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Bundesverwaltungsgericht 23.05.2011 B-4818/2010

23 maggio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,383 parole·~17 min·1

Riassunto

Absolute Ausschlussgründe | Markengesuch Nr. 63982/2007 "Duft von gebrannten Mandeln" (Geruchsmarke)

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­4818/2010 Urteil   v om   2 3 .  Ma i   2011 Besetzung Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), Richter Marc Steiner, Richter Hans Urech,    Gerichtsschreiberin Kathrin Bigler Schoch. Parteien Christian Rohner, Guggerstrasse 9, 8702 Zollikon,  vertreten durch Swissberg AG, Postfach, 8034 Zürich, Beschwerdeführer,  gegen Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,  Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,   Vorinstanz.  Gegenstand Markengesuch Nr. 63982/2007 "Duft von gebrannten  Mandeln" (Geruchsmarke).

B­4818/2010 Sachverhalt: A.  Am 10. Dezember 2007 wurde das Eidgenössische Institut  für Geistiges  Eigentum  (Vorinstanz)  um  Eintragung  einer  Wortmarke  (Gesuchs­Nr.  63982/2007)  für  verschiedene Waren  und Dienstleistungen  der Klassen  9, 41 und 42 ersucht. Mit  Beanstandung  vom  21.  April  2008  erklärte  die  Vorinstanz,  das  Zeichen  gehöre  zum  Gemeingut  und  könne  nicht  als  Marke  geschützt  werden. Die  damalige  Anmelderin  vertrat  mit  Stellungnahme  vom  27.  Oktober  2008  die  Auffassung,  das  angemeldete  Zeichen  sei  unterscheidungskräftig und nicht freihaltebedürftig. Mit  Schreiben  vom  27.  Januar  2009  hielt  die  Vorinstanz  an  ihrer  Beanstandung fest. Am 9. April 2009  teilte die ursprüngliche Anmelderin der Vorinstanz mit,  die angemeldete Marke sei auf eine andere Firma, handelnd durch einen  anderen Rechtsvertreter, übertragen worden.  Mit  Eingabe  vom  12. Mai  2009  änderte  der  Rechtsvertreter  das  erneut  weiter  übertragene  Markeneintragungsgesuch  Nr.  63982/2007.  Neu  ersuchte  er  um  Eintragung  einer  auf  ihn  selbst  lautenden  Duftmarke,  welche für folgende Waren und Dienstleistungen beansprucht wird: Klasse  14:  Edelmetalle  und  deren  Legierungen  sowie  daraus  hergestellte  oder  damit  plattierte  Waren,  soweit  sie  nicht  in  anderen  Klassen  enthalten  sind;  Juwelierwaren,  Schmuckwaren,  Edelsteine;  Uhren  und  Zeitmessinstrumente. Klasse  28:  Spiele,  Spielzeug;  Turn­  und  Sportartikel,  soweit  sie  nicht  in  anderen Klassen enthalten sind; Christbaumschmuck. Klasse  35:  Detailhandel  mit  Waren  aller  Art,  insbesondere  mit  Schmuckwaren, Uhren, Spiele und Spielzeug. Die Duftmarke wurde mittels eines "Rezepts zur Herstellung des Geruchs  von  gebrannten  Mandeln  in  herkömmlicher  Küche"  unter  Beigabe  von  Vanille,  Zimt  und  Zucker  beschrieben.

B­4818/2010 Mit  Schreiben  vom  15.  Juni  2009  wies  die  Vorinstanz  den  neuen  Anmelder  darauf  hin,  dass  Selbstkontrahieren  grundsätzlich  unzulässig  sei.  Ihres  Erachtens  ermächtige  die  Vollmacht  der  früheren  Markeninhaberin  an  die  Kanzlei  ihres  Rechtsvertreters  diese  nicht  zum  Erwerb der Marke. Der Rechtsvertreter habe daher eine Bestätigung der  neuen Markeninhaberin einzureichen, aus welcher klar hervorgehe, dass  er zu diesem Geschäft ermächtigt sei. Der  Rechtsvertreter  erklärte  mit  Eingabe  vom  18.  Juni  2009,  es  entspreche den  Interessen der neuen Markeninhaberin,  dass die Marke  auf  ihn  übertragen  werde.  Dies  habe  insbesondere  auch  taktische  Gründe  (Vertuschen  des  Gesuches).  Die  Vollmacht  der  neuen  Markeninhaberin  enthalte  insbesondere  auch  die  "Abgabe  von  Abstandserklärungen",  d.h.  er  könne  die Marke  ohne Weiteres  löschen  lassen. Eventualiter beantragte der Rechtsvertreter die Umschreibung der  Marke auf X._______, St. Moritz. Am 14. August 2009 bestätigte die Vorinstanz dem Rechtsvertreter, dass  sie  das Markeneintragungsgesuch  Nr.  63982/2007  geändert  habe.  Das  neue  Hinterlegungsdatum  laute  12.  Mai  2009,  als  Inhaberin  sei  X._______  vorgemerkt.  In  einem  separaten  Schreiben  wies  die  Vorinstanz  den  Rechtsvertreter  darauf  hin,  dass  die  im  Markenhinterlegungsgesuch  beschriebene  Markendarstellung  nicht  geeignet  sei,  einen  Duft  objektiv  und  eindeutig  wiederzugeben.  Denn  Mandeln, Vanille, Zimt und Zucker  seien Naturprodukte, welche  im Duft  variieren könnten. Jede Küche rieche anders und beeinflusse damit auch  den  Duft  nach  Abschluss  des  Zubereitungsverfahrens  von  gebrannten  Mandeln.  Schliesslich  werde  der  Karamelisierungsgrad  und  damit  der  Duft  nicht  eindeutig  angegeben,  da  die  Zubereitungszeit  und  die  Kochtemperatur nur in relativen Angaben beschrieben würden. Mit  Schreiben  vom  15.  September  2009  überwies  der  Rechtsvertreter  eine von X._______ unterzeichnete Vollmacht. Am  17.  Februar  2010  änderte  die  Inhaberin  das  angemeldete  Zeichen  und  ersuchte  um  Eintragung  der  Geruchsmarke  "Gebrannte  Mandeln".  Sie  argumentierte,  der  Duft  von  gebrannten  Mandeln  werde  im  Markeneintragungsgesuch  in Analogie  zu  einem Kochrezept  dargestellt,  da  dieses  es  dem  breiten  Publikum  ermögliche,  die  Zubereitung  eines  Gerichts  leicht  zugänglich,  verständlich  und  dauerhaft  festzuhalten  respektive  das Gericht  und  damit  auch  den Duft  zu  reproduzieren.  Der 

B­4818/2010 von  der  Vorinstanz  beanstandeten  ungenügenden  Objektivität  solle  mit  einer genaueren Definition der verwendeten Zutaten, der Umgebung und  des Verfahrens begegnet werden: Mit Schreiben vom 20. April 2010 wurde die Änderung der Vertreterschaft  bekannt gegeben. Am  31.  Mai  2010  entschied  die  Vorinstanz,  das  Markeneintragungsgesuch Nr. 63982/2007 werde für alle beanspruchten  Waren und Dienstleistungen zurückgewiesen. Zur Begründung führte die  Vorinstanz  zusammenfassend  aus,  mangels  grafischer  Darstellbarkeit  erfülle  der  umschriebene  Duft  nicht  die  formellen  Voraussetzungen  gemäss  Art.  10  MSchV.  Die  Angabe  eines  Rezeptes  vermöge  den  Schutzgegenstand  nicht  präzise  und  objektiv  wiederzugeben.  Das  Eintragungsgesuch  sei  deshalb  gemäss  Art.  30  Abs.  2  Bst.  a  MSchG  zurückzuweisen. B.  Gegen  diese Verfügung  erhob X._______  am 1.  Juli  2010 Beschwerde  beim Bundesverwaltungsgericht mit folgenden Anträgen: 1. Die Verfügung des  IGE vom 31. Mai 2010 sei  aufzuheben und  zur  erneuten  Beurteilung  des  Gesuchs  um  Eintragung  des  Markeneintragungsgesuchs  Nr.  63982/2007  "Duft  von  gebrannten  Mandeln"  (Geruchsmarke)  an  das  IGE  zurückzuweisen. 2. Eventualiter:  Die  Verfügung  des  IGE  vom  31.  Mai  2010  sei  aufzuheben  und  der  Beschwerdeführerin  sei  Im  Markeneintragungsgesuch Nr. 63982/2007 "Duft von gebrannten  Mandeln"  (Geruchsmarke)  die  Möglichkeit  zu  geben,  das  Zeichen der Markenanmeldung zu ändern. 3. Subeventualiter:  Das  IGE  sei  anzuweisen,  das  Markeneintragungsgesuch Nr. 63982/2007 "Duft von gebrannten  Mandeln"  (Geruchsmarke)  im  schweizerischen  Markenregister  einzutragen. Unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolgen  zu  Lasten  der  Beschwerdegegnerin / zu Lasten der Staatskasse. Zur  Begründung  hielt  sie  fest,  die  Vorinstanz  habe  einerseits  ihren  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  sowie  das  Vertrauensschutzprinzip  verletzt. In materieller Hinsicht erklärte X._______ andererseits, sie habe 

B­4818/2010 die  Geruchsmarke  "Duft  von  gebrannten  Mandeln"  mittels  Abbildung  eines konkreten Kochrezepts umschrieben und dabei präzise und objektiv  bestimmbare Werte und Angaben verwendet. Die Zutaten seien entweder  durch  chemische  Formeln  umschrieben  oder  aber,  wie  auch  die  Zubereitungsart, exakt definiert worden. Insofern lasse sich der "Duft von  gebrannten Mandeln" in sich abgeschlossen, eindeutig, leicht zugänglich,  verständlich,  dauerhaft  und  objektiv  darstellen.  Entgegen  dem  Nachspielen  von  Musiknoten  erfordere  das  Nachkochen  eines  Kochrezeptes wesentlich geringere Fachkenntnisse und sei im Gesamten  für  den  Durchschnittskonsumenten  sogar  noch  einfacher  zu  bewerkstelligen.  Schliesslich  wies  die  Beschwerdeführerin  darauf  hin,  dass  in einigen Ländern Europas, aber auch vom HABM selber, bereits  Geruchsmarken eingetragen worden seien. Es sei also nicht einzusehen,  weshalb  dies  nicht  auch  in  der  Schweiz  geschehen  solle.  Der  von  ihr  gewählte Ansatz zur Darstellung eines Geruchs sei neu und weder so in  der Literatur oder Rechtsprechung bereits diskutiert, geschweige denn als  untauglich  abgelehnt  worden.  Mit  den  von  ihr  vorgenommenen  Anpassungen  des  Gesuches  sei  sie  der  Meinung,  den  Anforderungen  einer Geruchsmarke zu genügen. C.  Am 5. August 2010  teilte die Vorinstanz dem Bundesverwaltungsgericht  unter  Beilage  einer  Übertragungserklärung  vom  23.  Juli  2010 mit,  dass  X._______  die  strittige  Marke  auf  Dr.  Christian  Rohner  (Beschwerdeführer) übertragen habe. Der  Beschwerdeführer  informierte  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Eingabe vom 16. August 2010 über diese Übertragung. Mit  Zwischenverfügung  vom  31.  August  2010  stellte  das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass  als  neuer  Beschwerdeführer  Dr. Christian Rohner figuriert. D.  Mit Stellungnahme  vom 22. Oktober  2010 beantragt  die Vorinstanz,  die  Beschwerde  sei  im  Haupt­  und  Subeventualpunkt  abzuweisen,  und  auf  den  Eventualantrag  sei  nicht  einzutreten.  Zur  Begründung  verweist  sie  namentlich  auf  die  in  der  angefochtenen  Verfügung  gemachten  Ausführungen.  Ergänzend  hält  sie  fest,  sie  erachte  die  Rüge  der  Beschwerdeführerin,  wonach  sie  den Anspruch  der  Beschwerdeführerin  auf  rechtliches  Gehör  verletzt  habe,  als  nicht  begründet.  Im  Weiteren 

B­4818/2010 habe  sie  den  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  respektive  des  Vertrauensschutzes  nicht  verletzt.  Auf  den  Eventualantrag  sei  nicht  einzutreten,  weil  die  Beurteilung  eines  neuen  Zeichens,  welches  zum  jetzigen  Zeitpunkt  noch  nicht  einmal  bekannt  sei,  zu  einer  Ausweitung  des  Streitgegenstandes  führen  würde.  Schliesslich  sei  in  der  Lehre  unbestritten,  dass  die  Darstellung  einer  Geruchsmarke  mittels  Umschreibung des Duftes den Anforderungen von Art. 10 Abs. 1 MSchV  nicht  genüge.  Einer  solchen  Darstellung  fehle  die  nötige  Klarheit  und  Objektivität. Hinzu komme, dass es sich beim vorliegenden Zeichen nicht  um  eine  unmittelbare  Umschreibung  des  Dufts,  sondern  um  eine  Anleitung zu seiner Erzeugung handle. Somit wäre nicht die Marke selbst  im Register dargestellt, sondern eine umständliche, nicht eindeutige und  für Dritte nicht unmittelbar zugängliche Erzeugungsmethode. Daran habe  auch die Eingabe eines geänderten Zeichens am 17. Februar 2010 nichts  geändert. E.  Der  Beschwerdeführer  hat  stillschweigend  auf  die  Durchführung  einer  öffentlichen Verhandlung verzichtet. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden  gegen  Eintragungsverfügungen  der  Vorinstanz  in  Markensachen  zuständig  (Art.  31,  32  und  33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32]).  Eingabefrist  und  ­form  sind  gewahrt  (Art.  50  Abs.  1  und  Art.  52  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021]),  der  verlangte  Kostenvorschuss  wurde  fristgemäss  geleistet  (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.2. Die  strittige Marke wurde während des  vorinstanzlichen Verfahrens  und  des  Beschwerdeverfahrens  mehrmals  übertragen,  letztmals  von  X._______ auf Dr. Christian Rohner. Gemäss Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über  den Bundeszivilprozess (BZP, SR 273), der auf Grund von Art. 4 VwVG  anwendbar  ist,  ist  ein  Wechsel  der  Partei  nur  mit  Zustimmung  der  Gegenpartei  gestattet.  Im  vorliegenden  Verfahren  besteht  keine  eigentliche  Gegenpartei.  Indessen  hat  die  Vorinstanz  auf  Grund  der 

B­4818/2010 Übertragungserklärung vom 23. Juli 2010 Dr. Christian Rohner als neuen  Markeninhaber eingetragen (vgl. Swissregauszug­Marken vom 4. August  2010)  und  auch  in  der  Vernehmlassung  vom  22.  Oktober  2010  dem  Parteiwechsel  stillschweigend  zugestimmt  (vgl.  auch Urteil  B­3259/2007  des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] vom 30. September 2008 E. 3 –  Oerlikon).  Entsprechend  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  bereits  mit  Zwischenverfügung vom 31. August 2010 mitgeteilt, dass im vorliegenden  Beschwerdeverfahren Dr. Christian Rohner  als  neuer Beschwerdeführer  figuriert. Als  neuer  Inhaber  der  angemeldeten  Marke  ist  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  wie  ein  Verfügungsadressat beschwert (Art. 48 Abs. 1 Bst. b­c VwVG; vgl. Urteil  des BVGer B­127/2010 vom 29. März 2010 E. 1 – V [fig.]). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2.  Der  Beschwerdeführer  beantragt  zunächst,  die  Ziffern  1–5  des  in  der  angefochtenen  Verfügung  geschilderten  Sachverhalts  im  vorliegenden  Sachverhalt  nicht  aufzunehmen,  insbesondere  im  Hinblick  auf  eine  Publikation des vorliegenden Beschwerdeentscheids.  Bei den betroffenen Bereichen des Sachverhalts handelt es sich um das  im  Rahmen  des  vorliegenden  Markeneintragungsverfahrens  gestellte  Gesuch um Eintragung einer Wortmarke.  Der Beschwerdeführer hätte auch eine neue Marke anmelden können; in  diesem Fall  hätte  sich  die Wiedergabe  von Ziffer  1–5  des Sachverhalts  erübrigt. Dem Begehren des Beschwerdeführers kann  indessen  insofern  entsprochen werden, als die Namen der dort involvierten Personen sowie  die ursprünglich angemeldete Wortmarke nicht genannt werden. 3.  Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 28. August 1992 über den  Schutz  von  Marken  und  Herkunftsangaben  (Markenschutzgesetz,  MSchG; SR 232.11)  ist die Marke ein Zeichen, das geeignet  ist, Waren  oder  Dienstleistungen  eines  Unternehmens  von  solchen  anderer  Unternehmen  zu  unterscheiden.  Marken  können  insbesondere  Wörter,  Buchstaben,  Zahlen,  bildliche  Darstellungen,  dreidimensionale  Formen  oder Verbindungen solcher Elemente untereinander oder mit Farben sein  (Art. 1 Abs. 2 MSchG).

B­4818/2010 Jede  Person  kann  eine  Marke  hinterlegen  (Art.  28  Abs.  1  MSchG).  Gemäss  Art.  28  Abs.  2  MSchG  sind  für  die  Hinterlegung  beim  Institut  einzureichen:  a.  das  Eintragungsgesuch mit  Angabe  des  Namens  oder  der  Firma  des  Hinterlegers;  b.  die  Wiedergabe  der  Marke;  c.  das  Verzeichnis  der  Waren  oder  Dienstleistungen,  für  welche  die  Marke  beansprucht wird. Die Marke muss grafisch darstellbar sein. Das Institut kann für besondere  Markentypen weitere Arten der Darstellung zulassen  (Art. 10 Abs. 1 der  Markenschutzverordnung  vom  23.  Dezember  1992,  MSchV,  SR  232.111).  Handelt  es  sich  um  einen  besonderen  Markentyp,  beispielsweise  ein  dreidimensionales  Zeichen,  so  muss  dies  im  Eintragungsgesuch vermerkt werden (Art. 10 Abs. 3 MSchV). Zu  Art.  10  Abs.  1  MSchV  führt  die  Vorinstanz  wie  bereits  in  ihren  Richtlinien  vom  1.  Juli  2008  in  Markensachen  (Ziff.  3.2.11)  in  ihren  Richtlinien vom 1. Januar 2011 (Ziff. 3.2.10) Folgendes aus: "Bis anhin  ist keine Methode zur Darstellung von Gerüchen bekannt, welche  den  Anforderungen  an  die  grafische  Darstellbarkeit  gemäss  Art.  10  MSchV  gerecht würde (…). Weder eine chemische Formel, noch eine Umschreibung  mit Worten noch ein Geruchsmuster, noch eine Kombination dieser Elemente  erfüllen  die  in  diesem  Zusammenhang  massgebenden  Kriterien  (…).  Geruchsmarken  können  deshalb  erst  nach  einer  allfälligen  Zulassung  weiterer Darstellungsarten durch das  Institut  elektronisch dargestellt werden  (vgl. Art. 10 Abs. 1 MSchV in fine)." 4.  In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer zunächst, die Vorinstanz  habe  seinen Anspruch  auf  rechtliches Gehör  verletzt.  Konkret macht  er  geltend,  bei  dem  mit  der  Stellungnahme  zur  Beanstandung  vom  17.  Februar  2010  eingereichten  Zeichen  handle  es  sich  um  ein  neues  Zeichen.  Denn  es  sei  ein  neues,  grundlegend  angepasstes  Kochrezept  als  8x8  cm  grosse  Abbildung  eingereicht  worden.  Diese  Abbildung  unterscheide sich klar von der ursprünglich eingereichten. Die Vorinstanz  habe in ihrer Beanstandung vom 14. August 2009 nicht erwähnt, dass es  sich um eine letztmalige Stellungnahme in dieser Sache handle; sie habe  auch nicht die Art und Weise der Wiedergabe des Zeichens im Grundsatz  beanstandet.  Er  sei  daher  überrascht  gewesen,  als  die  Vorinstanz  mit  ihrem  Schreiben  vom  1.  Juni  2010  die  definitive  Zurückweisung  des  Eintragungsgesuches  verfügt  habe.  Erst  dort  habe  die  Vorinstanz  festgestellt,  dass  ein  Kochrezept  grundsätzlich  die  formellen  Voraussetzungen  gemäss  Art.  10  Abs.  1  MSchV  nicht  erfülle  und  das 

B­4818/2010 Gesuch  somit  zurückzuweisen  sei. Wolle  die Vorinstanz  ihre Verfügung  auf  neue,  in  dieser  Art  von  den  Betroffenen  nicht  vorhersehbaren  Argumente  stützen,  so  müsse  es  zuvor  die  möglichen  Betroffenen  informieren und  rechtliches Gehör gewähren. Diese Art der Vorwarnung  sei im vorliegenden Fall unterblieben. Hinzu komme, dass die Vorinstanz  auf die mit der Abänderung des Zeichens gemachten Anpassungen hätte  eingehen  müssen.  Dies  habe  sie  unterlassen;  vielmehr  habe  sie  im  Grundsatz  die  grafische  Darstellungsfähigkeit  von  Düften  in  Abrede  gestellt. Die  Vorinstanz  erachtet  die  Rüge  der  Beschwerdeführerin,  wonach  sie  den  Anspruch  der  Beschwerdeführerin  auf  rechtliches  Gehör  verletzt  habe,  als  nicht  begründet.  Denn  sie  habe  in  ihrem  Schreiben  vom  14. August  2010  das  Markeneintragungsgesuch  mit  der  ausdrücklichen  Begründung  beanstandet,  die  Umschreibung  der  Geruchsmarke  in  Worten  genüge  nicht  den  Anforderungen  an  der  grafischen Darstellung  einer  Marke  gemäss  Art.  10 MSchV.  Somit  habe  sie  bereits  in  diesem  Schreiben  die  rechtliche Grundlage  genannt,  auf Grund welcher  sie  die  Verfügung erlassen habe. Unabhängig davon sei diese Begründung nicht  völlig  neu oder  unüblich,  denn  sie  habe diese bereits  in  ihre Richtlinien  vom  1. Juli  2005  aufgenommen  und  seither  unverändert  beibehalten.  Sodann  habe  sie  der  Beschwerdeführerin  eine  Frist  zur  Behebung  des  Mangels  angesetzt.  Das  von  der  Beschwerdeführerin  am  17.  Februar  2010  eingereichte  Zeichen  stelle  bloss  eine  Präzisierung  der  ursprünglichen  Umschreibung  der  Geruchsmarke  und  kein  neues  Zeichen dar, weshalb sie eine Verschiebung des Hinterlegungsdatums für  nicht  angebracht  gehalten  habe.  In  der  angefochtenen  Verfügung  habe  sie zu den wesentlichen Argumenten Stellung genommen,  insbesondere  auch  zur  von  der  Beschwerdeführerin  behaupteten  Analogie  in  der  Darstellung  von  akustischen  Marken  und  Geruchsmarken.  Durch  die  Berücksichtigung  und  Würdigung  der  wesentlichen  Tatsachen  und  die  genügende  Begründung  des  Entscheids  habe  sie  den  Anspruch  auf  rechtliches Gehör der Beschwerdeführerin gewahrt. 4.1. Gemäss Art.  29 Abs.  2 BV  (SR 101)  haben die Parteien Anspruch  auf  rechtliches  Gehör.  Das  rechtliche  Gehör  dient  einerseits  der  Sachaufklärung,  andererseits  stellt  es  ein  persönlichkeitsbezogenes  Mitwirkungsrecht  beim  Erlass  eines  Entscheids  dar,  welcher  in  die  Rechtsstellung  einer  Person  eingreift.  Dazu  gehört  insbesondere  deren  Recht,  sich  vor  Erlass  des  in  ihre  Rechtsstellung  eingreifenden  Entscheids  zur  Sache  zu  äussern,  erhebliche  Beweise  beizubringen, 

B­4818/2010 Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört  zu  werden  und  an  der  Erhebung  wesentlicher  Beweise  entweder  mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn  dieses geeignet  ist,  den Entscheid  zu beeinflussen  (BGE 132 V 368 E.  3.1, mit Verweis auf BGE 129 II 504 E. 2.2, BGE 127 I 56 E. 2b, BGE 127  III 578 E. 2c, BGE 126 V 131 E. 2b). Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verlangt  nicht,  dass  die  verfahrensbeteiligte Partei die Gelegenheit erhalten muss, sich zu jedem  möglichen  Ergebnis,  das  von  der  entscheidenden  Behörde  ins  Auge  gefasst  wird,  zu  äussern.  Die  Behörde  hat  in  diesem  Sinne  nicht  ihre  Begründung den Parteien vorweg zur Stellungnahme zu unterbreiten. Es  genügt,  dass  sich  die  Parteien  zu  den  Grundlagen  des  Entscheids,  insbesondere  zum  Sachverhalt  sowie  zu  den  anwendbaren  Rechtsnormen, vorweg äussern und ihre Standpunkte einbringen können  (BGE 132 II 257 E. 4.2). 4.2.  Bereits  in  ihrer  Beanstandung  vom  14.  August  2009  erklärte  die  Vorinstanz unter anderem Folgendes: "Das abgeänderte Gesuch verlangt neu den Schutz  für eine Duftmarke. Den  zu schützenden Duft beschreiben Sie dabei in einem Text, den Sie in einem  Block  von  8x8  cm  dargestellt  haben.  Diese  Darstellung  ist  jedoch  aus  folgenden  Gründen  nicht  geeignet,  um  einen  Duft  objektiv  und  eindeutig  wiederzugeben: Gemäss  Richtlinien  in  Markensachen  2008,  Teil  1,  Ziff.  3.2.11,  unter  www.ige.ch, wird eine Umschreibung in Worten nicht den Anforderungen an  die  grafische  Darstellbarkeit  einer  Marke  gemäss  Art.  10  MSchV  gerecht  (...). Mandeln,  Vanille,  Zimt  und  Zucker  sind  Naturprodukte  und  können  im  Duft  variieren. Jede  Küche  riecht  anders  und  beeinflusst  damit  auch  den  Duft  nach  Abschluss des Zubereitungsverfahrens von gebrannten Mandeln. Wir bitten Sie, die erwähnten Beanstandungspunkte bis zum 15. 10. 2009 zu  erledigen." Daraus geht klar hervor, dass die Vorinstanz die angemeldete Duftmarke  als nicht grafisch darstellbar im Sinne von Art. 10 Abs. 1 MSchV erachtet.  Insofern  hatte  sie  grundsätzliche  Einwände  gegen  die  vom  Beschwerdeführer  gewählte  Darstellung  der  Duftmarke  "Duft  von  gebrannten  Mandeln"  in  Form  eines  Rezeptes.  Denn  ein  Rezept  zur  Herstellung  eines  Duftes  ist  nichts  anderes  als  eine  "Umschreibung  in  Worten",  welchen  Ausdruck  die  Vorinstanz  in  der  genannten  Beanstandung gewählt hat. Dazu wies die Vorinstanz auf die mangelnde 

B­4818/2010 Objektivität  hin,  weil  Naturprodukte  verwendet  werden  und  Küchengrunddüfte  den  Geruch  von  gebrannten  Mandeln  beeinflussen  können.  Daher  hätte  der  Beschwerdeführer  erkennen müssen,  dass  er  sein  Gesuch  grundlegend  überarbeiten,  d.h.  eine  andere  Darstellungsform  hätte  wählen müssen,  um  es  zu  "retten".  Stattdessen  nahm er lediglich Anpassungen des Rezeptes vor, welche die Vorinstanz  zu Recht nicht dazu veranlassten, einerseits auf Grund von Art. 29 Abs. 2  MSchG  das  Hinterlegungsdatum  zu  verschieben  und  andererseits  eine  neue Gelegenheit zur Stellungnahme zu bieten (vgl. hierzu nachstehende  E. 5.2). Auf Grund der von der Vorinstanz vertretenen Haltung, dass ein  Kochrezept den Anforderungen von Art. 10 MSchV nicht genügt, um eine  Duftmarke darzustellen,  ist  im Weiteren nachvollziehbar, dass sie  in der  angefochtenen  Verfügung  nicht  mehr  einzeln  auf  die  Änderungen  des  Kochrezeptes,  sondern  lediglich  auf  die  ihrer  Ansicht  nach  unmögliche  Darstellbarkeit einer Duftmarke mittels eines Rezeptes einging. Als  Zwischenergebnis  kann  festgehalten  werden,  dass  dem  Beschwerdeführer  gestützt  auf  die Beanstandung  vom 14. August  2009  die  sachlichen  und  rechtlichen Grundlagen  in  den Grundzügen  bekannt  waren, dass er zur vorgenannten Beanstandung Stellung nehmen konnte,  und  dass  ihm  die  Vorinstanz  keine  weitere  Gelegenheit  zur  Stellungnahme bieten musste. Nebenbei sei anzumerken, dass sich der  Beschwerdeführer  im  Markeneintragungsverfahren  Nr.  63982/2007  insgesamt  zwei  Mal  gegenüber  der  Vorinstanz  in  materieller  Hinsicht  geäussert  hat,  nämlich  am  27. Oktober  2008  zur  Beanstandung  der  zunächst  angemeldeten  Wortmarke,  und  am  17.  Februar  2010  zur  Beanstandung des geänderten ursprünglichen Zeichens, nämlich der hier  strittigen  Duftmarke.  Der  angefochtene  Entscheid  beruht  schliesslich  weder  auf  nachträglich  eingetretenen  oder  dem  Beschwerdeführer  unbekannten  tatsächlichen  Umständen  noch  auf  neuen,  unvorhersehbaren Rechtsgrundlagen. Die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe seinen Anspruch  auf rechtliches Gehör verletzt, erweist sich somit als unbegründet.  5.  Im Weiteren rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz habe gegen das  aus  Art.  9  BV  abgeleitete  Vertrauensschutzprinzip  verstossen.  Die  Vorinstanz weise jeweils darauf hin, wenn es sich aus ihrer Sicht um die  Möglichkeit einer allfälligen "letztmaligen Stellungnahme" handle; dies sei  ihr  im  vorliegenden  Fall  nicht  mitgeteilt  worden  und  so  habe  sie  nach 

B­4818/2010 erfolgter  Abänderung  des  hinterlegten  Zeichens  umso  mehr  darauf  vertrauen  dürfen,  dass  die  Vorinstanz  zu  diesem  neuen,  abgeänderten  Zeichen  Stellung  nehmen  werde,  falls  die  Vorinstanz  dieses  neue  Zeichen weiterhin nicht eintragen wolle. Im Weiteren habe die Vorinstanz  zuerst den gewählten Ansatz als zu unpräzise beanstandet, diesen nach  Behebung der Mängel aber grundsätzlich zurückgewiesen. Die Vorinstanz hält  dagegen,  gemäss Art.  16 Abs.  1 MSchV müsse sie  dem  Hinterleger  eine  Frist  zur  Behebung  eines  formellen  Mangels  einräumen.  Darüber  hinaus  sei  sie  nicht  verpflichtet,  weitere  Fristen  anzusetzen,  könne  dies  aber  gemäss  Art.  16  Abs.  2  MSchV  ausnahmsweise  tun. Sie nutze diese Bestimmung nach den Umständen  des  konkreten  Falls,  insbesondere  um  zu  allfälligen  wesentlichen  Argumenten des Hinterlegers Stellung zu nehmen, bevor eine Verfügung  erlassen werde. Fehlten wesentliche Argumente seitens des Hinterlegers,  verzichte sie auf eine weitere Stellungnahme und erlasse eine Verfügung.  Somit  habe  sie  keine  berechtigte  Erwartung  geweckt,  wonach  sie  stets  die Gelegenheit zu einer "letztmaligen Stellungnahme" einräume. 5.1. Indem der Beschwerdeführer bemängelt, ihm sei von der Vorinstanz  nicht wie üblich mitgeteilt worden, dass es sich bei der Stellungnahme zur  Beanstandung vom 14. August 2009 um eine letztmalige Stellungnahme  handle, rügt der Beschwerdeführer sinngemäss, die Vorinstanz habe eine  Auskunft unterlassen. Unterbleibt  eine  Auskunft  entgegen  gesetzlicher  Vorschrift  oder  obwohl  sie  nach  den  im Einzelfall  gegebenen Umständen geboten war,  hat  die  Rechtsprechung  dies  der  Erteilung  einer  unrichtigen  Auskunft  gleichgestellt  (BGE  131  V  472  E.  5,  mit  Verweis  auf  die  bundesgerichtliche Rechtsprechung). Abgeleitet aus dem Grundsatz von  Treu und Glauben, welcher den Bürger in seinem berechtigten Vertrauen  auf  behördliches  Verhalten  schützt,  können  falsche  Auskünfte  von  Verwaltungsbehörden  unter  bestimmten  Voraussetzungen  eine  vom  materiellen  Recht  abweichende  Behandlung  des  Rechtsuchenden  gebieten. Gemäss Rechtsprechung und Doktrin ist dies der Fall, 1. wenn  die  Behörde  in  einer  konkreten  Situation  mit  Bezug  auf  bestimmte  Personen  gehandelt  hat;  2.  wenn  sie  für  die  Erteilung  der  betreffenden  Auskunft  zuständig  war  oder  wenn  die  rechtsuchende  Person  die  Behörde  aus  zureichenden Gründen  als  zuständig  betrachten  durfte;  3.  wenn  die  Person  den  Inhalt  der  unterbliebenen  Auskunft  nicht  kannte  oder  deren  Inhalt  so  selbstverständlich war,  dass  sie mit  einer  anderen 

B­4818/2010 Auskunft nicht hätte  rechnen müssen; 4. wenn sie  im Vertrauen auf die  Richtigkeit  der  Auskunft  Dispositionen  getroffen  hat,  die  nicht  ohne  Nachteil  rückgängig  gemacht  werden  können,  und  5. wenn  die  gesetzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren  hat (BGE 131 V 472 E. 5, mit Verweis auf BGE 127 I 36 E. 3a, BGE 126  II 387 E. 3a).  5.2. Anschliessend an die Kritik des Eintragungsgesuchs (vgl. Zitat  in E.  4.2)  hielt  die  Vorinstanz  in  der  Beanstandung  vom  14.  August  2009  Folgendes fest:  "Wir bitten Sie, die erwähnten Beanstandungspunkte bis zum 15. 10. 2009 zu  erledigen.  Bitte  beachten  Sie,  dass  wir  Ihr  Gesuch  bzw.  Ihren  Antrag  zurückweisen  müssen,  wenn  Sie  die  erwähnte  Handlung  nicht  fristgerecht  durchführen  (Art.  30  Abs.  2  Markenschutzgesetz  in  Verbindung  mit  Art.  16  und 17 Markenschutzverordnung)". Im vorgenannten Art. 30 Abs. 2 MSchG wird erläutert,  in welchen Fällen  die Vorinstanz ein Eintragungsgesuch zurückweisen kann. Dies  ist unter  anderem der Fall, wenn "die Hinterlegung den in diesem Gesetz oder  in  der  Verordnung  festgelegten  formalen  Erfordernissen  nicht  entspricht"  (Art.  30  Abs.  2  Bst.  a  MSchG).  Vorher  setzt  die  Vorinstanz  dem  Hinterleger eine Frist zur Behebung des Mangels an (vgl. Art. 16 Abs. 1  MSchV).  Wird  der  Mangel  nicht  fristgerecht  behoben,  so  wird  das  Eintragungsgesuch  ganz  oder  teilweise  zurückgewiesen.  Das  Institut  kann ausnahmsweise weitere Fristen ansetzen  (Art.  16 Abs. 2 MSchV).  Diese  für  die  Formalprüfung  geltende  Regelung  entspricht  auch  derjenigen für die materielle Prüfung (vgl. Art. 17 MSchV). Auch dort kann  die Vorinstanz "ausnahmweise weitere Fristen ansetzen" (Art. 17 Abs. 2  MSchV),  bevor  sie  ein  Gesuch  zurückweist,  weil  absolute  Ausschlussgründe  vorliegen  (Art.  30  Abs.  2  Bst.  c  MSchG)  respektive  wenn  eine  Garantie­  oder  Kollektivmarke  den  Erfordernissen  der  Art.  21–23 nicht entspricht (Art. 30 Abs. 2 Bst. d MSchG). Auf  Grund  der  von  der  Vorinstanz  gewählten  Formulierung,  welche  auf  Art.  30  Abs.  2  MSchG  und  somit  auf  die  drohende  Zurückweisungsverfügung  hinweist,  musste  dem  Beschwerdeführer  klar  sein,  dass  ihm  lediglich  eine  Frist  zur  Verfügung  steht,  um  die  Beanstandungspunkte  zu  erledigen,  ansonsten  das  Eintragungsgesuch  zurückgewiesen  würde.  Auf  eine  weitere,  ausnahmsweise  angesetzte  Frist konnte er demnach selbst ohne den expliziten Hinweis, dass es sich  um eine letztmalige Stellungnahme handeln würde, nicht vertrauen. Auch  https://expert.bger.ch/php/expert/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=date_desc&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-31%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page36 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B­4818/2010 aus den Richtlinien  in Markensachen vom 1. Juli 2008 ergibt sich nichts  anderes  (vgl.  Ziff.  3.2  der  Richtlinien).  Denn  wie  bereits  in  E.  4.2  ausgeführt  wurde,  hat  der  Beschwerdeführer  mit  dem  abgeänderten  Rezept  sein  Gesuch  nicht  derart  verändert,  dass  die  Vorinstanz  dazu  nochmals  in  einer  weiteren  Beanstandung  mit  Fristansetzung  an  den  Beschwerdeführer hätte Stellung beziehen müssen.  Im  Weiteren  hat  der  Beschwerdeführer  nicht  dargetan,  dass  die  Vorinstanz dadurch eine Vertrauensgrundlage geschaffen hat,  indem sie  in  einer  Reihe  anderer  Fälle  eine  weitere  Frist  zur  Stellungnahme  im  Sinne  von  Art.  16  Abs.  2  oder  Art.  17  Abs.  2 MSchV  (jeweils  2.  Satz)  angesetzt hat, wenn sie sich der vorgenannten Formulierung bedient hat.  Mangels  Vertrauensgrundlage  sind  somit  die  Voraussetzungen  für  den  Vertrauensschutz  im  Sinne  von  Art.  9  BV  nicht  erfüllt.  Bei  diesem  Ergebnis ist der 1. Antrag des Beschwerdeführers auf Zurückweisung der  Streitsache an die Vorinstanz abzuweisen. 6.  Die  Vorinstanz  hat  die  grafische  Darstellbarkeit  der  angemeldeten  Geruchsmarke verneint, ohne sich zur Unterscheidungskraft zu äussern.  Sie ist zu Recht so vorgegangen, denn bevor im Rahmen der materiellen  Markenprüfung  das  Vorhandensein  von  absoluten  Ausschlussgründen  geprüft  wird,  stellt  sich  die  Frage,  ob  das  zur  Eintragung  angemeldete  Zeichen  überhaupt  eine  Marke  im  Sinne  von  Art.  1  MSchG  darstellen  kann,  und  ob  die  formellen  Voraussetzungen  gemäss  Art.  10  Abs.  1  MSchV erfüllt sind (Urteil des BVGer B­7423/2006 vom 4. Oktober 2007  E. 4.1 – Webstamp). 6.1.  Implizit  hat  die  Vorinstanz  die Markenfähigkeit  (vgl.  Art.  1 MSchG)  von Geruchsmarken anerkannt und lediglich die grafische Darstellbarkeit  (vgl. Art. 10 MSchV) dieser Markenkategorie verneint  (vgl. Ziff. B.I.3 der  angefochtenen  Verfügung).  Dies  entspricht  denn  auch  einem  Teil  der  Literatur  (vgl. MICHAEL  NOTH  /  FLORENT  THOUVENIN,  in:  Michael  Noth  /  Gregor  Bühler  /  Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz,  Bern  2009, Art. 1, N. 63; CHRISTOPH WILLI, Markenschutzgesetz, Zürich 2002,  Art.  1,  N.  27;  a.M.  insbesondere:  EUGEN  MARBACH,  Markenrecht,  in:  Roland  von  Büren  /  Lucas  David  [Hrsg.],  Schweizerisches  Immaterialgüter­ und Wettbewerbsrecht [SIWR], Bd. III/1, Basel 2009, N.  156  ff.,  und  LUCAS  DAVID,  Kommentar  zum  Markenschutzgesetz,  in:  Heinrich Honsell / Nedim Peter Vogt / Lucas David, Markenschutzgesetz / 

B­4818/2010 Muster­  und  Modellgesetz,  Basel  1999,  Art.  1,  N.  8),  weshalb  im  Folgenden das Augenmerk auf diese Thematik zu legen ist. 6.2. Das Markenschutzgesetz regelt nicht, wie die in Art. 28 Abs. 2 Bst. b  MSchG  geforderte  Wiedergabe  der  Marke  zu  erfolgen  hat.  Diesbezügliche  Vorgaben  finden  sich  einzig  in  der  Markenschutzverordnung, die in Art. 10 Abs. 1 bestimmt, dass die Marke  mittels grafischen oder anderen von der Vorinstanz zugelassenen Mitteln  darstellbar sein muss.  Art. 10 MSchV hat zum Ziel, dass Dritte das Schutzobjekt mit Sicherheit  erkennen  können  und  dient  damit  der  Rechtssicherheit,  mithin  dem  Schutz  der  öffentlichen Ordnung  im Sinne  von Art.  2  lit.  d MSchG. Nur  wenn diese Voraussetzung erfüllt  ist,  kann das hinterlegte Zeichen vom  Konkurrenten  als  geschlossenes  Ganzes  und  einprägsames  Zeichen  erkannt werden. Das Erfordernis der graphischen Darstellbarkeit hat nicht  den  Zweck,  den  Registerschutz markenfähiger  Zeichen  zu  erschweren.  Vielmehr soll aus Gründen der Rechtsklarheit sichergestellt werden, dass  der  Schutzgegenstand  einer  eingetragenen  Marke  unmittelbar  und  eindeutig aus dem Markenregister ersichtlich  ist. Hierzu muss die Marke  registermässig  erfasst  und  dokumentiert  werden  können.  Um  der  vom  Gesetzgeber  gewollten  Schutzfähigkeit  aller  markenfähigen  Zeichen  Geltung  zu  verschaffen,  ist  es  also  erforderlich,  für  jede  in  Betracht  kommende  Markenform  eine  zweckmässige  Darstellung  zu  finden.  Insbesondere  kann  das  Markenregister  seine  Publizitätsfunktion  nur  erfüllen, wenn das Schutzobjekt klar und eindeutig definiert ist (Urteil des  BVGer  B­7423/2006  vom  4.  Oktober  2007  E.  4.3  –  Webstamp,  mit  Verweisen;  vgl.  auch  LARA DORIGO,  in:  Michael  Noth  /  Gregor  Bühler  /  Florent Thouvenin, Markenschutzgesetz, a.a.O., Art. 28, N. 32 ff.).  6.2.1. Diesbezüglich hielt die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung  fest,  der Duft  sei  nicht  im eigentlichen Sinn grafisch dargestellt worden,  sondern lediglich auf einer 8x8 grossen Abbildung umschrieben. Gemäss  ihren  Richtlinien  werde  eine  Umschreibung  in  Worten  jedoch  den  Anforderungen an die grafische Darstellbarkeit einer Marke gemäss Art.  10 MSchV nicht  gerecht.  Zudem habe  der EuGH  festgehalten,  dass  es  sich  bei  der  Beschreibung  eines  Geruchs  zwar  um  eine  grafische  Darstellung handle, sie aber nicht klar, eindeutig und objektiv genug sei.  Anders als etwa akustische Marken oder Farbmarken gebe es  für Düfte  keine  allgemein  anerkannte  internationale  Klassifikation.  Die  objektive  und präzise Erkennung einer Duftmarke sei demzufolge nicht im gleichen 

B­4818/2010 Umfang wie  bei  Farb­  oder  akustischen Marken möglich.  Ferner  werde  durch  die  Angabe  eines  Rezeptes  auch  nicht  der  Duft  selbst  umschrieben,  sondern  nur,  wie  er  hergestellt  werde.  Da  Kuchen  etwa  immer  anders  herauskomme,  auch  wenn  das  selbe  Rezept  verwendet  werde, könne die Angabe eines Rezepts nicht eindeutig und präzise sein.  Sie ermögliche auch nicht, alle subjektiven Elemente bei der Erkennung  und Wahrnehmung des angemeldeten Zeichens auszuschliessen.  Der  Beschwerdeführer  hält  dagegen,  er  habe  die  Geruchsmarke  "Duft  von gebrannten Mandeln" mittels Abbildung eines konkreten Kochrezepts  umschrieben  und  dabei  präzise  und  objektiv  bestimmbare  Werte  und  Angaben  verwendet.  Die  Zutaten  seien  entweder  durch  chemische  Formeln  umschrieben  oder  aber,  wie  auch  die  Zubereitungsart,  exakt  definiert worden.  Insofern  lasse sich der "Duft von gebrannten Mandeln"  in  sich  abgeschlossen,  eindeutig,  leicht  zugänglich,  verständlich,  dauerhaft  und  objektiv  darstellen.  Entgegen  dem  Nachspielen  von  Musiknoten  erfordere  das  Nachkochen  eines  Kochrezeptes  wesentlich  geringere  Fachkenntnisse  und  sei  im  Gesamten  für  den  Durchschnittskonsumenten  sogar  noch  einfacher  zu  bewerkstelligen.  Schliesslich  wies  der  Beschwerdeführer  darauf  hin,  dass  in  einigen  Ländern Europas, aber auch vom HABM selber, bereits Geruchsmarken  eingetragen  worden  seien.  Es  sei  also  nicht  einzusehen,  weshalb  dies  nicht auch in der Schweiz geschehen solle. Der von ihm gewählte Ansatz  zur Darstellung eines Geruchs sei neu und weder so in der Literatur oder  Rechtsprechung  bereits  diskutiert,  geschweige  denn  als  untauglich  abgelehnt worden. Mit  den  von  ihm vorgenommenen Anpassungen des  Gesuches  sei  er  der Meinung,  den Anforderungen  einer Geruchsmarke  zu genügen. 6.2.2.  Für  Geruchs­  und  Geschmacksmarken  ist  zurzeit  noch  keine  Methode  bekannt,  mittels  derer  sich  alle  Gerüche  oder  Geschmäcker  verständlich,  dauerhaft  und  objektiv  darstellen  lassen  (LARA DORIGO,  in:  Michael Noth  / Gregor Bühler  / Florent Thouvenin, Markenschutzgesetz,  a.a.O., Art.  28, N. 58;  JOACHIM NOVAK, Die Darstellung von besonderen  Markenformen, Bern 2007, S. 155 ff., Überblick auf S. 243 ff. und 296 ff.;  DAVID, Kommentar MSchG, Art. 1, N. 8; MARBACH, SIWR III/1, N. 158). So  ist nach NOVAK bei einigen Wiedergabeformen des Schutzgegenstandes  "Geruch"  der  registerrechtliche  Bestimmtheitsgrundsatz  nicht  gewahrt,  nämlich sowohl bei der von Subjektivität geprägten Umschreibung durch  Alltagssprache  als  auch  bei  der  Umschreibung  durch  den  "Terminus  technicus der Parfümeure" (NOVAK, a.a.O., S. 159 ff.). Dies gelte auch bei 

B­4818/2010 einer  Verfahrensangabe/Rezeptur  (NOVAK,  a.a.O.,  S.  191  ff.),  beim  allgemein  gebräuchlichen  Stoffnamen  (NOVAK,  a.a.O.,  S.  195  ff.)  sowie  bei  der  chemischen  Fachbezeichnung  (NOVAK,  a.a.O.,  S.  201  ff.).  Gewisse Wiedergabeformen  könnten  zwar  eine  Substanz  wiedergeben,  machten  aber  keine  Angaben  über  den  von  der  Substanz  verströmten  Geruch.  Dies  sei  bei  chemischen  Formeln  (NOVAK,  a.a.O.,  S.  204  ff.;  MARBACH, SIWR III/1, N. 158), bei der Chromatografie (NOVAK, a.a.O., S.  211  ff.)  und  bei  der  Massenspektroskopie  (NOVAK,  a.a.O.,  S.  218)  der  Fall. Anhand eines Aromagramms lasse sich der Schutzgegenstand nicht  reproduzieren  (NOVAK,  a.a.O.,  S.  219  ff.);  dies  treffe  auch  auf  das  Elektroolfaktogramm zu, dem es zudem an der erforderlichen Objektivität  mangle (NOVAK, a.a.O., S. 234 f.). Schliesslich könne die Subjektivität der  wörtlichen  Umschreibung  auch  nicht  durch  Kombination  mit  einer  Abbildung beseitigt werden, da diese Assoziationen wecke, welche selbst  von  Subjektivität  geprägt  seien  (NOVAK,  a.a.O.,  S.  235  ff.;  MARBACH,  SIWR III/1, N. 158). 6.3.  Der  Beschwerdeführer  bedient  sich  für  die  Wiedergabe  des  zur  Eintragung  vorgelegten  Zeichens  einer  Kombination  von  zwei  Darstellungsformen,  nämlich einerseits  der Umschreibung des Duftes  in  Worten  ("Duft  von  gebrannten  Mandeln"),  andererseits  eines  Kochrezeptes,  welches  der  Erzeugung  des  "Duftes  von  gebrannten  Mandeln" dient.  6.3.1.  Nach  der  Rechtsprechung  des  Europäischen  Gerichtshofes  (EuGH)  handelt  es  sich  bei  der  Beschreibung  eines  Geruchs  zwar  um  eine grafische Darstellung. Sie sei aber nicht klar, eindeutig und objektiv  genug  (Urteil  des  EuGH  C­273/00  vom  12.  Dezember  2002  Ziff.  70 –  Sieckmann). Da der Duft  von gebrannten Mandeln  je nach verwendeter  Gewürzmischung  variieren  kann,  und  die  Erinnerung  an  den  Duft  unterschiedlich  ist,  je  nachdem,  ob  man  gebrannte  Mandeln  nur  in  abgepackter Form kennt, oder bei der Zubereitung dabei war und so den  Duft  am  Ende  des  Zubereitungsverfahrens  eingeatmet  hat,  teilt  das  Bundesverwaltungsgericht die vorerwähnte Ansicht des EuGH. 6.3.2. Was die unbestrittenermassen neue Darstellungsform "Kochrezept"  anbelangt,  um welche  es  dem Beschwerdeführer  primär  geht,  zieht  die  Vorinstanz im Wesentlichen dieselben Argumente (fehlende Eindeutigkeit  und  Präzision,  Subjektivität)  herbei,  um  die  mangelnde  grafische  Darstellbarkeit  zu  begründen.  Tatsächlich  ist  auch  das  am  17.  Februar  2010  vom  Beschwerdeführer  eingereichte  überarbeitete  Kochrezept  mit 

B­4818/2010 zahlreichen  Unklarheiten  behaftet,  welche  Auswirkungen  auf  das  Resultat, d.h. den "Duft von gebrannten Mandeln", haben können. So ist  etwa "Wasser aus dem Schweizer Trinkwassernetz" ein relativer Begriff,  denn  es  besteht  nicht  nur  aus  H2O,  sondern  auch  aus  Mineralien,  welches  dem  Wasser  einen  ortsspezifischen  Geschmack  verleiht.  Im  Weiteren ist für die Geruchsintensität entscheidend, wie fein und vor wie  langer  Zeit  der  zu  verwendende Ceylon­Zimt  gemahlen wurde.  Bei  den  Mandeln  handelt  es  sich  um  ein  Naturprodukt,  weswegen  deren  Geschmack und Duft variieren kann. Schliesslich können Fremdaromen,  welche  in  der  Küche  oder  an  der  Bratpfanne  haften,  das  Endresultat  beeinflussen.  Hinzu  kommt,  dass  es  nicht  einfach  ist,  den  Duft  so  zu  reproduzieren,  wie  er  gemäss  dem  Rezept  hergestellt  wird.  Beispielsweise  stellt  die  Messung  der  erforderlichen  Kochtemperatur  (250°  C  respektive  160°  C)  ein  Problem  dar,  da  diese  innerhalb  der  Pfanne  grosse  Schwankungen  aufweisen  kann.  Von  Bedeutung  sind  auch  die  Vorkenntnisse  der  Person,  welche  die  gebrannten  Mandeln  produziert. Sie entscheidet zum Beispiel, wann der "Zucker trocken wird",  und  ob  die  Mandeln  nach  2  Minuten  Kochzeit  tatsächlich  als  karamellisiert  betrachtet  werden  dürfen,  bevor  sie  auf  das  Backblech  geschüttelt  werden  können.  Zwar  könnten  einige  der  genannten  Unklarheiten  ausgemerzt  werden,  z.B.  durch  Angabe  des  Mahlgrades  des  Zimts.  Doch  die  Objektivität  leidet  darunter,  dass  mit  der  produzierenden Person eine menschliche Komponente  ins Spiel kommt,  welche  vom Markeninhaber  nicht  beeinflusst  werden  kann.  Als  Beispiel  führt  die  Vorinstanz  den  Kuchen  an,  welcher  –  durch  dieselbe  Person  oder eine andere Person ein weiteres Mal gebacken – selbst nach dem  gleichen  Rezept  nicht  identisch  herauskommt.  Der  Vorinstanz  ist  somit  zuzustimmen, dass die Angabe eines Kochrezeptes zur Herstellung eines  Duftes den Schutzgegenstand nicht präzise und objektiv wiederzugeben  vermag.  Insofern  leidet  diese  Darstellungsform  an  den  gleichen  respektive ähnlichen Mängeln wie die Umschreibung eines Duftes durch  die Alltagssprache. Auch  die  vom  Beschwerdeführer  gewählte  Kombination  der  verbalen  Umschreibung  des  Duftes  mit  der  Angabe  eines  Kochrezeptes  zur  Herstellung  dieses  Duftes  vermag  die  genannten  Mängel  nicht  auszugleichen. 7.  Der  Beschwerdeführer  gibt  im  Weiteren  zu  bedenken,  dass  in  einigen  Ländern Europas bereits Geruchsmarken eingetragen worden seien. Es 

B­4818/2010 sei  also  nicht  einzusehen,  wieso  dies  nicht  auch  in  der  Schweiz  geschehen solle. Tatsächlich sind in Europa schon vereinzelt Geruchsmarken eingetragen  worden, nämlich etwa durch das Benelux­Markenamt (BX 591.693 – DE  GEUR  VAN  VERSGEMAAID  GRAS,  hinterlegt  am  19.  Juli  1996,  vgl.  hierzu:  NOVAK,  a.a.O.,  S.  159  f.)  und  durch  einen  Entscheid  der  2.  Beschwerdekammer  des  HABM  (Entscheid  vom  11.  Februar  1999,  R  156/1998­2 – smell of fresh cut grass, vgl. hierzu: NOVAK, a.a.O., S. 160  ff.).  Abgesehen  davon,  dass  ausländische  Entscheide  nach  ständiger  Praxis  keine  präjudizielle  Wirkung  haben,  ist  auf  den  bereits  zitierten  neueren Entscheid  "Sieckmann" des EuGH hinzuweisen. Darin hielt  der  EuGH  unmissverständlich  fest,  dass  die  Beschreibung  eines  Geruchs  nicht  klar,  eindeutig  und  objektiv  genug  sei  (Urteil  des  EuGH C­273/00  vom  12.  Dezember  2002  Ziff.  70  –  Sieckmann).  Zu  diesem Schluss  ist  das  Bundesverwaltungsgericht  wie  erwähnt  auch  gekommen.  Der  Beschwerdeführer  kann  daher  mit  seinem  Hinweis  auf  die  europäische  Praxis nichts zu seinen Gunsten ableiten. 8.  Hinsichtlich  des  Eventualantrags  auf  Zurückweisung  des  Gesuchs  zur  Beurteilung  eines  neuen  Zeichens  (2.  Antrag)  beantragt  die  Vorinstanz  Nichteintreten.  Zur  Begründung  bringt  sie  vor,  die  Beurteilung  eines  neuen  Zeichens,  welches  zum  jetzigen  Zeitpunkt  noch  nicht  einmal  bekannt sei, würde zu einer Ausweitung des Streitgegenstandes führen. 8.1. Nach dem Prinzip des Devolutiveffekts (vgl. Art. 54 VwVG) geht die  Zuständigkeit  zum  Entscheid  über  eine  angefochtene  Verfügung  grundsätzlich  an  die Beschwerdeinstanz  über; mit  der Rechtshängigkeit  wird  der  Verwaltung  mit  andern  Worten  die  Herrschaft  über  den  Streitgegenstand,  insbesondere  auch  in  Bezug  auf  die  tatsächlichen  Verfügungs­  und  Entscheidungsgrundlagen,  grundsätzlich  entzogen  (BGE 130 V 138 E. 4.2). Die  Devolutivwirkung  gilt  nur  für  das,  was  (in  sachlicher,  zeitlicher  und  personeller  Hinsicht)  Streitgegenstand  ist,  mithin  nur  soweit  die  Vorinstanz  verfügt  hat  und  die  Verfügung  angefochten  worden  ist.  Die  Beschwerdeinstanz kann nicht entscheiden, wo die Vorinstanz gar nicht  verfügt hat. Vorbehalten ist eine zeitliche oder sachliche Ausdehnung des  Streitgegenstandes  durch  die  Beschwerdeinstanz,  soweit  eine  solche  überhaupt  zulässig  ist  (HANSJÖRG  SEILER,  in:  Bernhard  Waldmann  / 

B­4818/2010 Philippe  Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2009, Art. 54, N. 27 f.). Nach der  Rechtsprechung des ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts  kann  das  verwaltungsgerichtliche  Verfahren  aus  prozessökonomischen  Gründen  auf  eine  ausserhalb  des  Anfechtungsgegenstandes,  d.h.  ausserhalb  des  durch  die  Verfügung  bestimmten  Rechtsverhältnisses  liegende  spruchreife  Frage  ausgedehnt  werden,  wenn  diese  mit  dem  bisherigen Streitgegenstand derart eng zusammenhängt, dass von einer  Tatbestandsgesamtheit  gesprochen  werden  kann,  und  wenn  sich  die  Verwaltung  zu  dieser  Streitfrage  mindestens  in  Form  einer  Prozesserklärung geäussert hat (BGE 130 V 501 E. 1.2, mit Verweis auf  BGE 122 V 34 E. 2a). 8.2.  Gegenstand  der  vorliegenden  Beschwerde  ist  das  überarbeitete  Markeneintragungsgesuch,  wie  es  vom  Beschwerdeführer  am  17.  Februar 2010 vor der Vorinstanz eingereicht worden ist. Über ein anderes  Gesuch,  welches  unter  Umständen  auf  einer  anderen  Darstellungsform  basiert  hätte,  hat  die  Vorinstanz  mangels  eines  derartigen  Gesuchs,  welches  der  Beschwerdeführer  an  Stelle  des  überarbeiteten  Rezepts  hätte einreichen können, nicht verfügt. Das Bundesverwaltungsgericht hat  somit lediglich zu beurteilen, ob die angefochtene Verfügung, welche das  überarbeitete  Markeneintragungsgesuch  vom  17.  Februar  2010  zum  Thema hatte, rechtens ist. Da das Geschäft im Übrigen spruchreif ist, hat  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  keine  Veranlassung,  dieses  an  die  Vorinstanz  zur  erneuten Beurteilung  zurückzuweisen.  Eine Ausdehnung  des Streitgegenstandes vor dem Bundesverwaltungsgericht beantragt der  Beschwerdeführer nicht. Eine solche würde denn auch nur unter den in E.  8.1 erwähnten Bedingungen in Frage kommen. Die Frage, ob diese erfüllt  wären,  stellt  sich  im  vorliegenden  Fall  nicht,  da  der  Beschwerdeführer  auch hier keinen Vorschlag eingereicht hat, wie der "Duft von gebrannten  Mandeln" anders als in der kritisierten Form dargestellt werden könnte. Auf den Eventualantrag auf Zurückweisung des Gesuchs zur Beurteilung  eines  neuen  Zeichens  (Antrag  2)  ist  nach  dem  Gesagten  in  Übereinstimmung mit der Meinung der Vorinstanz nicht einzutreten. 9.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  auf  den  Antrag  2  nicht  einzutreten  ist,  während  die  Anträge  1  und  3  abzuweisen  sind.  Die  Beschwerde  erweist  sich  demnach  insgesamt  als  unbegründet  und  ist  abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

B­4818/2010 10.  Bei  diesem  Ausgang  sind  die  Kosten  des  Beschwerdeverfahrens  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG)  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.  Die Gerichtsgebühren  sind  nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung  und  finanzieller  Lage  der Parteien  festzulegen  (Art.  63 Abs.  4bis  VwVG,  Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). Bei Markeneintragungen geht es um Vermögensinteressen.  Die  Gerichtsgebühr  bemisst  sich  folglich  nach  dem  Streitwert  (Art.  4  VGKE).  Die  Schätzung  des  Streitwertes  hat  sich  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  an  Erfahrungswerten  aus  der  Praxis  zu   orientieren,  wobei  bei  eher  unbedeutenden  Zeichen  grundsätzlich  ein  Streitwert  zwischen Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– angenommen werden darf (BGE  133  III 490 E. 3.3 – Turbinenfuss). Von diesem Erfahrungswert  ist auch  im  vorliegenden  Verfahren  auszugehen.  Es  sprechen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  für  einen  höheren  oder  niedrigeren  Wert  der  strittigen  Marke. Eine Parteientschädigung ist dem unterliegenden Beschwerdeführer nicht  zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  2'500.−  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  Kostenvorschuss  von  Fr.  2'500.−  verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

B­4818/2010 4.  Dieser Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. 6398/2007; Gerichtsurkunde) – das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  EJPD  (Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Maria Amgwerd Kathrin Bigler Schoch Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  Zivilsachen  geführt  werden  (Art. 72  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift  hat  die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (Art.  42 BGG). Versand: 26. Mai 2011

B-4818/2010 — Bundesverwaltungsgericht 23.05.2011 B-4818/2010 — Swissrulings