsgeschäfts verpflichtet sich der Inhaber der Marke, dieselbe  auf  den  Erwerber  zu  übertragen.  Dieses  Verpflichtungsgeschäft  zeitigt  lediglich  obligatorische  Wirkungen  und  kann  formfrei  abgeschlossen  werden  (Entscheid  der  RKGE  vom  24. Oktober  2006  in  sic!  6/2007,  S.  453 ff.).  3.3.1. Die dingliche Übertragung einer Marke erfolgt hingegen erst in der  Verfügungsurkunde.  Für  den  Eigentumserwerb  an  der  Marke  ist  eine  Eintragung  im  Markenregister  nicht  erforderlich  und  ein  Registereintrag  hat nur deklaratorischen Charakter. Der Vertrag über die Abtretung einer  Marke  muss  nach  Art.  17  Abs.  2  MSchG  schriftlich  abgeschlossen  werden.  Sobald  der  Veräusserer  die  Verfügungsurkunde  unterzeichnet  hat, ist die Übertragung abgeschlossen (BÜHLER, a.a.O., N. 23 zu Art. 17  MSchG).  3.3.2.  Die  Anforderungen  an  die  Schriftlichkeit  der  Verfügungsurkunde  richten  sich  nach  den  Art.  12­15  des  Obligationenrechts  vom  30.  März  1911  (OR, SR 220), wobei die Unterschrift  des Markenveräusserers bei  der  Markenübertragung  entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  genügt  (CHRISTOPH  WILLI,  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum  schweizerischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäischen  und internationalen Markenrechts, Zürich 2002, N. 9 zu Art. 17 MSchG).  Gemäss  herrschender  Lehre  ist  bei  der  Übertragung  von  Immaterialgüterrechten  vom  Kausalitätsprinzip  auszugehen  (BÜHLER,  a.a.O., N. 26 zu Art. 17 MSchG mit Hinweisen). Dies bedeutet, dass bei  Dahinfallen  des  Verpflichtungsgeschäfts  auch  der  Grund  für  die  Verfügung  entfällt  und  das  Recht  an  der  Marke  ex  tunc  an  den  Veräusserer zurückfällt. In  der  Praxis  fallen  Verpflichtungs­  und  Verfügungsgeschäft  typischerweise zusammen (BÜHLER, a.a.O., N. 25 zu Art. 17 MSchG).  3.4.  Ob  die  Vorinstanz  in  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  eine  rechtsgenügliche  ausdrückliche  Erklärung  oder  eine  andere  genügende  Urkunde  gemäss Art.  28 Abs.  1 Bst.  a MSchV  erblicken  durfte,  um  die  Eintragung  vornehmen  zu  können,  ist  die  im  Wesentlichen  strittige  Hauptfrage, auf die nachfolgend einzugehen ist. 

B­7311/2010 Die  Beschwerdeführerin  ist  der  Ansicht,  die  "unwiderrufliche  Erklärung"  genüge diesen Anforderungen nicht, es mangle ihr vielmehr an einer den  gesetzlichen Bestimmungen genügenden Schriftlichkeit.  3.4.1. Unter  der  Ziff.  1  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  wird  folgendes  festgehalten:  "Die, von Karl Wick in der Schweiz eingetragene Marke "Alpenswiss" wird an die  Firma Alpenswiss AG, Schweiz übertragen. Gleichzeitig bestätigen wir, dass die  Marke  "Alpenswiss"  von  Karl  Wick  resp.  der  Firmen  von  Wick  nirgends  im  Ausland  eingetragen  worden  ist  und  auch  keinerlei  derartige  Bemühungen  laufen."  Ziff. 5 lautet wie folgt:  "Urban Hinder verpflichtet sich, die Summe von EUR (…) per sofort an die Wick  Käse GmbH zu überweisen (NB: ein Teilbetrag von EUR […] wurde am 29.04.09  an die Wick Käse GmbH überwiesen)." Weiter wird im drittletzten Absatz festgehalten:  "Karl  Wick  verpflichtet  sich  ausdrücklich,  unmittelbar  und  unwiderruflich  nach  Erhalt der zweiten Tranche der unter Punkt 5 erwähnten Summe von EUR (…)  die unter Punkt 1 erwähnte Übertragung vorzunehmen. (…)." Inhalt  dieser  Erklärung  ist  demnach  die  Übertragung  der  Marke  ALPENSWISS  [fig.],  sobald  der  Inhalt  der  Ziff.  5  –  die  Bezahlung  der  entsprechenden Summe – erfüllt ist.  Karl  Wick  ist  alleiniger  Geschäftsführer  der  Beschwerdeführerin  mit  Einzelzeichnungsberechtigung.  Neben  ihm  gibt  es  keine  weiteren  zeichnungsberechtigten  Personen.  Urban  Hinder  ist  Mitglied  des  Verwaltungsrates  der  Beschwerdegegnerin  und  hat  ebenfalls  eine  Einzelzeichnungsberechtigung.  3.4.2. Gemäss Art. 814 Abs. 1 OR ist jeder Geschäftsführer einer GmbH  zur  Vertretung  der  Gesellschaft  berechtigt.  Für  den  Umfang  und  die  Beschränkung  der  Vertretungsbefugnis  gelten  die  Bestimmungen  des  Aktienrechts. Damit kann der Geschäftsführer einer GmbH im Namen der  Gesellschaft  alle  Rechtshandlungen  vornehmen,  die  der  Zweck  der  Gesellschaft  mit  sich  bringen  kann  (Art.  718a  Abs.  1  OR).  Diese  Vorschrift  wird  in  Lehre  und  Rechtsprechung  weit  ausgelegt:  Als  Rechtshandlungen  sind  nicht  bloss  solche  zu  verstehen,  die  der  Gesellschaft nützlich sind oder  in  ihrem Betrieb gewöhnlich vorkommen; 

B­7311/2010 erfasst sind vielmehr ebenfalls ungewöhnliche Geschäfte, sofern sie auch  nur  möglicherweise  im  Gesellschaftszweck  begründet  sind,  das  heisst,  durch  diesen  zumindest  nicht  geradezu  ausgeschlossen  werden  (BGE  111 II 284 E. 3b, BGE 96 II 439 E. 3b, je mit Hinweisen; ARTHUR MEIER­ HAYOZ/PETER  FORSTMOSER,  Schweizerisches  Gesellschaftsrecht,  10.  Aufl., Bern 2007, S. 491).  3.4.3.  Die  Veräusserung  einer  im  Gesellschaftsvermögen  gehaltenen  Marke dürfte  zwar  innerhalb dieses weit  umschriebenen Rahmens nicht  gerade ein gewöhnliches Tagesgeschäft sein, jedoch schliesst der Zweck  der Wick Käse GmbH eine derartige Transaktion auch nicht geradezu aus  (Gemäss  Internet­Auszug  des Handelsregisters  des  Kantons  St.  Gallen  lautet  der  Zweck  wie  folgt:  "Handel  mit  Käse  und  Milchprodukten,  Erbringung  von  Dienstleistungen  und  Beratungsleistungen  im  Bereiche  Herstellung  von  und  Handel  mit  Milch­  und  Käseprodukten  sowie  Produktion  von  Halbfabrikaten  für  Milch­  und  Käseprodukte.  Die  Gesellschaft  kann  im  In­  und  Ausland  Zweigniederlassungen  errichten,  sich an andern Unternehmungen des In­ und Auslandes beteiligen sowie  Grundstücke erwerben, verwalten und veräussern.").  Ein  Vorbehalt  nach  Art.  811  Abs.  1  OR,  wonach  bestimmte  Entscheidungen  der  Geschäftsführer  der  Gesellschafterversammlung  vorgelegt werden müssen, wenn die Statuten dies vorsehen, wird weder  von  der  Beschwerdeführerin  noch  von  der  Beschwerdegegnerin  behauptet. Insofern durfte die Vorinstanz Karl Wick als zur Vertretung der  Beschwerdeführerin berechtigten Geschäftsführer ansehen. 3.4.4.  In  diesem  Zusammenhang  beanstandet  die  Beschwerdeführerin,  Karl  Wick  habe  seiner  Unterschrift  die  Firma  der  Beschwerdeführerin  nicht  beigefügt,  weshalb  diese  auch  nicht  rechtsgültig  vertreten  worden  sei.  Zwar haben die zur Vertretung der Gesellschaft befugten Personen in der  Weise zu zeichnen, dass sie der Firma der Gesellschaft ihre Unterschrift  beifügen (Art. 814 Abs. 5 OR). Doch handelt es sich dabei um eine reine  Ordnungsvorschrift (ROLF WATTER, in: Honsell/Vogt/Watter [Hrsg.], Basler  Kommentar  zum Obligationenrecht  II,  Art.  530­1186 OR,  3. Aufl.,  Basel  2003,  N.  2  zu  Art.  719  OR).  Diese  besagt,  dass  zwar  die  Firmenbezeichnung  faksimiliert  sein  darf,  die  eigentliche  Unterschrift 

B­7311/2010 hingegen  eigenhändig  zu  sein  hat.  Im  Geschäftsverkehr  hat  die  Firmenbezeichnung der Eintragung im Handelsregister zu entsprechen.  Wo die Unterschrift den Erfordernissen von Art. 814 Abs. 5 OR nicht zu  entsprechen  vermag,  weil  beispielsweise  das  Vertretungsorgan,  wie  vorliegend, nur seine eigene Unterschrift unter ein Dokument gesetzt hat,  kann  eine  Vertretungswirkung  gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  OR  dennoch  eintreten,  wenn  aus  den  Umständen  erkennbar  wird,  dass  das  Vertretungsorgan  nicht  für  sich  selber,  sondern  eben  gerade  für  die  Gesellschaft  handelte  (WATTER,  a.a.O.,  N.  4  ff.  zu  Art.  719 OR; HENRY  PETER/FRANCESCA  CARADINI,  in:  Tercier/Amstutz  [Hrsg.],  Code  des  obligations II, Code des obligations art. 530­1186, Loi sur les bourses art.  22­33, avec une  introduction à  la Loi sur  la  fusion, Commentaire, Basel  2008, N. 3 zu Art. 719 OR).  3.5. Daher stellt sich die strittige Hauptfrage, ob die Vorinstanz zu Recht  annahm,  Karl  Wick  habe  nach  Art.  32  Abs.  2  OR  in  Vertretung  der  Beschwerdeführerin oder – wie die Beschwerdeführerin behauptet  – als  Privatperson  gehandelt,  als  er  die  "unwiderrufliche  Erklärung"  unterzeichnete.  Mit  dieser  Frage  eng  verbunden  ist  der  zweite  Streitpunkt,  ob  die  Vorinstanz  die  "unwiderrufliche  Erklärung"  als  ein  ausdrückliches  Verfügungsgeschäft  über  eine  Markenübertragung  auffassen durfte. Dazu  hält  die  Beschwerdegegnerin  fest,  die  gesamten  Umstände  sprächen  für  die  Vertretung  der  Beschwerdeführerin  durch  Karl  Wick,  wobei  der  Inhalt  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  nicht  anders  als  eine  formgültige Übertragung der  fraglichen Marke aufgefasst werden könne.  Ob dies tatsächlich der Fall ist, muss vorab geklärt werden, bevor auf die  Frage der Stellvertretung eingegangen werden kann. 3.5.1.  Der  Inhalt  eines  Vertrages  beurteilt  sich  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  (vgl.  BGE  118  II  365  f.)  in  erster  Linie  durch  subjektive  Auslegung,  das  heisst,  nach  dem  übereinstimmenden wirklichen Parteiwillen (Art. 18 Abs. 1 OR). Erst wenn  ein  solcher  unbewiesen  bleibt,  sind  zur  Ermittlung  des  mutmasslichen  Parteiwillens  die Erklärungen  der Parteien  so  auszulegen, wie  sie  nach  ihrem  Wortlaut  und  Zusammenhang  sowie  den  gesamten  Umständen  verstanden werden durften und mussten (BGE 113 II 49 E. 1a.). Während  das Bundesgericht  in seiner Rechtsprechung  früher das Vorliegen eines  Vertretungswillens  als  Voraussetzung  für  den  Eintritt  einer 

B­7311/2010 Vertretungswirkung  verlangt  hat,  kommt  es  nunmehr  nur  darauf  an,  ob  der  Dritte  nach  dem  Vertrauensprinzip  schliessen  musste  oder  durfte,  dass  ein  Handeln  in  fremdem Namen  vorliegt  (BGE  120  II  197  E.  2b).  Ausgangspunkt dabei  ist die Betrachtungsweise eines objektiv neutralen  und loyalen Dritten und wie dieser eine Erklärung unter Berücksichtigung  der  konkreten  Umstände  vernünftigerweise  verstehen  muss  (HEINZ  HAUSHEER/MANUEL JAUN, Die Einleitungstitel des ZGB, Bern 2003, N. 27  zu  Art.  2  ZGB).  Rechtliche  Grundlage  bildet  Art.  1  Abs.  1  OR  in  Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom  10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210).  Der  objektive  Sinn  ist  anhand  bestimmter  Beurteilungskriterien  zu  ermitteln. Dabei sind insbesondere der Wortlaut sowie die Systematik und  die  Entstehungsgeschichte  eines  Vertrages  von  grosser  Bedeutung,  ebenso wie der Vertragszweck sowie die gesamten Begleitumstände und  das  Verhalten  der  Parteien  nach  Vertragsschluss  (HAUSHEER/JAUN,  a.a.O.,  N. 30  ff.  zu  Art.  2  ZGB).  Eine  reine  Buchstabenauslegung  ist  unstatthaft (BGE 127 III 444 E. 1b).  3.5.2.  In  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  wird  offensichtlich  keine  Unterscheidung  zwischen  den  Privatpersonen  Karl  Wick  und  Urban  Hinder  sowie  deren  Eigenschaften  als  Geschäftsführer  der  jeweiligen  Gesellschaften  vorgenommen.  So  wird  in  der  Ziffer  1  Karl  Wick  als  Inhaber der Marke ALPENSWISS  [fig.] bezeichnet, was  im Widerspruch  zum  Registereintrag  vom  1.  Juni  2009  steht,  wonach  Inhaberin  dieser  Marke damals die Beschwerdeführerin war.  Auch  im  elektronischen  Geschäftsverkehr  der  beiden  Parteien,  welcher  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  vorausging,  werden  verwirrende  Parteibezeichnungen verwendet. In der E­Mail vom 12. Mai 2009 – einen  Tag  vor  der  Unterzeichnung  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  –  brachte  die  Beschwerdegegnerin  Präzisierungswünsche  zur  Ziffer  1  an,  was  ihr  eine  zeitaufwändige  Markenrecherche  im  Ausland  ersparen  sollte.  So  sollte  der  Zusatz  "resp.  den  Firmen  von Wick"  in  die  Ziffer  1  eingefügt  werden, was tatsächlich auch erfolgt ist.  In  derselben  "unwiderruflichen Erklärung"  verpflichtet  sich Urban Hinder  und nicht die Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführerin eine Summe  von EUR (…) zu überweisen. 

B­7311/2010 Ferner  hat  die  Beschwerdegegnerin  auf  dem  Antragsformular  an  die  Vorinstanz den Firmenstempel der schweizerischen AG benutzt. Auf dem  auf  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  gebrauchten  Firmenstempel  hingegen erscheint zwar dasselbe Bild, aber mit der Firma der deutschen  Alpenswiss GmbH.  Weiter wird unter der Ziffer 6 die Alpenswiss AG mit Alpenswiss GmbH  bezeichnet,  obwohl  nach  dem  Internet­Auszug  des  eidgenössischen  Handelsregisters in der Schweiz nur die Alpenswiss AG existiert. Auf dem  Antrag  auf  Eintragung  der  Übertragung  der  Marke  ALPENSWISS  [fig.]  hingegen  wird  als  Erwerberin  die  schweizerische  Alpenswiss  AG  angegeben. All  diese Umstände erlauben den Schluss,  dass,  obwohl  in  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  mehrfach  sowohl  die  deutsche  Alpenswiss  mit  dem  Firmenzusatz  GmbH  wie  auch  die  schweizerische  Alpenswiss AG genannt werden, die Übertragung an die schweizerische  Alpenswiss  AG  gewollt  war.  Dies  ergibt  sich  ohne  Weiteres  aus  dem  Antragsformular  auf  Eintragung  der  Markenübertragung  der  Beschwerdegegnerin, welches diese eigenhändig mit dem Firmenstempel  versehen  und  unterschrieben  hat.  Von  den  Parteien  wird  denn  auch  nichts anderes behauptet. 3.5.3.  Angesichts  der  verwirrlichen  Parteibezeichnungen  stellt  sich  als  nächstes die Frage, ob die Vorinstanz die "unwiderrufliche Erklärung" als  ausdrückliche Übertragungserklärung im Sinne von Art. 28 Abs. 1 Bst. a  MSchV verstehen durfte.  Eine genügende Urkunde im Sinne von Art. 28 Abs. 1 Bst. a MSchV liegt  vor, wenn die schriftlichen Belege eine sichere Grundlage für die Führung  des Markenregisters in Bezug auf die Markeninhaber schaffen (Urteil des  Bundesgerichts 4A.1/2003 vom 4. Juli 2003 E. 3.4). Aus den schriftlichen  Belegen  muss  unter  anderem  hinreichend  klar  hervorgehen,  dass  der  bisher  Berechtigte  sein  Recht  an  der  Marke  auf  den  neuen  Inhaber  überträgt (LUCAS DAVID, Markenschutzgesetz, Muster­ und Modellgesetz,  2. Aufl.,  Basel  1999,  N.  14  zu  Art.  17  MSchG),  mithin,  dass  eine  Übertragungserklärung vorliegt.  Was  als  eine  ausdrückliche  Erklärung  oder  eine  andere  genügende  Urkunde gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. a MSchV zu erachten ist, wird auch  in  Art.  11  des  Markenrechtsvertrags  (Trademark  Law  Treaty)  vom  27. Oktober 1994  (TLT, SR 0.232.112.1) umschrieben.  Im Wesentlichen  stimmen die Anforderungen von Art. 11 TLT mit denjenigen von Art.  28 

B­7311/2010 Abs. 1 Bst. a MSchV überein: Art. 11 TLT verlangt nämlich alternativ nach  Wahl  des  Erwerbers  eine  (allenfalls  beglaubigte)  Kopie  des  Abtretungsvertrages  oder  einen  beglaubigten  Auszug  aus  dem  Übertragungsvertrag, woraus die Änderung der  Inhaberschaft  ersichtlich  ist  oder  eine  unbeglaubigte,  von  beiden  Parteien  unterzeichnete  Bestätigung,  die  bescheinigt,  dass  eine  Übertragung  der  betreffenden  Marke  bereits  stattgefunden  hat  oder  eine  unbeglaubigte,  von  beiden  Parteien unterzeichnete Erklärung, wonach hiermit die betreffende Marke  übertragen werde. In der Ziffer 1 der "unwiderruflichen Erklärung" wird eine Übertragung der  Marke ALPENSWISS  [fig.]  beschrieben.  Im drittletzten Absatz  hingegen  wird  lediglich  die  Verpflichtung  zu  der  in  der  Ziffer  1  erwähnten  Übertragung  im  Gegenzug  zur  Überweisung  der  Kaufsumme  geregelt.  Dies  steht  im Widerspruch  zur  Ziffer  1,  wo  die  Übertragung  der Marke  ALPENSWISS [fig.] ausdrücklich vorgenommen wird ("Die, von Karl Wick  in  der  Schweiz  eingetragenen  Marke  "Alpenswiss"  wird  an  die  Firma  Alpenswiss  AG,  Schweiz  übertragen.  […]").  Zwar  ist  die  Markenübertragung  tatsächlich  als  zweistufiges  Rechtsgeschäft  aufgebaut, jedoch folgt das Verfügungs­ dem Verpflichtungsgeschäft und  nicht umgekehrt. Vorliegend handelt es sich beim Verpflichtungsgeschäft  um  einen  Kaufvertrag,  da  eine  entgeltliche  Übertragung  der  Marke  ALPENSWISS [fig.] erfolgen soll. Auf ein solches Verpflichtungsgeschäft  sind die entsprechenden obligationenrechtlichen Vorschriften anwendbar  (BÜHLER,  a.a.O.,  N.  54  zu  Art.  17  MSchG),  vorliegend  also  die  kaufrechtlichen Bestimmungen von Art. 184 ff. OR. Nach Art. 184 Abs. 1  OR  verpflichtet  ein  Kaufvertrag  den  Verkäufer,  dem  Käufer  den  Kaufgegenstand  zu  übergeben  und  ihm  daran  das  Eigentum  zu  verschaffen, und den Käufer, dem Verkäufer den Kaufpreis zu bezahlen.  3.5.4.  Zu  berücksichtigen  ist,  dass  die  Unterscheidung  bei  der  Markenübertragung  in  ein  Verpflichtungs­  und  ein  Verfügungsgeschäft  eine  rechtliche  Spezialität  darstellt,  die  den  Parteien  offensichtlich  nicht  bekannt  war.  Angesichts  dieses  Umstandes  und  der  geschäftlichen  Korrespondenz vor der Unterzeichnung der  "unwiderruflichen Erklärung"  muss davon ausgegangen werden, dass die Parteien sich nicht  lediglich  zu  einer  Markenübertragung  verpflichten,  sondern  dass  sie  mit  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  über  das  Recht  an  der  Marke  verfügen,  mithin die Marke von der einen Partei an die andere übertragen wollten.  Dieser Befund wird  gestützt  durch  die Kaufpreiszahlung, welche  bereits  einen  Tag  nach  Unterzeichnung  der  "unwiderruflichen  Erklärung" 

B­7311/2010 geleistet  wurde.  Diese  Umstände  legen  nahe,  dass  die  Parteien  in  der  "unwiderruflichen Erklärung" sich kaufvertraglich verpflichten, unmittelbar  danach  aber  auch  das  Verfügungsgeschäft  vornehmen  wollten.  Denn  vom Wortlaut einer Erklärung ist trotz möglicher anderer Interpretationen  durchaus  auch  die  naheliegendste  Bedeutung  erfasst  (Urteil  des  Bundesgerichts  4A.1/2003  vom  4.  Juli  2003  E.  3.4).  Zudem  soll  die  Auslegung  nach  der  Systematik  bei  (Wertungs­)Widersprüchen  so  erfolgen,  dass  sie  einen  vernünftigen  Sinn  ergibt  (ERNST  A.  KRAMER/BRUNO  SCHMIDLIN,  Berner  Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht [Obligationenrecht], Bd. VI/1/1, Bern 1986, N. 22 ff. zu Art. 18  OR). Aufgrund  der  konkreten  Geschäftsbeziehungen  zwischen  den  Parteien  wäre daher  die Annahme,  dass  sich die  "unwiderrufliche Erklärung"  nur  auf  eine  Verpflichtung,  das  Recht  an  der  Marke  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  verschaffen  zu  wollen,  beziehe,  praxisfremd.  Aus  demselben  Grund  ist  zwischen  Karl  Wick  und  der  Beschwerdegegnerin  auch  kein  Vertrag zu Lasten Dritter gemäss Art. 111 OR anzunehmen, zumal eine  gültige  Markenübertragungsvereinbarung  angesichts  der  fehlenden  Verfügungsmacht von Karl Wick über die Marke ALPENSWISS [fig.] nicht  möglich  gewesen  wäre.  Vorliegend  beurkundete  die  "unwiderrufliche  Erklärung"  vernünftigerweise  nur  eine  Verfügung  bzw.  die  Übertragung  der Marke ALPENSWISS [fig.].  Aus diesen Gründen ging die Vorinstanz zu Recht davon aus, dass mit  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  nicht  nur  ein  Verpflichtungs­,  sondern  auch ein Verfügungsgeschäft über eine Markenübertragung gemeint war.  3.6. Steht nach diesen Ausführungen fest, dass die Vorinstanz aufgrund  der  gesamten Umstände  die  "unwiderrufliche Erklärung"  als  genügende  Urkunde für die erfolgte Markenübertragung an die Beschwerdegegnerin  auffassen durfte, ist die strittige Hauptfrage zu beantworten, ob Karl Wick  die  fragliche  Erklärung  als  Privatperson  oder  als  Vertreter  der  Beschwerdeführerin abgab. Die  Formvorschriften  von Art.  814 Abs.  5 OR wurden  vorliegend  in  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  bei  isolierter  Betrachtung  zwar  tatsächlich  nicht erfüllt, denn es fehlt an der Firma der Beschwerdeführerin. Anstelle  einer solchen Unterschrift  in Vertretung der Beschwerdeführerin liegt nur  die persönliche Unterschrift von Karl Wick vor.

B­7311/2010 Die  Beschwerdeführerin  führt  in  ihrer  Firma  den  Namen  "Wick".  Es  erscheint  offensichtlich,  dass  Karl  Wick,  der  die  Wick  Käse  GmbH  mit  gegründet hat, sich stark mit dem Unternehmen  identifiziert, was sich  in  der  Wahl  der  Firma  offenbart.  Eine  solche  emotionale  Bindung  an  die  Gesellschaft  ist  typisch  für  Kleinunternehmen.  Dass  bei  einer  Vertragsunterzeichnung  dann  das  Vertretungsorgan,  welches  einen  Namen  trägt,  der  auch  in  der  Firma  der  von  ihm  gegründeten  GmbH  auftaucht,  versehentlich  oder  unbewusst  persönlich  anstelle  der  oder  ohne  die  Firma  zeichnen  kann,  obwohl  die  GmbH  zu  vertreten  wäre,  entspricht allgemeiner Lebenserfahrung.  Daher ist die Vorinstanz auch in diesem Punkt vorliegend zu Recht davon  ausgegangen,  dass  der  hohe  Grad  der  persönlichen  Bindung  des  Gesellschafters an die Gesellschaft und die Identifizierung mit derselben  sich  im vorliegenden Fall auf die Zeichnungsart auswirkte, Karl Wick die  strittige  Übertragungserklärung  mithin  als  Vertreter  der  Beschwerdeführerin unterzeichnete. Die  Beschwerdeführerin  ist  auf  die  Produktion  von  und  den Handel mit  Käse  spezialisiert.  Es  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  rechtsgeschäftliche  Übertragung  einer  Marke  kein  alltägliches  Geschäft  im  Betrieb  der  Beschwerdeführerin  darstellt.  Dass  der  Vertreter  der  Beschwerdeführerin  über  keine  besonderen  juristischen  Kenntnisse  verfügt,  zeigen  die  laienhaften  Formulierungen  in  der  "unwiderruflichen  Erklärung" und die ungenauen Parteibezeichnungen. Daher sind an den  Inhalt der "unwiderruflichen Erklärung" nicht dieselben Anforderungen zu  stellen  wie  dies  beispielsweise  bei  der  Übertragungserklärung  einer  Marke unter Rechtskundigen der Fall wäre.  Auch  dies  erlaubt  im  Lichte  des  Vertrauensprinzips  zusammen mit  den  übrigen Umständen den Schluss, dass mit der Unterschrift von Karl Wick  nur die Vertretung der Beschwerdeführerin gemeint sein konnte, wie die  Vorinstanz zutreffend erkannte. 4.  4.1. Die Vorinstanz ging zu Recht  von einer genügenden Grundlage  für  die  Eintragung  der  Markenübertragung  aus.  Sie  durfte  entgegen  der  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  folgern,  dass  Vertragsverhandlungen  und  der  Vertragsschluss  nur  zwischen  der  Beschwerdeführerin  sowie  der Beschwerdegegnerin  und  nicht  zwischen 

B­7311/2010 der  Privatperson  Karl Wick  und  der  Beschwerdegegnerin  stattgefunden  hatten.  Die Vorinstanz stützte sich bei der Eintragung der Übertragung der Marke  ALPENSWISS  [fig.]  auf  eine  zwar  in  juristischer  Hinsicht  laienhaft  formulierte Abtretungserklärung, die  jedoch, nach dem Vertrauensprinzip  ausgelegt, hinreichend bestimmt ist und eine den Anforderungen von Art.  28 Abs. 1 Bst. a MSchV genügende Übertragungserklärung einer Marke  darstellt.  Der  Standpunkt  der  Beschwerdeführerin,  wonach  die  "unwiderrufliche  Erklärung"  an  einem  unheilbaren  Formmangel  leide  und  daher  ungültig  sei, ist unbegründet. Karl Wick hat in Vertretung der Beschwerdeführerin  gehandelt,  als  er  diese  Erklärung  unterzeichnete,  welche  als  wirksame  rechtsgeschäftliche  Verfügung  über  die  Marke  ALPENSWISS  [fig.]  anzusehen ist. Im Sinne der Ausführungen der Vorinstanz kann hier nach  dem Vertrauensprinzip nur eine Vertretungswirkung nach Art. 32 Abs. 2  OR  angenommen  werden.  Demnach  handelte  Karl  Wick  trotz  der  fehlenden  Firma  der  Beschwerdeführerin  in  der  "unwiderruflichen  Erklärung"  nicht  als  Privatperson,  sondern  in  Vertretung  der  Beschwerdeführerin. 4.2. Weitere Ausführungen zur Frage, ob die "unwiderrufliche Erklärung"  allenfalls  eine andere  genügende Urkunde  im Sinne  von Art.  28 Abs.  1  Bst. a MSchV darstellt, was die Beschwerdeführerin bestreitet, erübrigen  sich damit. Bei dieser Sachlage erübrigen sich auch Ausführungen zur Problematik,  wann  eine  zu  Unrecht  ins  Register  eingetragene  Marke  widerrufen  werden kann. 4.3.  Zusammenfassend  kann  festgehalten  werden,  dass  die  angefochtene  Verfügung  der  Vorinstanz  nicht  zu  beanstanden  ist.  Die  Schriftform  der  Übertragungserklärung  im  Sinne  von  Art.  17  Abs.  2  MschG  und  Art.  28  Abs.  1  Bst.  a  MschV  wurde  eingehalten.  Die  Vorinstanz trug die Übertragung der Marke ALPENSWISS [fig.] somit zu  Recht ins Markenregister ein.  Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen.  5. 

B­7311/2010 5.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  die  Beschwerdeführerin  kosten­  und  entschädigungspflichtig  (Art.  63  Abs.  1  und  Art.  64  Abs.  1  VwVG  sowie  Art.  1  ff.  des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21.  Februar  2008 [VGKE, SR 173.320.2]). 5.2.  Die  Gerichtsgebühr  ist  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung  und  finanzieller  Lage  der  Parteien  festzulegen  (Art.  63  Abs.  4bis  VwVG,  Art.  2  Abs.  1  VGKE).  Dem  vorliegenden Rechtsstreit liegt kein Vermögensinteresse zugrunde, da er  nicht  die  materielle  Inhaberschaft  an  der  Marke,  sondern  deren  Eintragung im Markenregister ohne konstitutive materielle Rechtswirkung  im Interesse eines Anscheinsnachweises betrifft (vgl. E. 3.3) und insofern  sein wirtschaftlicher Wert für die Parteien nicht beziffert werden kann. Die  Gerichtsgebühr  ist  damit  gemäss  Art.  3  Bst.  b  VGKE  auf  Fr.  2'500. –  festzusetzen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 5.3. Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine  Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zulasten der  Beschwerdeführerin  zugesprochen werden  (Art.  64 Abs.  1 VwVG  i.V.m.  Art.  7  Abs.  1  VKGE).  Die  Parteientschädigung  umfasst  die  Kosten  der  Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8  VGKE). Gemäss Art. 14 VGKE setzt das Gericht die Parteientschädigung  aufgrund  einer  detaillierten  Kostennote  fest,  sofern  eine  solche  eingereicht  wird.  Vorliegend  war  die  Beschwerdegegnerin  anwaltlich  vertreten,  hat  dem  Gericht  vor  dem  Entscheid  jedoch  keine  solche  detaillierte  Kostennote  vorgelegt.  Daher  setzt  das  Gericht  die  Entschädigung aufgrund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Unter Berücksichtigung der Komplexität und Umfang der Akten erachtet  das Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1'800. –  (inkl. MWST) als angemessen.

B­7311/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  in  Höhe  von  Fr.  2'500.–  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt  und  mit  dem  von  ihr  geleisteten  Kostenvorschuss von Fr. 2'500.– verrechnet. 3.  Der  Beschwerdegegnerin  wird  zulasten  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  Fr.  1'800.–  (inkl.  MWST)  zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. CH Marke 584 950; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: David Aschmann Said Huber

B­7311/2010 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  Zivilsachen  geführt  werden  (Art.  72  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift  hat  die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (Art.  42  BGG). Versand: 10. Mai 2011

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