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Bundesverwaltungsgericht 16.11.2011 B-4495/2010

16 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,200 parole·~16 min·1

Riassunto

Edelmetalle | Verwendung von Prüfberichten und Eintragungsurkunde

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­4495/2010 Urteil   v om   1 6 .   No v embe r   2011 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richterin Maria Amgwerd, Richterin Vera Marantelli, Gerichtsschreiberin Myriam Senn. Parteien A._______ vertreten durch Rechtsanwalt Claudio Nosetti, Kummer Bolzern & Partner, Advokatur Notariat Mediation, Winkelriedstrasse 35, 6002 Luzern, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Zollverwaltung EZV / Zentralamt für  Edelmetallkontrolle, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Verwendung von Prüfberichten und der Eintragungsurkunde.

B­4495/2010 Sachverhalt: A.  Die  A._______  (Beschwerdeführerin)  ist  eine  Gesellschaft  mit  beschränkter Haftung mit Sitz  in  (…). Sie bezweckt den Handel mit und  die Vermittlung von Edelmetallen aller Art, insbesondere von Münzen und  Medaillen. B.  Mit  Verfügung  vom  19.  Mai  2010  untersagte  das  Zentralamt  für  Edelmetallkontrolle  der  Eidgenössischen  Zollverwaltung  EZV  des  Eidgenössischen  Finanzdepartments  EFD  (Vorinstanz)  der  Beschwerdeführerin  sowie  ihren  assoziierten  Gesellschaften  und  Personen  mit  sofortiger  Wirkung,  den  Prüfbericht  Nr.  (…)  in  ihren  Veröffentlichungen  und  Mitteilungen  an  Dritte  zu  benutzen.  Weiter  untersagte  sie  der  Beschwerdeführerin  sowie  ihren  assoziierten  Gesellschaften  und  Personen  mit  sofortiger  Wirkung,  sich  in  ihren  Veröffentlichungen  und  Mitteilungen  an  Dritte  auf  die  Schweizer  Edelmetallkontrolle  zu  beziehen  oder  sonst  wie  auf  die  gesetzliche  Funktion  der  Edelmetallkontrolle  Bezug  zu  nehmen.  Schliesslich  untersagte  sie  der  Beschwerdeführerin  sowie  ihren  assoziierten  Gesellschaften  und  Personen  mit  sofortiger  Wirkung,  die  Eintragungsurkunde  der  Verantwortlichkeitsmarke  Nr.  (…)  in  ihren  Veröffentlichungen  und  Mitteilungen  an  Dritte  zu  benutzen.  Die  Verwendung  der  Verantwortlichkeitsmarke  sei  von  diesem  Verbot  nicht  betroffen. Zur Begründung  führte  sie an,  sie habe der Beschwerdeführerin  bereits  mit  Schreiben  vom  10.  November  2009 mitgeteilt,  dass  der  Prüfbericht  Nr. (…) nicht mehr verbreitet werden dürfe. Es sei auch ausdrücklich  im  Prüfbericht  erwähnt,  dass  dieser  nur  als  Ganzes  und  nicht  ohne  schriftliche  Einwilligung  des  Prüflabors  vervielfältigt  werden  dürfe.  Nachforschungen  hätten  ergeben,  dass  der  Prüfbericht  trotz  der  ausdrücklichen  Zusicherung  der  Beschwerdeführerin,  ihn  weder  in  gedruckter  Form  noch  auf  dem  Internet  zu  publizieren,  teilweise  immer  noch auf dem Internet verfügbar sei. An Stelle dieses Prüfberichts habe die Beschwerdeführerin  in der neuen  Auflage ihrer Werbebroschüre eine Seite mit dem Titel "Prüfberichte (…)"  eingefügt, worin dargelegt werde, dass "die Barren sporadisch von einer  unabhängigen Edelmetall Prüfstelle in der Schweiz überprüft" würden. Sie  habe  selbst  bestätigt,  dass  damit  ein  Prüflabor  der  Schweizer 

B­4495/2010 Edelmetallkontrolle  gemeint  sei.  Die  Beschwerdeführerin  dürfe  zwar  in  der  Werbebroschüre  auf  interne  Kontrollen  und  Massnahmen  zur  Qualitätssicherung verweisen. Der Text sei aber so zu präzisieren, dass  kein  Rückschluss  auf  die  Vorinstanz  gezogen  werden  könne,  insbesondere die Verantwortung und Kontrolle der Ware betreffend, der  nicht den Tatsachen entspreche. In  Bezug  auf  die  Eintragungsurkunde  der  Verantwortlichkeitsmarke  Nr.  (…), die von der Beschwerdeführerin ohne Kommentar in der genannten  Werbebroschüre abgedruckt wird, führt die Vorinstanz aus, dass es nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  nicht  erlaubt  sei,  Selbstverständlichkeiten  als  Sonderleistung  hervorzuheben  und  so  die  Abnehmer zu beeinflussen. Ein solches Vorgehen stelle eine unzulässige  Kundenbeeinflussung dar und sei  folglich unlauter. Edelmetallwaren, die  in  der Schweiz  in Verkehr  gebracht würden, müssten obligatorisch  eine  Verantwortlichkeitsmarke  tragen.  Die  Eintragungsbescheinigung  bestätige  somit  lediglich,  was  gesetzlich  vorgeschrieben  sei.  Sie  diene  nicht  der  materiellen  Unterscheidung  verschiedener  Anbieter  auf  dem  Markt  und  eigne  sich  nicht  als  Werbemittel,  denn  es  könnten  keine  qualitativen Aussagen aus ihr abgeleitet werden. Der mit der gesetzlichen Ordnung nicht vertraute Leser werde damit leicht  zum  Schluss  verleitet,  es  handle  sich  um  ein  Angebot,  das  unter  der  besonderen  Obhut,  Förderung  oder  Kontrolle  einer  Bundesstelle  durchgeführt  werde.  Es  sei  nicht  üblich,  dass  Anbieter  von  Edelmetallwaren  die  gesetzlich  vorgeschriebene  Eintragung  der  Verantwortlichkeitsmarke  oder  die  Edelmetallkontrolle  gewissermassen  als Referenz angeben. Die Verwendung der Urkunde sei irreführend und  nicht  zu  rechtfertigen. Diesbezüglich  erhalte  die Vorinstanz  regelmässig  Anfragen verunsicherter in­ und ausländischer Konsumenten. C.  Gegen diese Verfügung reichte die Beschwerdeführerin am 21. Juni 2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein.  Sie  stellt  den  Antrag,  die Verfügung vollumfänglich aufzuheben. Ferner sei  festzustellen, dass  die Prüfberichte der Vorinstanz und der ihr angeschlossenen Stellen auch  ohne  deren  schriftliche  Einwilligung  sowohl  als  Ganzes  als  auch  nur  auszugsweise vervielfältigt werden dürfen. Eventualiter sei  festzustellen,  dass  sie  ohne  deren  schriftliche  Einwilligung  als  Ganzes  vervielfältigt  werden dürfen.

B­4495/2010 Zur  Begründung  rügt  sie  vorab  eine  Verletzung  ihres  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör.  Die  Vorinstanz  habe  die  angefochtene  Verfügung  erlassen, ohne sie vorher anzuhören. Die  Vorinstanz  habe weiter  den  Sachverhalt  nur  unvollständig  ermittelt.  Sie  habe  Internetseiten  von  unabhängigen  Unternehmen  angeführt,  die  aber  in  keinem Vertragsverhältnis  zur  Beschwerdeführerin  stünden. Die  Durchsetzung  einer  Löschung  sei  daher  nur  schwierig  möglich.  Sie  sei  zwar  einziger  Verfügungsadressat,  aber  es  werde  auch  den  mit  ihr  assoziierten  Gesellschaften  und  Personen  die  Benützung  des  Prüfberichts in Veröffentlichungen untersagt. Wer genau gemeint sei, sei  jedoch nicht ersichtlich.  Ihre Passivlegitimation sei daher nicht gegeben.  Es  stelle  sich  die  Frage,  ob  die  Vorinstanz  den  Erlass  einer  Allgemeinverfügung  mit  geschlossenem  Adressatenkreis  beabsichtigt  habe.  In  diesem  Fall  hätte  die  Verfügung  im  Bundesblatt  publiziert  werden müssen, was nicht erfolgt sei. Die  Beschwerdeführerin  rügt  weiter,  die  Vorinstanz  verfüge  für  ihre  Verfügung über keine gesetzliche Grundlage. Die ISO­Norm 17025:2005  (EN ISO 17025:2005), auf welche sich die Vorinstanz stütze, habe keine  Gesetzeswirkung.  Auch  die  Vorinstanz  selbst  sei  nicht  an  diese  Norm  gebunden.  Ihre Einhaltung sei einzig  für die  internationale Anerkennung  der Prüfergebnisse von Bedeutung. Selbst wenn der EN ISO 17025:2005  Gesetzeswirkung zugestanden würde, gelte dies jedoch nicht für die darin  enthaltenen,  bloss  erläuternden  und  weiterführenden  Anmerkungen  zu  den  einzelnen  Ziffern,  insbesondere  für  die  in  Frage  stehende  Anmerkung,  bei  der  es  sich  ausdrücklich  um  eine  blosse  Empfehlung  handle. Ausserdem beziehe sich diese einzig auf die auszugsweise, nicht  auf die vollständige Vervielfältigung von Prüfberichten. Die im "Prüfbericht (…)" enthaltenen Aussagen seien weder unwahr noch  täuschend  und  es  gebe  keine  rechtliche  Grundlage  gegen  deren  Veröffentlichung.  Ein  allgemeines  Verbot  der  Bezugnahme  sei  unverhältnismässig  und  schränke  die  Wirtschaftsfreiheit  der  Beschwerdeführerin  in  unzulässigem  Masse  ein.  Zudem  seien  die  Konkurrenten  privilegiert,  weil  diesen  eine  Bezugnahme  nicht  untersagt  werde. Ohnehin enthalte der Ausschnitt "Prüfbericht (…)" keinen Verweis  auf die Vorinstanz. Auch  das  Verbot  die  Eintragungsurkunde  der  Verantwortlichkeitsmarke  Nr.  (…)  in  ihren  Veröffentlichungen  und  Mitteilungen  an  Dritte  zu 

B­4495/2010 benutzen,  sei  unzulässig.  Sie  diene  als  Ausweis,  die  Verantwortlichkeitsmarke  benutzen  zu  dürfen.  Die  Verfügung  sei  weltfremd,  unverhältnismässig  und  unangemessen,  weil  sie  die  Verwendung der Eintragungsbescheinigung vollständig und grundsätzlich  untersage.  Jede  registrierte  Verantwortlichkeitsmarke  werde  im  Schweizerischen  Handelsamtsblatt  veröffentlicht.  Es  sei  daher  nicht  einsichtig,  weshalb  die  Eintragungsbescheinigung  vom  Markeninhaber  nicht  auch  selber  in  Mitteilungen  gegenüber  Dritten  verwendet  werden  dürfe,  solange  dies  nicht  in  unlauter  oder  täuschender  Weise  erfolge.  Dies sei aber vorliegend nicht der Fall. Die Beschwerdeführerin versuche  nicht,  den  Anschein  zu  erwecken,  dass  sie  unter  einer  besonderen  Aufsicht  stehe.  Sie  erbringe  lediglich  den  Nachweis,  dass  sie  die  Markeninhaberin  sei.  Als  individueller  Markenanspruch  diene  die  Eintragungsbescheinigung  der  Erkennung  und  Identifizierung  des  Markeninhabers. Der Wortlaut der Eintragungsbescheinigung sei klar und  unmissverständlich.  Selbst  das  Bundesgericht  qualifiziere  in  seiner  neueren Rechtsprechung die Werbung mit Selbstverständlichkeiten nicht  mehr zwingend als unlauter. D.  In  ihrer Vernehmlassung vom 16. August 2010 beantragt die Vorinstanz  die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Zur  Begründung  hält  sie  fest,  dass  sie  sich  nicht  zur  Legalität  des  Geschäftsmodells  der  Beschwerdeführerin  äussere.  Es  gehe  ihr  nur  darum, der Beschwerdeführerin zu verbieten, eine irreführende Werbung  im  Sinne  des  Bundesgesetzes  über  den  unlauteren  Wettbewerb  zu  betreiben,  indem  sie  direkt  oder  indirekt  auf  die  Vorinstanz  verweise,  Teile  von  Dokumenten  auf  irreführende  Weise  veröffentliche  und  auf  Dokumente verweise, welche sie einzig in ihrer Eigenschaft als Inhaberin  einer Verantwortlichkeitsmarke besitze. Die  Vorinstanz  sei  nach  der  ISO/IEC  17025:2005  Norm  akkreditiert,  wodurch sie verpflichtet sei, die Anforderungen, die sich aus dieser Norm  ergäben, einzuhalten. Edelmetallwaren  dürften  in  der  Schweiz  nur  mit  einem  gesetzlichen  Feingehalt  und  mit  einer  Verantwortlichkeitsmarke  in  den  Verkehr  gebracht  werden.  Firmen,  die  eine  Handelsprüferbewilligung  besässen,  dürften  selbst  Feingehaltsbestimmungen  von  Schmelzprodukten  vornehmen  und  diese  mit  der  Unterschrift  eines  beeidigten 

B­4495/2010 Edelmetallprüfers versehen. Firmen wie die Beschwerdeführerin, die über  keine  derartige  Bewilligung  verfügten,  dürften  dagegen  nur  Medaillen  herstellen  und  in  Verkehr  bringen.  Sie  dürfe  sich  daher  nicht  darauf  berufen, dass sie zertifizierte Produkte herstelle und vertreibe. Ein  Prüfbericht  sei  das  Ergebnis  der  Prüfung  eines  einzigen  Gegenstandes.  Er  könne  daher  nicht  als  Garantieschein  für  die  Konformität  von allen angebotenen Edelmetallwaren gelten. Genau dies  suggeriere aber die Beschwerdeführerin und verstosse damit gegen das  Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Die Beschwerdeführerin  vertreibe  1g Goldbarren,  die  sie  als  "(…)"  oder  "(…)"  bezeichne.  Da  sie  weder  einen  beeidigten  Edelmetallprüfer  beschäftige  noch  die  Berufsausübungsbewilligung  als  Handelsprüferin  besitze,  dürfe  sie  sich  nicht  darauf  berufen,  dass  diese  von  einem  beeidigten  Edelmetallprüfer  unterzeichnet  oder  geprüft  seien  und  dass  aus  diesem  Grund  die  materielle  Zusammensetzung  der  Produkte  garantiert  sei.  Sie  dürfe  nicht  den  Eindruck  erwecken,  "zertifizierte"  Produkte anzubieten. Sie  habe  keine  Allgemeinverfügung,  sondern  eine  rechtsgestaltende  Verfügung erlassen, welche die Schweizerische Edelmetallgesetzgebung  durchsetze. Sie  sei  an  die Beschwerdeführerin  an deren Sitz  adressiert  gewesen. Auch den gesamten vorangegangenen Schriftverkehr habe sie  mit  der  Beschwerdeführerin  oder  ihrem  Rechtsvertreter  geführt.  Die  Beschwerdeführerin  habe  bereits  einzelne  Änderungen  im  Internet  vorgenommen. Sie könne nun nicht behaupten, dass sie nicht bei einem  deutschen  Provider  intervenieren  könne,  um  weitere  Änderungen  zu  veranlassen. Die Beschwerdeführerin und/oder  ihr angeschlossene oder  nahe  stehende  Firmen  betrieben  Dutzende  von  Internetseiten.  Es  bestünden  offensichtlich  enge  Beziehungen  oder  direkte  vertragliche  Verbindungen.  Es  stelle  sich  die  Frage,  ob  dieses  komplizierte  und  undurchsichtige Firmengeflecht nicht als rechtsmissbräuchlich bezeichnet  werden müsste. Auch ohne vertragliche Verbindungen mit einer anderen  Internetseite  wäre  es  eine  Pflichtverletzung  der  Beschwerdeführerin,  wenn  sie  den  Prüfbericht  oder  ihre  Verantwortlichkeitsmarke  weiterverbreite,  ohne  zuvor  eine  Genehmigung  einzuholen.  Es  sei  dementsprechend ihre Pflicht, eine allfällige unzulässige Veröffentlichung  rückgängig zu machen und dies ihren Geschäftspartnern mitzuteilen. Der Beschwerdeführerin sei das rechtliche Gehör gewährt worden. Es sei 

B­4495/2010 ihr über Wochen mehrmals mitgeteilt worden, dass ihre Werbebroschüre  und die Internetauftritte nicht gesetzeskonform seien und dass sie es zu  unterlassen habe, einen irreführenden Bezug auf die Vorinstanz und auf  verschiedene Dokumente im Internet oder in Broschüren zu nehmen. Sie  sei  aber  den Anordnungen  nicht  gefolgt  bzw.  sie  habe nur Teilbereiche  korrigiert  und  zum  Teil  neue,  wiederum  nicht  konforme  Werbung  veröffentlicht. Sollte  das  rechtliche Gehör  doch  ungenügend  gewährt worden  sein,  so  sei  der  Mangel  durch  das  vorliegende  Verfahren  behoben  worden.  Die  Rückweisung  der  Sache  würde  zu  einem  formalistischen  Leerlauf  und  einer unnötigen Verlängerung des Verfahrens führen. Ausserdem bedürfe  die  Sache  einer  schnellen  Erledigung  zur  Verhinderung  eines  wachsenden  Schadens.  Es  handle  sich  um  einen  schwerwiegenden  Image­Schaden für die Vorinstanz. Zur  Rüge  der  Verletzung  des  Legalitätsprinzips  aufgrund  des  Verbots  einer  auszugsweise  Publikation  des  Prüfberichts  Nr.  (…)  hält  die  Vorinstanz fest, dass der Beschwerdeführerin bekannt gewesen sei, dass  ein  Prüfbericht  nur  als  Ganzes  und  nicht  ohne  schriftliche  Einwilligung  des Prüflabors vervielfältigt werden dürfe. Jeder Prüfbericht enthalte eine  entsprechende Klausel. Der  Zweck  der Gesetzgebung  liege  darin,  dass  keine Unklarheiten  und  Missverständnisse  im  Verkehr  mit  Edelmetallen  entstünden  und  das  Vertrauen des Bürgers nicht missbraucht werde. Der Vorinstanz obliege  die  Überwachung  des  Verkehrs mit  Edelmetallen  und  Edelmetallwaren.  Die Täuschungsgefahr sei mit allen Mitteln zu verhindern, da den meisten  Leuten nicht bewusst sei, dass sich ein Prüfbericht nur auf die konkret zur  Prüfung  vorgelegte  Ware  beziehe.  Werde  er  in  einer  Werbebroschüre  benutzt, ohne den Hinweis, dass er sich ausschliesslich auf ein konkretes  Stück Edelmetall beziehe, so sei die Verwendung  irreführend. Es werde  vorgetäuscht, dass jeder einzelne "(…)" bewertet und geprüft werde und  alle  Produkte  die  beschriebene  Qualität  aufwiesen  und  regelmässig  überprüft würden. Zudem entstehe der Eindruck, dass sich das "Produkt"  der  Beschwerdeführerin  durch  gewisse  positive  Eigenschaften  von  anderen ähnlichen Produkten abhebe, obwohl dies bei keiner Firma der  Fall sei. Den  anstelle  des Prüfberichts Nr.  (…)  veröffentlichten  Text,  der  auf  die  Überprüfung  durch  eine  "unabhängige  Edelmetall  Prüfstelle"  in  der 

B­4495/2010 Schweiz hinweise und auf dem stehe, dass jeder (…) mit der Unterschrift  eines  Prüfers  versehen  werde,  obwohl  die  Beschwerdeführerin  keine  beeidigten  Edelmetallprüfer  angestellt  habe  und  keine  Berufsausübungsbewilligung  als  Handelsprüferin  besitze,  entspreche  nicht  der  Wahrheit.  Es  werde  damit  suggeriert,  dass  sie  eine  Berufsausübungsbewilligung  besitze,  oder  zumindest  jeden  Goldbarren  prüfen  lasse.  Auch  die  Aussage,  wonach  die  Barren  "sporadisch  und  stichprobenweise"  geprüft werden,  sei  nicht  korrekt. Damit  entstehe  der  täuschende  Eindruck  einer  Aussage  der  Vorinstanz  zur  Gesamtqualität  der Waren. Auch  die Verwendung  der Eintragungsbescheinigung  gegenüber Dritten  geschehe  in  unlauterer  und  täuschender  Weise.  Von  der  Eintragungsbescheinigung  einer  Verantwortlichkeitsmarke  dürften  keine  qualitativen  Aussagen  abgeleitet  werden.  Durch  die  Hinweise  im  Text  "Prüfbericht  (…)"  auf  die  Edelmetallkontrolle  als  unabhängige  Edelmetallprüfstelle  und  die  Erwähnung  der  "Prüfer"  sowie  mit  der  Veröffentlichung des Prüfberichts und der Eintragungsbescheinigung der  Verantwortlichkeitsmarke  entstehe  der  Eindruck  einer  besonderen  Zusammenarbeit  der  Beschwerdeführerin  mit  der  Vorinstanz,  was  nicht  den  Tatsachen  entspreche.  Zur  Kundeninformation  reiche  der  Hinweis,  dass  eine Hinterlegung der Verantwortlichkeitsmarke  bei  der Vorinstanz  geschehen  sei.  Aus  regelmässigen  Zuschriften  und  Anfragen  von  verunsicherten Kunden oder Personen müsse aber geschlossen werden,  dass  die  wahre  Beziehung mit  der  Beschwerdeführerin  nicht  ersichtlich  sei. Der Hinweis sei daher als irreführendes Werbemittel zu qualifizieren. E.  In ihrer Replik vom 23. August 2010 hält die Beschwerdeführerin an ihren  Rechtsbegehren fest. Sie  wirft  der  Vorinstanz  vor,  keine  Beweise  sondern  nur  Vermutungen  und  Annahmen  vorzubringen.  Sie  arbeite  mit  Vermittlern  zusammen.  Diese  seien  von  ihr  unabhängige  eigenständige  Drittpersonen  und  –unternehmen. Sie könne ihre Internetseiten nicht kontrollieren und habe  keinen  Einfluss  darauf.  Sie  sei  nur  für  die  von  ihr  selbst  betriebenen  Internetseiten verantwortlich. Die Unterbindung von unlauteren Werbemethoden hätte durch Klage vor  dem  zuständigen  Gericht  erfolgen  müssen.  Die  Vorinstanz  versuche,  mittels des Erlasses einer Verfügung Vorschriften durchzusetzen, welche 

B­4495/2010 nicht  auf  dem  Verfügungsweg  hätten  erfolgen  sollen.  Die  Vorwürfe  der  Vorinstanz  seien  unbegründet.  Die  eigenen  Internetseiten  seien  jeweils  entsprechend den Vorgaben der Vorinstanz angepasst worden, was von  dieser auch bestätigt worden sei. Der  Prüfbericht  umfasse  nur  einen  Goldbarren.  Sie  berufe  sich  nicht  darauf,  dass die von  ihr angebotenen Goldbarren von einem beeidigten  Edelmetallprüfer unterzeichnet oder geprüft seien. Aufgrund der beinahe  kartellartigen  Zustände  sei  ihr  verunmöglicht  worden,  einen  beeidigten  Edelmetallprüfer  anzustellen  oder  die  Berufsausübungsbewilligung  als  Handelsprüferin  zu  erlangen.  Für  diese  Zustände  sei  die  Vorinstanz  verantwortlich. Es  gebe  keine  gesetzliche  Grundlage,  wonach  zur  Verbreitung  einer  Verantwortlichkeitsmarke  eine  Genehmigung  der  Vorinstanz  einzuholen  sei. Dass ein schnell wachsender Schaden für ihre Kundschaft entstehen  könnte,  stelle  eine  vollständig  unbegründete  Befürchtung  dar.  Vielmehr  sei sie bemüht, die ständig verbreiteten Fehlinformationen und Gerüchte  über  sie  zu  korrigieren  und  arbeite  mit  den  jeweiligen  Behörden  zusammen. Insofern wäre es möglich gewesen, eine vernünftige Lösung  zu finden, ohne eine Verfügung zu erlassen. Der Hinweis auf eine unabhängige Prüfstelle  in der Schweiz  lasse nicht  auf  die  Vorinstanz  schliessen,  die  überhaupt  nicht  erwähnt  werde.  Der  Eindruck einer besonderen Zusammenarbeit werde damit nicht erweckt.  Die  offene  Formulierung  ermögliche  es  der  Beschwerdeführerin,  die  sporadischen Kontrollen durch ein  frei wählbares Prüfinstitut vornehmen  zu lassen. F.  Mit Eingabe  vom 2.  September  2010  verzichtete  die Vorinstanz  auf  die  Erstattung einer Duplik. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Die  vorliegende  Beschwerde  richtet  sich  gegen  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom 19. Mai 2010. Diese stellt eine Verfügung  im Sinne von  Art.  5  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 

B­4495/2010 Verwaltungsverfahren  (Verwaltungsverfahrensgesetz,  VwVG,  SR  172.021)  dar  und  unterliegt  daher  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (vgl.  Art.  31  und  Art.  33  Bst.  e  des  Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005  [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). 1.2. Zur Beschwerde ist legitimiert, wer am Verfahren vor der Vorinstanz  teilgenommen oder keine Möglichkeit  zur Teilnahme erhalten hat, durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Art.  48 Abs. 1 VwVG). Adressat  im  materiellen  Sinn  ist  diejenige  Partei,  hinsichtlich  derer  die  Verfügung eine Berechtigung oder Verpflichtung ausspricht. Neben dem  eigentlichen Verfügungsadressaten  können  auch Dritte  zur  Beschwerde  legitimiert  sein,  sofern  sie  ein  eigenes  schutzwürdiges  Interesse  an  der  Aufhebung  oder  Änderung  der  Verfügung  haben  und  in  einer  besonderen,  beachtenswerten  nahen  Beziehung  zur  Streitsache  stehen  (vgl.  BGE  131  II  649  E.  3.4  mit  Hinweisen;  ISABELLE  HÄNER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG),  Zürich/St.Gallen  2008,  Rz.  12  ff.  zu  Art.  48;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6.  Aufl.,  Zürich  2010,  Rz. 1771  ff.;  ANDRÉ  GRISEL,  Traité de droit administratif, Neuenburg 1984, Bd. II S. 898 ff.; FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 158 und S. 162;  BENOÎT BOVAY, Procédure administrative, Bern 2000, S. 485 f.). Nach der  überwiegenden  Lehre  bewirkte  die  seit  dem  1.  Januar  2007  in  Kraft  stehende neue Fassung von Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG keine inhaltliche  Änderung gegenüber  der  früheren  (vgl. VERA MARANTELLI­SONANINI/SAID  HUBER,  in: Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.], VwVG – Praxiskommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Rz.  12  f.  zu  Art.  48;  HÄNER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar Verwaltungsverfahrensgesetz,  a.a.O., Rz.  12  ff.  zu Art.  48).  Die Tragweite dieser Bestimmung deckt sich auch mit derjenigen von Art.  89  Abs.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110  ])  bzw.  Art.  103  des  Bundesrechtspflegegesetzes  vom  16.  Dezember 1943 (OG, BS 3 521). Auf die bisherige Lehre und die Praxis  des Bundesgerichts zur Frage des besonderen Berührtseins des Dritten  kann  daher  abgestellt  werden,  ohne  dass  danach  differenziert  werden  müsste,  auf  welche  dieser  Gesetzesbestimmungen  sie  sich  beziehen.  Nach  dieser  Lehre  und  Rechtsprechung  liegt  die  notwendige 

B­4495/2010 Beziehungsnähe  nur  vor,  wenn  der  Drittperson  durch  die  streitige  Verfügung ein unmittelbarer Nachteil entsteht (vgl. BGE 133 II 468 E. 1,  BGE  130  V  560  E.  3.5,  BGE  125  V  339  E. 4b).  Ob  diese  Voraussetzungen  gegeben  sind,  ist  jeweils  in  Bezug  auf  die  konkrete  Einzelfallkonstellation zu prüfen (BGE 130 V 560 E. 3.4 in fine). Die Beschwerdeführerin  ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung  durch  diese  unmittelbar  berührt  und  hat  daher  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  ihrer  Aufhebung  oder  Änderung.  Dies  gilt  indessen  nur  insoweit,  als  die  Verfügung  ihr  selbst  Pflichten  auferlegt  bzw.  ein  bestimmtes  Verhalten  verbietet.  Soweit  die  Verfügung  dagegen mit  der  Beschwerdeführerin  "assoziierten  Gesellschaften  und  Personen"  bestimmte Tätigkeiten untersagt,  fehlt  es der Beschwerdeführerin  selbst  an der erforderlichen unmittelbaren und direkten Beschwer. Sie ist daher  nicht  legitimiert,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  in  diesen  Punkten  anzufechten.  Ob  zwischen  diesen  nicht  näher  identifizierten  Gesellschaften  oder  Personen  und  der  Beschwerdeführerin  vertragliche  oder  gesellschaftsrechtliche  Beziehungen  bestehen  oder  nicht,  ist  diesbezüglich  irrelevant,  da  jedenfalls  nur  diese  Gesellschaften  oder  Personen  selbst  gegen  die  ihnen  auferlegten  Verbote  Beschwerde  erheben könnten. Die Beschwerdeführerin ist daher nur insoweit zur Beschwerde legitimiert,  als  ihre  Beschwerde  sich  gegen  diejenigen  Punkte  des  Dispositivs  der  angefochtenen Verfügung richtet, in denen der Beschwerdeführerin selbst  Pflichten auferlegt bzw. gewisse Verhaltensweisen untersagt werden. 1.3.  Die  Beschwerde  wurde  frist­  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  50  Abs. 1 i.V.m. Art. 22 a Abs. 1 Bst. b VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der  Kostenvorschuss wurde rechtzeitig bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die  übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor. 1.4. Auf die Beschwerde ist daher im dargelegten Umfang einzutreten. 2.  In verfahrensrechtlicher Hinsicht  rügt die Beschwerdeführerin vorab eine  schwerwiegende  Verletzung  ihres  verfassungsmässigen  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör.  Die  Vorinstanz  habe  die  angefochtene  Verfügung  erlassen, ohne sie vorher anzuhören. Ihr sei zwar mitgeteilt worden, dass  der Prüfbericht nicht mehr verbreitet werden dürfe. Daraufhin sei er aus  ihren  Internetseiten  sowie  aus  den  Werbebroschüren  entfernt  worden,  was  die  Vorinstanz  auch  bestätigt  habe.  Die  Beschwerdeführerin  habe 

B­4495/2010 aber  erstmals  durch  die  Verfügung  erfahren,  dass  Nachforschungen  ergeben  hätten,  dass  der  Prüfbericht  teilweise  immer  noch  im  Internet  verfügbar sei. In Bezug auf die "Prüfberichte (…)" sei ihr weder mitgeteilt  noch  angekündigt  worden,  dass  ein  Verbot  des  Bezugs  auf  die  Vorinstanz oder deren gesetzliche Funktion in Erwägung gezogen werde.  Auch  dass  die  Publikation  der  Eintragungsurkunde  der  Verantwortlichkeitsmarke zukünftig verboten sei, sei  ihr erstmals mit der  angefochtenen Verfügung mitgeteilt  worden.  Eine  nachträgliche Heilung  dieser  schwerwiegenden  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  sei  im  vorliegenden  Fall  nicht  zulässig,  denn  es  sei  nicht  davon  auszugehen,  dass  im  Falle  einer  Rückweisung  ein  formalistischer  Leerlauf  drohen  würde.  Vielmehr  hätte  sich  der  Erlass  einer  Verfügung  bei  Gewährung  des rechtlichen Gehörs erübrigt. Die Vorinstanz bestreitet diese Vorwürfe. Der Beschwerdeführerin sei das  rechtliche  Gehör  gewährt  worden.  Es  sei  ihr  über  Wochen  mehrmals  mitgeteilt  worden,  dass  ihre  Werbebroschüre  und  die  Internetauftritte  nicht gesetzeskonform seien und dass sie es zu unterlassen habe, einen  irreführenden Bezug auf die Vorinstanz und auf verschiedene Dokumente  im  Internet  oder  in  Broschüren  zu  nehmen.  Sie  sei  aber  den  Anordnungen nicht gefolgt bzw. habe nur Teilbereiche korrigiert und zum  Teil  neue,  wiederum  nicht  konforme  Werbung  veröffentlicht.  Sollte  das  rechtliche  Gehör  doch  ungenügend  gewährt  worden  sein,  so  sei  der  Mangel  durch  das  vorliegende  Verfahren  behoben  worden.  Die  Rückweisung  der  Sache  würde  zu  einem  formalistischen  Leerlauf  und  einer unnötigen Verlängerung des Verfahrens führen. 2.1.  Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  richtet  sich  nach  Art.  26  ff.  VwVG  sowie  nach  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101).  Das  rechtliche  Gehör  dient  einerseits  der  Sachaufklärung,  andererseits  stellt  es  ein  persönlichkeitsbezogenes  Mitwirkungsrecht  beim  Erlass  eines  Entscheides  dar,  welcher  in  die  Rechtsstellung  des  Einzelnen  eingreift.  Dazu  gehört  insbesondere  auch  das  Recht  des  Betroffenen,  sich  vor  Erlass  eines  solchen  Entscheides  zur  Sache  zu  äussern,  erhebliche Beweise  beizubringen,  Einsicht  in  die  Akten  zu  nehmen, mit  erheblichen  Beweisanträgen  gehört  zu  werden  und  an  der  Erhebung  wesentlicher  Beweise  entweder  mitzuwirken  oder  sich  zumindest  zum  Beweisergebnis zu äussern, sofern dieses geeignet ist, den Entscheid zu  beeinflussen.  Der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  umfasst  als  Mitwirkungsrecht  somit  alle  Befugnisse,  die  einer  Partei  einzuräumen 

B­4495/2010 sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung  bringen kann (BGE 132 II 485 E. 3.2). 2.2.  Im  vorliegenden  Fall  ist  aktenmässig  erstellt,  dass  die  Vorinstanz  gegenüber der Beschwerdeführerin die Verwendung des Prüfberichts auf  zwei spezifischen Webseiten gerügt und dass die Beschwerdeführerin in  der  Folge  den  gerügten  Mangel  zuerst  bezüglich  der  einen  und,  nach  entsprechender  Mahnung  der  Vorinstanz,  auch  bezüglich  der  zweiten  Webseite  behoben  hat.  Dass  die  Vorinstanz  auch  die  Verwendung  des  Prüfberichts  auf  anderen  Webseiten,  oder  die  Verwendung  der  Eintragungsurkunde der Verantwortlichkeitsmarke oder den Bezug auf sie  selbst beanstandet hätte, ist dagegen nicht erstellt. 2.3.  Nach  der  Rechtsprechung  kann  eine  nicht  besonders  schwerwiegende  Verletzung  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  ausnahmsweise  geheilt  werden,  wenn  die  betroffene  Person  die  Möglichkeit  erhält,  sich  vor  einer  Beschwerdeinstanz  zu  äussern,  die  sowohl  den  Sachverhalt  wie  die  Rechtslage  frei  überprüfen  kann  (BGE  133 I 201 E. 2.2 mit Hinweisen). In der Lehre wird zwar teilweise die Auffassung vertreten, Heilungen von  Gehörsverletzungen  seien  grundsätzlich  abzulehnen  bzw.  wesentlich  zurückhaltender  zuzulassen,  als  dies  in  der  Praxis  effektiv  geschieht.  Begründet wird diese Auffassung einerseits damit, dass der Instanzenzug  dadurch  verkürzt  werde  und  der  Betroffene  sich  gegenüber  einem  negativen Entscheid  einer Behörde  durchsetzen müsse. Vor  allem aber  mache  ihn  die  Behörde  durch  die  Gehörsverweigerung  zum  Verfahrensobjekt,  statt  ihn  als  Partner  zu  behandeln.  Dies  könne  nicht  geheilt,  sondern  müsse  sanktioniert  werden  (vgl.  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1711 mit Hinweisen). Diese Auffassung wird von der Praxis nicht geteilt,  jedenfalls dann nicht,  wenn  eine  Rückweisung  offensichtlich  nur  zu  einem  formalistischen  Leerlauf  führen würde. Davon  ist  insbesondere dann auszugehen, wenn  der  Beschwerdeführer  seinen  Standpunkt  im  Rechtsmittelverfahren  bereits eingebracht hat, die Vorinstanz dazu Stellung genommen und ihre  Begründung ergänzt hat, der Beschwerdeführer  sich dazu seinerseits  in  einem zweiten Schriftenwechsel äussern konnte und die Vorinstanz auch  in  der Duplik  zum Ausdruck bringt,  dass  sie  in  der Sache nach wie  vor  gleich entscheiden würde. Bei einer solchen Konstellation hätte es wenig  Sinn,  die  Vorinstanz  zu  verpflichten,  einen  neuen  Entscheid  unter  http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201

B­4495/2010 Beachtung  des  rechtlichen Gehörs  des  Betroffenen  zu  fällen  (vgl.  BGE  100  Ib 1 E. 2). Nach der bundesgerichtlichen Praxis  ist daher selbst bei  einer schwerwiegenden Verletzung von einer Rückweisung der Sache an  die Verwaltung  abzusehen, wenn  und  soweit  die Rückweisung  lediglich  zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen  führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten)  Interesse der  betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu  vereinbaren wären (BGE 133 I 201 E. 2.2 mit Hinweisen). 2.4.  Im  vorliegenden  Fall  kann  daher  offen  gelassen  werden,  ob  der  Umstand,  dass  die  Vorinstanz  weder  die  Verwendung  des  Prüfberichts  auch auf anderen als den von ihr konkret beanstandeten Webseiten noch  die  Verwendung  der  Eintragungsurkunde  der  Verantwortlichkeitsmarke  oder  den Bezug  auf  sie  selbst  in  der Werbung  der  Beschwerdeführerin  ausdrücklich  beanstandet  hat,  als  schwerwiegende  oder  angesichts  der  gesamten Umstände nur als geringfügige Verletzung des Anspruchs auf  rechtliches Gehör zu qualifizieren wäre. So oder anders ist die Verletzung  jedenfalls  als  geheilt  zu  betrachten,  nachdem  im  Beschwerdeverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  ein  doppelter  Schriftenwechsel  durchgeführt worden ist. 3.  In materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz könne  die  ihr  in  der  angefochtenen  Verfügung  auferlegten  Verbote  auf  keine  hinreichende gesetzliche Grundlage stützen. Es  gebe  keine  gesetzliche  Grundlage  um  zu  verlangen,  dass  der  Prüfbericht  nur  als  Ganzes  und  nicht  ohne  schriftliche  Einwilligung  des  Prüflabors vervielfältigt werden dürfe. Die ISO­Norm 17025:2005 (EN ISO  17025:2005),  auf  welche  sich  die  Vorinstanz  stütze,  habe  keine  Gesetzeswirkung.  Auch  die  Vorinstanz  selbst  sei  nicht  an  diese  Norm  gebunden.  Ihre Einhaltung sei einzig  für die  internationale Anerkennung  der Prüfergebnisse von Bedeutung. Selbst wenn der EN ISO 17025:2005  Gesetzeswirkung zugestanden würde, gelte dies jedoch nicht für die darin  enthaltenen,  bloss  erläuternden  und  weiterführenden  Anmerkungen  zu  den  einzelnen  Ziffern,  insbesondere  für  die  in  Frage  stehende  Anmerkung,  bei  der  es  sich  ausdrücklich  um  eine  blosse  Empfehlung  handle. Ausserdem beziehe sich diese einzig auf die auszugsweise, nicht  aber auf die vollständige Vervielfältigung von Prüfberichten. http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=verletzung+geh%F6r+ausnahmsweise+kognition&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-I-201%3Ade&number_of_ranks=0#page201

B­4495/2010 Die im "Prüfbericht (…)" enthaltenen Aussagen seien weder unwahr noch  täuschend  und  es  gebe  keine  rechtliche  Grundlage  gegen  deren  Veröffentlichung. Es könne nicht grundsätzlich verboten werden, sich auf  die  gesetzliche  Funktion  der  Vorinstanz  zu  beziehen.  Ein  allgemeines  Verbot  der  Bezugnahme  sei  unverhältnismässig  und  schränke  die  Wirtschaftsfreiheit  der  Beschwerdeführerin  in  unzulässigem  Masse  ein.  Zudem seien die Konkurrenten privilegiert, weil diesen eine Bezugnahme  nicht untersagt werde. Ohnehin enthalte der Ausschnitt "Prüfbericht (…)"  effektiv keinen Verweis auf die Vorinstanz. Auch  das  Verbot,  die  Eintragungsurkunde  der  Verantwortlichkeitsmarke  gegenüber Dritten zu verwenden, sei unzulässig. Sie diene als Ausweis,  die  Verantwortlichkeitsmarke  benutzen  zu  dürfen.  Jede  registrierte  Verantwortlichkeitsmarke  werde  im  Schweizerischen  Handelsamtsblatt  veröffentlicht.  Es  sei  daher  nicht  einsichtig,  weshalb  die  Eintragungsbescheinigung  vom  Markeninhaber  nicht  auch  selber  in  Mitteilungen  gegenüber  Dritten  verwendet  werden  dürfe,  solange  dies  nicht  in  unlauter  oder  täuschender  Weise  erfolge.  Die  Beschwerdeführerin versuche nicht, den Anschein zu erwecken, dass sie  unter  einer  besonderen  Aufsicht  stehe.  Der  Wortlaut  der  Eintragungsbescheinigung  sei  klar  und  unmissverständlich.  Auch  im  schweizerischen Markenrecht gebe es Eintragungsbescheinigungen,  die  einem  individuellen Nachweis  entsprächen.  Sie würden  in Werbemitteln  und auf  Internetseiten verwendet, was nie bemängelt werde. Selbst das  Bundesgericht  qualifiziere  in  seiner  neueren  Rechtsprechung  die  Werbung mit Selbstverständlichkeiten nicht mehr zwingend als unlauter. Die  Vorinstanz macht  dagegen  geltend,  Edelmetallwaren  dürften  in  der  Schweiz  nur  mit  einem  gesetzlichen  Feingehalt  und  mit  einer  Verantwortlichkeitsmarke  in  den  Verkehr  gebracht  werden.  Firmen,  die  eine  Handelsprüferbewilligung  besässen,  dürften  selbst  Feingehaltsbestimmungen von Schmelzprodukten vornehmen und diese  mit der Unterschrift eines beeidigten Edelmetallprüfers versehen. Firmen  wie  die  Beschwerdeführerin,  die  über  keine  derartige  Bewilligung  verfügten,  dürften  dagegen  nur  Medaillen  herstellen  und  in  Verkehr  bringen. Sie  dürfe  sich  daher  nicht  darauf  berufen,  dass  sie  zertifizierte  Produkte herstelle und vertreibe. Die  Vorinstanz  selbst  sei  nach  der  ISO­Norm  17025:2005  akkreditiert,  wodurch sie verpflichtet sei, die Anforderungen, die sich aus dieser Norm  ergäben,  einzuhalten.  Jeder  Prüfbericht  enthalte  dementsprechend  die 

B­4495/2010 Klausel, dass er nur als Ganzes und nicht ohne schriftliche Einwilligung  des  Prüflabors  vervielfältigt  werden  dürfe.  Ein  Prüfbericht  sei  das  Ergebnis der Prüfung eines einzigen Gegenstandes. Er könne daher nicht  als  Garantieschein  für  die  Konformität  von  allen  angebotenen  Edelmetallwaren  gelten.  Genau  dies  suggeriere  aber  die  Beschwerdeführerin  und  verstosse  damit  gegen  das  Bundesgesetz  gegen den unlauteren Wettbewerb. Mit  der  angefochtenen  Verfügung  gehe  es  der  Vorinstanz  darum,  der  Beschwerdeführerin  zu  verbieten,  eine  irreführende  Werbung  im  Sinne  des  Bundesgesetzes  über  den  unlauteren  Wettbewerb  zu  betreiben,  indem  sie  direkt  oder  indirekt  auf  die  Vorinstanz  verweise,  Teile  von  Dokumenten  auf  irreführende  Weise  veröffentliche  und  auf  Dokumente  verweise,  welche  sie  einzig  in  ihrer  Eigenschaft  als  Inhaberin  einer  Verantwortlichkeitsmarke besitze. 3.1.  Die  Vorinstanz  überwacht  den  Verkehr  mit  Edelmetallen  und  Edelmetallwaren (Art. 36 Abs. 1 des Edelmetallkontrollgesetzes vom 20.  Juni 1933 [EMKG SR 941.31]). Insbesondere besorgt sie die Eintragung  der  Verantwortlichkeitsmarken  und  überwacht  die  amtliche  Prüfung  und  Punzierung  der  Edelmetallwaren.  Ihr  obliegt  weiter  die  Erteilung  der  Schmelzbewilligungen  sowie  die  Überwachung  der  Feingehaltsbestimmungen  von  Schmelzprodukten,  sie  überwacht  die  Geschäftsführung der Kontrollämter und der Handelsprüfer und stellt die  Diplome  für  die  beeidigten  Edelmetallprüfer  und  die  Berufsausübungsbewilligungen  für  die  Handelsprüfer  aus  (vgl.  Art.  36  Abs. 2 EMKG). 3.2.  Im  vorliegenden  Fall  ist  unbestritten,  dass  weder  das  Edelmetallkontrollgesetz  noch  die  Edelmetallkontrollverordnung  vom  8. Mai  1934  (EMKV,  SR  941.311)  der  Beschwerdeführerin  direkt  oder  indirekt verbieten,  in  ihrer Werbung Prüfberichte der Vorinstanz oder die  Eintragungsurkunde  ihrer  Verantwortlichkeitsmarke  zu  verwenden  oder  sonstwie  auf  die  Vorinstanz  Bezug  zu  nehmen.  Die  Vorinstanz  nennt  jedenfalls weder  in der Begründung der angefochtenen Verfügung noch  in  ihrer  Vernehmlassung  eine  konkrete  Bestimmung  aus  dem  Edelmetallkontrollgesetz  oder  aus  der  Edelmetallkontrollverordnung,  auf  die  sich  die  in  der  angefochtenen  Verfügung  enthaltenen  Verbote  abstützen  liessen.  Eine  derartige  gesetzliche  Grundlage  ist  denn  auch  nicht ersichtlich: Das Edelmetallkontrollgesetz regelt zwar den Handel mit  den dem Gesetz unterstehenden Waren insbesondere insofern, als es die 

B­4495/2010 Anforderungen  an  und  Bezeichnung  dieser  Waren  festlegt  bzw.  dem  Bundesrat  diesbezügliche  Kompetenzen  delegiert,  nicht  aber  die  Werbung für derartige Waren. 3.3. Die Vorinstanz macht in Bezug auf die Frage nach einer gesetzlichen  Grundlage  ihrer  Verfügung  einzig  geltend,  die  Beschwerdeführerin  verstosse  durch  ihre Werbung  gegen  die  ISO­Norm  17025:2005  sowie  gegen das Bundesgesetz vom 19. Dezember 1986 gegen den unlauteren  Wettbewerb (UWG, SR 241). 3.3.1.  Die  ISO­Norm  17025:2005  wurde  durch  die  Internationale  Organisation für Normung (ISO) entwickelt und von der Schweizerischen  Normen­Vereinigung  SNV  als  Schweizerische  Norm  eingetragen.  Derartige  Normen  sind  typischerweise  Ausdruck  des  fachlichen  Konsenses  über  einen  in  der  betreffenden  Branche  geltenden  Qualitätsstandard (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 2A.522/2004 vom  18. August  2005),  stellen aber  keine Rechtsnormen dar und sind daher  grundsätzlich  ungeeignet,  um  Rechte  oder  Pflichten  der  Bürger  zu  begründen. Inhaltlich  regelt  die  ISO­Norm  17025:2005  die  Anforderungen  an  die  Kompetenz  von  Prüf­  und  Kalibrierlaboratorien.  Die  von  der  Vorinstanz  angeführte  Passage  aus  der  Norm  lautet:  "Den  Laboratorien  wird  empfohlen,  einen  Hinweis  aufzunehmen,  dass  der  Prüfbericht  oder  der  Kalibrierschein ohne die schriftliche Zustimmung des Laboratoriums nicht  auszugsweise  vervielfältigt  werden  darf."  Diese  Passage  der  ISO­Norm  richtet  sich  somit  an  die  betreffenden  Laboratorien,  nicht  an  deren  Kunden. Auch inhaltlich ist daher nicht nachvollziehbar, inwiefern die ISO­ Norm  17025:2005  eine  Rechtsgrundlage  darstellen  könnte,  um  der  Beschwerdeführerin  die  Verwendung  des  Prüfberichts  in  ihrer Werbung  zu untersagen. 3.3.2. Das  Bundesgesetz  gegen  den  unlauteren Wettbewerb  bezweckt,  den  lauteren  und  unverfälschten  Wettbewerb  im  Interesse  aller  Beteiligten zu gewährleisten (Art. 1 UWG). Unlauter und widerrechtlich ist  jedes täuschende oder in anderer Weise gegen den Grundsatz von Treu  und  Glauben  verstossende  Verhalten  oder  Geschäftsgebaren,  welches  das  Verhältnis  zwischen  Mitbewerbern  oder  zwischen  Anbietern  und  Abnehmern  beeinflusst  (Art.  2  UWG).  Die  Einhaltung  dieses  Gesetzes  wird  indessen  nicht  durch  Verfügung,  insbesondere  nicht  durch  Verfügungen  der  Vorinstanz,  sondern  durch  Klage  beim  zuständigen 

B­4495/2010 Zivilrichter  (vgl.  Art.  9  UWG)  oder  durch  die  Einleitung  eines  entsprechenden Strafverfahrens durchgesetzt (vgl. 23 und 27 UWG). Ob  die  von  der  Vorinstanz  geltend  gemachten  Verhaltensweisen  der  Beschwerdeführerin  gegen  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes  gegen  den unlauteren Wettbewerb verstossen oder nicht, kann im vorliegenden  Fall  offen  gelassen  werden,  denn  die  Vorinstanz  könnte  auch  im  Fall  eines  klaren  Verstosses  aus  diesem  Gesetz  nicht  die  Kompetenz  ableiten, die Einhaltung der  in Frage stehenden Bestimmungen auf dem  Verfügungsweg durchzusetzen. 3.4. Die Vorinstanz verweist analogieweise auf BGE 105 II 70.  In  jenem  Urteil aus dem Stiftungsrecht hatte das Eidgenössische Departement des  Innern (EDI) als Aufsichtsbehörde der betroffenen Stiftung untersagt, sich  in  ihrer  Werbung  auf  die  Aufsicht  seitens  des  EDI  zu  berufen  oder  sonstwie  auf  die  gesetzliche  Stiftungsaufsicht  Bezug  zu  nehmen.  Das  Bundesgericht schützte dieses Verbot. In der Begründung  jenes Entscheides  führte das Bundesgericht aus, die  Stiftungsaufsicht  diene  nicht  nur  dem  Ziel,  der  Absicht  des  Stifters  Geltung zu verschaffen und die richtige Verwaltung und Verwendung des  Stiftungsvermögens zu überwachen, sondern die Aufsichtsbehörde habe  auch  die  öffentlichen  Interessen  in  einem  umfassenden  Sinne  wahrzunehmen.  Vor  allem  habe  sie  dafür  zu  sorgen,  dass  die  Stiftungsorgane  das  objektive  Recht  beachteten.  Die  Tätigkeit  der  Stiftung dürfe, auch unter Wahrung des zulässigen Stiftungszweckes,  in  ihren Formen und Auswirkungen nicht widerrechtlich oder unsittlich sein.  Eine  Stiftung,  deren  statutarischer  Zweck  keinen  Grund  zur  Auflösung  gebe, habe sich auch  in  ihrer effektiven Tätigkeit an die Schranken von  Recht und Sitte zu halten. Gegen Verstösse oder die konkrete Gefahr von  Verstössen  könne  mit  präventiven  und  repressiven  Aufsichtsmitteln  eingeschritten werden (vgl. BGE 105 II 70 E. 3b). Diese umfassende Aufsichtsfunktion des  jeweiligen Gemeinwesens über  Stiftungen  basiert  indessen  auf  der  Bestimmung  von  Art.  84  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs  vom  10. Dezember  1907  (ZGB,  SR  210).  Ob  eine  andere  Aufsichtsbehörde  eine  ähnlich  umfassende  Aufsichtsfunktion  hat  oder  ob  diese  viel  eingeschränkter  ist  und  ob  ihr  entsprechend weitreichende bzw. nur wenige, ausdrücklich vorgesehene  Mittel  zur Verfügung stehen, um dieser Funktion nachzukommen, hängt  vom  jeweils anwendbaren Gesetz ab. Eine mit der Aufsichtsfunktion der 

B­4495/2010 Stiftungsaufsicht  vergleichbare,  umfassende  Aufsichtsfunktion  über  bestimmte,  ihrer  Aufsicht  ausdrücklich  unterstellte  natürliche  und  juristische  Personen  kommt  beispielsweise  auch  der  Eidgenössischen  Finanzmarktaufsicht FINMA zu, die deswegen auch explizit befugt ist, bei  Gesetzesverstössen  oder  "sonstigen  Missständen"  für  die  Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustandes zu sorgen (Art. 31  i.V.m.  Art.  3  des  Finanzmarktaufsichtsgesetzes  vom  22.  Juni  2007  [FINMAG, SR 956.1]).  Andere Aufsichtsbehörden dagegen haben  keine  Weisungskompetenzen, sondern nur die Möglichkeit, Disziplinarverstösse  in der gesetzlich vorgesehenen Weise nachträglich zu sanktionieren (vgl.  Urteil des Bundesgerichts 2A.447/2005 vom 6. März 2006 E. 4.3.1). Das  Edelmetallkontrollgesetz  kennt  keine  mit  derjenigen  der  Stiftungsaufsicht  oder  der  FINMA  vergleichbar  umfassende  Aufsichtsfunktion, insbesondere nicht gegenüber einer blossen Händlerin  und Inhaberin einer Verantwortlichkeitsmarke. Die Vorinstanz erteilt zwar  Schmelzbewilligungen,  überwacht  die  Geschäftsführung  der  Kontrollämter  und  der  Handelsprüfer  und  stellt  die  Diplome  für  die  beeidigten  Edelmetallprüfer  und  die  Berufsausübungsbewilligungen  für  die  Handelsprüfer  aus  (vgl.  Art.  36  Abs.  2  EMKG).  Die  Beschwerdeführerin  ist  aber  weder  Inhaberin  einer  Schmelzbewilligung  noch Edelmetallprüferin oder Handelsprüferin, weshalb der Vorinstanz ihr  gegenüber lediglich eine sehr eingeschränkte Aufsichtsfunktion zukommt.  Diese  Aufsichtsfunktion  beschränkt  sich  auf  die  der  Vorinstanz  obliegende  Überwachung  des  Verkehrs  mit  Edelmetallen  und  Edelmetallwaren (vgl. Art. 36 Abs. 1 EMKG), d.h. auf die Überwachung,  ob  die Beschwerdeführerin  bei  ihrer Handelstätigkeit  die Bestimmungen  des  Edelmetallkontrollgesetzes  und  der  Edelmetallkontrollverordnung  einhält.  Die  Aufsichtsmittel,  über  die  die  Vorinstanz  zur  Wahrnehmung  dieser  Aufsichtsfunktion  verfügt,  sind  in  Gesetz  und  Verordnung  ausdrücklich genannt  (vgl. Art. 100  ff. und Art. 181 EMKV  i.V.m. Art. 54  EMKG).  Sie  beschränken  sich  auf  Untersuchungsmassnahmen  und  die  Erstattung einer Strafanzeige. Ob der Vorinstanz darüber hinaus überhaupt die Befugnis zukommt, der  Beschwerdeführerin Weisungen  zu  erteilen  oder  ihr  gegenüber  Verbote  auszusprechen,  erscheint  daher  als  fraglich,  kann aber  im  vorliegenden  Fall offen gelassen werden. Selbst wenn sie dazu befugt wäre, könnten  dazu  jedenfalls  nur  Verhaltensweisen  Anlass  geben,  die  gegen  das  Edelmetallkontrollgesetz oder dessen Ausführungserlasse verstossen. Im  vorliegenden Fall ist diese Voraussetzung indessen unbestrittenermassen 

B­4495/2010 nicht gegeben. 3.5.  Eine  hinreichende  rechtliche  Grundlage  für  Verbote,  welche  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin  gegenüber  ausgesprochen  hat,  ist  somit nicht ersichtlich. Die  angefochtene  Verfügung  ist  daher,  soweit  darauf  einzutreten  ist,  aufzuheben. 4.  Die  Beschwerdeführerin  beantragt  weiter,  es  sei  festzustellen,  dass  die  Prüfberichte  der  Vorinstanz  und  der  ihr  angeschlossenen  Stellen  auch  ohne  deren  schriftliche  Einwilligung  sowohl  als  Ganzes  als  auch  nur  auszugsweise vervielfältigt werden dürfen. Eventualiter sei  festzustellen,  dass  sie  ohne  deren  schriftliche  Einwilligung  als  Ganzes  vervielfältigt  werden dürfen. Ist die Vorinstanz nicht zuständig, der Beschwerdeführerin Tätigkeiten zu  untersagen, die allenfalls gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren  Wettbewerb verstossen, so  ist das Bundesverwaltungsgericht auch nicht  zuständig zum Entscheid darüber, ob die in Frage stehenden Tätigkeiten  gegen jenes Gesetz verstossen oder nicht. Auf dieses Beschwerdebegehren ist daher nicht einzutreten. 5.  Die  Beschwerde  erweist  sich  daher  als  begründet,  soweit  darauf  einzutreten  ist,  und  die  angefochtene  Verfügung  ist  in  diesem  Umfang  aufzuheben. 6.  Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als  teilweise  obsiegend,  weshalb  ihr  nur  reduzierte  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  sind (Art. 63 VwVG). 7.  Als  teilweise  obsiegende  Partei  hat  die  Beschwerdeführerin  auch  Anspruch  auf  eine  reduzierte  Parteientschädigung  für  einen  Teil  der  ihr  erwachsenen notwendigen Kosten  (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7  Abs. 1 und 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).

B­4495/2010 Im  vorliegenden  Fall  hat  der  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführerin  keine  Honorarnote  eingereicht,  weshalb  die  Parteientschädigung  aufgrund der Akten und nach Ermessen festzulegen ist (vgl. Art. 8 ff. und  14  VGKE).  Der  Beschwerdeführerin  ist  daher  zulasten  der  Vorinstanz  eine  reduzierte  Parteientschädigung  von  Fr. 4'000.−  (inkl.  MWST)  zuzusprechen.

B­4495/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  darauf  einzutreten  ist.  Die  Verfügung der Vorinstanz vom 19. Mai 2010 wird aufgehoben, soweit sie  sich gegen die Beschwerdeführerin selbst richtet. 2.  Der  Beschwerdeführerin  werden  ermässigte  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.−  auferlegt.  Sie  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.−  verrechnet und der Beschwerdeführerin werden Fr. 700.− zurückerstattet. 3.  Der  Beschwerdeführerin  wird  zulasten  der  Vorinstanz  eine  reduzierte  Parteientschädigung von Fr. 4'000.− zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Rückerstattungsformular) – die Vorinstanz (Ref­Nr. (…); Gerichtsurkunde) – das Eidgenössische Finanzdepartement EFD (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Eva Schneeberger Myriam Senn

B­4495/2010 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 23. November 2011

B-4495/2010 — Bundesverwaltungsgericht 16.11.2011 B-4495/2010 — Swissrulings